PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4108562C2 01.06.1994
Titel Mischung zur Herstellung eines Holzbetonestrichs
Anmelder Stark, Robert, Wien, AT
Erfinder Stark, Robert, Wien, AT
Vertreter Geyer, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 80687 München
DE-Anmeldedatum 15.03.1991
DE-Aktenzeichen 4108562
Offenlegungstag 19.09.1991
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.06.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.06.1994
IPC-Hauptklasse C04B 18/26
IPC-Nebenklasse C04B 16/06   C04B 18/16   C04B 18/14   C04B 14/12   C04B 14/18   C04B 28/02   E04F 15/12   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Mischung zur Herstellung eines Holzbetonestrichs gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Holzbetonestriche aus Holzspänen, gebunden mit diversen chemischen Mitteln, sind bekannt. Solche Estriche bilden häufig Blasen und weisen auch Risse auf. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb ist relativ gering.

Aus der DE-OS 35 22 016 ist ein Wärmedämmaterial bekannt, aus dem nach entsprechendem Verdichten wärmedämmende Bauelemente hergestellt werden. Es enthält neben hydraulischem Bindemittel Polystyrolschaumkugeln einer Größe zwischen 2 und 6 mm und Holzspanfasern einer Länge zwischen 2 und 8 cm sowie einem Querschnitt von 1(2) × 5 mm2 in einem Ausmaß von 10 bis 30 Vol.-%. Als Raumgewicht des aus einer Mischung von Zement, Polystyrolschaumkügelchen, Wasser, einem Fließmittel sowie vorher mit Zementleim ummantelten Holzspanfasern bestehenden Wärmedämmaterials werden 0,3 bis 0,7 angegeben. Diese bekannte Wärmedämmasse besitzt den Nachteil, daß sie von Hand überhaupt nicht verarbeitbar ist, weil Holzspanfasern in der angegebenen Größe von 2 bis 8 cm Länge hierfür zu sperrig sind. Verwendbar ist diese bekannte Wärmedämmasse somit lediglich in einer Presse, was ihre Verwendung zur Herstellung eines Estrichs jedoch praktisch ausschließt, da dieser ja drucklos verarbeitet wird.

Eine Mischung der eingangs genannten Art ist aus der DE-AS 11 69 357 bekannt. Dabei wird Sägemehl in einer Körnung bis zu 0,5 mm verwendet und in möglichst vorgetrocknetem Zustand außer mit einer Mischung aus Zement und feinstgemahlenem Ziegelmehl mit einem Netzmittel vorbehandelt. Als Netzmittel werden solche auf anorganischer Basis unter Beigabe von Calciumchlorid, sulfuriertem Cetylalkohol oder sulfurierten Pflanzenölen angegeben. Das Sägemehl stellt dabei aufgrund der angegebenen Körnung von bloß 0 bis 0,5 mm praktisch einen Staub dar, der in der Estrichmasse sehr schlecht bindet, weshalb das Bindungsverhalten auch durch Zugabe von Netzmitteln verbessert wird. Die Vorbehandlung des Sägemehls mit Netzmitteln erhöht jedoch die Kosten des Produktes nicht unerheblich, wobei darüber hinaus das Netzmittel auch nur in beschränkter Menge eingesetzt werden kann, womit wiederum auch nur eine beschränkte Verbesserung des Bindungsverhaltens möglich ist. Die beim praktischen Einsatz gefürchtete Blasen- und Rißbildung im fertigen Estrich tritt auch bei Verwendung dieser bekannten Mischung auf.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Mischung so zu verbessern, daß sie nur in deutlich geringerem Ausmaß zur Blasen- und Rißbildung neigt und daneben eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb besitzt.

Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Mischung erfindungsgemäß durch die Merkmale des Kennzeichens des Anspruchs 1 gelöst. Als Keramiksplitter (Mineralsplitter) werden bei der erfindungsgemäßen Mischung bevorzugt Splitter von Gasbeton, Perlite, Bimsstein, Blähton oder Schlacke eingesetzt.

Das erfindungsgemäße Produkt stellt eine Estrichmischung dar, die nur eines üblichen hydraulischen Bindemittels, wie etwa Zement oder Gips, bedarf. Durch die Verwendung von Holzflocken einer Flockengröße von 4 bis 8 mm ist eine Verarbeitung von Hand völlig unproblematisch, wobei es zudem wesentlich ist, daß die Holzflocken entstaubt sind, wodurch eine besonders gute Bindung im fertigen Estrich erreicht wird. Durch die weiterhin geforderte Imprägnierung der Holzflocken wird auch eine unerwünschte Feuchtigkeitsaufnahme durch diese ausgeschlossen. Die Flocken werden mit Hartschaumstoffgranulat oder -flocken, etwa aus Styropor, und Keramiksplittern (Mineralsplittern) in ausgewogener Dosierung vermengt, wobei es auf das Mengenverhältnis der einzelnen Bestandteile zueinander ankommt. Die Zuschlagmischung besteht aus zwei Raumteilen der entstaubten und imprägnierten Holzflocken, ferner aus 1 bis 1,5 Raumteilen Hartschaumstoff in Granulat- oder Flockenform mit 3 bis 6 mm Korngröße sowie aus Keramiksplittern (Mineralsplittern) einer Korngröße bis zu 5 mm in einer Menge von 1/6 bis 1/3 Raumteilen. Diese Mischung führt nach Zugabe des hydraulischen Bindemittels zu einer schaufelgerechten, streichfähigen Masse, die ohne maschinelle Verdichtung nach dem Trocknen den gewünschten fußwarmen Estrich ergibt. Der Härtegrad des Estrichs ist außerdem durch eine geeignete Wahl der Menge der Keramikanteile (Mineralanteile) regelbar. Die sorgfältige Entstaubung der Holzflocken verhindert, daß es bei nicht-maschineller Verdichtung zu unerwünschten Nestbildungen kommt. Die verarbeitungsmäßigen günstigen Kleinteile in der Estrichmasse werden durch Beigabe der Keramiksplitter (Mineralsplitter) erreicht. Als Splitter werden vorzugsweise Ziegelsplitt, Gasbeton-Gries, Perlite, Bimsstein-Gries, Schlacken-Granulat, Blähton o. ä. eingesetzt. Alle diese Materialien sowie auch die Holzflocken sind umweltfreundliche Produkte, die aus Recyclingprozessen stammen können.

Als Beispiel für eine erfindungsgemäße Estrichmischung kann folgende Rezeptur dienen:

2 Raumteile gut entstaubte und imprägnierte Holzflocken (Flockengröße 4 bis 8 mm);

1 Raumteil Styroporkugeln als Hartschaumstoff (Kugeldurchmesser 3-6 mm);

1/6 Raumteil Ziegelsplitt (Korngrößen bis zu 5 mm);

1 Raumteil hydraulisches Bindemittel (Zement der Güte 257).


Anspruch[de]
  1. 1. Mischung zur Herstellung eines Holzbetonestrichs unter Verwendung von hydraulischem Bindemittel und Zuschlagmischung enthaltend zerkleinertes Holz und Keramiksplitter (Mineralsplitter), dadurch gekennzeichnet, daß in der Zuschlagmischung das zerkleinerte Holz in einer Menge von zwei Raumteilen in Form entstaubter und imprägnierter Holzflocken mit einer Flockengröße von 4 bis 8 mm vorliegt, die Keramiksplitter (Mineralsplitter) in einer Korngröße von bis zu 5 mm in einer Menge von 1/6 bis 1/3 Raumteilen vorliegen, und weiterhin die Zuschlagmischung 1 bis 1,5 Raumteile Hartschaumstoff, in Granulat- oder Flockenform einer Korngröße zwischen 3 und 6 mm enthält.
  2. 2. Mischung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Splitter von Gasbeton, Perlite, Bimsstein, Blähton oder Schlacke zugesetzt sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com