Die vorliegende Erfindung betrifft Legierungen, die sich als Materialien für Krackrohre zur
Herstellung von Ethylen, Reformierrohre etc. und zur Verwendung in der petrochemischen
Industrie eignen, und insbesondere hitzebeständige Legierungen mit einer hohen
Kriechreißfestigkeit bzw. Zeitstandfestigkeit, ausgezeichneter Beständigkeit gegenüber
Oxidation und Aufkohlung bzw. Karbonisierung, hoher Kriechverformungsbeständigkeit bei
hohen Temperaturen und hoher Duktilität eingesetzt zu werden.
Ethylen wird hergestellt durch Zuführung des Naphthas und des Dampfes in das Krackrohr
und durch Erhitzen des Rohrs von außen auf eine hohe Temperatur, die über 1000ºC liegt,
um das Naphtha in dem Rohr mit der Strahlungswärme zu kracken. Folglich muß das
Material für das Rohr eine ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber Oxidation und eine
ausgezeichnete Festigkeit bei hohen Temperaturen aufweisen (insbesondere die
Kriechreißfestigkeit und die Kriechverformungsbeständigkeit).
Durch das Verfahren zum Kracken des Naphthas wird freier Kohlenstoff gebildet, welcher
sich auf der inneren Rohrfläche niederschlägt. Wenn sich Kohlenstoff ablagert, der eine
geringe thermische Leitfähigkeit aufweist, muß das Rohr von außen auf eine höhere
Temperatur erhitzt werden, um die Krackreaktion herbeizuführen, und von daher ergibt sich
ein geringerer thermischer Wirkungsgrad. Das Rohrmaterial muß daher äußerst beständig
gegenüber Aufkohlung sein.
Verbessertes HP-Material (0,45 C-25 Cr-35 Ni-Nb, W, Mo-Fe) gemäß ASTM-Standards
wurde in breitem Umfang als Material für Krackrohre zur Herstellung von Ethylen
verwendet. Mit der Erhöhung der Betriebstemperatur in den letzten Jahren allerdings
besteht für dieses Material das Problem, daß dessen Beständigkeit gegenüber Oxidation,
Kriechreißfestigkeit und Beständigkeit gegenüber Aufkohlung ziemlich beeinträchtigt wird,
wenn es bei Temperaturen über 1100ºC verwendet wird.
Folglich hat der Erfinder der vorliegenden Anmeldung bereits ein Material entwickelt, das
hohen Betriebstemperaturen von mehr als 1100ºC standhalten kann (Geprüfte japanische
Patentveröffentlichung SHO 63-4897). Dieses Material umfaßt, in Gew.-%, 0,3-0,5 % C,
bis zu 2 % Si, bis zu 2 % Mn, 30-40 % Cr, 40-55 % Ni, 0,02-0,6 % Al, bis zu 0,08 % N,
0,3-1,8 % Nb und/oder 0,5-6,0 % W, 0,02-0,5 % Ti und/oder 0,02-0,5 % Zr, und den
Rest, der im wesentlichen Fe ist.
Obwohl dieses Material beim Hochtemperaturbetrieb bei Temperaturen von mehr als
1100ºC bei einer ausreichenden Beständigkeit gegenüber Oxidation, einer hohen
Kriechreißfestigkeit und einer ausgezeichneten Beständigkeit gegenüber Aufkohlung verwendbar
ist, fand man heraus, daß das Material einer Kriechverformung relativ schnell bei hohen
Temperaturen unterliegt und noch, was seine Schweißbarkeit angeht, verbessert werden
muß.
Wenn die Kriechverformungsbeständigkeit bei hohen Temperaturen gering ist, was eine
sehr schnelle Verformung zulaßt, kommt die das Krackrohr tragende Führungsvorrichtung
in lagernden Kontakt mit dem Ofenboden und führt so zu einer Krümmung des Rohrs.
Wenn es durch die Krümmung verformt wird, wird das Rohr dem Heizbrenner lokal näher
gebracht, und der lokale Rohrabschnitt wird auf eine ungewöhnlich hohe Temperatur
erhitzt, was zu einer Verschlechterung des Materials und zu einer beschleunigten
Aufkohlung führt. Um eine derartige Verformung zu vermindern, muß die Sekundär-
Kriechrate niedrig sein.
Bei Krackrohren ist es erforderlich, den durch Aufkohlung, Ausweitung oder dergleichen
qualitätsmäßig verschlechterten Abschnitt für den Ersatz und die Reparatur durch
Schweißen zu entfernen. Dennoch, wenn das Material nicht ausreichend schweißbar ist, ist
es im wesentlichen unmöglich, das Rohr lokal zu reparieren, woraus sich das Erfordernis
ergibt, das fehlerhafte Rohr durch ein neues zu ersetzen, was einen sehr großen
wirtschaftlichen Verlust mit sich bringt. Dem Material kann man eine verbesserte
Schweißbarkeit verleihen, indem man dessen Duktilität nach dem Aushärten erhöht.
Wir haben intensive Forschung betrieben und herausgefunden, daß im Falle des
obengenannten Legierungsmaterials Cr, das dort eingelagert ist, um die
Oxidationsbeständigkeit und Festigkeit bei hoher Temperatur zu gewährleisten, in einer
übermäßig großen Menge vorhanden ist und daher das mengenmäßige Verhältnis zwischen
Cr und Ti oder Zr aus dem Gleichgewicht bringt, welches in der Legierung eingelagert ist,
um das Wachstum und die Vergröberung des in der Austenit-Phase gebildeten Cr-Carbids
zu verlangsamen und um dadurch eine verbesserte Kriechreißfestigkeit zu gewährleisten,
wodurch als Folge die Kriechverformungsbeständigkeit verringert wird.
Folglich senkten wir den Cr-Gehalt, um dadurch das mengenmaßige Verhältnis zwischen Cr
und Ti und/oder Zr zu optimieren, den Vorgang des Sekundär-Kriechens zu verlangsamen
und die Duktilität nach dem Altern bzw. Vergüten zu verbessern.
Wir fanden ebenfalls heraus, daß Nb-Ti-Carbonitrid zu einem großen Teil zur Verbesserung
der Kriechreißfestigkeit beiträgt. Stickstoff wird daher in vermehrter Menge für die Bildung
des Nb-Ti-Carbonitrids bereitgestellt, um eine hohe Kriechreißfestigkeit sicherzustellen.
Ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine hitzebeständige Legierung bereitzustellen,
die bei hohen Temperaturen von mehr als 1100ºC bei hoher Kriechreißfestigkeit und
ausgezeichneter Beständigkeit gegenüber Oxidation und Aufkohlung verwendbar ist und die
eine hohe Kriechverformungsbeständigkeit bei hohen Temperaturen und hoher Duktilität
nach dem Aushärten aufweist.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Krackrohr bereitzustellen, das bei
hohen Betriebstemperaturen von mehr als 1100ºC bei hoher Kriechreißfestigkeit und
ausgezeichneter Beständigkeit gegenüber Oxidation und Aufkohlung verwendbar ist und
das eine hohe Kriechverformungsbeständigkeit bei hohen Temperaturen und hoher Duktilität
nach dem Ausharten aufweist.
Die hitzebeständige Legierung der vorliegenden Erfindung umfaßt, in Gew.- %, 0,3-0,8 %
C, 0,5-3 % Si, mehr als 0 % bis nicht mehr als 2 % Mn, mindestens 23 % bis weniger als
30 % Cr, 40-55 % Ni, 0,2-1,8 % Nb, mehr als 0,08 bis nicht mehr als 0,2 % N, 0,01-0,5
% Ti und/oder 0,01-0,5 % Zr, und den Rest Fe und nicht vermeidbare Verunreinigungen.
Mindestens 0,5 % Co können in der hitzebeständigen Legierung der vorliegenden Erfindung
vorhanden sein, so daß die Gesamtmenge an Co und Ni innerhalb des Bereiches von 40 bis
55 % liegt.
Außerdem kann, wenn erforderlich, mindestens eine Komponente in der Legierung der
vorliegenden Erfindung auf Kosten des Restelements Fe vorhanden sein, welche aus der aus
0,02-0,6 % Al, 0,001-0,5 % Ca, bis zu 0,05 % B, bis zu 0,5 % Y und bis zu 0,5 % Hf
bestehenden Gruppe gewählt ist.
Die Fig. 1 ist eine graphische Darstellung, die Erhöhungen der Kohlenstoffmenge zeigt, die
durch einen Aufkohlungstest ermittelt wurden;
die Fig. 2 ist ein Diagramm, das die Bedingungen für einen Aufkohlungstest
veranschaulicht.
die Fig. 3 ist eine graphische Darstellung, die die Ergebnisse eines Kriechreißfestigkeitstests
zeigt;
die Fig. 4 ist eine graphische Darstellung, die die Ergebnisse eines Kriechdehnungstests
zeigt; und
die Fig. 5 ist eine graphische Darstellung, die die Ergebnisse eines Zugdehnungsversuch
zeigt, welcher bei Raumtemperatur nach dem Aushärten durchgeführt wurde.
Die hitzebeständige Legierung, die die vorliegende Erfindung umfaßt, hat die vorerwähnte
Zusammensetzung, die aus den folgenden Gründen bestimmt wurde.
C: 0,3 % - 0,8 %
Wenn sich die Legierung beim Gießen verfestigt, bildet C Cr-, Nb-, Ti- und ähnliche
Carbide an den Korngrenzen. C bildet außerdem eine feste Lösung in Austenit-Phase und
bildet das Sekundär-Carbid von Cr in dem Austenit, nachdem die Legierung wieder erhitzt
wurde. Das so gebildete Carbid bietet eine verbesserte Kriechreißfestigkeit. Je höher der C-
Gehalt, desto besser ist die Schweißbarkeit der Legierung. Folglich ist es wünschenwert,
daß mindestens 0,3 % C vorhanden sind. Demgegenüber präzipitiert das Cr-Carbid diffus
nach seiner Verwendung, wenn der C-Gehalt über 0,8 % liegt, und die Legierung weist
eine geringere Duktilität nach dem Altern und eine verminderte Schweißbarkeit auf. Aus
diesen Gründen sollten 0,3 % bis 0,8 % C vorhanden sein.
Si: 0,5 % - 3 %:
Wenn die Komponenten zu einer Legierung geschmolzen werden, wirkt Si als ein
Desoxidationsmittel und bewirkt, daß die geschmolzene Legierung eine verbesserte Fluidität
erhält. Bei einer Erhöhung der Si-Menge bildet sich ein SiO&sub2;-Film in der Umgebung der
Rohrinnenseite und verhindert das Eindringen von C. Folglich müssen mindestens 0,5 % Si
vorhanden sein. Allerdings führt es zu einer geringeren Kriechreißfestigkeit und einer
verminderten Schweißbarkeit, wenn der Si-Gehalt über 3 % liegt, von daher die Obergrenze
von 3 %.
Mn: mehr als 0 % bis nicht mehr als 2 %
Mn wirkt als Desoxidationsmittel wie Si, fixiert Schwefel (S) während der Herstellung einer
Legierung im Schmelzzustand und gewährleistet eine verbesserte Schweißbarkeit. Jedoch
kommt es zu keiner entsprechend verstärkten Wirkung, wenn mehr als 2 % Mn vorhanden
sind, so daß die Obergrenze bei 2 % liegt.
Cr: mindestens 23 % bis weniger als 30 %
Cr ist ein Element, das für die Aufrechterhaltung der Oxidationsbeständigkeit und der
Hochtemperaturfestigkeit unerläßlich ist. Damit die Legierung die gewünschte
Kriechreißfestigkeit für die Verwendung bei Temperaturen von mehr als 1100ºC beibehält,
müssen mindestens 23 % Cr vorhanden sein. Demgegenüber verursacht Cr-Carbid, das im
Austenit dispergiert ist, bei Vorhandensein von mehr als 30 % Cr ein beschleunigtes
Sekundär-Kriechen und vermindert die Duktilität nach dem Aushärten. Gemäß der
vorliegenden Erfindung beträgt daher die Obergrenze für den Cr-Gehalt weniger als 30 %,
um eine verbesserte Kriechbeständigkeit zu verleihen, d. h., um den Vorgang des
Sekundär-Kriechens zu verlangsamen und die Duktilität nach dem Aushärten zu verbessern.
Ni: 40 % - 55 %
Ni bildet die Austenit-Phase zusammen mit Cr und Fe, trägt zu einer Verbesserung der
Beständigkeit gegenüber Oxidation bei und verleiht dem Cr-Carbid Stabilität nach einer
längeren Zeit der Verwendung (Weichglühung des Primär-Carbids, wachstumshemmende
Wirkung beim Sekundär-Carbid). Ni trägt ferner zur Stabilität des Oxidfilms nahe der
Rohroberfläche bei, und es gewährleistet eine verbesserte Aufkohlungsbeständigkeit. Für
den Einsatz bei Temperaturen über 1100º C muß die Legierung mindestens 40 % Ni
enthalten, während ein Vorhandensein von mehr als 55 % Ni nicht eine entsprechend
größere Wirkung erzeugt, von daher eine Obergrenze von 55 %.
Bei der hitzebeständigen Legierung der vorliegenden Erfindung kann Ni, falls erforderlich,
teilweise durch mindestens 0,5 % Co ersetzt werden, da Co, wie Ni, zur Stabilisierung der
Austenit-Phase und zur Verbesserung der Oxidationsbeständigkeit und der
Hochtemperaturfestigkeit beiträgt. Allerdings sollte der Co-Gehalt so begrenzt sein, daß die
Menge von Co und Ni zusammen bei 40 bis 50 % liegt.
Nb: 0,2 % - 1,8 %
Nb bildet Nb-Carbid und Nb-Ti-Carbonitrid an den Korngrenzen, wenn sich die Legierung
beim Gießen verfestigt. Das Vorhandensein dieser Verbindungen verleiht eine erhöhte
Beständigkeit gegenüber einer Ausdehnung von Rissen an den Korngrenzen und eine
erhöhte Kriechreißfestigkeit bei hohen Temperaturen. Folglich ist das Vorhandensein von
mindestens 0,2 % Nb wünschenswert. Trotzdem führt ein Nb-Gehalt von mehr als 1,8 %
zu geringerer Oxidationsbeständigkeit, so daß die Obergrenze bei 1,8 % liegen sollte.
N: mehr als 0,08 % bis nicht mehr als 0,2 %
N bildet Carbonitrid, Nitrid etc. zusammen mit C, Nb und Ti und trägt zu erhöhter
Kriechreißfestigkeit bei. Die Legierung der vorliegenden Erfindung wird daher so
hergestellt, daß sie mehr als 0,08 % N enthält. Allerdings verursacht das Vorhandensein
von zuviel N eine Verhärtung und führt zu einer verminderten Zugverlängerung bei
Raumtemperatur. Folglich sollte die Obergrenze bei 0,2 % liegen.
Ti: 0,01 % - 0,5 %
Wenn die Legierung in der Form eines Krackrohres verwendet wird, verlangsamt Ti das
Wachstum und die Vergröberung von Cr-Carbid, das in der Austenit-Phase durch
Wiedererhitzen gebildet wurde, wodurch eine verbesserte Kriechreißfestigkeit erreicht wird,
so daß die Legierung mindestens 0,01 % Ti enthalten muß. Jedoch wird durch das
Vorhandensein von mehr als 0,5 % Ti keine entsprechend verbesserte Wirkung erzielt,
weshalb die Obergrenze bei 0,5 % liegt.
Zr: 0,01 % - 0,5 %
Zr trägt wie Ti zu einer Verbesserung der Kriechreißfestigkeit bei und muß in einer Menge
von mindestens 0,01 % vorhanden sein. Trotzdem führt das Vorhandensein von mehr als
0,5 % nicht zu einer entsprechenden Wirkung. Die Obergrenze liegt daher bei 0,5 %.
Da Ti im Vergleich zu Zr in bezug auf die erreichte Wirkung gleichwertig ist, lassen sich
die Ziele der vorliegenden Erfindung erreichen, wenn eines von beiden vorhanden ist.
Jedoch gibt es keine Probleme, wenn beide gleichzeitig vorhanden sind.
Die hitzebeständige Legierung der vorliegenden Erfindung umfaßt die oben angegebenen
Komponentenelemente, und den Rest Fe und Verunreinigungselemente, die sich
unvermeidbar in der Legierung einlagern.
Erforderlichenfalls kann zumindest eines der weiter unten aufgeführten
Komponentenelemente in die hitzebeständige Legierung der vorliegenden Erfindung
eingelagert werden.
Al: 0,02 % - 0,6 %
Wie Si bildet Al einen Al&sub2;O&sub3;-Film in der Nähe der Rohroberfläche und ist wirksam bei der
Verhinderung des Eindringens von C, so daß mindestens 0,02 % Al verwendet werden.
Jedoch weist die Legierung bei einem Gehalt von mehr als 0,6 % Al eine geringere
Duktilität auf, von daher die Obergrenze 0,6 %.
Außerdem können bei der hitzebeständigen Legierung der Erfindung die vorhergehenden
Elemente teilweise durch mindestens eines der folgenden Komponentenelemente ersetzt
werden, wenn dies erforderlich ist.
Ca: 0,001 % - 0,5 %
Wenn die Legierung auf eine hohe Temperatur erhitzt wird, bildet Ca ein Oxid auf der
Oberfläche der Legierung, so daß es ein Diffundieren von C in das Metall verhindert und
für eine verbesserte Beständigkeit gegenüber Aufkohlung sorgt. Folglich werden mindestens
0,001 % Ca verwendet, wohingegen das Vorhandensein von zuviel Ca andere
Eigenschaften der Legierung wie die Schweißbarkeit beeinträchtigt, so daß die Obergrenze
bei 0,5 % liegen sollte.
B: bis zu 0,05 %
B erhöht die Festigkeit der Korngrenzen und trägt zu einer Verbesserung der
Kriechreißfestigkeit bei. Nichtsdestotrotz beeinträchtigt das Vorhandensein von zuviel B die
Schweißbarkeit und andere Eigenschaften der Legierung, von daher die Obergrenze von
0,05 %.
Y: bis zu 0,5 %
Y gewährleistet eine verbesserte Beständigkeit gegenüber Aufkohlung.
Um diese Wirkung zu gewährleisten, kann Y in einer Menge von bis zu 0,5 % vorliegen.
Hf: bis zu 0,5 %
Wie Y verleiht Hf eine verbesserte Beständigkeit gegenüber Aufkohlung. Um diese
Wirkung zu gewährleisten, kann Hf in einer Menge von bis zu 0,5 % vorhanden sein.
Als nächstes werden die hervorstechenden Eigenschaften der Legierung der vorliegenden
Erfindung unter Bezugnahme auf das nun folgende Beispiel erläutert.
BEISPIEL
Es wurden Legierungen aus verschiedenen Komponenten hergestellt, wobei ein
Hochfrequenz-Schmelzofen eingesetzt wurde, und durch Schleuderguß in eine hohle
Gießform gebracht. Die Tabelle 1 zeigt die chemischen Zusammensetzungen der so
erhaltenen Legierungsproben.
Probenstücke (15 mm dick, 25 mm breit und 70 mm lang) wurden aus den
Legierungsproben hergestellt. Die Proben Nr. 1 bis 3 und Nr. 11 bis 18 wurden einem
Aufkohlungstest, die Proben Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 11 bis 13 einem
Kriechreißfestigkeitstest, die Proben Nr. 1, Nr. 2, Nr. 4, Nr. 5, Nr. 11 und Nr. 12 einem
Zeitstandversuch, und die Proben Nr. 4, Nr. 5, Nr. 11 und Nr. 13 wurden einem Zugtest
bei Raumtemperatur nach dem Altern unterzogen.
Der Autkohlungstest wurde gemäß dem Testverfahren für das Aufkohlen fester
Kohlungsmitteln (solid carburization testing method) unter den in der Fig. 2 gezeigten Bedingungen
durchgeführt. Bei diesem Test wurde das Probestück wiederholt 17 mal einer
Aufkohlungsbehandlung unter den in der Fig. 2 gezeigten Bedingungen (48 Stunden x 17 Mal = 816
Stunden) unterzogen, und es wurden kleine Stücke von der Oberfläche des Probestückes in
einer Höhe von etwa 0,5 mm entnommen und chemisch analysiert, um die Zunahme der
Kohlenstoffmenge zu ermitteln. Die Fig. 1 zeigt die Ergebnisse.
Die Fig. 3 zeigt die Ergebnisse des Kriechreißfestigkeitstests.
Der Kriechverlängerungstest wurde bei einer Temperatur von 1100ºC unter einer
Belastung von 1,5 kgf/mm² durchgeführt. Die Fig. 4 zeigt die Ergebnisse.
Für den Zugtest bei Raumtemperatur wurde das Probenstück bei 1100ºC 1000 Stunden lang
altern gelassen und danach auf seine Zugverlängerung bei Raumtemperatur hin überprüft.
Die Fig. 5 zeigt die Ergebnisse.
Tabelle 1
Chemische Zusammensetzung (Rest: Fe und Verunreinigungen) (Gew.-%)
Probe Nr.
In Bezug auf Tabelle 1 sind die Proben Nr. 1 bis Nr. 5 herkömmliche Legierungen, und
die Proben Nr. 11 bis Nr. 18 sind Legierungen der Erfindung.
Die Fig. 1 zeigt, daß die Legierungen der Erfindung eine um mindestens circa 50 %
geringere Zunahme der Kohlenstoffmenge aufweisen als die Proben Nr. 1 bis Nr. 3, welche
herkömmliche Legierungen sind.
Die Fig. 3 offenbart, daß die Legierungen der Erfindung eine um circa 20 % höher
liegende Kriechreißfestigkeit haben als die Proben Nr. 1 und Nr. 2 mit herkömmlichen
Legierungen. Dies ist der kooperativen Wirkung von Ti und N zuzuschreiben.
Die Fig. 4 zeigt, daß die Legierungen der Erfindung gegenüber den herkömmlichen
Legierungsproben Nr. 1, Nr. 2, Nr. 4 und Nr. 5 eine deutliche Verbesserung zeigen, was
die Sekundär-Kriechrate, d. h. die Kriechbeständigkeit, angeht.
Die Fig. 5 offenbart, daß die Legierungen der Erfindung bei Raumtemperatur nach dem
Altern bei 1100ºC während eines Zeitraums von 1000 Stunden eine größere Verlängerung
aufweisen als die herkömmlichen Proben Nr. 4 und Nr. 5. Wenn die Verlängerung nur
gering ist, bedeutet dies eine geringere Schweißbarkeit nach deren Einsatz. Daher sind die
Legierungen der Erfindung den herkömmlichen Legierungen in bezug auf die
Schweißbarkeit nach deren Einsatz überlegen.
Die Verbesserungen, welche bei der Sekundär-Kriechrate und der Verlängerung bei
Raumtemperatur erzielt wurden, schreibt man dem verbesserten Mengenverhältnis zwischen
Cr und Ti und/oder Zr zu.
Diese Ergebnisse zeigen, daß die Legierungen der vorliegenden Erfindung nicht nur in
bezug auf ihre Beständigkeit gegenüber Aufkohlung und in bezug auf ihre Kriechfestigkeit
von ausgezeichneter Qualität sind, sondern auch in bezug auf deren
Kriechverformungsbeständigkeit und deren Duktilität nach dem Altern.
Folglich eignet sich die Legierung der vorliegenden Erfindung gut als Material für
Krackrohre und für Reformierrohre zum Einsatz in der petrochemischen und der
chemischen Industrie.
Anspruch[de]
1. Hitzebeständige Legierung mit hoher Kriechverformungsbeständigkeit und
hoher Duktilität nach dem Altern bzw. Vergüten, umfassend, in Gew.-%, 0,3-0,8%
C, 0,5-3% Si, über 0% bis nicht mehr als 2% Mn, mindestens 23% bis weniger als
30% Cr, 40-55% Ni, 0,2-1,8% Nb, über 0,08% bis nicht mehr als 0,2% N, 0,01-
0,5% Ti und/oder 0,01-0.5% Zr, Rest Fe und nicht vermeidbare
Verunreinigungen.
2. Hitzebeständige Legierung nach Anspruch 1, welche anstelle eines Teils
von Ni mindestens 0,5% Co enthält, wobei die gemeinsame Menge von Co und Ni
40 bis 55% beträgt.
3. Hitzebeständige Legierung nach Anspruch 1, welche auf Kosten des
Restelements Fe mindestens eine Komponente enthält, welche aus der aus 0,02-0,6%
Al, 0,001-0,5% Ca, bis zu 0,05% B, bis zu 0,5% Y und bis zu 0,5% Hf bestehenden
Gruppe gewählt ist.
4. Hitzebeständige Legierung nach Anspruch 2, welche auf Kosten des
Restelements Fe mindestens eine Komponente enthält, welche aus der aus 0,02-0,6%
Al, 0,001-0,5% Ca, bis zu 0,05% B, bis zu 0,5% Y und bis zu 0,5% Hf bestehenden
Gruppe gewählt ist.
5. Kohlenwasserstoffkrack- oder -reformierrohr, welches aus einer
hitzebeständigen Legierung hergestellt ist, umfassend, in Gew.-%, 0,3-0,8% C, 0,5-3%
Si, über 0% bis nicht mehr als 2% Mn, mindestens 23% bis weniger als 30% Cr, 40-
55% Ni, 0,2-1,8% Nb, über 0,08% bis nicht mehr als 0,2% N, 0,01-0,5% Ti
und/oder 0.01-0,5% Zr, Rest Fe und nicht vermeidbare Verunreinigungen.