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Dokumentenidentifikation DE68912981T2 23.06.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0350212
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Aufwickeln einer Bahn.
Anmelder Valmet Paper Machinery Inc., Helsinki, FI
Erfinder Snygg, Keijo, SF-48600 Karhula, FI
Vertreter Tiedtke, H., Dipl.-Ing.; Bühling, G., Dipl.-Chem.; Kinne, R., Dipl.-Ing.; Pellmann, H., Dipl.-Ing.; Grams, K., Dipl.-Ing.; Link, A., Dipl.-Biol. Dr., Pat.-Anwälte, 80336 München
DE-Aktenzeichen 68912981
Vertragsstaaten AT, DE, FR, GB, IT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 30.06.1989
EP-Aktenzeichen 893066498
EP-Offenlegungsdatum 10.01.1990
EP date of grant 09.02.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.06.1994
IPC-Hauptklasse B65H 19/30
IPC-Nebenklasse B65H 18/16   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Aufwickeln einer Bahn an der Maschine, bei welchem eine Wickeltrommel oder eine entsprechende Aufwickelkomponente verwendet wird, über die die auf zuwickelnde Bahn geführt wird, und bei dem neue Wickelspulen in rollende Anlagen mit einer Wickeltrommel gebracht werden, wonach die Hahn von einer vorhergehenden, vollständig aufgewickelten Rolle weggeführt und auf einer neuen Rolle aufgewickelt wird.

Die Erfindung bezieht sich ferner auf eine Vorrichtung zum Aufwickeln einer Bahn an der Maschine, mittels der eine von einer Papiermaschine oder einer entsprechenden Maschine zur Bahnerzeugung kommende Bahn auf Wickelspulen aufgewickelt wird, und die eine mit einer Antriebseinrichtung versehene Wickeltrommel und dieser zugeordnete Primärgabeln oder Arme, die die leeren Wickelspulen auf die Oberfläche der Wickeltrommel bringen, sowie Stützschienen aufweist, auf denen sich die Maschinenrolle während des Wickelns aufbaut.

Gemäß dem Stand der Technik ist es üblich, einen sogenannten Popewickler zu verwenden, um beispielsweise die von einer Papiermaschine kommende Papierbahn aufzuwickeln, wobei die Rolle auf eine sogenannte Wickelspule aufgewickelt und die sich aufbauende Rolle gegen eine angetriebene Rolle, eine sogenannte Popewickeltrommel, gepreßt wird, über die teilweise die Bahn läuft und die mit einer Umfanggeschwindigkeit gedreht wird, welche der Geschwindigkeit der Bahn angepaßt ist.

Bei den herkömmlichen Maschinen wird die Wickelspule mittels separaten Gabeln oder Armen von dem Lagerrahmen auf die Primärgabeln oder Arme gebracht. Ein derartiger Aufbau ist sehr hoch, während die Hubhöhen von Kränen, insbesöndere in älteren Maschinenhallen, dafür oftmals nicht geeignet ist. Aus den oben genannten Gründen werden hohe Kosten verursacht. Eine Vorrichtung dieser Art ist in dem finnischen Patent Nr. 860 831 offenbart.

Bei den herkömmlichen Maschinen wird die Belastung an der Preßzone der Wickelspule und der Wickeltrommel mittels einer Rolle und einer Lasteinrichtung bewirkt. In der oberen Position wird die Belastung durch das Gewicht der Wickelspule selbst sowie durch die Belastung von der Lasteinrichtung verursacht; wenn aber die auf den Primärarmen abgestützte Spule in Richtung auf die untere Position bewegt wird, nimmt die Kraftkomponente des Gewichts der Spule selbst ab und ist gleich null, wenn die Spule die untere Position erreicht, an welchem Punkt nur die durch die Lasteinrichtung aufgebrachte Belastungskraft wirkt. Aus diesen Gründen wird ein spezieller Entlastungszylinder benötigt, um die durch das Gewicht der Wickelspule verursachte Druckkraft einzustellen. Der Druck des Zylinders muß während dem Absenken der Primärgabeln schrittweise eingestellt werden.

Die bekannte Technik kann keine günstige schrittlose Übertragung bereitstellen, die ohne eine Synchronisierungswelle funktioniert, welche zur gleichen Zeit einen zuverlässigen, gleichmäßigen Lauf schafft, da sich bei dieser Lösung die Entlastungszylinder während der Bewegung der Primärgabeln ebenfalls verlängern. Eine solche Vorrichtung ist in Valmet's US Patent Nr. 4 634 068 offenbart.

Eine Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Aufwickeln einer Bahn zu schaffen, mittels denen eine gleichmäßige Verteilung der Belastung über der Breite der Papierbahn zwischen der Wickelspule und der Wickeltrommel während dem Auswechseln der Wickelspulen, bei gerade belasteter Wickelspule und während dem anfänglichen Aufwickeln bis zum Abstützen der Wickelspule durch Sekundärarme erzielt wird.

Es ist ferner ein Ziel der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, die ein schnelles Auswechseln der Wickelspulen ermöglichen.

Weiterhin ist es ein Ziel der Erfindung, eine einfache und zuverlässige Konstruktion bereitzustellen, bei der keine Hilfsausrüstung benötigt wird.

Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Aufwickeln einer Bahn an der Maschine vorgesehen, bei welchem eine Wickeltrommel oder eine entsprechende Aufwickeleinrichtung verwendet wird, über die die auf zuwickelnde Bahn (W) geführt wird, und bei dem neue, leere Wickelspulen mit der Wickeltrommel in Kontakt gebracht werden, wonach die Bahn (W) von einer vorherigen, vollständig aufgewickelten Rolle weggeführt wird, um auf einer neuen Rolle aufgewickelt zu werden, wobei der Anpreßdruck zwischen der Wickelspule und der Wickeltrommel im wesentlichen konstant gehalten wird, und das dadurch gekennzeichnet ist, daß es in Kombination die folgenden Schritte aufweist:

(a) Aufnehmen einer leeren Wickelspule mit Hilfe von Primärgabeln in der oberen Position und ohne jegliche Hilfsausrüstung, wodurch die leere Wickelspule auf die Primärgabeln rollt,

(b) bei von den Primärgabeln geführter und auf an den Primärgabeln angebrachten Stützplatten gehaltener leerer vorbeschleunigter Wickelspule, Bringen der Wickelspule in Presskontakt mit der sich drehenden Wickeltrommel, durch welche Presszone die aufzuwickelnde Bahn (W) läuft und bei diesem Presskontakt um die Wickelspule herum gewickelt wird, wobei die Stützplatten von solcher Gestalt gewählt sind und während des Absenkens der Primärgabeln in einer solchen Position gehalten werden, daß ein im wesentlichen konstanter Anpreßdruck gewährleistet wird, der auf rechterhalten wird, während sich die Primärgabeln von ihrer oberen Position in ihre untere Position bewegen,

(c) wobei die Konturfläche der Stützplatte so gewählt oder ausgestaltet ist, daß sie einen solchen Stützwinkel hat, daß der Stützplattenvektor, der eine Komponente des die Gewichtskraft auf die Winkelspule repräsentierenden vertikalen Vektors (B) ist, zu der Tangente (D) durch den Kontaktpunkt zwischen der Stützgegenfläche der Stützplatte und der Wickelspule im rechten Winkel steht, und so daß der Trommelkontaktkraft-Vektor (A), der die andere Komponente des vertikalen Vektors (B) ist, während der gesamten Absenkbewegung der Primärgabeln konstant oder im wesentlichen konstant bleibt, und

(d) mit den Primärgabeln in ihrer unteren Position, Drehen der Stützplatten in eine solche Position, daß sie die bereits auf den Wickelschienen aufgelagerte Wickelspule passieren, wenn sich die Primärgabeln zurück in ihre obere Position bewegen, und, wie benötigt, Wiederholen der genannten Schritte, wenn es an der Zeit ist die Wickelspule wieder zu wechseln und die Stützplatten bereit sind, eine aufzunehmen.

Erfindungsgemäß wird ferner eine Vorrichtung zum Aufwickeln einer Bahn (W) auf Wickelspulen an der Maschine geschaffen, die von einer Papiermaschine oder entsprechenden Bahn- (W) erzeugenden Maschine kommt, mit einer angetriebenen Wickeltrommel und dazu zugeordneten Primärgabeln, die leere Wickelspulen von einem Lagerrahmen zum Lagern der leeren, zur Aufnahme durch die Primärgabeln ohne jegliche Hilfsausrüstung bereiten Wickelspulen zu der Wickeltrommel und Schienen bringen, auf denen die Bahnrolle abgestützt, sich zumindest während des letzten Abschnitts des Aufwickelvorgangs aufbaut, wobei der Anpreßdruck zwischen der Wickeltrommel und der Wickelspule unabhängig von der Höhenposition der Wickelspule im wesentlichen konstant verbleibt, und die dadurch gekennzeichnet ist, daß Stützplatten an den Primärgabeln befestigt sind, und darauf eine leere Wickelspule abstützbar ist, die mit der sich drehenden Wickeltrommel durch Absenken der Primärgabeln in Presskontakt gebracht werden kann, wobei die Stützplatten mit einer Gegenfläche versehen sind, deren Form und Position derart ist, daß beim Absenkens der Wickelspule der im wesentlichen konstante Anpreßruck aufrechterhalten bleibt, wobei der im wesentlichen konstante Anpreßdruck durch die Konturfläche der Stützplatte aufrechterhalten wird, die einen solchen Stützwinkel hat, daß der Stützplattenvektor, der eine Komponente des die Gewichtskraft auf die Wickelspule repräsentierenden vertikalen Vektors (B) ist, zu der Tangente (D) durch den Kontaktpunkt zwischen der stützenden Gegenfläche der Stützplatte und der Wickelspule im rechten Winkel steht, und so, daß der Trommelkontaktkraft-Vektor (A), der die andere Komponente des vertikalen Vektors (B) ist, während der gesamten Absenkbewegung der Primärgabeln konstant oder im wesentlichen konstant bleibt.

Die austauschbaren Stützplatten können bezüglich ihrer Ausgestaltung variieren, um einen geeigneten Anpreßruck für jede Papierqualität zu erzielen. Die Stützplatten können ebenso bezüglich der Primärgabeln fest sein. In diesem Fall kann die Primärgabel nur dann angehoben werden, wenn sich die Papierrolle bis zu einer geeigneten Größe aufgebaut hat.

Durch Vorsehen eines Verschwenkmechanismus für die Stützplatten ist ein schnelles Verschwenken der Primärgabeln in die obere Position ermöglicht, welches in besonderen Situationen nützlich ist, beispielsweise wenn bei Beginn einer neuen Papierrolle ein Fehler auftritt und ein Auswechseln der Wickelspulen sofort ausgeführt werden muß. Das Verschwenken der verschwenkbar an den Primärgabeln angelenkten Stützplatten wird beispielsweise durch entweder die Gewichtskraft, eine Feder oder einen von beispielsweise einem Grenzwertschalter in Abhängigkeit von der Position der Primärgabeln gesteuerten hydraulischen oder pneumatischen Zylinder ermöglicht. Die für kritische Papierqualitäten notwendige Entlastung wird mit Hilfe von an dem oberen Abschnitt der Primärgabeln direkt unterhalb der Lagergehäuse der Wickelspule angeordnete Hydraulikzylinder ermöglicht. Die Entlastung vermindert den Anpreßdruck, der aber noch immer im wesentlichen konstant bleibt.

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine besondere Einrichtung zum Heben der Wickelspule von dem Lagerrahmen auf die Primärarme nicht benötigt, da die Form der Primärarme und der Drehpunkt derart sind, daß die angehobenen Primärarme die leere Wickelspule von dem Lagerrahmen aufnehmen. Ferner ist die Oberfläche des Balkens des Lagerrahmens in Richtung auf die Primärarme angestellt, wodurch die neue Wickelspule die vorhergehende, an die Wickeltrommel gebrachte Wickelspule ersetzen kann.

Um eine Anpreßkraft zwischen der Spule und der Wickeltrommel zu erzielen, wird keine Hilfsausrüstung benötigt, da die Anpreßkraft durch das Gewicht der Spule selbst und einen geeigneten, für die Gegenflächen der Stützplatten gewählten Winkel bewirkt wird.

Die Erfindung wird nun beispielhaft unter Bezugnahme auf ein in den Figuren der beigefügten Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel weiter beschrieben, auf dessen Details die Erfindung aber nicht beschränkt ist.

Fig. 1 ist eine Seitenansicht eines erfindungsgemäß ausgebildeten Wicklers.

Fig. 2 ist eine Teilansicht des Wicklers gemäß Fig. 1, die das erfindungsgemäße Kontrollsystem für die Anpreßkraft zwischen der Wickelspule und der Wickeltrommel veranschaulicht.

Im folgenden wird der Aufbau und die Funktion des erfindungsgemäßen Wicklers beschrieben.

Der Hauptteil des in den Figuren schematisch dargestellten Wicklers vom Popetyp weist eine Wickeltrommel 10 auf, entlang deren Umfang die Papierbahn für etwas über eine viertel Umdrehung läuft, bevor sie auf den Umfang der sich um eine Wickelspule 11 auf bauenden Papierrolle befördert wird. Die Bezugszahlen 11C - 11E bezeichnen verschiedene Zustände oder Positionen einer Wickelspule 11 während des Aufwickelns. Eine Wickelspule 11E ist auf zwei Stützschienen 12 abgestützt und dreht darauf, während sie von Sekundärgabeln 13 gegen die Wickeltrommel 10 gepreßt wird. Die Sekundärgabeln bewegen ebenso die Papierrolle von und weg von der Wickeltrommel 10, wenn sie einen gewünschten Durchmesser erreicht hat.

Wie beschrieben, sind verschiedene Positionen der Wickelspule 11 in Abhängigkeit von der Aufwickelphase, in der sie sich befindet, mit 11A, 11B, 11C, 11D oder 11E beziffert. 11E zeigt die Wickelspule kurz bevor sie von den Stützplatten entfernt wird, aber immer noch auf ihnen abgestützt ist. Nach dem Entfernen der vollständig aufgewickelten Wickelspule pressen die Sekundärgabeln 13 die nächstfolgende Wickelspule in Preßkontakt mit der Wickeltrommel 10. Das Bezugszeichen 11 wird verwendet, wenn allgemein auf die Wickelspule Bezug genommen wird und keine besondere Position angesprochen ist.

Die vollständig aufgewickelten Papierrollen werden zum weiteren Bearbeiten entlang den Stützschienen 12 nach links befördert, wonach die leeren Kernwellen durch beispielsweise einen Brückenkran auf Lagerschienen 16 zurückgeführt werden, die in der Zeichnung auf der rechten Seite und oberhalb der Stützschienen 12 angeordnet sind.

Primärgabeln 14 bilden die Auswechseleinrichtung der Wickelspulen 11 aus.

Wenn die Wickelspulen 11 gewechselt werden, werden die Primärgabeln 14 in ihre obere Position angehoben. Die Form der Primärgabeln 14 und der Drehpunkt 15 sind so gewählt, daß sie, wenn angehoben, eine leere Wickelspule 11B von dem Lagerrahmen 16 aufnehmen. Die obere Oberfläche des Lagerrahmens ist in Richtung auf den Wechselpunkt der Wickelspulen angestellt, um zu ermöglichen, daß eine neue Wickelspule 11A an einen Punkt rollt, an dem sie von den Primärgabeln 14 aufgenommen werden kann, wenn es Zeit ist, die Wickelspulen auszuwechseln. Stützplatten 17 sind an den Primärgabeln 14 angebracht, die die Wickelspule während den verschiedenen Zuständen 11B bis 11E, an denen die Papierrolle aufgebaut wird, abstützen. Die Primärgabeln 14 werden nun abgesenkt, um zu ermöglichen, daß der Umfang der Wickelspule 11C sich dem Umfang der Wickeltrommel 10 annähert, wobei der Abstand zwischen der Wickelspule 11C und der Wickeltrommel 10 weiter abnimmt, bis die Wickelspule, die vorbeschleunigt wurde und annähernd die gleiche Umfangsgeschwindigkeit wie die Wickeltrommel erreicht hat, bei 11C die auf der Wickeltrommel 10 laufende Papierbahn W berührt und die exakte Umfangsgeschwindigkeit der Wickeltrommel erreicht. Die Förderung der Bahn W kann nun auf per se bekannte Weise ausgeführt und eine neue Wickelspule 11 kann auf die Stützschienen 12 abgesenkt werden, um die entfernte Spule 11 zu ersetzen. In dem Zustand 11C, bei dem die Wickelspule gegen die Bahn preßt, wird der Austausch der Wickelspulen ausgeführt, wobei bei vielen bekannten Lösungen eine Unterbrechung der Bahn für etwa eine halbe Minute hervorgerufen wird. Gemäß dieser Lösung kann die neue Wickelspule 11C anfangen die Bahn zu empfangen, während sich die vorherige Spule immer noch in Preßkontakt mit der Wickeltrommel 10 befindet, wenn die Bahn durch Verwendung einer Reißnadel geschnitten wird, um vor den Blasevorgang ein Loch in die Bahn einzubringen, ein Randblaseverfahren oder eine Schnurschneidvorrichtung (Stand der Technik) Verwendung findet. Wenn das Schneiden der Bahn mit einem Lochblasevorgang (mittlere oder dickere Papierqualitäten) durchgeführt wird, muß der Preßkontakt mit der vollen Maschinenrolle 11E zuerst aufgehoben werden, und erst dann kann die Bahn abgeschnitten werden. Auf jeden Fall wird bei Verwendung der erfindungsgemäßen Lösung der Wechsel auf schnellst mögliche Weise ausgeführt und der aus dem Abbrechen und dem Wechseln resultierende Verlustbetrag, auch "broke" bezeichnet, wird minimiert.

Die Fig. 2 zeigt verschiedene Zustände 11A, 11B, 11C, 11D und 11E der Wickelspule 11, wenn sie abgestützt auf den Stützplatten 17 durch die Primärgabeln 14 auf die Stützschienen 12 transportiert wird. Während den Zuständen 11C - 11E stellt sich der Stützwinkel der Stützplatten 17 derart selbst ein, daß der Anpreßdruck zwischen der Spule 11 und der Wickeltrommel im wesentlichen konstant bleibt, während die Primärgabeln 14 abgesenkt werden. Die Stützplatten sind an den Primärgabeln 14 verschwenkbar angelenkt und derart geformt, daß, während sich die Primärgabeln in ihrer unteren Position und die Wickelspule 11E auf den Rollschienen 12 befinden, die Stützplatten 17 um ihren Schwenkpunkt 18 in eine solche Position an den Primärgabeln 14 verschwenken, daß die Primärgabeln 14 zurück in ihre obere Position angehoben werden können und die auf den Schienen 12 abgestützte Wickelspule 11E passieren. Bei dem in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel wird das Verschwenken der Stützplatten 17 dadurch erzielt, daß der sich auf der rechten Seite des Schwenkpunktes 18 befindliche Abschnitt der Stützplatte schwerer gemacht wird, als der linksseitige Abschnitt. Wenn jede Primärgabel bis zu den Schienen 12 abgesenkt wurde, fährt sie fort nach unten zu verschwenken, bis ihre Stützplatte 17 aus einer Position hinter der Wickelspule heraus in eine feste Position kippen kann, wodurch sie über die Wickelspule 11E hinaus zurück in die obere Position verlagert werden kann, wenn die Gabeln angehoben werden. Diese Lösung kann, wenn gewünscht, durch eine mechanische oder hydraulische Bewegung ersetzt werden, die das gleiche Ergebnis erzielt, aber teurer ist. Die Primärgabeln 14 sind derart angeordnet, daß sie simultan funktionieren, beispielsweise mittels einer Synchronisierungswelle 21, die mittels Verbindungsstangen 23 außerhalb der Verschwenkpunkte 15 angeordnet sind, um das auf die Welle 21 aufgebrachte Moment in Abhängigkeit von der Übertragungsrate zu verringern. Die für einige Bahnmaterialien benötigte Entlastungskraft wird durch einen Entlastungszylinder 22 hervorgerufen, der in dem oberen Abschnitt der Primärgabeln 14 direkt in der Nähe der Lagergehäuse der Wickelspule 11B angeordnet ist. Der Druck wird aufgebracht, während sich die Primärgabeln in ihrer oberen Position befinden, und wird konstant gehalten, während sich die Primärgabeln von ihrer oberen in ihre untere Position bewegen.

Im folgenden wird das Funktionsprinzip der erfindungsgemäß ausgebildeten Stützplatten unter Bezugnahme auf die Fig. 2 näher beschrieben.

Erfindungsgemäß wird der Anpreßdruck den Preßkontakts zwischen der Wickelspule 11 und der Wickeltrommel 10 durch das Gewicht der Spule 11B - 11E selbst hervorgerufen. Wenn sich die Wickelspule 11 abwärts bewegt, während die Primärgabeln abgesenkt werden, ist die Kraftwirkung der Gewichtskraft auf sie vertikal ausgerichtet, welche Kraft durch den Vektor B repräsentiert wird. Diese auf die Spule wirkende Kraft teilt sich in zwei Komponenten auf, von denen die eine, A, die Anpreßkraft zwischen der Wickelspule und der Wickeltrommel ist. Die Kraft A bleibt während der gesamten Abwärtsbewegung der Primärgabeln annähernd konstant.

Die Bezugszeichen C1, C2 und C3 bezeichnen die Größe der Kraftkomponente, die zusammen mit dem Vektor A den Summenvektor B ausbildet. Die Kraftkomponente C1, C2 und C3 wird durch den Kontaktwinkel der Gegenfläche der Stützplatte 17 bestimmt, der wiederum derart bestimmt ist, daß die Kraftkomponente A in der Vektorsumme A + C = B immer annähernd die gleiche in den verschiedenen Positionen der Wickelspule 11 ist. Die Linie D in Fig. 2 ist die Linie, die die Position der Gegenfläche der Stützplatte repräsentiert, gegen welche die Wickelspule abgestützt ist, oder, in anderen Worten, gegenüber der der Vektor C einen rechten Winkel aufweist.

Während des Absenkens bleibt die Kontaktkraft A annähernd konstant. An dem Punkt, an dem die Stützplatten die Wickelspule auf die Sekundärarme 13 übertragen, sind die Stützplatten mittels einer Synchronisierungswelle 21 mechanisch synchronisiert. Damit wird eine ungleichmäßige Belastung verhindert, wenn die Sekundärbelastung eingreift, und somit die Bahn eben und faltenfrei gehalten, was deutlich die Menge an Abfall ("broke") verringert, da jeder Fehler am Anfang des Aufwickelns zu einer Unterbrechung des Aufwickelvorgangs und einem Abwickeln der Rolle zu Ausschuß ("broke") führen würde.

Es ist zu betonen, daß die Erfindung in keinster Weise auf das oben beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt ist, sondern die Details im Bereich des erfinderischen Konzepts stark variieren können. Die Stützplatten können beispielsweise eine gekrümmte Form aufweisen, oder die Lagergehäuse der Wickelspule können verschiedene Durchmesser haben, so daß der Abstützpunkt der Stützplatten an verschiedenen Punkten der Stützplatten angeordnet ist. Durch diese Technik kann eine Steuerung der Anpreßkraft auf gleiche Weise vorgenommen werden, wie durch Einstellen des Stützwinkels einer geraden Stützplatte, so wie oben beschrieben.

Im folgenden werden die Patentansprüche angeführt, die das erfinderische Konzept definieren, in dessen Bereich die Details der Erfindung variieren können.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Aufwickeln einer Bahn an der Maschine, bei welchem eine Wickeltrommel (10) oder eine entsprechende Aufwickeleinrichtung verwendet wird, über die die auf zuwickelnde Bahn (W) geführt wird, und bei dem neue, leere Wickelspulen (11) mit der Wickeltrommel (10) in Kontakt gebracht werden, wonach die Bahn (W) von einer vorherigen, vollständig aufgewickelten Rolle weggeführt wird, um auf einer neuen Rolle aufgewickelt zu werden, wobei der Anpreßdruck zwischen der Wickelspule (11C - 11E) und der Wickeltrommel (10) im wesentlichen konstant gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren in Kombination die folgenden Schritte aufweist:

(a) Aufnehmen einer leeren Wickelspule (11A, 11B) mit Hilfe von Primärgabeln (14) in der oberen Position und ohne jegliche Hilfsausrüstung, wodurch die leere Wickelspule (11A, 11B) auf die Primärgabeln rollt,

(b) bei von den Primärgabeln (14) geführter und auf an den Primärgabeln angebrachten Stützplatten (17) gehaltener leerer vorbeschleunigter Wickelspule (11B, 11C), Bringen der Wickelspule in Presskontakt mit der sich drehenden Wickeltrommel (10), durch welche Presszone die auf zuwickelnde Bahn läuft und bei diesem Presskontakt um die Wickelspule (11) herum gewickelt wird, wobei die Stützplatten (17) von solcher Gestalt gewählt sind und während des Absenkens der Primärgabeln (14) in einer solchen Position gehalten werden, daß ein im wesentlichen konstanter Anpreßdruck gewährleistet wird, der aufrechterhalten wird, während sich die Primärgabeln (14) von ihrer oberen Position in ihre untere Position bewegen,

(c) wobei die Konturfläche der Stützplatte (17) so gewählt oder ausgestaltet ist, daß sie einen solchen Stützwinkel hat, daß der Stützplattenvektor (C1; C2; C3), der eine Komponente des die Gewichtskraft auf die Wickelspule (11) repräsentierenden vertikalen Vektors (B) ist, zu der Tangente (D) durch den Kontaktpunkt zwischen der Stützgegenfläche der Stützplatte (17) und der Wickelspule (11) im rechten Winkel steht, und so daß der Trommelkontaktkraft-Vektor (A), der die andere Komponente des vertikalen Vektors (B) ist, während der gesamten Absenkbewegung der Primärgabeln (14) konstant oder im wesentlichen konstant bleibt, und

(d) mit den Primärgabeln (14) in ihrer unteren Position, Drehen der Stützplatten (17) in eine solche Position, daß sie die bereits auf den Wickelschienen (12) aufgelagerte Wickelspule (11) passieren, wenn sich die Primärgabeln (14) zurück in ihre obere Position bewegen, und, wie benötigt, Wiederholen der genannten Schritte, wenn es an der Zeit ist die Wickelspule wieder zu wechseln und die Stützplatten (17) bereit sind, eine aufzunehmen.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehen der Stützplatten (17) um einen Befestigungepunkt (18) entweder durch die Gewichtskraft oder mittels einer Feder und/oder eines hydraulischen oder pneumatischen Zylinders erzielt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützpunkt der Stützplatten (17) an verschiedenen Punkten der Stützplatten angeordnet sein kann, indem den Stützflächen der Stützplatten eine gekrümmte Form gegeben ist und/oder die Lagergehäuse der Wickelspule mit verschiedenen Durchmessern ausgestaltet sind, so daß eine teilweise oder vollständige Steuerung der Druckkraft erzielt wird.

4. Vorrichtung zum Aufwickeln einer Bahn (W) auf Wickelspulen (11) an der Maschine, die von einer Papiermaschine oder entsprechenden Bahn- (W) erzeugenden Maschine kommt, mit einer angetriebenen Wickeltrommel (10) und dazu zugeordneten Primärgabeln (14), die leere Wickelspulen (11A) von einem Lagerrahmen (16) zum Lagern der leeren, zur Aufnahme durch die primargabeln ohne jegliche Hilfsausrüstung bereiten Wickelspulen (11A) zu der Wickeltrommel (10) und Schienen (12) bringen, auf denen die Bahnrolle abgestützt, sich zumindest während des letzten Abschnitts des Aufwickelvorgangs aufbaut, wobei der Anpreßdruck zwischen der Wickeltrommel und der Wickelspule unabhängig von der Höhenposition der Wickelspule im wesentlichen konstant verbleibt, dadurch gekennzeichnet, daß Stützplatten (17) an den Primärgabeln (14) befestigt sind, und darauf eine leere Wickelspule (11B, 11C) abstutzbar ist, die mit der sich drehenden Wickeltrommel (10) durch Absenken der Primärgabeln (14) in Presskontakt gebracht werden kann, wobei die Stützplatten (17) mit einer Gegenfläche versehen sind, deren Form und Position derart ist, daß beim Absenkens der Wickelspule der im wesentlichen konstante Anpreßdruck aufrechterhalten bleibt, wobei der im wesentlichen konstante Anpreßdruck durch die Konturfläche der Stützplatte (17) aufrechterhalten wird, die einen solchen Stützwinkel hat, daß der Stützplattenvektor (C1; C2; C3), der eine Komponente des die Gewichtskraft auf die Wickelspule (11) repräsentierenden vertikalen Vektors (B) ist, zu der Tangente (D) durch den Kontaktpunkt zwischen der stützenden Gegenfläche der Stützplatte (17) und der Wickelspule (11) im rechten Winkel steht, und so, daß der Trommelkontaktkraft-Vektor (A), der die andere Komponente des vertikalen Vektors (B) ist, während der gesamten Absenkbewegung der Primärgabeln (14) konstant oder im wesentlichen konstant bleibt.

5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anpreßdruck derart gewählt ist, daß er durch Auswählen einer geeigneten Gegenfläche einer Stützplatte (17) oder andere Einrichtungen auf jede Papierqualität abgestimmt ist.

6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützplatten entweder austauschbar oder fest sind.

7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche des Lagerrahmens (16) in Richtung auf die Primärgabeln (14) derart angestellt ist, daß eine neue Wickelspule (11A) an die Stelle einer vorherigen rollt, wenn diese für den Aufwickelvorgang aufgenommen wurde.

8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehen der Stützplatten (17) um einen Befestigungspunkt (18) entweder durch die Gewichtskraft, den Schwerpunkt der Stützplatten oder mittels einer Feder und/oder ihren jeweiligen hydraulischen Zylindern erzielt wird.

9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß den Stützflächen der Stützplatten (17) eine gekrümmte Form zum Wählen des Schwerpunkts der Stützplatten (17) gegeben ist, um die Presskraft zu steuern.

10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der Lagergehäuse der Wickelspule geeignet gewählt werden kann, um die Presskraft zu steuern.







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