PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4215700A1 18.11.1993
Titel Verfahren und Einrichtung zum zerstörungsfreien Prüfen einer Durchführung eines Reaktordruckbehälter-Deckels
Anmelder ABB Reaktor GmbH, 68167 Mannheim, DE
Erfinder Haller, Hans, 6800 Mannheim, DE;
D'Annucci, Filippo, Dr., 6800 Mannheim, DE
DE-Anmeldedatum 13.05.1992
DE-Aktenzeichen 4215700
Offenlegungstag 18.11.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.11.1993
IPC-Hauptklasse G01N 27/90
IPC-Nebenklasse G21C 17/017   
Zusammenfassung Seither wurden bei Reaktordruckbehälter-Deckeln lediglich die Stege zwischen den Stutzen mit einem Ultraschallprüfkopf auf Anrisse überprüft. Um den von einer Hülse (5) durchsetzten Stutzen (3) von dem dazwischen angeordneten Ringspalt (7) aus prüfen zu können, ist ein Rahmen (11) vorgesehen, der über feststellbare Schwimmlager (12) ein Gehäuse (13) zur Aufnahme eines Drehtellers (14) trägt. Dem Drehteller ist konzentrisch ein in vertikaler Richtung verstellbares Zentrierstück und exzentrisch ein ebenfalls vertikal verstellbarer Hubzylinder (20) zugeordnet. An seinem freien Ende trägt der Hubzylinder (20) einen Sondenantrieb (22) zum Einfahren der Sonde (46) in den Ringspalt (7). Über eine pendelnde Bewegung des Drehtellers (14) wird der Ringspalt von der Sonde bestrichen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum zerstörungsfreien Prüfen einer als eingeschweißter Stutzen ausgebildeten Durchführung eines auf einem Abstellring abgesetzten Reaktordruckbehälter-Deckels, wobei der Stutzen von einer an ihm abgestützten Hülse unter Belassung eines Ringspaltes durchsetzt ist und wobei das untere Ende der Hülse weiter in den Raum des Reaktordruckbehälter-Deckels ragt als der Stutzen.

Nach der DE 26 36 246 C2 werden bei einem auf einem Abstellring abgesetzten Reaktordruckbehälter-Deckel die Stege zwischen den Stutzen mit einem Ultraschallprüfkopf auf Anrisse untersucht. Die Prüfung der Stutzen selbst, die unter Belassung eines Ringspaltes von einer Hülse durchsetzt sind, ist dort nicht vorgesehen.

Es stellt sich die Aufgabe, ein Verfahren und eine Einrichtung zur zerstörungsfreien Prüfung der Reaktordruckbehälter-Durchführungen anzugeben, das bzw. die bei eingebauten Hülsen durchführbar bzw. einsetzbar ist.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß eine mit einem Wirbelstromprüfkopf bestückte Sonde in den Ringspalt eingebracht und darin verfahren wird.

Mit dieser Maßnahme wird ein aufwendiger Ausbau der Hülsen vermieden.

Gemäß einer weiteren Ausbildung des Verfahrens wird vorgesehen, daß ein Zentrierstück mit dem unteren Ende der Hülse in Kontakt gebracht wird, und daß die Sonde zusammen mit dem Zentrierstück und der Hülse in eine Rotationsbewegung versetzt wird.

Das Zentrierstück dient dabei als Mitnehmer für die Hülse, so daß die Hülse die Rotationsbewegung der Sonde in keiner Phase behindern kann.

Vorzugsweise ist die Rotationsbewegung eine Pendelbewegung, an deren Beginn oder Ende eine Vertikalbewegung der Sonde in eine neue Prüfposition erfolgt.

Dabei wird der Ringspalt in fortlaufenden ringförmigen Schritten abgefahren.

Erfolgt während der Rotationsbewegung eine konstante Verstellbewegung der Sonde, so wird der Ringspalt mäanderartig durchfahren.

Wird während einer Probedrehung des Drehtellers bei bereits angelegtem Zentrierstück aber noch nicht in den Ringspalt eingefahrene Sonde festgestellt, daß wegen nicht nachvollziehbaren Gründen ein Durchdrehen des Zentrierstückes und damit keine Mitnahme der Hülse erfolgt, wird vorgeschlagen, daß ein Zentrierstück mit dem unteren Ende der Hülse in Kontakt gebracht wird, daß bei in Ruhestellung bleibender Hülse der Ringspalt streifenförmig in vertikaler Richtung vom Wirbelstromprüfkopf bestrichen wird, und daß nach dem Bestreichen eines Streifens der Wirbelstromprüfkopf durch Verdrehen der Sonde in eine neue Prüfposition zum Bestreichen eines weiteren Streifens gebracht wird.

Der vorhandene Kontakt mit dem Zentrierstück stellt sicher, daß das streifenförmige Abfahren störungsfreie Prüfergebnisse liefert.

Eine Einrichtung zum Prüfen der Reaktordruckbehälter-Deckel-Durchführungen bei eingebauten Hülsen sieht vor, daß ein im Abstellring angeordneter Manipulator einen Rahmen aufweist, der über feststellbare Schwimmlager ein Gehäuse zur Aufnahme eines Drehtellers trägt, daß dem Drehteller in exzentrischer Anordnung ein vertikal verstellbarer Hubzylinder zugeordnet ist, der die Drehbewegung des Drehtellers mit ausführt und an seinem freien Ende einen Sondenantrieb zur Bewegung der Sonde in achsparalleler Richtung zum Stutzen trägt.

Eine bevorzugte Ausgestaltung sieht vor, daß dem Drehteller konzentrisch ein in vertikaler Richtung verstellbares Zentrierstück zugeordnet ist, das die Drehbewegung des Drehtellers mit ausführt.

Während mit dem Manipulator alle die vom Rahmen getragenen Einrichtungsteile in eine erste Position gebracht werden, gelangt das Zentrierstück mit einer vertikalen Feinverstellung unter Einhaltung einer vorbestimmten Anpreßkraft in Kontakt mit der Hülse. Unter Aufrechterhaltung der vorgebenen Anpreßkraft wird nun eine Drehung des Drehtellers um bis zu 370° durchgeführt. Erfolgt dabei eine Mitnahme der Hülse durch das Zentrierstück, so wird das Prüfverfahren nach Anspruch 2 eingesetzt. Erfolgt keine Mitnahme, so wird das Prüfverfahren nach Anspruch 5 eingesetzt.

Die Sonde besteht aus einem Federstahlband, das mit einer Perforierung versehen ist und an seinem freien Ende den Wirbelstromprüfkopf trägt, wobei ein Noppenrad des Sondenantriebs in die Perforierung eingreift.

Die Sonde vereint damit auf einfache Weise die Forderung nach Flexibilität für die vertikale Bewegung und die Forderung nach Steifigkeit für die Rotationsbewegung.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der Hubzylinder ein waagrecht erstrecktes Fußstück aufweist, an dem schwenkbar ein Gabelstück und eine Halterung für einen Pneumatikzylinder angelenkt sind, wobei die Kolbenstange des Pneumatikzylinders mit dem Gabelstück verbunden ist und wobei an einen plattenförmig ausgebildeten Ende des Gabelstückes ein Klemmhalter zur Aufnahme des Sondenantriebs befestigt ist.

Die dadurch erzielte Schwenkbarkeit des Sondenantriebes erleichert das Anfahren des Ringspaltes erheblich.

Zur Erzielung eines Anlaufschutzes, der die Sonde vor einer Beschädigung schützen soll, wird gemäß einer weiteren Ausgestaltung vorgeschlagen, daß an der Befestigungsstelle des Klemmhalters ein federnd abgestützter Spalt vorgesehen ist, und daß dem Klemmhalter des Sondenantriebs ein Anschlag und dem Gabelstück ein Endschalterhalter zugeordnet sind, die bei Unterschreiten einer vorgebbaren Spaltbreite eine Unterbrechung der Vertikalbewegung der Sonde bewirken.

Das Federstahlband weist vorzugsweise eine Vielzahl von in Reihe angeordneten Langlöchern auf, wobei die Verbindungsstege zwischen den Langlöchern in gegenläufiger Richtung als halbkreisförmige Sicken zur Führung einer Ubertragungsleitung des Wirbelstromprüfkopfes ausgebildet sind.

Damit führt die platzsparende Unterbringung der Übertragungsleitungen zu keiner Schwächung des Federstahlbandes.

Nach einer anderen Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die Sonde aus einem Federstahlband besteht, das mit einer Perforierung versehen ist, und daß am freien Ende der Sonde ein der Krümmung des Ringspaltes entsprechender Querträger befestigt ist, der an seinen freien Enden je einen Wirbelstromprüfkopf aufnimmt.

Anhand verschiedener Ausführungsbeispiele wird ein Verfahren und eine Einrichtung zur Prüfung der Durchführung eines Reaktordruckbehälter-Deckels beschrieben.

Dabei zeigt die

Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Reaktordruckbehälter-Deckel mit einer schematisch angedeuteten Prüfeinrichtung,

Fig. 1a einen Stutzen mit einer daran abgestützten Hülse,

Fig. 2 eine Teilansicht einer Durchführung mit der Prüfeinrichtung,

Fig. 3 eine Ansicht in Pfeilrichtung III der Fig. 2 unter Weglassung der Durchführung,

Fig. 4 eine schematische Perspektivdarstellung der Einrichtung nach Fig. 2 und 3,

Fig. 5 einen Sondenantrieb mit seinen Verbindungselementen zu einem Hubzylinder,

Fig. 6 einen Schnitt entlang der Linie VI-VI der Fig. 5,

Fig. 7 einen Teilbereich einer Sonde,

Fig. 8 einen Teilbereich einer Sonde in einem größeren Maßstab,

Fig. 9 eine Querschnitt entlang der Linie IX-IX der Fig. 8 und

Fig. 10 eine perspektivische Darstellung einer anderen Sondenausbildung.

Die Fig. 1 zeigt einen auf einem Abstellring 1 abgesetzten Reaktordruckbehälter-Deckel 2. Der Reaktordruckbehälter-Deckel weist eine Vielzahl von als rohrförmige Stutzen 3 ausgebildete Durchführungen für nicht dargestellte Regelstäbe auf. Die Stutzen sind im Deckel 2 eingeschweißt und laufen an ihren außerhalb des Deckels befindlichen Enden konisch auseinander und gehen in einen Flansch 4 zum Anbringen nicht dargestelllter Komponenten über. Der jeweilige Stutzen 3 wird von einer Hülse 5, 5a durchsetzt. Wie aus der Fig. 1a besser ersichtlich ist, ist die Hülse 5 über einen Bund 6 am Stutzen 3 abgestützt und bildet mit diesem einen Ringspalt 7 von ca. 3 mm Breite. Je nach Lage des Stutzens ragt das dem Deckelinnenraum zugewandte Ende der Hülse 5 ein mehr oder weniger großes Stück weiter in den Innenraum des Deckels 2 als der Stutzen 3. Das aus dem Stutzen herausragende Hülsenende ist bei der Hülse 5 als glockenförmige Erweiterung 8 ausgebildet. Eine solche glockenförmige Erweiterung kann auch fehlen, wie das weiter in den Innenraum des Deckels 2 ragende Ende der Hülse 5a zeigt. Die Durchführung mit der Hülse 5a ist im übrigen genauso ausgeführt wie in Fig. 1a hinsichtlich der Hülse 5 gezeigt. Im Bereich des Stutzens 3 ist die Hülse 5, 5a mit Führungsnoppen 9 versehen. Ein im Innenraum des Abstellringes 1 bzw.

des Deckels 2 angeordneter Manipulator 10 trägt einen Rahmen 11, auf dem die in den nachfolgenden Figuren beschriebene Einrichtung zum Prüfen der Stutzen im Bereich des Ringspaltes ruht. Der Manipulator 10 bringt den Rahmen mit den Einrichtungsteilen in eine Basisposition, von der aus die anderen Bauteile der Einrichtung durch eigene Antriebsbewegungen in die Prüfposition gelangen.

Die Fig. 2 und 3 zeigen den Rahmen 11, der über vier Schwimmlager 12 ein Gehäuse 13 zur Aufnahme eines Drehtellers 14 trägt. Die Schwimmlager erlauben eine Pendelbewegung bis zu einem Ausschlag von ca. 5mm. Der umfangsseitig als Kettenrad ausgebildete Drehteller wird über eine dem Gehäuse 13 zugeordnete Antriebseinheit 15 in Drehung versetzt. In seinem Zentrum weist der Drehteller 14 ein vertikal verstellbares Zentrierstück 16 auf. Dabei ist über einen Pneumatikanschluß 17 ein mit dem Zentrierstück verschraubter Träger 18 vertikal bewegbar, so daß das Zentrierstück 16 mit einer vorgebbaren Kraft die Innenumfangsfläche der glockenförmigen Erweiterung 8 kontaktet. Der Kontakt wird uber einen dem Zentrierstuck zugeordneten O-Ring 19 sichergestellt. Die Anpreßkraft ist so eingestellt, daß die Hülse geringfügig von der Auflagefläche des Bundes 6 abgehoben ist und das Gewicht der Hülse nunmehr auf dem Zentrierstück 16 ruht. Der Träger 18 und das Zentrierstück 16 können entfernt werden, so daß sie eine Öffnung freigeben, deren lichte Weite größer ist als der Durchmesser der Hülse 5a.

In exzentrischer Anordnung (Fig. 2 und 3) durchsetzt den Drehteller 14 ein elektromechanischer Hubzylinder 20, an dessen Kolbenstange 21 ein Sondenantrieb 22 angelenkt ist. Der mit einer Antriebseinheit 56 ausgestattete Hubzylinder 20 ist am Drehteller 14 befestigt und führt dessen Rotationsbewegung ebenso wie das Zentrierstück 16 mit aus. Gemäß Fig. 5 und 6 ist ein waagrecht erstrecktes Fußstück 23 mit einer Mutter 24 an der Kolbenstange 21 verschraubt und über einen Stift 25 gegen Verdrehen gesichert. Über eine Bolzenverbindung 26 ist ein Gabelstück 27 schwenkbar an dem Fußstück 23 angelenkt. Auf gleiche Weise ist über einen parallel zur Bolzenverbindung 26 verlaufenden Steckbolzen 26a eine Halterung 28 für einen Pneumatikzylinder 29 mit dem Fußstück verbunden. Ein mit einer Kolbenstange 30 des Pneumatikzylinders 29 verschraubtes Gabelgelenk 31 stellt die Verbindung zu einem den oberen Bereich des Gabelstückes 27 durchsetzenden Bolzen 32 dar. Das Gabelgelenk 31 ist über Distanzhülsen 33 in seiner Position gehalten. Die beschriebene Dreipunktverbindung erlaubt beim Betätigen des Pneumatikzylinders 29 über die Versorungsleitungen 34, 35 eine vorgebbare Schwenkbewegung des Gabelstückes 27. Am plattenförmig ausgebildeten Ende des Gabelstückes ist ein Klemmhalter 36 zur Aufnahme des eigentlichen Sondenantriebes 22 unter Belassung eines von 0,5 bis 3 mm variierbaren Spaltes 37 befestigt. Über mehrere Federn 38, die jeweils in Vertiefungen 39 eingelassen sind, ist der Spalt 37 federnd ausgebildet. Die maximale Spaltbreite ist einstellbar durch eine Schraubverbindung 40. Mindestens zwei im plattenförmig ausgebildeten Ende des Gabelstückes eingeschraubte Stehbolzen 41 gewährleisten in Verbindung mit im Klemmhalter 36 angeordneten Büchsen 42 eine gleitende Führung des Klemmhalters bei einer Änderung der Spaltbreite. Die angefederte Ausbildung der Halterung für den Sondenantrieb bildet einen Anlaufschutz für die Sonde. Dazu ist dem Klemmhalter 36 ein verstellbarer Anschlag 43 zugeordnet, der nach dem Unterschreiten einer vorgebbaren Spaltbreite einen Endschalter 44 eines am Gabelstück 27 befestigten Endschalterhalters 45 auslöst und die Vertikalbewegung der Sonde unterbricht.

Die in den Fig. 7 bis 9 dargestellte Sonde 46 besteht aus einem Federstahlband, das eine Vielzahl von Perforierungen 47 aufweist. An seinem dem zu prüfenden Ringspalt 7 zugewandten Ende trägt die Sonde einen Wirbelstromprüfkopf 48. Das Federstahlband ist mit einer Vielzahl von in Reihe angeordneten Langlöchern 49 versehen, wobei die verbleibenden Verbindungsstege zwischen den Langlöchern in gegenläufigen Richtungen als halbkreisförmige Sicken 51 ausgebildet sind, die zur Führung einer Übertragungsleitung 50 des Wiurbelstromprüfkopfes 48 dienen. Die Sicken tragen zur Versteifung der Sonde bei, ohne daß sie deren erforderliche Flexibilität behindern. Der den Wirbelstromprüfkopf 48 tragende Teilbereich der Sonde besteht zur Vermeidung von Meßfehlern aus nichtrostendem Stahl der Werkstoffnummer 1.4301, der mittels Punktschweißung 52 auf dem Federstahlband aufgesetzt ist. Zur Verwirklichung des vertikalen Transportes dieser Sonde ist der Abtriebswelle 53 des Sondenantriebes 22 ein Noppenrad 54 zugeordnet, dessen auf dem Umfang verteilte Noppen 55 in die Perforierung 47 der Sonde 46 eingreifen. Oberhalb des Sondenantriebs ist in der Fig. 2 die in den Fig. 5 und 6 beschriebene Schwenkbarkeit des Gabelstückes angedeutet, durch die die Sonde ebenfalls eine Schwenkbewegung ausführt.

Die Durchführung der Prüfung wird nachfolgend unter Einbeziehung der perspektivischen Übersichtszeichnungen nach der Fig. 4 erläutert. Nachdem die auf dem Rahmen 11 ruhende Prüfeinrichtung mit Hilfe des Manipulators in die Nähe einer zu prüfenden Reaktordruckbehälter-Deckel- Durchführung gebracht worden ist, wird das Zentrierstück 16 mit Hilfe des pneumatisch verfahrbaren Trägers 18 mit einer vorgebbaren Kraft die Innenumfangsfläche der glockenförmigen Erweiterung 8 der Hülse 5 kontakten. Danach erfolgt das Positionieren der Sondenspitze vor dem Ringspalt 7 sowohl durch vertikales Verfahren der Sonde mit Hilfe des Hubzylinders und des Sondenantriebs als auch durch Schwenken des Gabelstückes 27. Eine Probedrehung des Drehtellers 14 um ca, 360° schafft Klarheit darüber, ob bei der Drehung das als Mitnehmer wirkende Zentrierstück 16 die Hülse mitdreht oder nicht. Ist ein Mitdrehen der Hülse erfolgt, wird die Sonde in den Ringspalt 7 eingefahren und in eine erste Prüfposition gebracht. Jetzt erfolgt eine Drehung des Drehtellers um ca. 370°, wodurch ein von der Breite des Wirbelstromprüfkopfes abhängiger ringförmiger Bereich der Mantelfläche des Stutzens 3 geprüft ist. Die Sonde wird jetzt mit dem Sondenantrieb vertikal in die nächste Prüfposition verfahren. Durch Drehen des Drehtellers um 370° in entgegengesetzter Richtung wird wiederum ein ringförmiger Bereich geprüft. Dieses Verfahren - vertikales Verfahren + Pendelbewegung - wird fortgeführt, bis der gesamte Ringspalt abgefahren ist. Da die Hülse 5 die Drehbewegung des Drehtellers mit ausführt, stören die auf dem Außenumfang der Hülse angeordneten Führungsnoppen 9 die pendelnde Bewegung der Sonde nicht. Durch kontinuierliche Vertikalbewegung während der Rotationsbewegung wird der zu prüfende Ringspalt mäanderartig abgefahren.

Stellt sich bei der Probedrehung des Zentrierstückes 16 jedoch heraus, daß wegen Verschmutzung oder sonstiger Einflüsse zwischen Hülse 5 und Stutzen 3 keine Mitnahme der Hülse 5 erfolgt, wird der Ringraum durch vertikale Bewegung der Sonde streifenförmig abgefahren. Nach dem Abfahren eines Streifens wird durch Verdrehen des Drehtellers die nächste Prüfposition angefahren. Ein durch einen Führungsnoppen 9 belegter Streifen kann dabei nur unterhalb der Noppen 9 geprüft werden. Beim Auffinden der Führungsnoppen leistet die Anlaufsicherung im Bereich der Anfederung zwischen Gabelstück 27 und Klemmhalter 36 hilfreiche Unterstützung.

Soll der Ringspalt im Bereich der verhältnismäßig lang ausgeführten Hülse 5a (Fig. 1) geprüft werden, so werden die Träger 18 und das Zentrierstück 16 entfernt. Beim Hochfahren der Einrichtung mit dem Manipulator 10 durchsetzt die Hülse 5a den Drehteller 14, so daß die Einrichtung bis auf die Höhe der unteren Enden der Hülsen 5 gebracht werden kann. Von hier aus kann die Sonde in üblicher Weise in den Ringspalt eingefahren werden. Wegen der Baulänge der Hülse 5a ist die Verwendung des Zentrierstückes 16 nicht möglich. Erfoderlichenfalls können umfangsseitig an der Hülse 5a angreifende Führungsmittel die Aufgabe des Zentrierstücks übernehmen.

Nach der Fig. 10 ist am freien Ende der Sonde ein der Krümmung des Ringspaltes 7 entsprechender Querträger 59 befestigt, der an seinen freien Enden je einen Wirbelstromprüfkopf 48a trägt. Damit läßt sich ebenfalls nach dem am oberen Ende der Fig. 10 dargestellten Pendelverfahren mit vertikaler Einstellung einer neuen Prüfposition arbeiten. Damit lassen sich ferner bei nichtmitdrehbarer Hülse 5 die Führungsnoppen 9 besser umfahren.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum zerstörungsfreien Prüfen einer als eingeschweißter Stutzen (3) ausgebildeten Durchführung eines auf einem Abstellring (1) abgesetzten Reaktordruckbehälter-Deckels (2), wobei der Stutzen (3) von einer an ihm abgestützten Hülse (5) unter Belassung eines Ringspaltes (7) durchsetzt ist und wobei das untere Ende der Hülse weiter in den Innenraum des Reaktordruckbehälter-Deckels ragt, als der Stutzen, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit einem Wirbelstromprüfkopf (48) bestückte Sonde (46) in den Ringspalt (7) eingebracht und darin verfahren wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zentrierstück (16) mit dem unteren Ende der Hülse (5) in Kontakt gebracht wird und daß die Sonde (46) zusammen mit dem Zentrierstück und der Hülse in eine Rotationsbewegung versetzt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotationsbewegung eine Pendelbewegung ist, an deren Beginn oder Ende eine Vertikalbewegung der Sonde (46) in eine neue Prüfposition erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3 dadurch gekennzeichnet, daß während der Rotationsbewegung eine kontinuierliche Vertikalbewegung der Sonde (46) erfolgt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zentrierstück (16) mit dem unteren Ende der Hülse (5) in Kontakt gebracht wird, daß bei in Ruhestellung bleibender Hülse (5) der Ringspalt (7) streifenförmig in vertikaler Richtung vom Wirbelstromprüfkopf (48) bestrichen wird, und daß nach dem Bestreichen eines Streifens der Wirbelstromprüfkopf durch Verdrehen der Sonde (46) in eine neue Prüfposition zum Bestreichen eines weiteren Streifens gebracht wird.
  6. 6. Einrichtung zum zerstörungsfreien Prüfen einer als eingeschweißter Stutzen (3) ausgebildeten Durchführung eines auf einem Abstellring (1) abgesetzten Reaktordruckbehälter-Deckels (2), wobei der Stutzen (3) von einer an ihm abgestützen Hülse (5) unter Belassung eines Ringspaltes (7) durchsetzt ist und wobei das untere Ende der Hülse weiter in den Innenraum des Reaktordruckbehälter-Deckels ragt als der Stutzen, dadurch gekennzeichnet, daß auf einem innerhalb des Abstellrings (1) angeordneten Manipulator (10) ein Rahmen (11) abgestützt ist, der über feststellbare Schwimmlager (12) ein Gehäuse (13) zur Aufnahme eines Drehtellers (14) trägt, daß dem Drehteller in exzentrischer Anordnung ein vertikal verstellbarer Hubzylinder (20) zugeordnet ist, der die Drehbewegung des Drehtellers mit ausführt und an seinem freien Ende einen Sondenantrieb (22) zur Bewegung der Sonde (46) in achsparalleler Richtung zum Stutzen (3) trägt.
  7. 7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß dem Drehteller (14) konzentrisch ein in vertikaler Richtung verstellbares Zentrierstück (16) zugeordnet ist, das die Drehbewegung des Drehtellers mit ausführt.
  8. 8. Einrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sonde (46) aus einem Federstahlband besteht, das mit einer Perforierung (47) versehen ist und an seinem freien Ende den Wirbelstromprüfkopf (48) trägt, wobei ein Noppenrad (54) des Sondenantriebes (22) in die Perforierung (47) eingreift.
  9. 9. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Hubzylinder (20) ein waagrecht erstrecktes Fußstück (23) aufweist, an dem schwenkbar ein Gabelstück (27) und eine Halterung (28) für einen druckmittelgesteuerten Zylinder (29) angelenkt sind, wobei die Kolbenstange (30) des Zylinders mit dem Gabelstück (27) verbunden ist und wobei an einem plattenförmig ausgebildeten Ende des Gabelstückes ein Klemmhalter (36) zur Aufnahme des Sondenantriebes (22) befestigt ist.
  10. 10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß an der Befestigungsstelle des Klemmhalters (36) ein federnd abgestützter Spalt (37) vorgesehen ist, und daß dem Klemmhalter (36) des Sondenantriebs (22) ein Anschlag (43) und dem Gabelstück (27) ein Endschalterhalter (45) zugeordnet sind, die bei Unterschreiten einer vorgebbaren Spaltbreite eine Unterbrechung der Vertikalbewegung der Sonde (46) bewirken.
  11. 11. Einrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sonde (46) aus einem Federstahlband besteht, das mit einer Perforierung (47) versehen ist, und daß am freien Ende der Sonde (46) eine der Krümmung des Ringspaltes (7) entsprechender Querträger (59) befestigt ist, der an seinen freien Enden je einen Wirbelstromprüfkopft (48a) aufnimmt.
  12. 12. Einrichtung nach Anspruch 8 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Federstahlband mit einer Vielzahl von in Reihe angeordneten Langlöchern (49) versehen ist, daß die Verbindungsstege zwischen den Langlöchern in gegenläufiger Richtung als im Querschnitt halbkreisförmige Sicken (51) zur Führung einer Ubertragungsleitung (50) des Wirbelstromprüfkopfes (48) ausgebildet sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche


Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com