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Dokumentenidentifikation DE3737967C2 23.02.1995
Titel Pneumatische Zieheinrichtung für Pressen mit gesteuerter Stossdämpfung zwischen Druckwange und Druckzylinder der Zieheinrichtung
Anmelder Maschinenfabrik Müller-Weingarten AG, 88250 Weingarten, DE
Erfinder Harsch, Erich, 7987 Weingarten, DE
Vertreter Eisele, E., Dipl.-Ing.; Otten, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anwälte, 88214 Ravensburg
DE-Anmeldedatum 07.11.1987
DE-Aktenzeichen 3737967
Offenlegungstag 18.05.1989
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.02.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.1995
IPC-Hauptklasse B21D 24/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine pneumatische Zieheinrichtung für Pressen, entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Beim Arbeitshub des Ziehstößels wird das zu ziehende Blech durch das Werkzeugoberteil gegen den Blechhalter gedrückt und dann mit diesem entgegen der Ziehkissenkraft verschoben. Hierbei wird das zu ziehende Blech durch den auf dem Pressentisch feststehenden Ziehstempel verformt. Beim Auftreffen des Oberwerkzeuges auf den Blechhalter mit voller Kraft entsteht stets ein verhältnismäßig harter Schlag mit nachfolgenden Schwingungen, der mit entsprechender Lärmentwicklung verbunden ist.

Um diesen Aufschlaglärm und die Schwingungen zu vermeiden bzw. wesentlich zu vermindern, hat man bereits vorgeschlagen, zwischen dem Blechhalter und dem Ziehkissen ein federndes Glied anzuordnen. Da jedoch die Feder immer nur in einer Richtung und zwar nach oben wirkt, wird beim Hochgang des Blechhalters keine exakte Stellung in der Transportebene erreicht, was durch die unterschiedlichen Werkzeuggewichte und unterschiedlichen Betriebsdrücke bedingt ist (eigene Konstruktion).

Weiterhin ist es bekannt (EP 00 74 421 A1) den Blechhalter vor dem Auftreffen des Ziehstößels in Bewegung zu setzen, so daß praktisch der Ziehstößel den Blechhalter einholt, so daß die Relativgeschwindigkeit zwischen dem Ziehstößel und Blech geringer ist als beim Auftreffen auf ein stillstehendes Blech. Hierbei wird mittels eines gesonderten Pumpenaggregates und Speicher das Ziehkissen in Abwärtsbewegung gebracht. Dabei muß jedoch diese Kraft größer sein, als die normal erforderliche Ziehkraft des Ziehkissens, was einen erheblichen Aufwand erfordert. Darüber hinaus entstehen Hydraulikverluste, da das Öl anschließend abgespritzt wird.

In einer weiteren Ausführung wird nach der DE 36 02 236 A1 bei einer pneumatischen Zieheinrichtung vorgeschlagen, daß der Zylinderraum über dem Dämpfungskolben über ein Absperrventil und zugehörigen Leitungen mit einem Druckspeicher im Augenblick des Aufsetzens des Oberwerkzeuges auf das Unterwerkzeug verbindbar ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Stand der Technik insbesondere im Hinblick auf eine wesentliche Geräuschminderung sowie einer Verbesserung des Ziehvorgangs und Schonung der Anlage zu verbessern, wobei der Aufbau vereinfacht werden soll. Weiterhin sollen unkontrollierte Schwingungen vermieden bzw. reduziert werden.

Hierzu wird erfindungsgemäß bei einer pneumatischen Zieheinrichtung der eingangs beschriebenen Ausführung vorgeschlagen, daß zwischen der Druckwange einerseits und der Kolbenstange des Pneumatikzylinders andererseits ein Hydraulikzylinder als gesteuerte Stoßdämpfung angeordnet ist, wobei der Hydraulikzylinder mittels eines Proportionalventils gesteuert wird. Der Öldruck kann nun so gesteuert werden, daß er zu Beginn des Aufsetzens gerade das Gewicht noch trägt oder fast schon absinken würde. Wenn dann der Kolben weiter den Weg "h" durchfährt, kann der Druck bis zum Hubende mit Hilfe des Proportionalventils progressiv gesteigert werden, was dann ein weiches Aufsetzen auf das Druckluftkissen ergibt.

Die Erfindung wird anhand von zwei Zeichnungen, die ein beliebiges Ausführungsbeispiel z. T. im Schnitt und schematisch dargestellt, näher erläutert.

Der Arbeitszyklus der pneumatischen Zieheinrichtung beginnt in der Anfangsstellung, d. h. der Ziehstößel 1 befindet sich oben in OT und das zu ziehende Blech liegt auf dem Blechhalter in der Transportebene (Ziehkissen oben) Fig. 1 und Fig. 2 rechte Hälfte. Der Ziehstößel 1 beginnt nun seine Bewegung von OT nach unten. Das Oberwerkzeug 2 fährt gegen das Unterwerkzeug 5.

Das Prop.-Ventil 9 ist geschlossen. Die Pumpe 10 hat den Zylinder 7 gefüllt und hält ihn auf geringen Druck und damit die Druckwange 6 oben. Bei Erreichen des zu ziehenden Bleches 3 durch das Oberwerkzeug 2 wird der Druck im Zylinder 7 durch das Prop.-Ventil 9 geregelt, daß zuerst ein ganz geringer Druck zu überwinden ist. Mit nehmendem Durchfahren des Hubes "h" im Zylinder 7 kann nun der Druck stetig und gegen Ende des Hubes progressiv erhöht werden, bis zum Enddruck, der dann in der Lage ist, den Kolben des mit voller Kraft anstehenden Pneumatikkissens 8 nach unten langsam zu beschleunigen. Während des anschließenden Hochganges des Kissens 8 wird der Zylinderraum des Zylinders 7 wieder aufgefüllt für den neuen Hub. Dabei ist das Prop.-Ventil geschlossen.


Anspruch[de]
  1. 1. Pneumatische Zieheinrichtung für Pressen, wobei der Ziehstößel mechanisch angetrieben und die Haltekraft für das zu ziehende Blech durch einen pneumatischen Zylinder über eine Druckwange, Druckbolzen und Blechhalter im Werkzeug-Unterteil beim Niedergang des Stößels und Werkzeug-Oberteils erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Druckwange (6) einerseits und der Kolbenstange des Pneumatikzylinders andererseits ein Hydraulikzylinder (7) als gesteuerte Stoßdämpfung angeordnet ist, wobei der Hydraulikzylinder (7) mittels eines Proportionalventils (9) gesteuert wird.
  2. 2. Zieheinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Öldruck des Hydraulikzylinders (7) wegabhängig und/oder zeitabhängig über den Dämpfweg "h" mittels des Proportionalventils (9) gesteuert wird.






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