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Dokumentenidentifikation DE4327212A1 16.02.1995
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Farbübertragung im Druckwerk einer Offsetdruckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Liebl, Roland, Dipl.-Technomatematiker, 68753 Waghäusel, DE
DE-Anmeldedatum 13.08.1993
DE-Aktenzeichen 4327212
Offenlegungstag 16.02.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.02.1995
IPC-Hauptklasse B41M 1/06
IPC-Nebenklasse B05D 1/02   B41F 31/08   B41J 2/21   B41F 31/08   B41J 2/21   
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur dosierten Farbübertragung auf eine Farbwalze im Druckwerk einer Offset-Rotationsdruckmaschine, bei dem der Farbauftrag durch einen Tintenstrahldruckapparat erfolgt und dieser Tintenstrahldruckapparat mit digitalen Daten gesteuert wird, die aus digitalen Daten zur Herstellung der Druckform abgeleitet sind. Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Vorrichtung zur Durchführung eines solchen Verfahrens.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur dosierten Farbübertragung auf eine Farbwalze im Druckwerk einer Offset-Rotationsdruckmaschine, bei dem die Farbe unter Druck auf die Mantelfläche auf die Farbwalze aufgebracht wird, und auf eine Vorrichtung zur Ausübung eines solchen Verfahrens.

Aus der DE-29 51 651 -A1- ist es bekannt, die Druckfarbe in einem Druckwerk mittels Farbdüsen durch Pumpendruck dosiert auf eine Farbwalze eines Farbwerks aufzutragen. Eine solche Einrichtung ersetzt übliche Vorrichtungen zum Farbauftrag, bei der eine Farbkastenwalze aus einem Farbkasten mit Farbe versorgt wird. In beiden Fällen wird die auf die Farbwalze aufgetragene Farbe anschließend in einem aus vielen Farbwalzen bestehenden und demzufolge aufwendigen Farbwerk verteilt, bis auf der die Farbe an den Gummituchzylinder in einer Offsetdruckmaschine abgebenden Auftragswalze die erforderliche Menge in einer vorbestimmten Schichtdicke erreicht ist. Vorrichtungen nach der genannten Druckschrift entsprechen nicht den an einen Offsetdruck gestellten Qualitätsanforderungen.

Es ist Aufgabe der Erfindung, das für den Druck in einer Offsetdruckmaschine benötigte zweidimensionale Farbprofil möglichst genau dosiert auf eine Farbwalze aufzutragen, um dadurch den Aufwand für herkömmliche Farbwerke zu reduzieren.

Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Verfahren zur dosierten Farbübertragung auf eine Farbwalze im Druckwerk einer Offsetdruckmaschine, vorzugsweise einer Bogenrotations-Offsetdruckmaschine, nach dem Kennzeichen des Patentanspruches 1.

Die Anwendung des bei Tintenstrahldruckapparaten weithin bekannten Prinzips, bei dem die Farbflüssigkeit aus ständig offenen Kapillarröhren entweder durch einen sehr hohen Druck oder auf elektrophysikalischem Wege ausgestoßen wird, ermöglicht einen sehr exakt dosierten Farbauftrag sowohl in Breitenrichtung der Farbwalze, als auch in deren Umfangsrichtung, wobei zur Steuerung dieses Farbauftrages geeignete digitale Daten aus den für die Druckform ermittelten Daten abgeleitet bzw. diese teils unmittelbar verwendet werden können.

Das herkömmliche, aus vielen Walzen bestehende Farbwerk wird bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ganz oder zu einem erheblichen Teil durch einen Tintenstrahlapparat ersetzt, welcher gegebenenfalls ein gebräuchlicher Tintenstrahldruckapparat mit üblicher Rechnersteuerung sein kann. Somit entfallen erhebliche Kosten für eine Farbwerksherstellung.

Durch die exakte Dosierung der durch einen Tintenstrahlapparat aufgetragenen Farbmenge ist kein Farbwerk mit einem auftragsabhängigen Farbprofil erforderlich, wodurch die beim Farbwechsel anfallende Makulatur erheblich reduziert wird, weil die für den Farbauftrag verwendeten Elemente schneller auf Veränderungen reagieren. Vorgesehen ist eine Ausführung, bei der die Kapillardüsen des Tintenstrahlapparats auf eine die Farbe unmittelbar an die Farbauftragswalze, die die Farbe an den Gummituchzylinder abgibt, übertragende Farbwalze gerichtet sind. In besonderen Fällen können die Kapillardüsen des Tintenstrahlapparats auch unmittelbar auf eine die Farbe an den Gummituchzylinder abgebende Farbauftragswalze gerichtet sein. Es trägt zur weiteren Kostensenkung bei, daß die Fertigungstoleranzen für Tintenstrahlapparate zur Ausübung des erfindungsgemäßen Verfahrens größer sein können als bei Tintenstrahldruckapparaten. Es sind auch nicht so viele Kapillardüsen als bei Druckapparaten notwendig, um die erfindungsgemäß angestrebten Ziele zu erreichen. Der Datentransfer zur Treibersteuerung des Tintenstrahlapparates ist erheblich geringer als bei Tintenstrahldruckapparaten. Es werden wenige Kilo-Byte pro Seite DIN-A-4 gegenüber mehreren Mega-Byte bei Druckapparaten ausreichen. Die zur Steuerung des Tintenstrahlapparates benötigten digitalen Daten lassen sich leicht aus den digitalen Daten ableiten, die in modernen Druckmaschinen für die Herstellung der Druckform, zum Beispiel der Druckplatte, ermittelt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur dosierten Farbübertragung auf eine Farbwalze im Druckwerk einer Offset-Rotationsdruckmaschine, bei dem die Farbe unter Druck auf die Mantelfläche einer Farbwalze aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbauftrag nach dem Tintenstrahldruckprinzip erfolgt und mit digitalen, aus Daten zur Druckformerstellung abgeleiteten Daten gesteuert wird.
  2. 2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Farbauftrag ein Tintenstrahldruckapparat mit Kapillardüsen für den Farbaustritt vorgesehen ist und zu dessen elektronischer Steuerung ein mit digitalen Daten zur Druckplattenherstellung gespeister Rechner dient.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Kapillardüsen des Tintenstrahldruckapparates auf eine die Farbe unmittelbar an die Farbauftragswalze abgebende Farbwalze gerichtet sind.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapillardüsen des Tintenstrahldruckapparates unmittelbar auf die Farbauftragswalze gerichtet sind.






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