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Dokumentenidentifikation DE3537959C2 23.02.1995
Titel Selbstfahrender Mähdrescher
Anmelder Claas oHG, 33428 Harsewinkel, DE
Erfinder Roderfeld, Heinrich, Dipl.-Ing., 4834 Harsewinkel, DE;
Dammann, Johannes, Dipl.-Ing., 4834 Harsewinkel, DE
DE-Anmeldedatum 25.10.1985
DE-Aktenzeichen 3537959
Offenlegungstag 07.05.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.02.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.1995
IPC-Hauptklasse A01F 12/39
IPC-Nebenklasse A01D 41/12   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen selbstfahrenden Mähdrescher mit vorderer Gutzuführung und einer im Axialfluß arbeitenden sich in Längsrichtung des Mähdreschers erstreckenden Trenn- und Separiereinheit, die aus zumindest einem Rotor und einem diesen umschließenden mit einer Aufgabe- und einer Auslaßöffnung versehenen Siebmantelgehäuse besteht, wobei dieses Gehäuse in seinem oberen Bereich mit parallel zueinander und wendelförmig verlaufenden inneren Leitschienen versehen ist.

Bei derartigen aus der Praxis bekannten Mähdreschern dienen die Leitschienen dazu, die Bewegung des Gutstromes in axialer Richtung zu bewirken. Dabei entsteht jedesmal dann, wenn das Gut auf die Leitschiene aufläuft ein momentaner Stau, der umso größer ist, je mehr Leitschienen vorgesehen sind, weil das Erntegut gleichzeitig auf die Stirnflächen aller Leitschienen aufläuft. Dieser Stau bewirkt einerseits Drehmomentspitzen am Antrieb, der entsprechend dimensioniert werden muß. Andererseits wurde in der Praxis häufig beobachtet, daß sich das Gut vor den Leitschienen zu kleinen Wickeln fest aufrollt, die dann den Mähdrescher durchlaufen und auf den Acker abgeworfen werden, ohne daß die in den einzelnen Wickeln noch vorhandenen Körner ausgeschieden werden können. Hoher Kornverlust ist die Folge.

Der folgenden Erfindung liegt nun das Problem zugrunde, einen Mähdrescher der eingangs näher bezeichneten Art so auszubilden, daß die an ihn zu stellenden Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf eine geringe Staubildung, beim Auflauf von Erntegut auf die Leitschienen. Dieses Problem wird dadurch gelöst, daß die Auflaufenden der Leitschienen mindestens zweier Leitschienengruppen in Laufrichtung der Schienen zueinander versetzt angeordnet sind. Weitere bevorzugte Ausführungsformen gehen aus den Unteransprüchen hervor.

Es ist zwar aus der DE 32 14 161 A1 ein gattungsgemäßer Mähdrescher bekannt, bei welchem die Auflaufenden der Leitschienen zueinander versetzt angeordnet sind. Allerdings sind sie axial gegeneinander versetzt, nicht aber versetzt im Sinne des vorliegenden Gegenstandes, bei dem die Auflaufenden der Leitschienen in Laufrichtung zueinander versetzt angeordnet sind. Eine solche Anordnung bewirkt, daß das durch die Trommel in Rotation versetzte Erntegut zunächst einmal auf die Auflaufenden einer Leitschienengruppe und danach auf die Auflaufenden einer zweiten Leitschienengruppe aufläuft. Hierdurch wird ein weiches Auflaufen der Erntegutmatte erreicht, wodurch Drehmomentspitzen am Antrieb und eine Staubildung vermieden wird.

Die DE 24 62 568 offenbart einen selbstfahrenden Mähdrescher, der ein nach dem Axialflußsystem arbeitendes Trennwerk aufweist. Es besteht aus zwei Rotoren, die von einem gemeinsamen Gehäuse unter Belassung von Ein- und Ausgangsöffnungen umschlossen werden. Der in Gutdurchlaufrichtung gesehen zweite Rotor ist in seinem mittleren Bereich mit Trennflügeln besetzt, welche die Gutmatte in entgegengesetzter Richtung auseinanderzerren soll. Dabei wird die Förderwirkung in diesem Bereich des Rotors unterstützt von wendelförmig verlaufenden Rippen 74 und 75, die auf der Innenseite des Trenngehäuses angeordnet sind. Weiterhin weist diese Trommel einen Bereich auf, der frei von Bearbeitungselementen ist. In dem diesem Bereich zugeordneten Bereich des Gehäuses sind wendelförmig verlaufende Rippen 77 und 78 vorgesehen. Hieraus folgt, daß die Rippen 77 und 78 im Anschluß an die Rippen 74 und 75 zum Einsatz kommen. Von einem Versatz der Auflaufenden der Leitschienen kann hier nicht gesprochen werden, weil im Gegensatz zu der Anordnung der Rippen nach der DE-OS 24 62 568 die Rippen 11 und 12 der beiden Gruppen A und B gemäß dem Anmeldungsgegenstand gleichzeitig und nicht nacheinander zur Wirkung kommen.

Im folgenden soll der Anmeldungsgegenstand anhand eines Ausführungsbeispieles und mehrerer dieses schematisch darstellender Figuren näher erläutert werden.

Dabei zeigt:

Fig. 1 den vorderen Teil eines Mähdreschers in der Seitenansicht,

Fig. 2 eine Schnittdarstellung gemäß der Linie II-II der Fig. 1 und

Fig. 3 den in Fig. 2 eingekreisten Teil vergrößert in perspektivischer Darstellung.

Mit 1 ist ein selbstfahrender Mähdrescher bezeichnet, welcher eine Schneidwerksmulde 2 mit daran anschließendem Schrägförderer 3 aufweist. Von diesem Schrägförderer 3 aus gelangt das Erntegut zu einer aus Dreschtrommel 4 und Dreschkorb 5 bestehenden im Tangentialfluß arbeitenden Drescheinrichtung. Das in dieser Drescheinrichtung ausgedroschene Stroh wird von der Dreschtrommel 4 in die Aufgabeöffnung 6 eines Siebmantelgehäuses 7 geschleudert, welches einen mit Leisten 8 besetzten Trennrotor 9 umgibt. Letzterer ist im Bereich der Aufgabeöffnung 6 konisch ausgebildet und mit einem Einzugsschneckenblech 10 besetzt. Das Erntegut wandert den Rotor wendelförmig umlaufend von der Aufgabeöffnung 6 zu einer nicht dargestellten Auslaßöffnung, wobei auf diesem Weg das Korn-Spreu-Gemisch abgeschieden wird.

Um eine axiale Bewegungskomponente erzeugen zu können, ist das Siebmantelgehäuse 7 in seinem oberen Bereich mit Leitschienen 11, 12 besetzt, die parallel zueinander und wendelförmig verlaufen. Wie insbesondere die Fig. 3 erkennen läßt, sind dabei zwei Gruppen A und B der Leitschienen so angeordnet, daß die einander benachbarten Leitschienen gegeneinander versetzt sind, so daß das Erntegut zunächst einmal auf die Auflaufenden 13 der Leitschienen 11 der Gruppe A und erst dann auf die Auflaufenden 14 der Leitschienen 12 der Gruppe B aufläuft. Durch diese Maßnahmen werden unvermeidbare Drehmomentspitzen beim Auflauf des Gutes auf die Leitschienen nahezu halbiert, weil die gesamte Staufläche, die sich aus der Summe der Stirnflächen aller Leitschienen die für das Auflaufen wirksam sind errechnet, ebenfalls halbiert ist. Die Stirnflächen der zurückgesetzten Leitschienen 12 bewirken nur noch einen vernachlässigbar kleinen Stau, weil ja das Gut bereits durch die Schienen 11 angehoben worden ist.

Es ergibt sich dabei der weitere Vorteil, daß die Gefahr der Wickelbildung durch den Versatz der Leitschienen nicht mehr vorhanden ist. Wenn auch in Fig. 3 nur die Auflaufseite der Leitschienen dargestellt ist, so liegt es im Rahmen, auch die Ablaufseite der Schienen ebenso zu gestalten, so daß ein reversierender Betrieb, der bei einer Staubildung erforderlich ist, leicht möglich ist. Ferner bewirkt die abgestufte Anordnung der Schienen auf der Ablaufseite eine gestufte Expandierung der Gutschicht, wodurch die Gutentmischung begünstigt wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Selbstfahrender Mähdrescher mit vorderer Gutzuführung und einer im Axialfluß arbeitenden sich in Längsrichtung des Mähdreschers erstreckenden Trenn- und Separiereinheit, die aus zumindest einem Rotor und einem diesen umschließenden mit einer Aufgabe- und einer Auslaßöffnung versehenen Siebmantelgehäuse besteht, wobei dieses Gehäuse in seinem oberen Bereich mit parallel zueinander und wendelförmig verlaufenden inneren Leitschienen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflaufenden (13, 14) der Leitschienen (11, 12) mindestens zweier Leitschienengruppen (A), (B) in Laufrichtung der Schienen zueinander versetzt angeordnet sind.
  2. 2. Selbstfahrender Mähdrescher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitschienen (11) und (12) sowohl auflauf- als auch ablaufseitig gegeneinander versetzt sind.
  3. 3. Selbstfahrender Mähdrescher nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß einander benachbarte Leitschienen (11, 12) gegeneinander versetzt sind.
  4. 4. Selbstfahrender Mähdrescher nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitschienen (11 und 12) gruppenweise gegeneinander versetzt sind.
  5. 5. Selbstfahrender Mähdrescher nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitschienen (11) und (12) zumindest an ihrer Auflaufseite abgeschrägte Flächen (13, 14) aufweisen.






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