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Dokumentenidentifikation DE4333463A1 06.04.1995
Titel Wohnwagen mit einer Befestigungsvorrichtung für Sicherheitsgurte
Anmelder Dethleffs GmbH, 88316 Isny, DE
Erfinder Schmidt, Gerhard, 88316 Isny, DE
Vertreter Eisele, E., Dipl.-Ing.; Otten, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anwälte, 88214 Ravensburg
DE-Anmeldedatum 30.09.1993
DE-Aktenzeichen 4333463
Offenlegungstag 06.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.04.1995
IPC-Hauptklasse B60R 22/00
IPC-Nebenklasse B60P 3/36   B60R 21/00   B60R 22/18   
Zusammenfassung Es wird ein Wohnwagen mit einer Befestigungsvorrichtung für Sicherheitsgurte (6, 7) vorgeschlagen, wobei eine mit einem Längsträger des Chassis verbundene Vierkantsäule (1) zur Befestigung der oberen Enden von Schultergurten (6) hinter einer in Fahrtrichtung orientierten Sitzbank (3) angeordnet ist. Zur Befestigung der Gurte von zwei nebeneinander sitzenden Personen ohne zusätzliche Anschlußpunkte am Chassis wird ein Querholm (2) vorgeschlagen, der etwa in Sitzhöhe an der Vierkantsäule (1) befestigt ist. Zu deren Befestigung am Längsträger des Chassis sind an den Seitenflächen der Vierkantsäule (1) über deren unteres Ende hinausstehende Knotenbleche (8) angeschweißt, welche den Längsträger zwischen sich aufnehmen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Wohnwagen mit einer Befestigungsvorrichtung für Sicherheitsgurte nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Ein Wohnwagen mit einer Befestigungsvorrichtung dieser Art ist aus der Zeitschrift promobil 8/93, Seite 17, bekannt. Die in diesem Beitrag beschriebene Sitzbank mit Dreipunktgurten hat als Hauptmerkmal eine Vierkantsäule, die hinter der als Truhe ausgebildeten Sitzbank angeordnet und mit einem der beiden Längsträger des Chassis verbunden ist. Dazu ist das untere Ende der Vierkantsäule mit einer Befestigungsplatte verschweißt, die auf dem Längsträger auf steht. Von unten ist ein Hutprofil über den Längsträger gestülpt und mit der Befestigungsplatte verschraubt. Ein in die Sitztruhe eingebauter und an der Bodenplatte des Wohnwagens befestigter Stützbock, der schrägverlaufende Stützen aufweist, dient zur Befestigung der Beckengurte und der unteren Enden der Schultergurte.

Diese Konstruktion hat zwei wesentliche Nachteile. Der schwere und umständlich zu montierende Stützbock verringert den verfügbaren Stauraum in der Truhe. Zum anderen ist diese Befestigungsvorrichtung nicht mit angemessenem Aufwand nachrüstbar, und zwar abgesehen von den oft nicht vorhandenen Befestigungsmöglichkeiten für den Stützbock vor allem deshalb, weil die Befestigungsplatte der Vierkantsäule nicht durch die Bodenplatte des Wohnwagens hindurch geht.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Befestigungsvorrichtung für Dreipunktgurte vorzuschlagen, die nachrüstbar ist, den Stauraum in der Truhe nicht beeinträchtigt und darüber hinaus einfach aufgebaut und von geringem Gewicht ist.

Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Wohnwagen der einleitend bezeichnenden Art erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Dabei ersetzt der Querholm, der in der Mitte an der Vierkantsäule angeschweißt ist, den Stützbock vollkommen. Eine Nachrüstung von Wohnwagen, die bisher noch keine Befestigungsvorrichtung für Dreipunktgurte hatten, wird dadurch möglich, daß die Vierkantsäule nicht mehr nach dem Prinzip einer Klemmschelle am Chassis-Längsträger befestigt, sondern mit diesem unmittelbar mittels durchgehender Schrauben verschraubt wird. An den Seitenflächen der Vierkantsäule sind über deren unteres Ende hinausstehende Knotenbleche angeschweißt, welche die Längsträger zwischen sich aufnehmen. Dadurch genügt es, in der Bodenplatte des Wohnwagens eine Öffnung anzubringen, die nur wenig größer als der Querschnitt der Vierkantsäule zu sein braucht. Durch diese Öffnung wird die Vierkantsäule mit den Knotenblechen voraus von oben eingesetzt und dann am Längsträger festgeschraubt. Es hat sich gezeigt, daß damit eine ausreichende Stabilität erreicht werden kann, obwohl die Kräfte an sämtlichen Gurtanschlußpunkten über diese Winkelverbindung in den Chassis-Längsträger eingeleitet werden.

Vorteilhafterweise wird der Querholm in Fahrtrichtung vor der Vierkantsäule angebracht, so daß letztere weiter hinter die Sitztruhe zurückverlegt wird und somit durch Einbaumöbel oder Abdeckmaßnahmen leichter kaschiert werden kann.

Die vorgeschlagene Befestigungsvorrichtung hat eine vorteilhafte stoßdämpfende Wirkung durch Verformungsarbeit. Sowohl die Vierkantsäule als auch der Querholm verbiegen sich unter den angenommen Zugkräften der Gurte gezielt. Für den Querholm wird ein C-Querschnitt mit in Fahrtrichtung weisender Öffnung vorgeschlagen, wobei die C-Schenkel noch einmal um 90° abgewinkelt sein können. Gegen Verbiegen nach unten sollten beiden Enden des Querholms mittels schräger Stützen gegenüber dem unteren Endbereich der Vierkantsäule abgestützt sein.

Wenn die Sitzbank als Truhe ausgebildet ist und wie vorgeschlagen keinen Stützbock mehr enthält, besteht die Gefahr, daß beim Crash die Truhenvorderwand nach vorn kippt und damit auch die Sitzfläche nach unten sinkt bzw. nach vorne rutscht. Um dem entgegen zu wirken, wird vorgeschlagen, daß die vordere Wand der Truhe ein Versteifungs- oder Stützelement aufweist, das mittels einer die Truhenöffnung überquerenden Strebe an der Vierkantsäule gehalten ist. Zweckmäßig ist es insbesondere, wenn das Versteifungs- oder Stützelement ein U-förmiger Bügel mit nach unten weisenden Schenkeln ist, an dessen Steg die Strebe angreift. Am einfachsten wird der Bügel in Fahrtrichtung vor der Truhenvorderwand angebracht, so daß er diese Truhenwand zurückhält.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung erläutert. Im einzelnen zeigt

Fig. 1 eine schematische perspektivische Darstellung einer Dreipunktgurt-Befestigungsvorrichtung,

Fig. 2 eine Ansicht der kreuzförmigen Anordnung der Vierkantsäule und des Querholms gemäß Fig. 1 in größerem Maßstab und

Fig. 3 eine Seitenansicht der Anordnung nach Fig. 2.

Die Darstellung nach Fig. 1 zeigt eine Vierkantsäule 1, die mit einem in Fahrtrichtung vorn aufgesetzten und fest verschweißten Querholm 2 eine kreuzförmige Anordnung bildet. Der Querholm erstreckt sich entlang der hinteren oberen Kante einer strichpunktiert angedeuteten Sitztruhe 3. Damit diese im Falle eines Crashs nicht nach vorn zusammenbricht, ist ihre Vorderwand mittels eines U-förmigen Bügels 4 abgestützt, dessen Steg durch eine horizontale Strebe 5 mit der Vierkantsäule 1 verbunden ist. Am oberen Ende der Vierkantsäule befinden sich die oberen Anschlußpunkte zweier schematisch angedeuteter Schultergurte 6, während die unteren Anschlußpunkte der Schultergurte sowie die üblichen Anschlußpunkte zweier Beckengurte 7 am Querholm 2 angeordnet sind.

Die Fig. 2 und 3 zeigen weitere Einzelheiten der kreuzförmigen Anordnung und machen die Proportionen deutlicher. Am unteren Ende der Vierkantsäule 1 sind zwei leicht nach außen gekröpfte Knotenbleche 8 angeschweißt, welche sich seitlich an dem Längsträge 9 des Chassis des betreffenden Wohnwagens, insbesondere Wohnmobils, anlegen und mit diesem mittels durchgehender Schrauben verschraubt sind. Die Bodenplatte 10 des Wohnwagen-Aufbaus, die in Fig. 2 angedeutet ist, hat zum nachträglichen Einbau dieser Befestigungsvorrichtung eine Öffnung erhalten, durch welche die Vierkantsäule 1 mit den Knotenblechen 8 von oben durchgesteckt werden kann. Die Darstellung des Querholms 2 in diesen Figuren zeigt dessen C-förmiges Querschnittsprofil, wobei die C-Schenkel 12 noch eine weitere, nach innen gewendete Abkantung 13 aufweisen. Damit sich der Querholm allenfalls in einer horizontalen Ebene verbiegt, ist er mit Hilfe von Stützen 11 gegenüber dem unteren Ende der Vierkantsäule 1 abgestützt. Die Stützen 11 bestehen aus einem Vierkantrohr geringeren Querschnitts. Sie greifen durch entsprechende Öffnungen von unten in den Querholm 2 ein und sind mit diesem verschweißt.

Die Vierkantsäule 1 hat eine Länge von etwa 1,30 m und äußere Querschnittsabmessungen von 60 × 60 mm. Beim Einbau in Neuwagen kann die Vierkantsäule auch verlängert und am Dach befestigt sein bzw. in das Dach eingreifen. In diesem Fall genügt ein geringerer Querschnitt von z. B. 40 × 40 mm. In die Dachstruktur wird man zweckmäßigerweise eine Querleiste einbauen, um die Kräfte besser zu verteilen. Die Querschnitts-Außenmaße des 1 m langen Querholms 2 betragen 80 × 80 mm. Die Stützen 11 haben einen Querschnitt von 30 × 30 mm.


Anspruch[de]
  1. 1. Wohnwagen mit einer Befestigungsvorrichtung für Sicherheitsgurte an wenigstens einer in Fahrtrichtung orientierten Sitzbank, wobei eine mit einem Längsträger des Chassis verbundene Vierkantsäule zur Befestigung der oberen Enden von Schultergurten vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Vierkantsäule (1) einen etwa in Sitzhöhe verlaufenden Querholm (2) zur Befestigung der Beckengurte (7) und des unteren Endes des Schultergurte (6) aufweist.
  2. 2. Wohnwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Seitenflächen der Vierkantsäule (1) über deren unteres Ende hinausstehende Knotenbleche (8) angeschweißt sind, welche den Längsträger (9) zwischen sich aufnehmen und mittels durchgehender Schrauben mit diesem verschraubt sind.
  3. 3. Wohnwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Querholm (2) in Fahrtrichtung vor der Vierkantsäule (1) angebracht ist.
  4. 4. Wohnwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Querholm (2) einen C-Querschnitt mit in Fahrtrichtung weisender Öffnung hat.
  5. 5. Wohnwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Querholm (2) mittels schräger Stützen (11) gegenüber dem unteren Endbereich der Vierkantsäule (1) abgestützt ist.
  6. 6. Wohnwagen nach Anspruch 1, daß die Sitzbank eine Truhe (3) ist, deren in Fahrtrichtung vordere Wand ein Versteifungs- oder Stützelement aufweist, das mittels einer die Truhenöffnung überquerenden Strebe (5) an der Vierkantsäule (1) gehalten ist.
  7. 7. Wohnwagen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungs- oder Stützelement ein U-förmiger Bügel (4) mit nach unten weisenden Schenkeln ist, an dessen Steg die Strebe (5) angreift.






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