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Dokumentenidentifikation DE68912805T2 19.05.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0336433
Titel Pflanzenschutzmittel.
Anmelder Chinoin Gyógyszer és Vegyészeti Termékek Gyára RT., Budapest, HU
Erfinder Szego, Andras, Dr., H-1088 Budapest, HU;
Pap, Laszlo, Dr., H-1112 Budapest, HU;
Nagy, Lajos, H-2000 Szentendre, US;
Somfai, Eva, Dr., H-1014 Budapest, US;
Szycsany, György, H-1224 Budapest, US;
Szekely, Istvan, Dr., H-2130 Dunakeszi, US;
Deak, Anikp, Dr., H-1142 Budapest, HU;
Hegedüs, Agnes, H-1225 Budapest, HU
Vertreter Lotterhos, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Bartsch, E., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 60322 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 68912805
Vertragsstaaten AT, CH, DE, ES, FR, GB, GR, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 07.04.1989
EP-Aktenzeichen 891061558
EP-Offenlegungsdatum 11.10.1989
EP date of grant 02.02.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1994
IPC-Hauptklasse A01N 25/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft insektizide ULV-Pflanzenschutzformulierungen, die als weitere Additive Stoffe enthalten, die die Oberflächenspannung modifizieren.

Es ist bekannt, daß die LV (niederes Volumen) und die ULV (ultra niederes Volumen) Sprayverfahren die vorteilhaftesten und die wirtschaftlichsten Methoden im Pflanzen- und Forstschutz darstellen. Diese Formulierungen werden in sehr geringer Menge: (5 l/ha) ohne Verdünnungsmittel oder in sehr niedriger wässriger Verdünnung (5 -100 l/ha) anstelle in den üblichen hohen (600 l/ha) oder mittleren (100-600 l/ha) Verdünnungen angewandt (Matthews G.A.: Pest management, 1984, Longman, London and New York) Der Vorteil dieser Behandlungen besteht darin, daß zur Herstellung dieser Sprays kein Wasser erforderlich ist, und daß bisweilen die ULV-Formulierungen wirksamer als die Emulsionskonzentrate sind, die die gleiche Wirkstoffdosis enthalten (J. Econ. Entomol., 1986, 79:202)

Jedoch die Behandlungen mit einem Präparat in einer Menge von weniger als 5 l/ha (z.B. die ULV-Behandlungen) können nur dann den erforderlichen Bedeckungsgrad gewährleisten - der seinerseits die wirksame Bekämpfung der Schadlinge sichert - wenn das Versprühen in einer korrekten Weise, die eine optimale Verteilung der Tropfengröße gewährleistet, durchgeführt worden ist. Da die optimale Tropfengröße sehr oft eine wichtigere Rolle als die eingesetzte Dosis spielt (J. Econ. Entomol., 1987, 80:460), werden gewöhnlich spezielle Sprühköpfe verwendet (z.B. Unirot, Autorot, Beecomist, MicroMax (DR4), Flak). Die Formulierungen werden gewöhnlich unverdünnt, und die Wirkstoffe werden in Pflanzenund/oder Mineralölen gelöst, verwendet.

Als Mineralöl wird eine Mischung von aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen verwendet, deren Viskosität den Wert von 50 cP nicht übersteigt und deren Flamrnpunkt oberhalb von 60ºC liegt (z.B. Paraffinöl, Risella 917, Solvesso 200, HAN, Exxsol D 60).

Der Wirkungsgrad der Kontaktinsektizide wird auch durch die Beständigkeit der Tropfen beeinflußt, die sich auf der Pflanzenoberfläche befinden. Die in den ULV-Formulierungen verwendeten Öle, die nach und nach auf die Oberflächen gesprüht werden, dringen dann in die Epicuticular-Schicht von Wachs der Pflanze ein. Auf diese Weise werden die Kontaktoberflächen zwischen der Pflanze und dem Spraytropfen - und damit die für die Resorption des Wirkstoffs in die Pflanze wirksamen Oberflächen - vergrößert, dennoch kann die spezifische, für die Insekten "verfügbare" Dosis abnehmen, was die Intoxikation verlangsamen kann.

Es ist bekannt, daß die Wirksamkeit des in Form einer ULV-Öl-Eormulierung verwendeten Permethrins positiv durch die Retentionsdauer des Tropfens auf der Blattoberfläche beeinflußt werden kann, woran sich eine Anderung des Kontaktwinkels anschließen kann (Pestic. Sci. 1984, 15:382) Der Kontaktwinkel hängt von der Oberflächenspannung der festen und der flüssigen Phasen, von der Grenzflächenspannung und von der Oberflächenrauhheit ab (S ntó, P: The basis of the Colloidal Chemistry, 1987, Verleger: Gondolat, Budapest).

Zusammenfassung der Erfindung

Die Erfindung betrifft insektizide ULV-Pflanzenschutzformulierun gen, die sich für die Anwendung in sehr geringer Menge eignen, und die

0,5 - 30 g/l synthetische Pyrethroide und/oder

0,5 - 300 g/l Phosphorsäureester, Thiophosphorsäureester und/oder Dithiophosphorsäureester gelöst in einer Mischung enthalten, die

2 - 300 g/l aliphatische Kohlenwasserstoffe und Sonnenblumenöl in einer bis zu 1000 ml benötigten Menge enthält, und die ferner

2 - 100 g/l, vorzugsweise von 15 - 60 g/l Alkylaryl-polyglykol-ether als Additiv enthalten, und die es ermöglichen, daß der initiale Kontaktwinkel der Formulierung auf der Pflanzenoberfläche größer als 13º, nach 20 Minuten größer als 6º ist, und nach 120 Minuten mindestens 2º aufweist.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Ziel der Erfindung war, einen Spray zu entwickeln, dessen Tropfen durch Beeinflussung der weiter oben angegebenen Faktoren eine verlängerte Retentionsdauer aufweisen, um dadurch die Wirksamkeit der ULV-Formulierungen zu verbessern.

Es wurde gefunden, daß der Wirkungsgrad gewisser DLV-Kompositionen in Öl oder in einer Mischung von Ölen gesteigert werden kann, wenn diese Kompositionen geeignete Komponenten zur Modifizierung der Penetration enthalten. Die bekannten ULV-Formulierungen, die unverdünnt verwendet werden, enthalten keine Additive (Tenside) zur Herabsetzung der Grenzflächenspannung.

Die Erfindung betrifft insektizide ULV-Pflanzenschutzformulierungen, die sich für die Anwendung in sehr geringer Menge eignen, und die

0,5 - 30 g/l synthetische Pyrethroide und/oder

0,5 - 300 g/l Phosphorsäureester, Thiophosphorsäureester und/oder Dithiophosphorsäureester in einer Mischung gelöst enthalten, die p2 - 300 g/l aliphatische Kohlenwasserstoffe und Sonnenblumenöl in einer bis zu 1000 ml benötigten Menge enthält, und die ferner

2 - 100 g/l, vorzugsweise von 15 - 60 g/l Alkylaryl-polyglykol-ether als Additiv enthalten, und die es ermöglichen, daß der initiale Kontaktwinkel der Formulierung auf der Pflanzenoberfläche größer als 13º, nach 20 Minuten größer als 6º ist, und nach 120 Minuten mindestens 2º aufweist

Die Formulierungen gemäß Erfindung enthalten folgende natürliche und synthetische Pyrethroide:

Allethrin, Bifenthrin, Bioallethrin, Bioresmethrin, Chinmix, Cyfluthrin, Cyhalothrin, Cypermethrin, Deltamethrin, Fenpropathrin, Fenvalerat, Flycythrinat, Fluvalinat, Permethrin, Phenothrin, Resmethrin, Tetramethrin, Tralomethrin und/oder Transmix.

Die Formulierungen gemäß Erfindung enthalten Trichlorfon, Propaphos, Dicrotophos, Phosphamidon, Profenophos, Monocrotophos als Phosphorsäureester und Acephat, Parathion, Methylparathion, Chlorpyriphos, Methamidophos, Demeton, Oxy-demeton-methyl, Fenitrothion, EPN, Triazophos, Pirimiphos-methyl, Mevinphos, Quinalphos, Fenthion, Pirimiphos-ethyl als Thiophosphorsäureester und/oder Dimethoat, Azinphos-methyl, Azinphos-ethyl, Phosmet, Maiathion, Phenthoat, Methidathion und/oder Phosalon als Dithiophosphorsäureester.

In den Formulierungen gemäß Erfindung wird vorzugsweise Nonylphenol-polyklykol-ether (EO 6 -10) als Alkyl-polyglykol-ether), und als aliphatische Kohlenwasserstoffmischung wird vorzugsweise eine Mischung von C&sub1;&sub0;&submin;&sub1;&sub5;-Kohlenwasserstoffen verwendet, die 45-50% Naphthen enthalten und einen Flammpunkt von mehr als 58ºC haben

Als Öl wird in der Präparation gemäß Erfindung vorzugsweise ein von Verunreinigungen freies, doppelt gefiltertes Sonnenblumenöl (Pharmacopeia) verwendet

Von diesen Kompositionen sind diejenigen am wirksamsten, die - aufgrund der Modifizierungskomponenten - die Bildung von solchen Kontaktwinkeln ermöglichen, die die Adhäsion der Tropfen gewährleisten können, die sich auf einer vertikalen oder horizontalen Pflanzenoberfläche oder auf einer Pflanzenoberfläche zwischen diesen beiden geometrischen Positionen befinden, und die deren Absorption innerhalb von 2 Stunden verhindern können.

Die experimentellen Daten der folgenden Beispiele belegen, daß der Wirkungsgrad dieser Kompositionen denjenigen der Vergleichskompositionen übersteigt, die keine modifizierend wirkende Verbindung enthalten.

Der Kontaktwinkel hängt von der Grenzflächenspannung zwischen dem Öltropfen und der gegebenen Pflanzenoberfläche , außerdem von der Schwerkraft - auf die Tropfengröße bezogen - (Pestic. Sci., 1987. 15:382), von der Qualität des Öls (Pestic. Sci., 1987. 20:241), und von verschiedenen physikalischen Parametern, z.B. Temperatur, Feuchtigkeit (Pestic. Sci., 1987. 20:105) ab. Alle haben einen Einfluß auf die Ausbreitung der Tropfen und auf die Penetration des Wirkstoffs in die Epicuticularschicht von Wachs.

Die folgenden Beispiele betreffen Untersuchungen über das Verhalten der Tropfen, die einen Durchmesser von 80 um aufweisen-und die unter konstanten physikalischen Parametern aus einer bevorzugten Ölmischung hergestellt worden sind. Die Untersuchungen wurden auf verschiedenen Pflanzenoberflächen in Gegenwart verschiedener Stoffe, die einzeln oder in Mischungen zur Modifizierung der Penetration eingesetzt worden waren, durchgeführt.

In diesen Untersuchungen wurden die Mischungen von verschiedenen Pflanzenölen, z.B. Soja-, Raps-, Palm-, Sonnenblumenöl und Mineralölen, z.B. verschiedenen aromatischen und aliphatischen Kohlenwasserstoffen und deren Mischungen als Lösungsmittelmischungen geprüft. Als Pflanzenoberfläche wurden die Blätter des jungen Laubes von Luzerne (Medicago sativa) und von Sonnenblumen (Helianthus annus) verwendet. Der Kontaktwinkel und die Aosorptionszeit der ULV-Pflanzenschutzformulierungen wurden mittels optischer Methoden und danach die Retentionszeit durch die Veränderung des Kontaktwinkels während der Zeit bestimmt.

Es ist festgestellt worden, daß der Kontaktwinkel der Lösung, die unter Verwendung einer Mischung von Sonnenblumenöl und gemischten hydrierten aliphatischen Kohlenwasserstoffen erhalten worden war, 7-10º beträgt, daß jedoch bei Verwendung anderer Mischungen sogar ein niedrigerer Wert (7-1º) erhalten werden kann. Überraschenderweise beträgt selbst die Penetrationszeit von Kompositionen, die einen relativ großen Kontaktwinkel (10º) aufweisen, nur 15 bis 20 Minuten. Die Penetration von ULV-Formulierungen mit einem Kontaktwinkel unterhalb von 70 findet sehr schnell, in 2 bis 15 Minuten, statt.

Infolgedessen wurde eine solche Lösungsmittelmischung als Ausgangslösung verwendet, die - in Form der ULV-Formulierung - einen Kontaktwinkel von 7 bis 10ºC hat. Die folgende Komposition entspricht z.B. dieser Forderung:

0,5 - 30 g/l Pyrethroid und/oder 0,5 - 300 g/l Phosphorsäureester

2 - 300 g/1 aliphatische Kohlenwasserstoffmischung Sonnenblumenöl bis 1000 ml.

Bei Anwendung dieser Komposition betrug der auf der Pflanzenoberfläche gemessene Kontaktwinkel 7º - 10º , und die Penetrationszeit 15 - 20 Minuten.

Als aliphatische Kohlenwasserstoffmischung wurden Exxsol D 60- und D 100-Produkte (Mischung von D&sub1;&sub0;&submin;&sub1;&sub5;-Kohlenwasserstoffen, Naphthengehalt: 45 -50%, Flammpunkt: 50º - 100 ºC) verwendet.

Das eingesetzte Sonnehblumenöl hatte Pharmacopeia-Qualität, doppelt filtriert.

Es wurden verschiedene Additive, die das Grenzflächenverhalten modifizieren, in verschiedenen Konzentrationen untersucht, und der Kontaktwinkel sowie dessen Veränderungen mit der Zeit auf den Blättern von Luzerne- und Sonnehblumenpflanzen bestimmt.

Die folgenden Stoffe wurden als Komponenten, die die Penetration modifizieren, verwendet:

Ionische Materialien:

- Calciumsalz der Dodecylbenzolsulfonsäure,

Nicht-ionische Materialien:

- Fettalkohol-polyglykol-ether:

Verbindungen der Formel RX(CH&sub2;CH&sub2;O)yH, worin - wenn X 0 ist - RO = Kokosnußöl-alkohol, Oleylalkohol, Kiefernnadelöl-alkohol, Isotridecyl-alkohol bedeutet;

- Alkyl-aryl-polyglykol-ether, der oben angegebenen allgemeinen Formel, worin - wenn R Alkylphenol ist - R Nonylphenol oder Tributylphenol und y 2-12 bedeutet;

- Fettamine-polyglykol-ether, worin - wenn X = NH ist - RNH Kokosnußöl-, Stearyl-, Oleyl-, Kiefernnadelöl-amin und y 2-12 bedeuten;

- Propylenoxid-Ethylenoxid-Blockpolymer (EO = 10-12).

Es wurde gefunden, daß ULV-Formulierungen der folgenden Zusammensetzung:

0,5 -30 g/l Pyrethroid und/oder 0,5 - 300 g/l Phosphorsäureester,

2 - 300 g/1 gemischte aliphatische Kohlenwasserstoffe,

15 - 60 g/l Alkyl-aryl-polyglykolether (EO = 6 -10) und Sonnenblumenöl bis zu 1000 ml,

auf der Pflanzenoberfläche zu Beginn einen Kontaktw nkel den 13º-21º aufweisen, der nach 20 Minuten von 6º bis 10º und nach 120 Minuten von 2º - 3º beträgt und der erst nach 180 Minuten auf 0º zurückgeht.

Wenn irgendwelche andere Additive in einer Konzentration von 15- 60 g/l verwendet wurden, oder wenn die untersuchte Formulierung keine Additive enthielt, war der auf der Pflanzenoberfläche bestimmte initiale Kontaktwinkel kleiner als 16º und 0º nach 20 Minuten bei Luzerne, und kleiner als 8º bei Mais und 0º nach 120 Minuten in beiden Fällen.

Durch die folgenden Beispiele soll bewiesen werden, daß die Penetrationszeit des Spraytropfen durch die Verwendung von Alkyl-arylpolyglykol-ethern bedeutend erhöht werden kann, was zu einer bedeutenden Wirkungssteigerung des in den Formulierungen enthaltenen Wirkstoffs führt. Aufgrund dieser erhöhten Wirksamkeit kann die spezifische Dosis (g Wirkstoff/ha) reduziert werden, was im Hinblick auf die Kosten des Pfianzenschutzes und die Verringerung der Pestizidbelastung sehr vorteilhaft ist. Die aktiven Ingredientien, die für längere Zeit als starke Pestizide erhältlich sind, haben außerdem den großen Vorteil, daß sie zur Regelung der resistenten Populationen eingesetzt werden können.

Definition der in den folgenden Tabellen benutzten Abkürzungen:

CIP = Cypermethrin = α-Cyano-3-phenoxy-benzyl-3-(2,2- dichlorvinyl)-2,2-dimethyl-cyclopropancarboxylat,

CHX = "Chinmix" = eine Mischung im Verhältnis 40:60 der folgenden Isomeren von Cypermethrin:

(lRcisS - lScisR) : lRtransS - lStrans = 40:60,

QUI = Quinalphos = 0,0-Diethyl-0-chinoxalin-2-yl-phosphorthioat,

DIA = Diazinon = 0,0-Diethyl-0-2-isopropyl-6-methylpyrimidin-4-yl-phosphorthioat,

TRIA = Triazophos = 0,0-Diethyl-0-1-phenyl-1H-1,2,4-triazol-3- yl-phosphorthioat,

MET = Methidathion = S-2,3-dihydro-5-methoxy-2-oxo-1,3,4thiadiazol-3-yl-methyl-0, 0-dimethylphophorthioat,

HEPT = Heptenophos = Chlorbicyclo [3,2,0] hepta-2,6-dien-6-yl- dimethylphosphat,

PHOS = Phosalon = S-6-Chlor-2,3-dihydro-2-oxobenzol- oxazol-3- yl-methyl-0,0-diethyl-phoshpor-dithioat,

SF = synergistischer Faktor,

PBD = Piperonylbutoxid,

Transmix = Mischung im Verhältnis 50:50 der lRtrans- und lStransR- Isomere von Cypermethrin

EPN = D-Ethyl-D-4-nitrophenyl-phenyl-phosphonthioat

Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert.

Beispiel 1

Chinmix 7,5 g/l,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Zur Herstellung der Komposition wird eine allgemein für die Herstellung solcher Lösungen bekannte Technik benutzt, das heißt, das Sonnenblumenöl wird mit dem Exxsol D 100 vermischt, der Wirkstoff in der erhaltenen Mischung bei 15 - 30ºC gelöst und danach die Lösung 30 Minuten gerührt.

Zur Bestimmung des Kontaktwinkels wird ein Mikroskop mit 30-facher Vergrößerung benutzt, das mit einem optischen, gekreuzten Fadenkreuz (optical cross spider) ausgestattet ist. Die Verschiebung des gekreuzten Fadenkreuzes wird mittels einer Anzeigevorrichtung für Fein-Skale-Winkelverschiebungen bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 2

Chinmix 0,75 g/l,

Ezxsol D 100 5 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Herstellung der Komposition und die Bestimmung des Kontaktwinkels wird in der in Beispiel 1 angegebenen Weise durchgeführt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 3

Chinmix 7,5 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 8) 60 g/l,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Zur Herstellung der Komposition wird eine allgemein für die Herstellung von Lösungen bekannte Technik angewandt, das heißt, das Sonnenblumenöl wird mit dem Exxsol D 100 vermischt, danach der Nonylphenolpolyglykol-ether zugesetzt, homogenisiert und der Wirkstoff in der so erhaltenen Mischung gelöst. Der Kontaktwinkel wird in der in Beispiel 1 beschriebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 4

Transmix 0,75 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 8) 30 g/l,

Exxsol D 100 5 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition wird in der in Beispiel 3 beschriebenen Weise hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 5

Chinmix 7,5 g/l,

Fettalkohol-polyglykol-ether (ED = 5) 60 g/l,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition wird in der in Beispiel 3 beschriebenen Weise hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 6

Chinmix 7,5 g/l,

Alkyl-aryl-polyglykol-ether (ED = 2) 30 g/l,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition wird in der in Beispiel 3 beschriebenen Weise hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 7

In einen Meßkolben von 1000 ml werden 240 g Quinalphos und 35 g Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = l0) gegeben und mit einer 1:5 Mischung (v/v) von Exxsol D 100 und Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml aufgefüllt. Die erhaltene Mischung wird in dem Kolben bei 50ºC homogenisiert und nach der vollständigen Lösung auf 20ºC gekühlt. Der Kontaktwinkel wird in der in Beispiel 1 beschriebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 8

In der Mischung von 80 g Piperonyl-butoxid und 23 g Nonylphenolpolyglokyl-ether (ED = 10) werden zunächst 10 g Chinmix und danach 240 g Quinalphos bei 45ºC gelöst und die so erhaltene Lösung auf 1000 ml mit einer 1:6 Mischung (v/v) von Exxsol D 60 und Sonnenblumenöl aufgefüllt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 9

Tetramethrin 10 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 8) 60 g/l,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition ist in der in Beispiel 3 beschriebenen Weise hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt worden.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 10

Cypermethrin 20 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 10) 15 g/l,

Exxsol D 100 200 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition ist in der in Beispiel 3 beschriebenen Weise hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt worden.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 11

Cypermethrin 2 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 10) 20 g/l,

Exxsol D 100 48 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition ist in der in Beispiel 3 beschriebenen Weise hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt worden.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Biologische Beispiele Beispiel 12 Wirkung auf Kartoffelkäfer

Petrischalen (∅ 9 cm) werden mit Kartoffelblättern ausgelegt, die von Schößlingen stammen, die zuvor nicht mit Insektiziden behandelt und mit den weiter oben angegebenen Kompositionen besprüht worden sind. Die Behandlung wird mit einer Sprühvorrichtung (ULVA-System), die für Laboratoriumszwecke modifiziert worden ist, eine Drehscheibe aufweist und mit einem Drehzahlregler ausgestattet ist, durchgeführt. Im Durchschnitt werden 28 Tropfen mit einem Durchmesser von 80 um auf den Quadratzentimeter aufgebracht. Nach unterschiedlicher Trockenzeit werden Kartoffelkäferlarven (Leptinotarsa decemlienata SAY) der dritten Larvenstufe auf die behandelten Oberflächen aufgebracht, und fünf Stunden später wird die Anzahl der vergifteten ataxischen Larven bestimmt. Es wurden vier Wiederholungen mit je 15 Larven durchgeführt. Die erhaltenen Ergebnisse - in Prozenten ausgedrückt - sind in Tabelle 1 zusammengestellt.

Tabelle 1
Trocknungszeit nach dem Sprayen (Minuten) Kontrolle* Kompositionen gemäß Beispielen Vernichtung % *Die Komposition gemäß beispiel 1 enthält keinen Wirkstoff.

Beispiel 13

Wirkung auf die Raupen vom gelben Klee (worms of yellow clover) Die Behandlungen werden in der in Beispiel 12 beschriebenen Weise ausgeführt, ausgenommen, daß Sonnenblumenblätter verwendet werden. Nach verschiedenen Trocknungszeiten wurden die Raupen vom gelben Klee (worms of yellow clover) (Heliothis maritima GRASLIN) des L&sub3;-L&sub4;-Larvenstadiums, die auf dem Feld gesammelt worden waren, auf die behandelten Blätter gegeben, und 5 Stunden später die Mortalitätsziffer bestimmt. Die Behandlungen wurden zweimal wiederholt, wobei in jedem Falle 20 Larven verwendet wurden. Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengefaßt.

Tabelle 2
Trocknungszeit nach dem Sprayen (Minuten) Kontrolle* Kompositionen gemäß Beispielen Vernichtung % *Die Komposition gemäß beispiel 1 enthält keinen Wirkstoff.

Beispiel 14 Wirksamkeit gegenüber Pflanzenläusen

Die Wirksamkeit der Komposition des Beispiels 3 wurde im industriellen Maßstab auf eine 10 ha Parzelle an Winterweizen gegenüber Pflanzenläusen getestet.

Eine im Handel erhältliche Komposition DEGIS ULV wurde als Vergleichskomposition verwendet. Die Applikation wurde vom Hubschrauber aus zur Zeit des milchigen Stadiums (milchiges Reifungsstadium) (milky ripening) (am 22. Juni) unter Verwendung eines ULV-Spezialkopfes durchgeführt. Die Auswertung wurde nach der Banks -Skala 2 und 7 Tage nach der Behandlung unter Verwendung von 8 x 25 markierten Ähren durchgeführt. Auf der Basis der Skalenwerte wurde der Befall berechnet und danach die durchschnittliche Anzahl der lebenden Individuen mit Hilfe einer empirischen Tabelle bestimmt. Die Berechnung des prozentualen Wirkungsgrades wurde mit Hilfe der Henderson-Tilton-Gleichung gemacht.

Tabelle 3
Anzahl der lebenden Individuen Wirkungsgrad % Behandlung Dosis Tage vor Behandlung nach Behandlung Wirkungsgrad % (Henderson-Tilton) CYPERIL-S* DECIS ULV unbehandelt Kontrolle *Komposition gemäß Beispiel 3

Beispiel 15

In einen Meßkolben von 1000 ml werden 400 g Phosalon und 25 g Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 10) gegeben und mit der 1:1: 5-Mischung (v/v) von Solvesso 200, Exxsol D 100 und Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml aufgefüllt. Die erhaltene Mischung wird bei 25ºC homogenisiert.

Der Kontaktwinkel wurde in der in Beispiel 1 beschriebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 16

In der in Beispiel 15 beschriebenen Weise wird die folgende Komposition hergestellt.

Fenitrothion 300 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 8) 50 g/l,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Der Kontaktwinkel dieses Präparats wird in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 17

Malathion 300 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether 25 g/l,

Solvesso 200 100 g/l,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition wird wie in Beispiel 15 hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 18

Phosalon 400 g/l,

Chinmix 8 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 10) 15 g/1,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition wird wie in Beispiel 15 hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 19

Deltamethrin 5 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 10) 20 g/l,

Solvesso 200 100 g/l,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition wird wie in Beispiel 15 hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten

Beispiel 20

Malathion 300 g/l,

Deltamethrin 5 g/l,

Nonylphenol-polyglykol-ether (ED = 8) 20 g/l,

Solvesso 200 100 g/l,

Exxsol D 100 250 g/l,

Sonnenblumenöl bis auf 1000 ml.

Die Komposition wird wie in Beispiel 15 hergestellt und der Kontaktwinkel in der in Beispiel 1 angegebenen Weise bestimmt.

Benetzungszeit Kontaktwinkel Luzerne Sonnenblumen Minuten


Anspruch[de]

1. ULV insektizide Pflanzenschutzformulierungen, die

0,5 - 30 g/l natürliche oder synthetische Pyrethroide oder

0,5 - 300 g/l Phosphorsäureester, Thiophosphorsäureester oder Dithiophosphorsäureester in der Mischung gelöst enthalten, die

2 - 300 g/l einer C&sub1;&sub0;&submin;&sub1;&sub5;-Kohlenwasserstoffmischung, die 45-50% Naphthen mit einem Flammpunkt von 50-100ºC und Sonnenblumenöl in einer bis zu 1000 ml benötigten Menge enthält, und

2 - 100 g/l, vorzugsweise 15 - 60 g/l, Nonylphenol-polyglykolether (EO=6-10) als weiteres Additiv umfaßt, wobei der initiale Kontaktwinkel der Formulierung auf der Pflanzenoberfläche größer als 13º, nach 20 Minuten, größer als 6º ist und nach 120 Minuten noch mindestens 2º beträgt.

2. ULV-Pflanzenschutzformulierungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie Allethrin, Bifenthrin, Bioallethrin, Bioresmethrin, Chinmix, Cyfluthrin, Cyhalothrin, Cypermethrin, Deltamethrin, Fenpropathrin, Fenvalerat, Flycythrinat, Fluvalinat, Permethrin, Phenothrin, Resmethrin, Tetramethrin, Tralomethrin und/oder Transmix als synthetische Pyrethroide enthalten.

3. ULV-Pflanzenschutzformulierungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie Trichlorfon, Propaphos, Dicrotophos, Phosphamidon, Profenophos, Monocrotophos als Phosphorsäureester und Acephat, Parathion, Methylparathion, Chlorpyriphos, Demeton, Dxydemeton-methyl, Fenitrothion, EPN, Triazophos, Pirimiphos-methyl, Mevinphos, Quinalphos, Fenthion als Thiophosphorsäureester und/oder Dimethoat, Azinphos-methyl, Azinphos-ethyl, Phosmet, Malathion, Phenthoat, Methidathion und/oder Phosalon als Dithiophosphorsäureester enthalten.

4. ULV-Pflanzenschutzformulierungen nach den Ansprüchen 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein von Verunreinigungen freies, doppelt gefiltertes Sonnenblumenöl (Pharmacopeia) enthalten.







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