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Dokumentenidentifikation DE3887644T2 15.09.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0317299
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Identifizierung von Gerüchen.
Anmelder Ehara, Katsuo, Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Ehara, Katsuo, Tokio/Tokyo, JP
Vertreter Maiwald, W., Dipl.-Chem.Dr.; Draudt, A., Dipl.-Ing.; Draudt, J., Dipl.-Chem.Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 81541 München
DE-Aktenzeichen 3887644
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 16.11.1988
EP-Aktenzeichen 883108318
EP-Offenlegungsdatum 24.05.1989
EP date of grant 02.02.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.09.1994
IPC-Hauptklasse G01N 33/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Geruchsidentifizierungsvorrichtung und ein Verfahren zum Erfassen und Identifizieren verschiedener Gerüche.

In der Lebensmittelindustrie und bei der Handhabung leicht verderblicher Lebensmittel entsteht oft die Notwendigkeit, eine Qualitätskontrolle verschiedener Lebensmittel auf der Grundlage ihres Aromas durchzuführen. Üblicherweise ist eine derartige Qualitätskontrolle ein organoleptischer Test, der von einer Reihe von Spezialisten durchgeführt wird, oder es wird, wenn eine strengere Messung benötigt wird, ein Gasanalysator, wie etwa ein Gaschromatograph oder ein Gaschromatograph-Massenspektrometer, verwendet.

Der organoleptische Test durch eine Reihe von Spezialisten erzeugt allerdings zwangsläufig Meßergebnisse, die durch die Unterschied zwischen den individuellen Teilnehmern beeinflußt werden. Es bestehen ferner verschiedene Probleme durch die spürbaren Kosten und die Zeit, die für die Ausbildung des Personals notwendig ist, um Spezialisten zu werden. Das Meßverfahren von Geruchskomponenten mit einem Gasanalysator ist bei der direkten Identifikation von Geruchskomponenten nicht genau genug, da die Intensität des von Menschen wahrgenommenen Geruchs nicht immer mit der Menge der Geruchskomponenten übereinstimmt, die von einem Analysator erfaßt werden. Des weiteren ist der Analysator ein hochentwickeltes Gerät, das schwierig zu bedienen ist und bei der Verwendung Erfahrung und Zeit benötigt. Weiterhin ist der Analysator selbst sehr kostspielig.

In EP-A-0 239 233 ist eine Geruchsidentifizierungsvorrichtung beschrieben, in welcher eine Mehrzahl gleicher, d. h. nichtselektiver Sensoren so angeordnet ist, daß sie unterschiedliche Fühlcharakteristika aufweisen, indem sie auf unterschiedliche Temperaturen erhitzt werden.

Unter Berücksichtigung des oben beschriebenen Standes der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Geruchsidentifizierungsvorrichtung anzugeben, welche frei ist von den Nachteilen des Standes der Technik, verschiedene Gerüche (flüchtige Substanzen) einfach, rasch und mit großer Präzision vergleichen und identifizieren kann und gleichzeitig eine kompakte Bauweise aufweist und kostengünstig ist. Die vorliegende Erfindung soll ebenfalls ein Verfahren zur Geruchsidentifizierung angeben unter Verwendung dieser Vorrichtung.

Zur Lösung der oben angegebenen Aufgabe besteht eine Vorrichtung zur Identifizierung von Gerüchen aus einer Gassensoreinheit mit einer abdichtbaren Meßkammer, die mindestens zwei Sensoren mit unterschiedlichen Erfassungscharakteristika zur gleichzeitigen Erfassung von Geruchskomponenten aus einer Probe und zur Ausgabe von Erfassungssignalen enthält, und einer Anzeigevorrichtung zum Anzeigen von Erfassungsergebnissen der Sensoreinheit in Form eines zusammengesetzten Ausgangssignals, wobei ein Ozongasgenerator zur Einleitung von gasförmigem Ozon in die Kammer, in der sich die Probe befindet, vorgesehen ist.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Identifizierung von Gerüchen umfaßt die Schritte: Einsetzen einer Probe in die Kammer einer oben beschriebenen, erfindungsgemäßen Vorrichtung, gleichzeitiges Erfassen von Geruchskomponenten aus der Probe mit den mindestens zwei Gassensoren der Vorrichtung unter Beibehaltung des abgedichteten Zustandes der Kammer, Anzeigen der Ausgangssignale der Gassensoren an der Anzeigevorrichtung in Form eines einzelnen Ausgangssignals, wobei vor dem Erfassen der Geruchskomponenten gasförmiges Ozon von dem Ozongenerator in die Kammer eingeleitet wird.

Bei der erfindungsgemäßen Geruchsidentifizierungsvorrichtung werden die Charakteristika der Geruchskomponenten als ein Ausgabeverhältnis zwischen einer Mehrzahl von, zum Beispiel 2, Gassensoren herausgenommen und die von den Gassensoren zur Verfügung gestellten Erfassungsergebnisse werden als ein Linienzug eines einzelnen Ausgangssignals dargestellt. Ein Ozongasgenerator ist bevorzugt in der die Probe aufweisenden Kammer angeordnet zur Erzeugung von Ozongas nach der Messung. Ozon wird zu Reinigungszwecken nicht nur in der Sensoreinheit, sondern auch in der Geruchsmeßkammer verwendet. Konsequenterweise sind die Sensorausgänge einfach und schnell auf Null justiert, um eine darauf folgende Messung ohne Einflüsse des verbliebenen Gases zu ermöglichen. Die Geruchsidentifizierungsvorrichtung ermöglicht es dadurch, die Anzahl der Messungen zu Erhöhen, während eine hohe Meßgenauigkeit aufrechterhalten wird, wodurch effiziente Messungen möglich sind. Außerdem kann diese Geruchsidentifizierungsvorrichtung kompakt und kostengünstig sein, da sie so konstruiert sein kann, daß sie keinerlei komplizierte Mechanismen enthält.

Zur Verwirklichung der Qualitätskontrolle von Produkten gleicher Sorte mittels der erfindungsgemäßen Geruchsidentifizierungsvorrichtung und dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zum Beispiel eine Messung des Abweichungsausmaßes von vorher festgelegten Qualitätscharakteristika von Standartprodukten genommen. Dieses Merkmal verwirklicht eine große Anwendbarkeit dadurch, daß die Qualitäten der der Messung unterzogenen Produkte sofort und zuverlässig bestimmt werden können.

Insbesondere erfaßt eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Geruchsidentifizierungsvorrichtung Gerüche einer Probe direkt mittels der Sensoren, anstatt ein Probenverfahren einzusetzen, wie es mit dem Gaschromatograph und Gaschromatograph-Massenspektrometer praktiziert wird, in welchen Gerüche einer Probe erst gesammelt und dann dem Injektor eingegeben werden. Die in der erfindungsgemäßen Vorrichtung mögliche direkte Geruchserfassung stellt einen hohen Zuverlässigkeitsgrad und eine große Reproduzierbarkeit bzgl. der Meßpräzision und der Meßergebnisse sicher.

Des weiteren wird diese Identifikation von Geruchskomponenten erfindungsgemäß durchgeführt, ohne die Probe zu berühren. Dieses Merkmal schützt die Probe vor Beschädigung und minimiert ein Verschmutzen der Vorrichtung durch die Probe per se zur Erleichterung der Wartung.

Andere Vorteile der bevorzugten, erfindungsgemäßen Geruchsidentifizierungsvorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus der folgenden detaillierten Beschreibung, welche auf die Zeichnungen Bezug nimmt, in welchen:

Fig. 1 ein Blockdiagramm der Geruchsidentifizierungsvorrichtung ist;

Fig. 2 eine Perspektivansicht eines Hauptteils der Geruchsidentifizierungsvorrichtung ist;

Fig. 3 ein Blockdiagramm einer Ozongasinjiziierungsleitung ist, welche in der Vorrichtung von Fig. 2 verwendet wird;

Fig. 4 ein Graph ist, der die Injektion von Gasen darstellt, um die Sensorausgänge auf Null zu setzen;

Fig. 5 ein Graph ist, der Meßdaten von Tee, Instantkaffeepulver und Bohnenkaffeepulver zeigt;

Fig. 6 ein Graph ist, der Meßdaten von Geraniol, 1-Citronellol und eine 1 : 1-Mischung von Geraniol und 1- Citronellol darstellt;

Fig. 7 ein Graph ist, der Meßdaten von zwei Arten von Teepulver und Kaffeepulver zeigt, wobei ein Zeitfaktor inkorporiert ist; und

Fig. 8 eine Datengraph ist, der die EGD-Charakteristika darstellt, die von der verwendeten Heizung und unbenutzten Zigarettenfiltern entnommen sind.

Fig. 1 zeigt eine Konstruktionsskizze der dargestellten Ausführungsform der Geruchsidentifizierungsvorrichtung und Fig. 2 das äußere Erscheinungsbild einer Hauptkomponente der Vorrichtung (d. h. ausschließlich einer Anzeigevorrichtung).

Die Geruchsidentifizierungsvorrichtung umfaßt eine Kammer 1, die einen ein Gefäß 5 und einen Tisch 4 aufweisenden Probenhalter enthält, und eine Gassensoreinheit A, die zwei Gassensoren 2 und 3 mit unterschiedlichen Erfassungscharakteristika enthält. Die Vorrichtung umfaßt des weiteren ein X-Y- Registriergerät 13, das als eine Anzeigevorrichtung dient zur Anzeige der Erfassungsergebnisse von der Gassensoreinheit A als ein zusammengesetztes Ausgangssignal, und Antriebsenergiequellen 10 und 11, die mit der an der Innenseite des Tisches 4 angebrachten Heizvorrichtung 7 bzw. an einem Ozongasgenerator 12 angeschlossen sind zur Einstellung des Ausgangs der Gassensoreinheit A auf Null.

Wie in Fig. 2 gezeigt, ist die Kammer 1 entfernbar aus transparentem Glas ausgebildet, um eine visuelle Betrachtung von außen der in der Kammer 1 angeordneten Probe zu ermöglichen. Die Kammer 1 muß allerdings nicht transparent sein, wird aber ihren Zweck erfüllen, wenn sie aus einem Material gebildet ist, das nicht adsorptionsfähig für Geruchskomponenten ist. Materialien, die diese Eigenschaften aufweisen, enthalten Tetrafluorethylen-Harz, wie "Teflon", und Glas. Es ist sowohl für den Probenhalter und einen äußeren Rahmen der Gassensoreinheit A als auch für die Kammer 1 wünschenswert, daß sie zur Erhöhung der Meßgenauigkeit aus Materialien bestehen, die Geruchskomponenten nicht absorbieren.

Der Ozongasgenerator 12 muß nicht im inneren der Kammer 1 angeordnet sein, das Ozongas kann auch, wie in den Fig. 2 und 3 gezeigt, von außen in die Kammer 1 eingegeben werden.

Die innerhalb des Tisches 4 befestigte Heizvorrichtung 7 dient der Erhitzung der in dem Gefäß 5 befindlichen Probe 6. Die Heizvorrichtung 7 kann, obwohl nicht eine wesentliche Komponente der Vorrichtung, dazu verwendet werden, eine Probe zu Erhitzen, die nur wenige Geruchskomponenten aufweist, um deren Verdampfungen zur Vorbereitung für die Messung zu fördern. Dadurch hat die Heizvorrichtung 7 den Effekt, die Sensitivität dieser Vorrichtung wesentlich zu verbessern. Wenn die Probe langsam erhitzt wird, verdampfen flüchtige Substanzen bei niedrigen Temperaturen, während Substanzen, die nicht flüchtig sind, bei hohen Temperaturen verdampfen. Folglich treten unterschiedliche Geruchskomponenten oder Komponentenverhältnisse aus der Probe bei niedrigen Temperaturen und bei hohen Temperaturen aus, welche die Identifikation der Probe erleichtern. Das bedeutet, daß die gesamte Form einer auf dem X-Y- Registrierinstrument 13 angezeigten Kurve als Identifikationsdaten angesehen werden können.

Des weiteren kann diese Vorrichtung auch als thermischer Gasanalysator für EGD oder Erfassung entwichenen Gases, wie in Fig. 7 gezeigt, verwendet werden, was später beschrieben wird. Wie aus Fig. 1 entnehmbar, kann anstelle des Anlegens des Ausgangs eines der Sensoren zur Beschreibung einer Linie auf dem X-Y-Registierinstrument 13 ein Thermoelement 8 zur Messung von Probentemperaturen über einen elektrischen Konverter 9 an das X-Y-Registrierinstrument 13 angeschlossen werden zur Beschreibung einer Linie. Dadurch wird die Spannung des Thermoelements 8 der X-Achse eingegeben. Diese Konstruktion ermöglicht die Identifikation der aus Erhitzung resultierenden Geruchskomponenten.

Die Kammer 1 begrenzt eine Öffnung zur Eingabe der Probe 6 und zum Herausnehmen aus der Kammer 1. Diese Öffnung hat bevorzugt eine feste Dichtkonstruktion zum Abdichten des Inneren des Kammer 1 von der Umgebungsluft. Zum Beispiel kann der innere Deckel mit einer Dichtung versehen sein.

Der Ozongasgenerator 12 kann eine Lampe oder ähnliches enthalten zur Erzeugung ultravioletter Strahlen (beispielsweise mit einer Wellenlänge von 2537A). Statt dessen kann auch eine Ionenatmosphäre verwendet werden, die von einer, mit einer Hochspannungsquelle verbunden Nadelelektrode erzeugt wird, oder es können andere Vorrichtungen für die Zwecke dieser Erfindung eingesetzt werden. Der Ozongasgenerator 12 ermöglicht leicht und schnell das Auf-Null-Setzen des Sensorausgangs, wodurch eine schnelle, stabile und akkurate Messung verwirklicht wird. Die Verwendung des Ozongasgenerators 12 hat weiterhin den Vorteil der Reinigung des Kammerinnenbereichs. Der Ozongaserzeugung durch den Ozongasgenerator 12 kann die Eingabe reiner Luft in die Kammer 1 folgen, welche Aktivkohle oder inertes Gas, wie Argon oder Stickstoff, durchflossen hat, wobei dieser Schritt für eine feste Periode mit ausgeschaltetem Ozongasgenerator 12 durchgeführt wird.

Wie insbesondere in Fig. 4 gezeigt, wird reine Luft, die Aktivkohle durchflossen hat, in die Kammer 1 injiziiert mittels eines Reingasinjektors nach der Ozongaserzeugung, wodurch der Sensorausgang mit erhöhter Geschwindigkeit auf Null gesetzt wird. In Fig. 4 repräsentiert die Linie a den Fall, bei dem nach einer Messung das Gas nicht eingegeben worden ist, die Linie b den Fall, bei dem die Aktivkohle durchflossene reine Luft nach der Messung eingegeben wird, Linie c den Fall, bei dem Ozongas erzeugt und nach der Messung eingegeben wird, und die Linie d den Fall, bei dem Ozongas und anschließend reine, durch Aktivkohle hindurchgeflossene Luft nach der Messung eingegeben wird.

Wie in Fig. 3 gezeigt, kann die Reingaseingabevorrichtung eine Pumpe 15 enthalten, welche durch ein Filter 14 , das unterhalb des Tisches 4 angeordnet ist und Aktivkohle sowie ein Trockenmittel enthält, reine Luft in die Kammer 1 injiziert. In diesem Fall wird der Ozongasgenerator 12 angehalten und die Pumpe 15 in Betrieb gesetzt, wodurch es frischer Luft ermöglicht wird, von einer Einlaßöffnung 14' über das Filter 14 zu fließen und über eine Auslaßöffnung 15' wieder abgegeben zu werden. Ein Ozongas zersetzendes Filter 16 ist vorgesehen, um einen ungünstigen, von der Durchleitung des Ozongases durch die Pumpe 15 resultierenden Effekt zu verhindern. Die Bezugsziffer 17 von Fig. 2 stellt einen Zeitgeberschalter dar zur Festlegung einer Zeit für Ozongaserzeugung, Ziffer 18 einen Leistungsschalter, Ziffer 19 einen Startschalter für die Messung, Ziffer 20 mit den entsprechenden Sensoren verbundene Null-Punkt-Einstellknöpfe, Ziffer 21 einen Bereichsschaltknopf, Ziffer 22 einen Sensoreinheit- Verbinder, Ziffer 23 Digitalanzeigetafeln zur Anzeige der Ausgänge der entsprechenden Sensoren, Ziffer 24 einen X-Y- Registrierinstrument-Verbinder und Ziffer 25 einen Leistungsschalter für die Heizvorrichtung.

Als nächstes wird das die vorstehende Vorrichtung verwendende Geruchsidentifizierungsverfahren beschrieben.

Zuerst wir der Ozongasgenerator 12 aktiviert, um Ozongas zu erzeugen, welches in die Kammer 1 eingegeben wird. Als nächstes wird die Pumpe 15 in Betrieb genommen, um reine Luft in die Kammer 1 einzuleiten und um das Ozongas vollständig aus der Kammer 1 zu entfernen und das Innere der Kammer zu reinigen. Danach werden die Sensorausgänge mittels des Null-Punkt- Einstellknopfes 20 auf Null gesetzt. Nun wird eine geeignete Menge einer Probe 6 in das Gefäß 5 gegeben und die Kammer 1 abgedichtet. Es wird die Heizvorrichtung 7 verwendet, um die Probe 6 geeignet zu erwärmen, falls die Probe 6 eine Substanz ist, die nicht leicht Geruchskomponenten abgibt.

Die von der Probe 6 erzeugten Geruchskomponenten werden von den zwei, unterschiedliche Charakteristika aufweisenden Gassensoren 2 und 3 erfaßt. Die Ergebnisse diese Erfassung werden angezeigt und von dem X-Y-Registierinstrument 13 aufgezeichnet. Die zwei Gassensoren 2 und 3 erfassen die Geruchskomponenten unabhängig voneinander, was zu unsymmetrischen Graphen führt, die die Eigenschaft der Geruchskomponenten reflektieren.

Auf diese Weise können Qualitätsunterschiede zwischen Produkten gleicher Sorte einfach erfaßt und außerhalb des Qualitätskontrollbereichs fallende Produkte leicht und eindeutig aufgefunden werden durch vorhergehendes Messen der Geruchskomponenten einer Standardprobe und durch Aufzeichnen dieser Geruchskomponenten in einem X-Y-Registrierinstrument 13 zusammen mit dem Kontrollbereich, der hinsichtlich der Standardprobendaten festgelegt ist. Es kann einfach eine Vorrichtung vorgesehen werden zum automatischen Alarmieren, wenn sich ein geprüftes Produkt außerhalb des Kontrollbereichs befindet.

Die Vorrichtung zur Anzeige der Erfassungsergebnisse von der Gassensoreinheit als ein einzelnes Ausgangssignal kann anstelle des X-Y-Registriergeräts eine zentrale Rechnereinheit zum Vergleichen der Erfassungsergebnisse der beiden Sensoren und zur Verarbeitung der von den entsprechenden Sensoren zur Verfügung gestellten Vorspannungen enthalten. Die von der zentralen Rechnereinheit zur Verfügung gestellten Ergebnisse können zum Beispiel auf einer CRT-Anzeige angezeigt werden.

Unter Verwendung der erfindungsgemäßen Identifizierungsvorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Experimente durchgeführt worden, bei denen Geruchskomponenten verschiedener Proben erfaßt wurden. Die Einzelheiten dieser Experimente werden nunmehr beschrieben.

Experiment 1

Als Proben wurden Tee, Instantkaffeepulver und Bohnenkaffeepulver verwendet und deren Geruchskomponenten wurden von den zwei Sensoren erfaßt. Der X-Achsen-Sensor enthielt einen Halbleiter-Gassenor des gesinterten Typs, der durch Hinzufügen von einem Erdalkalimetalloxid (CaO) zu Zinndioxid (SnO&sub2;) hergestellt wurde. Der Y-Achsen-Sensor umfaßte einen filmartigen Halbleiter-Gassensor, der hergestellt wurde durch Ablagerung von Zinndioxid (SnO&sub2;) auf einem wärmebeständigen, isolierenden Substrat.

Der X-Achsen-Sensor war insbesondere sensitiv für Alkoholgas, Aldehyd und andere, Sauerstoff enthaltende organische Komponenten. Der Y-Achsen-Sensor war nichtselektiv und sensitiv für alle Arten von Gas.

Fig. 5 zeigt die Meßergebnisse, die erhalten wurden durch die Kombination der oben angegebenen Sensoren.

In Fig. 5 repräsentiert die Linie A Meßdaten von Teepulver, die Linie B Meßdaten von Instantkaffeepulver und die Linie C Meßdaten von Bohnenkaffeepulver.

Es ist erkennbar, daß jede Probe aufgrund ihrer einheitlichen, sie beschreibende Kurve identifizierbar ist. Insbesondere ist ein klarer Unterschied zwischen Instantkaffeepulver und Bohnenkaffeepulver vorhanden, obwohl beide Kaffeeprodukte sind.

Experiment 2

Dieses Experiment verwendete Geraniol, 1-Citronellol und eine 1 : 1-Mischung dieser beiden Substanzen als Proben. Die Meßergebnisse sind in Fig. 6 als Linien D, E bzw. F dargestellt.

Es ist erkennbar, daß diese Proben ebenfalls klar identifiziert werden können.

Experiment 2

Dieses Experiment verwendete zwei Arten von Teepulver, nämlich Lipton's Orange und Twining's Bergemot, und Kaffeepulver. Die Meßergebnisse sind in Fig. 7 als Linien J, K bzw. L dargestellt. In diesem Fall wurden die Messungen durchgeführt unter Einfügung eines Zeitfaktors. Die Linie J entspricht 15 Minuten vom Beginn bis zur Beendigung der Messung, Linie K 10 Minuten und Linie L 3 Minuten. Aus den Meßergebnissen wird klar, daß erkennbare Unterschiede in der Zeitabhängigkeit unter den zwei unterschiedlichen Arten von Teepulver und Kaffeepulver hinsichtlich der Erzeugung von Geruchskomponenten vorhanden sind.

Daher ist die erfindungsgemäße Geruchsidentifizierungsvorrichtung adaptierbar an Identifizierungsvorrichtungen mit erhöhter Sensitivität, welche die Identifizierung aller Formen durch Hinzufügen eines Zeitfaktors ermöglicht.

Experiment 4

Dieses Experiment verwendete Zigarettenfilter vor und nach der Benutzung als Proben und es wurden durch Erhitzen erzeugte Geruchskomponenten gemessen. Die Ergebnisse sind in Fig. 8 gezeigt.

In Fig. 8 repräsentiert die Linie H Erfassungsdaten bzgl. des ungebrauchten Zigarettenfilters und die Linie I Erfassungsdaten bzgl. des gebrauchten Filters. Der Graph zeigt deutlich, daß durch Rauchen erzeugter Teer und ähnliches in dem gebrauchten Filter absorbiert worden war und bei einer relativ geringen Temperatur unterhalb 100ºC begonnen hat, als Geruchskomponenten zu verdampfen.

Zusätzlich zu den in der oben angegebenen Ausführungsform verwendeten Sensoren ist das Folgende eine exemplarische Liste anderer Sensoren, welche in Kombination zur Messung von Geruchssubstanzen verwendet werden können:

1) ein Sensor des gesinterten Typs, der hergestellt wurde durch Hinzufügung von Lanthantrioxid (La&sub2;O&sub3;) oder andere, Seltenerdoxide und auch Erdalkalimetalloxide zu Zinndioxid zur Erfassung von Alkohol, Aldehyd, Keton, Säure, Ester und anderer, sauerstoffenthaltender, organischer Verbindungen,

2) ein filmartiger Sensor mit Zinndioxid und Zinkoxid als Hauptkomponenten zur Erfassung von Schwefelwasserstoff, Mercaptan, Sulfid und anderer, schwefelhaltiger organischer Verbindungen,

3) ein Sensor des gesinterten Typs, der hergestellt wurde durch Hinzufügen von Palladium oder ähnlichem zu Zinndioxid zur Erfassung von Ammonium, Amin und anderer stickstoffhaltiger, organischer Verbindungen, und

4) ein Sensor des gesinterter Typs, der hergestellt wurde durch Steuerung der Oberflächenaktivität von Zinndioxid oder durch Hinzufügen eines Edelmetallkatalysators zu Zinndioxid zur Erfassung von Benzol, Xylol, Methylcyclohexan, Hexan und anderer, ungesättigter oder gesättigter Kohlenwasserstoffe.

Während zwei Sensoren mit unterschiedlichen Erfassungscharakteristika bei der vorausgegangenen Ausführungsform verwendet werden, kann die Anzahl der Sensoren anwendungsabhängig erhöht werden. Die Meßgenauigkeit kann erhöht werden für eine höhere Identifizierungswirksamkeit durch Verwendung einer Steuervorrichtung, wie etwa einer zentralen Rechnereinheit, zur Verarbeitung der Sensorausgänge und um zusammengesetzte Anzeigen und Aufzeichnungen dieser Ausgänge zu ermöglichen.

Weiterhin wurden bei der vorstehenden Ausführungsform nur feste Proben als zu identifizierende Gegenstände verwendet, die Proben können aber auch als Fluid, wie etwa Flüssigkeit vorliegen.

Die erfindungsgemäße Geruchsidentifizierungsvorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren können für verschiedene Zwecke verwendet werden, wie für die Bewertung der Frische verderblicher Lebensmittel, die Standardfestlegung für den Transport verschiedener Lebensmittel, die Qualitätskontrolle von Kosmetika und zu Würzzwecken. Mit anderen Worten, die Erfindung hat einen sehr großen Anwendungsbereich und kann in jedem Industriezweig verwendet werden, der flüchtige Substanzen handhabt.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zur Identifizierung von Gerüchen mit:

einer Gassensoreinheit (A) mit einer abdichtbaren Meßkammer (1), die mindestens zwei Sensoren (2, 3) mit unterschiedlichen Erfassungscharakteristika zur gleichzeitigen Erfassung von Geruchskomponenten aus einer Probe (6) und zur Ausgabe von Erfassungssignalen enthält, und

einer Anzeigevorrichtung (13) zum Anzeigen von Erfassungsergebnissen von der Sensoreinheit (A) in Form eines zusammengesetzten Ausgangssignals, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ozongenerator (12) zur Einleitung von gasförmigem Ozon in die Kammer (1), in der sich die Probe (6) befindet, vorgesehen ist.

2. Vorrichtung zur Identifizierung von Gerüchen nach Anspruch 1, weiterhin umfassend eine Reingaseinleitungsvorrichtung (15) zur Einleitung eines Reingases in die Kammer (1).

3. Vorrichtung zur Identifizierung von Gerüchen nach Anspruch 1 oder 2, weiterhin umfassend einen Probenhalter (4, 5) zum Halten der Probe (6), wobei der Probenhalter mit einer Heizvorrichtung (7) versehen ist.

4. Vorrichtung zur Identifizierung von Gerüchen nach einem der voranstehenden Ansprüche, worin die Anzeigevorrichtung (13) ein X-Y-Aufzeichnungsgerät ist.

5. Vorrichtung zur Identifizierung von Gerüchen nach Anspruch 4, worin das X-Y-Aufzeichnungsgerät unter Einbeziehung eines Zeitfaktors eine Anzeige erstellt.

6. Verfahren zur Identifizierung von Gerüchen mit den folgenden Schritten:

Einsetzen einer Probe (6) in die Kammer (1) einer Vorrichtung, wie sie in einem der vorhergehenden Ansprüche definiert ist;

gleichzeitiges Erfassen von Geruchskomponenten aus der Probe mit den mindestens zwei Gassensoren (2, 3) der Vorrichtung unter Beibehaltung des abgedichteten Zustandes der Kammer (1);

und Anzeigen der Ausgangssignale der Gassensoren (2, 3) an der Anzeigevorrichtung (13) in Form eines einzelnen Ausgangssignals;

dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Erfassen der Geruchskomponenten gasförmiges Ozon von dem Ozongenerator (12) in die Kammer (1) eingeleitet wird.

7. Verfahren zur Identifizierung von Gerüchen nach Anspruch 6 bei dessen Rückbeziehung auf Anspruch 3, worin die Geruchskomponenten von den Gassensoren (2, 3) erfaßt werden, während die Probe (6) durch die im Probenhalter (4, 5) vorgesehene Heizvorrichtung (7) erwärmt wird.

8. Verfahren zur Identifizierung von Gerüchen nach den Ansprüchen 6 oder 7 bei deren Rückbeziehung auf Anspruch 2, worin nach Erzeugung von gasförmigem Ozon durch den Ozongenerator (12) ein Reingas von der Reingaseinleitungsvorrichtung (15) in die Kammer (1) eingeleitet wird.







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