Die Erfindung betrifft eine Regelkreis-
Einrichtung für Fotosetzgeräte nach Anspruch 1.
Es ist bekannt, in einem Fotosetzgerät (Fotobelichter) den Vorschubmotor
für den Schlitten, der einen Spiegelkopfmotor trägt, als Schrittmotor
auszuführen. Damit ist die Regelkreis-Einrichtung auf einen Schrittmotor
ausgerichtet, wodurch zwar eine weitgehende Genauigkeit des Vorschubs
und damit der durch einen Laserstrahl erzeugten Lichtpunkte auf einem
fotoempfindlichen Bahnmaterial erreicht werden kann (DE-33 18 311 C2).
Jedoch ist ein solches sehr anspruchsvolles Element eines Fotobelichters
nicht ohne Probleme. Der Schrittmotor arbeitet in einem
Start-Stop-Betrieb, was bedeutet, daß der Motor nicht kontinuierlich,
sondern schrittweise rotiert.
Diese Technik unterliegt gewissen Beschränkungen. Das Starten und
Stoppen verbraucht beträchtliche Energie. Außerdem wurden
Drehmomentschwankungen und Vibrationen festgestellt. Als Folge können
Probleme bei der Cross-Scan-Positionierung auftreten (Zeitschrift
"Deutscher Drucker" Nr. 34 vom 10. 9. 92, Seite 26 bis 37).
Der Trend solcher Transportsysteme geht daher in Richtung auf Servo-
Direktantriebe.
Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, bei
den Trommelbelichtern (Fotosetzgeräten) eine schnellere und trotzdem
hochgenaue Regelung für Servo-Direktantriebe zu schaffen, die nicht nur
in X-Richtung. sondern auch in Y-Richtung eine hochgenaue
Synchronisation der Bewegungen bewirkt.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin,
daß unter Vermeidung eines Schrittmotors und dessen schädlichen
Wirkungen eine weitestgehende Synchronisation zwischen den Bewegungen
des Vorschubmotors in X-Richtung und den Bewegungen des
Spiegelkopfmotors in Y-Richtung stattfindet. Diese Genauigkeit liegt in
einem Bereich von 1 bis 2 µm, so daß die größtmöglichen
Auflösungen auf dem fotoempfindlichen Bahnmaterial erzielt werden
können. Dadurch ergeben sich höchstgenaue und scharfe Bilder, sei es von
Abbildungen, sei es von Schriftzeichen jeglicher Art.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 2
angegeben. Demgemäß ist vorgesehen, daß in dem Drehzahlregelkreis das
Istsignal für Drehzahl und Drehwinkel an einem Knotenpunkt in eine
Drehzahl- und eine Drehwinkel-Information verzweigt ist und daß in
einer Sollwert-Signalleitung an einem weiteren Knotenpunkt das
Sollwert-Signal in eine Drehzahl-Information und eine Drehwinkel-
Information verzweigt ist. Eine solche Einrichtung gestattet, eine
zweischleifige Regelung auszuführen und dementsprechend genaue
Stellgrößen zu erzeugen.
Weitere Merkmale der Erfindung bestehen darin, daß der durch einen
ersten, an dem Spiegelkopfmotor angebrachten Inkremental-Encoder erfaßte
Sollwert über einen Frequenz-Spannungsumformer als analoger Sollwert dem
Drehzahlregelkreis zugeleitet wird, daß über einen zweiten
Inkremental-Encoder auf der von dem Vorschubmotor angetriebenen
Gewindespindel und über einen Frequenz-Verdoppler ein analoger Istwert
erzeugt wird, daß aus einem Vergleich des analogen Sollwerts und des
analogen Istwerts ein Fehler-Signal ermittelt wird, das über einen PID-
Regler dem Vorschubmotor als Stellgröße zugeleitet wird. Das Prinzip der
Erfindung beruht u. a. auf dem Sollwert-Signal des sehr schnell laufenden
Spiegelkopfmotors, der mit Drehzahlen zwischen 10.000 und 20.000
Umdrehungen pro Minute betrieben wird. Hierbei gelingt es, gegenüber dem
relativ langsam laufenden Vorschubmotor (Gleichstrommotor) das
notwendige "Übersetzungs-Verhältnis" zwischen der Impulszahl des
Inkremental-Encoders am Spiegelkopfmotor und der Impulszahl des weiteren
Inkremental-Encoders auf der Achse der vom Vorschubmotor angetriebenen
Vorschubspindel in das gewünschte Verhältnis zu setzen.
Hierbei ist ferner vorteilhaft, daß der synchronisierten
Drehzahlregelung zwischen Spiegelkopfmotor und Vorschubmotor ein
Drehwinkelregelkreis überlagert ist.
Eine Verbesserung der Erfindung besteht darin, daß für den
Drehwinkelregelkreis der Sollwert aus dem ersen Inkremental-Encoder
abgeleitet ist, daß ein Drehwinkel-Istwert von dem zweiten
Inkremental-Encoder abgeleitet ist und daß ein Vergleich Soll-/Istwert
in einem Frequenz-Phasen-Komparator ein Fehlersignal liefert, das an
einen PI-Regler weitergeleitet und über den PID-Regler dem Vorschubmotor
als Stellgröße zugeleitet wird. Damit ist der Vorteil verbunden, auf
einfache Weise die zweite Schleife zu verwirklichen.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich daraus, daß der durch den
ersten Inkremental-Encoder an dem Spiegelkopfmotor erfaßte Sollwert
zusätzlich einem weiteren Frequenz-Phasen-Komparator zugeführt wird,
dessen Fehlersignal über ein Loop-Filter einen spannungsgesteuerten
Oszillator derart steuert, daß zwischen dem durch einen Frequenz-Teiler
heruntergeteilten Oszillator-Signal (Istwert) und dem Sollwert-Signal
Frequenz- und Phasengleichheit besteht. Diese Gestaltung ermöglicht es,
den von dem ersten Inkremental-Enkoder abgeleiteten Frequenzwert, der
zum Enkodersignal bezüglich Frequenz und Phase in einem festen
Verhältnis steht, an eine Main-Light-Steuerung weiterzuleiten.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 ein Blockschaltbild mit den beiden Schleifen des
Drehzahlregelkreises und des Drehwinkelregelkreises und
Fig. 2 ein Blockschaltbild für die Synchronisation des Datenstromes,
aus dem über einen Laserstrahl die Pixel auf dem
lichtempfindlichen Bahnmaterial gebildet werden.
Fig. 3 ein Blockschaltbild für die Entsorgung des Belichtungsergebnisses.
Die Regeleinrichung für ein Fotosetzgerät bzw. eine Belichtungstrommel
enthält einen an eine Leistungsplatine 1 mit Stromversorgung über eine
Dreiphasenleitung 1a angeschlossenen Spiegelkopfmotor 2, der
Laserstrahlen radial ablenkt (Y-Richtung) und einen Vorschubmotor 3, der
einen den Spiegelkopfmotor tragenden Schlitten in Richtung der Achse des
Spiegelkopfmotors 2 kontinuierlich verschiebt (X-Richtung). Der
Vorschubmotor 3 treibt den Schlitten über ein Getriebe 3a an.
Für eine Synchronisation der übertragenen Bewegungen des Vorschubmotors
3 in X-Richtung und eine drehende Übertragung von fokussierten
fokussierten in Y-Richtung ist eine zumindest zweischleifige Regelung,
bestehend aus einem Drehzahlregelkreis 4 und einem Drehwinkelregelkreis
5 vorgesehen. Der Vorschubmotor 3 besteht vorteilhafterweise aus einem
Gleichstrommotor. Die aus den beiden Regelkreisen 4 und 5 stammenden
Istwert-Signale werden an einer Vergleichsstelle 6 mit einem
Sollwert-Signal verglichen, das aus dem mit Geschwindigkeiten von 10.000
bis 20.000 u/min umlaufenden Spiegelkopfmotor 2 abgeleitet ist.
Die so erhaltene Stellgröße wird dem Gleichstrom-Vorschubmotor 3 als
Analogsignal bzw. Stellgröße zugeleitet.
Der Drehwinkelregelkreis 5 wird als Weg-Information an einen Knotenpunkt
7 über eine Istwert-Signalleitung 5a abgezweigt, so daß an dem
Knotenpunkt 7 ein Istwert-Signal in eine Drehzahl- und eine
Drehwinkel-Information verzweigt wird. In einer Sollwert-Signalleitung
8 ist ein weiterer Knotenpunkt 9 vorgesehen, wobei das Sollwert-Signal
von dem Spiegelkopfmotor 2 her in eine Drehzahl-Information 9a und eine
Drehwinkel-Information 8a verzweigt wird.
Weitere Einzelheiten ergeben sich aus Fig. 1: Der durch einen ersten, an
dem schnellaufenden Spiegelkopfmotor 2 angebrachten Inkremental-Encoder
10 erfaßte Sollwert wird über eine Sollwert-Signalleitung 9a und über
enen Frequenz-/Spannungsumformer 11 und einen Sollwert-Abgleicher 12
als analoger Sollwert dem Drehzahlregelkreis 4 zugeführt. Ferner wird
der Istwert von einem zweiten Inkremental-Encoder 13, der auf einer
den Vorschub übertragenden Gewindespindel 14 angebracht ist, über einen
Frequenzverdoppler 15 und einen Frequenz-Spannungsumformer 16 analog
erzeugt.
Für den Drehwinkelregelkreis 5 ist der Sollwert aus dem ersten
Inkremental-Encoder 10 abgeleitet und ein Drehwinkel-Istwert wird von
dem zweiten Inkremental-Encoder 13 abgeleitet. Ein Vergleich
Soll-Istwert erfolgt in einem Frequenz-Phasen-Komparator 19, wobei ein
Fehlersignal erzeugt wird, das an einen PI-Regler 20 und von dort der
Vergleichsstelle 6 zugeführt wird.
Außerdem werden der Vergleichsstelle 6 die analogen Drehzahlsignale der
Sollwert-Signalleitung 9a und der Istwert-Signalleitung 7a zugeführt.
Das resultierende Fehlersignal der Vergleichsstelle 6 wird über einen
PID-Regler 17 und einen Leistungsverstärker 18 dem Vorschubmotor 3 als
analoge Stellgröße zugeleitet.
Auch der Datenstrom, der durch den Laserstrahl von dem Spiegelkopfmotor
2 übertragen wird, ist mit den beiden Bewegungen in X- und Y-Richtung in
bestimmten Verhältnissen abgestimmt (Fig. 2). Der durch den ersten
Inkremental-Encoder 10 an dem Spiegelkopfmotor 2 erfaßte Sollwert wird
zusätzlich einem weiteren Frequenz-Phasen-Komparator 21 zugeführt,
dessen Fehlersignal über ein Loop-Filter 22 einen spannungsgesteuerten
Oszillator 23 steuert. Hierbei wird zwischen dem durch einen Frequenz-
Teiler 24 heruntergeteilten Oszillator-Signal (Istwert) und dem
Sollwert-Signal Frequenz- und Phasengleichheit erzielt. Das zwischen
dem Oszillator und dem Frequenzteiler 24 abgezweigte Signal wird über
eine Signalleitung 25 an eine Platine 26 einer Hauptlichtsteuerung
weitergeleitet.
Von dem ersten Inkremental-Encoder 10 ist ferner eine Signalleitung 27
für einen Synchronimpuls an die Hauptlichtsteuerung mit 50 MHz
Systemtakt geführt (vgl. Fig. 1 und 2).
Die vorstehend beschriebene Erfindung beschäftigt sich somit u. a. mit
dem folgenden Problem:
Die Exzentrizität der Enkoderscheibe eines Drehgebers bewirkt eine
sinusförmige Phasenmodulation des inkrementalen Ausgangssignals. Dabei
entspricht die modulierende Frequenz der Drehfrequenz. Für das
Belichtungsergebnis bedeutet dies entsprechende geometrische
Verzerrungen.
Dieses Problem wird im Prinzip wie folgt gelöst:
Ein Sinus-Oszillator 28, dessen Ausgangsspannung bezüglich Amplitude
und Phasenlage einstellbar ist, wird mit der Drehfrequenz des
Drehgebers synchronisiert. Hierfür kann das Referenz-Signal 27 (1 Puls
pro Umdrehung) benutzt werden. Die so erzeugte Sinus-Spannung moduliert
einen dem Inkrementalsignal-Ausgang des Drehgebers nachgeschalteten
Phasenmodulator 29 derart, daß die ursprünglich vorhandene
Phasenmodulation gerade kompensiert wird (s. Fig. 3).
Bezugszeichenliste
1 Leistungsplatine mit Stromversorgung
1a Dreiphasenleitung
2 Spiegelkopfmotor (Y-Richtung)
3 Vorschubmotor (X-Richtung)
3a Getriebe
4 Drehzahlregelkreis
5 Drehwinkelregelkreis
5a Istwert-Signalleitung
6 Vergleichsstelle
7 Knotenpunkt
7a Istwert-Signalleitung
8 Sollwert-Signalleitung
8a Sollwert-Signalleitung
9 weiterer Knotenpunkt
9a Sollwert-Signalleitung
10 erster Inkremental-Encoder
10a Sollwert-Signalleiter
11 Frequenz-Spannungsumformer
12 Sollwert-Abgleicher
13 zweiter Inkremental-Encoder
14 Gewindespindel
15 Frequenzverdoppler
16 Frequenzspannungsumformer
17 PID-Regler
18 Verstärker
19 Frequenz-Phasen-Komparator
20 PI-Regler
21 weiterer Frequenz-Phasen-Komparator
22 Loop-Filter
23 Oszillator
24 Frequenzteiler
25 Signalleitung
26 Platine für MLC
27 Signalleitung (Referenz-Signal)
27a Signalleitung (Inkremental-Signal)
28 Sinus-Oszillator
29 Phasen-Modulator