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Dokumentenidentifikation DE4215990A1 18.11.1993
Titel Verfahren zur Regelung der Speisewasserpumpen eines Dampfkessels
Anmelder VEAG Vereinigte Energiewerke AG, 12681 Berlin, DE
Erfinder Holfeld, Joachim, Dipl.-Ing., O-7500 Cottbus, DE;
Enders, Lothar, O-7513 Cottbus, DE
DE-Anmeldedatum 12.05.1992
DE-Aktenzeichen 4215990
Offenlegungstag 18.11.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.11.1993
IPC-Hauptklasse F22D 5/32
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung der Speisewasserpumpen eines in Lastfahrt befindlichen Dampfkessels.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Fahrweise einer ausgefallenen Kohlenstaubmühle direkt und unverzögert für die Fahrweise der Speisewasserpumpen zu nutzen.
Dies wird dadurch erreicht, daß erfindungsgemäß bei Ausfall der Kohlenstaubmühle nach einem Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors die Drehzahlmessung des zur Kohlenstaubmühle gehörenden Zuteilers außer Betrieb genommen, mit der sich dadurch einstellenden Änderung der Summendrehzahl aller Zuteiler ein Signal erzeugt und damit die in Betrieb befindlichen Speisewasserpumpen für eine reduzierte Speisewasserförderung zurückgefahren werden und daß bei Wiederinbetriebnahme der Kohlenstaubmühle die Drehzahlmessung des Zuteilers nach einem Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors wieder in Betrieb genommen, mit der sich dadurch einstellenden erneuten Änderung der Summendrehzahl aller Zuteiler ein weiteres Signal erzeugt und damit die Speisewasserpumpen hochgefahren werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung der Speisewasserpumpen eines in Lastfahrt befindlichen Dampfkessels.

Bei einem Dampfkessel mit einem Feuerungsregime durch, z. B. sechs Kohlenstaubmühlen, wird über ein Regelsystem das Feuerungsregime entsprechend der Dampfkesselleistung geregelt. Auch bei Ausfall einer Kohlenstaubmühle erfolgt über das Regelsystem eine erhöhte Beaufschlagung der in Betrieb befindlichen Kohlenstaubmühlen.

Bei Wiederinbetriebnahme der ausgefallenen Kohlenstaubmühle wird in großem Umfang Kohlenstaub in die Feuerung eingebracht und führt über die Verbrennung zu einem extrem hohen Speisewasserbedarf.

Die Austarierung dieses Wasserdefizites ist infolge der erheblichen Totzeit erst nach einer gewissen Zeitspanne möglich.

Dieses verspätete Reagieren führt zu hohen Temperaturbelastungen des Rohrsystems der Strahlungsheizflächen des Dampfkessels. Daher ist es erforderlich, daß das Regelsystem durch Handeingriff auf die veränderten Bedingungen prophylaktisch korrigiert wird, um mögliche Schäden und Ausfälle zu vermeiden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Fahrweise einer ausgefallenen Kohlenstaubmühle direkt und unverzögert für die Fahrweise der Speisewasserpumpen zu nutzen.

Dies wird dadurch erreicht, daß erfindungsgemäß bei Ausfall der Kohlenstaubmühle nach einem Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors die Drehzahlmessung des zur Kohlenstaubmühle gehörenden Zuteilers außer Betrieb genommen, mit der sich dadurch einstellenden Änderung der Summendrehzahl aller Zuteiler ein Signal erzeugt und damit die in Betrieb befindlichen Speisewasserpumpen für eine reduzierte Speisewasserförderung zurückgefahren werden und daß bei Wiederinbetriebnahme der Kohlenstaubmühle die Drehzahlmessung des Zuteilers nach einem Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors wieder in Betrieb genommen, mit der sich dadurch einstellenden erneuten Änderung der Summendrehzahl aller Zuteiler ein weiteres Signal erzeugt und damit die Speisewasserpumpen hochgefahren werden.

Durch die hergestellte Abhängigkeit der Fahrweise der ausgefallenen Kohlenstaubmühle zur Fahrweise der Speisewasserpumpe wird erreicht, daß nach Wiederinbetriebnahme der ausgefallenen Kohlenstaubmühle und der damit verbundenen Änderung des Temperaturregimes auch unverzögert die erforderliche erhöhte Speisewasserförderung wirksam wird.

An einem Ausführungsbeispiel wird die Erfindung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt das Blockschaltbild zur Regelung der Speisewasserpumpen.

Die Feuerung eines Dampfkessels (nicht dargestellt) wird von sechs Kohlenstaubmühlen 1; 2; 3 (nur drei Kohlenstaubmühlen dargestellt) gespeist. Die Kohlenstaubmühlen 1; 2; 3 sind mit den Mühlenmotoren 4; 5; 6 versehen und weisen die Kohlezuteiler 7; 8; 9 auf.

Die Mühlenmotoren 4; 5; 6 sind mit den Meßgliedern 10; 11; 12 zur Ermittlung eines Leistungsgrenzwertes der Mühlenmotoren 4; 5; 6 verbunden.

Die Kohlezuteiler 7; 8; 9 sind mit den Drehzahl-Meßgebern 13; 14; 15 über die Schalter 16; 17; 18 verbunden.

Die Meßglieder 10; 11; 12 sind mit den Antrieben der Schalter 16; 17; 18 verbunden.

Die Drehzahl-Meßgeber 13; 14; 15 sind mit dem Summendrehzahl-Meßglied 22 verbunden.

Die nicht dargestellten Kohlenstaubmühlen sind in gleicher Weise ausgerüstet, so daß deren Meßleitungen 23; 24; 25 ebenfalls mit dem Summendrehzahl-Meßglied 26 verbunden sind.

Das Summendrehzahl-Meßglied 26 ist über das Differenzierglied 27 mit der vorhandenen Regelkreisautomatik 28 verbunden. Die Regelkreisautomatik 28 ist bei Speisewasserpumpenregelbetrieb auf den o. g. Dampfkessel über den Differenzdruckregler 30 mit den Antrieben 31 der Turbinenspeisepumpen 32 bzw. den Elektrospeisepumpen 33 verbunden.

Die Wirkungsweise ist folgende:

Bei Lastbetrieb des Dampfkessels sind die sechs Kohlenstaubmühlen 1; 2; 3 einschließlich der Kohlezuteiler 7; 8; 9 in Betrieb. Über die Leistungsgrenzwerte der Mühlenmotoren 4; 5; 6 und die Meßglieder 10; 11; 12 sind die Schalter 16; 17; 18 geschlossen, so daß über die Drehzahlmeßgeber 14; 15; 16 das Summendrehzahl-Meßglied 26 einen Summenmeßwert erhält, der über das Differenzierglied 27 kein Signal erzeugt.

Fällt z. B. die Kohlenstaubmühle 2 aus, wird über den Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors 5 das Meßglied 11 angeregt und der Schalter 17 geöffnet. (Die Leistungsgrenzwerte der Mühlenmotore 4; 5; 6 entsprechen der Fahrweise Leerlauf bzw. Last.) Dadurch verändert sich der Summen-Meßwert am Summendrehzahl-Meßglied 26, so daß am Differenzierglied 27 ein Verringerungssignal erzeugt wird. Dieses Signal beeinflußt die Regelkreisautomatik 28, so daß über die Differenzdruckregler 30 die Antriebe 31 der in Betrieb befindlichen Turbinenspeisepumpen 32 und/oder die Elektrospeisepumpen 33 beaufschlagt werden.

Dadurch werden die in Betrieb befindlichen Turbinenspeisepumpen 32 und/oder die Elektrospeisepumpen 33 korrigiert und eine verringerte Speisewasserförderung erreicht, so daß ein erhöhter Speisewasserstand am überwachten Bauteil (Separator, Trommel) nicht erzielt wird.

Für den Fall, daß die Kohlenstaubmühle 2 wieder in Betrieb geht, wird über den Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors 5 das Meßglied 11 erneut angeregt und der Schalter 17 geschlossen. Die wieder in Betrieb gegangene Kohlenstaubmühle 2 fördert Kohlenstaub in die Feuerung, so daß über die Verbrennung die Strahlungsheizflächen des Dampfkessels einer erhöhten Wärmebeaufschlagung ausgesetzt sind. Durch den geschlossenen Schalter 17 verändert sich der Summenmeßwert am Summendrehzahl-Meßglied 26, so daß am Differenzierglied 27 ein Hochfahrsignal erzeugt wird. Dieses Signal beeinflußt die Regelkreisautomatik 28, so daß über den Differenzdruckregler 30 die Antriebe 31 der in Betrieb befindlichen Turbinenspeisepumpen 32 und/oder Elektrospeisepumpen 33 beaufschlagt werden. Dadurch werden die in Betrieb befindlichen Turbinenspeisepumpen 32 und/oder Elektrospeisepumpen 33 hochgefahren und eine lastbedingte Speisewasserförderung erreicht.

Durch die Erfindung wird parallel zur Feuerung die Fahrweise der Speisewasserpumpen beeinflußt. Damit wird die jetzige Folgeregelung Separatorflaschenstand/Differenzdruck regelung/Speisewasserregelventil beschleunigt.

Die erhöhte Dynamik bewirkt ein wesentlich besseres Reagieren des Dampfkessels auf Störungen der Feuerführung; die Leistungsänderungsgradienten des Blockes werden stabilisiert.

Um die herkömmliche Fahrweise zu beherrschen, mußte aus Sicherheitsgründen ein relativ grober Differenzdruck über die Speisewasserregelventile gefahren werden.

Mit der Erfindung ist die Einstellung eines geringeren Differenzdruckes möglich.

Die Erfindung ist ebenfalls bei Kohlemangel bedingt durch eine Störung in der Kohlezuteilung anwendbar.

Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen

1 Kohlenstaubmühle

2 Kohlenstaubmühle

3 Kohlenstaubmühle

4 Mühlenmotor

5 Mühlenmotor

6 Mühlenmotor

7 Kohlezuteiler

8 Kohlezuteiler

9 Kohlezuteiler

10 Meßglied

11 Meßglied

12 Meßglied

13 Drehzahlmeßgeber

14 Drehzahlmeßgeber

15 Drehzahlmeßgeber

16 Schalter

17 Schalter

18 Schalter

19 Meßleitung

20 Meßleitung

21 Meßleitung

22 Summendrehzahl-Meßglied

23 Meßleitung

24 Meßleitung

25 Meßleitung

26 Summendrehzahl-Meßglied

27 Differenzierglied

28 Regelkreisautomatik

29 Signalleitung

30 Differenzdruckregler

31 Antrieb

32 Turbinenspeisepumpe

33 Elektrospeisepumpe


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Regelung der Speisewasserpumpen eines in Lastfahrt befindlichen Dampfkessels nach Ausfall einer Kohlenstaubmühle, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausfall der Kohlenstaubmühle nach einem Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors die Drehzahlmessung des zur Kohlenstaubmühle gehörenden Zuteilers außer Betrieb genommen, mit der sich dadurch einstellenden Änderung der Summendrehzahl aller Zuteiler ein Signal erzeugt und damit die in Betrieb befindlichen Speisewasserpumpen für eine reduzierte Speisewasserförderung zurückgefahren werden und daß bei Wiederinbetriebnahme der Kohlenstaubmühle die Drehzahlmessung des Zuteilers nach einem Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors wieder in Betrieb genommen, mit der sich dadurch einstellenden erneuten Änderung der Summendrehzahl aller Zuteiler ein weiteres Signal erzeugt und damit die Speisewasserpumpen hochgefahren werden.






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