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Dokumentenidentifikation DE3136329C1 22.12.1994
Titel Sicherheitseinrichtung für Seegrundminen
Anmelder Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Bundesminister der Verteidigung, dieser vertreten durch den Präsidenten des Bundesa mtes für Wehrtechnik und Beschaffung, 56068 Koblenz, DE
Erfinder Krause, Rolf, Ing.(grad.), 88094 Oberteuringen, DE;
Rölker, Albert, Ing.(grad.), 88045 Friedrichshafen, DE;
Bjoerkvik, Kurt, Birkeroed, DK;
Vincken, Josef, Dipl.-Ing., 56191 Weitersburg, DE;
Knebel, Erhard, Dipl.-Ing., 56075 Koblenz, DE
DE-Anmeldedatum 15.09.1981
DE-Aktenzeichen 3136329
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.12.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.12.1994
IPC-Hauptklasse F42C 14/04
IPC-Nebenklasse F42C 5/00   
Zusammenfassung Sicherheitseinrichtung für Seegrundminen mit zwei Wasserdrucksicherungen, einer Vorsteckersicherung und mit einem einen Detonator aufweisenden Rotor, der mehrfach gesichert ist und dem eine Zündeinrichtung zugeordnet ist, die mit einem Rechner in Verbindung steht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Sicherheitseinrichtung für Seegrundminen mit zwei Wasserdrucksicherungen, einer Vorsteckersicherung und mit einem einen Detonator aufweisenden Rotor, der mehrfach gesichert ist und dem eine Zündeinrichtung zugeordnet ist, die mit mindestens einem Rechner in Verbindung steht, wobei eine mit der ersten Wasserdrucksicherung verbundene Stange eine ebene periphere Fläche des Rotors berührt und die erste Wasserdrucksicherung durch Verschieben ihrer Stange außer Eingriff mit dem Rotor kommt.

Aus der DE-OS 29 39 711 ist eine Zünd- und Sicherheitseinrichtung für eine Minenvernichtungsladung (MVL) bekannt, die zwei Wasserdrucksicherungen aufweist. Bei Erreichen der Funktionswassertiefe wird ein Vorstecker der zweiten Wasserdrucksicherung gezogen, um den Detonator in die Zündstellung zu schwenken. Die Funktionsweise der beiden Wasserdrucksicherungen ist unabhängig voneinander. Die bekannte Sicherheitseinrichtung ist nicht zur Verwendung bei Grundminen, die von Überwasserfahrzeugen geworfen werden, geeignet. Beim Stand der Technik wird in nachteiliger Weise gespeicherte Energie (Federenergie) verwendet, um den Funktionsablauf zu gewährleisten. Bei Federbruch ist die Funktion nicht mehr gesichert.

Sicherheitseinrichtungen von Seegrundminen dienen dem Zünden von Sprengladungen und müssen die Anforderungen erfüllen, die sich aus dem jeweiligen Verwendungszweck und der Einsatzart ergeben. An die Sicherheitseinrichtungen von Seegrundminen werden vielfältige Anforderungen gestellt, die sich aus der Lagerung der Seegrundminen im Depot, dem Transport zum Verbringungsort, dem Wurf, der Wassertiefe, der Zeit, die der Minenleger für die Entfernung vom Verbringungsort braucht, der Einsatzdauer, der Zündung der Mine oder ihrer Sterilisation ergeben.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine mechanischelektronische Sicherheitseinrichtung für Seegrundminen zu schaffen, die ohne gespeicherte Energie eine mehrfache mechanische Sicherung aufweist und deren Elektronik im sicherheitskritischen Teil redundant ausgeführt ist, so daß bei einem Ausfall einer Elektronikkomponente der sterile Zustand der Mine mit großer Zuverlässigkeit erreicht wird.

Diese Aufgabe wird bei einer Sicherheitseinrichtung der oben beschriebenen Art dadurch gelöst, daß durch Verschieben der Stange der ersten Wasserdrucksicherung ein oberer Stangenteil einer ineinanderschiebbaren Stange der zweiten Wasserdrucksicherung entriegelt wird und der obere Stangenteil der zweiten Wasserdrucksicherung bei Beaufschlagung mit erhöhtem Wasserdruck einen ersten Rechner in Betrieb setzt und der Rechner einer pyrotechnischen Einrichtung den Befehl geben kann, einen Sperrstift aus dem unteren Teil der Stange der zweiten Wasserdrucksicherung zu entfernen, worauf ein mechanisches Hemmwerk vom unteren Teil der Stange bei deren Fortbewegung in Betrieb gesetzt wird und am Ende der Verzögerungszeit ein Sperrstift des mechanischen Hemmwerks aus einer Nut des Rotors entfernt wird und daß nachfolgend das Ende der Stange der zweiten Wasserdrucksicherung den Rotor um 60° in Zündstellung (in-line Stellung) schwenkt und der Rotor mittels eines Sperrstifts in seiner Entsicherungsstellung mechanisch verriegelt wird, daß der erste Rechner und der zweite Zentralrechner sich über die optische Datenstrecke gegenseitig überwachen, wobei der Zentralrechner in regelmäßigen Abständen eine Testaufforderung an den ersten Rechner sendet, der eine Prüfung durchführt und ein Quittungssignal ausgibt, daß die Mine in diesem Betriebszustand durch Zündbefehle des Zentralrechners gezündet werden kann und daß bei Ausfall eines Rechners der andere Rechner dies am Ausbleiben des Testzyklus erkennt und die Zündeinrichtung sterilisiert oder nach Ende einer programmierten Zeit oder durch einen Befehl von außen die Zündeinrichtung sterilisiert wird.

Die Vorteile des erfindungsgemäßen Gegenstands bestehen in der hohen mechanischen und elektronischen Funktionssicherheit sowie einer geringen Störanfälligkeit.

Weitere Merkmale der Erfindung sind zum Gegenstand von Unteransprüchen gemacht worden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 die Verriegelung einer erfindungsgemäßen Sicherheitseinrichtung in einer Seegrundmine,

Fig. 2 in prinzipieller Darstellung die mechanischen Komponenten der Sicherheitseinrichtung,

Fig. 3 in prinzipieller Darstellung das Zusammenspiel zwischen den mechanischen Komponenten und der Elektronik sowie die elektronische Schaltung in prinzipieller Darstellung,

Fig. 4 eine axonometrische Darstellung der beiden Wasserdrucksicherungen.

Fig. 1 zeigt einen Teil einer Seegrundmine 2, wobei sich im Behälter 4 der Sprengstoff 6 befindet. Neben dem Behälter ist die Sicherheitseinrichtung 8 angeordnet, die aus einem Deckel 10, einem zylinderförmigen Bauteil 12 und einer Demontagesicherung 14 besteht. Die Demontagesicherung 14 weist eine federbelastete Sperrklinke 16 auf, die nach dem Einstecken der Sicherheitseinrichtung 8 in die Bohrung 18 herausgedrückt wird und somit die Sicherheitseinrichtung 8 gegen einen Ausbau sperrt.

Fig. 2 zeigt die prinzipielle Darstellung der mechanischen Komponenten der Sicherheitseinrichtung 8. In der Figur ist der Sicherungsstecker 22 gesteckt. Durch zwei O-Ringe 24 wird verhindert, daß Wasser in die Sicherheitseinrichtung 8 eindringt und die Wasserdruckschalter 26, 28 beaufschlagt werden. Ein Zünder oder Detonator 30 ist in einen Rotor 32 eingebaut. Er wird durch ein Kontaktelement 34 kurzgeschlossen. In dieser Stellung kann der Zünder oder Detonator 30 die Übertragungsladung 20 nicht zünden (out-line Stellung). Der Rotor 32 ist in dieser Stellung dreifach gesperrt:

  • - Führungsstift 36 liegt an der Schulter 38 des Rotors 32 an,
  • - Führungsstift 40 liegt in Nut 42,
  • - Kulisse 44 liegt an Fläche 46.


Wird die Mine geworfen, so muß vor dem Wurf der Sicherungsstecker 22 gezogen werden. Federbelastete Bolzen 48 verhindern, daß der Sicherungsstecker 22 ohne Spezialwerkzeug wieder gesteckt werden kann, so daß hierdurch eine Sabotagesicherung erreicht wird. Nach dem Eintauchen der Mine in das Wasser kann nun durch die Kanäle 50 und 52 Wasser zu den Wasserdruckschaltern 26 und 28 fließen. Die Wasserdrucksicherungen bestehen jeweils aus einer Rollmembran 54, 56, einer Feder 58, 60 und einer Stange 62, 64. Bewegt sich nun die Stange 62 durch eindringendes Wasser in Richtung auf den Rotor 32, so kann ein federbelasteter Stift 66 in eine Aussparung 68 an der Stange 62 gleiten, wodurch die obere Stange 64 des zweiten Wasserdruckschalters 28 freigegeben wird, gleichzeitig gleitet die Kulisse 44 am unteren Ende der Stange 62 von der ebenen peripheren Fläche 46 des Rotors 32, wodurch die erste Rotorsicherung (Zuhaltung) aufgehoben ist.

Durch steigenden Wasserdruck wird nun ein als Kulisse ausgebildeter Teil 70 der Stange 64 durch den Wasserdruckschalter 28 in einen zweiten Stangenteil oder Schieber 72 hineingeschoben. Ein Bund 74 liegt nunmehr auf dem Schieber 72 auf. Die Einschnürung 76 dieses Bundes 74 schaltet einen Schalter 78, mit dem eine Gerätebatterie und die Elektronik (Fig. 3) aufgeschaltet werden. Der Wasserdruck, bei dem die Endstellung des zweiten Wasserdruckschalters 28 erreicht wird, ist von der Kraft der Feder 60 abhängig. In der Endstellung ist der Weg der Feder 60 dadurch begrenzt, daß Federteller 80 auf einem Bund 82 aufsitzt, so daß die Federspannung auch bei steigendem Wasserdruck nicht mehr zunehmen kann, wodurch eine Sicherung gegen Bruch erzielt wird und die mechanischen Kräfte unabhängig von der Wassertiefe sind.

Der weitere Ablauf der mechanischen Komponenten der Sicherheitseinrichtung ist nun durch den Sperrstift 84 eines pyrotechnischen Sperrelements 86 gehemmt, das in den unteren Teil 72 der Stange des zweiten Wasserdruckschalters 28 eingreift. Wird das Sperrelement 86 durch die Elektronik entriegelt, kann sich eine Schulter 88 an eine Kugel 90 anlegen, wobei die Stange 72 durch die Feder 60 angetrieben wird. Eine Kugel 92 gibt über eine Schulter 94 eine Stange 96 eines mechanischen Hemmwerks 98 frei. Dieses läuft in einer vorgegebenen Zeit ab. Es wird durch eine Feder 100 angetrieben. Der Start der Zeitverzögerung und das Hemmwerk schaltet einen Schalter 102, der mit der Elektronik in Verbindung steht.

Nach Ablauf der Verzögerungszeit kommt das Ritzel 104 des Hemmwerks an der Stelle 106 außer Eingriff. Die Stange 96 schiebt den Stift 40 nun vollständig aus der Nut 42 des Rotors 32 heraus, wodurch die zweite Rotorsicherung (zweite Zuhaltung) aufgehoben ist.

Über eine Schulter 108 kann nun die Kugel 90 sich nach rechts bewegen und die Stange 72 damit freigeben. Durch die Feder 60 angetrieben drückt der Bolzen 36 auf die Fläche 110 des Rotors und dreht dabei den Rotor um 60° gegen den Uhrzeigersinn, so daß der Zünder oder Detonator 30 in die Stellung 112 gelangt. Die Drehbewegung des Rotors 32 wird durch einen Stift 114 begrenzt. Nach der Drehung des Rotors fällt ein federbelasteter Bolzen 116 in eine Bohrung 118 und arretiert den Rotor 32 in dieser Stellung.

Zusätzlich ist der Rotor zwischen der Schubstange 72 und dem Bolzen 36 und der Fläche 110 sowie dem Stift 114 eingeklemmt. Wenn der Bolzen 116 in die Bohrung 118 eindringt, schaltet ein Schalter 120 und meldet damit der Elektronik die Zündbereitschaft des Gerätes. Der Zündgenerator wird in Stellung 112 des Zünders oder Detonators 30 über Element 122 mit dem Zünder 30 verbunden. Die Zündung wird durch eine Elektronik eingeleitet, die weiter unten beschrieben ist.

Im Bereich der zweiten Wasserdrucksicherung 28 befindet sich ein Finger 124, der mit dem Stangenteil 72 verbunden ist. Wurde die Sicherheitseinrichtung (z. B. durch Bruch des Sperrstifts 84 bereits vor dem Einbau der Mine scharfgestellt, so dreht der Finger 124 mittels einer Kulisse 126 mit Nut 128 eine farbige Marke 130 vor ein Schauglas 132, so daß dieser Zustand vor dem Einbau der Sicherheitseinrichtung bemerkt werden kann.

Fig. 3 zeigt den Grundaufbau des Elektroniksystems und seine Verknüpfung mit den mechanischen Komponenten von Fig. 2. In einer Gerätesektion 134 befinden sich u. a. der Zentrale Rechner 136 der Mine und die optische Übertragungseinheit 138. Im Zentralen Rechner 136 wird aus den Signalen verschiedener Sensoren der Zündbefehl für die Mine bestimmt. Die Gerätesektion 134 ist mit einem Rechner 140 der Sicherheitseinrichtung über die optische Datenverbindung 138 gekoppelt. Damit ist es möglich, die Sicherheitseinrichtung in die zusammengebaute Mine zu stecken, ohne daß eine Steckverbindung geschlossen werden muß. Da im Lagerzustand der Mine die Sicherheitseinrichtung nicht in die Ladungssektion eingebaut ist, sind damit die Sicherheitsvorschriften erfüllt. Der Zündgenerator für den Detonator 30 ist so aufgebaut, daß er durch Abschmelzen von zwei Sicherungen und Kurzschließen des Zündkondensators in einen Zustand versetzt werden kann, in dem eine Zündung nicht mehr möglich ist. Dieser Zustand wird als Sterilisation bezeichnet.

In der Grundstellung ist die Mine sicher, da der Rotor 32 in der Sicherungs-Stellung, in der der Detonator aus der Zündkette ausgeschwenkt ist, gesichert ist. Die Sicherheitseinrichtung ist elektrisch abgeschaltet. Bei einer durch Feder 60 bedingten Wassertiefe ist die Stange 64 so weit in den Schieber 72 geschoben, daß über die Einschnürung 76 der Schalter 78 geschaltet wird. Mit dem Schalter wird die Gerätebatterie auf die Elektronik aufgeschaltet. Über die optische Datenstrecke 138 schaltet die Sicherheitseinrichtung daraufhin den Zentralen Rechner 136 ein. Nach dem Einschalten der beiden Rechner 140 und 136 überwachen sich diese gegenseitig. Durch den Zentralen Rechner 136 wird in regelmäßigen Abständen eine Testaufforderung an den Rechner 140 der Sicherheitseinrichtung gesendet. Dieser fährt eine Prüfung durch und antwortet mit einem Quittungssignal. Fällt einer der Rechner aus, erkennt der übriggebliebene Rechner das daran, daß der Testzyklus ausbleibt. Der Rechner 140 der Sicherheitseinrichtung kann über das ODER 142 den Zündgenerator 144 sterilisieren, der Zentrale Rechner 136 kann über eine vom Rechner 140 der Sicherheitseinrichtung unabhängige Elektronik 146 und das ODER 142 die Mine mittels Sterilisationseinrichtung 148 sterilisieren, so daß bei einem Ausfall eines der Rechner die Mine mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sterilisiert wird.

Nach Ablauf einer vorprogrammierten Zeit wird die Mine durch den Zentralen Rechner 136 ebenfalls sterilisiert. Somit kann die Mine nach Ablauf der programmierten Missionszeit sicher geborgen werden.

Die Elektronik ist für zwei Konfigurationen programmiert:

  • - ohne CRC-Fernschaltkomponente (CRC = Cableless Remote Control)
  • - mit CRC-Fernschaltkomponente.


Die Konfiguration wird vom Zentralen Rechner 136 über die optische Datenübertragungseinheit 138 ausgewählt. Ist mit "CRC" programmiert, wird der Ablauf der Scharfstellung durch das Sperrelement 84, 86 gehemmt. Erst wenn durch die Fernschaltkomponente CRC das Kommando Scharfstellung empfangen wurde, wird diese Hemmung aufgegeben. Bei "ohne CRC" wird sie durch den Rechner 140 der Sicherheitseinrichtung ohne Verzögerung aufgehoben.

Die Hemmung wird dadurch aufgehoben, daß der Rechner 140 der Sicherheitseinrichtung durch einen Schaltbefehl das pyrotechnische Sperrelement 84, 86 entriegelt.

Mit der Freigabe des Sperrelements beginnt eine Scharfstellverzögerungszeit. Diese Zeit ist erforderlich, den Minenleger vor den eigenen Minen zu schützen.

Über die Kugel 92 wird die Stange 96 des mechanischen Hemmwerks freigegeben. Diese treibt über Ritzel 104 eine mechanische Uhr an. Der Anlauf der Uhr wird durch den Rechner 140 der Sicherheitseinrichtung erkannt. Der Rechner erkennt, daß die Scharfstellverzögerung ausgelöst ist. Er überwacht seinerseits mittels einer Softwareuhr die Scharfstellverzögerungszeit.

Der Beginn der Scharfstellverzögerungszeit wird über die optische Datenstrecke 138 ebenfalls an den Zentralen Rechner 136 übertragen. Dieser überwacht die Scharfstellverzögerung ebenfalls. Nach dem Ablauf der mechanischen Scharfstellverzögerungszeit schwenkt der Rotor 32 in die Zündposition. Die Scharfstellung wird durch den Schalter 120 erkannt. Lief die Scharfstellung in weniger als einer vorgegebenen Zeit ab oder erfolgte sie nach einer vorgegebenen Zeit nicht, wird die Mine durch beide Rechner sterilisiert (Zeitfenstervorgabe für Scharfstellung).

Über die CRC-Komponente kann ferngesteuert eine Zündung zugelassen oder gesperrt werden. Zündbefehle, die durch den Rechner erzeugt werden, werden in Abhängigkeit des Zustands ausgeführt oder unterdrückt. Der sicherheitskritische Teil der Sicherheitseinrichtung ist redundant ausgeführt, so daß bei einem Ausfall der sterile Zustand der Mine mit großer Zuverlässigkeit erreicht wird.

Fig. 4 zeigt insbesondere die Bauteile 64 und 72 der zweiten Wasserdrucksicherung 28 in axonometrischer Darstellung. Bauteil 64 ist mit seinem Teil 70 in der Bohrung 150 des Bauteils 72 geführt und durch seine Flächen 152, die in den Schlitzen 154 geführt sind, gegen Verdrehung gesichert. Aus der Figur ist deutlich ersichtlich, daß Bauteil 64 sich zunächst um eine bestimmte Wegstrecke in Bauteil 72 hineinbewegen kann, ehe durch Berührungskontakt von 74 am oberen Bund des Bauteils 72 dieses vom Bauteil 64 mitgenommen wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Sicherheitseinrichtung für Seegrundminen mit zwei Wasserdrucksicherungen, einer Vorsteckersicherung und mit einem einen Detonator aufweisenden Rotor, der mehrfach gesichert ist und dem eine Zündeinrichtung zugeordnet ist, die mit mindestens einem Rechner in Verbindung steht, wobei eine mit der ersten Wasserdrucksicherung verbundene Stange eine ebene periphere Fläche des Rotors berührt und die erste Wasserdrucksicherung durch Verschieben ihrer Stange außer Eingriff mit dem Rotor kommt, dadurch gekennzeichnet, daß durch Verschieben der Stange (62) der ersten Wasserdrucksicherung (26) ein oberer Stangenteil (64) einer ineinanderschiebbaren Stange (64, 72) der zweiten Wasserdrucksicherung (27) entriegelt wird und der obere Stangenteil (64) der zweiten Wasserdrucksicherung (28) bei Beaufschlagung mit erhöhtem Wasserdruck einen ersten Rechner (140) in Betrieb setzt und der Rechner (140) einer pyrotechnischen Einrichtung (86) den Befehl geben kann, einen Sperrstift (84) aus dem unteren Teil (72) der Stange der zweiten Wasserdrucksicherung (28) zu entfernen, worauf ein mechanisches Hemmwerk (96) vom unteren Teil (72) der Stange bei deren Fortbewegung in Betrieb gesetzt wird und am Ende der Verzögerungszeit ein Sperrstift (40) des mechanischen Hemmwerks (98) aus einer Nut (42) des Rotors (32) entfernt wird und daß nachfolgend das Ende (36) der Stange (72) der zweiten Wasserdrucksicherung (28) den Rotor (32) um 60° in Zündstellung (in-line Stellung) (112) schwenkt und der Rotor (32) mittels eines Sperrstifts (116) in seiner Entsicherungsstellung mechanisch verriegelt wird, daß der erste Rechner (140) und der zweite Zentralrechner (136) sich über die optische Datenstrecke (138) gegenseitig überwachen, wobei der Zentralrechner (136) in regelmäßigen Abständen eine Testaufforderung an den ersten Rechner (140) sendet, der eine Prüfung durchführt und ein Quittungssignal ausgibt, daß die Mine (2) in diesem Betriebszustand durch Zündbefehle des Zentralrechners (136) gezündet werden kann und daß bei Ausfall eines Rechners (136, 140) der andere Rechner dies am Ausbleiben des Testzyklus erkennt und die Zündeinrichtung sterilisiert (148) oder nach Ende einer programmierten Zeit oder durch einen Befehl von außen die Zündeinrichtung sterilisiert wird.
  2. 2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange (62) der ersten Wasserdrucksicherung (26) eine Aussparung (68) aufweist, in die bei Bewegung der Stange ein federbelasteter Stift (66) eindringt, dessen anderes Ende die zweite Wasserdrucksicherung (28) entriegelt.
  3. 3. Sicherheitseinrichtung nach Ansprüchen 1-2, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Teil (64) der Stange der zweiten Wasserdrucksicherung (28) eine Einschnürung (76) aufweist, die bei Bewegung der Stange einen Schalter (78) für eine Batterie und den ersten Rechner (140) betätigt.
  4. 4. Sicherheitseinrichtung nach Ansprüchen 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Teil (72) der Stange der zweiten Wasserdrucksicherung (28) mit einem Stift (124) verbunden ist, der mittels einer Kulisse (126) bei Abwärtsbewegung der Stange eine optische Anzeige (130, 132) für die Scharfstellung betätigt.
  5. 5. Sicherheitseinrichtung nach Ansprüchen 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß sich in einer Bohrung des Bundes des unteren Stangenteils (72) der zweiten Wasserdrucksicherung (28) der Sperrstift (84) einer pyrotechnischen Einrichtung (86) befindet, der vom ersten Rechner (140) entriegelt werden kann.
  6. 6. Sicherheitseinrichtung nach Ansprüchen 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß benachbart zum Bund des zweiten Stangenteils (72) der zweiten Wasserdrucksicherung (28) eine Kugel (92) angeordnet ist, die ein Hemmwerk (98) freigibt, wenn sie bei Abwärtsbewegung in eine zum Bund (94) benachbarte Einschnürung gleitet und daß eine zweite Kugel (90) die Weiterbewegung der Stange (72) in Richtung auf den Rotor (32) verhindert.
  7. 7. Sicherheitseinrichtung nach Ansprüchen 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß der Sperrstift (40) des Hemmwerks (98) nach dem Ablauf des Hemmwerks aus der Nut (42) des Rotors herausgleitet.
  8. 8. Sicherheitseinrichtung nach Ansprüchen 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß nach Ablauf des Hemmwerks (98) die zweite Kugel (90) die Bewegung des zweiten Stangenteils (72) in Richtung auf den Rotor (32) freigibt und die Stange (72) den Rotor (32) durch Druck auf eine vom Drehzentrum entfernte Fläche (110) verschwenkt.
  9. 9. Sicherheitseinrichtung nach Ansprüchen 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß ein ortsfester Stift (114), der in eine Ringnut des Rotors (32) eingreift, den Schwenkwinkel des Rotors begrenzt und ein federbelasteter Sperrstift (116) in eine am Mantel des Rotors befindliche Bohrung (118) eindringt und den Rotor (32) in seiner Stellung verriegelt.
  10. 10. Sicherheitseinrichtung nach Ansprüchen 1-9, dadurch gekennzeichnet, daß die verriegelte Zündstellung des Rotors (32) mittels eines am Sperrstift (116) befindlichen Schalters (120) dem ersten Rechner (140) mitgeteilt wird.
  11. 11. Stange der zweiten Wasserdrucksicherung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Stangenteil (64) zwei Achsstummel aufweist, zwischen denen sich ein Rechteckkörper (152) mit Anfasung befindet und daß die Anfasung zusammen mit einem Bund (74) eine Einschnürung (76) bildet und der untere Achsstummel in der Bohrung (150) eines geschlitzten (154) Aufnehmers (72) geführt ist.
  12. 12. Schaltung für Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein von dem oberen Teil (64) der Stange der zweiten Wasserdrucksicherung (28) zu betätigender Schalter (78) mit dem ersten Rechner (140) verbunden ist und der Rechner (140) eine pyrotechnische Einrichtung (86) betätigen kann, daß der erste Rechner (140) mit der Zündeinrichtung (144) verbunden ist und mit einem zentralen Rechner (136) über eine optische Datenstrecke (138) verbunden ist, daß ein Sterilisationsdekoder (146) in der Datenstrecke vorhanden ist und der erste Rechner (140) über ein ODER (142) mit einer Sterilisationseinrichtung (148) verbunden ist, die ihrerseits mit der Zündeinrichtung (144) in Verbindung steht.
  13. 13. Seegrundmine mit Sicherheitseinrichtung nach Ansprüchen 1-12, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherheitseinrichtung (8) in die Mine (2) einsteckbar ist und mittels einer Klinke (16) gegen Ausbau gesichert ist.






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