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Dokumentenidentifikation DE4238904A1 26.05.1994
Titel Riboflavin-Synthese in Hefen
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Revuelta Doval, Jose Luis, Salamanca, MX;
Sanios Garcia, M. A., Dr., Santa Marta, MX;
Garcia Ramirez, Jose Javier, Nalda, MX;
Gonzales-Hernandez, G. A., Dr., Mexico, MX;
Buitrago Sema, M. J., Salamanca, MX
DE-Anmeldedatum 19.11.1992
DE-Aktenzeichen 4238904
Offenlegungstag 26.05.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.05.1994
IPC-Hauptklasse C12N 1/19
IPC-Nebenklasse C12N 1/15   C12N 15/81   C12N 15/80   C12N 15/60   C12N 15/55   C12N 15/53   C12P 25/00  
IPC additional class // (C12N 1/19,C12R 1:85)(C12N 15/60,C12R 1:865)(C12N 15/55,C12R 1:865)(C12N 15/53,C12R 1:865)  
Zusammenfassung Die Erfindung beschreibt die Riboflavin-Biosynthese Gene und Genprodukte aus Hefe. Weiterhin werden Vektoren und rekombinante Herstellverfahren für Riboflavin beschrieben.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Gene für Riboflavin-Biosynthese in Hefe, die damit codierten Proteine sowie gentechnische Verfahren zur Herstellung von Riboflavin unter Verwendung dieser Gene und Genprodukte.

Die Herstellung von Riboflavin durch Fermentation von Pilzen wie Eremothecium ashbyii oder Ashbya gossypii ist bekannt (The Merck Index, Windholz et al., eds. Merck & Co., Seite 1183, 1983).

In der EP 4 05 370 sind Riboflavin-überproduzierende Bakterienstämme beschrieben, die durch Transformation der Riboflavin-Biosynthese-Gene aus Bacillus subtilis erhalten wurden.

Da die Genetik der Riboflavin-Biosynthese in Bakterien und Eukaryonten verschieden ist, sind die oben erwähnten Gene aus Bacillus subtilis nicht für ein rekombinantes Herstellverfahren für Riboflavin mit eukaryontischen Produktionsorganismen wie Saccharomyces cerevisiae oder Ashbya gossypii geeignet.

Es bestand daher die Aufgabe, die Riboflavin-Biosynthese Gene aus einem Eukaryonten zu isolieren, um damit ein rekombinantes Herstellverfahren für Riboflavin in einem eukaryontischen Produktionsorganismus bereitzustellen.

Demgemäß wurden in der Hefe Saccharomyces cerevisiae sechs Gene (rib-Gene), die für Enzyme der Riboflavin-Biosynthese ausgehend von GTP codieren, gefunden und isoliert.

Die Gene und ihre Genprodukte (Polypeptide) sind im Sequenzprotokoll mit ihrer Primärstruktur aufgeführt und haben folgende Zuordnung:

SEQ ID NO 1: rib 1-Gen

SEQ ID NO 2: rib 1-Genprodukt (GTP-cyclohydrolase II)

SEQ ID NO 3: rib 2-Gen

SEQ ID NO 4: rib 2-Genprodukt (DRAP-Deaminase)

SEQ ID NO 5: rib 3-Gen

SEQ ID NO 6: rib 3-Genprodukt (DBP-Synthese)

SEQ ID NO 7: rib 4-Gen

SEQ ID NO 8: rib 4-Genprodukt (DMRL-Synthese)

SEQ ID NO 9: rib 5-Gen

SEQ ID NO 10: rib 5-Genprodukt (Riboflavin-Synthese)

SEQ ID NO 11: rib 7-Gen

SEQ ID NO 12: rib 7-Genprodukt (HTP-Reductase)

Guanosintriphosphat (GTP) wird durch GTP-Cyclohydrolase II (rib 1-Genprodukt) zu 2,5-Diamino-6-ribosylamino-4-(3H)-pyrimidin- 5-phosphat umgewandelt. Diese Verbindung wird anschließend durch rib 7-Genprodukt zu 2,5-Diamino-ribitylamino-2,4 (1H,3H)- pyrimidin-5-phosphat reduziert und dann durch rib 2-Genprodukt zum 5-Amino-6-ribitylamino-2,4 (1H,3H)-pyrimidindion deaminiert. Anschließend wird in einer rib 4-Genprodukt katalysierten Reaktion die C4-Verbindung DBP hinzugefügt und es entsteht 6,7-Dimethyl-8-ribityllumazin (DMRL), aus dem in der rib 5-Genprodukt katalysierten Reaktion Riboflavin entsteht. Die C4-Verbindung DBP (L-3,4-Dihydroxy-2-butanon-4-phosphat) wird aus D-Ribulose-5-phosphat in einer rib 3-Genprodukt katalysierten Reaktion gebildet.

Die in SEQ ID NO 1, 3, 5, 7, 9, 11 beschriebenen DNA-Sequenzen codieren für die Polypeptide, die in SEQ ID NO 2, 4, 6, 8, 10, 12 beschrieben sind. Außer den oben genannten DNA-Sequenzen sind auch solche geeignet, die infolge der Degeneration des genetischen Codes eine andere DNA Sequenz besitzen, jedoch für das gleiche Polypeptid codieren. Weiterhin sind auch solche DNA Sequenzen Gegenstand der Erfindung, die zu den oben genannten DNA Sequenzen 90% Homologie besitzen und für Genprodukte mit gleicher biologischer Aktivität codieren. Solche DNA-Sequenzen lassen sich beispielsweise mit üblichen Hybridisierverfahren oder der PCR-Technik aus anderen Eukaryonten als Saccharomyces cerevisiae isolieren.

Weiterhin sind Gegenstand der Erfindung Expressionsvektoren, die eine oder mehrere der erfindungsgemäßen DNA-Sequenzen enthalten.

Ebenso gehören die mit den erfindungsgemäßen DNA-Sequenzen oder Expressionsvektoren transformierten Wirtsorganismen zum Gegenstand der Erfindung. Bevorzugt werden als Wirtsorganismen eukaryontische Organismen, besonders bevorzugt solche der Gattung Saccharomyces oder Ashbya verwendet.

Weiterhin gehört zur Erfindung ein rekombinantes Herstellverfahren für Riboflavin, in dem die erfindungsgemäßen transfornierten Wirtsorganismen in an sich bekannter Weise durch Fermentation gezüchtet werden und das während der Fermentation gebildete Riboflavin aus dem Fermentationsmedium isoliert und gegebenenfalls gereinigt wird.

Die rib-Gene und -Genprodukte lassen sich wie im Beispiel und im Sequenzprotokoll beschrieben isolieren und charakterisieren.

Beispiel Klonierung der Riboflavin-Biosynthese Gene (rib-Gene) aus Hefe

Der Hefestamm JC2a, der mehrere geeignete Selektionsmarker für die Transformation enthält, (MatO, his3A1, leu2-3, 112, ura3-52) wurde durch Behandlung mit EMS mutagenisiert mit dem Ziel, rib- Mutationen einzuführen. Akkumulation, Komplementation und Wachstumstests von Riboflavin-Auxotrophen, die von Replica-Platten isoliert worden waren, bestätigten, daß die Isolate mit der Bezeichnung AJ 126, AJ 122, JA 118, AJ21, AJ18 und AJ12 jeweils in einem rib-Gen (rib1, rib2, rib3, rib4, rib5 und rib7) betroffen waren.

Um die entsprechenden Wildtyp Kopien der sechs rib-Gene zu erhalten wurde jede der obengenannten rib-Mutanten mit 50-100 g DNA aus einer genomischen Hefe-Bibliothek transformiert.

Die Hefe-Bibliothek war in dem Centromer-Vektor YCp50 angelegt worden und kann in dieser Form von ATCC (Nr. 37415) erhalten werden. Die Transformation wurde nach der Lithiumacetat Methode (Ito et al., J. Bacteriol. 153, 163, 1983) durchgeführt. Die Transformator wurden auf gleichzeitige Uracil- und Riboflavin Prototrophie auf einem synthetischen Vollmedium ohne Uracil und Riboflavin selektioniert. Die Frequenz betrug je nach Empfängerstamm 10-4 bis 10-5. Die Plasmide wurden von den positiven Transformatoren isoliert, indem E. coli mit der gesamten Hefe DNA transformiert wurde und auf Ampicillinresistenz selektioniert wurde.

Die rib-komplementierenden Genbereiche wurden durch Subklonierung lokalisiert. Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, wurde das rib1-Gen auf einem 1,7 kb XbaI-HindIII Fragment lokalisiert, das in dem multi-copy Vector YEp352 subkloniert wurde, und das Plasmid pJR301 ergab. Entsprechend wurde das rib2-Gen auf einem 2,7 kb SacI-SacI Fragment lokalisiert (subkloniert in pJR 620, Fig. 2), das rib3-Gen auf einem 1,5 kb PstI-PvuII Fragment (subkloniert in pJR61, Fig. 3), das rib4-Gen auf einem 1,7 kb BglI- HpaII Fragment (subkloniert in pJR633, Fig. 4), das rib5-Gen auf einem 2,2 kb KpnI-PstI Fragment (subkloniert in pJR235, Fig. 5) und das rib7-Gen auf einem 1,6 kb BclI-EcoRI Fragment (subkloniert in pJR632, Fig. 6).

Die Insertionen der entsprechenden pJR-Plasmide wurden mit Hilfe der Dideoxymethode von Sanger auf beiden Strängen sequenziert. Die Analyse von codierenden Bereichen ergab in allen Fällen offene Leserahmen von mehr als 500 bp.




Anspruch[de]
  1. 1. DNA-Sequenz, die für ein Polypeptid mit der in SEQ ID NO 2 dargestellten Aminosäuresequenz codiert.
  2. 2. DNA-Sequenz, die für ein Polypeptid mit der in SEQ ID NO 4 dargestellten Aminosäuresequenz codiert.
  3. 3. DNA-Sequenz, die für ein Polypeptid mit der in SEQ ID NO 6 dargestellten Aminosäuresequenz codiert.
  4. 4. DNA-Sequenz, die für ein Polypeptid mit der in SEQ ID NO 8 dargestellten Aminosäuresequenz codiert.
  5. 5. DNA-Sequenz, die für ein Polypeptid mit der in SEQ ID NO 10 dargestellten Aminosäuresequenz codiert.
  6. 6. DNA-Sequenz, die für ein Polypeptid mit der in SEQ ID NO 12 dargestellten Aminosäuresequenz codiert.
  7. 7. Expressionsvektor, enthaltend eine oder mehrere DNA-Sequenzen gemäß Anspruch 1 bis 6.
  8. 8. Rekombinantes Herstellverfahren für Riboflavin, dadurch gekennzeichnet, daß ein Expressionsvektor gemäß Anspruch 7 verwendet wird.
  9. 9. Wirtsorganismus der mit einem Expressionsvektor gemäß Anspruch 7 transformiert worden ist.






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