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Dokumentenidentifikation DE4013464C2 05.01.1995
Titel Gummieren der Druckform einer Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Rodi, Anton, 6906 Leimen, DE;
Beisel, Hermann, 6909 Walldorf, DE;
Müller, Bernd, 6907 Nußloch, DE
DE-Anmeldedatum 27.04.1990
DE-Aktenzeichen 4013464
Offenlegungstag 31.10.1991
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.01.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.01.1995
IPC-Hauptklasse B41F 7/24
IPC-Nebenklasse B05C 1/08   B05D 1/28   B41N 3/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Gummieren einer Druckform einer ein Farb- und ein Feuchtwerk aufweisenden Druckmaschine.

Wenn ein Druckvorgang beendet wird (z. B. Abstellen einer Offset-Druckmaschine über Nacht), so ist es zweckmäßig, die Druckplatte vor Umwelteinflüssen, die z. B. Korrosion verursachen können, zu schützen. Hierzu wird ein sogenanntes Gummierungsmittel eingesetzt, das z. B. Gummiarabikum enthält. Das Gummierungsmittel wird vom Drucker auf die Druckplatte aufgetragen, wodurch sich eine Schutzschicht bildet, die bei der Wiederaufnahme des Druckvorgangs vom Drucker wieder zu entfernen ist. Das bisherige Vorgehen ist zeitaufwendig und - in bezug auf das Entfernen der Schutzschicht aufgrund der einzusetzenden chemischen Mittel - gegebenenfalls nur in Verbindung mit Schutzmaßnahmen durchführbar.

Aus der CH 110 499 ist zwar prinzipiell eine Vorrichtung zum Auftragen einer Gummierung bekannt. Weiterhin zeigt die DE 36 41 213 A1 eine Feuchtauftragwalze, mit der sowohl Feuchtmittel als auch andere Flüssigkeiten übertragen werden können. Ein auf rationelle und gesundheitlich unbedenkliche Weise durchführbares Gummieren einer Druckform einer ein Farb- und ein Feuchtwerk aufweisenden Druckmaschine wird in diesen Druckschriften jedoch nicht angesprochen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, bei der auf rationelle und gesundheitlich unbedenkliche Weise ein Gummieren der Druckform durchführbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 und des Anspruchs 3 gelöst. Das Aufbringen der Gummierung erfolgt also nicht mehr manuell, sondern wird automatisch mittels des Feuchtwerks, insbesondere der Feuchtauftragwalze, in der Druckmaschine vorgenommen. Ein Ausbau der zu konservierenden Druckform, insbesondere Druckplatte (Aluminiumplatte), aus der Offset-Druckmaschine ist daher nicht erforderlich. Die im "Normalbetrieb" (z. B. Fortdruckzustand) ein Feuchtmittel zur Druckform liefernde Feuchtauftragwalze übernimmt daher erfindungsgemäß eine Doppelfunktion, indem sie während des Gummierungsvorgangs die Gummierungsflüssigkeit auf die Druckform überträgt. Hierbei fördert die Gummierungs-Tauchwalze die Gummierungsflüssigkeit aus einer Wanne und überträgt einen Gummierungsfilm auf die Feuchtauftragwalze, die wiederum die Übertragung auf die Druckform vornimmt.

Es ist bekannt, das Feuchtwerk von Offset-Druckmaschinen mit einer Reibwalze zu versehen, die maschinenangetrieben ist und mit der Feuchtauftragwalze zusammenwirkt. Die Feuchtauftragwalze erhält über die Reibwalze ein zusätzliches Antriebsmoment, so daß Schlupffreiheit zur Druckform besteht. Bei der Druckform handelt es sich vorzugsweise um die bereits erwähnte Druckplatte, die auf einen Plattenzylinder der Offset-Druckmaschine aufgespannt ist. Die erwähnte Reibwalze wird zur Übertragung des Gummierungsmittels zur Feuchtauftragwalze verwendet, indem diese ein Bindeglied zwischen der Gummierungs-Tauchwalze und der Feuchtauftragwalze bildet.

Alternativ zur Lösung gemäß Anspruch 1 ist es jedoch auch möglich, eine Sprühvorrichtung zu verwenden, die die Feuchtauftragwalze und/oder die Reibwalze mit Gummierungsflüssigkeit versorgt. Das heißt, die Gummierungsflüssigkeit wird auf die Mantelfläche der Feuchtauftragwalze und/oder der Reibwalze aufgesprüht.

Um einerseits das Einmischen von zu viel Feuchtmittel in die Gummierungsflüssigkeit zu verhindern und andererseits nur möglichst wenig oder kein Gummierungsmittel einer Feuchtmittelliefereinrichtung zuzuführen, ist vorgesehen, daß während des Gummierungsvorgangs die Verbindung zwischen der Feuchtauftragwalze und einer Feuchtmittelliefereinrichtung auf eine möglichst kleine Feuchtmittelfördermenge eingestellt wird.

Zur Entfernung der Gummierung von der Druckform ist es möglich, einen in der Druckmaschine erfolgenden Waschvorgang durchzuführen. Bei diesem Waschvorgang nimmt die Feuchtauftragwalze ihre Anlagestellung zum Plattenzylinder ein, so daß beim Abwaschen der auf den Plattenzylinder aufgespannten Druckform die Waschflüssigkeit auch zur Feuchtauftragwalze gelangt und die dort vorhandene Gummierungsreste ebenfalls entfernt werden. Insbesondere erfolgt bei diesem Waschvorgang eine Trennung zur Feuchtmittelliefereinrichtung, das heißt, die Waschflüssigkeit gelangt nicht in das Feuchtmittelreservoir der Druckmaschine. Bei diesem Waschvorgang kann ferner zur Reinigung einer dem Feuchtwerk angehörenden Reibwalze diese in ihre Anlagestellung zur Feuchtauftragwalze verlagert werden, so daß sowohl die Druckform und die Feuchtauftragwalze als auch die Reibwalze von der Gummierung bzw. von Gummierungsresten befreit werden.

Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und zwar zeigt:

Fig. 1 die Walzenanordnung eines Feuchtwerks einer Offset-Druckmaschine in schematischer Darstellung,

Fig. 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Walzenanordnung,

Fig. 3 die Walzenanordnung der Fig. 1 mit abgekoppelter Feuchtmittelliefereinrichtung und

Fig. 4 die Walzenanordnung des Ausführungsbeispiels der Fig. 1 in Waschstellung.

Die Fig. 1 zeigt einen Teil der Walzen einer Offset-Druckmaschine in schematischer Darstellung. Wesentliche Komponenten der Offset-Druckmaschine, wie zum Beispiel das Farbwerk, der Gummituchzylinder und der Druckzylinder sind - der Einfachheit halber - nicht dargestellt. Aus Fig. 1 geht ein Feuchtwerk 1 mit einer Feuchtmittelliefereinrichtung 2 hervor, die eine mit Feuchtmittel 3 gefüllte Feuchtmittelwanne 4 aufweist. Eine mit Antrieb versehene Feuchtmittel-Tauchwalze 5 taucht mit einem Abschnitt ihrer Mantelfläche in das Feuchtmittel 3 ein.

Das Feuchtwerk 1 weist ferner eine Dosierwalze 6 auf, die über ein Zahnradgetriebe mit der Feuchtmittel-Tauchwalze 5 gekuppelt ist. Mit der Dosierwalze 6 wirkt eine Feuchtauftragwalze 7 zusammen, die in Anlagestellung in Kontakt mit einer Druckform 8 tritt. Die Druckform 8 ist vorzugsweise als auf einem Plattenzylinder 9 aufgespannte Druckplatte (nicht dargestellt) ausgebildet.

Ferner ist eine angetriebene Reibwalze 10 vorgesehen, die mit der Feuchtauftragwalze 7 zusammenwirkt.

Im Fortdruckbetrieb der Offset-Druckmaschine wird das Feuchtmittel 3 von der Feuchtmittel-Tauchwalze 5 als dünner Feuchtfilm zur Dosierwalze 6 übertragen und gelangt von dort über die Feuchtauftragwalze 7 zur Druckform 8. Die Dosierung des Feuchtmittels erfolgt einerseits durch Variation der Pressung und andererseits durch Variation des Schlupfes zwischen der Dosierwalze 6 und der Feuchtauftragwalze 7. Die Reibwalze 10 hat die Aufgabe, Feuchtmittelpartikel (insbesondere Wasser) in die auf der Feuchtauftragwalze 7 befindliche Farbe eines (nicht dargestellten) Farbwerks einzuarbeiten. Diese Farbe stammt einerseits von der Druckform 8 und gegebenenfalls andererseits von einer Zwischenwalze, die in Anlagestellung zu einer Farbwerkwalze und zur Feuchtauftragwalze 7 steht und insoweit ein Verbindungsglied zwischen dem Feuchtwerk 1 und dem Farbwerk bildet (nicht dargestellt).

Erfindungsgemäß ist eine Gummierungsvorrichtung 11 vorgesehen, die eine Gummierungs-Tauchwalze 12 aufweist, welche in eine mit Gummierungsflüssigkeit 13 gefüllte Wanne 14 eintaucht.

In der Fig. 1 nimmt die Walzenanordnung eine Stellung ein, in der auf die Druckform 8 eine Gummierung aufgebracht wird. Von der angetriebenen Gummierungs-Tauchwalze 12 gefördertes Gummierungsmittel 13 wird auf die Reibwalze 10 und von dort auf die Feuchtauftragwalze 7 übertragen und gelangt dann auf die Druckplatte. Mithin werden dem Feuchtwerk 1 angehörende Walzen, nämlich die Feuchtauftragwalze 7 und die Reibwalze 10 erfindungsgemäß für einen anderen, weiteren Zweck, nämlich das Gummieren der Druckform 8 verwendet. Es ist daher möglich, die Gummierung automatisch aufzutragen. Die Gummierung bildet eine Schutzschicht, die eine Korrosion usw. der Druckplatte verhindert.

Um sicherzustellen, daß während des Aufbringens der Gummierung möglichst wenig Feuchtmittel 3 zur Feuchtauftragwalze 7 übertragen wird, so daß keine Verwässerung der Gummierungsflüssigkeit 13 erfolgt und überdies zu gewährleisten, daß nur vernachlässigbare Gummierungsflüssigkeitsmengen zur Feuchtmittelliefereinrichtung 2 übertragen werden, wird die Feuchtmittel-Tauchwalze 5 und damit auch die Dosierwalze 6 auf eine sehr geringe Drehzahl eingestellt. Ferner wird - zur Erzielung oder Verstärkung des gleichen Effekts - die Drehzahl der Dosierwalze 6mittels eines (nicht dargestellten) Feuchtwerkantriebs derart eingestellt, daß ein möglichst geringer Schlupf zwischen der Feuchtauftragwalze 7 und der Dosierwalze 6 besteht.

Die Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel, das sich gegenüber dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 darin unterscheidet, daß die Gummierungseinrichtung 11 als Sprühvorrichtung 15 ausgebildet ist, die Gummierungsflüssigkeit auf die Feuchtauftragwalze 7 aufsprüht. Von dort wird dann die Gummierungsflüssigkeit 13 auf die Druckform 8 übertragen. Alternativ ist es auch möglich, daß die Sprüheinrichtung 15 eine Position einnimmt, in der ihr Sprühstrahl auf die Reibwalze 10 trifft, der die Gummierungsflüssigkeit zur Feuchtauftragwalze 7 überträgt. Auch beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 werden Drehzahl und Schlupf der Dosierwalze 6 - wie vorstehend erwähnt - zur Vermeidung eines Verwässern der Gummierungsflüssigkeit in entsprechender Weise eingestellt.

Alternativ zum Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist es jedoch auch möglich, mittels einer (nicht dargestellten) Trenneinrichtung die Dosierwalze 6 von der Feuchtauftragwalze 7 abzustellen, so daß im Gummierungsbetrieb keine Gummierungsflüssigkeit in die Feuchtmittelliefereinrichtung 2 beziehungsweise Feuchtmittel 3 in die Gummierungsflüssigkeit 13 eintreten kann.

Die Abstandsstellung zwischen Feuchtauftragwalze 7 und Dosierwalze 6 ist selbstverständlich auch beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 realisierbar um auch dort die gewünschten Effekte zu erzielen.

Soll die Gummierung wieder von der Druckform 8 entfernt werden, so wird diese mittels einer (nicht dargestellten) Waschvorrichtung gewaschen. Bei diesem Waschvorgang ist - gemäß Fig. 4 - vorgesehen, daß die Feuchtauftragwalze 7 ihre Anlagestellung an den Plattenzylinder 9 einnimmt. Hierdurch gelangt die Waschflüssigkeit ebenfalls zur Feuchtauftragwalze 7 und von dort auch zur Reibwalze 10 (sofern dieser vorhanden ist). Um zu verhindern, daß die Waschflüssigkeit zur Feuchtmittelliefereinrichtung 2 und/oder zur Gummierungsvorrichtung 11 gelangt, wird mit der Trenneinrichtung eine Abstandsstellung zwischen der Feuchtauftragwalze 7 und der Dosierwalze 8 herbeigeführt sowie die Gummierungsvorrichtung 11 derart verlagert, daß die Reibwalze 10 keinen Kontakt mehr zur Gummierungs-Tauchwalze 12 hat. In der beschriebenen Stellung der Walzenanordnung wird daher nicht nur die Druckform 8 gewaschen, sondern es wird auch die Feuchtauftragwalze 7 und die Reibwalze 10 von Gummierungsresten befreit. In gleicher Weise läßt sich nach einem Druckvorgang auch die Farbe von der Feuchtwalze abwaschen.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Gummieren einer Druckform einer ein Farb- und ein Feuchtwerk aufweisenden Druckmaschine,
    1. - mit einer mit der Druckform (8) zusammenwirkenden Feuchtauftragwalze (7) zum Übertragen von sowohl Feuchtmittel (3) als auch Gummierungsflüssigkeit (13) auf die Druckform (8),
    2. - mit einer Steuereinrichtung zur Verlagerung der Feuchtauftragwalze (7) in eine Anlage- oder Abstandsstellung zur Druckform (8),
    3. - mit einer der Feuchtauftragwalze (7) zugeordneten separaten Feuchtmittelliefereinrichtung (2) und
    4. - mit einer der Feuchtauftragwalze (7) zugeordneten, in eine Wanne (14) für Gummierungsflüssigkeit (13) eintauchenden Gummierungs-Tauchwalze (12).
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, mit einer zwischen der Gummierungs-Tauchwalze (12) und der Feuchtauftragwalze (7) angeordneten Reibwalze (10) des Feuchtwerks (1).
  3. 3. Vorrichtung zum Gummieren einer Druckform einer ein Farb- und ein Feuchtwerk aufweisenden Druckmaschine,
    1. - mit einer mit der Druckform (8) zusammenwirkenden Feuchtauftragwalze (7) zum Übertragen von sowohl Feuchtmittel (3) als auch Gummierungsflüssigkeit (13) auf die Druckform (8),
    2. - mit einer Steuereinrichtung zur Verlagerung der Feuchtauftragwalze (7) in eine Anlage- oder Abstandsstellung zur Druckform (8),
    3. - mit einer der Feuchtauftragwalze (7) zugeordneten separaten Feuchtmittelliefereinrichtung (2) und
    4. -mit einer die Feuchtauftragwalze (7) und/oder eine der Feuchtauftragwalze (7) zugeordnete Reibwalze (10) des Feuchtwerks (1) direkt mit Gummierungsflüssigkeit versorgenden Sprüheinrichtung.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der während des Gummierungsvorgangs die Verbindung zwischen der Feuchtauftragwalze (7) und der Feuchtmittelliefereinrichtung (2) auf eine möglichst kleine Feuchtmittelfördermenge eingestellt wird.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der bei einem Waschvorgang einer als Druckform (8) auf einem Plattenzylinder (9) aufgespannten, gummierten Druckplatte die Feuchtauftragwalze (7) ihre Anlagestellung zum Plattenzylinder (9) einnimmt und eine Trennung zur Feuchtmittelliefereinrichtung (2) erfolgt.






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