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Dokumentenidentifikation DE69100513T2 03.02.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0523180
Titel ZUM TRENNEN VON BLUTKOMPONENTEN DIENENDER BLUTSACK.
Anmelder Omega Medicinteknik AB, Stockholm, SE
Erfinder UNGER, Peter, S-115 29 Stockholm, SE;
WESTBERG, Eric, S-181 30 Lidingö, SE
Vertreter Moll, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Glawe, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., 80538 München; Delfs, K., Dipl.-Ing.; Mengdehl, U., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Niebuhr, H., Dipl.-Phys. Dr.phil.habil., 20148 Hamburg; Merkau, B., Dipl.-Phys., Pat.-Anwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69100513
Vertragsstaaten AT, BE, DE, ES, FR, GB, IT, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 05.04.1991
EP-Aktenzeichen 919083147
WO-Anmeldetag 05.04.1991
PCT-Aktenzeichen SE9100251
WO-Veröffentlichungsnummer 9115182
WO-Veröffentlichungsdatum 17.10.1991
EP-Offenlegungsdatum 20.01.1993
EP date of grant 13.10.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.02.1994
IPC-Hauptklasse A61J 1/10

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Blutsack zum Gebrauch beim Trennen vom Blutkomponenten, wobei dieser Sack mindestens zwei Verbindungen für den sterilen Transfer von getrennten Blutkomponenten aufweist, von denen sich Röhren oder Schläuche zu Seitenbehältern erstrecken.

Blutsäcke werden generell weltweit bei klinischen Tätigkeiten, die mit Blut zusammenhängen, benutzt und weisen einen flexiblen, zusammenlegbaren Behälter aus einem verhältnismäßig dünnen Kunststoffmaterial auf. Der Blutsack hat, wenn er leer ist, eine im wesentlichen rechteckige oder quadratische Gestalt und eine verhältnismäßig kleine Tiefenausdehnung. Die Blutsäcke werden normalerweise aus einem dünnwandigem Schlauch hergestellt, der zunächst geschnitten wird und dann entlang einer oberen und einer unteren Kante verschlossen wird, oder sie werden aus einer sogenannten Doppelfolie hergestellt, die um den Sack herum verschlossen wird, so daß eine Ober- und eine Unterkante und zwei Seitenkanten gebildet werden. Schlauchverbindungen und Ventilverbindungen verschiedener Arten können in diese Kanten beim Verschließen des Sacks eingebaut werden. Der Begriff "eine Kante", wie er in der folgenden Beschreibung gebraucht wird, bezeichnet eine dieser verschlossenen Kanten.

Es ist bekannt, beim Trennen der Blutkomponenten eine Anordnung von drei oder vier sterilisierten, mit Schläuchen oder Röhren verbundenen Säcken zu benutzen. Blut wird in einen Sack abgefüllt oder abgenommen, der dann verschlossen wird, die gesamte Sackanordnung wird in eine Zentrifuge plaziert und das Blut wird zentrifugiert, wodurch das Blut sich in eine obere Plasmaschicht, eine Leukozytenfilm-Zwischenschicht und eine untere Schicht von roten Blutkörperchen trennt. Die Sackanordnung wird dann aus der Zentrifuge entfernt und die getrennten Phasen in dem Blutsack werden in die angehängten Seitenbehälter gedrückt oder gepreßt, entweder per Hand oder mit der Hilfe spezieller Pressen.

Eine Anordnung dieser Art wird in der schwedischen Patentbeschreibung Nr. 7902761-1 (Veröffentl.-Nr.: 416 378) beschrieben, der zufolge das Blut in einen Sack gefüllt wird, der Auslaßöffnungen sowohl in der Ober- als auch in der Unterkante des Sacks aufweist. Wenn das Zentrifugieren abgeschlossen ist, wird die Blutplasma enthaltende Schicht durch die obere Auslaßöffnung des Sacks herausgedrückt, während die Schicht, die rote Blutkörperchen enthält, durch die untere Auslaßöffnung dieses Sacks herausgedrückt wird. Die Leukozytenfilm-Zwischenschicht verbleibt in dem Blutsack.

Diese manuelle Handhabung der zentrifugierten Säcke bringt in einem größeren oder geringerem Maße das Risiko des Wiedervermischens der getrennten Schichten mit sich. Folglich sind Versuche unternommen worden, den Prozeß des Pressens oder Drückens der getrennten Schichten in jeweilige Behälter zu automatisieren. In diesem Zusammenhang ist es wünschenswert, daß alle Sackverbindungen an einer Kante des Sackes gebildet sind. Dies erleichtert auch die rationelle Herstellung des vollständigen Sacks mit der Hilfe existierender Maschinen zum Herstellen von Blutsäcken.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Blutsack zum Trennen von Blutkomponenten zu schaffen, bei dem das Plasma und die roten Blutkörperchen in Seitenbehälter gedrückt werden können, während die Leukozytenfilm-Fraktion in diesem Sack verbleibt, und bei dem die Verbindungen zu den Seitenbehältern an einer Kante des Sacks angeordnet sind.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Blutsack gelöst, der die in Anspruch 1 definierten charakteristischen Merkmale aufweist.

Somit weist der erfindungsgemäße Blutsack mindestens zwei Verbindungen auf, von denen sich Röhren oder Schläuche zu Seitencontainern erstrecken und bei denen die Verbindungen an einer Kante des Sacks angeordnet sind. Die erste dieser Verbindungen steht entweder direkt mit dem Blutsack an dieser Kante in Verbindung oder ist eine zu öffnende Verbindung, und die zweite dieser Verbindungen steht direkt mit dem Inneren dieses Blutsacks in Verbindung, oder ist eine zu öffnende Verbindung, in einem gegebenen Abstand von dieser Kante.

Dies ermöglicht es, die in dem unteren Teil des Sacks vorhandene Blutfraktion durch die Oberkante des Sacks herauszudrükken. Das Plasma und die roten Blutkörperchen können so herausgedrückt werden, während die Leukozytenfilm-Fraktion in dem Sack zurückbleibt, und die Blutsäcke können generell ebenfalls zu Zwecken entsprechend den Zwecken des Blutsacks, der in der schwedischen Patentbeschreibung Nr. 7902761-1 (Veröffentl.-Nr. 416 378) beschrieben ist, benutzt werden.

Ein weiterer von der Erfindung erreichter Vorteil ist, daß die untere Fraktion aus dem Sack herausgedrückt werden kann, während die ältesten und therapeutisch am wenigsten wertvollen roten Blutkörperchen in dem Sack verbleiben, diese Körperchen setzen sich an dem untersten Ende des Sacks ab.

Die Erfindung wird jetzt detaillierter unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.

Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Blutsacks, mit dem zwei Seitenbehälter verbunden sind;

Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Blutsacks, mit dem Seitenbehälter verbunden sind;

Fig. 3 ist ein Längsschnitt einer Ausführungsform einer Sackverbindung, die eine Stange beinhaltet, die in den Sack gedrückt werden kann;

Fig. 4 ist eine detaillierte Ansicht ähnlich der in Fig. 3 und zeigt die in den Blutsack gedrückte Stange;

Fig. 5 ist eine detaillierte Ansicht eines Längsschnitts einer anderen Ausführungsform einer Verbindung, die eine Stange aufweist, die in den Sack gedrückt werden kann;

Fig. 6 ist eine Ansicht ähnlich der in Fig. 5, und zeigt die in Sack gedrückte Stange.

Ähnliche Teile sind in den verschiedenen Figuren der Zeichnungen mit denselben Bezugsziffern bezeichnet worden.

Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Garnitur von gegenseitig verbundenen Behältern, die zum Gebrauch beim Teilen von Ganzblut in Plasma-, Leukozytenfilm-, und Erythrozytenzellfraktionen bestimmt sind. Die Behältergarnitur beinhaltet einen erfindungsgemäßen Blutsack 1, der mit zwei Verbindungen 7,8 in einer Kante des Sacks versehen ist. Mit diesen Verbindungen 7,8 sind zwei Seitenbehälter 2,3 mittels Röhren oder Schläuchen 4,5 verbunden, durch die Flüssigkeit vom Blutsack zu den Seitenbehältern befördert wird. Normalerweise ist mindestens eine weitere Verbindung 9 (Figur 3) vorgesehen für die Verbindung eines Blutablaufschlauchs, mittels dem der Sack mit dem Ganzblut gefüllt wird, das in seine verschiedenen Komponenten getrennt werdern soll. Diese Kante ist normalerweise dichtmöglichst an dem Rotationsmittelpunkt beim Zentrifugieren des Sacks angeordnet und wird im Folgenden als Sackoberkante bezeichnet, während die gegenüberliegende Kante als Sackunterkante bezeichnet wird. Der Blutsack 1 kann beispielsweise ein standardisierter Blutsack aus PVC-Folie sein und zum Füllen mit einer Standard-Bluteinheit von etwa 520 ml, einschließlich etwa 63 ml Antikoagulans (Antigerinnungsmittel), vorgesehen sein. Der eine Seitenbehälter 3 ist zum Sammeln von Plasma vorgesehen und ist mit der Oberkante des Sacks 1 mittels einer Röhre oder eines Schlauchs 5 mit Hilfe eines Verbinders 7 verbunden. Der andere Seitenbehälter 2 enthält etwa 100 ml Erythrozytennährlösung 6 (beispielsweise SAGMAN) und ist zum Sammeln des Konzentrats oder der Fraktion von Erythrozytenzellen vorgesehen. Dieser zweite Behälter ist mit dem Blutsack mittels eines Schlauchs oder eine Röhre 4 verbunden, der bzw. die ähnlich wie der Schlauch oder die Röhre 5 an einem Verbinder an der Oberkante des Sacks befestigt ist.

In der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform ist eine Röhre 10 mit dem Verbinder 8 verbunden und erstreckt sich innerhalb des Sacks und endet in einem gegebenen Abstand über dessen Unterkante. Die Röhre 10 kann eine direkte Fortsetzung des Schlauchs 4 sein oder kann eine steifere Röhre bzw. einen steiferen Schlauch aufweisen, die oder der mit dem Schlauch 4 verbunden ist. Normalerweise beinhaltet die Röhrenanordnung einen sogenannten Scherstift 4a, d. h. ein Verschließmittel, das durch Brechen des Scherstifts geöffnet werden kann. Die Röhre 10 ist verhältnismäßig lang und endet an der Unterkante des Sacks oder in einem gegebenen Abstand über dieser Unterkante, so daß die untere Öffnung der Röhre sich nach dem Zentrifugieren in der Schicht von Erythrozytenzellen befindet. Diese Ausführungsform ermöglicht es, das Plasma und das Zellkonzentrat aus dem Sack herausdrücken, während die Leukozytenfilm-Zwischenschicht darin verbleibt.

Die in Figur 2 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der mit Bezug auf Figur 1 beschriebenen Ausführungsform hauptsächlich darin, daß die sich innerhalb des Sacks erstrekkende Röhre 19 kürzer als die Röhre 10 der Ausführungsform der Figur 1 ist und für einen entsprechenden Zweck vorgesehen ist. Die Länge der Röhre 19 ist so bemessen, daß diese Röhre nicht die beim Zentrifugiervorgang gebildete Leukozytenfilm-Schicht erreicht sondern sich in die Plasmaschicht öffnet. Wenn dieser Blutsack gedrückt oder zusammengedrückt wird, wird das Plasma zuerst herausgedrückt. Die Leukozytenfilm-Schicht steigt dann in dem Sack auf und bedeckt die Öffnung der Röhre 19 vor dem Öffnen des Schlauchs 4 und die Erythrozytenzellkonzentration wird in den Seitenbehälter 2 herausgedrückt. Der Vorteil dieser Ausführungsform ist, daß das Zellkonzentrat frei von Verunreinigungen der Leukozytenfilm-Fraktion gewonnen werden kann. Die Röhre 19 wird beim Füllen des Blutsacks gleichzeitig mit Blut gefüllt. Während des nachfolgenden Zentrifugierens werden aber die Leukozytenfilm-Schicht und Erythrozytenzellen von der Röhre 19 wegbefördert und setzen sich weiter unten in dem Sack ab, so daß ausschließlich Plasma in der Röhre 19 zurückbleibt. Somit wird die Leukozytenfilm-Schicht, die sich in der Röhre abgesetzt hat, daran gehindert, Flüssigkeit zu dem Seitenbehälter 2 zu begleiten. Dies ermöglicht es wiederum, der Röhre 19 einen verhältnismäßig großen Querschnitt zu geben, wodurch es möglich ist, die zähflüssige Zellfraktion leichter aus dem Sack zu drücken. Wenn der Röhre 10 der Ausführungsform der Figur 1 ein großer Querschnitt gegeben wird, wird eine große Menge Leukozytenfilm das Zellkonzentrat begleiten und verunreinigen. Da die Röhre 19 mit Plasma gefüllt ist, ist die sich in dem Sack aufwärts bewegende Leukozytenfilm-Schicht nicht in der Lage, in diese Röhre einzutreten. Die Röhre 19 kann mit einer seitwärts gerichteten Öffnung 20 versehen sein, um das Risiko weiter zu vermindern, das Leukozytenfilm in die Röhre 19 gedrückt wird.

Figur 3 ist eine Längsschnittansicht einer Ausführungsform eines Verbinders 8, der an einer Kante des Blutsacks vorgesehen ist. Die verbleibenden Sackverbinder sind ebenfalls an der gleichen Kange versammelt und beinhalten einen Verbinder 7 für einen Schlauch, der zu einem Seitenbehälter zum Sammeln von Plasma führt, und einen Verbinder 9 für die Verbindung eines Blutablaufschlauchs, und zwei weitere Verbinder, die in der Figur nicht deutlich gezeigt sind. Eine oder beide dieser Verbinder werden beim weiteren Verarbeiten der Restinhalte des Sacks verwendet.

Der Verbinder 8 umfaßt eine Hülse 11, deren eines Ende an dem Sack angeschmolzen ist und deren anderes Ende mit einem Schlauch 4 verbunden ist, der zu einem Seitenbehälter zum Sammeln von Erythrozytenzellen führt. Innerhalb der Hülse ist eine axial bewegbare Hohlstange 12 gelagert. Die Stange 12 kann in die Hülse heruntergedrückt werden, um so eine Hülsenverlängerung in dem Sack zu bilden, so daß die Verbindungsröhre, die zu dem Seitenbehälter 2 führt, in einem gewünschten Abstand von der Unterkante des Sacks endet. Das obere Ende 13 der Stange 12 kann abgerundet sein, um es zu ermöglichen, daß die Hülse leicht manuell von dem Sack gedrückt werden kann, während das untere Ende spitz sein kann, wie bei 14 gezeigt, zum Zwecke des Durchstechens einer Dichtmembran 15, die in der Hülsenbefestigung in dem Sack angeordnet ist. Die Stange ist auch vorzugsweise mit Vorsprüngen oder Rippen 16 versehen, die verhindern, daß die Stange aus der Hülse 11 herausgedrückt wird. Die Vorsprünge können auch als Abdichtung gegen die Wand der Durchführung oder Buchse in der Oberkante des Sacks wirken. Figur 4 illustriert den in Figur 5 gezeigten Verbinder, nachdem die Stange 12 aus der Hülse herausgedrückt worden ist. Bei dieser Ausführungsform ist die Länge der Stange 12 so angepaßt, daß die Stangenmündung in der Schicht von roten Blutkörperchen angeordnet ist, die sich nach dem Zentrifugieren in dem unteren Teil des Sacks befindet, d. h. die Stange hat eine einführbare Länge, die mindestens der halben Länge des Sacks entspricht und die vorzugsweise der vollen Länge des Sacks entspricht. Alternativ kann die Stange eine Länge aufweisen, die der der kurzen Röhre 19 der Ausführungsform der Figur 2 entspricht.

Entsprechend einer Ausführungsform der Erfindung besteht die Hülse 11 aus einem verhältnismäßig weichen Schlauch, der elastisch in seiner axialen Richtung zusammengedrückt werden kann. Dies ermöglicht es, durch wiederholtes axiales Zusammendrücken des Schlauchs die Stange axial in der Hülse zu bewegen. Wenn der Schlauch entlang der Stange zusammengedrückt wird, wird der Innendurchmesser des Schlauchs vergrößert und die Stange bewegt sich schrittweise axial in dem Schlauch.

Die Figuren 5 und 6 sind Längsschnittansichten einer anderen Ausführungsform einer Verbindung, die eine axial verschiebbare Hohlstange aufweist, die in den Blutsack gedrückt wird. Figur 5 zeigt die Verbindung vor dem Drücken der Stange in den Sack, während Figur 6 die Verbindung nach dem Eindrücken dieser Stange zeigt. Im Unterschied zu der in den Figuren 4 und 5 gezeigten Ausführungsform ist die Hohlstange 12 dieser Ausführungsform fest mit einer Schutzhülse 17 verbunden und das obere Ende der Stange ist mit dem Schlauch 4 verbunden, wobei die Schutzhülse auch als Verbindungselement benutzt werden kann. Die Schutzhülse ist so angeordnet, daß diese Hülse sich um die Stange 12 faltet oder kräuselt, wenn diese Stange durch eine abdichtende Durchführung oder Buchse 18, die in der Oberkante des Sacks angeordnet ist, eingedrückt wird. Das Falten der Hülse wird entweder durch Versehen der Hülse mit Falzlinien oder durch Versehen diese Hülse mit einer Wand von solch geringer Dicke, daß die Hülse sich beim Zusammendrücken spontan faltet, erreicht.

Der erfindungsgemäße Blutsack kann in folgender Weise benutzt werden:

Blut wird in den Blutsack abgefüllt, beispielsweise direkt von einem Blutspender, durch einen Blutabfüllschlauch, der zu einem Verbinder 9 an der Oberkante des Sacks führt.

Normalerweise werden etwa 450 ml Blut in den Blutsack gefüllt, wobei diesem Blut etwa 63 ml Antikoagulans (Mittel zur Gerinnungsverhinderung, beispielsweise CPD-Lösung) zugemischt werden, das schon vor der Auslieferung des Sacks in diesen eingefüllt worden sein kann oder das während der Blutabnahme eingefüllt wird.

Wenn das Abfüllen des Bluts beendet ist, wird der Blutabfüllschlauch verschlossen, beispielsweise mit einer Schlauchklemme, und der Blutsack mit den daran hängenden Seitenbehältern wird in die Zentrifuge gesetzt. Das Zentrifugieren des Bluts bewirkt, daß sich das Blut in die Komponenten Plasma, Leukozytenfilm und rote Blutkörperchen trennt, die sich in Schichten in der vorgenannten Reihenfolge von der Ober- zur Unterkante des Sacks absetzen. Die unterschiedlichen Komponentenschichten weisen auch bestimmte Teilungen jeweils innerhalb einer Schicht auf. So setzten sich die älteren roten Blutkörperchen am weitesten unten in dem Blutsack ab (= höchstes spezifisches Gewicht), während die Blutkörperchenpopulation normalen Alters darüber angeordnet ist. Die obere Schicht in dem Zellsediment enthält die jüngsten roten Blutkörperchen, die sogenannten Neozyten, die einen besonderen therapeutischen Wert haben. Infolge ihres geringen spezifischen Gewichts lagern sich die weißen Blutkörperchen oberhalb des obersten roten Blutkörperchensediments oder in der Grenzschicht ab. Die Blutplättchen, die ein noch geringeres spezifisches Gewicht haben, schichten sich auf der Schicht der weißen Blutkörperchen auf. Die oberste Schicht in dem Blutsack enthält das Plasma, das entweder im wesentlichen frei von Zellen oder reich an Blutplättchen ist, abhängig von der angewendeten Zentrifugiertechnik und ebenfalls abhängig vom g-Faktor und der Zentrifugier zeit, d. h. G-Sekunden.

Diese Umstände können nutzbar gemacht werden, um ein Erythrozytenzellkonzentrat von besonders hoher Qualität zu produzieren, wenn der neue Blutsack verwendet wird, indem die Erythrozytenzellen, die sich am weitesten unten an der Unterkante des Sacks absetzen, zusammen mit der Leukozytenfilm-Fraktion in dem Sack verbleiben, wenn das Plasma und die Erythrozytenzellen aus dem Sack herausgedrückt werden. Im Fall der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform kann dies durch Anpassen der Länge der Röhre 10 (der Stange 12) bewirkt werden, und in Ausführungsform der Figur 2 kann dies durch Drücken bis zum gewünschten Grad erreicht werden. In diesem letztgenannten Fall werden die Blutfraktionen aus dem Sack mit Hilfe einer Auspressvorrichtung oder Presse gedrückt, die zuerst die Unterkante des Sacks 1 zusammendrückt und dann den Sack fortlaufend bis zu seiner Oberkante zusammendrückt. Die Erythrozytenzellen, die sich am weitesten unten in dem Sack ablagern, sind die letzten, die die Öffnung der Röhre 19 erreichen. Der zurückbleibende Anteil enthält den wesentlichen Teil der ältesten und therapeutisch am wenigsten wertvollen Erythrozyten. Das in dem Seitenbehälter 2 isolierte Erythrozytenzellkonzentrat erhält so eine verbesserte therapeutische Qualität dank des höheren Anteils der darin enthaltenen jungen Zellen.

Demgemäß wird nach dem Zentrifugieren des Bluts das auf der höchsten Ebene in dem Sack angeordnete Plasma durch die Verbindung 7 und den Schlauch 5 in den Plasmaseitenbehälter 3 herausgedrückt, wonach der Schlauch 5 verschlossen und abgeschnitten werden kann, beispielsweise mittels eines Schlauchverschlusses. Die roten Blutkörperchen werden aus dem Sack durch die Röhre 19 oder die Röhre 10 (mit der Röhre 10 oder der Stange 12 in einem gewählten Abstand von der Unterkante des Sacks) und der Röhre 4 in den Seitenbehälter 2 für Erythrozytenzellen herausgedrückt. In dem Blutsack verbleiben die Leukozytenfilm-Fraktion und geringe Mengen von Plasma und Erythrozytenzellen. Diese verbleibende Fraktion kann dann in einer weiteren Reinigungsstufe verarbeitet werden.

Es versteht sich, daß der in Figur 1 gezeigte neue Blutsack mit der Oberseite nach unten in der Zentrifuge verwendet werden kann, wobei dann die mit den Verbindern 7 und 8 versehene Kante entfernt vom Rotationszentrum ist. In diesem Fall wird die Plasmafraktion über den Verbinder 8 (und die Röhre 10/die Stange 12) und die roten Blutkörperchen durch den Verbinder 7 entnommen. Die Möglichkeit, die ältesten roten Blutkörperchen in dem Sack verbleiben zu lassen, ist dann allerdings nicht mehr gegeben.

Die Blutkomponenten können aus dem Sack beispielsweise mit Hilfe einer Vorrichtung derart, wie sie in der schwedischen Patentbeschreibung Nr. 7902760-3 beschrieben ist, herausgedrückt werden. Wenn diese Vorrichtung benutzt wird, wird der Blutsack zwischen einer festen Stützplatte und einer beweglichen Druckplatte angeordnet, die fortlaufend in Richtung der Stützplatte bewegt wird, während die Komponentenschichten mit Fotozellen überwacht werden. Um sicherzustellen, daß die in dem Blutsack angeordnete Stange 12 (die Röhre 10) nicht das Ausmaß begrenzt, bis zu dem der Sack zusammengedrückt werden kann, kann wenigstens eine der Platten mit einer nachgiebigen oder federnden Schicht, beispielsweise Gummi oder Schaumstoff passender Festigkeit, versehen sein, so daß die Stange in diese nachgiebige Schicht gedrückt werden kann, wenn das Ausmaß, bis zu dem die Platten zusammengebracht werden, größer ist als die Abmessung der Stange.

Die Blutkomponenten können aus dem in Figur 2 gezeigten Sack im wesentlichen in der gleichen Weise herausgepreßt werden. In diesem Fall ist es allerdings nötig, zuerst die Plasmafraktion zu entfernen, so daß die Leukozytenfilm-Fraktion zur Oberkante des Sacks bewegt wird, über die Mündung der Röhre 19, bevor der Schlauch 4, der zu dem Seitenbehälter 2 führt, geöffnet wird.


Anspruch[de]

1. Blutsack zum Gebrauch beim Trennen von Blut in die jeweiligen Komponenten, wobei dieser Sack wenigstens zwei Verbindungen aufweist, von denen sich Schläuche zu Seitenbehältern erstrecken, und der zum sterilen Transfer von getrennten Blutkomponenten vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen an einer Kante des Sacks angeordnet sind; und daß eine Verbindung (7) mit dem Blutsack an dieser Kante als eine direkte oder eine zu öffnende Verbindung verbunden ist; und daß die andere Verbindung (8) in einem vorbestimmten Abstand von dieser Kante als direkte oder zu öffnende Verbindung mit dem Inneren des Blutsacks verbunden ist.

2. Blutsack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Verbindung eine Röhre (10,19) umfaßt, die sich in den Blutsack erstreckt.

3. Blutsack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Verbindung eine Hülse (11) umfaßt, die mit dieser Sackkante verbunden ist und die eine hohle, axial verschiebbare Stange (12) umhüllt, die dazu vorgesehen ist, sich axial in der Hülse so zu bewegen, daß diese Hülse in den Blutsack verlängert wird, in Reaktion auf die Ausübung von Druck auf die Außenseite dieser Hülse.

4. Blutsack nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (11) aus einem verhältnismäßig weichen Schlauch besteht, der in axialer Richtung elastisch zusammendrückbar ist und in dem die Stange in Reaktion auf wiederholtes axiales Zusammendrücken des Schlauchs bewegbar ist.

5. Blutsack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Verbindung (8) eine Hohlstange (12) umfaßt, die zum axialen Bewegen in den Sack durch eine Durchführung (18), die diese Stange abdichtend umschließt, vorgesehen ist, und daß die zweite Verbindung (8) weiter eine Schützhülse (17) umfaßt, die die Stange umgibt und die dazu vorgesehen ist, sich um die Stange zu falten, wenn diese Stange in den Sack gedrückt wird.

6. Blutsack nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Röhre (19) eine solche Länge aufweist, daß die Mündung (20) dieser Röhre sich in der Plasmaschicht befindet, die nach dem Zentrifugieren einer Bluteinheit erhalten wird.

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