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Dokumentenidentifikation DE4342513C1 09.02.1995
Titel Verfahren zur Herstellung eines Isolatorkörpers mit Schirmrippen
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Giese, Rüdiger, Dipl.-Ing. (FH), 13629 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 09.12.1993
DE-Aktenzeichen 4342513
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.02.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.02.1995
IPC-Hauptklasse H01B 17/14
IPC-Nebenklasse H01B 19/00   H01B 17/50   H01B 3/44   H01B 3/46   B29C 69/00   
IPC additional class // B29K 83:00  
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Herstellung eines Isolatorkörpers (8) mit Schirmrippen (6, 7) ist vorgesehen, daß zunächst aus einem Isolierstoff ein zylindrischer Körper (3) stranggepreßt wird und daß der stranggepreßte Körper (3) danach zur Bildung von Schirmrippen (6, 7) mit radialen Einprägungen versehen wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Isolatorkörpers mit Schirmrippen, bei dem ein im wesentlichen zylindrischer Körper aus einem Isolierstoff stranggepreßt wird.

Isolatorkörper werden oft aus Porzellan oder Epoxidharz gegossen. Aus dem Fachartikel "History and Bibliography of Polymeric Insulators for outdoor applications" (IEEE Transactions on Power Delivery, Vol. 8 No. 1, Jan. 1993, S. 376 ff) ist beispielsweise auch bekannt, daß Schirmrippen aus Porzellan auf einen Körper aus Epoxidharz aufgebracht werden.

Der Nachteil der bekannten Herstellungsverfahren für diese Isolatoren liegt darin, daß jeder Isolator einzeln gegossen werden muß, so daß hohe Herstellungskosten anfallen.

Aus der CH-329 528 ist ein Verfahren zum Strangpressen von Isolatorkörpern bekannt.

Aus der DE 25 09 607 A1 ist ein Verfahren bekannt, bei dem zunächst ein mit Schirmrippen versehener Hohlkörper hergestellt und danach ein stranggepreßter Körper in diesen axial eingeschoben wird. Auch dieses Verfahren ist sehr aufwendig.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Isolatorkörper der eingangs genannten Art zu schaffen, der einfach und kostengünstig herstellbar ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der stranggepreßte Körper danach zur Bildung von Schirmrippen umfangsseitig mit radialen Einprägungen versehen wird.

Der Isolatorkörper kann in zylindrischer oder hohlzylindrischer Form mit einem gegebenen Durchmesser stranggepreßt werden, worauf beispielsweise direkt hinter der Extruderdüse in dem Bereich, in dem der stranggepreßte Körper noch weich ist, durch radial einwirkende Werkzeuge Einprägungen am Umfang des Körpers eingebracht werden. Diese Einprägungen können so gestaltet werden, daß am Umfang des stranggepreßten Körpers umlaufende Schirmrippen entstehen, wie sie beispielsweise von Porzellanisolatoren bekannt sind. Die Isolatorkörper können beispielsweise als Gehäuse für Überspannungsableiter oder andere elektrische Gerate oder als Stützisolatoren, beispielsweise für Hochspannungsleitungen in massiver Form verwendet werden. Die Schirmrippen können als umlaufende Schirmrippen oder auch als tannenzapfenähnliche Schuppen am Umfang des Isolatorkörpers geformt sein. Wichtig ist, daß einerseits durch das Vorsehen von Schirmrippen Kriechwege an der Oberfläche des Isolatorkörpers verlängert werden, und daß andererseits regenwassergeschützte Bereiche entstehen, die vorteilhafterweise auch vor der starken Einwirkung von Sonnenlicht und anderen Umwelteinflüssen geschützt sind.

Eine vorteilhafte Ausführung der Erfindung sieht vor, daß die Einprägungen in den Körper eingebracht werden, solange der Körper nach dem Strangpressen noch eine so hohe Temperatur aufweist, daß er leicht dauerhaft verformbar ist.

Es kann auch vorteilhaft vorgesehen sein, daß die Werkzeuge, die zum Einbringen der Einprägungen dienen, beheizt werden. In diesem Fall kann es ebenfalls vorteilhaft sein, diese Werkzeuge in der Nähe der Strangpreßdüse anzuordnen. Es ist aber auch denkbar, die Isolatorkörper zunächst ohne Schirmrippen herzustellen und diese später je nach den konkret vorliegenden Bedürfnissen mit Schirmrippen zu versehen.

Um die Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse zu erhöhen, wird der Isolatorkörper nach Einbringen der Schirmrippen vorteilhaft abschließend außen mit einer Silikonkautschukschicht versehen.

Diese Silikonkautschukschicht schützt besonders gut vor Feuchtigkeit und Einwirkung von UV-Strahlung.

Die Erfindung bezieht sich außerdem auf einen Isolatorkörper, hergestellt nach einem Verfahren wie oben erläutert, der aus einem Kunststoff, insbesondere PVC besteht.

Ein solcher Kunststoff läßt sich besonders einfach bearbeiten, ist kostengünstig und wegen seines geringen Gewichts leicht transportierbar. Außerdem ist ein solcher Isolator nicht so zerbrechlich wie ein Porzellankörper. Ein Kunststoffisolator ist somit auch besonders unempfindlich gegen willkürliche Zerstörungsversuche (Vandalismus).

Bei dem Isolatorkörper können vorteilhaft durch die radialen Einprägungen am Umfang des Körpers in einer tannenzapfenartigen Struktur Schuppen gebildet sein.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in einer Zeichnung gezeigt und anschließend beschrieben.

Dabei zeigt die

Fig. 1 schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens und einen nach dem Verfahren hergestellten Isolatorkörper,

Fig. 2 schematisch ein Einprägewerkzeug.

Fig. 3 einen Isolatorkörper mit tannenzapfenähnlichen Schuppen.

Fig. 1 zeigt in schematischer Form einen Extruder 1, aus dessen Düse 2 ein zylindrischer Strang 3 gepreßt wird.

Der extrudierte Strang durchläuft nach dem Austritt aus der Düse 2 Einprägewerkzeuge 4, die stilisiert dargestellt sind und die sich während des Durchlaufens des strangförmigen Körpers wiederholt radial nach innen auf diesen zu und von diesem wieder weg bewegen. Hierdurch werden radiale Einprägungen in dem strangförmigen Körper erzeugt, die zur Ausbildung von umlaufenden Schirmrippen 6 führen, sofern die Einprägewerkzeuge 4 zylindersymmetrisch ausgebildet sind, wie dies in der Fig. 2 dargestellt ist.

Dort bestehen die Einprägewerkzeuge 4 aus vier Prägestempeln, die sich beim Einprägevorgang radial zentrisch aufeinander zu bewegen und dabei einen geschlossenen Ring bilden.

Der durch die Einprägewerkzeuge 4 gebildete Ring ist im Querschnitt beispielsweise keilförmig ausgebildet.

Durch ein Schneidewerkzeug 5 wird dann in passenden Abständen der strangförmige Körper abgelängt.

Es können auch Einprägewerkzeuge vorgesehen sein, die nicht zylindersymmetrisch auf den strangförmigen Körper 3 einwirken, sondern einzelne Einkerbungen in den strangförmigen Körper 3 einbringen, wie beispielsweise in der Fig. 3 dargestellt. Es entsteht dann ein tannenzapfenartiges Gebilde mit teilweise überdeckenden, nicht umlaufenden Schirmrippen 7. Hierdurch wird, wie bei umlaufenden Schirmrippen der Kriechweg für elektrische Ladungen entlang des Isolators verlängert und der Innenbereich des Isolators vor Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen geschützt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung eines Isolatorkörpers mit Schirmrippen, bei dem ein im wesentlichen zylindrischer Körper (3) aus einem Isolierstoff stranggepreßt wird dadurch gekennzeichnet, daß der stranggepreßte Körper (3) danach zur Bildung von Schirmrippen (6, 7) umfangsseitig mit radialen Einprägungen versehen wird.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung eines Isolatorkörpers mit Schirmrippen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einprägungen in den Körper (3) eingebracht werden solange der Körper (3) nach dem Strangpressen noch eine so hohe Temperatur aufweist, daß er leicht dauerhaft verformbar ist.
  3. 3. Verfahren zur Herstellung eines Isolatorkörpers mit Schirmrippen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Werkzeuge (4), die zum Einbringen der Einprägungen dienen, beheizt werden.
  4. 4. Verfahren zur Herstellung eines Isolatorkörpers mit Schirmrippen nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der Isolatorkörper (8) abschließend außen mit einer Silikonkautschukschicht versehen wird.
  5. 5. Isolatorkörper mit Schirmrippen, hergestellt nach einem Verfahren gemäß Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß durch die radialen Einprägungen am Umfang des Körpers (3) in einer tannenzapfenartigen Struktur Schuppen (7) gebildet sind.






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