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Dokumentenidentifikation DE3933790C2 17.03.1994
Titel Elektrische Maschine mit einem Rotor und einem Stator
Anmelder Anwander, Werner, 87466 Oy-Mittelberg, DE
Erfinder Anwander, Werner, 87466 Oy-Mittelberg, DE
Vertreter Hutzelmann, G., Dipl.-Ing.(FH), Pat.-Anw., 87437 Kempten
DE-Anmeldedatum 10.10.1989
DE-Aktenzeichen 3933790
Offenlegungstag 18.04.1991
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 17.03.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.03.1994
IPC-Hauptklasse H02K 21/02
IPC-Nebenklasse H02K 19/00   H02K 3/04   H02K 16/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine elektrische Maschine mit einem Rotor und einem Stator, in welchen elektrische Spulen bzw. Dauermagnete angeordnet sind, die sich bei der Drehbewegung des Rotors gegenseitig beeinflussen, wobei der Rotor die Magnete und der Stator die Spulen enthält und die Spulen ohne Eisenkern ausgebildet sind und die einzelnen Windungen wenigstens in einem Abschnitt der Spule senkrecht zur Längsachse der Magnete angeordnet sind, die am Umfang des Rotors mit ihrer Magnetrichtung in Umfangsrichtung befestigt sind, wobei sich wenigstens ein Abschnitt der Spulen quer über den Rotorumfang erstreckt und die seitlich über den Rotor vorstehenden Spulenabschnitte wenigstens annähernd rechtwinklig abgebogen sind und parallel zu den Seiten des Rotors verlaufen, und wobei sich die Spulen bzw. Magnete jeweils diametral gegenüberliegen und die Magnete mit umgekehrter Polung aufeinanderfolgen.

Aus der japanischen Patentschrift 55-83449 bzw. dem zugehörigen englischsprachigen "Patents Abstract of Japan" E 25, Vol. 4, Nr. 130, ist eine derartige elektrische Maschine mit einem Rotor und einem Stator bekannt, in welcher elektrische Spulen bzw. Dauermagnete angeordnet sind, die sich bei der Drehbewegung des Rotors gegenseitig beeinflussen. Die Spulen sind ohne Eisenkern ausgebildet und die einzelnen Windungen wenigstens in einem Abschnitt der Spule senkrecht zur Längsachse der Magnete angeordnet, die am Umfang des Rotors in Umfangsrichtung verlaufen. Als Dauermagnet ist dabei ein Ringmagnet vorgesehen. Nachteilig ist hierbei, daß derartige mit einem Ringmagneten als Rotor ausgestattete elektrische Maschinen nur mit verhältnismäßig kleinen Leistungen ausführbar sind.

Aus der deutschen Patentschrift 937 837 ist ein Magnetinduktor bekannt, bei dem eine Spule in einem Generator zur Magnetisierung zweier Statorpole eingesetzt werden kann. Der Rotor hat nur einen Magneten für beide Rotorpole.

Die deutsche Auslegeschrift 11 19 988 (Fig. 1, 2) beschreibt eine elektrische Maschine mit axialem Luftspalt, bei dem auf den Rotor eine mehrpolige Wellenwicklung und am Stator in axialer Richtung magnetisierte Dauermagnete kreisförmig um die Welle angeordnet sind. Dabei besteht der Rotor aus einer dünnen isolierenden Folie, deren beide Seiten mit der Wicklung aus innig darauf haftenden fortlaufend gewickelten Flachleitern überzogen ist und die sich an einer Scheibe ohne unmittelbare Verbindung abstützt. Bei der aus der deutschen Auslegeschrift 1 119 988 bekannten Maschine ist die Wicklung auf dem Rotor als fortlaufende Wicklung mit darauf schleifenden Bürsten konzipiert, so daß diese Maschine schon allein deswegen dem Anspruchsgegenstand ferner liegt.

In der FR-OS 2 331 906 ist eine elektrische Maschine behandelt, die einen drehbar gelagerten ringförmigen Magneten enthält, dessen Magnetrichtung axial verläuft. Daneben ist auf einem scheibenförmigen Träger eine Spulenanordnung vorgesehen. Auf der vom ersten Magneten abgewandten Seite der Rotorspulen ist ein weiterer ringförmiger Magnet angeordnet. Beide Magnete sitzen auf je einer Jochscheibe, während das Gehäuse aus einem nicht magnetischen Werkstoff bestehen soll. Der Magnetfluß hat bei dieser Konstruktion zwei Luftspalte zu durchqueren, was zu ganz erheblichen Verlusten führt.

Insbesondere bei der Verwendung einer elektrischen Maschine als Generator hat es sich als störend erwiesen, daß die in der Maschine auch im Stillstand herrschenden Magnetfelder ein hohes Anlaufmoment benötigen; um überwunden zu werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, dies zu vermeiden und eine elektrische Maschine vorzuschlagen, die keinerlei Haltekräfte im Stillstand aufweist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Magnete als Stabmagnete ausgebildet sind, die wenigstens annähernd tangential am Rotorumfang und mit Abstand voneinander angeordnet sind, und daß die doppelte Anzahl Magnete als Spulen vorgesehen ist.

Durch die Verwendung von Spulen ohne Eisenkern und dadurch, daß die einzelnen Windungen wenigstens in einem Abschnitt der Spule senkrecht zur Längsachse der Magnete angeordnet sind, sowie durch die Anordnung der Stabmagnete ist in den eisenkernfreien Spulen im Ruhezustand der Maschine kein Magnetfeld vorhanden, so daß der Rotor beim Anlaufen lediglich die sehr geringe Lagerreibung überwinden muß.

Dadurch ist der Anlaufverlust erheblich reduziert und ein Einsatz zum Beispiel als Windgenerator möglich, der auch bei sehr schwachen Winden anläuft.

Aus der französischen Patentschrift 1 150 327 ist zwar eine elektrische Maschine mit einem Rotor und einem Stator bekannt, bei welcher der Rotor sechs Stabmagnete enthält, die tangential am Rotorumfang angeordnet sind, und wobei die Stabmagnete jeweils voneinander beabstandet sind und zwischen sich lamellierte Weicheisenpolstücke einschließen. Der Stator weist sechs ausgeprägte Pole auf, auf denen jeweils eine Spule angeordnet ist.

Die Erfindung unterscheidet sich von der elektrischen Maschine aus der französischen Patentschrift grundlegend durch das Verhältnis von Anzahl der Spulen zu Anzahl der Magnete.

Eine vorteilhafte erfindungsgemäße Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, daß sich die Dauermagnete über die ganze Breite des Rotors erstrecken.

Damit wird das Verhältnis des Leistungsvermögens zur Baugröße besonders günstig.

Eine weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, daß in der Zuleitung zu den Spulen eine Umpoleinrichtung vorgesehen ist. Deshalb kann die elektrische Maschine als Motor verwendet werden; bei der Verwendung als Generator kann dadurch eine gleichgerichtete Spannung erzeugt werden. Da die in Reihe hintereinander liegenden Magnete jeweils mit umgekehrter Polung aufeinanderfolgen, ist es lediglich notwendig, die Spulen für das jeweils wirkende Magnetende umzupolen.

Sehr vorteilhaft ist es, wenn erfindungsgemäß mehrere Rotoren nebeneinander angeordnet sind, da dabei eine besonders hohe Leistungsausbeute erzielt wird.

Dabei ist es erfindungsgemäß möglich, daß die Rotoren unmittelbar aneinander anschließen; lediglich für das Dazwischenragen der Spulen ist ein geringer Abstand zweckmäßig. Damit sind sehr kleine Abmessungen der Maschine erzielbar.

Sehr vorteilhaft ist es aber auch, wenn erfindungsgemäß die Rotoren im Abstand voneinander angeordnet sind und über eine gemeinsame An- bzw. Abtriebswelle miteinander in Verbindung stehen, wodurch die Leistung größer wird.

In der Zeichnung ist die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele veranschaulicht. Dabei zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer elektrischen Maschine, mit zwei elektrischen Spulen, die einen Rotor übergreifen und seitlich neben diesem abgebogen sind,

Fig. 2 den zugehörigen Rotor ebenfalls in Seitenansicht, mit vier an dessen Umfang angeordneten Permanentmagneten,

Fig. 3 eine Seitenansicht einer elektrischen Maschine mit vier elektrischen Spulen,

Fig. 4 einen zugehörigen Rotor mit acht Permanentmagneten,

Fig. 5 eine Darstellung der elektrischen Maschine, wobei sich ein Permanentmagnet des Rotors gerade zwischen zwei Spulen befindet,

Fig. 6 eine weitere Darstellung der elektrischen Maschine, mit weitergedrehtem Rotor, so daß der Permanentmagnet innerhalb einer Spule liegt,

Fig. 7 ein Ausführungsbeispiel eines Rotors, bei dem sich die Permanentmagneten über die ganze Breite der Rotorscheibe erstrecken,

Fig. 8 ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Spulen den Rotor U-förmig umgreifen und eng an diesem anliegen,

Fig. 9 eine Doppelmaschine, mit zwei auf einer gemeinsamen Welle angeordneten Rotoren sowie zwei Statorspulen, wobei zwischen beiden auf der gemeinsamen Welle eine Ab- bzw. Antriebsscheibe angeordnet ist,

Fig. 10 eine elektrische Maschine mit vier Spulen und acht am Umfang des Rotors angeordneten Permanentmagneten und

Fig. 11 die gleiche Maschine in etwas weitergedrehter Position des Rotors.

Mit 1 ist in Fig. 1 eine elektrische Maschine bezeichnet, bei der es sich sowohl um einen Motor als auch um einen Generator handeln kann. Zwei aus elektrisch gut leitfähigem Material gewickelte Spulen 2 und 3 bilden den Stator. Die Spulen 2, 3 sind ohne Eisenkern ausgebildet. Der Rotor wird von einer Scheibe 4 gebildet, an deren Umfang - wie besonders in Fig. 2 sichtbar - vier Permanentmagnete 5, 6, 7, 8 eingelassen sind. Die Permanentmagnete 5 bis 8 sind mit ihrer Magnetrichtung in Umfangsrichtung befestigt.

Die Spulen 2, 3 bzw. die Magnete 5 bis 8 liegen sich jeweils diametral gegenüber. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, folgen die Magnete 5 bis 8 mit umgekehrter Polung aufeinander. Bei der elektrischen Maschine ist die doppelte Anzahl Magnete 5 bis 8 als Spulen 2, 3 vorgesehen.

In den Fig. 3 und 4 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, bei dem der Stator vier Spulen 32 bis 35 und der Rotor 44 acht Permanentmagnete 40, 41, 42, 43, 45, 46, 47, 48 aufweist. Die Spulen 32 bis 35 sind ebenfalls, wie bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2, ohne Eisenkern ausgebildet und die Magnete 40, 41, 42, 43, 45, 46, 47, 48 am Rotorumfang befestigt. Die Magnete folgen mit umgekehrter Polung aufeinander.

Anhand der Fig. 5 und 6 soll nun die Funktion eines Motors mit zwei elektrischen Spulen 2, 3 und vier Permanentmagneten 5 bis 8 erläutert werden.

In beiden Figuren ist mit a bzw. b der Arbeitsweg, den der Rotor zurücklegt, bezeichnet. Beide Spulen sind an eine Gleichspannung gelegt, wodurch innerhalb und außerhalb der Spulen ein Magnetfeld entsteht, das zusammen mit dem Magnetfeld der Permanentmagnete des Rotors diesem eine Drehbewegung aufzwingt. Die Stromzufuhr zu den beiden Spulen 2, 3 wird dabei so gesteuert, daß der Stromimpuls genau mit dem Zyklus des Arbeitsweges des Rotors übereinstimmt. Im Zwischenraum c zwischen den beiden Arbeitswegen a, b stehen die beiden Spulen 2, 3 nicht unter Spannung; der Rotor dreht sich aber infolge seines Schwungmomentes über die Strecke c weiter. Es ist aber - insbesondere bei der Verwendung als Motor - auch möglich, zwei parallele und um einen wenigstens c entsprechenden Winkelbetrag gegeneinander verdrehte Maschinensysteme anzuordnen, wodurch eine Fehlstellung ausgeschlossen wird.

In Fig. 7 ist ein Rotor 4 im Schnitt dargestellt, mit vier Permanentmagneten, von denen nur zwei Magnete 5, 6 wegen der gewählten Darstellungsweise sichtbar sind. Die Magnete sind am Umfang der Rotorscheibe eingelassen und nehmen dabei die ganze Breite der Scheibe ein.

In Fig. 8 ist die zugehörige Ausgestaltung der Spulen 2, 3 dargestellt. Diese beiden elektrischen Spulen 2, 3 sind mit nur sehr geringem Abstand über den Außenumfang gelegt und um 90° umgelegt, damit auch die Längsseiten der Magnete von den Windungen der Spulen eingeschlossen sind.

Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 9 sind auf einer gemeinsamen Welle 111 zwei Rotoren 114 befestigt, denen jeweils ein getrennter Stator mit U-förmigen Spulen 112, 113 zugeordnet ist. Zwischen den beiden Rotoren sitzt auf der Welle 111 eine Antriebsscheibe 119, die mit einem Fahrradreifen 120 in Wirkverbindung steht. Auch bei dieser Ausgestaltung sind wieder vier Permanentmagnete, von denen nur zwei Magnete 115, 116 sichtbar sind, in den Umfang des Rotors eingelassen.

In den beiden Fig. 10 und 11 ist ein elektrischer Motor in seiner elektrischen bzw. magnetischen Wirkung dargestellt. Dabei ist der Rotor in Fig. 11 gegenüber der Darstellung in Fig. 10 um eine Magnetteilung weitergedreht und die Stromzufuhr zu den Spulen umgepolt. Durch diese Umpolung in Abhängigkeit von der Magnetteilung wird ein nahezu gleichbleibendes Antriebsmoment erzeugt.


Anspruch[de]
  1. 1. Elektrische Maschine (1) mit einem Rotor und einem Stator, in welchen elektrische Spulen (2, 3, 32, 33, 34, 35, 112, 113) bzw. Dauermagnete (5, 6, 7, 8, 40, 41, 42, 43, 45, 46, 47, 48, 115, 116) angeordnet sind, die sich bei der Drehbewegung des Rotors gegenseitig beeinflussen, wobei der Rotor die Magnete und der Stator die Spulen enthält und die Spulen (2, 3, 32, 33, 34, 35, 112, 113) ohne Eisenkern ausgebildet sind und die einzelnen Windungen wenigstens in einem Abschnitt der Spule senkrecht zur Längsachse der Magnete (5, 6, 7, 8, 40, 41, 42, 43, 45, 46, 47, 48, 115, 116) angeordnet sind, die am Umfang des Rotors mit ihrer Magnetrichtung in Umfangsrichtung befestigt sind, wobei sich wenigstens ein Abschnitt der Spulen quer über den Rotorumfang erstreckt und die seitlich über den Rotor vorstehenden Spulenabschnitte wenigstens annähernd rechtwinklig abgebogen sind und parallel zu den Seiten des Rotors verlaufen und wobei sich die Spulen bzw. Magneten jeweils diametral gegenüberliegen und die Magnete mit umgekehrter Polung aufeinanderfolgen, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnete (5, 6, 7, 8, 40, 41, 42, 43, 45, 46, 47, 48, 115, 116) als Stabmagnete ausgebildet sind, die wenigstens annähernd tangential am Rotorumfang und mit Abstand voneinander angeordnet sind, und daß die doppelte Anzahl Magnete als Spulen vorgesehen ist.
  2. 2. Elektrische Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Dauermagnete (5, 6, 7, 8, 40, 41, 42, 43, 45, 46, 47, 48, 115, 116) über die ganze Breite des Rotors erstrecken.
  3. 3. Elektrische Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in der Zuleitung zu den Spulen eine Umpoleinrichtung vorgesehen ist.
  4. 4. Elektrische Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Rotoren (114) nebeneinander angeordnet sind.
  5. 5. Elektrische Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotoren unmittelbar aneinander anschließen.
  6. 6. Elektrische Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotoren im Abstand von einander angeordnet sind und über eine gemeinsame An- bzw. Abtriebswelle miteinander in Verbindung stehen.






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