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Dokumentenidentifikation DE3210188C2 09.03.1995
Titel Fungizide Zusammensetzung auf Basis von 1-Isopropyl-carbamoyl-3-(3,5-dichlorphenyl)-hydantoin sowie Verfahren zum Schutz von Kulturen
Anmelder Rhône-Poulenc Agrochimie, Lyon, FR
Erfinder Margossian, Albert, Chennevieres S/Marne, FR
Vertreter Assmann, E., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Zumstein, F., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Klingseisen, F., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 80331 München
DE-Anmeldedatum 19.03.1982
DE-Aktenzeichen 3210188
Offenlegungstag 30.09.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.03.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.03.1995
IPC-Hauptklasse A01N 47/38
IPC-Nebenklasse A01N 25/30   A01N 25/04   A01N 25/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine neue fungizide Zusammensetzung auf Basis von Iprodion und ein Verfahren zum Schutz von Kulturen.

Iprodion ist der bekannte Name zur Bezeichnung eines landwirtschaftlichen Fungizids, das unter der chemischen Bezeichnung 1-Isopropylcarbamoyl-3-(3,5-dichlorphenyl)-hydantoin bekannt ist. Dieses Fungizid weist eine ausgezeichnete Aktivität gegen die Funguskrankheiten von Pflanzen auf, insbesondere Botritis der Weinrebe ("The Pesticide Manual", A World Compendium, 6 Edition 1979, Editor Charles R. Worthing). Bisher war dieses aktive Material im wesentlichen in Form eines benetzbaren Pulvers in den Handel gekommen. Diese Formulierung weist die Unzulänglichkeit der Dispergierung der Staubteilchen in der Atmosphäre im Augenblick der Handhabung auf, entweder während des Abfüllens in Beutel oder während der Verdünnung des benetzbaren Pulvers in Wasser bei der Herstellung der Brühe. Im übrigen kann diese Formulierung von der Oberfläche der Blätter oder der Körner im Falle starker Regenfälle abgewaschen werden.

Die vorliegende Erfindung soll diese Unzulänglichkeiten überwinden. Sie betrifft eine fungizide Zusammensetzung für die Landwirtschaft auf Basis von Iprodion und ist dadurch gekennzeichnet, daß sie in Gewichtsteilen enthält:

  • a) etwa 20 bis 40% eines aktiven Materials auf der Basis von 1-Isopropylcarbamoyl-3-(3,5-dichlorphenyl)-hydantoin,
  • b) eine "Öl-in-Wasser"-Emulsion, umfassend 50 bis 160 Gew.-%, bezogen auf Wirkstoff a), eines Öls mit einem HLB-Wert von 8 bis 12, wobei das Öl von 1 bis 5 g Wirkstoff a) pro Liter auf lösen kann,
  • c) von 0,1 bis 2% eines nicht ionischen Emulgators vom Typ des ethoxylierten Fettalkohols, wobei dieser ein Kondensat eines oder mehrerer Fettalkohole, enthaltend 12 bis 14 Kohlenstoffatome, und von 8 bis 12 Mol Ethylenoxid ist,
  • d) wobei die Ergänzung auf 100% aus Wasser und üblichen Zusätzen besteht.


Zwar waren bereits aus der US-PS 40 44 145 und 37 55 350 Iprodion enthaltende fungizide Zusammensetzungen bekannt, doch ist diesen keine Anregung zu entnehmen, durch Auswahl einer speziellen ölig-wäßrigen Formulierung die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe zu lösen.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen sind konzentrierte Suspensionen von Iprodion in einer Öl-in-Wasser-Emulsion. Diese fluiden Formulierungen werden in der Praxis häufig als "fluide Pasten", "Cremes" oder englisch "flowables" bezeichnet.

In diesen Zusammensetzungen ist das aktive Material auf Basis von Iprodion in Form von festen Teilchen, dessen mittlerer Durchmesser unterhalb von 10 Mikron liegt, vorzugsweise mit einem mittleren Durchmesser von 1 bis 5 Mikron.

In diesen Suspensionen kann das aktive Material außer Iprodion auch andere aktive Materialien umfassen, wie besonders Carbendazim, Benomyl oder Methylthiophanat oder eine Verbindung auf Kupfer-Basis, ein metallisches Äthylenbisdithiocarbamat wie Manebe, Zinebe oder Mancozebe oder ein Phthalimidderivat wie Captan, Captafol oder Folpel ("The Pesticide Manual", A World Compendium, 6th Edition 1979, Editor Charles R. Worthing).

Jedoch können gemäß der Erfindung andere Mischungen, worin das Iprodion mit anderen Fungiziden assoziiert ist, formuliert werden.

Das in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen verwendbare Öl kann verschiedener Natur sein, vorausgesetzt, daß es von 1 bis 5 g Iprodion pro Liter Öl bei gewöhnlicher Temperatur lösen kann, und daß es einen Gleichgewichtswert hydrophil/ lipophil (HLB) auf der HLB-Skala, die für die Herstellung einer Öl-in-Wasser-Emulsion gefordert wird, von 8 bis 12, vorzugsweise 10 bis 11 besitzt, und vorzugsweise eine Viskosität zwischen 0,2 und 0,3 cm²/s hat. Das hydrophile/lipophile Gleichgewicht ist definiert und bestimmt gemäß "Pesticide formulation" Wade Van Valkenburg, Edition Marcel Dekker Inc,, New York 1973 (vgl. auch Römpp, Chemie-Lexikon, 7. Auflage, Band 3, S. 1478/79, "HLB-System").

Diese Öle können Mineralöle sein, wie die raffinierten Erdöle, welche im allgemeinen als Weißöle bezeichnet werden, mit einem Siedeintervall zwischen 300 und 400°C bei atmosphärischem Druck, mit einem erhöhten Gehalt an Paraffinkohlenwasserstoffen mit vorzugsweise einem Minimalgehalt von 92% an nicht sulfonierbaren Bestandteilen. Gewisse pflanzliche Öle mit einem Gleichgewichtswert hydrophil/lipophil, umfaßt von der oben definierten Skala, können auch verwendet werden, wie beispielsweise Arachisöl, Maiskeimöl oder Rapsöl bzw. Rüböl.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist ein besonderes Emulgiermittel vom Typ des äthoxylierten Fettalkohols, ein Kondensat eines oder mehrerer linearer oder verzweigter Fettalkohole von C&sub1;&sub2; bis C&sub1;&sub4; und vorzugsweise C&sub1;&sub3; mit 8 bis 12 Mol, vorzugsweise 9 bis 10 Mol, Äthylenoxid, das die Stabilität der konzentrierten Iprodionsuspension in der Öl-in-Wasser-Emulsion sichert, wobei es gleichzeitig als Dispergier-Netzmittel des Iprodions und Emulgiermittel des binären Systems "Öl-Wasser" wirkt.

In gewissen Fällen, wenn man die Ölmenge vermindern will, um eine eventuelle Phytotoxizität herabzusetzen, ohne den biologischen Eigenschaften der Formulierung zu schaden, kann es vorteilhaft sein, 0,5 bis 2,5 Gew.-% eines hydrophilen, vorzugsweise im wesentlichen neutralen Siliciumdioxids zuzusetzen. Unter einem hydrophilen Siliciumdioxid im Sinne der vorliegenden Erfindung versteht man ein vorzugsweise synthetisches Siliciumdioxid, wie ultrafeines, hydratisiertes, gefälltes Siliciumdioxid mit einer erhöhten spezifischen Oberfläche der Größenordnung von 200 bis 300 m²/g, gemessen nach der B.E.T.-Methode. Ein derartiges Siliciumdioxid ist im wesentlichen neutral, d. h. sein pH in wäßriger Suspension ist 7+0,5. In der Praxis zieht man ein neutrales oder schwach saures Siliciumdioxid vor.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können darüber hinaus die klassischen Hilfsmittel enthalten, wie Viskositätsmittel (im allgemeinen von 0,05 bis 0,1 Gew-%) vom Polysaccharidtyp, insbesondere Heteropolysaccharide, welche von der Fermentation von Kohlehydraten mit einem Mikroorganismus vom Typ Xanthomonas stammt, Dispergier-Fluidisiermittel vom Typ des äthoxylierten Polyarylphenols, vorzugsweise in Form des sauren Phosphats (im allgemeinen von 0,5 bis 2,5 Gew.-%), Antigele wie Äthylenglycol oder Propylenglycol (im allgemeinen von 5 bis 10 Gew.-%), anti-Schaummittel, wie Emulsionen von Siliconölen (im allgemeinen von 0,2 bis 0,6 Gew.-%) und Konservierungsmittel gegen mikrobielle Vermehrung (im allgemeinen 0,1 bis 0,2 Gew.-%), wie Formalin bzw. Formaldehyd.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können beispielsweise in 3 Stufen hergestellt werden.

Die erste besteht in der Herstellung der Emulsion "Öl-in-Wasser" in einer Wanne, die mit einem kräftigen Rührwerk ausgestattet ist, indem das Öl in das Wasser, das die anderen wasserlöslichen Zusätze und gegebenenfalls Emulgiermittel enthält, eingegossen wird.

In der zweiten Stufe dispergiert man das Iprodion als feines Pulver in die ölige Emulsion, immer unter Rühren. Die erhaltene Suspension wird dann in einem Mahlapparat fein gemahlen, beispielsweise vom Typ der Kugelmühle, wie der Mahlapparat DYNO-MILL.

In der dritten und letzten Stufe wird das Viskositätsmittel vom Typ Heteropolysaccharid in einer kleinen Menge Wasser, welches das Konservierungsmittel (Formaldehyd in 40%iger wäßriger Lösung) und/oder das neutrale hydrophile Siliciumdioxid enthält, dispergiert. Diese Dispersion wird in die vorstehend beschriebene Iprodionsuspension einverleibt.

Die öligen Iprodionzusammensetzungen gemäß der Erfindung weisen außer dem Vorteil der fluiden Formulierung und der bequemeren Handhabung als ein benetzbares Pulver das Interesse auf, daß sie eine gesteigerte fungizide Wirksamkeit besitzen, wenn sie bei der Zerstäubungsbehandlung zur Bekämpfung von fungiziden Erkrankungen der Pflanzen angewandt werden (Weinrebe, Salatpflanzen, Tomaten, Erdbeerpflanzen, Bäume mit kleinen Früchten usw.) und insbesondere gegen Botritis (Botrytis cinerea), ohne Phytotoxizität aufzuweisen.

Die folgenden Beispiele sollen die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen und ihre bedeutenden biologischen Eigenschaften näher erläutern.

Beispiel 1

Man stellt eine konzentrierte ölige Suspension mit folgender prozentueller Gewichtszusammensetzung her:

Iprodion mit einem Teilchendurchmesser in der Größenordnung von 2 Mikron 25,0 Paraffinisches Mineralöl mit mehr als 70% Paraffin mit einem Gleichgewichtswert hydrophil/lipophil = 10,5 und lösend 1 g Iprodion pro Liter 33,0 Emulgiermittel auf Basis synthetischer C&sub1;&sub3;-Alkohole, äthoxyliert mit 9 bis 10 Mol Äthylenoxid 0,8 Äthoxyliertes Polystyrylphenolphosphat 2,5 Äthoxyliertes Polyalkylphenol 0,5 Äthylenglycol 5,0 Heteropolysaccharid (Rhodopol 23) 0,065 Formalin (wäßrige 40%ige Lösung) 0,15 Siliconölemulsion 0,5 Wasser auffüllen auf 100


Man mischt zunächst in einem Bottich bzw. Trog das Wasser, Glycol, die Siliconemulsion, die oberflächenaktiven Mittel, das Emulgiermittel. Das Gemisch wird bis zur vollständigen Dispersion gerührt, dann gießt man das Öl auf das Gemisch.

Dann fügt man Iprodion zu, immer unter Rühren. Man erhält eine Emulsion, welche man in einem Mahlapparat DYNO-MILL vermahlt, um eine konzentrierte Iprodionsuspension zu erhalten.

Im dritten und letzten Schritt wird das Viskositätsmittel (Heteropoylsaccharid), das in einer kleinen Wassermenge, welche das Konservierungsmittel (40%iges Formaldehyd) enthält, vordispergiert ist, in die Iprodionsuspension einverleibt, um schließlich eine gebrauchsfertige fluide Paste oder konzentrierte Dispersion zu erhalten.

Beispiel 2

Man stellt analog dem Verfahren von Beispiel 1 eine konzentrierte ölige Suspension der folgenden gewichtsmäßigen prozentuellen Zusammensetzung her:

Iprodion 30,0 Mineralöl mit mehr als 70% Paraffin mit einem Gleichgewichtswert hydrophil/lipophil von 10 und lösend 1,2 g Iprodion pro Liter Öl 20,0 Äthylenglycol 5,0 Synthetische C&sub1;&sub3;-Alkohole äthoxyliert mit 8 bis 10 Mol 0,8 Saures äthoxyliertes Polystyrylphenolphosphat 1,2 Siliconölemulsion 0,5 Synthetisches neutrales hydrophiles Siliciumdioxid (Oberfläche BET 200 m²/g) 2,0 Wasser auffüllen auf 100

Beispiel 3

Man stellt analog Beispiel 1 eine konzentrierte ölige Suspension der folgenden prozentuellen Gewichtszusammensetzung her:

Iprodion 37,5 Mineralöl mit mehr als 70% Paraffinen mit einem Gleichgewichtswert hydrophil/lipophil = 11 20,0 Äthylenglycol 5,0 Synthetische C&sub1;&sub3;-Alkohole mit 9 bis 10 Mol äthoxyliert 1,0 Saures äthoxyliertes Polystyrylphenolphosphat 1,5 Siliconölemulsion 0,5 Neutrales hydrophiles gefälltes Siliciumdioxid (Oberfläche BET 300 m²/g und löslich machend 1 g Iprodion pro Liter Öl 1,25 Wasser auffüllen auf 100

Beispiel 4

Man stellt analog dem Verfahren des Beispiels 1 eine konzentrierte ölige Suspension der folgenden prozentuellen Gewichtszusammensetzung her:

Iprodion 37,5 Industrielles Erdnußöl lösend 3,5 g Iprodion pro Liter 20,0 Äthylenglycol 5,0 Synthetische C&sub1;&sub3;-Alkohole mit 9 bis 10 Mol äthoxyliert 1,0 Saures äthoxyliertes Polystyrylphenolphosphat 2,0 Siliconölemulsion 0,5 Neutrales hydrophiles Siliciumdioxid 1,0 Wasser auffüllen auf 100

Beispiel 5

Man stellt analog dem Verfahren des Beispiels 1 eine konzentrierte ölige Suspension der folgenden gewichtsmäßigen Zusammensetzung in Prozenten her:

Iprodion 26,0 Paraffinisches Mineralöl (mit mehr als 70% Paraffin mit einem BHL-Wert = 10,5 und löslich machend 4,5 g Iprodion pro Liter) 32,2 Emulgiermittel auf Basis von synthetischen C&sub1;&sub3;-Alkoholen mit 9 bis 10 Mol Äthylenoxid äthoxyliert 0,8 Äthoxyliertes Polystyrylphenolphosphat 2,5 Äthoxyliertes Polyalkylphenol 0,5 Propylenglycol 5,0 Heteropolysaccharid (Rhodopol 23) 0,65 Formaldehyd (wäßrige 40%ige Lösung) 1,5 Wasser auffüllen auf 100

Beispiel 6

Man stellt analog dem Verfahren des Beispiels 1 eine konzentrierte ölige Suspension der folgenden gewichtsmäßigen Zusammensetzung in Prozenten her, wobei das Iprodion mit einem anderen aktiven Material, dem Carbendazim, assoziiert ist, und die Hilfsstoffe sind mit denjenigen des Beispiels 5 identisch:

Iprodion 18,0 Carbendazim 9,5 Paraffinisches Mineralöl 28,0 Emulgiermittel auf Basis von synthetischen C&sub1;&sub3;-Alkoholen äthoxyliert mit 9 bis 10 Mol Äthylenoxid 0,8 Äthoxyliertes Polystyrylphenolphosphat 2,5 Äthoxyliertes Polyalkylphenol 0,5 Propylenglycol 5,0 Heteropolysaccharid (Rhodopol 23) 1,3 Formaldehyd (wäßrige 40%ige Lösung) 3,0 Wasser auffüllen auf 100

Beispiel 7 Fungizide Freiluftversuche an Botrytis cinerea der Weinrebe

Diese Versuche wurden auf Weinbergparzellen von 50 m² durchgeführt, wobei im Verhältnis einer gleichen Dosis auf den Hektar ein handelsübliches benetzbares Pulver mit 50 Gew.-% Iprodion und eine Zusammensetzung gemäß Beispiel 1 nach dem folgenden Behandlungsprogramm angewandt wurden:

Erste Behandlung

Beim Fall der Blütenkappen, um die vertrockneten Blütenstücke zu sanieren, welche an den Körnern hängen bleiben können, und um den Kamm der Traube zu schützen.

Zweite Behandlung

Vor dem Schließen des Blütenstandes, d. h. wenn es der Zerstäubung noch möglich ist, den Kamm der Traube zu erreichen, um ihn gegen einen frühzeitigen Angriff von Fäule zu schützen.

Dritte Behandlung

Zu Beginn der Reife, d. h. von dem Augenblick an, wo die Beeren gegen Angriff von Botritis empfindlich werden, die für die Graufäule der Weinrebe verantwortlich ist.

Vierte Behandlung

Etwa drei Wochen vor der Weinlese, um einen guten Gesundheitszustand der Ernte sicherzustellen, in einem Zeitabschnitt, wo die physiologischen und klimatischen Bedingungen für die Entwicklung des Pilzes oft sehr günstig sind.

Diese Behandlungen wurden durch pneumatische Zerstäubung mit geringem Volumen, d. h. von 100 bis 300 l/ha, durchgeführt und gegen die Zone der Trauben bzw. Blütenstände gerichtet (lokalisierte Anwendung) und in einer Dosis pro Behandlung von 750 g aktives Material auf den Hektar.

Die Verseuchung mit Botritis erfolgte auf natürliche Weise im Laufe der Monate September und Oktober, welche feucht waren mit Anwesenheit zahlreicher nächtlicher Nebel.

Es wurden auch Parzellen ohne Behandlung als Kontrolle gelassen.

Bei der Ernte wertet man den Fäulnisbefall der Beeren in bezug auf die Kontrollparzelle mit infizierten und nicht behandelten Weinreben aus.

Unter diesen Bedingungen wurde beobachtet, daß:

  • - die Parzellen mit den nicht behandelten Kontrollweinreben mit einer Intensität von 41% befallen waren,
  • - die handelsübliche Iprodionzusammensetzung als 50%iges benetzbares Pulver eine Wirksamkeit oder mittleren Schutz von 34% hat,


während die Zusammensetzung gemäß Beispiel 1 in einer gleichen Dosis pro Hektar aktives Material angewandt, einen Schutz von 61% ergibt.

Im übrigen hat sich die Zusammensetzung gemäß Beispiel 1 als total selektiv auf die Weinrebe erwiesen.

Beispiel 8 Fungizide Freilandversuche an Botrytis cinerea bei Bohnenpflanzen

Diese Versuche wurden auf Parzellen von 5 m², die mit Bohnenpflanzen bepflanzt waren, durchgeführt, wobei im Verhältnis bei gleicher Dosis auf den Hektar ein handelsübliches benetzbares Pulver mit 50 Gew.-% Iprodion und eine Zusammensetzung gemäß Beispiel 1 nach dem folgenden Programm angewandt wurden, wobei jede Behandlung mit pneumatischer Zerstäubung bei niedrigem Volumen je Hektar, d. h. von 100 bis 300 l/ha in einer Dosis von 750 g/ha durchgeführt wurde.

Erste Behandlung

Zu Beginn der Blüte,

Zweite Behandlung

Am Ende der Blüte.

Einige Parzellen wurden zur Kontrolle ohne Behandlung gelassen. Die Verseuchung erfolgte auf natürliche Weise.

Unter diesen Bedingungen stellt man bei der Ernte fest, daß:

  • - die Kontrollparzellen zu etwa 27% befallen waren,
  • - die mit dem Iprodion als benetzbares Pulver behandelten Parzellen zu etwa 15% befallen waren,
  • - die mit dem erfindungsgemäß formulierten Iprodion befallenen Parzellen nur zu 4,5% angegriffen waren.

Beispiel 9 Beständigkeitstest gegenüber Regen

Tomatenpflanzen Eurocross B von 15 cm Höhe werden mit Iprodion als handelsübliches benetzbares Pulver zu 50 Gew.-% Iprodion und mit Iprodion, formuliert wie in Beispiel 1 behandelt, wobei beide Formulierungen in derselben Dosis von 375 g aktives Material pro 1000 l angewandt werden. Man läßt die Blätter trocknen. Dann werden einige Pflanzen verschiedenen Stärken von künstlichem Regen mittels einer Regensimulierapparatur ausgesetzt. Es werden Blattproben für jeden Fall von Regen entnommen und mit Mycelpfropfen von Botrytis cinerea inokuliert, dann während 4 Tagen bei 20°C in feuchtigkeitsgesättigter und beleuchteter Atmosphäre inkubieren gelassen. Man schreitet dann zur Kontrolle des Befalls durch die Krankheit.

Unter diesen Bedingungen beobachtet man, daß:

  • a) seit dem Benetzen mit 5 mm Regen die Kontrollen vollständig verseucht sind,
  • b) für 5 mm Regen die mit Iprodion als benetzbares Pulver behandelten Proben zu 56% befallen sind im Gegensatz zu nur 36% für diejenigen, welche mit Iprodion, formuliert gemäß der Erfindung, behandelt sind;
  • c) für 10 mm Regen sind die mit dem Iprodion als benetzbares Pulver behandelten Proben zu 87% angegriffen gegenüber nur 31% für diejenigen, welche mit Iprodion, das gemäß der Erfindung formuliert wurde, behandelt wurden.


Die Beispiele zeigen deutlich die Wichtigkeit und überraschende Verbesserung in der Wirksamkeit des Iprodions, wenn die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Fungizide Zusammensetzung für die Landwirtschaft auf der Basis von 1-Isopropylcarbamoyl-3-(3,5-dichlorphenyl)-hydantoin, dadurch gekennzeichnet,

    daß sie gewichtsmäßig enthält:
    1. a) etwa 20 bis 40% eines aktiven Materials auf der Basis von 1-Isopropylcarbamoyl-3-(3,5-dichlorphenyl)-hydantoin,
    2. b) eine "Öl-in-Wasser"-Emulsion, umfassend 50 bis 160 Gew.-%, bezogen auf Wirkstoff a), eines Öls mit einem HLB-Wert von 8 bis 12, wobei das Öl von 1 bis 5 g Wirkstoff a) pro Liter auflösen kann,
    3. c) von 0,1 bis 2% eines nicht ionischen Emulgators vom Typ des ethoxylierten Fettalkohols, wobei dieser ein Kondensat eines oder mehrerer Fettalkohole, enthaltend 12 bis 14 Kohlenstoffatome, und von 8 bis 12 Mol Ethylenoxid ist,
    4. d) wobei die Ergänzung auf 100% aus Wasser und üblichen Zusätzen besteht.
  2. 2. Fungizid nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Öl einen HLB-Wert von 10 bis 11 hat.
  3. 3. Fungizid nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Öl Mineralöl oder pflanzliches Öl ist.
  4. 4. Fungizid nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Emulgator ein Kondensat von synthetischen Alkoholen mit 13 Kohlenstoffatomen und 9 bis 10 Mol Ethylenoxid ist.
  5. 5. Fungizid nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,5 bis 2,5% eines im wesentlichen neutralen, hydrophilen Siliciumdioxids enthält, wobei dieses vorzugsweise ein hydratisiertes, gefälltes Siliciumdioxid mit einer spezifischen Oberfläche (BET) von 200 bis 300 m²/g ist.
  6. 6. Fungizid nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das aktive Material ein Gemisch aus Wirkstoff a) und von "Carbendazim" ist.
  7. 7. Verfahren zum Schutz von Kulturen, insbesondere von Weinreben, Salatpflanzen, Tomaten, Erdbeeren oder Bäumen mit kleinen Früchten, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Fungizid nach einem der Ansprüche 1 bis 6 anwendet.






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