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Dokumentenidentifikation DE4312189A1 20.10.1994
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Reinigen von Abgas
Anmelder Fritz Egger Ges.m.b.H., St. Johann, AT
Erfinder Böhler, Harald, Feldkirch, AT
Vertreter Sandmann, J., Dipl.-Ing. Dr.jur., Pat.-Anw., 85521 Ottobrunn
DE-Anmeldedatum 14.04.1993
DE-Aktenzeichen 4312189
Offenlegungstag 20.10.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.10.1994
IPC-Hauptklasse F26B 25/00
Zusammenfassung Ein Abgas 4, das beispielsweise aus einer Holztrocknungsanlage stammt, wird in einem Wäscher 1 mittels im Kreislauf 8 umgewälzter Waschflüssigkeit 9 gereinigt. Über eine Zweigleitung 10 wird mit ausgewaschenen Schadstoffen beladene Waschflüssigkeit einem Verdampfungsbehälter 12 zugeführt, der mit einer Heizeinrichtung 15 versehen ist. In der im Verdampfungsbehälter 12 eingedickten Flüssigkeit reichern sich die Schadstoffe in hoher Konzentration an und werden mit der eingedickten Flüssigkeit über eine Abzugleitung 13 ausgeschieden. Der entstehende Dampf wird über einen Verdichter 23 einem Kondensator 19 zugeführt, um über eine Rückleitung 18 wieder in den Kreislauf 8 eingeführt zu werden. Ein Teilstrom 30 des Dampfkondensats kann ebenfalls abgeführt werden, insbesondere wenn sich die Waschflüssigkeitsmenge durch Kondensat aus dem Abgas 4 erhöht. Die Kondensationswärme aus dem Kondensator 19 kann zur Verdampfung der Waschflüssigkeit im Verdampfer 12 herangezogen werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Reinigen von Abgas, insbesondere Abluft aus einer Holztrocknungsanlage, wie sie im Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 10 beschrieben sind.

Bei der Trocknung von Holz, Holzspänen oder ähnlichem Trocknungsgut werden, insbesondere wenn diese Trocknungsvorgänge bei Temperaturen über 100°C ablaufen, Holzinhaltstoffe freigesetzt, die zu erheblichen Geruchsemissionen führen können. Daneben werden häufig mit der Abluft Staubpartikel und verdampfte Holzinhaltstoffe, bei hohen Temperaturen auch Zersetzungsprodukte von Holzinhaltstoffen, ausgetragen.

Es ist bekannt, eine solche Abluft aus der Holztrocknung einer einstufigen oder mehrstufigen Naßreinigung zu unterziehen, wobei anstelle von Waschwasser ein Lösemittel verwendet oder dem Waschwasser zugesetzt werden kann (EP 385 372 B1). Der Waschvorgang kann ggf. in bekannter Weise mit einer elektrostatischen Abluftreinigung (Aerosolabscheidung) kombiniert werden. Bei diesem bekannten Waschverfahren wird die Waschflüssigkeit im Kreislauf durch den bzw. jeden Waschturm geführt. Auch ohne Wärmeabfuhr aus der umgewälzten Waschflüssigkeit kühlt sich die Trocknerabluft, die beispielsweise eine Temperatur zwischen 100 und 150°C aufweist, je nach ihrem Wasserdampfgehalt auf ca. 55 bis 75°C ab. Es hat sich gezeigt, daß bei diesen Temperaturen ein erheblicher Anteil von geruchsintensiven Stoffen aus der Abluft ausgewaschen wird. Ein Problem liegt jedoch darin, daß es zu einer entsprechenden Anreicherung der ausgewaschenen Stoffe in der Waschflüssigkeit und zu deren Sättigung kommt, worauf die Abscheideleistung stark absinkt.

Dementsprechend wird beim bekannten Verfahren mehr oder minder gesättigte Waschflüssigkeit abgezogen und frische Waschflüssigkeit in den Kreislauf nachgeführt. Die umgewälzte Waschflüssigkeit wird außerhalb des Waschturms gekühlt. Es fällt auch Kondensat aus der Abluft an, wodurch sich zwar die Reinigungswirkung-aber auch der Waschflüssigkeitsanfall erhöht. Beim bekannten Verfahren wird die verbrauchte und abgezogene Waschflüssigkeit durch Verbrennung beseitigt, die in dem Ofen erfolgt, mit dem die Heißgase für die Holztrocknung erzeugt werden. Die Verbrennung verbrauchter Waschflüssigkeit erscheint in besonderem Maße geeignet, wenn als Waschflüssigkeit ein auch als Brennstoff geeignetes Lösemittel verwendet wird. Da jedoch beim Verbrennen eine vollständige Umsetzung aller Schadstoffe in unschädliche Verbrennungsprodukte nicht in vollem Umfang gewährleistet ist und da sich bei den hohen Verbrennungstemperaturen ggf. sogar schädliche Zersetzungsprodukte bilden können, ist die Verbrennung verbrauchter Waschflüssigkeit nicht in allen Fällen geeignet und kommt ggf. auch nur für eine teilweise Beseitigung in Betracht.

In Übereinstimmung mit dem Oberbegriff der Ansprüche 1 bzw. 10 ist es auch bereits bekannt, den Anfall verbrauchter Waschflüssigkeit, für die es häufig keine Möglichkeit zur Ableitung in eine Kanalisation bzw. in einen Vorfluter gibt, dadurch zu vermeiden, daß aus dem Waschflüssigkeitskreislauf verbrauchte Waschflüssigkeit abgezweigt, aufbereitet und in gereinigter Form wieder in den Wäscher bzw. den Kreislauf zurückgeführt wird (DE 22 41 623 B2). Hier werden im Wäscher Abgase aus Abfallverbrennungsanlagen gereinigt. Die Aufbereitung der abgezweigten Waschflüssigkeit erfolgt unter Zusatz von Chemikalien (Kalkmilch) und mittels eines Absetzbeckens, aus dem die sich absetzenden Feststoffe als Schlamm ausgetragen und abgefiltert werden, wobei ein Teil des Klarwassers in einen Vorfluter geleitet wird. Für den Waschvorgang benötigtes Frischwasser wird zumindest teilweise durch Kondensat aus dem sich im Wäscher abkühlenden Abgas gewonnen.

Diese Verfahrensweise unter Einsatz von Chemikalien führt zu hohen Betriebskosten, erfordert in Fällen schwankender Schadstoffbelastung eine komplizierte Regelungstechnik und ist außerdem - jedenfalls bei chemischer Behandlung ausgewaschener Holzinhaltstoffe und dgl. - mit einer Gefährdung des Personals durch die eingesetzten Chemikalien verbunden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abgaswäsche so durchzuführen, daß bei dauerhaft guter Reinigungswirkung und auch bei Anfall von Kondensat aus dem Abgas keine oder doch nur in minimalem Umfang verbrauchte Waschflüssigkeit anfällt, ohne daß dazu der Einsatz von Chemikalien und/oder einer komplizierten Regelungstechnik bzw. einer aufwendigen Anlage und hoher Betriebskosten erforderlich ist.

Diese Aufgabe wird mit dem Verfahren nach Anspruch 1 bzw. der Vorrichtung gemäß Anspruch 10 gelöst.

Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Verfahrens und der Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Erfindungsgemäß wird somit die verbrauchte bzw. abgezweigte Waschflüssigkeit einem Verdampfungsprozeß ausgesetzt, wobei weitgehend schadstofffreie Waschflüssigkeit als Dampf abgesondert und in den Waschkreislauf zurückgeführt wird, während eingedickte Waschflüssigkeit mit einer hohen Konzentration an Schadstoffen zurückbleibt, die vorzugsweise diskontinuierlich abgezogen, ggf. weiter behandelt und beseitigt, beispielsweise deponiert, wird. Dabei fallen für den Verdampfungsvorgang keine hohen Betriebskosten an, falls die eingebrachte Verdampfungswärme in Form von Kondensationswärme zurückgewonnen und genutzt wird und/oder sonst zur Verfügung stehende Abwärme eingesetzt wird.

Es ist zwar bekannt, organische Verunreinigungen aus Abgasen mittels im Kreislauf geführter Waschflüssigkeit abzuscheiden und verbrauchte Waschflüssigkeit abzuzweigen und zu verdampfen (DE 21 12 783 B). Hier erfolgt die Verdampfung der verbrauchten Waschflüssigkeit jedoch im Rahmen ihrer Verbrennung, ohne daß ein verdampfter Anteil zum Wäscher zurückgeführt wird. Wenn die erfindungsgemäße Verdampfung bei Temperaturen unter 80°C abläuft, sind - jedenfalls bei zu reinigender Holztrocknungsabluft - die Werte der Restbelastung im rückgeführten Dampfkondensat äußerst gering. Aber auch noch bei Verdampfungstemperaturen von ca. 100°C ist die Restbelastung des Kondensats gering, so daß durch seine Rückführung dem Waschvorgang wiederum aufnahmefähige Waschflüssigkeit (Waschwasser) zugeführt wird. Außerdem weist das Dampfkondensat so geringe Belastungswerte auf, daß seine Einleitung in eine Kläranlage und allenfalls sogar in einen Vorfluter ohne weiteres möglich ist.

Dadurch, daß erfindungsgemäß arbeitende Anlagen kein Abwasser abgeben und evtl. doch abgegebenes Abwasser, insbesondere Überwasser aus Abgaskondensat, weitgehend frei von Belastungen ist, können der Waschflüssigkeit bzw. dem Waschwasser Zusätze beigefügt werden, die insbesondere auch in Bezug auf nicht oder nur schwer wasserlösliche luftfremde Stoffe der zu reinigenden Abluft die Abscheideleistung des Waschvorgangs steigern. In der Folge verbleiben diese Zusätze direkt oder als Zersetzungsprodukte oder nach erfolgter Sättigung als Rückstand im eingedickten Zustand im Verdampfer, aus dem sie mit der eingedickten Flüssigkeit abgezogen werden, um dann allenfalls wieder von den sonstigen Rückständen abgetrennt und/oder zusammen mit diesen aufbereitet, genutzt oder beseitigt zu werden.

Auch ergibt sich durch das erfindungsgemäße Verfahren die Möglichkeit, den pH-Wert der Waschflüssigkeit in einem Bereich zu halten, der für die Abtrennung luftfremder Stoffe aus dem zu reinigenden Abluftstrom beste Voraussetzungen bietet, wobei im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens abgegebenes Dampfkondensat keinen besonderen Aufwand für die Einstellung eines weitgehend neutralen pH-Wertes verursacht. Nicht nur ausgewaschene luftfremde Stoffe, sondern auch Salze, Säuren und Laugen bleiben bei der Behandlung der Waschflüssigkeit im Verdampfer zurück, wodurch sich die sonst eintretende bzw. bestehen bleibende Sättigung mit solchen Stoffen vermeiden läßt.

Falls die Restbelastung jedoch weiter gesenkt werden soll, sei es bei einer Rückführung in den Waschflüssigkeitskreislauf oder bei Abgabe an einen Vorfluter, so kann eine nach verschiedenen bekannten Verfahren arbeitende zusätzliche Reinigung nachgeschaltet werden, die infolge der geringen Restbelastung des Kondensats einen nur entsprechend geringen Betriebsmittelbedarf hat.

Es kann sinnvoll sein, dem Verdampfer einen Vorabscheider für feste Partikel oder Bestandteile aus der abgezweigten Waschflüssigkeit vorzuschalten.

Die im Verdampfer zurückbleibenden eingedickten, ausgewaschenen, luftfremden Stoffe, daneben auch Salze, Staubpartikel usw., werden nach ihrem Abzug aus der Verdampfungszone beseitigt oder auch soweit in Frage kommend genutzt.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand einer schematischen Zeichnung näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine einfache Grundausführung der Erfindung mit einem Wäscher und einem Verdampfer;

Fig. 2 eine Ausführung mit einem dem Verdampfer nachgeschalteten Kondensator;

Fig. 3 eine Ausführung mit einem dem Verdampfer nachfolgenden Verdichter und einem Kondensator, der in Wärmekopplung mit dem Verdampfer steht;

Fig. 4 eine Fig. 3 ähnliche Ausführung, bei welcher der Verdampfer und der Kondensator durch einen Kältemittel- Kreislauf miteinander gekoppelt sind;

Fig. 5 eine Ausführung, bei der die Heizeinrichtung für den Verdampfer zugleich den Kondensator für den verdichteten Dampf bildet; und

Fig. 6 eine Fig. 3 ähnliche Ausführung, bei der Dampf aus dem Verdampfer mittels einer Dampfstrahlpumpe abgesaugt wird.

Gemäß Fig. 1 ist ein Wäscher 1 mit einem Sumpf 2 und mit Sprühdüsen 3 vorgesehen, in den das ungereinigte Abgas 4 unten einströmt und aus dem das gereinigte Abgas 5 oben ausströmt. Durch eine Umwälzleitung 6 mit einer Umwälzpumpe 7 ist ein durch den turmförmigen Wäscher 1 führender Kreislauf 8 für sich im Sumpf 2 sammelnde Waschflüssigkeit 9 gebildet.

Über eine Zweigleitung 10 mit einem Ventil 11 ist ein Verdampfungsbehälter 12 (Verdampfer) an den Sumpf 2 des Wäschers 1 und damit an den Kreislauf 8 angeschlossen. Vom Boden des Verdampfungsbehälters 12 geht eine Abzugsleitung 13 mit einem Ventil 14 aus. Im Verdampfungsbehälter 12 ist eine Heizeinrichtung 15 in Form einer Heizschlange 16 angeordnet, die wie angedeutet mit einem Heizmedium durchströmbar ist. Der Füllstand im Verdampfungsbehälter 12 wird mittels einer Sonde 17 überwacht. Diese Sonde 17 kann ggf. in nicht dargestellter Weise ein Steuersignal für das Ventil 11 (und evtl. auch für das Ventil 14) liefern. Eine Rückleitung 18 verbindet die obere Dampfkammer des Verdampfungsbehälters 12 mit dem Sumpf 2 und somit mit dem Kreislauf 8 für die umgewälzte Waschflüssigkeit.

Während des Betriebs des Wäschers 1 reichert sich die umgewälzte Waschflüssigkeit 9 mit den aus dem Abgas 4 ausgewaschenen Stoffen (Schadstoffe, Spotstoffe) an und würde bei einer Annäherung an die Sättigungsgrenze für diese Stoffe in ihrer Waschwirkung deutlich nachlassen. Deswegen wird (mehr oder minder) gesättigte Waschflüssigkeit 9 kontinuierlich oder diskontinuierlich aus dem Kreislauf 8 abgezweigt und über die Zweigleitung 10 in den Verdampfungsbehälter 12 geleitet. Der im Verdampfungsbehälter 12 entstehende Waschflüssigkeitsdampf steigt auf und strömt über die Rückleitung 18 zurück in den Sumpf 2, wo er kondensiert.

Beim Verdampfungsvorgang verbleiben die Schadstoffe weit überwiegend in der Flüssigkeit, die durch den Verdampfungsvorgang eingedickt wird. Dementsprechend wird dem Kreislauf 8 über die Rückleitung 18 weitgehend unbelastetes Waschmittel zugeführt, wodurch die im Kreislauf 8 zirkulierende Waschflüssigkeit dauerhaft unterhalb der vorgenannten Sättigungsgrenze gehalten wird. Die im Verdampfungsbehälter 12 zurückbleibende Flüssigkeit wird bei entsprechend hohem Verdampfungsanteil stark eingedickt, so daß sich hier die Schadstoffe in hoher Konzentration anreichern. Sie werden vorzugsweise diskontinuierlich über die Abzugsleitung 13 entnommen und beseitigt, beispielsweise abfiltriert und in fester Form deponiert.

Die Anlage gemäß Fig. 2 stimmt hinsichtlich Aufbau und Wirkungsweise weitgehend mit der Anlage nach Fig. 1 überein. Deswegen sind die entsprechenden Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen und wird von einer erneuten Beschreibung und Erläuterung abgesehen. Entsprechendes gilt für die weiteren Ausführungsbeispiele bzw. Figuren.

In Fig. 2 ist zusätzlich ein Verflüssigungsbehälter 19 (Kondensator) vorgesehen, in den ein dampfführender Rückleitungsabschnitt 18a einmündet. Im Verflüssigungsbehälter 19 ist eine Kühleinrichtung 20 in Form einer Kühlschlange 21 angeordnet. Diese ist wie angedeutet mit einem Kühlmedium durchströmbar, so daß sich der Dampf als Flüssigkeit im Verflüssigungsbehälter 19 niederschlägt. Vom Boden des Verflüssigungsbehälters 19 führt ein Rückleitungsabschnitt 18b in den Wäscher 1, der in diesem Fall dem Kreislauf 8 bereits kondensierte Waschflüssigkeit zuführt.

In den Rückleitungsabschnitt 18b ist ein Belüftungsabschnitt 18c eingebaut, der mit seinem höchsten Punkt wie angedeutet die Kondensatstandhöhe im Verflüssigungsbehälter 19 bestimmt. An die Oberseite des Verflüssigungsbehälters 19 ist eine Absaugleitung 22 mit einem Ventil 22&min; für Falschluft und Inertgase angeschlossen. Dadurch können bei der Verdampfung aus der Waschflüssigkeit unerwünscht freigesetzte gasförmige Bestandteile über die Absaugleitung 22 abgeleitet werden. Vielfach wird eine Nachbehandlung dieser gasförmigen Bestandteile notwendig sein, z. B. eine Beseitigung durch Verwendung als Verbrennungsluft.

Bei der Ausführung gemäß Fig. 3 ist ein Verdichter 23 in den Rückleitungsabschnitt 18a zwischen dem Verdampfungsbehälter 12 und dem Verflüssigungsbehälter 19 eingebaut. Dabei sind die Heizschlange 16 des Verdampfungsbehälters 12 und die Kühlschlange 21 des Verflüssigungsbehälters 19 unter Einschaltung einer Umwälzpumpe 24 zu einem Wärmeträgerkreislauf 25 miteinander verbunden, so daß die benötigte Verdampfungswärme bei der Kondensation zurückgewonnen wird.

Damit der Verdampfungsbetrieb gestartet und evtl. Wärmeverluste ausgeglichen werden können, ist im Verflüssigungsbehälter 19 eine zusätzliche Heizeinrichtung 26 in Form einer Wärmetauscherschlange 27 vorgesehen, die wie angedeutet mit einem Heizmedium durchströmbar ist.

In den Rückleitungsabschnitt 18b sind ein Kondensatsammler und eine Rückführpumpe 29 eingebaut. Wie angedeutet wird aus dem Kondensatsammler 28 über eine Ablaufleitung 30 ein Teilstrom an Kondensat entnommen, der in einen Vorfluter bzw. in die Kanalisation oder zu einem Verbraucher geleitet wird (nicht dargestellt).

Die in Fig. 2 dargestellte Ableitung von unerwünschten gasförmigen Bestandteilen aus dem Verflüssigungsbehälter 19 ist in Fig. 3 nicht gezeigt, kann aber ebenfalls mit Vorteil vorgesehen sein. Das gilt in gleicher Weise auch für die anhand von Fig. 4 und 6 erläuterten Ausführungen.

Fig. 4 unterscheidet sich von Fig. 3 lediglich dadurch, daß der den Verdampfungsbehälter 12 und den Verflüssigungsbehälter 19 koppelnde Wärmeträgerkreislauf mit einem Kompressor 31 (als Umwälzpumpe) und mit einem Entspannungsventil 32 versehen und als Kältemittelkreislauf 33 ausgeführt ist, so daß dem Verdampfungsbehälter 12 die Kondensationswärme mit erhöhtem Temperaturniveau zugeführt wird.

Gemäß Fig. 5 wird der vom Verdichter 23 kommende und durch den Verdichtungsvorgang erwärmte Dampf als Heizmedium durch die Heizschlange 16 des Verdampfungsbehälters 12 geleitet, der somit in die Rückleitung 18 integriert ist und dabei einen Kondensator für den rückgeführten Dampf bildet. Weil außenseitig der Heizschlange 16 verdampft und innenseitig kondensiert wird, entfällt der Wärmeträgerkreislauf 25 gemäß Fig. 3.

Die Ausführung gemäß Fig. 6 unterscheidet sich von derjenigen gemäß Fig. 3 dadurch, daß der Dampf aus dem Verdampfungsbehälter 12 mittels einer in den Rückleitungsabschnitt 18a vom Verdampfungsbehälter 12 zum Verflüssigungsbehälter 19 eingebauten Dampfstrahlpumpe 34 aus dem Verdampfungsbehälter 12 abgesaugt wird. Diese Dampfstrahlpumpe 34 ersetzt somit den Verdichter 23. Da dem Verflüssigungsbehälter 19 außer dem angesaugten Dampf auch der Treibdampf der Dampfstrahlpumpe 34 zuströmt, der ebenfalls im Verflüssigungsbehälter 19 kondensiert, ist es hier möglich, die Wärmetauscherschlange 27 als Kühlvorrichtung zu betreiben und die zusätzliche Energie bzw. einen Teil davon auszukoppeln und einem anderen Verbraucher zuzuführen.

In Fig. 6 ist ferner dargestellt, daß der Dampfstrahlpumpe 34 ein Dampferzeuger 35 zugeordnet ist, dessen Speisewasser über eine Speiseleitung 37 dem Rückleitungsabschnitt 18b entnommen wird und dem zur Durchführung der Verdampfung Zusatzenergie 36 zugeführt wird.

Aus den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen wird ersichtlich, daß verschiedene Kombinationen zur optimalen Anpassung an die örtlichen Verhältnisse, zur weitergehenden Wärmenutzung oder zur Optimierung des Verfahrens möglich sind, z. B. auch in Abhängigkeit von unterschiedlichen Energiekosten für elektrischen Strom bzw. Wärmeenergie. In den Figuren ist nicht dargestellt, daß das Dampfkondensat, wie es beispielsweise im Kondensatsammler 28 anfällt, noch einer weitergehenden Reinigung unterzogen werden kann, um den Gehalt an unerwünschten Stoffen weiter abzusenken, beispielsweise vor der Einleitung in ein Fließgewässer oder vor einer Verwendung für sonstige Zwecke.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Reinigen von Abgas, insbesondere Abluft aus einer Holztrocknungsanlage, bei dem das Abgas (4) mittels einer Waschflüssigkeit (9), insbesondere Wasser, gewaschen wird, die im Kreislauf (8) durch die Waschzone (1) umgewälzt wird, wobei mit aus dem Abgas (4) ausgewaschenen Schadstoffen beladene Waschflüssigkeit (9) abgezweigt und dieser Zweigstrom (10) behandelt und in einen Abzugstrom (13) mit hoher Schadstoffkonzentration und einen von Schadstoffen weitgehend freien Rückstrom (18) aufgeteilt wird, der in den Waschflüssigkeitskreislauf (8) zurückgeführt wird, während die mit dem Abzugstrom (13) konzentriert anfallenden Schadstoffe beseitigt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Zweigstrom (10) mittels Verdampfung in den von der Dampfphase gebildeten Rückstrom (18) und den von eingedickter Flüssigkeit gebildeten Abzugstrom (13) aufgeteilt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zweigstromdurchsatz in Abhängigkeit von der Schadstoffbelastung der Waschflüssigkeit (9) im Kreislauf (8) geregelt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zweigstrom (10) diskontinuierlich abgezweigt wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückstrom (18) kontinuierlich und der Abzugstrom (13) diskontinuierlich aus der Verdampfungszone (12) abgeführt werden.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Dampf aus der Verdampfungszone (12) abgesaugt wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der dampfförmige Rückstrom (18) verdichtet oder kondensiert wird und die anfallende Verdichtungs- bzw. Kondensationswärme der Verdampfungszone (12) zugeführt wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die der Verdampfungszone (12) zugeführte Wärme zunächst auf ein erhöhtes Temperaturniveau gebracht wird.
  8. 8. Verfahren nach Ansprüchen 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die kondensierte Waschflüssigkeit einer Kondensatreinigung unterzogen wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kondensatreinigung durch Zugabe von Chemikalien und/oder durch mechanische Behandlung und/oder durch Einsatz von Aktivkohle erfolgt.
  10. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Waschflüssigkeit (9) die Abscheideleistung steigernde Zusätze beigefügt werden.
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die im Kreislauf (8) geführte Waschflüssigkeit (9) auf einen für die Abscheideleistung optimalen und ggf. auch stark vom Neutralwert abweichenden pH- Wert eingestellt wird.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die beigefügten und zur Einwirkung gekommenen Zusätze mit den Schadstoffen und/oder als Zersetzungsprodukte aus der Verdampfungszone (12) mit der eingedickten Flüssigkeit abgezogen werden.
  13. 13. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einem vom Abgas (4) durchströmten Wäscher (1) mit Sprühdüsen (3) und einem Sumpf (2), der über eine mit einer Umwälzpumpe (7) versehene Umwälzleitung (6) mit den Sprühdüsen (3) verbunden ist, einer Zweigleitung (10), die an die Umwälzleitung (6) oder den Sumpf (2) angeschlossen ist und zu einem Behandlungsbehälter (12) führt, der über eine Rückleitung (18) mit dem Wäscher (1) verbunden und mit einer Abzugsleitung (13) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Behandlungsbehälter ein Verdampfungsbehälter (12) mit einer Heizeinrichtung (15) ist, an den oberseitig die Rückleitung (18) für den Dampf und unterseitig die Abzugleitung (13) für die eingedickte Flüssigkeit angeschlossen sind.
  14. 14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrichtung (15) eine im Verdampfungsbehälter (12) angeordnete Heizschlange (16) zur Durchströmung mit einem Heizmedium ist.
  15. 15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß in die Rückleitung (18) ein Verflüssigungsbehälter (19) mit einer Kühlschlange (21) zur Durchströmung mit einem Kühlmedium eingebaut ist.
  16. 16. Vorrichtung nach Anspruch 14 und 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdampfungsbehälter (12) und der Verflüssigungsbehälter (19) durch einen durch die Heizschlange (16) und die Kühlschlange (21) führenden Wärmeträgerkreislauf (25) mit einer Umwälzpumpe (24) wärmemäßig gekoppelt sind.
  17. 17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmeträgerkreislauf als Kältemittelkreislauf (33) mit einem Entspannungsventil (32) und einem Kompressor (31) als Umwälzpumpe vorgesehen ist.
  18. 18. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß im Verflüssigungsbehälter (19) eine zumindest einleitend betreibbare Heizeinrichtung (26) angeordnet ist.
  19. 19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß in die Rückleitung (18) für den Dampf ein Verdichter (23) eingebaut ist, der in Strömungsrichtung vor dem ggf. vorgesehenen Verflüssigungsbehälter (19) angeordnet ist.
  20. 20. Vorrichtung nach Anspruch 14 und 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizschlange (16) des Verdampfungsbehälters (12) in Strömungsrichtung hinter dem Verdichter (23) in die Rückleitung (18) eingebaut ist und somit eine Verdampfung und Kondensation voneinander trennende Wärmetauscherfläche bildet.
  21. 21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß dem Verflüssigungsbehälter (19) ein Kondensatsammler (28) zugeordnet ist, an den die zum Wäscher (1) führende Rückleitung (18) mit einer Rückführpumpe (29) angeschlossen ist.
  22. 22. Vorrichtung nach Anspruche 21, dadurch gekennzeichnet, daß dem Kondensatsammler (28) ein Kondensatreiniger nachgeschaltet ist.
  23. 23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß an den Kondensatsammler (28) eine Ablaufleitung (30) angeschlossen ist.
  24. 24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß dem Verdampfungsbehälter (12) eine Dampfstrahlpumpe (34) zum Absaugen des Dampfes zugeordnet ist.
  25. 25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Dampfstrahlpumpe (34) ein Dampferzeuger (35) für den Treiberdampf zugeordnet ist und der Dampferzeuger (35) über eine Speiseleitung (37) an die Rückleitung (18) angeschlossen ist.






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