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Dokumentenidentifikation DE4215279A1 11.11.1993
Titel Scheibenbremse mit Speicherraum für Kühlflüssigkeit
Anmelder Alfred Teves GmbH, 60488 Frankfurt, DE
Erfinder Kretzer, Horst, 6000 Frankfurt, DE
DE-Anmeldedatum 09.05.1992
DE-Aktenzeichen 4215279
Offenlegungstag 11.11.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.11.1993
IPC-Hauptklasse F16D 65/853
IPC-Nebenklasse F16D 65/20   
Zusammenfassung Die Erfindung geht aus von hochbelasteten Scheibenbremsen, bei denen die Gefahr besteht, daß die Bremsflüssigkeit sich überhitzt.
Aufgabe der Erfindung ist es, Maßnahmen zu offenbaren, die die Gefahr einer derartigen Überhitzung herabsetzen.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Betätigungszylinder der Scheibenbremse in einen kühlenden Speicherraum übergeht, welcher vorzugsweise mit kühlenden Rippen umgeben ist.

Beschreibung[de]

Scheibenbremsen müssen aufgrund der wachsenden Leistung von Kraftfahrzeugen und deren höherem Gewicht in der Lage sein, immer größere Leistungen aufzunehmen. Dabei werden erhebliche Energiemengen über die Rückenplatte der Bremsklötze und den Betätigungskolben auf die Bremsflüssigkeit übertragen, was zu der Gefahr führt, daß die Bremsflüssigkeit überhitzt.

Aus der FR-OS 73 33 384 ist es beispielsweise bekannt, am Boden des Zylinders einen Freiraum vorzusehen. Derartige Freiräume können zum einen zur vereinfachten Bearbeitung der Oberfläche des Betätigungszylinders der Scheibenbremse dienen, können aber auch eine vereinfachte Möglichkeit schaffen, eine Bohrung in den Zylinder zu führen, ohne daß dieser von dem sich bewegenden Kolben verschlossen werden kann.

Die Erfindung geht daher aus von einer Scheibenbremse der sich aus dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ergebenden Gattung und hat sich zur Aufgabe gestellt, die Kühlung der Bremsflüssigkeit von hochbelasteten Bremsen zu verbessern.

Die Aufgabe wird durch die sich aus dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 ergebende Merkmalskombination gelöst. Die Erfindung besteht im Prinzip also darin, einen von dem Eisen- oder Stahlgehäuse des Bremszylinders umgebenden Speicherraum zu schaffen, der für eine verbesserte Wärmeaufnahme und Wärmeabfuhr über die Gehäusewände sorgt. Auf diese Weise wird verhindert, daß überhitzte Bremsflüssigkeit etwa in die Bremsleitungen oder in elastische Bremsschläuche gelangen kann.

Eine verbesserte Kühlwirkung für die Bremsflüssigkeit läßt sich durch Anwendung der sich aus Anspruch 2 ergebenden Merkmalskombination erzielen.

Soll das Belüftungsverhalten noch weiter verbessert werden, so lassen sich in Weiterbildung der Erfindung die Merkmale nach Anspruch 3 anwenden.

Eine auch hinsichtlich der Gußtechnik besonders einfache Ausgestaltung der Kühlrippen läßt sich gemäß Anspruch 4 erzielen. Gemäß den Merkmalen nach Anspruch 5 läßt sich die Belüftung weiter verbessern, indem hierdurch der Fahrtwind besonders gut über die Kühlrippen streichen kann.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung erläutert.

In der Figur ist in abgebrochener Darstellung ein mit einer radial nach oben geöffneten Brücke 1 versehenes Gehäuse 2 einer Scheibenbremse gezeigt, die einstückig mit einem Bremsenzylinder 3 verbunden ist, in dem ein Kolben 4 geführt wird. In den Kolben 4 ist über eine Haltefeder 5 der kolbenseitige Bremsklotz 6 eingerastet, wobei die Trägerplatte 7 des Bremsklotzes gegen die ringförmige Stirnwand des Kolbens 4 anliegt. Der Zylinder 3 geht in einen vorzugsweise aus gießtchnischen Gründen konischen Speicherraum 8 über, dessen hauptsächliche Aufgabe darin besteht, für eine hinreichende Kühlung der Bremsflüssigkeit zu sorgen. Mit der wachsenden Größe des Speicherraums 8 sinkt die Gefahr der Überhitzung der Bremsflüssigkeit. In praktischen Beispielen hat es sich bewährt, wenn der Inhalt des Speicherraums 8 mindestens 40% des durch die Bodenfläche des Kolbens 4 bei ausgefahrenem Zylinder begrenzten Zylinderraums beträgt. Dabei ist hier dasjenige Volumen gemeint, welches durch die Durchtrittsfläche des Zylinders F und den Abstand s des Kolbenbodens 9 vom Zylinderboden 10 ergibt.

Die Kühlung der Bremsflüssigkeit in dem Speicherraum 8 läßt sich durch die Anwendung von Kühlrippen 11 bis 14 noch verbessern, wobei die Kühlung umso besser ist, je dünner der Boden 15 des Speicherraums 8 ist, so daß hier die Wärme vergleichsweise leicht über den Boden 15 an die Außenfläche 16 des Bodens treten kann und dort sich abführen läßt.

Der Speicherraum läßt sich zusätzlich noch in an sich bekannter Weise für eine erleichterte Bearbeitung der Innenfläche des Zylinders 3 oder auch zum Einführen einer Bohrung in den Zylinderraum ausnutzen, wie dies beispielsweise durch die Schrägbohrung 17 angedeutet ist. Beim vorliegenden Ausführungsgbeispiel verlaufen die Rippen 11 bis 14 im wesentlichen senkrecht zur Betrachterebene und damit auch in Richtung des Fahrtwindes, der auf diese Weise die Kühlrippen 11 bis 14 relativ leicht umstreichen und damit kühlen kann.

Falls zweckmäßig, können an der Innenfläche des Speicherraums sowie und/oder am Zylinder außen Rippen oder Vertiefungen jeglicher Form oder Richtung angebracht werden, um eine Vergrößerung der Oberfläche zu erreichen.


Anspruch[de]
  1. 1. Scheibenbremse mit einem in einem eine Durchtrittsfläche (F) aufweisenden Bremszylinder geführten Betätigungskolben, welcher sich bei Abnutzung der Bremsklötze um einen Weg (s) in Richtung Bremsscheibe verschiebt und hierdurch ein Verschiebevolumen von (F·s) freigibt, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (3) in einen zu Kühlungszwecken dienenden Speicherraum (8) übergeht, welcher ein Volumen besitzt, welches einen Inhalt von mindestens 40% des Verschiebevolumens aufweist.
  2. 2. Scheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die den Speicherraum (8) zumindest teilweise umgebende Gehäusewand (15) mit Kühlrippen (11 bis 14) versehen ist.
  3. 3. Scheibenbremse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlrippen derart geformt sind, daß sie sich im wesentlichen quer zur Fahrtrichtung der Scheibenbremse erstrecken.
  4. 4. Scheibenbremse nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlrippen (11 bis 14) kreisförmig angeordnet sind.
  5. 5. Scheibenbremse nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlrippen in zueinander horizontalen Ebenen sich erstrecken.






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