| Dokumentenidentifikation |
DE4137281C2 21.10.1993 |
| Titel |
Verfahren und Vorrichtung zur Algenbekämpfung in Süßwasser |
| Anmelder |
Fürst, Karl, 84036 Kumhausen, DE |
| Erfinder |
Fürst, Karl, 84036 Kumhausen, DE |
| Vertreter |
Gustorf, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 84036 Landshut |
| DE-Anmeldedatum |
13.11.1991 |
| DE-Aktenzeichen |
4137281 |
| Offenlegungstag |
19.05.1993 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
21.10.1993 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
21.10.1993 |
| IPC-Hauptklasse |
H05C 3/00
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| IPC-Nebenklasse |
A01M 21/04
E02B 15/00
C02F 1/48
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bekämpfung von Algen in
Wasser sowie eine zur Durchführung dieses Verfahrens
geeignete Vorrichtung.
Bei wenig bewegten oder stehenden Gewässern, etwa in
Wasseraufbereitungsanlagen, Löschteichen oder Badeseen, bilden
sich vor allem im Bereich der Oberfläche Algen. Das
Algenwachstum ist um so stärker, je größer der Einfluß von
ultravioletter Strahlung des Sonnenlichtes ist. Bisher hat man
versucht, dem Algenproblem durch Zugabe chemischer oder
biologischer Mittel Herr zu werden. Insbesondere die chemischen
Mittel zur Bekämpfung des Algenwachstums haben jedoch den
Nachteil, daß im Wasser lebende Tiere oder Pflanzen, die
erhalten werden sollen, geschädigt werden.
Aus der US-PS 4 869 016 ist ein Verfahren zur Reduktion von
Meeres-Biofäulnis bekannt. Zu diesem Zweck werden über eine
toxische Dissoziation giftige Chlor- oder Kupferionen erzeugt,
welche die Faulstoffe töten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, hier Abhilfe zu
schaffen und ein Verfahren und eine Vorrichtung aufzuzeigen, die
in der Lage sind, ohne Eintrag schädigender Mittel in das Wasser
die Entstehung von Algen zu verhindern oder bereits gewachsene
Algen zu zerstören und unschädlich zu machen.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch ein Verfahren
gelöst, das darin besteht, daß dicht unter der Wasseroberfläche
ein aus pulsierenden Gleichstrom bestehender Reizstrom ohne
Dissoziationswirkung erzeugt wird. Vorzugsweise ist dabei die
Impulsform variabel und wird beispielsweise durch eine Dreiecks-
oder Sägezahnspannung erzeugt.
Bei einem Einsatz dieses Verfahrens konnte festgestellt werden,
daß die Reizstromimpulse unmittelbar unter der Wasseroberfläche
die Zellstruktur der Schadalgen zerstören bzw. verhindern, daß
diese überhaupt erst entstehen können. Sofern sich bereits Algen
gebildet haben, ist das Verfahren in der Lage, die ineinander
verhakten Wurzelstrukturen der Algen zu lösen, so daß der
gesamte Algenverbund absinkt und ggf. abgesaugt werden kann, so
daß die gefürchtete Algenblüte verhindert wird.
Die zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung gemäß
der Erfindung hat einen Impulsgenerator, an den wenigstens zwei
entgegengesetzt gepolte, in das Wasser eintauchende Elektroden
angeschlossen sind. Dabei ist eine der beiden Elektroden
vorzugsweise eine dicht unter der Wasseroberfläche liegende
Spitzelektrode, die an einem Schwimmer befestigt sein kann,
während die gegenüberliegende Elektrode eine Stab- oder
Plattenelektrode ist, die am Wasserrand befestigt ist. Die
Spitzelektrode kann mittels des Schwimmers an die jeweils
gewünschte Stelle im Wasser gebracht werden, so daß nach
Inbetriebnahme des Generators an jeder beliebigen Stelle des
Wassers das elektrische Feld erzeugt werden kann.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
Die Erfindung ist nachstehend an einem Ausführungsbeispiel
erläutert, das in der Zeichnung dargestellt ist. Es zeigt
Fig. 1 einen schematischen Vertikalschnitt durch ein
Wasserbecken mit einer Vorrichtung gemäß der Erfindung und
Fig. 2 die vergrößerte Ansicht des die Spitzelektroden
tragenden Schwimmers.
Fig. 1 zeigt schematisch ein Wasserbecken 11, beispielsweise
eines Klärteiches oder eines Schwimmbeckens. Außerhalb des
Beckens 11 ist an dessen Rand ein Impulsgenerator 1 aufgestellt,
der zwei entgegengesetzt gepolte Anschlußklemmen 4 und 5 hat.
Innerhalb des Beckens sind über der Wasseroberfläche 10 an
einigen Stellen Halterungen 12 angebracht, von denen nach oben
Haltestangen 13 abstehen, während sich nach unten stab- oder
plattenartige Elektroden 2 in das Wasser hinein erstrecken. Eine
der Elektroden 2 ist über eine Leitung 3 mit der Klemme 4 des
Generators 1 verbunden. Sofern die gegenüberliegende Elektrode 2
(in Fig. 1 rechts) eingesetzt werden soll, wird die Leitung 3
statt mit der linken mit der rechten Elektrode 2 verbunden.
Die in Fig. 1 gezeigten beiden Haltestangen 13 dienen zur
Befestigung eines gespannten Seiles 7, an dem verschiebbar eine
Verbindungsleitung 6 hängt. Das eine Ende der Verbindungsleitung
6 ist mit der zweiten Anschlußklemme 5 des Generators 1
verbunden, während das gegenüberliegende Ende zu einem Anschluß 14 führt, der
von der Oberseite eines Schwimmers 15 absteht. Der Schwimmer 15
trägt an seinem Außenumfang vier um 90° voneinander beabstandete
Spitzelektroden 9, die dicht unterhalb der Wasseroberfläche 10
liegen und mit dem Anschluß 14 verbunden sind. An seiner
Unterseite hat der Schwimmer 15 eine Kammer 8, in die eine Füllmasse
eingesetzt ist, welche die Eintauchtiefe des Schwimmers 15
bestimmt und entsprechend den Anforderungen variiert werden kann.
Selbstverständlich sind die Spitzelektroden 9 so aus dem Schwimmer
15 herausgeführt, daß über an sich bekannte und nicht gezeigte
Dichtelemente ein Eindringen von Wasser in den Schwimmer 15
verhindert wird. Eindringendes Wasser hätte eine Erhöhung des
Schwimmergewichtes und damit ein Absinken des Schwimmers 15 zur Folge.
Der Schwimmer 15 selbst besteht in vorteilhafter Weise aus einem
Kunststoff, der gegen den Einfluß von Wasser, Luft oder Licht
unempfindlich ist.
Im Betrieb der Vorrichtung erzeugt der Generator 1
Spannungsimpulse definierter und wählbarer Frequenzen und Dauer, wodurch
dicht unterhalb der Wasseroberfläche 10 ein elektrisches Feld
erzeugt wird, das das Algenwachstum verhindert bzw. bereits
vorhandene Algen zerstört. Die Reizstromimpulse gehen dabei von der
entsprechenden Spitzelektrode 9 am Schwimmer 15 aus, und zwar von
derjenigen Elektrode, die der festen Elektrode 2 gegenüberliegt.
Die Spitzelektroden 9 am Schwimmer 15 haben während der
Impulspausen ein leicht negatives Potential zwischen etwa 0,6 bis maximal
1,7 Volt Gleichspannung; während der Impulsphasen beträgt die
negativ gerichtete Elektrodenspannung je nach Impulsform zwischen
1,4 Volt und 19,8 Volt. Die Form der Impulse kann von ganz spitzen
Nadelimpulsen über Dreiecksimpulse bis hin zu Sägezahnimpulsen am
Generator 1 verändert werden.
Zur Energieversorgung kann der Generator 1 ein eingebautes
Netzteil mit 230 Volt aufweisen. Es besteht jedoch auch die
Möglichkeit, zur Speisung des Generators einen in Kraftfahrzeugen
üblichen Akkumulator mit einer Normspannung von 12 Volt zu verwenden.
Ein derartiger Akkumulator mit einer Stromstärke von 38 Ampere
kann über mehr als zwei Wochen ununterbrochen den Betrieb
aufrechterhalten.
Eine weitere Alternative besteht darin, den Generator 1 über
Solarzellen zu speisen. Da das Algenwachstum nur während des
Einfalls direkten Tageslichtes erfolgt, kann hierbei auf einen
Akkumulator und auf einen Laderegler verzichtet werden.
In Fig. 1 ist schließlich angedeutet, daß an den Generator 1 über
eine weitere Leitung 16 ein Hilfsschwimmer 17 angeschlossen ist,
der einen in das Wasser eintauchenden Sensor 18 trägt. Dieser
lichtempfindliche Sensor 18 ermittelt unterhalb der
Wasseroberfläche die Wassertrübung und bewirkt, daß der Generator 1 erst dann
eingeschaltet wird, wenn das Wasser eine einstellbare Nenntrübung
überschritten hat, welche den Beginn eines Algenwachstums vermuten
läßt.
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| Anspruch[de] |
- 1. Verfahren zur Bekämpfung von Algen in Süßwasser mit Hilfe
eines elektrischen Feldes, bei dem dicht unter der
Wasseroberfläche ein aus pulsierendem Gleichstrom bestehender
Reizstrom ohne Dissoziationswirkung erzeug wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Impulsform variabel
ist.
- 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1
oder 2 mit einem Impulsgenerator (1), an den wenigstens zwei
entgegengesetzt gepolte, in das Wasser eintauchende Elektroden
(2, 9) angeschlossen sind.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, bei der eine der beiden
Elektroden als dicht unter der Wasseroberfläche (10) liegende
Spitzelektrode (9) ausgebildet ist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der die Spitzelektrode (9)
von einem Schwimmer (15) absteht.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, bei der der Schwimmer (15)
mehrere Spitzelektroden (9) trägt.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, bei der der Schwimmer
(15) eine Kammer (8) zur Aufnahme einer die Tauchtiefe
bestimmenden Füllmasse aufweist.
- 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, bei der die der
Spitzelektrode (9) gegenüberliegende Elektrode (2) eine
stabförmige oder plattenförmige Elektrode ist.
- 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, bei der zur
Steuerung des Generators (1) ein lichtempfindlicher Sensor (18)
vorgesehen ist, der unter der Wasseroberfläche (10) die
Wassertrübung ermittelt.
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