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Dokumentenidentifikation DE3441082C2 16.06.1994
Titel Anordnung zum Einblasen fester Brennstoffteilchen in einen Schmelzofen
Anmelder Japan Foundry Service Co., Ltd., Komaki, Aichi, JP
Erfinder Taniguchi, Hirotoshi, Aichi, JP
Vertreter Kraus, W., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Weisert, A., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., 80539 München; Spies, J., Dipl.-Phys., Pat.-Anwälte, 81545 München
DE-Anmeldedatum 09.11.1984
DE-Aktenzeichen 3441082
Offenlegungstag 23.01.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.06.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.06.1994
IPC-Hauptklasse F27B 1/20
IPC-Nebenklasse F23K 3/06   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Einblasen fester Brennstoffteilchen aus Kohlenstoff oder Kohle in einen Schmelzofen, der einen im wesentlichen zylindrischen Ofenkörper hat, umfassend

  • a) eine Blasleitung zum Einleiten von Luft aus einer vorgeschalteten Luftquelle in den Ofenkörper;
  • b) eine Kohleeinblaseinrichtung;
  • c) eine Kohlezuführung zum Einleiten der Kohleteilchen in den Ofenkörper;
  • d) einen von der Blasleitung abzweigenden Kanal zum teilweisen Abzweigen von Luft, welcher so mit der Kohlezuführung verbunden ist, daß die in den Kanal abgezweigte Luft zusammen mit den Kohleteilchen in den Ofenkörper eingeleitet wird; und
  • e) einen in dem Kanal angeordneten Kompressor zum Unterdrucksetzen der aus der Blasleitung abgezweigten Luft.


In Schmelzöfen, wie beispielsweise Blasöfen, Kupolöfen etc., ist es üblich, Roheisen, wie beispielsweise Eisenerz oder Schrott, zusammen mit Kohlenstoff- bzw. Kohlematerial in den Ofenkörper einzuführen, bevor man Luft darin einbläst und das Roheisen mittels der Verbrennungswärme des Kohlenstoff- bzw. Kohlematerials schmilzt. Es ergibt sich jedoch ein großes Problem bei dieser Art des Ofenbetriebs insofern, als die Kosten für das Kohlenstoff- bzw. Kohlematerial sehr hoch sind, so daß die Kosten des Ofenbetriebs unvermeidbar ansteigen und verhältnismäßig hoch werden. Untersuchungen zur Verminderung der Kohlenstoff- bzw. Kohlematerialkosten sind auf diesem Gebiet an vielen Stellen durchgeführt worden.

Eine Anordnung zum Einblasen fester Brennstoffteilchen der eingangs genannten gattungsgemäßen Art ist in der EP 0 022 549 B1 beschrieben. Im Gegensatz zur vorliegenden Erfindung erfolgt in dieser bekannten Anordnung die Zuführung der Kohleteilchen, beispielsweise von Kohlepulver, über eine Gebläseschleuse mit Zellenrotor. Diese Zuführungsart ist insofern problematisch, als dadurch eine stoßartige Zuführung der Kohleteilchen in die Kohlezuführung und damit in den Schmelzofen bewirkt wird, was für die Steuerung des Schmelzprozesses ungünstig ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Anordnung zum Einblasen fester Brennstoffteilchen aus Kohlenstoff oder Kohle in einen Schmelzofen der grundsätzlichen Art, wie sie in der EP 0 022 549 B1 beschrieben ist, zur Verfügung zu stellen, bei der die Menge der zugeführten Brennstoffteilchen exakt konstant gehalten werden kann und damit die Kosten für den Schmelzvorgang vermindert werden können.

Ausgehend von einem Stand der Technik gemäß Oberbegriff wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Weiterbildungen geben die Unteransprüche 2 bis 6 wieder.

Durch diese Lösung wird eine glatte, sanfte und stoßfreie Strömung der Kohleteilchen aus dem Trichter in die Kohlezuführung unter der von dem Kanal her zugeführten Druckluftströmung sichergestellt, so daß dadurch die Menge der zu dem Schmelzofen zugeführten Kohleteilchen exakt konstant gehalten werden kann.

Die Funktion und Vorteile der erfindungsgemäßen Anordnung seien nachstehend detaillierter erläutert:

Die Kohleteilchen können in derartigen Schmelzöfen in einer vorbestimmten Menge pro Zeiteinheit von der Kohleinblaseinrichtung und durch die Kohlezuführung in den Ofenkörper zugeführt werden. Da es auf diese Weise ermöglicht wird, das Kohlenstoff- oder Kohlematerial in einem solchen Teilchen- oder Feinkornzustand in den Ofenkörper zuzuführen, kann die Innentemperatur des Schmelzofens sehr schnell erhöht werden, und zwar mit dem Ergebnis, daß die Temperatureinstellung in dem Schmelzofen erleichtert wird.

Da der Verbrennungswirkungsgrad der Kohleteilchen hoch und infolgedessen die Temperaturanstiegsrate in dem Schmelzofen auch hoch ist, kann nicht nur die Menge an verbrauchtem Kohlenstoff ökonomisiert werden, sondern es wird auch ermöglicht, eine mindere Qualität des Kohlenstoffmaterials zu verwenden. Das trägt in hohem Maße zur Verminderung der Kosten für den Schmelzbetrieb bei. Insbesondere im Falle eines Kupol- oder Gießereischachtofens als Schmelzofen zum Schmelzen von Roheisen erfolgt der Temperaturanstieg in dem Schmelzofen so leicht, daß der Anteil von Schrott in dem Roheisen höher als sonst sein kann. Ein weiterer Vorteil besteht in der Verbesserung des Gehaltsgrads an Ferrosilizid bzw. -silizium aufgrund der Anreicherung von CO im Schmelzofen. Genauer gesagt trägt die Anreicherung von CO in dem Schmelzofen dazu bei, die Reduktionsfähigkeit der dortigen Atmosphäre zu erhöhen und dadurch den Oxidationsverlust des Ferrosilizids bzw. -siliziums in Schranken zu halten, welche in dem Schmelzofen zum Zwecke der Einstellung der Zusammensetzung der zu schmelzenden Metalle hinzugefügt werden.

Die oben beschriebene Anordnung gemäß der vorliegenden Erfindung ist weiterhin in der Lage, die Kohleteilchen und die Luft für die Verbrennung darin konstant in einem geeigneten Betrag zuzuführen, was ein großer Vorteil der Erfindung ist.

Bezüglich dieses Problems ist es erforderlich, eine genauere Erläuterung zu geben, da dieses Problem ein umfangreiches und kontroverses Problem ist:

Die Menge an Luft, die durch die Blasleitung zugeführt wird, sollte allgemein von einem Augenblick zum anderen eingestellt werden, so daß sie den Ofeninnenbedingungen, wie beispielsweise Druck, Temperatur etc., in geeigneter Weise angepaßt wird. Die Luftmenge hat jedoch, wenn Kohleteilchen verwendet werden, die Tendenz, unregelmäßig von dem gerade eingestellten Niveau abzuweichen.

Wenn Kohleteilchen verwendet werden, wird mit dem Kompressor unter Druck gesetzte Luft allgemein auf die Kohleteilchen derart zur Einwirkung gebracht, daß sie diese in den Schmelzofen bläst; die Größe des Drucks, der vom Kompressor zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung gestellt wird, muß so festgelegt werden, daß man als Kriterium den Maximaldruck in dem Schmelzofen nimmt. Das ist deswegen der Fall, weil die Kohleteilchen auf jeden Fall selbst dann sicher zugeführt werden müssen, wenn sich der Druck im Schmelzofen auf dem Spitzenwert befindet. Diese Art der Bestimmung des Drucks der komprimierten Luft führt, wenn der Ofeninnendruck vermindert wird, unvermeidbar dazu, daß auf einmal eine übermäßige Menge an Luft in den Schmelzofen zugeführt wird. Diese plötzliche Zufuhr von zuviel Luft gegenüber der wünschbaren Menge an Luft in den Schmelzofen bewirkt eine Zuführung einer übermäßigen Menge an Kohleteilchen, was als Ergebnis eine problematische unvollständige Verbrennung des Kohlenstoffmaterials zur Folge hat.

In einer Anordnung gemäß der Erfindung wird die vorgenannte Schwierigkeit in vorteilhafter Weise wegen des nachstehend dargelegten neuartigen Aufbaus vermieden. Das heißt, es wird ein Teil der Luft, die durch die Blasleitung in den Schmelzofen strömt, partiell abgezweigt; die durch die Abzweigung abgeleitete Luftströmung wird dem Kanal zugeführt, um die Kohleteilchen in diesem Kanal zusammen mit dieser Luftströmung in den Ofenkörper zuzuführen. Wenn der Luftdruck in der Blasleitung konstant in Ansprechung auf den Druck im Ofenkörper derart gesteuert oder geregelt wird, daß er auf einem angemessenen Niveau ist, dann wird er herabgesetzt, wenn der Druck im Ofenkörper aus irgendeinem Grunde absinkt. Dieser Mechanismus verhindert in vorteilhafter Weise eine plötzliche übermäßige Zufuhr von Luft und Kohleteilchen aus dem Kanal in den Schmelzofen. Mit anderen Worten bedeutet das, daß der Druck der Luft, die in den Kanal eingeführt wird, in Einklang mit dem Druck in dem Schmelzofen oder synchron zu dem Druck in dem Schmelzofen variabel ist; das ermöglicht es, die dem Schmelzofen durch den Kanal zugeführte Luftmenge auf einem angemessenen Niveau zu halten. Dadurch wird die Menge an Kohleteilchen, die dem Schmelzofen zugeführt wird, auf einem angemessenen Niveau gehalten. Die Verbrennungsbedingungen in dem Schmelzofen können infolgedessen auf einem gewünschten Zustand gehalten werden.

Ein anderer wichtiger Vorteil der Anordnung nach der Erfindung ergibt sich durch den Mechanismus, der dazu verwendet wird, einen Teil der Luft in der Blasleitung als Mittel zum Transportieren der Kohleteilchen zu verwenden: Der Transport der Kohleteilchen kann durch die Anwendung einer nur kleinen Antriebskraft ausgeführt werden; die Steuerung oder Regelung der gesamten Menge an Luft in der Anordnung kann leicht erfolgen, da alle Luft, die in den Ofenkörper eingeleitet wird, auf die Luft beschränkt ist, welche durch die Blasleitung strömt.

Zusätzlich zu den vorerwähnten Aufbauarten ist außerdem ein weiterer Mechanismus folgender Art denkbar: Als Einrichtung zum Entladen einer vorbestimmten Menge an Kohleteilchen aus dem Trichter der Kohleeinblaseinrichtung in den Kanal ist die Ausbildung derart, daß der Trichter gesondert von dem Kanal derart vorgesehen ist, daß die Kohleteilchen von dem Trichter in einen Durchgang des Kanals eingeführt werden, und daß die eingeführten Kohleteilchen durch die Druckluft transportiert werden.

Dieser Mechanismus ist jedoch nicht frei von der folgenden Schwierigkeit:

Es ist erforderlich, die gesamte Anordnung der Kohlezuführung zu einer dichtgeschlossenen Anordnung zu machen, und zwar beispielsweise dadurch, daß man die gesamte Anordnung durch Wände umschließt; es ist infolgedessen nötig, den Druck der Luft in dem Kanal in die dichtumschlossene Anordnung einzuführen, denn andernfalls würden die Kohleteilchen aufgrund der Tatsache, daß die Druckluft auf den Kanal wirkt, sicher durch den Spalt, der zwischen dem Trichter und dem Kanal ausgebildet ist, verstreut.

Im Gegensatz hierzu wird der vorerwähnte Nachteil in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vollständig dadurch ausgeschaltet, daß ein Schnecken-Austrag im unteren Teil des Trichters vorgesehen ist. Da kein Spalt, von dem aus die Kohleteilchen wegfliegen können, zwischen dem Trichter und dem Kanal ausgebildet ist, ist es nicht nötig, eine solche mühselige und schwierige Maßnahme durchzuführen, wie sie oben erwähnt ist.

Abgesehen davon können die Kohleteilchen, welche in der erfindungsgemäßen Anordnung verwendet werden, granulierte oder pulverisierte Kohle, granulierter oder pulverisierter Koks, etc. sein, die hier aber lediglich als Beispiele genannt sind. Die Kohleteilchen, die generell verwendet werden, haben vorzugsweise einen Teilchendurchmesser von nicht mehr als 3 mm; besonders bevorzugt werden in der Praxis Kohleteilchen verwendet, deren Teilchendurchmesser nicht mehr als 1 mm ist. Das im praktischen Gebrauch am meisten bevorzugte Kohleteilchenmaterial ist ein solches, dessen wesentlicher Anteil der Teilchen innerhalb des Bereichs liegt, welcher der lichten Maschenweite eines Siebs zwischen 0,074 und 0,495 mm entspricht.

Die Erfindung sei nachstehend anhand der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen derselben, die in den Figuren der Zeichnung dargestellt sind, näher erläutert; es zeigt

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Kupol- oder Gießereischachtofenanordnung, die als eine Ausführungsform einer Anordnung nach der Erfindung ausgeführt ist; und

Fig. 2 eine gegenüber Fig. 1 vergrößerte Vorderansicht eines wesentlichen Teils des in Fig. 1 gezeigten Schnecken-Austrags.

In Fig. 1 ist schematische eine Kupol- oder Gießereischachtofenanordnung dargestellt. Diese umfaßt einen Kupol- oder Gießereischachtofen als Schmelzofen 10, eine Kohleinblaseinrichtung 12 zum Zuführen einer vorbestimmten Menge an Kohleteilchen, eine Blasleitung 14 zum Einführen von Luft zur Verbrennung, und zwar von einer Luftquelle 8 in den Schmelzofen 10, einen Kanal 16, der von der Blasleitung 14 abgezweigt ist, und eine Kohlezuführung 18, welche die Kohleeinblaseinrichtung 12 und den Schmelzofen 10 miteinander verbindet.

Der Schmelzofen 10 weist einen im wesentlichen zylindrischen Ofenkörper 20 auf, der aus feuerfesten Materialien hergestellt ist und der in seinem oberen Teil eine Beladeöffnung für das zu schmelzende Material hat. Er hat weiterhin in seinem unteren Teil einen Auslaß für das geschmolzene Roheisen und einen Auslaß für die Schlacke. Weiterhin weist der Schmelzofen 10 einen Windkasten 22 zum Aufnehmen von durch die Blasleitung 14 eingeführter Luft auf. Eine Luftzuleitung 24 erstreckt sich von dem Windkasten 22 aus, deren freies Ende in einer Düse 26 mündet.

Die Kohleeinblaseinrichtung 12 ist mit einem Trichter 28 versehen, der dem Schmelzofen 10 zuzuführende Kohleteilchen enthält sowie mit einem Schnecken-Austrag 30, der in dem unteren Teil des Trichters 28 vorgesehen ist. Durch die Drehung einer Schnecke 32 um deren Achse werden die Kohleteilchen in einer vorbestimmten Menge in die Kohlezuführung 18 ausgestoßen. Die Schnecke 32 in dem Schnecken-Austrag 30 besteht, wie in Fig. 2 veranschaulicht ist, aus einer Welle 34 und einer Spiralfeder 36, die auf dem freien Ende der Welle 34 befestigt ist. Die Schnecke 32 ist durch einen Antriebsmotor drehbar. Die Kohlezuführung 18 erstreckt sich von dem unteren Teil des Trichters 28 aus derart, daß ihr anderes Ende bis zu der Düse 26 des Schmelzofens 10 reicht, so daß Kohleteilchen, die von dem Trichter 28 zur Düse 26 abgegeben werden, in den Schmelzofen 10 eingeführt werden.

Der Kanal 16, der von der Blasleitung 14 abgezweigt ist, ist mit der Kohlezuführung 18 verbunden, und zwar zu dem Zweck, einen Teil der Luft für die Verbrennung, die in der Blasleitung 14 unter einem vorbestimmten konstanten Druck strömt, in die Kohlezuführung 18 einzuleiten. Im mittleren Bereich des Kanals 16 ist ein Ringgebläse als Kompressor 40 vorgesehen, damit hierdurch der in den Kanal 16 eingeführten Luft ein vorbestimmter Druck verliehen wird, bevor sie in die Kohlezuführung 18 eingespeist wird. Die Druckluft des Kompressors 40 wird mittels einer Verbindungsleitung 42 teilweise der Oberseite des Trichters 28 zugeführt. Der Zweck, der darin besteht, das Druckniveau in der Kohlezuführung 18 und in dem Trichter 28 auszugleichen, dient dazu, eine stoßfreie Strömung der Kohleteilchen von dem Trichter 28 zu der Kohlezuführung 18 unter der in dieselbe eingeführten Druckluftströmung sicherzustellen.

Der Kanal 16 ist außerdem mit einer Nebenschlußleitung des Kompressors 40 versehen. Es ist daher möglich, einen Teil der am Ausgang des Kompressors 40 zur Verfügung stehenden Druckluft mittels der Betätigung des Ventils 46, das in der Nebenschlußleitung 44, beispielsweise in deren mittleren Bereich, vorgesehen ist, zu einem stromaufwärts vom Kompressor 40 liegenden Teil des Kanals 16 zurückzuführen.

In einem Schmelzofen 10 des vorstehend beschriebenen Aufbaus wird die Luft, die mittels der Luftquelle 8 zum Zwecke der Verbrennung zugeführt wird, zunächst in dem Windkasten 22 gespeichert und dann durch die Luftleitung 24 und die Düse 26 in den Ofenkörper 20 geblasen. Weiterhin wird eine gewisse vorbestimmte Menge an Kohleteilchen vom Trichter 28 der Kohleeinblaseinrichtung 12 entsprechend der Rotationsgeschwindigkeit der Schnecke 32 entnommen und in die Kohlezuführung 18 eingespeist. Die auf diese Weise entladenen Kohleteilchen werden zusammen mit der Druckluft, die in die Kohlezuführung 18 eingeleitet worden ist, der Düse 26 zugeführt und weiter in den Ofenkörper 20 eingeführt. Mit anderen Worten bedeutet das, daß die Kohleteilchen, die in die Kohlezuführung 18 entladen worden sind, aufgrund der unterstützenden Wirkung der Luftströmung, die zur Unterdrucksetzung durch den Kompressor 40 von der Blasleitung 14 abgezweigt worden ist und über den Kanal 16 zum Ofenkörper 20 geführt wird, in den Ofenkörper 20 eingeführt werden können.

Wenn und sobald der Druck der Luft, die aus dem Kompressor 40 austritt, den angemessenen Druck zum Zuführen einer erforderlichen Menge an Kohleteilchen überschreitet, kann er durch eine Betätigung des Ventils 46 in der Nebenschlußleitung 44, durch das die Druckluft teilweise zur stromaufwärtigen Seite des Kompressors 40 zurückgeführt werden kann, eingestellt werden, bis der Druck auf ein angemessenes Niveau abgefallen ist.

In einer Anordnung dieses Aufbaus ergeben sich insbesondere die nachfolgend angegebenen Vorteile:

Da der Verbrennungswirkungsgrad der Kohleteilchen, die in den Ofenkörper 20 eingeführt werden, hoch und die Innentemperatur des Schmelzofens 10 demzufolge erhöht ist, wird eine hohe Wirtschaftlichkeit hinsichtlich der Menge der verbrauchten Kohleteilchen erzielt. Außerdem können sogar Kohleteilchen geringer Qualität, wie beispielsweise Abraumkohle, als Kohleteilchen verbrannt werden, was in Verbindung mit dem vorstehend erwähnten Vorteil zur Verminderung der Schmelzbetriebskosten beiträgt.

Ein anderer Vorteil der Anordnung dieser Art, in welcher die Kohleteilchen mittels der Luft in der angegebenen Weise in den Ofenkörper 20 zugeführt werden, besteht zusätzlich darin, daß das Roheisen entsprechend dem Temperaturanstieg in dem Schmelzofen 10 allmählich durch billigen Schrott ersetzt werden kann. Die Erhöhung des Zumischverhältnisses an Schrott vermindert die Materialkosten sehr wirksam.

Ein beachtlicher sekundärer Vorteil dieser Anordnung besteht darin, daß das Ausmaß an Ferrosilizium bzw. -silizid, das in dem Ofenkörper 20 zur Einstellung der Zusammensetzung der zu schmelzenden Metalle dient, verbessert wird. Das Ferrosilizium bzw. -silizid wird üblicherweise als Zusatz zugeführt, wobei man Verluste an Oxidation bis zu einem gewissen Ausmaß zuvor berücksichtigt. Jedoch hält eine Anreicherung von CO in dieser Art von Schmelzofen den Verbrauch des Ferrosiliziums bzw. -silizids aufgrund des graduellen Anstiegs der Reduktionsfähigkeit in der Atmosphäre in Schranken.

Ein anderer Vorteil dieser Anordnung ist die Stabilisierung der Luftmenge und der Kohlenstoffmenge, die in den Ofenkörper 20 geblasen wird. Die Stabilisierungsfunktion bezüglich der Luft und dem Kohlenstoff welche eine irreguläre Schwankung weg von dem vorbestimmten Niveau in ausgezeichneter Weise verhindert, wird in der nachfolgenden Weise erzielt: Da der Druck in der Blasleitung 14 so gesteuert bzw. geregelt wird, daß eine konstante Zuführung einer angemessenen Menge an Luft in Ansprechung auf die Bedingungen in dem Ofenkörper 20 möglich ist, ist der Druck der Luft, welche durch den Kanal 16 zum Transportieren der Kohleteilchen zu der Kohlezuführung 18 zugeführt wird, auch variabel, und zwar in Übereinstimmung mit dem Innendruck des Schmelzofens 10, während er gleichzeitig auf einem gewissen höheren Betragniveau als der Innendruck des Schmelzofens 10 gehalten wird. Das bedeutet, daß der Unterschied zwischen dem Innendruck des Schmelzofens 10 und dem Druck der Luft, die in die Kohlezuführung 18 eingeführt wird, nicht irregulär schwanken kann. Das ermöglicht es, eine im wesentlichen konstante Menge an Luft in den Ofenkörper 20 zuzuführen, und infolgedessen wird die Menge der Kohleteilchen, die zugeführt wird, auf einem gewissen vorbestimmten Niveau gehalten, was zur Folge hat, daß die Verbrennungsbedingungen in dem Schmelzofen 10 aufrecht erhalten werden.

Weitere Vorteile dieser Anordnung sind die Ökonomisierung der Energiekosten zum Transportieren der Kohleteilchen und die Erleichterung des Einstellens der Luftmenge, die von der Blasleitung 14 herkommt, um in den Ofenkörper 20 eingeführt zu werden. Diese beiden Vorteile werden dadurch bewirkt, daß ein Teil der Luft, der in die Blasleitung 14 strömt, als das Transportmedium für die Kohleteilchen verwendet wird.

Es seien als nächstes der Grund und der Vorteil des vorstehend beschriebenen Schnecken-Austrags 30 näher erläutert:

Wenn eine übliche Schnecke verwendet wird, die eine schraubenförmige Leitfläche hat, welche um eine Welle herum vorgesehen ist, dann besteht die Tendenz, daß die Leitfläche sehr schnell abgenützt wird. Der hier vorgesehene Schnecken-Austrag dagegen ist vorteilhaft, weil sich die Abnutzung der Schnecke in Schranken hält. Die Gründe für diesen Abnutzungswiderstand dieser Art von Schnecke dürften die hohle Struktur der Schnecke und die elastische Deformationsfähigkeit der Spiralfeder 36, die als die Leitfläche wirkt, sein.

Die Anordnung nach der Erfindung ist gegenüber der vorstehend beschriebenen Ausführungsform in verschiedenster Weise abwandelbar. Zum Beispiel ist der Kompressor zum Unterdrucksetzen der Luft, die von der Blasleitung abgezweigt wird, nicht auf ein Ringgebläse beschränkt, sondern es können vielmehr auch andere Arten von Gebläsen verwendet werden. Der als Kupolofen ausgebildete Schmelzofen, auf den die vorliegende Erfindung nach der Beschreibung des Ausführungsbeispiels angewandt wird, ist keineswegs auf einen Kupolofen gemäß dem Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern die Erfindung ist auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Kupol- bzw. Gießereischachtöfen anwendbar, sowie z. B. auch bei Blasöfen, Blauöfen, Flossöfen, Gebläseöfen, Gebläseschachtöfen, Hochöfen, Krummöfen, Schachtöfen, Verblaseöfen zum Schmelzen von Erzen und Metallen verwendbar.


Anspruch[de]
  1. 1. Anordnung zum Einblasen fester Brennstoffteilchen aus Kohlenstoff oder Kohle in einen Schmelzofen (10), der einen im wesentlichen zylindrischen Ofenkörper (20) hat, umfassend
    1. a) eine Blasleitung (14) zum Einleiten von Luft aus einer vorgesehenen Luftquelle (8) in den Ofenkörper (20);
    2. b) eine Kohleeinblaseinrichtung (12);
    3. c) eine Kohlezuführung (18) zum Einleiten der Kohleteilchen in den Ofenkörper (20);
    4. d) einen von der Blasleitung (14) abzweigenden Kanal (16) zum teilweisen Abzweigen von Luft, welcher so mit der Kohlezuführung verbunden ist, daß die in den Kanal (16) abgezweigte Luft zusammen mit den Kohleteilchen in den Ofenkörper (20) eingeleitet wird; und
    5. e) einen in dem Kanal (16) angeordneten Kompressor (40) zum Unterdrucksetzen der aus der Blasleitung (14) abgezweigten Luft;
  2. dadurch gekennzeichnet, daß eine Verbindungsleitung (42) zwischen einem abgedichteten Trichter (28) der Kohleeinblaseinrichtung (12) und dem Kanal (16) stromabwärts von dem Kompressor (40) so vorgesehen ist, daß der Luftdruck in dem Kanal (16) auf die in dem Trichter (28) enthaltenen Kohleteilchen wirkt.
  3. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaßöffnung der Kohlezuführung (18) derart in einer Düse (26) des Ofenkörpers angeordnet ist, daß die Kohleteilchen und die Luft, welche durch die Kohlezuführung (18) zugeführt werden, zusammen mit der Luft aus der Blasleitung (14) in den Ofenkörper (20) geblasen werden.
  4. 3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem unteren Teil des Trichters (28) der Kohleeinblaseinrichtung (12) ein Schnecken-Austrag (30) zum Entladen einer vorbestimmten Menge an Kohleteilchen angeordnet ist.
  5. 4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schnecken-Austrag (30) einen Antriebsmotor (38), eine von diesem gedrehte Welle (34) und eine konzentrisch auf der Welle (34) befestigte Spiralfeder (36) umfaßt.
  6. 5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (34) eine Stummelwelle ist, an deren freiem Ende die Spiralfeder (36) befestigt ist.
  7. 6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie weiter eine Nebenschlußleitung (44) mit Ventil (46) umfaßt, die in dem Kanal (16) zum Umgehen des Kompressors (40) angeordnet ist.






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