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Dokumentenidentifikation DE4113629C2 23.02.1995
Titel Reihenbohr- und Fräsmaschine
Anmelder Götz GmbH Metall- und Anlagenbau, 70736 Fellbach, DE
Erfinder Koch, Peter, 7120 Bietigheim-Bissingen, DE;
Abraham, Peter, 7129 Ilsfeld, DE
Vertreter Wolf, E., Dipl.-Phys. Dr.-Ing.; Lutz, J., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 70193 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 26.04.1991
DE-Aktenzeichen 4113629
Offenlegungstag 29.10.1992
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.02.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.1995
IPC-Hauptklasse B23B 39/16
IPC-Nebenklasse B23B 39/28   B23Q 39/00   B23C 1/12   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Reihenbohr- und -fräsmaschine für die Bearbeitung langgestreckter Werkstücke, insbesondere von Profilstäben für den Fenster-, Türen- und Fassadenbau. Solche Profilstäbe, die eine Länge bis zu 8 m aufweisen können, müssen auf verschiedenen Profilseiten und über deren Länge und Breite verteilt mit Bohrungen, Fräsungen, Gewinden, Taschen und dergleichen versehen werden. Für Bearbeitungen dieser Art werden bisher spezielle CNC-Bearbeitungszentren mit einem Bearbeitungsaggregat sowie einem als Werkzeugwechsler ausgebildeten Werkzeugkopf eingesetzt. Die Bearbeitung am eingespannten Werkstück erfolgt zwar vollautomatisch. Jedoch muß jede Bearbeitungsstelle vom Bearbeitungsaggregat einzeln angefahren werden. Außerdem muß das Werkstück für die Bearbeitung auf verschiedenen Profilseiten aus seiner Einspannung gelöst, von Hand gewendet und neu eingespannt werden, so daß die Gesamtbearbeitung sehr zeitaufwendig ist

Es ist zwar bekannt, die Bearbeitung von langen Werkstücken durch Verwendung mehrerer zu einer Mehrfachbohrvorrichtung aufgereihter Bohraggregate zu rationalisieren (DE-GM 74 00 995). Die bekannte halbautomatische Mehrfachbohrvorrichtung weist eine größere Anzahl von elektrischen Einzelbohrmaschinen vorzugsweise gleicher Bauart auf, die in einem Gestell zusammengefaßt sind, um längere Gegenstände, z. B. Hohlprofile zur Herstellung von Türöffnungen gleichzeitig mit den erforderlichen Bohrungen zu versehen. Das wesentliche Merkmal wird dort darin gesehen, daß die zu bearbeitenden Gegenstände gegen die fest eingestellten Bohrmaschinen gedrückt und nach Beendigung des Bohrvorgangs wieder zurückgenommen werden. Jede der Einzelbohrmaschinen ist dazu in drei zueinander senkrecht stehenden Richtungen einstellbar, indem ihre Halterung auf einer Führungsbahn horizontal längsverschiebbar und auf ihr die Bohrmaschinen vertikal und quer verstellbar sind. Das zu bearbeitende Profil wird mittels mehrerer Spannvorrichtungen während des Arbeitsvorgangs festgehalten, die durch ein Druckmittel gemeinsam betätigt werden. Die Spannvorrichtungen sind wie die Bohrmaschinen auf einer horizontalen Führungsbahn verschiebbar angeordnet und quer sowie erforderlichenfalls auch höhenverstellbar. Für jedes Bearbeitungsmuster ist dort jedoch eine relativ aufwendige Einstellarbeit erforderlich, so daß auch diese Maschinen nur für größere Serienfertigungen und nicht für Kleinserien oder Einzelfertigungen geeignet ist.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Reihenbohr- und -fräsmaschine zu entwickeln, die eine rationelle vollautomatische und sehr schnelle Bearbeitung auch sehr langer Werkstücke mit beliebig wechselndem Bohrmuster über Länge und Umfang ermöglicht.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung eine Reihenbohr- und Fräsmaschine mit folgenden Merkmalen vorgeschlagen:

  • - ein langgestrecktes Maschinengestell;
  • - mindestens zwei entlang einer gemeinsamen Längsführung des Maschinengestells mittels mechanischer Übertragungsmittel horizontal verfahrbare, ein Werkzeug oder einen Werkzeugkopf tragende Bearbeitungsaggregate;
  • - eine Werkstückaufnahme zum Einspannen und Ausrichten langgestreckter Werkstücke;
  • - die Längsführung weist zwei zueinander parallele, im Abstand voneinander am Maschinengestell drehfest angeordnete Führungssäulen auf;
  • - die mechanischen Übertragungsmittel weisen eine zu den Führungssäulen parallele, an ihren beiden Enden starr am Maschinengestell gelagerte Kugelumlaufspindel auf;
  • - die Bearbeitungsaggregate weisen je einen auf den Führungssäulen verschiebbar gelagerten Längsschlitten auf;
  • - die Längsschlitten sind mittels einer motorisch angetriebenen Kugelmutter unabhängig voneinander entlang der Kugelumlaufspindel verfahrbar und positionierbar;
  • - die Werkstückaufnahme weist zwei im Abstand voneinander am Maschinengestell angeordnete Endlünetten auf, von denen mindestens eine entlang den Führungssäulen verfahrbar und positionierbar ist;
  • - die Endlünetten weisen je eine um eine zu den Führungssäulen parallele Achse drehbare Einspannvorrichtung für das Werkstück auf, von denen mindestens eine in Drehrichtung motorisch verstellbar ist.


Da die beispielsweise eine Länge von 6 bis 12 m aufweisende Kugelumlaufspindel nur an ihren Enden dehfest am Maschinengestell eingespannt ist, sind zur Vermeidung einer unerwünschten Durchbiegung mehrere Zwischenlager erforderlich. Da andererseits die Bearbeitungsaggregate frei über die gesamte Länge der Kugelumlaufspindel verfahrbar sein sollen, wird gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, daß die Kugelmutter zusammen mit dem auf den Führungssäulen abgestützten Längsschlitten eines jeden Bearbeitungsaggregats eine längs des Maschinengestells variabel positionierbare Lagerstelle für die Kugelumlaufspindel bildet. Entsprechendes gilt für die Endlünetten, sofern diese ebenfalls über eine Kugelmutter auf den Führungssäulen verfahrbar sind. Die auf der maschinengestellfesten Kugelumlaufspindel geführten Kugelmuttern sind vorteilhafterweise über einen spielfreien Zahnriementrieb motorisch antreibbar. Die ungewöhnlich lange Kugelumlaufspindel besteht zweckmäßig aus mindestens zwei stumpf zusammengesetzten, vorzugsweise im Stoßbereich nachgeschliffenen Spindelteilen.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind mindestens fünf, vorzugsweise sechs bis zwölf unabhängig voneinander längs des Maschinengestells verfahrbare und positionierbare Bearbeitungsaggregate vorgesehen. Um auch quer zum Werkstück verschiedene Positionen anfahren zu können und verschiedene Bearbeitungstiefen zu ermöglichen, wird gemäß der Erfindung weiter vorgeschlagen, daß jedes Bearbeitungsaggregat einen an dem Längsschlitten quer zur Längsführung motorisch verfahrbaren Querschlitten sowie einen am Querschlitten senkrecht motorisch verschiebbaren Vertikalschlitten aufweist. Die Quer- und Vertikalschlitten weisen dabei vorteilhafterweise einen Spindel-Mutter-Trieb mit motorisch angetriebener Kugelumlaufspindel auf.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist am Längsschlitten eines jeden Bearbeitungsaggregats eine aggregatfeste Lünette mit einer um ein zur Längsführung parallele Achse drehbaren Einspannvorrichtung für das Werkstück angeordnet. Die Einspannvorrichtungen der Endlünetten und der aggregatfesten Lünetten können vorzugsweise hydraulisch, gegebenenfalls pneumatisch oder elektrisch betätigt werden. Mit diesen Vorkehrungen wird erreicht, daß das Werkstück jeweils in unmittelbarer Nähe der Bearbeitungsstellen starr eingespannt ist, so daß eine hohe Bearbeitungsgenauigkeit erzielt werden kann. Beim Verfahren der Bearbeitungsaggregate werden die Einspannvorrichtungen an den aggregatfesten Lünetten gelöst, während an den Endlünetten und an den augenblicklich nicht zu verfahrenden Bearbeitungsaggregaten die Einspannung aufrechterhalten werden kann. Die motorisch drehbaren Einspannvorrichtungen der Endlünetten und die mitdrehenden Einspannvorrichtungen an den aggregatfesten Lünetten lassen schließlich eine winkelgenaue Drehung der Werkstücke zu, so daß insgesamt eine vollautomatische und oberflächenschonende Werkstückbearbeitung möglich ist. Letzteres ist insofern von Bedeutung, als die zu bearbeitenden Werkstücke meist bereits lackiert oder in anderer Weise oberflächenveredelt sind.

Zur Werkstückbeschickung ist zweckmäßig eine zur Werkstückaufnahme führende, vorzugsweise als Rollenband ausgebildete, motorisch angetriebene Werkstückzu- und/oder -abführung vorgesehen. Da die Werkstücke meist unmittelbar aus der Presse kommen, bedürfen die Werkstückenden noch einer Spezialbearbeitung. Insbesondere benötigen die ankommenden Werkstücke einen Anschnitt, einen Gehrungsschnitt oder müssen auf eine vorgeschriebene Länge abgelängt werden. Um dies zu ermöglichen, wird gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, daß in der Nähe des einen Maschinengestellendes mindestens ein mit einem Sägeblatt für die Endenbearbeitung des Werkstücks bestücktes Bearbeitungsaggregat vorgesehen ist. Dieses Bearbeitungsaggregat kann entweder mit einem Längsschlitten auf den Führungssäulen geführt und mittels einer motorisch angetriebenen Kugelmutter auf der maschinengestellfesten Kugelumlaufspindel verfahrbar angeordnet sein oder mittels einer parallel zur maschinengestellfesten Kugelumlaufspindel am Maschinengestell motorisch drehbar gelagerten Kugelumlaufspindel kurzhubig horizontal verschiebbar und positionierbar angeordnet sein. Um ein Ablängen in Form eines Geradschnittes oder eines Gehrungsschnittes zu ermöglichen, ist an einem der Bearbeitungsaggregate das Sägeblatt um eine parallel oder schräg zur Längsführung ausgerichtete horizontale Achse drehbar angeordnet. Um dazuhin stirnseitige Schnitte, insbesondere Schrägschnitte in das Werkstück einbringen zu können, kann an einem zweiten Bearbeitungsaggregat das Sägeblatt mit im wesentlichen vertikaler oder gegenüber der Vertikalen schräg angestellten Achse angetrieben werden. Auch die das Sägeblatt tragenden Bearbeitungsaggregate weisen zweckmäßig zusätzlich je einen quer verfahrbaren und einen vertikal verfahrbaren, motorisch angetriebenen Quer- und/oder Vertikalschlitten auf.

Eine vollautomatische Bearbeitung der Werkstücke wird dadurch gewährleistet, daß die Antriebsachsen der Bearbeitungsaggregate und der Endlünetten über eine CNC-Steuerung ansteuerbar sind. Hierzu ist es notwendig, daß die motorischen Schlittenantriebe und die motorischen Drehantriebe der Einspannvorrichtungen je einen Servomotor gegebenenfalls mit Reduziergetriebe und Drehgeber aufweisen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Reihenbohr- und -fräsmaschine;

Fig. 2 eine Vorderansicht der Reihenbohr- und -fräsmaschine nach Fig. 1;

Fig. 3 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1;

Fig. 4 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 2;

Fig. 5 eine Seitenansicht eines Bearbeitungsaggregats.

Fig. 6 einen Schnitt durch den Antriebsmechanismus des Längsschlittens eines Bearbeitungsaggregats.

Die in der Zeichnung dargestellte Reihenbohr- und -fräsmaschine besteht im wesentlichen aus einem langgestreckten Maschinengestell 10 in stabiler geschweißter Ausführung mit nicht dargestellter Kühlmittel- und Spänerinne, zwei im Abstand voneinander am Maschinengestell 10 über die gesamte Länge auf Stützlagern 12 gelagerten Führungssäulen 14, einer an ihren Enden in maschinengestellfesten Lagerböcken 16 starr gelagerten und sich zwischen den beiden Lagerböcken 16 frei über das gesamte Maschinengestell 10 parallel zu den Führungssäulen 14 erstreckenden Kugelumlaufspindel 18, einer größeren Anzahl von längs dem Maschinengestell motorisch verfahrbaren und positionierbaren Bearbeitungsaggregaten 20, einer Endenbearbeitungsstation 22 mit zwei weiteren Bearbeitungsaggregaten 24, 26 sowie zwei unabhängig voneinander und von den Bearbeitungsaggregaten 20 längs des Maschinengestells verfahrbar angeordneten Endlünetten 28 zur Aufnahme der zu bearbeitenden langgestreckten Werkstücke 30.

Die Bearbeitungsaggregate 20 weisen einen Längsschlitten 32 auf, der mittels kugelgelagerter Laufschuhe 34 auf den Führungssäulen 14 längs verschiebbar geführt ist und der eine über einen Servomotor 36, ein Reduziergetriebe 38 und einen Zahnriementrieb 39 angetriebene Kugelmutter 40 aufweist, womit er längs der maschinengestellfesten Kugelumlaufspindel 18 motorisch verfahrbar und positionierbar ist. Im oberen Bereich des Längsschlitten 32 sind zwei im Abstand voneinander angeordnete, quer verlaufende Führungswellen 42 starr angeordnet, auf denen ein Querschlitten 44 mit Kugelbüchsen 46 geführt ist. Der Quer-Schlitten wird in seiner Verschieberichtung mit Hilfe eines Servomotors 48, eines Reduziergetriebes 50 und eines eine angetriebene Kugelumlaufspindel 51 und eine Kugelmutter aufweisenden Spindel-Mutter-Triebs angetrieben.

Am Querschlitten 44 sind zwei im Abstand voneinander angeordnete, vertikal ausgerichtete Führungsstangen 52 angeordnet, auf denen ein Vertikalschlitten 54 mit Kugelbüchsen 56 vertikal verschiebbar geführt ist. Der Vertikalantrieb des Vertikalschlittens 54 erfolgt über einen Servomotor 58, ein Reduziergetriebe 60 und einen nicht dargestellten, eine motorisch angetriebene Kugelumlaufspindel und eine mit dem Schlitten 54 starr verbundene Kugelmutter aufweisenden Spindel-Mutter-Trieb.

Der Vertikalschlitten trägt seinerseits einen Revolverbohr- und Fräskopf 62 mit sechs auswählbaren Werkzeugspindeln 64, die über einen Servo-Spindelmotor 66 antreibbar sind.

Die unabhängig betätigbaren Bearbeitungsaggregate 20 befinden sich im Bereich zwischen den beiden Endlünetten 28, die ihrerseits auf den maschinengestellfesten Führungssäulen 14 in Längsrichtung geführt und mittels einer durch den Servomotor 70 und einen nicht dargestellten Zahnriementrieb antreibbaren Kugelmutter auf der maschinengestellfesten Kugelumlaufspindel 18 längsverfahrbar und positionierbar sind. Die Endlünetten 28 enthalten eine hydraulische betätigbare Spannvorrichtung 72 für das langgestreckte Werkstück 30, die zusammen mit dem Werkstück mittels eines Servomotors 74 um 360° in beliebige Winkelstellungen drehbar ist.

Am Längsschlitten 32 der Bearbeitungsaggregate 20 ist je eine weitere aggregatfeste Lünette 76 angeordnet, die eine hydraulisch betätigbare Einspannvorrichtung für das Werkstück 30 aufweisen, die zusammen mit dem Werkstück um die Drehachse der Einspannvorrichtungen 72 der Endlünetten 28 frei drehbar sind. Damit ist gewährleistet, daß die Werkstücke jeweils in der Nähe der Bearbeitungsstellen ausreichend abgestützt sind.

Die Endenbearbeitungsstation 22 umfaßt zwei Sägaggregate 24, 26. Davon ist das auf den Führungssäulen 14 geführte und entlang der Kugelumlaufspindel 18 mittels einer angetriebenen Kugelmutter verfahrbare Sägaggregat 24 mit einem um eine horizontale Achse 76 angetriebenen Sägeblatt 78 zur Durchführung eines senkrechten oder schrägen Anschnittes am Werkstück ausgestattet. Im Unterschied dazu ist das Sägaggregat 26 auf gegenüber den Führungssäulen 14 seitlich versetzt angeordneten kurzen Führungswellen 80 mittels eines Servomotors 82 und einem eine angetriebene Kugelumlaufspindel 84 aufweisenden Spindel-Mutter-Trieb horizontal verfahrbar angeordnet und weist ein um eine vertikale Achse antreibbares Sägeblatt 86 zur Einbringung von stirnseitigen Schlitzen in das Werkstück 30 auf.

Die Be- und Entladung der Reihenbohr- und -fräsmaschine erfolgt automatisch mittels eines Rollenbandes 88. Das zu bearbeitende Werkstück 30 wird zunächst mit seiner vorderen Stirnseite in die Station 22 eingeführt und zur Endenbearbeitung mit Hilfe der Sägaggregate 24 und 26 zeitweilig festgespannt. Im Anschluß an das stirnseitige Ende kann nach erfolgtem Vorschub des Werkstücks auch das rückwärtige Ende mit Hilfe der Sägaggregate 24 und 26 abgelängt und bearbeitet werden. Sodann wird das Werkstück 30 mit Hilfe des Rollenbandes 88 in die Bearbeitungsstellung zwischen den beiden Endlünetten 28 verschoben und dort eingespannt. Gleichzeitig oder anschließend werden die Bearbeitungsaggregate 20 bei gelösten Einspannungsvorrichtungen der aggregatfesten Lünetten 76 in Längsrichtung in ihre Bearbeitungspositionen verfahren. Nach der Längspositionierung der Bearbeitungsaggregate 20 werden auch die aggregatfesten Lünetten 76 gespannt. Bei jedem Arbeitstakt wird das Werkstück 30 mit allen Bearbeitungsaggregaten 20 im Parallelbetrieb bearbeitet. Sind auf der gleichen Profilseite mehr Bearbeitungsstellen als Bearbeitungsaggregate 20 vorhanden, ist ein weiterer Arbeitstakt nach vorheriger Neupositionierung der betreffenden Bearbeitungsaggregate 20 notwendig. Die Bearbeitung auf den verschiedenen Werkstückseiten bedarf einer Drehung des Werkstücks 30 mit Hilfe des Lünettenantriebs 74 in die geeignete Winkellage sowie einer Neupositionierung der Bearbeitungsaggregate 20 in der vorbeschriebenen Weise. Dieser Vorgang ist erforderlichenfalls mehrfach zu wiederholen. Nach erfolgter Rundumbearbeitung wird das Werkstück 30 automatisch mit Hilfe des Rollenbandes 88 aus dem Bearbeitungsbereich der Reihenbohr- und -fräsmaschine entfernt.

Zusammenfassend ist folgendes festzustellen:

Die Erfindung betrifft eine Reihenbohr- und -fräsmaschine zur vollautomatischen Rundumbearbeitung langgestreckter Werkstücke 30. Zu diesem Zweck weist die Maschine mehrere, gleich ausgebildete Bearbeitungsaggregate 20 auf, die mittels motorisch angetriebener Kugelmuttern 40 unabhängig voneinander entlang einer maschinengestellfesten Kugelumlaufspindel 18 verfahrbar und positionierbar sind. Die Kugelmutter 40 bildet zusammen mit dem auf gestellfesten Führungssäulen 14 abgestützten Längsschlitten 32 eines jeden Bearbeitungsaggregats 20 eine längs des Maschinengestells 10 variabel positionierbare Lagerstelle für die nur an ihren Enden am Maschinengestell 10 starr gelagerte Kugelumlaufspindel 18. Ohne diese Lagerstellen würde die Kugelumlaufspindel 18 aufgrund ihres Eigengewichts unzulässig durchbiegen. Die Werkstückaufnahme weist zwei im Abstand voneinander am Maschinengestell angeordnete Endlünetten 28 auf, die je eine motorisch drehbare Einspannvorrichtung 72 für das Werkstück 30 enthalten. Zur weiteren Unterstützung des Werkstücks sind an den Bearbeitungsaggregaten 20 aggregatfeste Lünetten 76 mit drehbaren Einspannvorrichtungen angeordnet.


Anspruch[de]
  1. 1. Reihenbohr- und -fräsmaschine mit folgenden Merkmalen:
    1. - ein langgestrecktes Maschinengestell (10);
    2. - mindestens zwei entlang einer gemeinsamen Längsführung des Maschinengestells (10) mittels mechanischer Übertragungsmittel horizontal verfahrbare, ein Werkzeug oder einen Werkzeugkopf (62) tragende Bearbeitungsaggregate (20);
    3. - eine Werkstückaufnahme (28) zum Einspannen und Ausrichten langgestreckter Werkstücke (30);
    4. - die Längsführung weist zwei zueinander parallele, im Abstand voneinander am Maschinengestell (10) starr angeordnete Führungswellen (14) oder -schienen auf;
    5. - die mechanischen Übertragungsmittel weisen eine zu den Führungssäulen (14) parallele, an ihren beiden Enden drehfest am Maschinengestell (10) gehalterte Kugelumlaufspindel (18) auf;
    6. - die Bearbeitungsaggregate (20) weisen je einen auf den Führungswellen verschiebbar gelagerten Längsschlitten (32) auf;
    7. - die Längsschlitten (32) sind mittels je einer motorisch angetriebenen Kugelmutter (40) unabhängig voneinander entlang der Kugelumlaufspindel (18) verfahrbar und positionierbar;
    8. - die Werkstückaufnahme weist zwei im Abstand voneinander am Maschinengestell (10) angeordnete Endlünetten (28) auf, von denen mindestens eine entlang den Führungssäulen (14) verfahrbar und positionierbar ist;
    9. - die Endlünetten (28) weisen je eine um eine zu den Führungssäulen (14) parallele Achse drehbare Einspannvorrichtung (72) für das Werkstück (30) auf, von denen mindestens eine in Drehrichtung motorisch verstellbar ist.
  2. 2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kugelmutter (40) zusammen mit dem auf den Führungssäulen (14) abgestützten Längsschlitten (32) eines jeden Bearbeitungsaggregats (20) eine längs des Maschinengestells (10) variabel positionierbare Lagerstelle für die Kugelumlaufspindel (18) bildet.
  3. 3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens fünf, vorzugsweise sechs bis zwölf unabhängig voneinander längs des Maschinengestells (10) positionierbare Bearbeitungsaggregate (20) vorgesehen sind.
  4. 4. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Bearbeitungsaggregat (20) einen an dem Längsschlitten (32) quer zur Längsführung (14) motorisch verfahrbaren Querschlitten (44) aufweist.
  5. 5. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Bearbeitungsaggregat (20) einen am Querschlitten (44) motorisch verschiebbaren Vertikalschlitten (54) aufweist.
  6. 6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Quer- und Vertikalschlitten (44, 54) je einen Spindel-Mutter-Trieb mit motorisch angetriebener Kugelumlaufspindel (51) aufweisen.
  7. 7. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkzeugkopf (62) der Bearbeitungsaggregate (20) als automatisch betätigbarer Revolverkopf oder automatisch bestückbarer Werkzeugwechsler ausgebildet ist.
  8. 8. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der Endlünetten (28) eine auf der maschinengestellfesten Kugelumlaufspindel (18) geführte, motorisch angetriebene Kugelmutter aufweist.
  9. 9. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Längsschlitten (32) eines jeden Bearbeitungsaggregats (20) eine aggregatfeste Lünette (76) mit um eine zur Längsführung parallele Achse drehbaren Einspannvorrichtung für das Werkstück (30) angeordnet ist.
  10. 10. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Einspannvorrichtungen (72) der Endlünetten (28) und der aggregatfesten Lünetten (76) hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch betätigbar sind.
  11. 11. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der maschinengestellfesten Kugelumlaufspindel (18) geführten Kugelmuttern (40) über einen spielfreien Zahnriementrieb (36) antreibbar sind.
  12. 12. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die motorischen Schlittenantriebe und der motorische Drehantrieb der Einspannvorrichtungen (28) je einen Servomotor aufweisen.

  13. 13. Maschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Servomotor mit einem Reduziergetriebe und einem Drehgeber versehen ist.
  14. 14. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 13, gekennzeichnet durch eine zur Werkstückaufnahme (28) führende motorisch angetriebene Werkstückzu- und/oder -abführung.
  15. 15. Maschine nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die motorisch angetriebene Werkstückzu- und/oder -abführung als Rollenband (88) ausgebildet ist.
  16. 16. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe des einen Maschinengestellendes mindestens ein ein Sägeblatt (78, 86) tragendes Bearbeitungsaggregat (24, 26) auf dem Maschinengestell angeordnet ist.
  17. 17. Maschine nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Bearbeitungsaggregat (24) mit einem Längsschlitten auf den maschinengestellfesten Führungssäulen (14) geführt und mittels einer motorisch angetriebenen Kugelmutter auf der gestellfesten Kugelumlaufspindel (18) verfahrbar und positionierbar ist.
  18. 18. Maschine nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Bearbeitungsaggregat (26) mittels einer parallel zur maschinengestellfesten Kugelumlaufspindel (18) am Maschinengestell (10) motorisch drehbar gelagerten Kugelumlaufspindel (84) kurzhubig horizontal verschiebbar und positionierbar angeordnet ist.
  19. 19. Maschine nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Sägeblatt (78) um eine parallel oder schräg zur Längsführung ausgerichtete horizontale Achse (76) antreibbar ist.
  20. 20. Maschine nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Sägeblatt (86) mit im wesentlichen vertikaler oder gegenüber der Vertikalen schräg angestellter Achse antreibbar ist.
  21. 21. Maschine nach einem der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die das Sägeblatt (78, 86) tragenden Bearbeitungsaggregate (24, 26) zusätzlich je einen motorisch verfahrbaren Quer- und Vertikalschlitten aufweisen.
  22. 22. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsachsen der Bearbeitungsaggregate (20, 24, 26) und der Endlünetten (28) über eine CNC-Steuerung ansteuerbar sind.






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