PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3883322T2 09.12.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0300746
Titel Rettungsfluggerät.
Anmelder Brant, Harry, Sun Valley, Calif., US
Erfinder Brant, Harry, Sun Valley, Calif., US
Vertreter Lorenz, E.; Gossel, H., Dipl.-Ing.; Philipps, I., Dr.; Schäuble, P., Dr.; Jackermeier, S., Dr.; Zinnecker, A., Dipl.-Ing., Rechtsanwälte, 8000 München
DE-Aktenzeichen 3883322
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 20.07.1988
EP-Aktenzeichen 883066235
EP-Offenlegungsdatum 25.01.1989
EP date of grant 18.08.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.12.1993
IPC-Hauptklasse A62B 1/02
IPC-Nebenklasse A62B 5/00   B64D 1/16   B64C 39/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet von Notfallausrüstungen, und vor allem Vorrichtungen für Rettungsaktionen.

Es sind bereits verschiedene Ausrüstungen, die bei Notfallrettungsaktionen verwendet werden können, z.B. Vorrichtungen zum Ketten von Personen aus Hochhäusern im Brandfall, vorgeschlagen worden. Die Vorschläge, wie z.B. die US-A-3931868, umfassen Hubschrauber, die Stühle, Kabinen oder Plattformen aufweisen, die mit Hilfe von Seilen, Tragriemen oder dergleichen daran aufgehängt sind. Die Kettungsversuche mit diesen Ausrüstungsteilen können als Folge von übermäßigen Achsendrehungen, die von Rotorabwinden verursacht werden, Aufwärtsturbulenzen, die vom Feuer verursacht werden, und Abwinden, die normalerweise zwischen Hochhäusern auftreten, schwer beeinträchtigt werden oder vollkommen mißlingen. Die Lenkbarkeit und die Steuerung sind unter diesen Umständen sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.

In der US-A-4421204, auf der der Gattungsbegriff des Anspruchs 1 beruht, wird ein mit Helium gefüllter Ballon verwendet, um das Rettungsmodul zu halten, wobei die Lage des Moduls lediglich durch das Positionieren verschiedender Halteseilkabel gesteuert wird, die vom Boden aus gesteuert werden. Eine genaue Fernsteuerung des Moduls wäre extrem schwierig, wenn man an den begrenzten Raum, der nahe einem Gebäude zur Verfügung steht, aus dem eine Rettung erfolgen soll, an die sehr turbulenten Zustände, die man um Hochhäuser herum erwarten kann, und an den kritischen Betrag der Steighöhe, den man von einem Ballon erhalten kann, denkt, wenn dieser Ballon nicht so sperrig sein soll, daß er in den meisten Stadtlagen sowieso vollständig unbrauchbar wäre.

Bei der in Anspruch 1 definierten Erfindung wird ein Modul verwendet, das sogar einschließlich seiner Auftriebmittel ziemlich kompakt ist, wobei der Düsentriebwerkschub sofort von innerhalb des Moduls aus gesteuert werden kann, um das Positionieren des Moduls in einer vollständig praktischen und nützlichen Art und Weise zu erleichtern.

Somit betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Verwendung bei Rettungsaktionen, bei denen Hochhäuser, Türme, Felsvorsprünge oder ähnliche Situationen betroffen sind, in denen Personen in einer gewissen Höhe über dem Boden eingeschlossen sind. Zu diesem Zweck ist das Rettungsmodul mit Antriebskraftmitteln in der Form von Düsentriebwerken zum Emporheben des Luftfahrzeugs auf die gewünschte Höhe sowie auch mit Steuermitteln zum Manövrieren des Luftfahrzeugs auf ein Gebäude oder dergleichen zu versehen. Rückhaltemittel sind vorgesehen, die das Luftfahrzeug mit einer Basisstruktur verbinden, um die Stabilität zu verbessern und beim Herablassen des Luftfahrzeugs auf den Boden zu helfen.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Figur 1 ist eine perspektivische Ansicht des Rettungsluftfahrzeugs, das gemäß der vorliegenden Erfindung gestaltet ist.

Figur 2 ist eine perspektivische Ansicht, die das Rettungsluftfahrzeug nach Figur 1 und seine dazugehörige Bodenstruktur zeigt.

Figur 3 ist eine perspektivische Ansicht des Rettungsluftfahrzeugs und der Bodenstruktur, wie sie in Figur 2 gezeigt sind, wobei die die Bodenstruktur stabilisierenden Mittel veranschaulicht sind.

Figur 4 ist eine perspektivische Ansicht, in der das Rettungsluftfahrzeug beim Flug über der Bodenstruktur gezeigt ist.

Figur 5 ist eine Querschnittsansicht des in Figur 1 gezeigten Rettungsluftfahrzeugs, wobei sich das Rettungsluftfahrzeug wegen Einstiegsaktionen nahe bei einem Gebäude befindet.

Figur 6 ist eine perspektivische Ansicht eines Rettungsluftfahrzeugs und einer Bodenstruktur, bei der das Rettungsluftfahrzeug bei Brandbekämpfungsaktionen verwendet wird.

Figur 7 ist eine Seitenansicht des in Figur 1 dargestellten Rettungsluftfahrzeugs, das bei Brandbekämpfungsaktionen verwendet wird.

Figur 8 ist eine perspektivische Ansicht eines Rettungsluftfahrzeugs und einer Bodenstruktur, die bei Brandbekämpfungsaktionen verwendet werden.

Genaue Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele

Mit Verweis auf Figur 1 umfaßt ein Rettungsluftfahrzeug ein Modul 1, an dem drei Zweistromdüsentriebwerke 2 angebracht sind, die Antriebskraftmittel zum Emporheben des Moduls 1 über die Bodenhöhe vorsehen. Das Modul 1 umfaßt Schiebetüren 3 für den Eintritt und den Austritt von Brandbekämpfungspersonal und Personen, die gerettet werden sollen. Das Luftfahrzeug ist mit einem Paar von röhrenförmigen Hochleistungsgummipuffern 4 versehen, um den Aufprall während der Kopplungsvorgänge zu absorbieren und um einen Abschluß zwischen dem Luftfahrzeug und dem Gebäude vorzusehen. Es sind auch Kopplungsstreben 5 vorgesehen, die beim Anbringen des Luftfahrzeugs an einer Fensterbank oder an einem Dachgesims helfen, wie unten noch genauer beschrieben werden wird. Das Rettungsluftfahrzeug ist auch mit einer Basisanordnung 6 und einem Dachverdeck 7 versehen, das einen Satz von Fallschirmen abdeckt, die sich im Falle des Versagens des Motors sofort mit Hilfe von Raketen entfalten können, wodurch es möglich wird, daß das Luftfahrzeug sicher landen kann.

Wie in den Figuren 2 und 3 zu sehen ist, sind auf einem Hänger 10 eine Seilwindenanordnung 8 und ein mit der Winde 8 antriebsmäßig verbundener Dieselmotor 9 angebracht. Der Hänger 10 und die dazugehörige Vorrichtung umfassen eine Bodenstruktur für das Rettungsluftfahrzeug. Die Bodenstruktur umfaßt vier hydraulische Zylinderhilfsstützen 11, die auf dem Hänger 10 angebracht sind. Die Hilfsstützen 11 werden mit einer Hydraulikpumpe (nicht dargestellt) angetrieben, die wiederum von dem Dieselmotor angetrieben wird, und können auf jeder Seite um etwa 244 cm (acht Fuß) ausgefahren und eingezogen werden, damit sie mit dem Boden in Kontakt kommen und eine Stabilität für die Bodenstruktur liefern können. Dieselkraftstofftanks 12 und Ballast 13 sind auch vorgesehen, sowie auch eine rollende Einstiegsrampe 14, Schutzgitter 15 und eine Ausgangsrampenleiter 16.

Eine drehbare Basis 17 sieht eine Befestigungsfläche für das Luftfahrzeug auf der Basisstruktur vor. Die drehbare Basis 17 kann in einer Transportstellung und in einer Start- und Rückkehrstellung ausgerichtet sein, die um 90º ausgehend von der Transportstellung gedreht ist.

Figur 4 veranschaulicht das Rettungsluftfahrzeug im Flug. Ein Halteseilkabel 18 wird verwendet, um eine Stabilität vorzusehen und das Herunterkommen des Luftfahrzeugs auf Bodenhöhe zu erleichtern. Das Halteseilkabel läuft ausgehend von der Seilwindenanordnung 8, die mit einem Waagrechtwindensystem versehen ist, damit das Kabel gleichmäßig ausgegeben werden und auf die Trommel zurückkehren kann. Ausgehend von der Windenanordnung 8 läuft das Kabel 18 unter dem Boden des Hängers 10 und hinauf durch eine Anordnung aus Seilscheiben und geschmiedeten Gleitstücken, wodurch es möglich ist, daß das Kabel sogar bei Winkeln, die 45º betragen, stetig ausgegeben und zurückgeholt werden kann.

Wie in Figur 5 gezeigt wird, sind die Kraftstofftanks 19 unter dem Bodenabschnitt des Moduls 1 angebracht und enthalten ein Minimum an Kraftstoff, um das Gewicht zu reduzieren. Zusätzliche Kraftstofftanks sind auf dem Hänger 10 angeordnet, um das Auftanken des Rettungsluftfahrzeugs während des Entladens von Personen auf der Startplattform zu ermöglichen. Ein Satz von hydraulischen Kopplungszylindern 20, Kopplungsmechanismen 21 und Kopplungsfeststellarmen 22, die unterhalb des Moduls 1 befestigt sind, befestigen das Luftfahrzeug an einer Fensterbank oder einem Dachgesims und halten das Luftfahrzeug sicher an einem Gebäude, während Personen an Bord geladen werden.

Bei Betrieb erlaubt es die gleichmäßig steuerbare Antriebskraft der Düsentriebwerksmotoren, daß das Luftfahrzeug ruhig und je nach Wunsch langsam oder schnell aufsteigt oder herabsteigt. Die gleichmäßige und steuerbare Kraft der Seilwinde und des Halteseilkabels erlauben es, daß das Luftfahrzeug zu jeder Zeit bodenseitig gelenkte Höhen beibehält, und daß ein glatter Aufstieg und Abstieg vorgesehen wird. Das Luftfahrzeug ist mit Steuerungen 23 versehen, die von dem Piloten 24 betätigt werden. Zusätzliche Steuerungen können für einen Bordingenieur vorgesehen sein, um eine gleichzeitige und individuelle Steuerung der Motoren, der Winden- und der Führungssteuersysteme des Luftfahrzeugs zu ermöglichen. Innere Lenkungsluftschlitze 25 leiten den Abgasstrom der Zweistromdüsentriebwerksmotoren, um das Führungssystem vorzusehen7 mit der das Luftfahrzeug in jeder Richtung 360º über und um das Halteseil herum manövriert werden kann, und um die Kopplungsvorgänge an Gebäuden durchzuführen. Während der Kopplungsvorgänge können die Flugbegleiter den Personen beim Einsteigen und Ausladen helfen und diese mit 0hrenschutzmitteln gegen den Lärm der Düsentriebwerke ausstatten sowie auch medizinische Hilfe vorsehen.

Wie nun in den Figuren 6, 7 und 8 zu sehen ist, ist das Rettungsluftfahrzeug mit einer Ausrüstung zur Brandbekämpfung versehen. Ein Hydrant 26 liefert Wasser an einen Feuerlöschschlauch 27, der an dem Rettungsluftfahrzeug angebracht ist. Schwenkbar angebrachte Schlauchdüsen 28 werden dazu verwendet, Wasser auf ein brennendes Gebäude zu leiten. Es ist auch ein Drehgelenk 29 zusammen mit einer Schlauchverbindung 30, ein Schutzkäfig 31, eine Schlauchsteuerung 32 und ein Schlauchverbindungsanschlußstück 33 vorgesehen.

Somit ist ein Rettungsluftfahrzeug offenbart, mit dem Personen aus Gebäuden, von Felsvorsprüngen oder dergleichen gerettet werden können. Es sind zwar Ausführungsbeispiele und Anwendungen der vorliegenden Erfindung aufgezeigt und beschrieben worden, aber es wird den Fachleuten klar sein, daß viele andere Modifikationen möglich sind, ohne von den hier aufgeführten erfinderischen Ideen abzuweichen. Deshalb wird die Erfindung lediglich in dem Rahmen der beigefügten Ansprüche eingeschränkt.


Anspruch[de]

1. Rettungsluftfahrzeug mit einem Modul (1), das Personen aufnehmen kann, Auftriebmitteln (2) zum Halten des Moduls in einer vorbestimmten Höhe, einer Basisstruktur (10), die so ausgelegt ist, daß sie auf oder nahe der Bodenhöhe bleibt und das Modul (1) trägt, wenn sich das Modul nicht im Flug befindet, einem Kabel (18), das sich ausgehend von dem Modul zu der Basisstruktur (10) erstreckt, um das Modul (1) auf dieser vorbestimmten Höhe zurückzuhalten und beim Herablassen des Moduls (1) zu helfen, und mit Steuermitteln (5) zum Positionieren des Moduls, dadurch gekennzeichnet, daß das Auftriebmittel Düsentriebwerke (2) umfaßt, die an den Seiten des Moduls (1) angebracht sind, um das Modul (1) auf diese vorbestimmte Höhe vorwärtszutreiben, und daß die Steuermittel innere Lenkungsluftschlitze (25) umfassen, die den Düsentriebwerken (2) zum Manövrieren des Moduls (1) zugeordnet sind, wobei die Luftschlitze von innerhalb des Moduls her steuerbar sind.

2. Rettungsluftfahrzeug nach Anspruch 1, desweiteren mit einer Winde (8), die sich an der Basisstruktur (10) befindet, mit Antriebsmitteln (9), die an der Basisstruktur (10) angebracht sind, um die Winde (8) mit Antrieb zu versehen, wobei die Winde (8) das Kabel (18) ausgibt oder einzieht.

3. Rettungsluftfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das Kabel (18) an der Unterseite des Moduls (1) angebracht ist.

4. Rettungsluftfahrzeug nach Anspruch 1, 2 oder 3, desweiteren mit einem Düsenmittel (28) in dem Modul (1) zur Leitung eines Flüssigkeitsstroms in Richtung auf eine gewünschte Stelle.

5. Rettungsluftfahrzeug nach Anspruch 4, bei dem ein Schlauch (27) vorgesehen ist, um eine Flüssigkeit vom Boden her zu dem Düsenmittel zu liefern.

6. Rettungsluftfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Modul (1) Türen (3), die sich auf einer Seite davon befinden, und Puffer (4) umfaßt, die sich nahe den Türen (3) befinden.

7. Rettungsluftfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Modul (1) Kopplungsstreben (5), die sich auf einer Seite des Moduls (l) befinden, Feststellarme (22), die quer zu den Kopplungsstreben (5) angeordnet sind, sowie einen Kopplungsmechanismus und Kopplungszylinder (20) umfaßt, die antriebsmäßig mit den Feststellarmen (22) verbunden sind.

8. Rettungsluftfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Modul (1) einen Rettungsfallschirm umfaßt.

9. Rettungsluftfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Modul (1) einen Kraftstofftank (19) umfaßt.

10. Rettungsluftfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Basisstruktur einen Hänger (10) aufweist und ausfahrbare Hilfsstützen (11), die sich seitlich ausgehend von dem Hänger (10) erstrecken und an dem Hänger (10) angebracht sind, Ballast (13), Kraftstofftanks (12), eine Einstiegsrampe (14), ein Schutzgitter (15), eine Ausgangsrampenleiter (16) sowie eine drehbare Basis (17) umfaßt, die so ausgelegt ist, daß sie das Modul (1) tragen kann.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com