Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung der
Speisewasserpumpen eines in Lastfahrt befindlichen
Dampfkessels.
Bei einem Dampfkessel mit einem Feuerungsregime durch, z. B.
sechs Kohlenstaubmühlen, wird über ein Regelsystem das
Feuerungsregime entsprechend der Dampfkesselleistung
geregelt. Auch bei Ausfall einer Kohlenstaubmühle erfolgt
über das Regelsystem eine erhöhte Beaufschlagung der in
Betrieb befindlichen Kohlenstaubmühlen.
Bei Wiederinbetriebnahme der ausgefallenen Kohlenstaubmühle
wird in großem Umfang Kohlenstaub in die Feuerung
eingebracht und führt über die Verbrennung zu einem extrem
hohen Speisewasserbedarf.
Die Austarierung dieses Wasserdefizites ist infolge der
erheblichen Totzeit erst nach einer gewissen Zeitspanne
möglich.
Dieses verspätete Reagieren führt zu hohen
Temperaturbelastungen des Rohrsystems der
Strahlungsheizflächen des Dampfkessels. Daher ist es
erforderlich, daß das Regelsystem durch Handeingriff auf
die veränderten Bedingungen prophylaktisch korrigiert wird,
um mögliche Schäden und Ausfälle zu vermeiden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Fahrweise
einer ausgefallenen Kohlenstaubmühle direkt und unverzögert
für die Fahrweise der Speisewasserpumpen zu nutzen.
Dies wird dadurch erreicht, daß erfindungsgemäß bei Ausfall
der Kohlenstaubmühle nach einem Leistungsgrenzwert des
Mühlenmotors die Drehzahlmessung des zur Kohlenstaubmühle
gehörenden Zuteilers außer Betrieb genommen, mit der sich
dadurch einstellenden Änderung der Summendrehzahl aller
Zuteiler ein Signal erzeugt und damit die in Betrieb
befindlichen Speisewasserpumpen für eine reduzierte
Speisewasserförderung zurückgefahren werden und daß bei
Wiederinbetriebnahme der Kohlenstaubmühle die
Drehzahlmessung des Zuteilers nach einem Leistungsgrenzwert
des Mühlenmotors wieder in Betrieb genommen, mit der sich
dadurch einstellenden erneuten Änderung der Summendrehzahl
aller Zuteiler ein weiteres Signal erzeugt und damit die
Speisewasserpumpen hochgefahren werden.
Durch die hergestellte Abhängigkeit der Fahrweise der
ausgefallenen Kohlenstaubmühle zur Fahrweise der
Speisewasserpumpe wird erreicht, daß nach
Wiederinbetriebnahme der ausgefallenen Kohlenstaubmühle und
der damit verbundenen Änderung des Temperaturregimes auch
unverzögert die erforderliche erhöhte Speisewasserförderung
wirksam wird.
An einem Ausführungsbeispiel wird die Erfindung näher
erläutert. Die Zeichnung zeigt das Blockschaltbild zur
Regelung der Speisewasserpumpen.
Die Feuerung eines Dampfkessels (nicht dargestellt) wird
von sechs Kohlenstaubmühlen 1; 2; 3 (nur drei
Kohlenstaubmühlen dargestellt) gespeist. Die
Kohlenstaubmühlen 1; 2; 3 sind mit den Mühlenmotoren 4; 5;
6 versehen und weisen die Kohlezuteiler 7; 8; 9 auf.
Die Mühlenmotoren 4; 5; 6 sind mit den Meßgliedern 10; 11;
12 zur Ermittlung eines Leistungsgrenzwertes der
Mühlenmotoren 4; 5; 6 verbunden.
Die Kohlezuteiler 7; 8; 9 sind mit den Drehzahl-Meßgebern
13; 14; 15 über die Schalter 16; 17; 18 verbunden.
Die Meßglieder 10; 11; 12 sind mit den Antrieben der
Schalter 16; 17; 18 verbunden.
Die Drehzahl-Meßgeber 13; 14; 15 sind mit dem
Summendrehzahl-Meßglied 22 verbunden.
Die nicht dargestellten Kohlenstaubmühlen sind in gleicher
Weise ausgerüstet, so daß deren Meßleitungen 23; 24; 25
ebenfalls mit dem Summendrehzahl-Meßglied 26 verbunden
sind.
Das Summendrehzahl-Meßglied 26 ist über das
Differenzierglied 27 mit der vorhandenen Regelkreisautomatik 28
verbunden. Die Regelkreisautomatik 28 ist bei
Speisewasserpumpenregelbetrieb auf den o. g. Dampfkessel über den
Differenzdruckregler 30 mit den Antrieben 31 der
Turbinenspeisepumpen 32 bzw. den Elektrospeisepumpen 33
verbunden.
Die Wirkungsweise ist folgende:
Bei Lastbetrieb des Dampfkessels sind die sechs
Kohlenstaubmühlen 1; 2; 3 einschließlich der Kohlezuteiler
7; 8; 9 in Betrieb. Über die Leistungsgrenzwerte der
Mühlenmotoren 4; 5; 6 und die Meßglieder 10; 11; 12 sind
die Schalter 16; 17; 18 geschlossen, so daß über die
Drehzahlmeßgeber 14; 15; 16 das Summendrehzahl-Meßglied 26
einen Summenmeßwert erhält, der über das Differenzierglied
27 kein Signal erzeugt.
Fällt z. B. die Kohlenstaubmühle 2 aus, wird über den
Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors 5 das Meßglied 11
angeregt und der Schalter 17 geöffnet. (Die
Leistungsgrenzwerte der Mühlenmotore 4; 5; 6 entsprechen
der Fahrweise Leerlauf bzw. Last.) Dadurch verändert sich
der Summen-Meßwert am Summendrehzahl-Meßglied 26, so daß am
Differenzierglied 27 ein Verringerungssignal erzeugt wird.
Dieses Signal beeinflußt die Regelkreisautomatik 28, so daß
über die Differenzdruckregler 30 die Antriebe 31 der in
Betrieb befindlichen Turbinenspeisepumpen 32 und/oder die
Elektrospeisepumpen 33 beaufschlagt werden.
Dadurch werden die in Betrieb befindlichen
Turbinenspeisepumpen 32 und/oder die Elektrospeisepumpen 33
korrigiert und eine verringerte Speisewasserförderung
erreicht, so daß ein erhöhter Speisewasserstand am
überwachten Bauteil (Separator, Trommel) nicht erzielt
wird.
Für den Fall, daß die Kohlenstaubmühle 2 wieder in Betrieb
geht, wird über den Leistungsgrenzwert des Mühlenmotors 5
das Meßglied 11 erneut angeregt und der Schalter 17
geschlossen. Die wieder in Betrieb gegangene
Kohlenstaubmühle 2 fördert Kohlenstaub in die Feuerung, so
daß über die Verbrennung die Strahlungsheizflächen des
Dampfkessels einer erhöhten Wärmebeaufschlagung ausgesetzt
sind. Durch den geschlossenen Schalter 17 verändert sich
der Summenmeßwert am Summendrehzahl-Meßglied 26, so daß am
Differenzierglied 27 ein Hochfahrsignal erzeugt wird.
Dieses Signal beeinflußt die Regelkreisautomatik 28, so daß
über den Differenzdruckregler 30 die Antriebe 31 der in
Betrieb befindlichen Turbinenspeisepumpen 32 und/oder
Elektrospeisepumpen 33 beaufschlagt werden. Dadurch werden
die in Betrieb befindlichen Turbinenspeisepumpen 32
und/oder Elektrospeisepumpen 33 hochgefahren und eine
lastbedingte Speisewasserförderung erreicht.
Durch die Erfindung wird parallel zur Feuerung die
Fahrweise der Speisewasserpumpen beeinflußt. Damit wird die
jetzige Folgeregelung Separatorflaschenstand/Differenzdruck
regelung/Speisewasserregelventil beschleunigt.
Die erhöhte Dynamik bewirkt ein wesentlich besseres
Reagieren des Dampfkessels auf Störungen der Feuerführung;
die Leistungsänderungsgradienten des Blockes werden
stabilisiert.
Um die herkömmliche Fahrweise zu beherrschen, mußte aus
Sicherheitsgründen ein relativ grober Differenzdruck über
die Speisewasserregelventile gefahren werden.
Mit der Erfindung ist die Einstellung eines geringeren
Differenzdruckes möglich.
Die Erfindung ist ebenfalls bei Kohlemangel bedingt durch
eine Störung in der Kohlezuteilung anwendbar.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
1 Kohlenstaubmühle
2 Kohlenstaubmühle
3 Kohlenstaubmühle
4 Mühlenmotor
5 Mühlenmotor
6 Mühlenmotor
7 Kohlezuteiler
8 Kohlezuteiler
9 Kohlezuteiler
10 Meßglied
11 Meßglied
12 Meßglied
13 Drehzahlmeßgeber
14 Drehzahlmeßgeber
15 Drehzahlmeßgeber
16 Schalter
17 Schalter
18 Schalter
19 Meßleitung
20 Meßleitung
21 Meßleitung
22 Summendrehzahl-Meßglied
23 Meßleitung
24 Meßleitung
25 Meßleitung
26 Summendrehzahl-Meßglied
27 Differenzierglied
28 Regelkreisautomatik
29 Signalleitung
30 Differenzdruckregler
31 Antrieb
32 Turbinenspeisepumpe
33 Elektrospeisepumpe