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Dokumentenidentifikation DE68907844T2 11.11.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0363154
Titel Mit Milchsäurebakterien gesäuertes Nahrungsmittel und Verfahren zu dessen Herstellung.
Anmelder Kabushiki Kaisha Yakult Honsha, Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Akahoshi, Ryoichi c/o K.K. Yakult Honsha, Minato-ku Tokyo, JP;
Kuma, Yoshiharu c/o K.K. Yakult Honsha, Minato-ku Tokyo, JP;
Miyagi, Akihiko c/o K.K. Yakult Honsha, Minato-ku Tokyo, JP;
Mizobuchi, Takahiro c/o K.K. Yakult Honsha, Minato-ku Tokyo, JP
Vertreter Eitle, W., Dipl.-Ing.; Hoffmann, K., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Lehn, W., Dipl.-Ing.; Füchsle, K., Dipl.-Ing.; Hansen, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Brauns, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Görg, K., Dipl.-Ing.; Kohlmann, K., Dipl.-Ing.; Kolb, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Ritter und Edler von Fischern, B., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 81925 München; Nette, A., Rechtsanw., 8000 München
DE-Aktenzeichen 68907844
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 03.10.1989
EP-Aktenzeichen 893101139
EP-Offenlegungsdatum 11.04.1990
EP date of grant 28.07.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.11.1993
IPC-Hauptklasse A23C 9/13
IPC-Nebenklasse A23C 9/123   A23C 19/076   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein mit Milchsäurebakterien fermentiertes Nahrungsmittel, das mit Aspartam gesüßt ist, und ein Verfahren zu seiner Herstellung.

In neuerer Zeit wurde ein größeres Augenmerk auf die Aufnahme einer angemessenen Kalorienzahl in der Tagesernährung eines Menschen unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitserhaltung gerichtet. Als Resultat wurden Anstrengungen unternommen, die Mengen an kalorienreichen Saccharid-Süßstoffen wie Zucker, Glucose oder Fructose, die in verschiedenen Lebensmitteln verwendet werden und die wahrscheinlich zu einer übergroßen Kalorienmenge bei ihrer Aufnahme führen, zu reduzieren.

Die Menge an einem in einer Nahrungsmittel verwendeten Süßmacher kann verringert werden, ohne daß die Konsistenz dieses Nahrungsmittels zerstört wird, indem man einen Teil oder die gesamten eingesetzten Saccharidsüßmacher ersetzt durch einen kalorienarmen oder kalorienfreien Süßstoff mit starker Süßkraft (z.B. Steviosid, Aspartam, Glycyrrhizine und so weiter). Jedoch sind diese Süßstoffe mit einer starken Süßkraft verschieden von Zucker in ihrer Süßequalität, und die Süßequalität eines Süßmachers variiert in Abhängigkeit vom Nahrungsmittel, in dem er verwendet wird. So wurden Forschungen über den geeignetsten Sußstoff und dessen Verwendung für jedes der verschiedenen Nahrungsmittel angestellt.

Die Auswahl eines geeigneten Süßstoffs wurde auch bezüglich der milchsäurefermentierten Nahrungsmittel untersucht, welche oft gesüßt werden, wie fermentierte Milch oder milchsäurehaltige Getränke, und es ergab sich, daß Aspartam einer der günstigsten Süßstoffe bezüglich der Süßequalität ist, wenn er zum Süßen dieser milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittel verwendet wird, welche aufgrund der Milchsäurebakterien sauer schmecken.

Es wurde jedoch auch gefunden, daß die Süße von Aspartam, das in den milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmitteln zum Süßen verwendet wird, nach kurzer Zeit abnimmt. Wie allgemein bekannt ist, zersetzt sich Aspartam im gelösten Zustand leicht. Es ist stabil nur in einem schwach sauren Zustand bei niedriger Temperatur. Auch andere Faktoren als Temperatur und pH können eine Aspartaminstabilität verursachen. Man vermutet, daß die Instabilität, die bei Aspartam beobachtet wird, das milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmitteln zugegeben wurde, das Ergebnis des Zerfalls ursprünglich instabilen Aspartams ist, der durch das milchsäurehaltige fermentierte Produkt beschleunigt wird.

Gewöhnlich wird Aspartam in milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmitteln in der nachfolgend beschriebenen Weise verwendet: Aspartam wird zum Nahrungsmittel, wenn das Nahrungsmittel nach der Beendigung der Milchsäurefermentation hinreichend abgekühlt ist, in einer Menge zugegeben, die größer als notwendig ist aufgrund der Süßeabnahme, die bis zum Zeitpunkt, in dem es verbraucht wird, auftritt. Alternativ werden die mit Aspartam gesüßten milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittel bei einer so niedrigen Temperatur wie möglich während des Vertriebs aufbewahrt. Insbesondere im Fall von fermentierter Milch wurde die Zugabe von Aspartam, bevor die Milchsäurefermentation beginnt, für unmöglich gehalten, da Aspartam in einem hohen Ausmaß während des Fermentationsprozesses sich zersetzt, der bei hoher Temperatur lange dauert.

Die vorliegende Erfindung zielt daraufhin ab, die oben erwähnten Probleme, die mit der Verwendung von Aspartam als Süßstoff in milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmitteln einhergehen, zu beseitigen und ihr Ziel ist, ein milchsäurehaltiges fermentiertes Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen, in dem die Aspartamsüße nicht stark mit der Zeit abnimmt und bei dem die Verschlechterung der Konsistenz, die durch die Verringerung der Süße verursacht wird, reduziert wird.

Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein gesüßtes kalorienarmes milchsäurehaltiges fermentiertes Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen.

Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittels zur Verfügung zu stellen, das eine Milchsäurefermentation ermöglicht, wobei Aspartam, das zu einem Fermentationsansatz vor der Milchsäurefermentation zugegeben wird, sich nicht in großem Ausmaß zu zersetzen beginnt, und das es ermöglicht, daß Aspartam in einem milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittel (z .B. geronnenem Joghurt) von der Art verwendet wird, bei der die Zugabe eines Süßstoffs oder ähnlichem nach Beendigung der Milchsäurefermentation schwierig ist.

Zu diesem Zweck betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von Milchsäurebakterien, ausgewählt hauptsächlich aus der Gruppe A, bestehend aus: Streptococcus cremoris, Streptococcus lactis, Streptococcus diacetilactis, Streptococcus thermophilus, Pediococcus cerevisiae und Leuconostoc cremoris und niemals von Gruppe B, bestehend aus Lactobacillus bulgaricus und Lactobacillus helveticus zur Herstellung eines fermentierten Nahrungsmittels, das Milchsäure enthält, die unter Verwendung der Milchsäurebakterien hergestellt wurde, wobei die Milchsäurebakterien im Nahrungsmittel nach der Fermentation verbleiben, das Nahrungsmittel unter Verwendung von Aspartam allein oder eines Süßstoffes, der Aspartam enthält, gesüßt wird, um die Zersetzung des Aspartams in diesem fermentierten Nahrungsmittels zu minimieren.

Das Verfahren zur Herstellung von milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmitteln schließt die Schritte des Süßens eines Fermentationsansatzes ein, indem Aspartam dazu vor der Milchsäurefermentation zugegeben wird und indem ein Milchsäurebakterienstarter in den Fermentationsansatz eingebracht wird, um die Milchsäurefermentation zu bewirken, wobei der Milchsäurestarter im wesentlichen Milchsäurebakterien sind, die aus Gruppe A ausgewählt sind und niemals solche, die aus Gruppe B ausgewählt sind.

Die Verwendung von Milchsäurebakterien wie Streptococcus cremoris und Streptococcus lactis bei der Fermentation von aspartamgesüßtem Joghurt ist beispielsweise beschrieben in Deutsche Molkerei-Zeitung DMZ, Band 108, Nr.1-2, S. 13-16, und eine kultivierte Buttermilchlösung, die aus einer Kultur gebildet wird, die Streptococcus cremoris, Streptococcus lactis und Leuconostoc citrovonum umfaßt, welche wahlweise unter Verwendung von Aspartam gesüßt werden kann, ist im US Patent Nr. 4 748 025 offenbart. In keinem dieser Dokumente gibt es jedoch irgendeinen Vorschlag dahingehend, daß die Verwendung solcher Bakterien zur Bildung von fermentierten Nahrungsmitteln, die durch Aspartam gesüßt sind und Milchsäure enthalten, die unter Verwendung von Milchsäurebakterien erzeugt wird, die nach der Fermentation im Nahrungsmittel verbleiben, in der Herstellung von Nahrungsmittelprodukten resultieren würde, in denen die Zersetzung des Aspartams im fermentierten Nahrungsmittel minimiert wird.

Die gegenwärtigen Erfinder überprüften verschiedene Typen von milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmitteln und fanden, daß die Zersetzung von Aspartam, das zu dem milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittel zugegeben wurde, großenteils von der Art des Milchsäurebakteriums, das zur Herstellung dieses Nahrungsmittels verwendet wurde, abhängt. Insbesondere zersetzte sich unter Bedingungen, bei denen die Lagertemperatur und der pH für Aspartam geeignet waren, Aspartam zu einem großen Teil, wenn verschiedene Typen von Milchsäurebakterien zur Fermentation verwendet wurden; wohingegen die Zersetzung des Aspartams im wesentlichen nicht auftrat, wenn andere Typen von Milchsäurebakterien verwendet wurden (natürlich gab es Fälle, worin der Zersetzungsgrad von Aspartam zwischen diesen beiden Extremfällen lag). Die Zersetzung von Aspartam, das zum milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittel nach Erwärmen und Sterilisation zugegeben wurde, wird durch den Typ des Milchsäurebakteriums nicht beeinflußt. in diesem Fall zersetzt sich Aspartam nicht sogleich. Es ist daher klar, daß Milchsäurebakterien an der Zersetzung von Aspartam auf irgendeine Weise teilnehmen und daß der Zersetzungsgrad von Aspartam in Abhängigkeit vom Typ des Milchsäurebakteriums variiert.

Obwohl der Mechanismus der Beschleunigung der Aspartamzersetzung, dessen Ausmaß in Abhängigkeit vom Typ des Milchsäurebakteriums variiert, nicht vollständig bekannt ist, beschleunigen die Milchsäurebakterien, die aus Gruppe A ausgewählt sind, die Zersetzung von Aspartam nicht. Die aus Gruppe B ausgewählten Milchsäurebakterien sind sehr effektiv in der Zersetzung von Aspartam. Infolgedessen kann die Zersetzung von Aspartam, die während der Fermentation oder des Vertriebs der Produkte auftreten würde, auf einem Minimum gehalten werden (im wesentlichen im selben Ausmaß wie in einer wässrigen Lösung einer schwachen Säure), indem im wesentlichen diejenigen Milchsäurebakterien bei der Fermentation verwendet werden, die aus Gruppe A ausgewählt sind, und niemals solche, die aus Gruppe B ausgewählt sind.

Das milchsäurehaltige fermentierte Nahrungsmittel der vorliegenden Erfindung kann auf herkömmliche Weise hergestellt werden, mit der Ausnahme, daß das in der oben beschriebenen Weise ausgewählte Milchsäurebakterium zur Fermentation verwendet wird und daß das Nahrungsmittel unter Verwendung von Aspartam alleine oder eines Süßstoffs, der Aspartam enthält, gesüßt wird. Es ist jedoch anzumerken, daß die Sorgfalt, die normalerweise im Umgang mit instabilem Aspartam erforderlich ist, auch bei der Herstellung des milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittels gemäß der vorliegenden Erfindung angewandt werden sollte. Bei der Herstellung von fermentierter Milch, bei der Aspartam zu der Milch vor der Fermentation zugesetzt wird, ist es bevorzugt, daß das Aspartam gleichzeitig mit oder nach der Zugabe eines Starters zugegeben wird. Auf diese Weise wird Aspartam nicht während einer langen Zeit in Lösung in der neutralen, erwärmten, noch nicht fermentierten Grundmilch gehalten, und seine Zersetzung kann daher vermieden werden. Milchsäurebakterien aus der Streptokokkengruppe sind besonders geeignet als Milchsäurebakterien zur Verwendung zusammen mit dem Nahrungsmittel, das durch Aspartam gesüßt wird, bevor die Fermentation beginnt, da sie Milchsäure kurze Zeit, nachdem die Fermentation gestartet wurde, produzieren und dadurch den pH des Nahrungsmittels verringern, wodurch ein schwach saurer Zustand erzielt wird, in dem Aspartam nicht sogleich zerfällt.

Lactobacillus casei, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus plantarum oder Lactobacillus brevis können auch zusammen mit den aus Gruppe A ausgewählten Milchsäurebakterien jeweils in einer kleinen Menge zur Herstellung des erfindungsgemäßen milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittels verwendet werden. Aspartam wird durch keinen dieser Milchsäurebakterientypen in einem solchen Ausmaß zersetzt, wie es durch einen beliebigen Vertreter aus Gruppe. B zersetzt wird, so daß die Aspartamstabilität nicht in großem Ausmaß verschlechtert wird, wenn die oben beschriebenen Milchsäurebakterienarten zusammen mit den Milchsäurebakterien, die aus Gruppe A zur Fermentation ausgewählt wurden, verwendet werden.

Die vorliegende Erfindung kann bei verarbeiteten Nahrungsmittel angewandt werden, wie fermentierte Milch, milchsäurehaltige Getränke, Milchprodukte von milchsäurehaltigen Getränke, Milchwein, Kefir, fermentierte Butter, Quarkkäse, Frischkäse, gebraute Nahrungsmittel, sauer eingelegte Nahrungsmittel und so weiter, ebenso bei Verfahren zur Herstellung solcher Nahrungsmittel.

Wie oben angegeben, kann erfindungsgemäß Aspartam im milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittel eingesetzt werden, ohne daß seine Süßkraft verschlechtert wird oder die Konsistenz des Nahrungsmittels verändert wird, was ansonsten durch die Zersetzung von Aspartam verursacht werden kann. Dies resultiert im Zurverfügungstellen eines kalorienarmen schmackhaften milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittels, das effektiv durch eine kleinere Aspartammenge gesüßt ist. Da außerdem Aspartam zu einem milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmittel vor der Milchsäurebakterienfermentation zugegeben werden können, kann Aspartam in milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmitteln von der Art verwendet werden, die nicht herkömmlich durch Aspartam gesüßt werden kann, aufgrund von Schwierigkeiten, die mit dem Süßen des Nahrungsmittels nach der Fermentation zu tun haben.

Ein Experimentalbeispiel und Arbeitsbeispiele zur Herstellung von milchsäurehaltigen fermentierten Nahrungsmitteln werden nachfolgend beschrieben.

Experimentalbeispiel 1

Es wurde überprüft, wie die Zersetzung von Aspartam in fermentierter Milch durch die Anwesenheit verschiedener Typen von Milchsäurebakterien beschleunigt wurde. Wenn sowohl Milchsäurebakterien wie Aspartam zu einem noch nicht fermentierten Kulturmedium aus Milch, das einen pH von 6,5 bis 6,7 hatte, zugegeben werden, kann ein Zerfall des Aspartams, der nicht mit den Milchsäurebakterien zu tun hat, auftreten. So wurde in diesen Experimenten Aspartam zu Milch zugegeben, die auf eine später beschriebene Weise milchsäurefermentiert und angesäuert war, und diese fermentierte Milch mit Aspartam wurde erhitzt, um die fermentierenden Milchsäurebakterien abzutöten. Experimentelle Milchsäurebakterien wurden dann zur fermentierten Milch zusammen mit Aspartam zugegeben, wodurch eine Probe erhalten wurde.

Sterilisierte fermentierte Milch mit Aspartam wurde auf die nachstehend beschriebene Weise hergestellt: Flüssiger Streptococcus thermophilus wurde eingebracht und gezüchtet in 25 %iger rekombinierter Magermilch, wodurch eine Kultur mit einem pH von etwa 4,0 erhalten wurde. 3,00 g Aspartam wurden in Wasser gelöst und der pH dieser Lösung wurde durch Zitronensäure auf etwa 4,5 eingestellt. Danach wurde diese Lösung auf 3500 ml verdünnt und die resultierende Lösung wurde zur Sterilisation 5 Minuten bei 100 ºC erhitzt, wodurch ein Sirup erhalten wurde. 40 g hohes Methoxylpektin wurden in Wasser zur Herstellung einer Lösung von 2750 ml gelöst. 3750 ml Kultur, 3500 ml Sirup und 2750 ml Pektinlösung wurden miteinander gemischt. Nachdem die Mischung durch einen Homogenisator homogenisiert worden war, wurde sie in einem UHT- Sterilisator unter Erhalt einer Probe sterilisiert.

Ein Test wurde in der nachfolgend beschriebenen Weise durchgeführt: Eine Milchsäurebakterienkultur, die mit Milch als Kulturmedium hergestellt worden war ( die Bakterien mit einer Dichte von 10&sup9;/ml oder darüber enthält ) wurde zur sterilisierten fermentierten Milch mit Aspartam, die auf die oben beschriebene Weise hergestellt worden war, in einer Menge zugegeben, die sicherstellte, daß die fermentierte Milch 1% Milchsäurebakterienkultur enthielt. Nachdem die fermentierte Milch eine bestimmte Zeit lang bei einer bestimmten Temperatur gelagert wurde, wurde der Zersetzungsanteil des in der fermentierten Milch enthaltenen Aspartams untersucht. Der oben beschriebene Test wurde mit den verschiedenen Arten von fermentierter Milch, die unter Verwendung von verschiedenen Milchsäurebakterientypen hergestellt worden waren, ausgeführt. Tabelle 1 zeigt die Ergebnisse der Tests.

Tabelle 1: Beziehung zwischen dem Zersetzungsanteil von Aspartam und dem Milchsäurebakterientyp
Miichsäurebakterientyp Lagerbedingungen S. cremoris IAM1150 S. lactis IAM1198 S. diacetilactis (*2) S. thermophilus IAM1047 P. cerevisiae IAM1233 Leuc. cremoris ATCC19254 L. bulgaricus IFO3533 L. helveticus IAM1042 L. acidophilus IFO3205 L. casei IFO3245 L. plantarum IAM1041 S. thermophilus + S. cremoris S. thermophilus + S. lactis S. thermophilus + P. cerevisiae S. thermophilus + Leuc. cremoris S. thermophilus + L. bulgaricus S. thermophilus + L. helveticus S. thermophilus + L. acidophilus S. thermophilus + L. casei S. thermophilus + L. plantarum S. thermophilus + S. lactis + S. cremoris(*1) Die normale Kultivierungstemperatur ist in Klammern angegeben. (*2) Christian Hansen (Kopenhagen) S = Streptococcus P = Pediococcus Leuc = Leuconostoc L = Lactobacillus

Beispiel 1

320 g Magermilch und 60 g Glucose wurden in Wasser unter Erhalt einer wässrigen Lösung von 2000 ml gelöst. Die Lösung wurde dann 60 Minuten zur Sterilisierung auf 100ºC erhitzt. Danach wurde eine Starterkultur aus Streptococcus thermophilus eingebracht und in der Lösung kultiviert, wodurch eine Kultur mit einem pH von etwa 3,9 erhalten wurde. 8 g Aspartam wurden in Wasser gelöst. Nachdem der pH der Lösung durch Zitronensäure auf 4,0 eingestellt worden war, wurde die Kultur auf 4000 ml verdünnt. Die ganze Kultur wurde dann 5 Minuten zur Sterilisierung auf 100 ºC erhitzt, wodurch ein Sirup erhalten wurde. 45 g Hydromethoxylpektin wurden in Wasser gelöst, wodurch eine Lösung von 4000 ml entstand. Die Lösung wurde dann 5 Minuten lang auf 100 ºC zur Sterilisierung erhitzt, wodurch eine Pektinlösung erhalten wurde.

Danach wurden die Kultur, der Sirup, die Pektinlösung und eine kleine Menge an Gewürzen miteinander gemischt und die Lösung dann durch einen Homogenisator homogenisiert, wodurch ein Milchsäuregetränk erhalten wurde. Nachdem das so erhaltene Getränk bei 10 ºC gelagert wurde, wurde das im Produkt erhaltene Aspartain bestimmt. Der Zersetzungsanteil von Aspartam (relativ zur zugegebenen Aspartammenge) betrug 0% unmittelbar nach Herstellung, 3% am 7. Tag nach der Herstellung und 5% am 14. Tag nach der Herstellung.

Beispiel 2

8000 ml einer 16,5 %igen wiederhergestellten Vollmilch wurden 30 Minuten auf 100 ºC erhitzt. 2000 ml einer sterilisierten wässrigen Aspartamlösung, die 3 g Aspartam enthielt (deren pH durch Zitronensäure auf 4,0 eingestellt wurde), wurden zur Vollmilch zugegeben, um ein Kulturmedium zu erhalten. Eine Starterkultur aus Streptococcus thermophilus wurde eingebracht und bei 37ºC kultiviert, bis der pH 4,2 erreichte, wodurch eine geronnene fermentierte Milch hergestellt wurde.

Nachdem diese fermentierte Milch bei 10ºC gelagert worden war, wurde das im Produkt enthaltene Aspartam bestimmt. Der Zersetzungsanteil von Aspartam betrug 4% unmittelbar nach der Herstellung, 6% am 7. Tag nach der Herstellung und 8% am 14. Tag nach der Herstellung.

Beispiel 3

Eine Starterkultur von Streptococcus thermophilus wurde eingebracht und kultiviert in einem Kulturmedium aus 2,5%iger rekombinierter Magermilch, wodurch eine Kultur mit einem pH von etwa 4,5 erhalten wurde. 3 g Aspartam wurden in Wasser gelöst. Nachdem der pH der Lösung auf 4,0 durch Zitronensäure eingestellt worden war, wurde sie auf 3500 ml verdünnt. Die Lösung wurde dann 5 Minuten auf 100ºC zur Sterilisation unter Erhalt eines Sirups erhitzt. 45 g hohes Methoxylpektin wurden in Wasser gelöst, wodurch eine wässrige Lösung von 2750 ml erhalten wurde. Die Lösung wurde dann 10 Minuten auf 100ºC zur Sterilisation erhitzt, wodurch eine Pektinlösung erhalten wurde.

Als nächstes wurden 3750 ml Kultur, 3500 ml Sirup, 2750 ml Pektinlösung und eine kleine Menge an Gewürzen miteinander gemischt, und die resultierende Mischung wurde dann durch einen Homogenisator homogenisiert, wodurch eine softdrinkartige fermentierte Milch hergestellt wurde. Nachdem das Produkt bei 10ºC gelagert worden war, wurde das im Produkt enthaltene Aspartam bestimmt. Der Zersetzungsanteil von Aspartam betrug 0% unmittelbar nach der Herstellung, 2% am 7. Tag nach der Herstellung und 4% am 14. Tag nach der Herstellung.

Beispiel 4

Eine Starterkultur aus Streptococcus lactis und Lab wurden zu 20%iger wiederhergestellter Vollmilch zugegeben, wodurch ein Quark von 10.000 ml erhalten wurde. Dieser Quark wurde geschnitten, wodurch 3000 ml Molke entfernt wurden. 1250 ml Sahne (enthaltend 40% Milchfett) wurden 30 Minuten lang auf 100ºC zur Sterilisierung erhitzt. 100 g Erdbeersaft und 4 g Aspartam wurden in Wasser gelöst, wodurch eine Lösung von 1750 ml erhalten wurde. Die Lösung wurde dann 5 Minuten auf 100ºC erhitzt, wodurch ein Sirup erhalten wurde.

Als nächstes wurden 7000 ml Quark, 1250 ml Sahne, 1750 ml Sirup und eine kleine Menge Gewürz miteinander gemischt und die Mischung wurde dann durch einen Homogenisator homogenisiert, wodurch Frischkäse erhalten wurde.

Nachdem der Frischkäse bei 10ºC aufbewahrt worden war, wurde das im Produkt enthaltene Aspartam bestimmt. Der Zersetzungsanteil von Aspartam betrug 0% unmittelbar nach der Herstellung, 2% am 7. Tag nach der Herstellung und 4% am 14. Tag nach der Herstellung.


Anspruch[de]

1. Verwendung von Milchsäurebakterien, ausgewählt hauptsächlich aus Gruppe A, bestehend aus: Streptococcus cremoris, Streptococcus lactis, Streptococcus diacetilactis, Streptococcus thermophilus, Pediococcus cerevisiae und Leuconostoc cremoris, und niemals aus Gruppe B, bestehend aus Lactobacillus bulgaricus und Lactobacillus helveticus, zur Herstellung eines fermentierten Nahrungsmittels, enthaltend Milchsäure, die unter Verwendung der Milchsäurebakterien hergestellt wurde, wobei die Milchsäurebakterien im Nahrungsmittel nach der Fermentation verbleiben, das Nahrungsmittel unter Verwendung von Aspartam alleine oder eines Süßstoffs, der Aspartam enthält, gesüßt wird, um die Zersetzung des Aspartams in diesem fermentierten Nahrungsmittel zu minimieren.

2. Verwendung gemäß Anspruch 1, wobei das fermentierte Nahrungsmittel ein fermentiertes Milchprodukt ist.

3. Verwendung gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei Aspartam gleichzeitig mit oder nach dem Beginn der Fermentation zugegeben wird.

4. Verwendung gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei Aspartam vor dem Beginn der Fermentation zugegeben wird.

5. Verwendung gemäß Anspruch 4, wobei Milchsäurebakterien der Streptococcusgruppe, ausgewählt aus Gruppe A, bei der Fermentation verwendet werden.







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