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Dokumentenidentifikation DE3315496C2 22.12.1994
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Lagern von Papierbogen
Anmelder Grapha-Holding AG, Hergiswil, CH
Erfinder Boss, Heinz, Strengelbach, CH
Vertreter Keil, R., Dipl.-Phys. Dr.phil.nat.; Schaafhausen, L., Dipl.-Phys., Pat.-Anwälte, 60322 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 28.04.1983
DE-Aktenzeichen 3315496
Offenlegungstag 15.12.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.12.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.12.1994
IPC-Hauptklasse B65H 5/28

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Lagern von Papierbogen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung eines solchen Verfahrens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 4.

Bei einem für im Schuppenstrom anfallenden Druckprodukten bekannten Verfahren und einer bekannten Vorrichtung dieser Art (vgl. DE 31 23 888 A1) wird ein vergleichsweise breites Wickelband verwendet, um eine Trennlage zwischen den einzelnen Lagen des aufgewickelten Schuppenstroms zu bilden und einen festen Wickel, d. h. einen Wickel ohne lockere Bogen zu erhalten, so daß sich die Druckbogen innerhalb des Wickels bei dessen Transport von einer Verarbeitungsstelle zur anderen nicht lockern und verschieben. Hierbei sind die Bandkosten wegen der erhöhten Bandbreite vergleichsweise hoch, da das Band hinsichtlich seiner Festigkeit und seines elastischen Verhaltens Anforderungen innerhalb bestimmter Grenzen erfüllen muß.

Aus der US 18 67 596 ist es an sich bekannt, ein mit z. B. nieten- oder ösenförmigen Befestigungselementen ausgestattetes unebenes Band durch stetes Hin- und Herbewegen wendelförmig auf einen Kern aufzuwickeln, um einen zwar breiteren Wickel, dafür aber einen solchen mit geringerem Durchmesser zu erhalten, wie dies seit eh und je für das Aufwickeln von Stoffbändern auf Kartonspulen für den Einzelhändler praktiziert wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs erwähnte Verfahren derart zu verbessern, daß mit vergleichsweise schmalen Bändern eine ausreichende Festigkeit des Wickels erreicht wird. Mit der Erfindung soll ferner eine einfache und zuverlässige Vorrichtung zur Durchführung eines solchen Verfahrens geschaffen werden.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei dem eingangs genannten Verfahren dadurch gelöst, daß die Auftreffrichtung des Bandes auf den Wickelkern oder den Wickel kontinuierlich um eine die Wickelkernachse in der Längsmitte rechtwinklig schneidende Ebene zwischen zwei Endlagen geändert wird, um im Wickel benachbarte Bandlagen seitlich gegeneinander zu versetzen.

Die Ansprüche 2 und 3 beziehen sich auf vorteilhafte Ausführungsweisen des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Die zur Durchführung des Verfahrens vorgeschlagene Vorrichtung der eingangs genannten Art zeichnet sich durch die Merkmale des Anspruchs 4 aus.

Anhand der schematischen Zeichnung wird die Erfindung beispielsweise erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer nach der Erfindung ausgebildeten Vorrichtung, und

Fig. 2 eine Draufsicht der Vorrichtung von Fig. 1.

Eine Förderstrecke 1 ist von zwei endlosen Bändern 2 gebildet, welche tangential an einen Wickel 3 herangeführt sind. Der Wickel 3 weist einen Wickelkern 4 mit seitlich vorstehenden Stummelwellen 5 auf, welche vertikal verschiebbar sowie drehbar in ortsfesten Lagern 6 gelagert sind.

Die Lager 6 können auch als reine Drehlager ausgebildet sein, wobei in diesem Falle die Förderstrecke 1 federnd gegen den Wickel 3 anliegt. Die Förderstrecke 1 ist über eine in einem (nicht dargestellten) Maschinenständer drehbar gelagerte Walze 7 geführt, die als Umlenkwalze für ein Wickelband 8 dient, welches über eine weitere frei drehbar im Maschinenständer gelagerte Umlenkwalze 9 von einer Bandvorratsrolle 10 abgezogen wird. Die Bandvorratsrolle 10 weist in der Mitte einen Bandvorratsrollenlenker 12 mit seitlichen Stummelwellen 11 auf, mit welchen sie im Maschinenständer drehbar gelagert ist. Das Wickelband 8 wird von der Bandvorratsrolle 10 über die Umlenkwalzen 9 und 7 tangential an den Wickelkern 4 bzw. den Wickel 3 herangeführt, wobei die auf der Förderstrecke 1 liegenden Papierbogen 13 bei der Umlenkwalze 7 auf das parallel zwischen den Bändern 2 verlaufende Wickelband 8 aufgebracht und mit diesem auf den Wickel 3 aufgewickelt werden. Das Wickelband 8 wird nach der Umlenkwalze 9 zwischen zwei Seitenführungen 14 hindurchgeführt, die durch drehbar auf einem Hebel 15 gelagerte Rollen gebildet sind. Der Hebel 15ist um eine mit dem Maschinenständer fest verbundene Stummelachse 16 verschwenkbar (in Fig. 2 strichpunktiert angedeutet). Für das Verschwenken des Hebels 15 ist dieser an der Unterseite mit einer Nut 17 versehen, in welche eine Exzenternocke 18 einer Exzenterscheibe 19 eingreift, welche drehfest mit einer von einem Motor 20 über ein Getriebe 21 angetriebenen und im Maschinenständer drehbar gelagerten Welle 22 verbunden ist. Das Getriebe 21 besitzt je eine mit der Welle 22 und eine mit den Wellen 5 getrieblich verbundene Abtriebswelle, wobei das Verhältnis der Umdrehungszahlen der Abtriebswelle so gewählt ist, daß auf eine Umdrehung der Wellen 5 die Welle 22 0,05 bis 5 Umdrehungen ausführt. Die Exzenternocke 18 ist durch nicht dargestellte Mittel radial auf der Exzenterscheibe 19 verstellbar, wodurch der Verschwenkwinkel 23 entsprechend verstellbar ist. Der Verschwenkwinkel 23 und das Übersetzungsverhältnis zwischen den Abtriebswellen des Getriebes 21 sind derart aufeinander abzustimmen, daß benachbarte Bandlagen im Wickel 3 höchstens um die Breite des Wickelbandes 8 gegeneinander versetzt sind. Dadurch werden die einzelnen Papierbogen 13 fest im Wickel 3 gehalten, ohne daß sich unter der vom Wickelband 8 auf die Papierbogen ausgeübten Radialkraft Knickstellen in den Papierbogen bilden können.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Lagern von Papierbogen (13), die nacheinander oder in sich gegenseitig teilweise überlappender Form auf ein Wickelband (8) gelegt und mit diesem spiralförmig auf einem Wickelkern (4) zu einem Wickel (3) aufgewickelt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftreffrichtung des Wickelbandes (8) auf den Wickelkern (4) oder den Wickel (3) kontinuierlich um eine die Wickelkernachse in der Längsmitte rechtwinklig schneidende Ebene zwischen zwei Endlagen geändert wird, um im Wickel (3) benachbarte Bandlagen seitlich gegeneinander zu versetzen.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß die Auftreffrichtung während des Aufwickelns des Wickelbandes (8) derart geändert wird, daß im Wickel (3) benachbarte Bandlagen um höchstens eine Bandbreite gegeneinander versetzt sind.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß während einer Änderung der Auftreffrichtung des Wickelbandes (8) von einer Endlage zur anderen und zurück der Wickelkern (4) um 0,2 bis 20mal gedreht wird.
  4. 4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einer Förderstrecke (1), welche auf ein Wickelband (8) hin wirkt, das auf einem drehbar gelagerten Wickelkern (4) oder einem darauf gebildeten Wickel (3) von einer Bandvorratsrolle (10) aus aufwickelbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderstrecke (1) von zwei endlosen Bändern (2) gebildet ist, welche tangential an den Wickelkern (4) oder den Wickel (3) herangeführt sind, daß das Wickelband (8) zwischen den Bändern (2) der Förderstrecke (1) auf den Wickelkern (4) oder den Wickel (3) aufläuft, daß in Längsbewegungsrichtung des Wickelbandes (8) gesehen nach der Bandvorratsrolle (10) und vor dem Auftreffen des Wickelbandes (8) auf den Wickelkern (4) oder den Wickel (3) zu gegenüberliegenden Bandseiten je eine Seitenführung (14) angeordnet ist, daß die Seitenführungen (14) gemeinsam quer zur Längsbewegungsrichtung des Wickelbandes (8) nach beiden Bandseiten hin- und herverschiebbar gelagert und in Abhängigkeit von der Drehzahl des Wickelkerns (4) oder des Wickels (3) zu ihrer Hin- und Herverschiebung antreibbar sind.






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