PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3888361T2 07.07.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0378684
Titel LEUKOZYTEN-TRENNVERFAHREN.
Anmelder Terumo K.K., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder NAOI, Keiji, Shibuya-ku Tokyo 151, JP
Vertreter Feiler, L., Dr.rer.nat.; Hänzel, W., Dipl.-Ing.; Kottmann, D., Dipl.-Ing, Pat.-Anwälte, 81675 München
DE-Aktenzeichen 3888361
Vertragsstaaten BE, DE, FR, GB, IT, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 16.09.1988
EP-Aktenzeichen 889083333
WO-Anmeldetag 16.09.1988
PCT-Aktenzeichen JP8800942
WO-Veröffentlichungsnummer 8902304
WO-Veröffentlichungsdatum 23.03.1989
EP-Offenlegungsdatum 25.07.1990
EP date of grant 09.03.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.07.1994
IPC-Hauptklasse B01D 61/00
IPC-Nebenklasse B01D 39/16   A61K 35/14   A61M 1/16   A61M 1/34   

Beschreibung[de]
[Technisches Gebiet]

Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abtrennung von Leukozyten aus Leukozyten und Erythrozyten enthaltendem Blut. Insbesondere betrifft sie die Abtrennung von Leukozyten mit Hilfe eines Filters mit der stabilen Fähigkeit zum Festhalten von Leukozyten ohne die Möglichkeit einer Verunreinigung durch Fremdmaterial.

[Stand der Technik]

Es ist lange her, daß sich die Art und Weise einer Blutübertragung von der üblichen Vollblutübertragung auf eine Blutkomponentenübertragung, bei der lediglich die von einem gegebenen Patienten benötigte spezielle Blutkomponente übertragen wird, geändert hat. Die für diese Blutkomponentenübertragung anstehende Aufgabe besteht in der Suche nach einer Möglichkeit zur Erhöhung der Reinheit, in der jede der auf zutrennenden Blutkomponenten erhältlich ist.

Bei Spenderblut war es üblich, dieses durch Zentrifugieren in ein Konzentrat roter Blutkörperchen (CRC), in ein Plättchenkonzentrat (PC) und ein plättchenarmes Plasma (PPP) aufzutrennen. Das derart aus dem Blut abgetrennte Konzentrat roter Blutkörperchen wird zu einem aus roten Blutkörperchen bestehenden Komponentenarzneimittel verarbeitet und in großem Umfang zur Blutkomponentenübertragung an Patienten, die die rote Blutkörperchenkomponente benötigen, benutzt. Die Tatsache, daß das rote Blutkörperchen-Konzentrat Leukozyten und Plättchen in großer Menge enthält und das sogenannte Vollkomponentenblut bildet, ist allgemein anerkannt. Folglich zwingt die Übertragung dieses Konzentrats aus roten Blutkörperchen einen Patienten, der lediglich rote Blutkörperchen benötigt, unvermeidlich zur unfreiwilligen Aufnahme großer Volumina an Leukozyten und Plättchen. Dies führt zu großen Unsicherheiten bezüglich der Zweckmäßigkeit der Übertragung. Die in der roten Blutfraktion, z. B. in diesen Konzentraten aus roten Blutkörperchen, enthaltenen Leukozyten und Plättchen müssen auch zum Zwecke eines Ausschlusses eines ansonsten möglichen Auftretens einer Nachübertragungsreaktion weitestgehend entfernt werden. Zu diesem Zweck wurden bereits die verschiedensten Verfahren bzw. Geräte entwickelt.

Zur Erhöhung der Reinheit eines Arzneimittels aus roten Blutkörperchen gibt es das Zentrifugentrennverfahren, das Änderungen im spezifischen Gewicht zwischen unterschiedlichen Arten von Blutkörperchen ausnutzt, das mit Hilfe eines Sequestriermaterials arbeitende Verfahren, bei dem das Phänomen der Haftung von Blutkörperchen ausgenutzt wird, und das unter Verwendung eines Agglutinationsmittels für rote Blutkörperchen arbeitende Trennverfahren.

Von den genannten Verfahren hat das mit dem Sequestriermaterial arbeitende Verfahren im Hinblick auf seinen hohen Wirkungsgrad bei der Entfernung von Leukozyten und seine bequeme Ausführbarkeit besondere Popularität gewonnen. Als Sequestriermittel wurden Fasern aus beispielsweise natürlicher Cellulose, Polyester, Polyamid, Polyacrylnitril und Glasfasern extrem geringer Durchmesser in den meisten Fällen in unmodifizierter Packungsform oder in beispielsweise zu Vliesen weiter verarbeiteter Form benutzt.

Wenn die Fasern zur Verwendung im Rahmen des geschilderten Verfahrens in unmodifizierter Form in eine Säule gepackt werden sollen, erfordert die Herstellung der gepackten Säule viel Zeit und Arbeitsaufwand, da es Schwierigkeiten bereitet, die Fasern gleichförmig in der Säule unterzubringen. Je nach der Art und Weise, in der die Fasern in der Säule gepackt sind, besteht darüber hinaus in erheblichem Maß die Möglichkeit, daß es in der gepackten Säule während ihres Betriebs zu einer Kanalbildung kommt. Wenn die Packungsdichte der Fasern erhöht wird, um ein vollständiges Festhalten von Leukozyten sicherzustellen, erhöht sich die Filtrationszeit merklich. Da die derart mit erhöhter Dichte gepackten Einzelfasern sich nicht in großem Umfang miteinander verwinden können, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, daß sie sich während des Betriebs der Säule lösen und die Säule verlassen. Wenn die Fasern in beispielsweise zu einem Vlies weiterverarbeiteter Form verwendet werden, tritt zwar das geschilderte Problem nicht ohne weiteres auf, nachteilig hieran ist jedoch, daß die auf dem Vlies festgehaltenen Blutkörperchen dazu neigen, das Vlies zuzusetzen.

Bislang wurde noch kein Sequestriermaterial, das in genügender und stabiler Weise als Filter für die Entfernung von Leukozyten zu dienen vermag, entwickelt. Dies ist der gegenwärtige Zustand.

Der Erfindung lag folglich die Aufgabe zugrunde, ein neues Verfahren zur Abtrennung von Leukozyten aus Leukozyten und Erythrozyten enthaltendem Blut anzugeben. Eine weitere Aufgabe dieser Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens, bei dem ein Filter verwendet wird, der eine ausgeprägte und stabile Fähigkeit zum Einfangen bzw. Festhalten von Leukozyten besitzt und wirksam Leukozyten aus Blut abzutrennen vermag. Eine weitere Aufgabe dieser Erfindung besteht in der Entwicklung eines Verfahrens unter Verwendung eines Filters mit der Fähigkeit zur sicheren Entfernung von Leukozyten ohne das sonst mögliche Durchsickern von Fremdmaterial. Ferner ist es Aufgabe dieser Erfindung, ein Verfahren unter Verwendung eines Filters zur Entfernung von Leukozyten anzugeben, der auf einfache Weise ohne merkliche Produktqualitätsstreuung herstellbar ist.

[Beschreibung der Erfindung]

Die geschilderten Aufgaben lassen sich im Rahmen eines Verfahrens zum Abtrennen von Leukozyten aus Leukozyten und Erythrozyten enthaltendem Blut gemäß dem unabhängigen Anspruch 1 lösen.

Die abhängigen Ansprüche 2 bis 4 spiegeln bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens wider.

Es sei darauf hingewiesen, daß ein Filter in Form eines porösen Polyvinylformalschwamms bereits aus der SE-A-441 894 (und JP-A-59 180425) zum Filtrieren von konserviertem Blut (zur Entfernung von feinem Blutkoagulat) bekannt ist.

[Kurze Beschreibung der Zeichnungen]

Fig. 1 ist ein Querschnitt eines typischen Filters zur Abtrennung von Leukozyten, wie er im Rahmen einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens benutzt wird. Fig. 2 ist ein Kreislaufdiagramm, das einen Kreislauf zur Blutbehandlung mit dem typischen zuvor genannten Filter veranschaulicht. Fig. 3 ist eine elektronenmikroskopische Aufnahme, die eine typische Mikrostruktur eines in dem Filter des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Abtrennung von Leukozyten verwendeten porösen Polyvinylformalformlings zeigt.

[Beste Art und Weise zur Ausführung der Erfindung]

Der im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Entfernung von Leukozyten verwendete Filter ist dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem porösen Polyvinylformalformling dreidimensionaler netzartiger fortlaufender Struktur mit fortlaufenden offenen Poren eines durchschnittlichen Durchmessers von 5-30 um besteht. Wenn der poröse Polyvinylformalformling mit einem dreidimensionalen netzartigen fortlaufenden Gefüge mit Poren eines Durchmessers innerhalb des beschriebenen vorgegebenen Bereichs als seiner Matrix zur Behandlung einer Leukozytensuspension, z. B. von Blut oder eines Konzentrats roter Blutkörperchen, verwendet wird, werden die in der Leukozytensuspension enthaltenen Leukozyten höchst wirksam durch die Poreninnenflächen adsorbiert und festgehalten, während die Suspension durch in der Matrix des porösen Formlings durch die fortlaufenden offenen Poren gebildete komplizierte Strömungswege hindurchströmt. Die Strömungswege des Filters werden durch das dreidimensionale netzartige fortlaufende Gefüge des porösen Formlings, nämlich durch die in der Matrix des porösen Formlings gebildeten fortlaufenden offenen Poren, gebildet. Da die Strömungswege des Filters während seiner Herstellung gebildet werden, sind die bei der Herstellung eines Filters zur Entfernung von Leukozyten mit Hilfe des porösen Formlings einzuhaltenden Maßnahmen extrem einfach, wobei auch eine mögliche Streuung der Produktqualität ohne Bedeutung ist. Da die Matrix des porösen Formlings aus einer fortlaufenden Struktur besteht, ist sie stabil und im wesentlichen frei von Nachteilen, z. B. eines Durchtritts von Fremdmaterial aus dem porösen Formling oder einer Kanalbildung des Strömungswegs während des Betriebs des Filters.

Im folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand von Ausführungsformen derselben näher erläutert.

Der im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Entfernung von Leukozyten verwendete Filter besteht aus einem porösen Polyvinylformalformling einer dreidimensionalen netzartigen fortlaufenden Struktur mit fortlaufenden offenen Poren, wie sie beispielsweise aus Fig. 3 ersichtlich ist.

Bei dem eine derartige Struktur aufweisenden porösen Polyvinylformalformling müssen die fortlaufenden offenen Poren einen durchschnittlichen Durchmesser im Bereich von 5-30, zweckmäßigerweise 8-30 und vorzugsweise 10-25 um aufweisen. Wenn der durchschnittliche Porendurchmesser 5 um unterschreitet, werden im Laufe der Leukozytenentfernung unbeabsichtigterweise auch in der Leukozytensuspension, z. B. dem zu behandelnden Blut oder Konzentrat roter Blutkörperchen, enthaltene rote Blutkörperchen festgehalten. Dies führt dazu, daß der Anteil an aufgefangenen roten Blutkörperchen sinkt und der poröse Formling als Konsequenz des Festhaltens einer übergroßen Zahl roter Blutkörperchen möglicherweise verstopft. Wenn umgekehrt der durchschnittliche Porendurchmesser 30 um übersteigt, sinkt die Häufigkeit des Kontakts des porösen Formlings mit der zu behandelnden Leukozytensuspension möglicherweise so weit, daß der Anteil an festgehaltenen Leukozyten (ebenfalls) sinkt. Der Ausdruck "durchschnittlicher Porendurchmesser" bedeutet hier und im folgenden etwas, was man durch Führen eines Querschnitts willkürlich durch einen gegebenen porösen Formling, Messen der Durchmesser sämtlicher der über die Gesamtfläche des Querschnitts freiliegenden Poren, Gruppieren dieser Poren nach dem Durchmesser, Vermindern der Poren in der größten der Gruppen zu Kreisen und Berechnen des durchschnittlichen Durchmessers der Kreise erhält. Insbesondere variieren die in einem gegebenen Querschnitt über den porösen Formling verteilten Poren sowohl hinsichtlich Form als auch Durchmesser in weitem Maße.

Die einzelnen Poren werden zu Kreisen gleicher Oberfläche verkleinert. Die Ergebnisse der Verkleinerung werden graphisch dargestellt, wobei deren Querachse als Maßstab für den Durchmesser und deren senkrechte Achse als Maßstab für die Porenzahl dienen. In der Regel umschreiben die Ergebnisse eine Kurve, die der Normalverteilung stark angenähert ist. Zweckmäßigerweise sollen die Ergebnisse aus mindestens 1000 willkürlich im Querschnitt ausgewählten Poren gewonnen werden. Der auf den Kurvenpeak fallende Durchmesser wird in der Beschreibung als durchschnittlicher Porendurchmesser angegeben. Wenn der aus diesem porösen Formling hergestellte Filter zum Sieben einer Teilchen unterschiedlicher Größe enthaltenden Flüssigkeit verwendet wird, passieren folglich Teilchen mit den durchschnittlichen Porendurchmesser übersteigenden Durchmessern lediglich unter Schwierigkeiten den Filter. Der Ausdruck bedeutet nicht, daß Teilchen größerer Durchmesser den Filter niemals passieren.

Obwohl die Porosität des porösen Polyvinylformalformlings von Faktoren, z. B. dem durchschnittlichen Porendurchmesser, abhängt, sollte sie im Bereich von zweckmäßigerweise 75- 95%, vorzugsweise 80-90%, liegen. Dieser Porositätsbereich ist insoweit bedeutsam, als der Filter Leukozyten recht rasch zu entfernen vermag, wenn die Porosität nicht weniger als 75% beträgt und daß der Filter ausreichend fest ist, wenn die Porosität 95% nicht übersteigt. Die Dicke des porösen Polyvinylformalformlings kann durch Faktoren, z. B. dem durchschnittlichen Porendurchmesser, die Porosität und die mikrofeine Struktur des dreidimensionalen netzartigen fortlaufenden Gefüges der Matrix beeinflußt sein. Sie beträgt in der Regel 0,5-5,0 mm, vorzugsweise 0,5-3,0 mm. Der Grund für diesen Dickebereich ist, daß der Filter ausreichend fest ist, wenn die Dicke nicht weniger als 0,5 mm beträgt und daß die Tiefe der Filtrationsschicht im Filter nicht sehr groß und die Möglichkeit, daß der Filter durch gröbere Teilchen verstopft wird, nur gering ist, wenn die Dicke 5,0 mm nicht übersteigt.

Der im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendete poröse Polyvinylformalformling läßt sich im wesentlichen in beliebiger Weise herstellen, sofern nur sichergestellt ist, daß der (letztlich) erhaltene poröse Formling die spezielle Struktur erhält. Neben anderen Verfahren hat sich das Lösungsverfahren, bei dem eine wäßrige Polyvinylalkohollösung mit einem Porenbildner, ausgewählt aus amylosehaltigen Polysacchariden, wie Stärke und Dextrin, Derivaten derselben, säurefesten anionischen Netzmitteln und nicht-ionischen Netzmitteln, hergestellt und die wäßrige Polyvinylalkohollösung mit Hilfe eines Säurekatalysators gegebenenfalls in Gegenwart eines anorganischen Salzes, wie Natriumsulfat, Natriumchlorid, Ammoniumsulfat, Ammoniumchlorid, Kaliumsulfat oder Natriumjodid (japanische Patentveröffentlichungen SHO 47(1972)-46455 und SHO 48(1973)-20019) mit Formaldehydacetalisiert wird, als besonders zweckmäßig erwiesen, da hierbei der herzustellende poröse Polyvinylformalformling aus Gründen seiner großen Porosität eine mechanisch stabile Struktur erhält.

Fig. 1 ist eine Querschnittdarstellung einer typischen Ausführungsform eines im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Abtrennung von Leukozyten verwendeten Filters. In dieser Ausführungsform besteht ein Filter 1 zur Abtrennung von Leukozyten aus einem Gehäuse 4 mit einem Bluteinlaß 2 und einem Blutauslaß 3 und einem quer zur Innenfläche des Gehäuses 4 angeordneten und die zuvor geschilderte Struktur aufweisenden porösen Polyvinylformalformling 5. In dem derart aufgebauten Leukozytentrennfilter 1 können gegebenenfalls zum Festhalten des porösen Polyvinylformalformlings 5 an einer Stelle im Inneren des Gehäuses 4 angrenzend an gegenüberliegende Seiten des porösen Polyvinylformalformlings 5 flüssigkeitsdurchlässige Trageglieder 6a, 6b vorgesehen sein, um den porösen Polyvinylformalformling 5 in den Spalt zwischen die Trageglieder 6a, 6b einzubetten.

Dieser Leukozytentrennfilter 1 wird in der Praxis in einen aus Fig. 2 ersichtlichen Kreislauf eingefügt. In dem Kreislauf gemäß Fig. 2 werden ein das zu behandelnde Blut enthaltender Blutbeutel 7 und ein eine physiologische Kochsalzlösung enthaltender Lösungsbeutel 8 an einer Stelle oberhalb des Leukozytentrennfilters 1 angeordnet und mit Hilfe von mit Klemmen 9a, 9b versehenen Flüssigkeitsschläuchen 10a, 10b mit dem Bluteinlaß 2 des Leukozytentrennfilters 1 verbunden. Unterhalb des Leukozytentrennfilters 1 befindet sich ein Auffangbeutel 11 für die physiologische Kochsalzlösung und ein Blutauffangbeutel 12 zur Aufnahme des behandelten Bluts. Diese Aufnahmebeutel stehen über mit Klemmen 9c, 9d versehene Flüssigkeitsschläuche 10c, 10d mit dem Blutauslaß 3 des Leukozytentrennfilters 1 in Verbindung. Der Betrieb des Leukozytentrennkreislaufs wird gestartet, indem man die physiologische Kochsalzlösung aus dem dafür vorgesehenen Beutel 8 bei offenen Klemmen 9b, 9c und geschlossenen Klemmen 9a, 9d zum Leukozytentrennfilter 1 fließen läßt, um das Innere des Leukozytentrennfilters 1 vorzufüllen. Der zum Vorfüllen verwendete Teil der physiologischen Kochsalzlösung wird in dem dafür vorgesehenen Auffangbeutel 11 aufgefangen. Nach beendetem Vorfüllen wird das Blut bei geschlossenen Klemmen 9b, 9c und geöffneten Klemmen 9a, 9d aus dem Blutbeutel 7 in den Leukozytentrennfilter 1 fließen gelassen. Während das Blut den die genannte Struktur aufweisenden porösen Polyvinylformalformling 5 passiert, fängt im Inneren des Leukozytentrennfilters 1 der betreffende poröse Polyvinylformalformling 5 durch Adsorption Leukozyten ein. Somit wird das sich von dem porösen Formling 5 entfernende Blut leukozytenfrei. Das derart von Leukozyten befreite Blut wird in dem mit dem Filter 1 in Verbindungen stehenden Blutauffangbeutel 12 aufgefangen. Nachdem der Blutbeutel 7 vollständig von Blut geleert ist, wird zur Rückgewinnung des im Inneren des Leukozytentrennfilters 1 verbliebenen restlichen Bluts physiologische Kochsalzlösung durch Öffnen der Klemme 9b nach Schließen der Klemme 9a in den Leukozytentrennfilter 1 fließen gelassen. Hierbei wird das Restblut aus dem Leukozytentrennfilter 1 ausgetrieben und in dem Blutauffangbeutel 12 aufgefangen. Nachdem die Rückgewinnung des Bluts im wesentlichen beendet ist, wird die Klemme 9d geschlossen und die Klemme 9c geöffnet, um in dem Auffangbeutel 11 für die physiologische Kochsalzlösung den zur Rückgewinnung des Bluts verwendeten Teil der physiologischen Kochsalzlösung aufzufangen. Diese Stufe beendet den Betrieb des Leukozytentrennkreislaufs.

Die folgenden Ausführungsbeispiele sollen die vorliegende Erfindung näher erläutern.

Beispiel 1

Ein Polyvinylformalschwamm eines durchschnittlichen Porendurchmessers von 8 um und einer Porosität von 86% (hergestellt von Kanebo Ltd. und unter der Produktbezeichnung "A-3140" vertrieben) wurde auf eine Dicke von 1 mm und eine Querschnittsfläche von 100 cm² beschnitten und zur Herstellung eines entsprechend Fig. 1 aufgebauten Leukozytentrennfilters verwendet. Dieser Leukozytentrennfilter wurde in einen Kreislauf entsprechend Fig. 2 eingefügt. Durch den Filter wurden 400 ml von mit CPD versetzten konzentrierten menschlichen roten Blutkörperchen (CRC), die zuvor durch Zusatz einer physiologischen Kochsalzlösung auf einen Hämatokritwert von 50% eingestellt worden waren, geleitet. Die erforderliche Behandlungsdauer betrug 6 min. Die Zellenzahl in dem CRC vor und nach der Behandlung wurde mit Hilfe eines automatischen Blutkörperchenzählgeräts (hergestellt von Ortho-Diagnostic Systems Co. und unter der Produktbezeichnung "ELT-8" vertrieben) bestimmt. Danach wurden auf der Basis der Flüssigkeitsvolumina die absoluten Mengen der Blutkomponenten berechnet. Hierbei wurde gefunden, daß der Leukozytenentfernungsgrad 100%, der Rückgewinnungsgrad für die roten Blutkörperchen 96% und der Plättchenentfernungsgrad 82% betrugen.

Beispiel 2

Ein Polyvinylformalschwamm eines durchschnittlichen Porendurchmessers von 30 um und einer Porosität von 91% (hergestellt von Kanebo Ltd. und unter der Produktbezeichnung "A-3160" vertrieben) wurde auf eine Dicke von 4 mm und eine Querschnittsfläche von 100 cm² beschnitten und zur Herstellung eines gemäß Fig. 1 aufgebauten Leukozytentrennfilters verwendet. Dieser Filter wurde in einen Kreislauf entsprechend Fig. 2 eingefügt. Durch diesen Filter wurden 400 ml von mit CPD versetzten konzentrierten menschlichen roten Blutkörperchen (CRC), die zuvor durch Zusatz einer physiologischen Kochsalzlösung auf einen Hämatokritwert von 50% eingestellt worden waren, geleitet. Die erforderliche Behandlungsdauer betrug 4 min. Aufgrund derselben Analyse - wie in Beispiel 1 durchgeführt - zeigte es sich, daß der Leukozytenentfernungsgrad 98%, der Rückgewinnungsgrad für die roten Blutkörperchen 95% und der Plättchenentfernungsgrad 74% betrugen.

Vergleichsbeispiel 1

Ein poröser Formling aus einem Polyurethanharz eines durchschnittlichen Porendurchmessers von 30 um und einer Porosität von 75% (hergestellt von Toyo Polymer K.K. und unter dem Warenzeichen "RUBYCELL" vertrieben), wurde auf eine Dicke von 4 mm und eine Querschnittsfläche von 100 cm² beschnitten und zur Herstellung eines Leukozytentrennfilters ähnlich demjenigen des Beispiels 1 verwendet. Dieser Filter wurde in einen Kreislauf entsprechend Fig. 2 eingefügt. Durch diesen Filter wurden 400 ml von mit CPD versetzten konzentrierten menschlichen roten Blutkörperchen (CRC), die zuvor durch Zusatz einer physiologischen Kochsalzlösung auf einen Hämatokritwert von 50% eingestellt worden waren, geleitet. Die erforderliche Behandlungsdauer betrug 5 min. Bei einer entsprechenden Analyse wie in Beispiel 1 zeigte es sich, daß der Leukozytenentfernungsgrad 35,6%, der Rückgewinnungsgrad für die roten Blutkörperchen 95% und der Plättchenentfernungsgrad 35% betrugen.

Vergleichsbeispiel 2

Ein poröser Formling aus einem Polyurethanharz eines durchschnittlichen Porendurchmessers von 10 um und einer Porosität von 80% (hergestellt von Toyo Polymer K.K. und unter dem Warenzeichen "RUBYCELL" vertrieben), wurde auf eine Dicke von 4 mm und eine Querschnittsfläche von 100 cm² beschnitten und zur Herstellung eines Leukozytentrennfilters ähnlich demjenigen des Beispiels 1 verwendet. Dieser Filter wurde in einen Kreislauf entsprechend Fig. 2 eingefügt. Durch diesen Filter wurden 400 ml von mit CPD versetzten konzentrierten menschlichen roten Blutkörperchen (CRC), die zuvor durch Zusatz einer physiologischen Kochsalzlösung auf einen Hämatokritwert von 50% eingestellt worden waren, geleitet. Die erforderliche Behandlungsdauer betrug 6 min. Bei einer entsprechenden Analyse wie in Beispiel 1 zeigte es sich, daß der Leukozytenentfernungsgrad 51,7%, der Rückgewinnungsgrad für die roten Blutkörperchen 95% und der Plättchenentfernungsgrad 42% betrugen.

[Industrielle Anwendbarkeit]

Wie beschrieben, betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Abtrennung von Leukozyten aus Leukozyten und Erythrozyten enthaltendem Blut, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß mit Hilfe eines Filters aus einem porösen Polyvinylformalformling einer dreidimensionalen netzartigen fortlaufenden Struktur mit fortlaufenden offenen Poren eines durchschnittlichen Durchmessers von 5-30 um Leukozyten eingefangen bzw. festgehalten und adsorbiert werden. Somit besitzt der Filter eine hochstabile Fähigkeit zum Einfangen bzw. Festhalten von Leukozyten und (ferner) die Fähigkeit zur wirksamen Abtrennung von Leukozyten aus der Leukozytensuspension, z. B. dem Blut oder einem Konzentrat roter Blutkörperchen. Da dieses Leukozytentrennfilter während seines Betriebs keinen Gebrauch von irgendeinem Filterhilfsmittel macht, vermag es ohne ansonsten mögliche Verunreinigung mit Fremdmaterial wirksam Leukozyten zu entfernen. Es ermöglicht folglich die Gewinnung der rote Blutkörperchen-Fraktion zur Verwendung bei der Blutkomponentenübertragung in hochreinem und -sicherem Zustand. Diese Erfindung leistet in hohem Maß einen Beitrag auf wissenschaftlichen Gebieten, z. B. für die Medizin und Therapie.

Darüber hinaus zeigt der erfindungsgemäß eingesetzte Leukozytentrennfilter einen hervorragenden Betriebswirkungsgrad bei der adsorptiven Entfernung von Leukozyten, wenn der poröse Polyvinylformalformling eine Porosität im Bereich von 75-95% und eine Wandstärke im Bereich von 0,5-5,0 mm aufweist und der durchschnittliche Durchmesser der fortlaufenden offenen Poren im Bereich von 8-30 um liegt.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Abtrennung von Leukozyten aus Leukozyten und Erythrozyten enthaltendem Blut, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß Leukozyten in einem Filter festgehalten und adsorbiert und Erythrozyten durch den Filter passieren gelassen werden, wobei der Filter aus einem Polyvinylformalformling einer dreidimensionalen netzartigen fortlaufenden Struktur, die darin fortlaufende offene Poren eines durchschnittlichen Durchmessers von 5-30 um festlegt, gefertigt ist.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der poröse Polyvinylformalformling eine Porosität im Bereich von 75-95% besitzt.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei der poröse Polyvinylformalformling eine Dicke im Bereich von 0,5-5,0 mm aufweist.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die fortlaufenden offenen Poren einen durchschnittlichen Durchmesser im Bereich von 8-30 um aufweisen.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com