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Dokumentenidentifikation DE4323577A1 19.01.1995
Titel Vorrichtung zum Spritzblasformen
Anmelder SysTec Engineering Knauer GmbH & Co KG, 72574 Bad Urach, DE
Erfinder Döbler, Walter, 72574 Bad Urach, DE
Vertreter Grünecker, A., Dipl.-Ing.; Kinkeldey, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Stockmair, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Ae.E. Cal Tech; Schumann, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Jakob, P., Dipl.-Ing.; Bezold, G., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Meister, W., Dipl.-Ing.; Hilgers, H., Dipl.-Ing.; Meyer-Plath, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Ehnold, A., Dipl.-Ing.; Schuster, T., Dipl.-Phys.; Goldbach, K., Dipl.-Ing.Dr.-Ing.; Aufenanger, M., Dipl.-Ing.; Klitzsch, G., Dipl.-Ing.; Vogelsang-Wenke, H., Dipl.-Chem. Dipl.-Biol.Univ. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 14.07.1993
DE-Aktenzeichen 4323577
Offenlegungstag 19.01.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.01.1995
IPC-Hauptklasse B29C 49/06
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Spritzblasformen mit einer Spritzgußmaschine und einem Formwerkzeug, das eine Spritzgießstation mit einer Matrize und einer Patrize zum Erzeugen mindestens eines Vorformlings und einer Blasformstation mit einer mit mindestens einem Formnest versehenen Blasmatrize und einem einer Öffnung des Formnests zugeordneten Blasmundstück zum Herstellen eines Blasformkörpers aufweist. Die Blasmatrize ist dabei einer beweglichen Schließplatte zugeordnet, und das Formnest ist parallel zur Öffnungsrichtung des Formwerkzeugs geteilt. Im geschlossenen Zustand des Formwerkzeugs wird die Öffnung des Formnests von dem Blasmundstück verschlossen. Währenddessen ist die Rückseite der Blasmatrize an der beweglichen Schließplatte abgestützt. Im geöffneten Zustand des Formwerkzeugs sind die Formhälften des Formnests zur Entnahme des Blasformkörpers auseinandergefahren. Durch die vorliegende Erfindung soll der Platzbedarf einer solchen Vorrichtung bei gleichbleibendem Austragsvolumen gesenkt werden. Deshalb ist die Rückseite der beweglichen Schließplatte frei von Einbauten. Weiterhin ist in der beweglichen Schließplatte mindestens ein sich längs zur Achsrichtung des Formnests erstreckender Durchbruch angeordnet, der eine lichte Weite aufweist, die größer ist als der Abstand zwischen den geöffneten Formhälften des Formnests und der Breite des Blasformkörpers, so daß der Blasformkörper in geöffnetem Zustand der Formhälften von der Rückseite der ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Spritzblasformen mit einer Spritzgußmaschine und einem bündig zwischen einer Schließplatte und einer Einspritzeinheit der Spritzgußmaschine angeordneten Formwerkzeug, das eine Spritzgießstation mit einer Matrize und einer Patrize zum Erzeugen mindestens eines Vorformlings und eine Blasformstation zum Herstellen eines Blasformkörpers mit einer mit mindestens einem Formnest versehenen Blasmatrize und einem zugeordneten Blasmundstück aufweist, wobei die Blasmatrize zur beweglichen Schließplatte weist, und das Formnest parallel zur Öffnungsrichtung des Formwerkzeugs geteilt ist, wobei ferner das Blasmundstück im geschlossenen Zustand des Formwerkzeugs von Formhälften des Formnests umschlossen ist, während die dem Blasmundstück gegenüberliegende Rückseite der Blasmatrize an der beweglichen Schließplatte abgestützt ist, und im geöffneten Zustand des Formwerkzeugs die Formhälften des Formnests zur Entnahme des Blasformkörpers auseinandergefahren sind.

Eine solche Vorrichtung ist aus der DE 38 11 465 bekannt. Diese Druckschrift zeigt insbesondere ein Spritz-Blaswerkzeug für Kunststoff-Spritzgußmaschinen, mit dem sich pro Arbeitstakt mehrere Werkstücke vorgießen und gleichzeitig eine gleiche Zahl vorgegossener Werkstücke fertigblasen lassen. Hierzu ist die Formkerne aufweisende Patrize drehbar um eine Achse in jeweils 90°-Schritten drehbar gelagert. Die Formkerne auf der Patrize sind so ausgestaltet, daß sie in die Formnester der Gußmatrize und der Blasmatrize einführbar sind. Die Drehbewegung der Patrize ist mechanisch mit der Öffnungs- und Schließvorrichtung für die Schließplatte gekoppelt. Ein fertig gegossener Formkörper verbleibt beim Öffnen des Formwerkzeugs auf dem Formkern der Patrize. Durch das Öffnen und Schließen des Formwerkzeugs dreht sich die Patrize um zweimal 90° weiter, wodurch der Formkern mit dem aufgesetzten Vorformling nunmehr in das Formnest der Blasmatrize eingreift. Das Formnest der Blasmatrize wird aus zwei Formhälften gebildet, die diametral auseinander- und zusammenfahrbar sind. Während nun der Vorformling mittels Blasluft zu einem Blasformkörper geblasen wird, wird auf der gegenüberliegenden Seite der Patrize ein neuer Vorformling gegossen. Anschließend öffnet das Formwerkzeug, wodurch sich die Patrize abermals um 90° dreht. In dieser Stellung wird dann der fertig geblasene Formkörper seitlich aus dem Formwerkzeug entnommen. Obwohl sich diese bekannte Vorrichtung in der Praxis recht gut bewährt hat, hat sich gezeigt, daß insbesondere bei der Verwendung mehrerer solcher Maschinen in einer Produktionshalle der Platzbedarf zum Aufstellen dieser Maschinen einen entscheidenden Kostenfaktor darstellt.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Spritzblasformen bereitzustellen, die bei gleichbleibendem Produktionsvolumen einen geringeren Platzbedarf aufweist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Rückseite der beweglichen Schließplatte frei von Einbauten ist und in der beweglichen Schließplatte mindestens ein sich längs zur Achsrichtung des Formnests erstreckender Durchbruch angeordnet ist, der eine lichte Weite aufweist, die größer ist als der Abstand zwischen den geöffneten Formhälften des Formnests und der Breite des Blasformkörpers, so daß der Blasformkörper im geöffneten Zustand der Formhälften von der Rückseite der Schließplatte durch den Durchbruch entnehmbar ist. Die Entnahme des Blasformkörpers an der Rückseite der Schließplatte ermöglicht es nunmehr, daß mehrere solcher Vorrichtungen unmittelbar nebeneinander aufgestellt werden können. Ein Zwischenraum zwischen den einzelnen Vorrichtungen ist durch die vorgeschlagene Entnahme von der Rückseite der Schließplatte erheblich verringert. Die Anzahl der hergestellten Blasformkörper pro benötigter Vorrichtungsnutzfläche wird somit erheblich gesteigert.

Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform kann eine Steuereinheit zum Steuern der Blasluft vorgesehen sein, so daß nach dem Öffnen des Formwerkzeugs aus dem der Blasmatrize zugeordneten Blasmundstück oder aus Öffnungen der Blasmatrize selbst im wesentlichen in Achsrichtung des Formnests zumindest zeitweise Blasluft ausströmt, wodurch der Blasformkörper durch den Durchbruch ausgebracht wird. Eine so ausgestaltete Entnahmevorrichtung kann mit relativ minimalem Aufwand realisiert werden.

In günstiger Weise kann der Rückseite der Schließplatte auch eine zumindest nach dem Öffnen des Formwerkzeugs mit dem Durchbruch in Verbindung stehende Absauganlage zugeordnet sein, die den Blasformkörper durch den Durchbruch absaugt. Durch eine solche Absauganlage kann der Blasformkörper nicht nur durch den Durchbruch abgesaugt, sondern auch zur Weiterverarbeitung oder Lagerung weitergefördert werden.

Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, daß der Rückseite der Schließplatte eine zumindest nach dem Öffnen des Formwerkzeugs in den Durchbruch eingreifende Entnahmevorrichtung zugeordnet sein kann, die den Blasformkörper durch den Durchbruch entnimmt. Eingreifende Entnahmevorrichtungen lassen ein ziemlich genaues Handhaben der Blasformkörper zu, wobei der Blasformkörper durch eine von der Entnahmeeinrichtung umfaßte Stapeleinrichtung gestapelt abgesetzt werden kann.

In vorteilhafter Weise kann hierfür der Rückseite der Schließplatte ein Aufnahmebehälter zugeordnet sein, der die durch den Durchbruch entnommenen Blasformkörper aufnimmt.

Günstig ist auch eine Ausgestaltung, in der die Patrize um eine senkrechte Achse drehbar angeordnet ist und einen Formkern zum Eingreifen in ein Gießformnest der Matrize aufweist, und daß der Formkern als Blasmundstück ausgebildet ist, wobei durch ein Drehen der Patrize um 180° um die senkrechte Achse während des Öffnens des Formwerkzeugs der Formkern in Achsrichtung des Formnests der Blasmatrize ausgerichtet ist. Durch diese Konstruktion wird die Patrize gleichzeitig von der Spritzgießstation und der Blasformstation verwendet. Der Weitertransport des Vorformlings zur Blasmatrize erfolgt dann lediglich durch Drehen der Patrize. Vorteilhaft ist es hierbei, wenn die Patrize auf der Vorder- und Rückseite mindestens einen als Blasmundstück ausgebildeten Formkern aufweist. Ein gleichzeitiges Spritzgießen und Formblasen während eines Arbeitszyklus ist durch eine solche Ausgestaltung nunmehr möglich.

Bevorzugt kann hierbei auch die Drehbewegung der Patrize beim Öffnen des Formwerkzeugs durch das Verschieben der beweglichen Schließplatte zwangsgesteuert sein. Durch eine solche Zwangssteuerung ist nur noch ein gemeinsamer Antrieb für das Öffnen und Schließen des Formwerkzeugs und die Drehbewegung der Patrize nötig.

In einer weiteren Ausführungsform kann das Formnest quer zur Öffnungsrichtung des Formwerkzeugs in zwei hintere Formhälften und zwei separat zu den hinteren Formhälften verfahrbare vordere Formhälften geteilt sein, daß diese in einer ersten Stufe bei geöffnetem Zustand der hinteren Formhälften nach dem Spritz-/Blasvorgang geschlossen sind und zumindest einen vorderen Bereich des Blasformkörpers in Position halten und in einer zweiten Stufe nach Ergreifen eines hinteren Bereichs des Blasformkörpers durch die Absauganlage und/oder die Entnahmevorrichtung geöffnet sind. Der Blasformkörper wird bei dieser Ausführungsform besonders sicher bis zu seinem Ergreifen durch die Absauganlage und/oder Entnahmevorrichtung in Position gehalten.

Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit geschlossenem Formwerkzeug in einer schematischen, teilweise geschnittenen Darstellung,

Fig. 2 die Vorrichtung aus Fig. 1 in einer geöffneten Stellung des Formwerkzeugs,

Fig. 3 einen Ausschnitt der Schließplatte und Blasmatrize in geöffnetem Zustand,

Fig. 4 eine zweite Variante einer Blasmatrize in geschlossenem Zustand und

Fig. 5 die Blasmatrize aus Fig. 4 während des Öffnungsvorgangs.

Wie in Fig. 1 und 2 gezeigt, umfaßt die erfindungsgemäße Vorrichtung im wesentlichen eine an sich bekannte Spritzgußmaschine 1 und ein in axialer Verlängerung der Spritzgußmaschine 1 angeordnetes Formwerkzeug 2. Das Formwerkzeug 2 weist eine Spritzgießstation 3 und eine Blasformstation 4 auf, die in Achsrichtung der Spritzgußmaschine 1 hintereinander angeordnet sind. Das Formwerkzeug 2 ist zwischen einer stationären Platte 5 und einer beweglichen Schließplatte 6 der Spritzgußmaschine 1 angeordnet. Die Schließplatte 6 wird durch einen Verstellmechanismus 7, bevorzugt Hydraulikzylinder, in und entgegen der Öffnungsrichtung A des Formwerkzeugs 2 bewegt.

Die Spritzgießstation 3 des Formwerkzeugs 2 besteht aus einer Matrize 8, die mit ihrer Rückseite an der stationären Platte 5 angeordnet ist. In der Matrize 8 sind mehrere Gießformnester 9 eingebracht. Die Blasformstation 4 weist eine Blasmatrize 10 auf, die mit ihrer Rückseite an einer vorderen Wand 11 der beweglichen Schließplatte 6 angeordnet ist. In die Blasmatrize 10 sind mehrere Formnester 12 eingebracht. Die Formnester 12 der Blasmatrize 10 werden jeweils durch mindestens zwei Formhälften 13 gebildet, die durch seitliches Verschieben entlang der Vorderseite 11 der beweglichen Schließplatte 6 geöffnet und geschlossen werden können.

Der Matrize 8 der Spritzgießstation 3 und der Blasmatrize 10 der Blasformstation 4 ist eine gemeinsame Patrize 14 zugeordnet, die dazwischenliegend angeordnet ist. Auf den beiden Hauptseiten der Patrize 14 sind Formkerne 15 abstehend angebracht, die jeweils in geschlossenem Zustand des Formwerkzeugs 2 in das jeweils zugeordnete Gießformnest 9 oder Formnest 12 eingreifen. Gegenüberliegende Gießformnester 9, Formnester 12 und entsprechende Formkerne 15 sind in einer Linie zueinander ausgerichtet und weisen die gleiche Achse auf. Ferner sind die Formkerne 15 jeweils an ihrem freien Ende mit einem Blasmundstück 16 versehen, das mit einer Luftversorgung in Verbindung steht, wobei die Blasluft durch eine nicht dargestellte Steuereinheit gesteuert wird.

Die Patrize 14 ist ferner ebenfalls durch den Verstellmechanismus 7, wenn auch mit einer anderen Übersetzung, verschiebbar und gleichzeitig drehbar um eine Drehachse 17 gelagert. Die Drehbewegung um die Drehachse 17 und die Verschiebung in und entgegen der Öffnungsrichtung A des Formwerkzeugs 2 sind miteinander zwangsgekoppelt und laufen zur gleichen Zeit ab. Selbstverständlich können in einer Spritzgußmaschine 1 auch mehrere Drehachsen 17, an die jeweils eine Patrize 14 drehbar gelagert ist, angeordnet sein.

Die Schließplatte 6 ist auf ihrer Rückseite 19 frei von Einbauten und weist sich längs zur Achsrichtung der Formnester 12 erstreckende Durchbrüche 18 auf. Diese Durchbrüche 18 erstrecken sich von der Rückwand der Formhälften 13 bis zur Rückseite 19 der Schließplatte 6. Die Durchbrüche 18 sind so bemessen, daß ihre lichte Weite größer ist als die größte Breite der Formnester 12. Weiterhin geben die geöffneten Formhälften 13 die gesamte Öffnung der Durchbrüche 18 frei.

Die Spritzgußmaschine 1 weist weiterhin eine Spritzgießeinheit 20 auf, welche die stationäre Platte 5 umfaßt und mit den Gießformnestern 9 der Matrize 8 in Verbindung steht.

Im folgenden wird die Funktions- und Wirkungsweise der vorliegenden Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.

Wie insbesondere in Fig. 1 zu sehen ist, greifen im geschlossenen Zustand des Formwerkzeugs 2 die Formkerne 15 der Patrize 14 in die Gießformnester 9 und Formnester 12 der Blasmatrize 10 ein. In der Spritzgießstation 3 wird nun durch die Spritzgießeinheit 20 eine flüssige Kunststoffmasse in die Gießformnester 9 eingespritzt. Hierdurch wird ein Vorformling 22 erzeugt. Der Formkern 15 ist so gestaltet, daß bei einem Öffnen des Formwerkzeugs 2 der Vorformling 22 auf dem Formkern 15 sitzenbleibt. Gleichzeitig wird in der Blasformstation 4 durch eine nicht dargestellte, von einer Steuereinheit gesteuerte Drucklufteinheit Blasluft zu den Blasmundstücken 16 geleitet. Der noch formbare Kunststoff wird nunmehr durch die Blasluft an die Innenwand der Formnester 12 angedrückt. Es entstehen so in einem Arbeitsvorgang jeweils Vorformlinge 22 und Blasformkörper 21.

Anschließend beginnt der Verstellmechanismus 7 mit der Öffnungsbewegung in Öffnungsrichtung A. Gleichzeitig öffnen sich die Formhälften 13 in der Blasmatrize 10, wie insbesondere in Fig. 3 zu sehen ist. Der Blasluftstrom aus dem Blasmundstück 16 oder aus Öffnungen (nicht dargestellt) in der Blasmatrize 10 bläst nunmehr die fertigen Blasformkörper 21 aus den Formnestern 12 und durch die Durchbrüche 18 hinaus. Der Luftstrom kann dabei noch vom Blasformvorgang andauernd oder erneut von der Steuereinheit angesteuert sein.

Die bewegliche Schließplatte 6 wird mit der größten Geschwindigkeit geöffnet. Dadurch entfernt sich die Patrize 14 von der Blasmatrize 10. Die Patrize 14 wird ebenfalls in Öffnungsrichtung A, wenn auch mit einer geringeren Geschwindigkeit als die bewegliche Schließplatte 6, bewegt, wodurch sie sich von der Matrize 8 entfernt. Zudem wird durch eine Zwangskopplung des Verstellmechanismus 7 mit einem nicht dargestellten Drehmechanismus eine Drehung der Patrize 14 um die Drehachse 17 eingeleitet. Die Vorformlinge 22 sitzen dabei weiterhin auf den Formkernen 15 auf, wie insbesondere in Fig. 2 zu sehen ist.

Die Drehbewegung um 180° um die senkrechte Drehachse 17 kann je nach der gewählten Zwangskopplung während des Öffnens und/oder Schließens des Formwerkzeugs 2 erfolgen. Wenn das Formwerkzeug 2 nach dem Drehen der Patrize 14 wieder durch die bewegliche Schließplatte 6 mittels des Verstellmechanismus 7 geschlossen wird, kann ein neuer Arbeitszyklus zum Erzeugen neuer Vorformlinge 22 und Blasformkörper 21 beginnen.

Die durch die Durchbrüche 18 ausgebrachten Blasformkörper 21 können mittels nicht dargestellter Sammelbehälter, Förder- oder Stapeleinrichtungen gelagert oder zur Weiterverarbeitung transportiert werden. Dadurch, daß die Entnahme der fertigen Blasformkörper 21 an der Rückseite 19 der beweglichen Schließplatte 6 erfolgt, können mehrere solcher erfindungsgemäßer Vorrichtungen direkt nebeneinander aufgestellt werden, ohne daß ein Zwischenraum zwischen den Vorrichtungen nötig ist. Bei solchen aneinandergruppierten Vorrichtungen kann die Entnahme und/oder das Weitertransportieren der fertigen Blasformkörper 21 durch eine gemeinsame nicht dargestellte Handhabungsvorrichtung erfolgen.

Es sei noch erwähnt, daß gemäß vorteilhafter, nicht dargestellter Ausführungsformen das Entnehmen der Blasformkörper 21 auch mittels einer Absaugvorrichtung, die mit den Durchbrüchen 18 in Verbindung steht, oder durch eine in die Durchbrüche 18 eingreifende Entnahmevorrichtung erfolgen kann, wobei die Blasformkörper 21 bevorzugt von einem Sammelbehälter aufgenommen werden.

In den Fig. 4 und 5 ist eine zweite Variante einer Blasmatrize 10 dargestellt, die nun im folgenden beschrieben wird.

Es wird im folgenden nur auf die Unterschiede zur obenbeschriebenen Ausführungsform eingegangen. Für gleiche und ähnliche Bauteile werden dieselben Bezugsziffern verwendet.

Die Blasmatrize 10 und somit auch das Formnest 12 sind quer zur Öffnungsrichtung A des Formwerkzeugs 2 in zwei hintere Formhälften 23 und zwei vordere Formhälften 24 geteilt. Die vorderen Formhälften 24 sind im geschlossenen Zustand des Formwerkzeugs 2 in unmittelbarer Nähe des zugeordneten Formkerns 15 angeordnet. Weiterhin können die vorderen Formhälften 24 separat von den hinteren Formhälften 23 in ihre geschlossene oder offene Stellung verfahren werden. Wenn Blasformkörper 21 in dem Formwerkzeug 2 blasgeformt werden, ist jeweils ein vorderer Bereich 25 des Blasformkörpers 21 von den vorderen Formhälften 24 und ein hinterer Bereich 26 des Blasformkörpers 21 von den hinteren Formhälften 23 umschlossen.

Im folgenden wird die Wirkungs- und Funktionsweise der zweiten Variante der Blasmatrize 10 näher erläutert.

Nach dem Spritz-/Blasvorgang öffnen zuerst die hinteren Formhälften 23, wodurch der Zugriff durch den Durchbruch 18 freigegeben wird. In dieser ersten Stufe des Öffnungsvorgangs wird der vordere Bereich 25 des Blasformkörpers 21 in Verbindung bleiben, um das Halten des Blasformkörpers 21 zusätzlich zu unterstützen.

Anschließend fährt eine Entnahmevorrichtung 27 durch den Durchbruch 18 in den Bereich der geöffneten hinteren Formhälften 23 hinein und ergreift einen hinteren Bereich 26 des Blasformkörpers 21. Ist der Blasformkörper 21 sicher von der Entnahmevorrichtung 27 ergriffen, öffnen sich die vorderen Formhälften 24 und geben den Blasformkörper 21 für die Entnahme durch den Durchbruch 18 frei. Das folgende Schließen der Formhälften 23, 24 kann gemeinsam erfolgen.

Ergänzend sei erwähnt, daß dieser Bewegungsablauf zwangsgesteuert abläuft und die Entnahme auch durch eine Absauganlage erfolgen kann, die weiterhin als Entnahmevorrichtung 27 ausgestaltet sein kann, die einen in den Durchbruch 18 eingreifenden Sauger aufweist.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Spritzblasformen mit einer Spritzgußmaschine (1) und einem bündig zwischen einer Schließplatte (6) und einer Einspritzeinheit (20) der Spritzgußmaschine (1) angeordneten Formwerkzeug (2), das eine Spritzgießstation (3) mit einer Matrize (8) und einer Patrize (14) zum Erzeugen mindestens eines Vorformlings (22) und eine Blasformstation (4) zum Herstellen eines Blasformkörpers (21), mit einer mit mindestens einem Formnest (12) versehenen Blasmatrize (10) und einem der Blasmatrize (10) zugeordneten Blasmundstück (16) aufweist, wobei die Blasmatrize (10) zur beweglichen Schließplatte (6) weist und das Formnest (12) parallel zur Öffnungsrichtung (A) des Formwerkzeugs (2) geteilt ist, wobei ferner das Blasmundstück (16) im geschlossenen Zustand der Blasmatrize (10) von Formhälften des Formnests (12) umschlossen ist, während die dem Blasmundstück (16) gegenüberliegende Rückseite der Blasmatrize (10) an der beweglichen Schließplatte (6) abgestützt ist, und im geöffneten Zustand des Formwerkzeugs (2) die Formhälften (13) des Formnests (12) zur Entnahme des Blasformkörpers (21) auseinandergefahren sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückseite (19) der beweglichen Schließplatte (6) frei von Einbauten ist und in der beweglichen Schließplatte (6) mindestens ein sich längs zur Achsrichtung des Formnests (12) erstreckender Durchbruch (18) angeordnet ist, der eine lichte Weite aufweist, die größer ist als der Abstand zwischen den geöffneten Formhälften (13) des Formnests (12) und der Breite des Blasformkörpers (21), so daß der Blasformkörper (21) in geöffnetem Zustand der Formhälften (13) von der Rückseite (19) der Schließplatte (6) durch den Durchbruch (18) entnehmbar ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinheit zum Steuern der Blasluft vorgesehen ist, so daß nach dem Öffnen des Formwerkzeugs (2) aus dem der Blasmatrize (10) zugeordneten Blasmundstück (16) oder aus Öffnungen der Blasmatrize (10) selbst im wesentlichen in Achsrichtung des Formnests (12) zumindest zeitweise Blasluft ausströmt, wodurch der Blasformkörper (21) durch den Durchbruch (18) ausbringbar ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückseite (19) der Schließplatte (6) eine zumindest nach dem Öffnen des Formwerkzeugs (2) mit dem Durchbruch (18) in Verbindung stehende Absauganlage zugeordnet ist, die den Blasformkörper (21) durch den Durchbruch (18) absaugt.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückseite (19) der Schließplatte (6) eine zumindest nach dem Öffnen des Formwerkzeugs (2) in den Durchbruch (18) eingreifende Entnahmevorrichtung zugeordnet ist, die den Blasformkörper durch den Durchbruch entnimmt.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Entnahmeeinrichtung eine Stapeleinrichtung zum gestapelten Absetzen der durch den Durchbruch (18) entnommenen Blasformkörper (21) umfaßt.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückseite (19) der Schließplatte (6) ein Aufnahmebehälter zugeordnet ist, der die durch den Durchbruch (18) entnommenen Blasformkörper (21) aufnimmt.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Patrize (14) um eine senkrechte Achse (17) drehbar angeordnet ist und einen Formkern (15) zum Eingreifen in ein Gießformnest (9) der Matrize (8) aufweist und daß der Formkern (15) als Blasmundstück (16) ausgebildet ist, wobei durch ein Drehen der Patrize (14) um 180° um die senkrechte Achse (17) während des Öffnens und/oder Schließens des Formwerkzeugs (2) der Formkern (15) in Achsrichtung des Formnests (12) der Blasmatrize (10) ausgerichtet ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Patrize (14) auf der Vorder- und Rückseite mindestens einen als Blasmundstück (16) ausgebildeten Formkern (15) aufweist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehbewegung der Patrize (14) beim Öffnen und/oder Schließen des Formwerkzeugs (2) durch das Verschließen der beweglichen Schließplatte (6) zwangsgesteuert ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Formnest (12) quer zur Öffnungsrichtung (A) des Formwerkzeugs (2) in zwei hintere Formhälften (23) und zwei separat zu den hinteren Formhälften (23) verfahrbare vordere Formhälften (24) geteilt ist, wobei die vorderen Formhälften (24) derart zwangsgesteuert sind, daß diese in einer ersten Stufe bei geöffnetem Zustand der hinteren Formhälften (23) nach dem Spritz-/Blasvorgang geschlossen sind und zumindest einen vorderen Bereich (25) des Blasformkörpers (21) in Position halten und in einer zweiten Stufe nach Ergreifen eines hinteren Bereichs (26) des Blasformkörpers (21) durch die Absauganlage und/oder die Entnahmevorrichtung (27) geöffnet sind.






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