Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kraftwerk, das eine
zweistufige Dampfturbine und eine Dampferzeugungsanlage
mit einem Wirbelschichtverbrennungsystem umfaßt, das eine
Wirbelschichtfeuerung, mindestens einen Abscheider, und
einen Gaskanal aufweist, der aus einem Zwischenüberhitzer
und einem Überhitzer besteht.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur
Regelung von Zwischenüberhitzungstemperaturen in einem
Dampferzeuger mit einem Wirbelschichtverbrennungsystem,
das eine Wirbelschichtfeuerung, mindestens einen
Heißabscheider und einen Zwischenüberhitzer in einem Gaskanal
aufweist.
Es sind derzeit mehrere Verfahren zur Regelung von
Zwischenüberhitzungdampftemperaturen bekannt.
Ein Verfahren zur Regelung der
Zwischenüberhitzungstemperatur besteht in der Anwendung eines Systems zur Umleitung
des Gases am Zwischenüberhitzer vorbei. Im
Konvektionsabschnitt des Kessels sind zwei getrennte
Rauchgaskanäle vorgesehen (einer für Überhitzer und einer für
Zwischenüberhitzer), wobei jeweils Organe wie etwa
Zugregler stromabwärts zur Verstellung des Rauchgasstroms
durch den jeweiligen Abschnitt vorgesehen sind. Die
Dampfaustrittstemperatur des Zwischenüberhitzers kann
dadurch geregelt werden, dar die Menge des Rauchgasstroms
zwischen den Bereichen des Konvektionsabschnittes
variiert wird. Der Hauptnachteil dieses Systems besteht darin,
daß die Zugregler in einem staubbeladenen Rauchgasstrom
mit einer höheren Temperatur (260 bis 371 ºC) angeordnet
sind, wodurch sie gegenüber Erosion und mechanischen
Fehlern anfällig sind. Bei solch einem System ist
außerdem der Regelbereich der Dampftemperatur begrenzt.
Ein anderes Verfahren zur Regelung der
Zwischenüberhitzer-Dampfaustrittstemperatur besteht in der Anwendung von
externen Wärmetauschern. Bei dieser Lösung wird ein Teil
der rückgeführten Feststoffe innerhalb des zirkulierenden
Wirbelschichtsystems in einen außerhalb montierten
Wirbelschicht-Wärmetauscher, d.h. in einen externen
Wärmetauscher (EHE) umgeleitet, in dem der komplette
Zwischenüberhitzer oder ein Teil davon angeordnet ist. Durch
Verstellung des Feststoffstroms zum EHE wird die Menge
der an den Zwischenüberhitzer übertragenen Wärme und die
Zwischenüberhitzer-Dampfaustrittstemperatur geregelt. Die
Hauptnachteile dieses Systems bestehen darin, daß das
Feststoff-Stromregelventil wartungsaufwendig ist und die
Zwischenüberhitzer-Rohrfläche innerhalb des EHE
erosionsanfällig ist. Dies wirkt sich auf die Verfügbarkeit
der Einheit aus.
In US 4,748,940 hat man ferner vorgeschlagen die
Heizflächen des ersten Zwischenüberhitzers in einem
Rauchgaskanal einer zirkulierenden Wirbelschichtfeuerung
anzuordnen und an diesen ersten Zwischenüberhitzer einen zweiten
in einem externen Wärmetauscher (EHE) angeordneten
Zwischenüberhitzer anzuschließen. Eine verstellbare
Bypaßleitung ist parallel zu den
Zwischenüberhitzer-Heizflächen angeschlossen. Die Austrittstemperatur des
Zwischenüberhitzers wird geregelt, indem der Feststoffstrom
im externen Wärmetauscher (EHE) geregelt wird und indem
der Dampfstrom in den beiden Zwischenüberhitzern durch
die Bypaßleitung geregelt wird.
Eine weitere sich hiervon unterscheidende Anordnung der
ersten und der Endstufe von Zwischenüberhitzern hat man
in EP-A- 0 274 637 vorgeschlagen. EP-A- 0 274 637 zeigt
ein Kraftwerk mit einer zweistufigen Turbine und einer
Dampferzeugungsanlage, die eine Wirbelschichtfeuerung,
Partikelabscheider, eine erste und zweite oder
Endstufen eines Zwischenüberhitzers und einen Überhitzer
aufweist.
Die ersten- und Endstufen von Zwischenüberhitzern sind
gemäß EP-A- 0 274 637 hintereinander angeordnet. Zwei
Stufen der Zwischenüberhitzer sind in getrennten externen
Wärmetauschern zur Kühlung von ausgetragener Asche
angeordnet. Die Endstufe des Zwischenüberhitzers ist in
einem Gaskanal angeordnet, der mit dem Gasaustritt der
Wirbelschichtfeuerung verbunden ist. Die Menge der an
die ersten Stufen von Zwischenüberhitzern übertragenen
Wärme und die Zwischenüberhitzer-Austrittstemperatur werden
durch Verstellung der Menge des Feststoffstroms zu den
externen Wärmetauschern geregelt. Diese Anordnung wird
wegen der Wartungsprobleme beim FeststoffStromregelventil
nicht bevorzugt, wie bereits erwähnt wurde.
Eine weitere Lösung, die
Zwischenüberhitzer-Dampfaustrittstemperatur zu regeln, besteht in der Anwendung von
Spray-Heißdampfkühlern. Bei dieser Lösung wird Wasser zur
Kühlung und damit zur Regelung der Zwischenüberhitzer-
Dampfaustrittstemperatur eingespritzt. Dies ist eine
einfache Lösung, aber im allgemeinen nicht akzeptiert,
weil der Wirkungsgrad des Dampfkreislaufes dadurch
verschlechtert wird.
Eine noch weitere Lösung besteht in der Verwendung eines
Luftüberschusses. Der dem Kessel zugeführte
Luftüberschuß kann zur Regelung der
Zwischenüberhitzungsdampftemperatur benutzt werden. Diese Lösung ist wegen ihrer
negativen Auswirkungen auf den Wirkungsgrad des Kessels
nicht beliebt.
Eine noch weitere Lösung sieht die Anwendung von
Gasrückführung vor. Hierbei werden große Rauchgasmengen
rückgeführt, um die
Zwischenüberhitzer-Dampfaustritts-Nenntemperatur zu erreichen. Diese Lösung erfordert jedoch die
Anwendung eines Gasrückführgebläses zur Handhabung von
heißem staubbeladenem Gas und verbraucht mehr Energie,
was diese Lösung ungünstig macht.
Folglich bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein
verbessertes Verfahren und System zur Regelung von
Zwischenüberhitzer-Dampftemperatur.
Zusammenfassung und Ziele der Erfindung
Die primäre Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht
darin, ein verbessertes Verfahren und System zur Regelung
der Zwischenüberhitzer-Dampf(austritts)temperatur bei
zirkulierenden Wirbelschichtkesseln vorzusehen.
Gemäß einem primären Aspekt der vorliegenden Erfindung
ist ein Dampferzeuger mit einem
Wirbelschicht-Verbrennungssystem, das eine Wirbelschichtfeuerung, mindestens
einen Abscheider und einen Zwischenüberhitzer in einem
Rauchgaskanal aufweist, gekennzeichnet durch
- Anordnung einer ersten Stufe des Zwischenüberhitzers
und einer zweiten oder Endstufe des Zwischenüberhitzers
hintereinander in einem gemeinsamen Rauchgaskanal,
- Organe zur Aufteilung des Kaltdampfes aus einer Turbine
in einen selektive ersten und zweiten Teil, wobei
besagter erster Teil durch die erste Stufe des
Zwischenüberhitzers geleitet wird, und
- Organe zur Wiedervereinigung des ersten und zweiten
Teiles und Leitung derselben durch die zweite Stufe des
Zwischenüberhitzers.
Vorzugsweise weist der Dampferzeuger Organe zur Regelung
der Temperatur der zweiten oder Endstufe des
Zwischenüberhitzers auf und umfaßt Organe zur Umleitung
eines selektierten Teils des Kaltdampfes an der ersten
Stufe des Zwischenüberhitzers vorbei direkt in die zweite
oder Endstufe des Zwischenüberhitzers.
Ein Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung ist
gekennzeichnet durch
- Teilung des Zwischenüberhitzers in eine erste und eine
zweite oder Endstufe des Zwischenüberhitzers und
Anordnung der ersten und zweiten Stufe des Zwischenüberhitzers
hintereinander in einen gemeinsamen Gaskanal,
- Aufteilung des zum Zwischenüberhitzer zurückfließenden
Kaltdampfes in einen selektiven ersten und zweiten Teil
und Leitung des ersten Teils durch die erste Stufe des
Zwischenüberhitzers und
- Wiedervereinigung des ersten Teils und des zweiten Teils
und Leitung derselben durch die zweite oder Endstufe des
Zwischenüberhitzers.
Die obige und anderen Aufgaben der vorliegenden Erfindung
gehen aus der folgenden Beschreibung hervor, wenn sie in
Zusammenhang mit den beigefügten Zeichnungen gelesen wird.
Es zeigt dabei
Fig. 1 ein schematisches Diagramm, das ein typisches
zirkulierendes Wirbelschicht-Kesselsystem darstellt, bei
dem die vorliegende Erfindung zum Einsatz kommt;
Fig. 2 ein schematisches Diagramm, das eine andere
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung darstellt; und
Fig. 3 ein schematisches Diagramm, das eine Anordnung mit
zwei typischen Kesseln darstellt, die mit einer einzigen
Turbine verbunden sind.
Detaillierte Bescreibung eines bevorzugten Ausführungsform
In Fig. 1 ist ein Kraftwerk dargestellt, das einen
typischen zirkulierenden Wirbelschichtkessel mit Uberhitzer
und Zwischenüberhitzer umfaßt, bei welchem System eine
bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zum
Einsatz kommt. Das im allgemeinen mit der Nummer 10
bezeichnete Kesselsystem besteht aus einer
Wirbelschichtfeuerung 12 mit einer Brennkammer 14, in die brennbares
Material, nicht brennbares Material und möglicherweise
Zusätze oder rückgeführtes Material, Primärluft und
Sekundärluft eingegeben werden. In der Brennkammer wird
das Bett in fluidisiertem Zustand dadurch gehalten, dar
Bettmaterial und Luftdurchsatz im richtigen Verhältnis
zueinander gehalten werden. Die Brennkammer ist mit einem
Boden 16 versehen, der eine rostartige Konstruktion
aufweist, durch die Fluidisierungsluft eingeführt wird. Die
Brennkammerwände sind vorzugsweise als Membranrohrwände
mit oder ohne feuerfeste Auskleidung ausgeführt.
Die ersten und zweiten Stufen der Überhitzer 18 und 20
sind innerhalb der Brennkammer angeordnet. Die
Brennkammermaterialien werden aus der Brennkaminer über Kanäle
22 einem Heißabscheider 24 zugeführt, wo die Feststoffe aus
den Rauchgasen abgetrennt werden, um zwecks Rezirkulation
über ein partikelrückführsystem 26, 28 und 30 zum Boden
der Brennkammer zurückgeführt zu werden. Diese können
durch Wirbelschichtkühler oder dergleichen geleitet
werden, bevor sie in die Brennkammer zurückgeführt werden.
Die Einzelheiten des Speisewasserkreislaufs und der
primären Überhitzer sind nicht dargestellt, weil sie keinen
wesentlichen Bestandteil der vorliegenden Erfindung
bilden.
Rauchgase aus dem Heiß-Abscheider fließen über Kanal 32
zu einem Konvektionsabschnitt 34 weiter. Ein einstufiger
Überhitzer 38 ist im Konvektionskanal angeordnet, wobei
Zwischenüberhitzer 40 und 42 stromabwärts vom Überhitzer
38 und stromaufwärts von einer Ekonomiserfläche 44
angeordnet sind. Der Zwischenüberhitzer ist zweistufig
dargestellt, wobei 42 die erste Stufe und 40 die zweite
oder Endstufe ist. Der Zwischenüberhitzer kann mehr als
zwei Stufen aufweisen, wobei die Endstufe direkt
stromabwärts vom Überhitzer 38 wie 40 angeordnet ist. Diese
sind als Gegenstrom-Wärmetauscher angeordnet, wobei die
Strömungsrichtung des Gases nach unten und die
Strömungsrichtung des Zwischenüberhitzungsdampfes nach oben ist.
Das placieren des Überhitzers 38 in diesem Kanal hilft,
die Temperatur des Gasstroms zum Zwischenüberhitzer 40
unterhalb der kritischen Temperatur zu halten. Diese
Anordnung zusammen mit dem Bypaßsystem wie sie noch
beschrieben wird, ermöglicht eine einmalige und effektive
Regelung der Temperaturen in den Zwischenüberhitzer-
Abschnitten.
Wenn Temperatur des Dampfes, der den betreffenden
Abschnitt (in einer Gegenstrom-Wärmetauscheranordnung)
verläßt, dicht an der Gaseintrittstemperatur zum Abschnitt
liegt, ergibt eine Reduzierung des Dampfstroms zu jenem
Abschnitt einen erheblichen Rückgang der Wärmeabsorption.
Wenn sich die Dampftemperatur der Gastemperatur nähert,
verringert sich die für den Wärmeübergang zur Verfügung
stehende effektive thermische Wärme herabgesetzt. Dies
bildet die Grundlage für das Prinzip, das beim
erfindungsgemäßen Regelsystem für die
Zwischenüberhitzungstemperatur benutzt wird.
Das Erzeugungssystem, wie es in Fig. 1 dargestellt ist,
speist Dampf in eine zweistufige Turbine. Bei der
dargestellten Anordnung fließt Dampf vom Überhitzer 38 durch
ein Austrittssammelrohr 46 und eine Speiseleitung 48 über
Ventil 50 auf die Eintrittsseite der Hochdruckturbine
(HPT). Der die Turbine 52 verlassende Kaltdampf fließt
über die Rückführleitung 53 den Zwischenüberhitzern 42
und 40 zu. Am Zwischenüberhitzer 42 schließt sich eine
Bypaßleitung 54 bei 55 an die Rückführleitung 53 und leitet
einen Teil des Kaltdampfes um, während der restliche Teil
des Dampfes über ein Stromteilventil 56 ins
Eintrittssammelrohr 58 der ersten Stufe des Zwischenüberhitzers 42
gelangt.
Der den Zwischenüberhitzer 42 durchfließende Dampf tritt
durch ein Sammelrohr 60 aus und wird mit dem umgeleiteten
Teil des Kaltdampfes bei 62 wiedervereinigt oder
zusammengeführt. In der Bypaßleitung 54 ist ein
Stromregelventil 64 zur Regelung der Strömung zwischen dem
Eintrittsverteilungsrohr der ersten Stufe des
Zwischenüberhitzers 42 und der Bypaßleitung vorgesehen. Der bei 62
wieder zusammengeführte Dampf fließt ins
Eintrittssammelrohr 66 der zweiten oder Endstufe des Zwischenüberhitzers
40, wo er weiter erwärmt und über Austrittssammelrohr 68,
Speiseleitung 70 und Ventil 72 zur zweiten oder
niedrigeren Stufe der Turbine (IPT) 74 fließt. Die selektive
Aufteilung des Kaltdampfes zwischen der Bypaßleitung 54
und der zweiten Stufe von Zwischenüberhitzer 42 bietet
ein effektives und leistungsfähiges Mittel zur Regelung
der Temperatur in den Zwischenüberhitzerstufen.
Die Anordnung der ersten Stufe des Zwischenüberhitzers 42
am Rauchgasstrom ist so gewählt, daß die Umleitung des
geforderten Anteils des kalten
Zwischenüberhitzungsdampfes direkt in die zweite Stufe des Zwischenüberhitzers 40
die Temperatur des die erste Stufe des
Zwischenüberhitzers verlassenden Dampfes nicht über die zulässige
Metalltemperatur für das Rohrmaterial des
Zwischenüberhitzers anheben kann. Es wird eine Grenze gesetzt, um zu
verhindern, daß die Werkstoffe der ersten Stufe des
Zwischenüberhitzers ihre zulässige Metalltemperatur
überschreiten. Der Wert 566 ºC ist eine typische Grenze und kann
abhängig von den jeweiligen Auslegungsverhältnissen
variieren. Der Zweck des Systems besteht darin, daß die
maximale Temperatur auf der Rohr-Außenseite die zulässige
Metalltemperaturgrenze für das gewählte Material nicht
übersteigt.
Die Anordnung der Regelventile 56 und 64 ist so gewählt,
daß eine Regelbarkeit über den gesamten
Dampftemperaturregelbereich erreicht ist und daß alle
Zwischenüberhitzerflächen im Konvektionsabschnitt des Kessels angeordnet
werden können, wodurch keine Zwischenüberhitzerflächen im
Ofen benötigt werden. Dies ermöglicht auch ein
vereinfachtes Anfahrschema, wenn mehr z.B. als ein Kessel
mit einem gemeinsamen Turbinensystem verbunden sind. Bei
dieser Anordnung bietet der Ventilsatz ein Mittel zur
Balancierung des Zwischenüberhitzungsdampfstroms unter
variierenden Betriebsverhältnissen.
Beim zirkulierenden Wirbelschichtkessel findet die
Verbrennung in einer Wirbelschicht aus inertem Material statt.
Das die Feuerung verlassende fluidisierte Bettmaterial
wird mittels eines Heißabscheiders (wie eines Heißzyklons)
durch eine geeignete Sperrvorrichtung rückgeführt. Im
Betrieb werden Luft und Brennstoff in die Brennkammer 14
eingegeben, wo das Bettmaterial durch den richtigen
Durchsatz von Luft und Bettmaterial in fluidisiertem Zustand
gehalten wird. Die fluidisierungsluft wird durch ein
rostartiges Gitter oder Konstruktion bei 16 im Boden der
Kammer eingeführt. Das Rauchgas und die
Verbrennungsprodukte, zusammen mit den mitgeführten
Feststoffen, übertragen zunächst Wärme an die Überhitzer 18
und 20 und werden über Kanal 22 in den Heißabscheider 24
befördert, wo die Feststoffe abgeschieden und über die
Rückführanordnung 26, 28 und 30 zurück in die Brennkammer
geführt werden. Die heißen Rauchgase werden dann aus dem
(den) Heißabscheider(n) über einen Kanal 32 zum
Konvektionsabschnitt 34 befördert, wo die Endstufe des
Überhitzers 38 und die Zwischenüberhitzerstufen 40 und 42
angeordnet sind.
Im beschriebenen System sind drei Überhitzerstufen, 18
und 20 und 38 angeordnet, von denen sich 38 im Rauchgas-
Konvektionsabschnitt befindet. Bei Bedarf können
Heißdampfkühler zwecks Dampftemperaturregelung zwischen den
Überhitzerstufen angeordnet werden. Die beiden Stufen 40
und 42 des Zwischenüberhitzers sind im Konvektionsabschnitt
angeordnet und stehen in Verbindung mit den Regelventilen
und den Verbindungsrohrleitungen so, daß eine präzise
Regelung der Zwischenüberhitzer-Dampfaustrittstemperatur
möglich ist. Das Rohrleitungssystem ist derart ausgeführt,
daß der am Rohr 53 erneut in dieses System eintretende
Kaltdampf an dessen Verbindungsstelle 55 mit der
Bypaßleitung 54 selektiv in zwei Ströme aufgeteilt wird.
Ein Strom durchfließt die erste Stufe des
Zwischenüberhitzers und wird durch das
Eintrittssammelrohr 58 verteilt. Der andere Dampf geht über das Ventil
64 und das Eintrittssammelrohr 66 zur zweiten Stufe des
Zwischenüberhitzers. Die selektive Aufteilung des Stroms
proportional zur erforderlichen Temperaturregelung ist
notwendig und wird mittels der Ventile 56 und 64
vorgenommen.
Der durch das Austrittssammelrohr 60 die erste Stufe des
Zwischenüberhitzers verlassende Heißdampf wird mit
Kaltdampf aus der Bypaßleitung 54 nach oder stromabwärts
von dem Strömungsregelventil 64 vermischt, und der
vermischte Strom fließt in die zweite Stufe des
Zwischenüberhitzers durch das Eintrittssammelrohr 66 ein. Die
Strömung durch die erste Stufe des Zwischenüberhitzers
wird durch entsprechende Verstellung der beiden
Regelventile 56 und 64 geregelt, die wiederum die Temperatur des
die zweite Stufe des Zwischenüberhitzers 40 verlassenden
Dampfes regeln. Heißdampf aus der zweiten oder Endstufe
des Zwischenüberhitzers wird über die heiße
Zwischenüberhitzungsdampfleitung 70 zurück zur Turbine geleitet.
Eine auf Differenzdruck ansprechende Regeleinheit 80 regelt
die Einstellung des Ventils 56 zur Regelung der dem
Regelventil 64 zur Verfügung stehenden Druckdifferenz.
Die Regeleinheit 80 spricht auf die Druckdifferenz zwischen
der Kaltdampf-Rückführleitung 53 und dem Austrittsdruck
an der Verbindungsstelle 62 am Austritt von
Zwischenüberhitzer 42 und der Bypaßleitung 54 an. Dies
wird in Fig. 1 durch die unterbrochene Linie 84 angedeutet.
Die Regeleinheit 80 ist so eingestellt, daß sie das Ventil
56 als eine Funktion der Kesselbelastung regelt.
Das Ventil 64 in der Bypaßleitung 54 wird durch eine auf
die Temperatur ansprechende Regeleinheit 82 geregelt, die
auf die Temperatur des Austrittsdampfes aus der zweiten
oder Endstufe des Zwischenüberhitzer 40 anspricht. Dies
wird durch die unterbrochene Linie 86 in Fig. 1 angedeutet.
Bei der dargestellten Ausführungsform wird als Beispiel
die Temperatur von Zwischenüberhitzer 40 innerhalb der
Grenze von 538 ºC, plus minus 10 ºC gehalten. Wenn die
Temperatur des den Zwischenüberhitzer 40 verlassenden
Dampfes auf über 543 ºC zu steigen beginnt, öffnet das
Ventil 64, um zusätzlichen Kaltdampf direkt zum
Zwischenüberhitzer 40 umzuleiten. Wenn die Temperatur
unter 532 ºC zu sinken beginnt, schließt das Ventil 64, um
den Durchsatz von umgeleiteten Kaltdampf zur zweiten Stufe
40 zu reduzieren.
In Fig. 2 ist ein zu Fig. 1 identisches, jedoch mit einem
zwischen den Zwischenüberhitzern 40 und 42 angeordneten
Überhitzer 38 versehenes System dargestellt. Ein
einstufiger Überhitzer 38 ist im Konvektionsabschnitt
angeordnet, wobei die zweite Stufe des zwischenüberhitzers 40
stromaufwärts und die erste Stufe des Zwischenüberhitzers
42 stromabwärts vom Uberhitzer angeordnet ist. Dies ist im
Gegensatz zum in Fig. 1 Gezeigten. Ein Ekonomiser 44 ist
stromabwärts vom Überhitzer 38 angeordnet. Die Placierung
der zweite Stufe des Zwischenüberhitzers 40 stromaufwärts
vom Überhitzer 38 läßt es zu, dar sie bei geringeren
Belastungen mehr Wärme aufnimmt. Dadurch ist es möglich,
den Dampftemperatur-Regelbereich zu erweitern, wobei es
sich wenig wenn überhaupt auf den Regelbereich des
Überhitzers auswirkt. Diese Erweiterungsmöglichkeit des
Zwischenüberhitzungsdampftemperatur-Regelbereiches
erleichtert die Kopplung von zwei Einheiten mit einer
Turbine in Hinsicht auf die Anpassung der Temperaturen.
Die vorliegende Anordnung, wobei die zweite Stufe des
Zwischenüberhitzers 40 stromaufwärts vom Überhitzer 38
angeordnet ist, gibt auch eine bessere Regelung der
Temperatur in den Zwischenüberhitzerstufen. Wenn das Gas
jetzt den Zwischenüberhitzer 40 durchfließt bevor es den
Überhitzer 38 durchfließt, darf es nicht unter der
kritischen Temperatur von Zwischenüberhitzer 40 bis auf
gewisse Belastung des Kessels sein. Wenn also der
Überhitzer 38 im Kanal hinter dem Zwischenüberhitzer 40 ist,
liegt die Gastemperatur somit unter der kritischen
Temperatur für Zwischenüberhitzer 40 erst wenn die Belastung
von rund 25 % bis 30 % erreicht sind. Zu diesem Zeitpunkt
steht der Temperaturregelung Kaltdampf gemäß dieser
Erfindung zur Verfügung. Wenn ein höherer Belastungspunkt
erfordert wird, können bessere Rohrwerkstoffe gewählt
werden, um eine Höchstbelastung von rund 35 % bis 40 %
zuzulassen. Diese Tatsache, dar keine Strö- mung durch den
Zwischenüberhitzer erfordert wird, bevor die Einheit bei
einer Belastung von 25 % bis etwa 40 % steht, ist ein
anderer Vorteil dieser Erfindung.
In Fig. 3 ist ein zu Fig. 1 identisches System jedoch mit
einem Doppelkessel dargestellt. Bei diesem System werden
die Bestandteile der ersten und zweiten Kesselanordnung
durch die gleichen Bezugsziffern wie in Fig. 1
identifiziert. Deshalb ist bei dieser Anordnung ein
Kessel-Turbinensystem dargestellt, bei dem zwei Kessel
eine einzige Turbine mit Dampf versorgen. Ein wesentliches
für solch ein System erforderliches Merkmal besteht darin,
daß Mittel zur Regelung des Zwischenüberhitzungsdampf-
Durchsatzes zu ein jedem Kessel vorgesehen sind, so daß
die Dampftemperatur am Zwischenüberhitzeraustritt bei
allen möglichen Betriebs-verhältnissen innerhalb der Grenzen
liegt. Beim dargestellten System sind für die zwei Kessel
doppelte Regeleinrichtungen und Rohrleitungen vorgesehen.
Die Regelventile 56 und 64 für die
Zwischenüberhitzungsdampf-Temperaturregelung können zum Strömungsausgleich
und zur Haltung der
Zwischenüberhitzer-Austrittsteinperatur innerhalb der Grenzen sowohl unter normalen als auch
anormalen Betriebsverhältnissen benutzt werden. Bei dieser
Anordnung sorgen Druckreduzierventile 80 und 82 zusammen
mit den Heißdampfkühlern 76 und 78 für Flexibilität beim
Kaltstart, Heißstart und auch beim Anfahren der zweiten
Einheit, wenn die erste on-line ist. Dieses einfache
System eliminiert den Bedarf nach einem komplizierten
Dampf-Vermischungssystem. Es sieht ein einfaches und
wirksames System und Verfahren zur Regelung der
Zwischenüberhitzer-Dampfaustrittstemperatur unter variierenden
Belastungsverhältnissen vor.
Im Betrieb mit Kaltstart wird in der Brennkammer 14
Verbrennung durch die Einführung von Brennstoff und
Verbrennungsluft eingeleitet. Wenn als Folge der Verbrennung
Wärme erzeugt wird, bewegen sich die heißen
Verbrennungsgase in der Brennkammer aufwärts und übertragen Wärme ans
Wasser in den Brennkammerwänden und an die Überhitzer 18
und 20. Das Heißgas, die Verbrennungsprodukte, und
Feststoffe fließen aus der Brennkammer den Kanal 22 entlang
in den Heißabscheider 24, wo die Feststoffe abgeschieden
werden, um in die Brennkammer zurückgeführt zu werden.
Die heilen Rauchgase fließen durch Kanal 32 zum
Konvektionsabschnitt 34, wo Wärme nacheinander zum Überhitzer
38, der zweiten oder Endstufe des Zwischenüberhitzers 40,
und der ersten Stufe des Zwischenüberhitzers 42 abgegeben
wird. Die Strömung des Heißgases durch das System
beginnt vor der Strömung des Kaltdampfes. Der Kessel wird
beheizt, und Brennstoff brennt eine Zeitlang und erzeugt
Heißgas, bevor Dampf erzeugt wird und die Turbine läuft
an. Kalter zwischenüberhitzungsdampf beginnt nicht zu
fließen, bevor die Turbine angelaufen ist.
Wenn die Heißgase ihre Wärme an das Wasser und den Dampf
in den Wasserwänden, Überhitzern und Zwischenüberhitzern
abgeben, sinkt die Temperatur derart ab, daß sie Stufe
für Stufe niedriger ist. Es sollte beachtet werden, daß
die Gastemperatur beim Verlassen des Brennkammeraustritts
bei Vollast in einem Bereich von 843 bis 927 ºC liegt. Je
größer die Temperaturdifferenz zwischen Gas und Wasser,
desto höher ist die Wärmeübertragung und desto kühler das
Gas, wenn es von der betreffenden Heizvorrichtung
weiterfließt.
Wenn das Gas den Überhitzer 38 durchfließt, ist es daher
unter der kritischen Temperatur für Zwischenüberhitzer 40
bis auf gewisse Kesselbelastung. Wenn der Überhitzer im
Gaskanal vor dem Zwischenüberhitzer 40 ist, liegt die
Gastemperatur somit unter der kritischen Temperatur der
Zwischenüberhitzers 40, bis etwa 40 % bis 50 % der
Belastung erreicht sind. Zu diesem Zeitpunkt steht Kaltdampf
zur Temperaturregelung gemäß dieser Erfindung zur
Verfügung. Dieser Aspekt, dem gemäß keine Strömung durch
den Zwischenüberhitzer benötigt wird, bevor die Einheit
eine Belastung von 50 % erreicht hat, ist ein anderer
Vorteil dieser Erfindung. Die meisten Standardsysteme
erfordern Strömung durch den Zwischenüberhitzer in den
früheren Phasen des Starts (heiß oder kalt), um dieselben
vor dem Ausbrennen zu schützen. Somit soll ein teueres
Bypaßsystem benutzt werden. Mit dem physikalischen
Layout dieses Systems wird jedoch kein Bypaß erfordert, und
die Startphasen des Systems können verkürzt werden.