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Dokumentenidentifikation DE4006388C2 22.12.1994
Titel Fotografisches Objektiv mit einer eingebauten Gegenlichtblende
Anmelder Leica Camera GmbH, 35606 Solms, DE
Erfinder Crema, Rolf, 6332 Ehringshausen, DE
DE-Anmeldedatum 01.03.1990
DE-Aktenzeichen 4006388
Offenlegungstag 05.09.1991
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.12.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.12.1994
IPC-Hauptklasse G03B 11/04
IPC-Nebenklasse G03B 9/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein fotografisches Objektiv mit einer eingebauten Gegenlichtblende, die aus einer Gebrauchsstellung in eine Ruhestellung axial verschiebbar und mit dem Objektiv drehfest verbunden ist.

Aus der CH-PS 2 36 399 ist eine Sonnenblende mit rechteckigem Ausschnitt für photographische Aufnahmegeräte bekannt. Diese besteht aus einem feststehenden Teil mit einem Bajonettverschluß und einem verschiebbaren Teil. Der feststehende Teil wird unabhängig vom Objektiv an der Kamera befestigt und weist Führungsstifte auf, auf welchen der verschiebbare Teil axial von einer Ruheposition in eine Arbeitsposition gleiten kann. In beiden Stellungen ist der verschiebbare Teil gegen ungewollte Verschiebung mittels Federn arretiert. In der Arbeitsstellung der Sonnenblende läßt der feststehende Teil einen seitlichen Zugang frei, so daß sich am Objektiv die Blende und Entfernung einstellen lassen. Diese bekannte Sonnenblende ist verhältnismäßig sperrig. Zum Anbringen von Filtern, die in das frontseitige Gewinde am Zubehörträger des Objektivs eingeschraubt werden, muß die Sonnenblende vom Objektiv abgenommen werden.

Aus der CH-PS 4 46 877 ist eine Gegenlichtblende für fotografische Objektive insbesondere kurzer Brennweite bekannt, die aus einem Satz von gegeneinander auswechselbaren Masken mit rechteckigem Querschnitt gebildet ist. Die einzelnen Masken sind mittels mehrerer unter Federdruck stehender Kugeln mit einem Trägerring verbindbar, der in das frontseitige Gewinde des Zubehörträgers für das Objektiv eingeschraubt ist. Jede Maske ist mit einem Griffelement versehen, um die Maske für das Hoch- bzw. Querformat zu verdrehen. Die Gegenlichtblende wird unmittelbar vor dem Objektiv angeordnet, um die für den Bildaufbau nicht benötigten Kreissegmente des Ojektivs abzudecken. Ein Anbringen von Filtern oder sonstigen Vorsätzen am Objektiv ist bei der Verwendung dieser Gegenlichtblende nicht möglich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein fotografisches Objektiv mit einer eingebauten Gegenlichtblende der eingangs genannten Art anzugeben, die bei kompakten Ausmaßen jederzeit durch Ausziehen einsetzbar und dabei mit dem Objektiv unverlierbar verbunden ist, eine Verwendung von Zubehör wie Filtern problemlos ermöglicht und außerdem Falschlicht zuverlässig ausblendet.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Das erfindungsgemäße fotografische Objektiv mit eingebauter Gegenlichtblende ist insbesondere für kurze Brennweiten, beispielsweise von 21 bis 50 mm geeignet. Bekannte Gegenlichtblenden für derartige Objektive sind voluminös und sperrig und erforderten Ankopplungsstellen oder Ver- und Entriegelungsteile. Die erfindungsgemäße Gegenlichtblende ist von kurzer, kompakter Bauart und beeinträchtigt in ihrer im Objektiv versenkten Ruhestellung das Einschrauben von Zubehör wie Filtern in das Gewinde des Zubehörträgers oder das Aufsetzen eines Objektivdeckels nicht. Bei am Objektiv angesetzten Filtern kann die erfindungsgemäße Gegenlichtblende ohne Behinderung ausgezogen und damit in Arbeitsstellung gebracht werden.

Aufgrund der kurzen Bauweise kann Falschlicht hauptsächlich durch den oberen und unteren Kreisbogen der Frontfläche der Gegenlichtblende ins Objektiv fallen. Damit dies zuverlässig ausgeschlossen wird, ist zusätzlich eine Formatblende als Bestandteil des Objektivs vorgesehen, die gerade noch die Randstrahlen für die einzelnen Bildhöhen durchläßt. Es versteht sich, daß die geometrische Form dieser Formatblende rechnerisch für das jeweilige Objektiv festzulegen ist. Die Formatblende selbst kann als undurchsichtige Schicht beispielsweise auf die Frontlinse gedruckt, aufgedampft oder als dünne, reflexfreie Metall- oder Kunststoffolie aufgebracht werden. Eine weitere Blende gleicher Bauart kann im hinteren Bereich des optischen Systems des Objektivs vorgesehen sein, um Fehllicht innerhalb des Objektivs oder im Kamerainnenraum auszuschalten.

Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der nachfolgenden Beschreibung eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels ersichtlich, wobei alle zum Verständnis der Erfindung nicht notwendigen Teile der Übersichtlichkeit wegen weggelassen oder nicht bezeichnet sind.

Es zeigen:

Fig. 1 einen Teil eines fotografischen Objektivs in geschnittener Seitenansicht mit einer erfindungsgemäßen Gegenlichtblende in eingeschobener Ruhestellung,

Fig. 2 eine Gegenlichtblende gemäß der Erfindung in perspektivischer Ansicht und

Fig. 3 einen Ausschnitt des Objektivs gem. Fig. 1 mit der in ausgezogener Gebrauchsstellung befindlichen Gegenlichtblende.

Ein in Fig. 1 ausschnitthaft dargestelltes fotografisches Objektiv 10 weist mehrere Linsenfassungen 11, 12, 13 sowie eine Hauptfassung 14 und einen Lamellenführungsring 15 auf. Letzterer ist mit einem Blendenring 16 über einen Mitnehmerring 17 durch eine hier nicht gezeigte Schraube verbunden. Das Objektiv ist mit einem Zubehörträger 18 versehen, in dessen Gewinde optisches Zubehör wie Filter, Weichzeichner oder dergleichen einschraubbar ist. Zwischen dem Zubehörträger 18 und dem Blendenring 16 sowie dem damit verbundenen Mitnehmerring 17 ist ein Schlitz 19 gebildet, der einen zylindrischen Tubus 20 einer Gegenlichtblende 21 aufnimmt, wenn diese ihre Ruhestellung gem. Fig. 1 einnimmt. Die einstückige Gegenlichtblende 21 ist mittels einer am Zubehörträger 18 angeordneten Geradführung 22 gegen Verdrehen gesichert und in dem Schlitz 19 axial verschiebbar. Ein Herausziehen der Gegenlichtblende 21 wird durch einen Absatz 23 am Zubehörträger 18 und einen Vorsprung 24 innerhalb der Gegenlichtblende 21 verhindert. Der Mitnehmerring 17 bildet den Anschlag für die Gegenlichtblende 21 beim Einschieben derselben in die Ruhestellung. Es ist zu erkennen, daß in dieser Position der Frontbereich 25 der Gegenlichtblende 21 mit der Vorderkante des Zubehörträgers 18 praktisch bündig abschließt. Das Gewinde desselben ist damit für das Anbringen von Filtern frei zugänglich.

Die Formgebung der Gegenlichtblende 21 geht aus Fig. 2 hervor. An einem Vorderabschnitt 26 schließt sich der zylinderförmige Tubus 20 an. Der Frontbereich 25 selbst weist einander gegenüberliegend je zwei längere und kürzere Kreisbögen 27, 27&min;auf, an die sich jeweils im wesentlichen radial gerichtete Ausnehmungen 28 anschließen. Diese Kurvenverläufe bestimmen die annähernd rechteckförmige Öffnung des Frontbereichs 25 der Gegenlichtblende 21.

Aufgrund der kompakten und insbesondere in axialer Richtung kurzen Bauweise der Gegenlichtblende 21 kann Falschlicht hauptsächlich durch die längeren Kreisbögen 27 in das Objektiv 10 gelangen. Um dies zu verhindern, ist dasselbe mit einer Formatblende 29 versehen. Im vorliegenden Fall wird diese von einem Abschlußring 30 des Objektivs 10 getragen und liegt unmittelbar vor dessen Vorderlinse. Die Formatblende 29 kann aus einer selbsttragenden, geschwärzten Metall- oder Kunststoffolie gebildet sein und weist gleichfalls eine annähernd rechteckförmige Öffnung auf. In manchen Fällen kann es aus fertigungstechnischen Gründen einfacher sein, die Formatblende unmittelbar als lichtundurchlässigen Belag auf die Vorderlinse aufzudrucken oder aufzudampfen. Eine weitere, hier nicht gezeigte Formatblende gleicher Bauart kann im kameraseitigen Teil des Objektivs, beispielsweise hinter der letzten Linse, vorgesehen sein, um Reflexionen innerhalb des Kamerainnenraumes zu beseitigen.

Fig. 3 zeigt einen Ausschnitt des Objektivs 10 gem. Fig. 1, weswegen für gleiche Bauteile die gleichen Bezugszeichen verwendet wurden. Im Unterschied zu Fig. 1 befindet sich hier die Gegenlichtblende 21 in Arbeitsstellung, also in ausgezogener Position. Es ist deutlich zu sehen, daß der axiale Auszug durch den Absatz 23 am Zubehörträger 18 und den Vorsprung 24 der Gegenlichtblende 21 begrenzt wird.

Bezugszeichenliste

10 Objektiv

11, 12, 13 Linsenfassungen

14 Hauptfassung

15 Lamellenführungsring

16 Blendenring

17 Mitnehmerring

18 Zubehörträger

19 Schlitz

20 Tubus

21 Gegenlichtblende

22 Geradführung

23 Absatz

24 Vorsprung

25 Frontbereich

26 Vorderabschnitt

27, 27&min; Kreisbögen

28 Ausnehmung

29 Formatblende

30 Abschlußring


Anspruch[de]
  1. 1. Fotografisches Objektiv mit einer eingebauten Gegenlichtblende, die aus einer Gebrauchsstellung in eine Ruhestellung axial verschiebbar und mit dem Objektiv drehfest verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenlichtblende (21) einteilig ausgebildet ist, mit einem Frontbereich (25), der einander gegenüberliegend je zwei längere und kürzere Kreisbögen (27, 27&min;) aufweist, zwischen denen radial gerichtete Ausnehmungen (28) vorgesehen sind, und mit einem daran anschließenden zylindrischen Tubus (20), der mittels einer an einem Zubehörträger (18) des Objektivs (10) angeordneten Geradführung (22) gegen Verdrehung und mittels des Zubehörträgers (18) gegen Herausziehen gesichert sowie innerhalb des Objektivs (10) soweit versenkbar ist, daß der Frontbereich (25) in Ruhestellung mit der Vorderkante des Zubehörträgers (18) bündig abschließt, und daß zusätzlich wenigstens eine Formatblende (29) als Bestandteil des Objektivs (19) vorgesehen ist.
  2. 2. Fotografisches Objektiv nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Krümmungen der Kreisbögen (27, 27&min;) zusammen mit den anschließenden Ausnehmungen (28) einen annähernd rechteckförmigen Frontbereich bilden.
  3. 3. Fotografisches Objektiv nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Formatblende (29) vor dem optischen System des Objektivs (10) angeordnet ist.
  4. 4. Fotografisches Objektiv nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Formatblende (29) im optischen System des Objektivs (10) angeordnet ist.
  5. 5. Fotografisches Objektiv nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Formatblende (29) hinter dem optischen System des Objektivs (10) angeordnet ist.
  6. 7. Fotografisches Objektiv nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Formatblende (29) aus einer aufgedruckten oder aufgedampften Schicht, einer aufgeklebten Kunststoffolie oder einer selbsttragenden geschwärzten Metallfolie gebildet ist.






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