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Dokumentenidentifikation DE69003939T2 19.05.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0460049
Titel HILFSANORDNUNG IN FAHRZEUGEN.
Anmelder Recodrive AB, Solna, SE
Erfinder WILBOM, Gustaf, S-171 53 Solna, SE
Vertreter Gramm, W., Prof.Dipl.-Ing.; Lins, E., Dipl.-Phys. Dr. jur.; Rehmann, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte; Schrammek, H., Rechtsanw., 38122 Braunschweig
DE-Aktenzeichen 69003939
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 15.02.1990
EP-Aktenzeichen 909039737
WO-Anmeldetag 15.02.1990
PCT-Aktenzeichen SE9000103
WO-Veröffentlichungsnummer 9009293
WO-Veröffentlichungsdatum 23.08.1990
EP-Offenlegungsdatum 11.12.1991
EP date of grant 13.10.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1994
IPC-Hauptklasse B60K 26/00
IPC-Nebenklasse B62D 1/24   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Fahrzeughilfssteuervorrichtung, mit der ein Fahrzeug von einer anderen Stelle als dem Führerhaus gesteuert werden kann, wobei die Fahrzeughilfssteuervorrichtung einer Art ist, wie sie im Oberbegriff von Anspruch 1 definiert wird.

Stand der Technik

Fahrzeuge dieser Art sind aus dem Stand der Technik bekannt - siehe z.B. WO A1 80/01154 (Wibom) - und werden u.a. in Verbindung mit Straßeninstandhaltearbeiten zum Zwecke der Vereinfachung der Aushebung von Löchern an den Seiten der instandzuhaltenden Straße, der Errichtung von Pfosten für Straßenzäune und dergleichen verwendet.

Weitere Beispiele bekannter Fahrzeuge dieser Art werden in GB-A-1 368 801 und GB-A-1 369 081 (beide Steiner) beschrieben und veranschaulicht.

Bei Verwendung der Fahrzeughilfssteuervorrichtung verläßt der Fahrer des Fahrzeugs das Führerhaus und kann das Fahrzeug mit Hilfe einer Schaltkonsole oder -tafel aus jeder gewünschten Position steuern, d.h. fahren und lenken.

Der Fahrer braucht nicht zum Führerhaus zurückzukehren, um das Fahrzeug die kurze Strecke zwischen zwei Stellen an der Straße, an denen Arbeiten auszuführen sind, zu bewegen.

In DE-A1-3 200 241 (Niklaus) wird eine automatische Steuervorrichtung - eine sogenannte Selbststeueranlage - für ein Wasser- oder landgestütztes Fahrzeug beschrieben, die mit einer Kupplungsvorrichtung in Form einer Schraubenfeder ausgestattet ist, die die Kupplung einrückt, wenn die Feder aufgrund einer Einwirkung auf eines ihrer Enden ausgedehnt ist. Die Kupplungsvorrichtung wird automatisch ausgerückt, wenn die standardmäßige Steuereinrichtung des landgestützten oder Wasserfahrzeugs aktiviert wird.

In US-A-4 527 656 (Walbridge) wird eine weitere bekannte Anordnung beschrieben, bei der keine Fahrzeughilfssteuervorrichtung am Fahrzeug vorgesehen ist.

Aufgaben der Erfindung

Es hat sich herausgestellt, daß dank der verbesserten Fahrzeughilfssteuervorrichtung der beschriebenen Art die Fahrzeughilfssteuervorrichtung in einem viel weiteren Bereich eingesetzt werden kann und somit bei einer großen Anzahl von unterschiedlichen Fahrzeugen für unterschiedliche Zwecke vorteilhaft verwendet werden kann.

Demgemäß ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Fahrzeughilfssteuervorrichtung der oben beschriebenen Art bereitzustellen, mit der ein Fahrzeug von der anderen Fahrzeugsteuerstelle aus wirksam und zuverlässig manövriert werden kann, und die des weiteren mit dem standardmäßigen Antriebs- und Steuersystem des Fahrzeugs kompatibel ist und mehr Sicherheit bietet, beispielsweise wenn das Fahrzeug in die normale Rückwärtsfahrtrichtung gefahren werden soll.

Darstellung der Erfindung

Eine erfindungsgemäß konstruierte und diese und andere Aufgaben erfüllende Fahrzeughilfssteuervorrichtung weist die kennzeichnenden Merkmale im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 auf.

Da die Steuer- und Antriebseinheiten über nachgiebig arbeitende Glieder mit der Lenkstange bzw. dem Antriebsstrang des Fahrzeugs zusammenwirken, wird die Fahrzeughilfssteuervorrichtung betriebsmäßig dem standardmäßigen Antriebs- und Steuersystem des Fahrzeugs überlagert, d.h. letzteres kann selbst bei eingerückter Fahrzeughilfssteuervorrichtung arbeiten. Mit Fahrzeugantriebsstrang ist die Kette der Fahrzeugantriebskomponenten vom Motor bis zur Hinterachse gemeint.

Somit werden Risiken und Umständlichkeiten vermieden, wie z.B. beim versehentlichen Einrücken der Fahrzeughilfssteuervorrichtung durch den Fahrer, wenn das Fahrzeug normal gefahren wird. In diesem Fall kann das Fahrzeug noch mit dem Fahrzeuglenkrad gelenkt werden, obgleich das Lenken in dieser Situation etwas schwerer geht.

Ein weiterer wichtiger von der Erfindung gebotener Vorteil ist, daß das standardmäßige Antriebs- und Steuersystem des Fahrzeugs nicht in großem Maße umgestaltet oder geändert werden muß. Die Fahrzeughilfssteuervorrichtung kann in das Fahrzeug eingebaut werden, ohne daß in das standardmäßige Fahrzeugantriebs- und -steuersystem erheblich eingegriffen werden muß, das somit im wesentlichen unverändert bleibt.

Vorne am Fahrzeug wird vorzugsweise eine Kollisionsschutzvorrichtung einer Art angebracht, wie sie im Oberbegriff von Anspruch 2 dargelegt ist.

Dies bietet zusätzlichen Schutz, wenn der Fahrer das Fahrzeug von der anderen Steuerstelle aus nach vorne bewegt, insbesondere wenn von ihr aus ein sichereres Rückwärtsfahren des Fahrzeugs möglich sein soll. In vielen Fällen ist die Sicht nach vorn beim Vorwärts fahren des Fahrzeugs nicht zufriedenstellend, und das Vorsehen einer Kollisionsschutzvorrichtung der oben beschriebenen Art fördert so die Sicherheit. Es ist sehr wichtig, daß Menschen, die sehen, daß sich ein Fahrzeug ohne Fahrer iin Führerhaus bewegt, das Vorhandensein eines Fahrers an der anderen Fahrzeugsteuerstelle wahrnehmen.

Bei einer Anordnung dieser Art kann die Sicherheit erhöht werden, wenn gemäß dem kennzeichnenden Teil von Anspruch 2 die Aktivierung der Kollisionsschutzvorrichtung zu einem Ausrücken der Antriebseinheit der Fahrzeughilfssteuervorrichtung führt, wobei diese Antriebseinheit angehalten wird, während die Steuereinheit so ausgelegt ist, daß sie ihre Steuerfunktion beibehält.

Aufgrund der großen Gesamtmasse eines sich bewegenden Fahrzeugs ist der Bremsweg des Fahrzeugs vorgegeben, selbst wenn die Kollisionsschutzvorrichtung aktiviert wird. Deshalb ist es von Vorteil, wenn der Fahrer während des ganzen Bremswegs in der Lage ist, das Fahrzeug zu lenken und zu steuern.

Der Sicherheitsfaktor beim Vorwärts fahren eines Fahrzeugs kann des weiteren durch Anbringen einer Fernsehkamera am vorderen Teil des Fahrzeugs und Vorsehen eines Fernsehmonitors an der anderen Bedienungsstelle erhöht werden, über den der Fahrer die von der Fernsehkamera vermittelten Informationen verwenden kann.

Mit der Anordnung nach Anspruch 3 können die verschiedenen in der Fahrzeughilfssteuervorrichtung enthaltenen Einheiten leicht vom Führerhaus aus aktiviert werden. Die definierte Kupplungseinrückbewegung wird vom Fahrer mittels einer Einrichtung, wie dem Betätigungshebel, bewirkt, dank derer der Fahrer das Führerhaus verlassen und sich an die andere Bedienungsstelle stellen kann, so daß er das Fahrzeug über die Bedieneinheit der Fahrzeughilfssteuervorrichtung vollkommen beherrscht, nachdem er den Stromhauptschalter auf der Schalttafel oder -konsole betätigt hat.

In Anspruch 4 wird eine besonders betriebsgünstige Konstruktion der einen Teil der Fahrzeughilfssteuervorrichtung bildenden Steuereinheit definiert. Bei dieser Ausführung nimmt die Steuereinheit im Führerhaus nur wenig Raum ein und kann auf einfache Weise an das Lenkrad angebracht werden. Der Fahrer kann den obengenannten Betätigungshebel leicht erreichen.

Die Reibungskupplung gewährleistet, daß der Fahrer das Fahrzeug mit dem Lenkrad lenken kann, selbst wenn die Fahrzeughilfssteuervorrichtung versehentlich eingerückt ist. Dann muß jedoch zum Lenken des Fahrzeugs eine erhebliche Kraft aufgebracht werden.

Die Kombination der im Kennzeichen von Anspruch 5 dargelegten kennzeichnenden Merkmale mit einer Anordnung der Art, wie sie im Oberbegriff dieses Anspruchs definiert ist, bei der die Antriebseinheit so weit wie möglich gegen die Wirkungen von Schwingungen und Erschütterungen geschützt ist, die bei der erwähnten Position die kleinste Amplitude haben, bietet große Vorteile.

Ungleichmäßige Belastung der Antriebswelle kann durch Verwendung von mindestens zwei Motoren bei der Antriebseinheit vermieden werden, und durch Kupplung der Motoren entweder in Reihe oder parallel können des weiteren zwei verschiedene Betriebszustände erreicht werden.

Die Antriebseinheit enthält vorzugsweise eine Rutschkupplung, um eine Beschädigung der Antriebseinheit zu vermeiden, wenn diese beispielsweise versehentlich beim Vorwärts fahren des Fahrzeugs über seinen standardmäßigen Antriebsstrang eingerückt wird.

Des weiteren stellt die Rutschkupplung sicher, daß beim Bremsen oder Lösen der Sicherheitsfahrschaltung die Antriebseinheit relativ zum Antriebsstrang in ausreichendem Maße rutschen kann. Bei den Motoren der Antriebseinheit kann es sich um Elektromotoren oder Hydromotoren handeln. Bei Verwendung von Hydromotoren kann das oben erwähnte Rutschen mit Hilfe einer geeigneten Rückschlagventilanordnung erreicht werden.

Eine mit einem Druckmedium betätigte Kupplungsanordnung, vorzugsweise eine pneumatische Kupplungsanordnung, kann zum Einrücken der Getrieberäder der Antriebseinheit verwendet werden, wobei die erwähnten Getrieberäder vorzugsweise auf an den Abtriebswellen der jeweiligen Antriebsmotoren vorgesehenen Schiebekeilen verschiebbar sind.

Die erfindungsgemäße Fahrzeughilfssteuervorrichtung kann bei vielen verschiedenen Fahrzeugarten Anwendung finden, beispielsweise Müllabfuhrwagen, Flugzeugverpflegungswagen, Fahrzeugen mit Hebebühnen, Straßeninstandhaltefahrzeugen und dergleichen, z.B. einem Heckenschneidewagen, einem Holzlader, einem Asphaltierwagen, einem Fahrzeug zum Auslegen von Randmarkierungen auf verschneiten Straßen, einem Abschleppwagen oder anderen Arten von Kräne tragenden Fahrzeugen usw. Hieraus wird deutlich, daß die Fahrzeughilfssteuervorrichtung einen besonders weiten Anwendungsbereich hat.

Die Erfindung wird nun anhand ihrer beispielhaften, in den beigefügten schematischen Zeichnungen dargestellten Ausführungen ausführlicher beschrieben.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Figur 1 ist eine Seitenansicht eines Müllabfuhrwagens, der mit einer erfindungsgemäßen Fahrzeughilfssteuervorrichtung ausgestattet ist.

Figur 2 ist eine Draufsicht, die eine Teil der Bedieneinheiten der Fahrzeughilfssteuervorrichtung bildende Schalttafel oder -konsole darstellt.

Figur 3 ist eine Seitenansicht einer Teil der Fahrzeughilfssteuervorrichtung bildenden Steuereinheit, die mit dem Lenkrad des Fahrzeugs verbunden ist.

Figur 4 ist eine Schnittansicht der in Figur 3 dargestellten Steuereinheit.

Figuren 5a und 5b sind Ansichten einer Teil der Fahrzeughilfssteuervorrichtung bildenden Antriebseinheit, die mit der Kardanwelle des Fahrzeugs verbunden ist.

Figuren 6-8 stellen Beispiele von Fahrzeugen dar, bei denen eine erfindungsgemäße Fahrzeughilfssteuervorrichtung vorteilhaft verwendet werden kann.

Dementsprechend ist Figur 6 eine Seitenansicht eines Verpflegungswagens zur Bordküchenversorgung von Flugzeugen auf Flugplätzen.

Figur 7 ist eine perspektivische Ansicht eines Fahrzeugs mit Hebebühne.

Figur 8 ist eine perspektivische Ansicht eines Straßeninstandhalte- oder ähnlichen Fahrzeugs, und zwar insbesondere eines Heckenschneidewagens.

Figuren 9 und 10 stellen schließlich eine modifizierte Steuereinheit dar.

Beste Ausführungsarten der Erfindung

In Figur 1 ist ein Müllabfuhrwagen 1 dargestellt, bei dem am hinteren Ende eine Bedienungsbrücke 2 befestigt ist, auf die sich der Fahrer des Fahrzeugs stellen und mit Blickrichtung nach hinten das Fahrzeug mittels einer erfindungsgemäßen Fahrzeughilfssteuervorrichtung manövrieren kann.

Bei der Darstellung von Figur 1 wird angenommen, daß der Fahrer in die Richtung blickt, in die das Fahrzeug gefahren werden soll, d.h. nach hinten. Mit anderen Worten, bei Verwendung der erfindungsgemäßen Fahrzeughilfssteuervorrichtung ist die Blickrichtung des Fahrers der normalen Fahrtrichtung entgegengesetzt.

Die Fahrzeughilfssteuervorrichtung wird mit Hilfe einer Bedieneinheit 3 bedient, die mit einer in Figur 2 dargestellten Schaltkonsole oder -tafel 4 ausgestattet ist.

Des weiteren ist das Fahrzeug mit einer vorderen Kollisionsschutzvorrichtung in Gestalt eines Gitters oder einer ähnlichen Konstruktion 5 und einer Fernsehkamera 6 versehen, die den Bereich vor dem Führerhaus des Fahrzeugs überwacht, sowie einem Monitor 7, der mit der Fernsehkamera verbunden ist und es ermöglicht, daß der Fahrer die von der Fernsehkamera 6 vermittelten Informationen erhält, während er auf der Brücke 2 steht. An der Plattform 2 sind des weiteren zwei Rückspiegel 8 befestigt, so daß der Fahrer auf beiden Seiten des Fahrzeugs die jeweiligen Bereiche sehen kann, wenn er das Fahrzeug mit Hilfe der Fahrzeughilfssteuervorrichtung fährt.

Die Schaltkonsole 4 an der Bedieneinheit 3 enthält u.a. die folgenden Betätigungsglieder: einen Stromversorgungs-Hauptschalter 4a, einen Notausschalter 4b und Steuervorrichtungen 4c, die durch Einrücken der in der Fahrzeughilfssteuervorrichtung enthaltenden Steuereinheit das Fahrzeug in die eine oder andere Richtung lenken. Des weiteren ist eine Steuervorrichtung 4d vorgesehen, um das Fahrzeug durch Einrücken der Antriebseinheit in die eine oder andere Richtung vorwärts oder rückwärts zu fahren.

Die Konsole oder Tafel 4 enthält des weiteren zwei Knöpfe 4e, 4f zum Aktivieren eines Fahrtrichtungsanzeigers, die Vorrichtung 4g zum Aktivieren einer Handbremse, einen Signalknopf 4h und eine Vorrichtung 4i zum Einrücken und Ausrücken der Bremsanlage des Fahrzeugs.

Das Führerhaus des Fahrzeugs ist des weiteren mit Steuervorrichtungen zum Zu- und Abschalten u.a. der Stromversorgung, Antriebseinheit, Steuereinheit, Bremsen und Lichtsignale und akustischen Signale beim Vorwärtsfahren (nicht gezeigt) ausgestattet.

Die Figuren 3 und 4 stellen das mit der Lenkstange 21 verbundene Lenkrad 20 des Fahrzeugs dar, welche mit einer Hülse 22 umgeben und mit einer Teil der erfindungsgemäßen Fahrzeughilfssteuervorrichtung bildenden Steuereinheit 23 verbunden ist.

Die Steuereinheit enthält einen Elektromotor 24, der mit einem Schneckengetriebe 25 und einer Mehrscheibenkupplung 26, die die Lenkstange 21 und die Hülse 22 umgibt, versehen ist. Die Scheibenkupplung 26 weist einen treibenden Teil 27 und einen angetriebenen Teil 28 auf, wobei letzterer mit Schrauben 29 mit dem Lenkrad 20 verbunden ist.

Beim Einbau der Steuereinheit wird das Lenkrad 20 von der Lenkstange 21 entfernt, und die Einheit 23 wird dann an dem Lenkrad angebracht, das danach wieder an der Lenkstange befestigt wird.

Die Steuereinheit wird mit Hilfe eines Hebels 30 aktiviert, der, wenn er nach unten bewegt wird, einen Mikroschalter 31 aktiviert, der den Antriebskreis der Fahrzeughilfssteuervorrichtung einrückt, d.h. auf eine Weise, daß auch die Antriebseinheit eingerückt ist, wenn der Hauptschalter 4a auf der Konsole 4 eingeschaltet ist. Die Bezugszahl 50 in Figur 5 bezeichnet den Getriebekasten des Fahrzeugs. Die Abtriebswelle 51 des Getriebekastens weist einen mit Zähnen 52a versehenen Flansch oder Ansatz 52 auf. Das Universalgelenk ist mit 53 bezeichnet.

Die Antriebseinheit 40 der dargestellten Fahrzeughilfssteuervorrichtung umfaßt zwei Motoren 41 und 42, die entweder parallel oder in Reihe derart zusammenwirken, daß zwei voneinander verschiedene Betriebszustände der Antriebseinheit bereitgestellt werden.

Die Abtriebswellen 43, 44 der jeweiligen Motoren 41, 42 weisen Getrieberäder 45, 46 auf, die mittels Kupplungsvorrichtungen in Gestalt von Druckluft- Zylinder/Kolben-Einheiten (nicht gezeigt) auf den Wellen 43, 44 verschoben werden können.

Da die Antriebseinheit 40 im Bereich des Universalgelenks 53 positioniert ist, sind die Amplituden der auftretenden Schwingungen und damit die Belastungen der Antriebseinheit relativ gering.

Gemäß einem wichtigen Merkmal der Erfindung enthält die Antriebseinheit nachgiebig arbeitende Vorrichtungen, beispielsweise in Form einer Rutschkupplung, die die Kardanwelle nicht verriegeln, wenn die Antriebseinheit ausgerückt ist, z.B. wenn die der Antriebseinheit zugeführte Kraft auf Null gebracht oder auf andere Weise unterbrochen wird. Es kann auch eine elektronische Anordnung zu diesem Zweck verwendet werden.

Ein Fahrzeug der betroffenen Art weist eine sehr große Masse auf, und es besteht die Gefahr, daß die Komponenten der Antriebseinheit beschädigt werden, wenn die obengenannte nachgiebig arbeitende Vorrichtung weggelassen wird.

Die Motoren 41, 42 der Antriebseinheit 40 weisen des weiteren Kupplungsvorrichtungen auf, die die jeweiligen Getrieberäder 45, 46 auf Schiebekeilen auf der Welle 43 bzw. 44 verschieben und automatisch ausrücken, wenn ein entsprechender Bedienknopf aktiviert oder die Fahrzeughilfssteuervorrichtung ausgerückt wird, so daß das Fahrzeug auf herkömmliche Weise gefahren werden kann.

Die Figuren 6-8 stellen weitere Beispiele von Fahrzeugen dar, bei denen eine erfindungsgemäße Fahrzeughilfssteuervorrichtung vorteilhaft verwendet werden kann.

Somit stellt Figur 6 einen sogenannten Flugzeugverpflegungswagen 70 dar. Der Plattformteil 71 des Fahrzeugs kann mittels einer hydraulisch betriebenen pantografartigen Anordnung 72 gehoben oder gesenkt werden.

Der hintere Teil des Fahrzeugs ist mit einer zusammenklappbaren Bedienungsbrücke 73 ausgestattet, auf die sich der Fahrer des Fahrzeugs stellen und, mit Blickrichtung in Bewegungsrichtung des Fahrzeugs, mit der Bedieneinheit 3 das Fahrzeug rückwärts zu einem Flugzeug (nicht gezeigt) hin fahren kann, so daß das Flugzeug beoder entladen werden kann. Dies bietet den Vorteil, daß der Fahrer in Richtung Flugzeug blicken und sich ihm vorsichtig nähern kann. Folglich werden die großen Nachteile früherer bekannter Verpflegungswagen, bei denen sich der Fahrer am anderen Ende der Plattform befindet, beseitigt.

Figur 7 stellt ein Fahrzeug 80 mit Hebebühne dar, bei dem der Fahrer in einem Korb 81 an einem Ende einer zweiteiligen Hebeanordnung 82, 83 steht. Von einer erhöhten Korbstellung aus kann der Fahrer das Fahrzeug fahren und lenken.

Figur 8 stellt ein Instandhaltefahrzeug 90 dar, und zwar insbesondere ein Fahrzeug zum Scheren oder Schneiden von hohen Hecken. Das Fahrzeug ist mit einem Rahmen 91 ausgestattet, der eine quer verschiebbare Plattform 92 trägt, von der aus auch das Fahrzeug über die Bedieneinheit 2 gefahren und gesteuert werden kann.

Die Figuren 9 und 10 stellen eine modifizierte Steuereinheit dar. Diese Einheit enthält ein federnd gelagertes Antriebsrad 95, das mittels eines Hebels 30 ein- und ausgerückt werden kann. Die Steuereinheit wird vorzugsweise an einer Türsäule, die dem Lenkrad im Führerhaus am nächsten liegt, befestigt. Das Antriebsrad 95 wird von einem Elektro- oder Hydromotor 24 angetrieben. Das Lenkrad wird durch reibschlüssigen Eingriff zwischen Antriebsrad 95 und der Außenumfangsfläche des Lenkrads 20 zum Lenken des Fahrzeugs aktiviert. Das Antriebsrad fungiert des weiteren als Kupplungsvorrichtung, deren Eingriffskraft eingestellt werden kann, so daß das Lenkrad von dem Fahrer beeinflußt werden kann, um das Fahrzeug mit dem Lenkrad zu lenken, selbst wenn die Steuereinheit in Betrieb ist.

Wie aus dem Obengenannten ersichtlich, kann eine erfindungsgemäße Fahrzeughilfssteuervorrichtung mit vielen anderen Fahrzeugarten wie beispielsweise Holzladern, Asphaltierwagen, Fahrzeugen zum Auslegen von Randmarkierungen auf verschneiten Straßen, Abschleppwagen oder anderen Arten von Kräne tragenden Fahrzeugen verwendet werden.


Anspruch[de]

1. Fahrzeughilfssteuervorrichtung zum Manövrieren eines Fahrzeugs von einem anderen Fahrzeugsteuerplatz als dein Fahrersitz des Fahrzeugs, welche Vorrichtung

a) einen ersten Motor (24), der über Transmissionsglieder in die Lenkstange (21) des Fahrzeugs eingreift;

b) einen zweiten Motor (41), der über Transmissionsglieder (45, 52) in den Antriebsstrang des Fahrzeugs eingreift;

c) eine Vorrichtung, die mit wenigstens einer der standardmäßigen Bremsanlagen des Fahrzeugs zusammenwirkt; und

d) eine Schalttafel (4), die mit Knöpfen oder ähnlichen, handbetätigbaren Gliedern versehen ist, welche mit den erwähnten Motoren bzw. Vorrichtungen zum Starten oder Stoppen der erwähnten Motoren durch vorzugsweise flexible Leitungen verbunden sind, umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß der erste und der zweite Motor (24; 41) Teil der Steuer- bzw. Antriebseinheiten (23; 40) sind, welche mit der Lenkstange (21) bzw. dem Antriebsstrang des Fahrzeugs über nachgiebig arbeitende Glieder (27, 28), beispielsweise Reibungs- oder Rutschkupplungen, zusammenwirken, so daß das Fahrzeug mittels seines standardmäßigen Steuer- und Antriebssystems gefahren und manövriert werden kann, auch wenn entsprechende Einheiten aktiviert sind.

2. Fahrzeughilfssteuervorrichtung nach Anspruch 1, wobei vorne am Fahrzeug eine Kollisionsschutzvorrichtung (5) angeordnet ist, welche bei einer Kollision über Betätigungsglieder die Vorrichtung zum Einsetzen mindestens einer der beiden Bremsanlagen des Fahrzeugs aktiviert, dadurch gekennzeichnet, daß das Aktivieren der Kollisionsschutzvorrichtung das Ausrücken der Antriebseinheit (40) der Fahrzeughilfssteuervorrichtung zur Folge hat, so daß die erwähnte Einheit zum Anhalten gebracht wird, während die erwähnte Steuereinheit ihre Steuerfunktion beibehalten soll.

3. Fahrzeughilfssteuervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch ein Glied, beispielsweise einen Hebel (30), zum mechanischen Zusammenkuppeln der Steuereinheit-Transimissionsglieder (27, 28) mit der Lenkstange (21) und Aktivieren des Antriebskreises der erwähnten Steuereinheit, wobei das erwähnte Glied, bei Aktivierung, über elektrische Betätigungskreise, den Antriebskreis und die Kollisionsschutzvorrichtung (5) der Antriebseinheit (40) aktiviert.

4. Fahrzeughilfssteuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Transmissionsglieder der Steuereinheit (23) mit der Lenkstange (21) über eine Reibungskupplungsanordnung (27, 28) in Eingriff stehen, welche unter dem Lenkrad (20) angeordnet und mit einer Aussparung zur Aufnahme einer die Lenkstange (21) umgebenden Hülse (22) versehen ist, welche Anordnung am Lenkrad mittels Schrauben (29) befestigt ist und einen Betätigungshebel (30) aufweist, mit welchem die erwähnte Kupplung aktiviert wird.

5. Fahrzeughilfssteuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1-4, wobei die Transmissionsglieder (45, 46; 52) der Antriebseinheit (40) an einer Stelle des Antriebsstrangs des Fahrzeugs, die hinter dem Getriebekasten (50) des Fahrzeugs liegt, in die Kardan- oder Antriebswelle (51) des Fahrzeugs eingreifen, dadurch gekennzeichnet, daß die Transmissionsglieder der Antriebseinheit in einen gezahnten oder geflanschten Ansatz (52) an der Abtriebswelle (51) des erwähnten Getriebekastens eingreifen; und dadurch, daß die Antriebseinheit mindestens zwei Motoren (41, 42) umfaßt, die Wellen (43, 44) aufweisen, welche Getrieberäder tragen, die in den Flansch oder Ansatz (52) eingreifen sollen.







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