PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4236675A1 05.05.1994
Titel Verfahren zur Verbrennung von Abfall und Müll
Anmelder Vetter, Richard, 31226 Peine, DE
Erfinder Vetter, Richard, 31226 Peine, DE
Vertreter Depmeyer, L., Dipl.-Ing. Pat.-Ing., 30823 Garbsen
DE-Anmeldedatum 30.10.1992
DE-Aktenzeichen 4236675
Offenlegungstag 05.05.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.05.1994
IPC-Hauptklasse F23G 5/46
IPC-Nebenklasse F23B 5/00   F23L 15/00   F28B 9/08   
Zusammenfassung Um bei einem solchen Verfahren eine große Wärmeausbeute bei geringer Umweltbelastung erreichen zu können, werden aufgrund der Erfindung die bei der Verbrennung entstehenden Abgase zur Nutzung der latenten Wärme durch einen oder mehrere Wärmetauscher auf etwa 20-50°C abgekühlt und ferner werden dann die Schadstoffe des anfallenden Kondensats neutralisiert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbrennung von Abfall und Müll.

Bei den bekannten Verfahren dieser Art wird zwar durch Verbrennen von Abfall und Müll Wärmeenergie gewonnen, diese Ausbeute ist jedoch unvollkommen. Zudem ergibt sich die Gefahr der Umweltbelastung.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu beseitigen und demgemäß zu erreichen, daß eine größtmögliche Wärmeausbeute bei geringer Umweltbelastung erzielt werden kann.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, die bei der Verbrennung entstehenden Abgase zur Nutzung der latenten Wärme durch einen oder mehrere Wärmetauscher auf etwa 20-50° abzukühlen und die Schadstoffe des anfallenden Kondensats zu neutralisieren.

Es soll also die Wärme genutzt werden, die sich beim Übergang vom gasförmigen in den flüssigen Zustand der Abgase ergibt bzw. hierbei frei wird. Da bei den erwähnten Temperaturen die erwünschte Kondensation eintritt, ist eine Nutzung der anfallenden latenten Wärme sichergestellt, die an die Wärmetauscher zur weiteren Nutzung abgegeben wird.

Die Wärmetauscher können dabei zur Beeinflussung beliebiger Medien benutzt werden zum Beispiel zum Erwärmen von Luft und Wasser. Vorzugsweise ist dabei an Wärmetauscher gedacht, die der Heizung zum Beispiel von Wohnräumen dienen kann. Hier ist wiederum eine Nutzung in Heizkesseln, vorzugsweise Warmwasserheizkesseln, aber auch eine Nutzung im Wege der Fußbodenheizung möglich. Bei der Zuleitung der Abgase zu Heizkesseln können bekannte Brennwertkessel benutzt werden. Darüber hinaus können Wärmetauscher auch so gestaltet sein, daß sie zumindest zum Teil der Erwärmung der Verbrennungsluft für das Verbrennen des Mülls und der Abfälle dienen kann.

Nach einem weiteren Vorschlag gemäß Erfindung sollen die Rückstände der Müll- bzw. Abfallverbrennungsanlage ggfs. nach einer Klassifikation erneut der Verbrennungsanlage zugeführt werden, um so zu erreichen, daß praktisch alle brennbaren Bestandteile erfaßt werden.

Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der Zeichnung erläutert, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist.

Die Abbildung zeigt in schematischer Darstellung eine Müllverbrennungsanlage mit Wärmetauschern zur Nutzung der Abgaswärme der Müllverbrennungsanlage.

Unterhalb eines unten offenen Behälters 1 zur Aufnahme des zu verbrennenden Mülls 2 befindet sich der Brennraum 3, der mit über den Umfang verteilten Brennern 4 befeuert wird. Der vorzugsweise schüttelfähige Rost 5 zur unteren Begrenzung des Brennraumes 3 am oberen Ende eines trichterartigen Aufnahmebehälters 6 dient zur Aufnahme der Verbrennungsrückstände, die z. B. durch eine Schnecke - nicht dargestellt - seitlich abgezogen werden können. Hier kann sich eine Klassifizierungsvorrichtung anschließen, die z. B. noch brennbare Rückstände aussortiert, welche dem Verbrennungsvorgang erneut zugeleitet werden, indem sie dem Behälter 1 erneut zugeführt werden, und zwar im Sinne der Pfeile 7, während der Pfeil 8 das Abzweigen der nicht mehr brennbaren Rückstände andeutet.

Die Abgase der Müllverbrennungsanlage entweichen seitlich neben dem oben isolierten Behälter 1 im Sinne des Pfeiles 9.

Von der Müllverbrennungsanlage aus gelangen die Abgase zu Wärmetauschern, die Bestandteil eines Warmwasserkessels sein können, aber nicht sein müssen, also gesonderte Einrichtungen sein können.

In einem geschlossenen Gehäuse 10 befinden sich zwei Wärmetauscher 41, 12; dem Gehäuse 10 werden die Abgase im Sinne des Pfeiles 13 zugeführt und unten am Gehäuse 10 bei 13&min; herausgeführt; von dort aus gelangen die Abgase zu einer Schornsteinvorrichtung bzw. ins Freie.

Der oben gelegene Wärmetauscher 11 dient zum Erwärmen von Wasser z. B. zum Erwärmen von Heizungswasser für Wohnraumheizungen, die Zuleitung ist mit 15 und die Ableitung des erwärmten Wassers ist mit 14 bezeichnet.

Der darunter befindliche Wärmetauscher 12 dient der Erwärmung von Luft; der Eintritt ist mit 16 bezeichnet, der Luftaustritt hat das Bezugszeichen 17.

Die vorgewärmte Luft soll dabei vorzugsweise zur Vorwärmung der Verbrennungsluft für die Müllverbrennungsanlage benutzt werden, der die vorgewärmte Luft bei 18 zugeleitet wird.

Es versteht sich, daß innerhalb des Gehäuses 10 die verschiedenen Leitungen hin- und herverlaufend verlegt sein müssen, um zwischen den Abgasen und den zu erwärmenden Medien einen Gegenstrom zu erzeugen.

Im Unterteil des Gehäuses 10 auf dessen Boden 19 sammelt sich das Kondensat, das deshalb entsteht, weil die Abgase etwa auf Zimmertemperatur abgekühlt werden. Es findet also eine Kondensation statt unter Nutzung der latenten Wärme.

Das Kondensat verläßt den Boden 19, über die Öffnung 20 und wird unterhalb des Bodens 19 in einer Kammer 21 neutralisiert. Das neutralisierte Kondensat verläßt das Gehäuse 10 bei 21&min;.

Aufgrund der Erfindung wird somit die in den Abgasen der Müllverbrennungsanlage enthaltene Wärme weitgehend nutzbar gemacht, wobei auch eine Neutralisation des Kondensats stattfindet und die Schadstoffe praktisch ausnahmslos beseitigt werden können.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Verbrennen von Müll und Abfall, dadurch gekennzeichnet, daß die bei der Verbrennung entstehenden Abgase zur Nutzung der latenten Wärme durch einen oder mehrere Wärmetauscher auf etwa 20-50°C abgekühlt und die Schadstoffe des anfallenden Kondensats neutralisiert werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbrennungsrückstände der Verbrennungsanlage ggfs. nach einer Klassifikation erneut der Verbrennung zugeführt werden.
  3. 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abkühlung der Abgase mittels eines oder mehrerer Wärmetauscher erfolgt, wobei die Kühlung der Abgase durch Wasser und/oder Luft erfolgt.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Wärmetauscher vorgesehen ist, in dem Verbrennungsluft für die Müll- bzw. Abfallverbrennung vorgewärmt wird.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich im unteren Teil der bzw. des Wärmetauschers eine Neutralisationskammer für das sich aufgrund der Abgase ergebende Kondensat befindet.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com