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Dokumentenidentifikation DE3422769C2 15.09.1994
Titel Keder
Anmelder Mestri Maschenstoff GmbH, 72805 Lichtenstein, DE
Erfinder Moritz, Dieter, 7260 Calw, DE
Vertreter Stellrecht, W., Dipl.-Ing. M.Sc.; Grießbach, D., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Haecker, W., Dipl.-Phys.; Böhme, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 70182 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 20.06.1984
DE-Aktenzeichen 3422769
Offenlegungstag 02.01.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.09.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.09.1994
IPC-Hauptklasse B68G 7/10

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Keder für Nähte an Polsterwaren auf zweilagigem Textilmaterial mit am Rand eingelegter und fixierter Seele.

Bei bekannten Kedern dieser Art ist das Textilmaterial ein Webstoff, der an der Randkante zweilagig gefaltet ist und dort als Florbesatz mit einem Plüsch versehen ist. Da der Webstoff unelastisch ist, läßt er sich in gekrümmt verlaufenden Nähten nur schwer verarbeiten und neigt dort zur Bildung unschöner Falten. Der bekannte Keder muß aus einem breit gewebten Band gefaltet werden, was einen zusätzlichen Arbeitsgang während seiner Herstellung erfordert. Der Plüschbesatz hat nur eine geringe Beständigkeit, da sich die einzelnen Plüschfäden leicht aus dem Textilmaterial herausziehen lassen. Plüsch zeigt obendrein nicht die an Kanten von Polsterwaren sehr erwünschte Standfestigkeit, da sich durch umgeknickte Plüschfäden leicht sogenannte "Spiegel" bilden, welche die mit dem Keder besetzte Naht unansehnlich machen.

Es ist Aufgabe der Erfindung, den Mängeln bekannter Keder abzuhelfen und einen neuartigen Keder vorzuschlagen, der elastische Eigenschaften besitzt, einen dauerhaften und standfesten Florbesatz aufweist und zudem in einfacher Weise herstellbar ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das zweilagige Textilmaterial, aus dem der Keder besteht, eine Maschenware in Form eines flach liegenden Schlauches mit zwei Randkanten ist, und daß als Florbesatz im Bereich der einen Randkante Frott?ehenkel eingearbeitet sind.

Ein einfaches Herstellungsverfahren für einen solchen Keder zeichnet sich durch folgende Schritte aus: man arbeitet die Frott?ehenkel beim Stricken des Schlauches auf der Schlauchinnenseite an, wendet anschließend den Schlauch, so daß die Frott?ehenkel auf die Schlauchaußenseite gelangen, und führt schließlich die Seele in den gewendeten Schlauch ein und fixiert sie dort.

Aus der US-PS 2 724 431 ist ein Keder anderer Art bekannt, bei welcher als Hülle ein einlagig gewebtes Textilmaterial verwendet wird, also kein flachliegender Schlauch. Diese Hülle des Keders trägt im Bereich ihrer Randkante auch keine Frott?ehenkel.

Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigt

Fig. 1 eine schaubildliche Ansicht eines schlauchförmig gestrickten Keders mit Florbesatz;

Fig. 2 eine Schnittansicht entlang der Linie 2-2 in Fig. 1;

Fig. 3 ein erstes Stadium bei der Herstellung des Keders und

Fig. 4 ein zweites Stadium bei der Herstellung des Keders.

Der in Fig. 1 dargestellte Keder besteht aus einer schlauchförmigen Maschenware, vorzugsweise einem rundgestrickten Schlauch 2 (Fig. 3 und 4). Der Schlauch 2 ist (vgl. Fig. 2) flach gelegt, so daß sich an beiden Seiten Randkanten 3, 4 ergeben. Im Bereich der oberen, beim Vernähen des Keders in einer Polsterware sichtbaren Randkante sind als Florbesatz Frott?ehenkel 5 auf der Außenseite des Schlauches angeordnet. Im Bereich der die Frott?ehenkel 5 tragenden Randkante 3 ist in den Schlauch 2 eine Seele 6, z. B. aus Kunststoff oder Papierschnur, eingelegt und fixiert. Die Fixierung kann, wie dargestellt, durch eine Naht 7 oder auch durch Verschweißung oder Verklebung erfolgen.

Die Maschen, aus denen das Textilmaterial des Keders 1 besteht, verleihen ihm elastische Eigenschaften, so daß er insbesondere auch in gekrümmten Nähten ohne Faltenbildung vernäht werden kann. Die Frott?ehenkel 5 sind im Gegensatz zu Plüschfäden fest im Schlauch 2 verankert, so daß sie nicht herausgezogen werden können. Die Frott?ehenkel 5 zeigen weiterhin im Gegensatz zu einem herkömmlichen Plüschbesatz eine gute Standfestigkeit, d. h. sie lassen sich nicht ohne weiteres permanent umknicken, so daß sich keine Druckstellen in Form eines "Spiegels" ergeben.

An der den Frott?ehenkeln 5 gegenüberliegenden Randkante 4 ist der als Maschenware vorliegende Schlauch 2 so ausgebildet, daß sich dort der Schlauch von selbst zweilagig zusammenfaltet und hierdurch die Randkante 4 automatisch bildet. Technisch erreicht man dies dadurch, daß man beim. Herstellen, z. B. Stricken, des Schlauches 2 im Bereich der zu bildenden Randkante 4 Maschen ausläßt. Hierdurch erhält der Schlauch an dieser Stelle eine besondere Struktur, die dazu führt, daß sich die Randkante automatisch ausprägt und der Schlauch in diesem Bereich flach zusammenliegt.

Die beschriebene, den Keder 1 bildende Schlauchware 2 wird vorzugsweise so hergestellt, daß man die Frott?ehenkel 5 in der üblichen Weise beim Stricken des Schlauches 2 auf der Schlauchinnenseite anarbeitet - Fig. 3.

Anschließend wird der Schlauch gewendet, so daß die Frott?ehenkel 5 auf die Schlauchaußenseite gelangen - Fig. 4. Schließlich wird die Seele 6 in den gewendeten Schlauch eingeführt und dort fixiert. Da man während des Strickens des Schlauches 2 im Bereich der den Frott?ehenkeln 5 gegenüberliegenden Randkante 4 durch eine oder mehrere in der verwendeten Strickmaschine gezogene Nadeln Maschen ausläßt, erhält der Schlauch 2 die Tendenz, sich automatisch zweilagig zusammenzulegen.


Anspruch[de]
  1. 1. Keder für Nähte an Polsterwaren aus zweilagigem Textilmaterial mit an einer Randkante aufgebrachtem Florbesatz und eingelegter, im Textilmaterial fixierter Seele, dadurch gekennzeichnet, daß das zweilagige Textilmaterial eine Maschenware in Form eines flachliegenden Schlauches (2) mit zwei Randkanten (3, 4) ist und daß als Florbesatz im Bereich der einen Randkante (3) Frott?ehenkel (5) angearbeitet sind.
  2. 2. Keder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Faltung der den Frott?ehenkeln gegenüberliegenden. Randkante (4) durch ausgelassene Maschen vorgegeben ist.
  3. 3. Keder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Seele (6) im Bereich der frottierten Randkante (3) im Schlauch (2) durch Nähen (7), Kleben oder Schweißen fixiert ist.
  4. 4. Verfahren zum Herstellen eines Keders nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Frotteehenkel beim Stricken des Schlauches auf der Schlauchinnenseite anarbeitet, daß man den Schlauch anschließend wendet, so daß die Frott?ehenkel auf die Schlauchaußenseite gelangen, und daß man die Seele in den gewendeten Schlauch einführt und dort fixiert.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man im Bereich der den Frott?ehenkeln gegenüberliegenden Randkante durch eine oder mehrere gezogene Nadeln Maschen ausläßt.






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