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Dokumentenidentifikation DE3714581C2 27.04.1995
Titel Vorrichtung zum lagerichtigen Anordnen vorgefertigter Bewehrungen in Stahlbetonelementdeckenplatten
Anmelder Bittlmayer, Hugo, 91795 Dollnstein, DE
Erfinder Bittlmayer, Hugo, 91795 Dollnstein, DE
Vertreter Mitscherlich, H., Dipl.-Ing., 80331 München; Gunschmann, K., Dipl.-Ing., 8000 München; Körber, W., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Schmidt-Evers, J., Dipl.-Ing.; Melzer, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 80331 München
DE-Anmeldedatum 30.04.1987
DE-Aktenzeichen 3714581
Offenlegungstag 17.11.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse B28B 23/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum lagerichtigen Anordnen vorgefertigter Bewehrungen in Stahlbetonelementdeckenplatten gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei der Herstellung von Stahlbetonelementdeckenplatten und anderen bewehrten Betonplatten sind Bewehrungen aus Längs- und Querstäben sowie gegebenenfalls auch Gitterträgern erforderlich. Diese Bewehrung wird üblicherweise vorgefertigt und in eine an die Außenabmessungen der zu fertigenden Betonplatte angepaßte Form eingebracht. Eine solche Form kann einteilig ausgebildet sein, sie kann auch durch auf einer Basisplatte verstellbare Abstellungen nach Art einer Schalung gebildet sein (vgl. zum Beispiel DE-PS 30 47 650). Unter Betondeckung ist dabei derjenige Abstand zwischen den in der Form untenliegenden Abschnitt der gefertigten Betonplatte und den Gitterstäben der Bewehrung zu verstehen. Dieser Abstand ist möglichst genau einzuhalten. Dies wird herkömmlich dadurch erreicht, daß bei der Fertigung oder spätestens beim Absetzen der vorgefertigten Bewehrung in der Form Abstandshalter vorgesehen und zwischen dem Boden der Form und den Gitterstäben angeordnet werden. Dies erfolgt üblicherweise von Hand. Nachdem die Bewehrung mittels der Abstandshalter in die Form (oder Schalung) eingebracht ist, wird flüssiger Beton eingefüllt und üblicherweise glattgestrichen. Anschließend wird die Betonmasse durch Rütteln verdichtet. Daran schließt sich das Aushärten des noch flüssigen Betons an, was bei Umgebungstemperatur oder in einem Aushärteofen oder dgl. erfolgen kann.

Die zu verwendenden Abstandhalter sind statisch nicht erforderliche Teile, jedoch für die Herstellung erforderlich und gehen verloren. Dies ist kostspielig. Das Anbringen der Abstandhalter an der Bewehrung und das Einbringen der Bewehrung in die Form oder Schalung ist lohnintensiv. Da dies von Hand erfolgt, besteht die Gefahr, daß die Gitterstäbe der Bewehrung trotzdem nicht genau in der statisch erforderlichen Lage angeordnet werden.

Eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 ist aus der DE-AS 12 53 128 bekannt. Die bekannte Vorrichtung dient zum Anformen eines Betonfußes an den Untergurt metallischer Bewehrungsträger. Mehrere derartige Träger werden von Hand in die Betonmasse einer jeweiligen mit Frischbeton gefüllten Fußform eingebracht, wobei die Fußformen nebeneinander angeordnet sind. Die Träger werden mittels der Unterseite der Fußformen zugeordneten Rütteleinrichtungen eingerüttelt. Das Einbringen der Träger in die Betonmasse während des Rüttelns wird mittels eines auf den Trägern aufliegenden Bügels unterstützt, der bis zu einer Anschlagposition absinken kann. Mittels Führungselementen an dem Bügel kann eine vertikale Position der Träger beibehalten werden. Nach Beendigung des Einrüttelns und des Aushärtens wird der Bügel abgenommen und werden die einzelnen mit einem Betonfuß versehenen Träger von Hand oder mittels einer anderen Einrichtung einzeln entnommen. Die bekannte Vorrichtung ist für einen automatischen rationellen Betrieb nicht geeignet, da zum einen keine Zuführeinrichtung für die vorgefertigten Bewehrungsträger zu derem maschinellen Aufsetzen vorgesehen ist und zum anderen das Eindrücken der Träger in die Betonmasse während des Rüttelns das zusätzliche Auflegen des Bügels erfordert. Dies stellt einen zusätzlichen Arbeitsgang dar und ist hinderlich, da bei automatischem Betrieb die Zuführeinrichtung entfernt werden muß. Nach dem Aushärten ist der umgekehrte Vorgang erforderlich. Darüber hinaus kann die erforderliche Betondeckung zumindest dann nicht sichergestellt werden, wenn nach dem Erreichen der Anschlagposition des Bügels weitergerüttelt wird und somit die Träger tiefer absinken können.

Aus der DE-OS 35 07 270 ist eine Vorrichtung zur Herstellung von in Querschnitt ringförmigen Betonfertigteilen bekannt, die mit Bewehrungselementen und Zusatzelementen, wie Steigeisen oder dgl., zu versehen sind. Diese Elemente werden in die Form mittels eines nach Art eines Gabelstaplers bewegbaren Beschickkorbes eingebracht. Die Elemente sind an Stangen an einer Traverse angeordnet und können an zangenartigen Haltevorrichtungen lösbar gehalten sein. Die Elemente werden von Hand an dem Beschickkorb außerhalb der Form angebracht und dann gemeinsam mittels des Beschickkorbes in die Form eingesetzt. Mit Hilfe von an den Formwänden vorgesehenen Zusatzeinrichtungen werden die Elemente gehaltert, wird der Beschickkorb entfernt und wird anschließend die Betonmasse eingefüllt, ggfs. gerüttelt und zum Aushärten gebracht, wobei während dieser Zeit der Beschickkorb wieder von Hand bestückt werden kann. Die in der Form vorgesehenen Zusatzeinrichtungen entsprechen den Abstandselementen bei flächigen Betonplatten. Eine Anregung, die Vorgänge beim Einrütteln von Teilen in eine in eine Form eingebrachte Betonmasse zu vereinfachen, wird hierdurch nicht gegeben.

Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum lagerichtigen Anordnen einer vorgefertigten Bewehrung anzugeben, bei der das Vorsehen von Abstandshaltern vermeidbar ist und die eine weitestgehende Automatisierung ermöglicht.

Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung wird durch die Unteransprüche weitergebildet.

Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß das Eindringverhalten einer Bewehrung in eine flüssige Betonmasse überschaubar und voraussehbar ist und ferner, daß das Eindringverhalten sehr wesentlich, jedoch ebenfalls überschaubar und voraussagbar, beim Rütteln verändert wird. Somit kann ausgehend von der bekannten Konsistenz des verwendeten flüssigen Betons, dem Gewicht der Bewehrung sowie der vorgegebenen Betondeckung der Zeitpunkt genau bestimmt werden, zu dem die Bewehrung auf die Oberseite des in die Form eingefüllten flüssigen Betons aufgesetzt werden muß, damit beim anschließenden Rütteln diese Bewehrung nicht tiefer absinkt als bis zur erforderlichen Betondeckung, jedoch diese sicher erreicht. Gegebenenfalls kann zusätzlicher Druck beim Aufsetzen der Bewehrung ausgeübt werden, um diese in erforderlichem Maße in die Masse des flüssigen Betons einzudrücken, bevor oder während gerüttelt wird. Es hat sich ferner herausgestellt, daß bereits nach relativ kurzem Rütteln die Bewehrung durch Schwerkraft nicht mehr tiefer in die Betonmasse eindringen kann, selbst wenn die Betonmasse noch als flüssig bezeichnet werden muß. Daher wird üblicherweise davon auszugehen sein, daß die Bewehrung vor dem Beginn des Rüttelns aufgesetzt und gegebenenfalls eingedrückt wird.

Die erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung erlaubt daher einen nahezu vollständigen automatisierten Betrieb, insbesondere, weil die gleiche Vorrichtung, die zum Einheben der vorgefertigten Bewehrung verwendet wird, auch zum Eindrücken und/oder zum anschließenden Ausheben der gefertigten Betonplatte verwendet werden kann. Hierdurch sind nicht nur Einsparungen bei Material und Lohnkosten möglich, sondern es wird eine bei Handeinbau nicht erreichbare Genauigkeit hinsichtlich der Lage der eingebrachten Bewehrung erzielt.

Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 in Ansicht und

Fig. 2 im Schnitt eine Vorrichtung, mittels der das erfindungsgemäße Verfahren durchführbar ist.

Gemäß Fig. 1 ist die Form oder Schaltung durch eine Bodenplatte oder Palette 2 und durch hier verstellbare Anstellungen 3a bis 3d gebildet. Jedoch kann auch eine einteilige Schaltung verwendet werden oder eine solche, bei der die Anstellungen nicht individuell verstellbar sind. Selbstverständlich können auch nicht rechteckförmige Platten gefertigt werden, wobei dann die Seitenwände in der Schalung oder Form in entsprechender Weise anzuordnen sind.

Mit dieser Form oder Schalung sind schematisch dargestellte Rütteleinrichtungen 5a bis 5c verbunden. Solche Rütteleinrichtungen sind beispielsweise handelsübliche Rüttelböcke, mittels denen auf die Schalung die erwünschte Rüttelbewegung ausgeübt wird.

In die in der Schalung oder Form eingebrachte Masse aus flüssigem Beton 1 ist eine Bewehrung 4 aus Längs- und Querstäben, eine sogenannte Gitterbewehrung, eingebracht, die zur Bodenseite der Form, hier die Oberseite der Palette 2, im Endzustand einen vorgegebenen Abstand, die sogenannte erforderliche Betondeckung 10, aufweisen muß. Bei der dargestellten Ausführungsform ragen Gitterträger aus der Betonmasse heraus, an deren Oberseite Obergurte 9 verlaufen.

Eine solche Anordnung ist bei Stahlbetonelementendeckenplatten üblich, sie dienen u. a. auch dazu, Ortbeton fest mit den einzelnen Deckenplattenelementen verbinden zu können. Bei der vorliegenden Erfindung sind diese hilfreich, um die an anderer Stelle vorgefertigte Bewehrung mittels einer Zuführeinrichtung 6, 7 in die Form einzubringen, in die bereits der flüssige Beton 1 in erforderlicher Menge und Höhe eingefüllt ist, wobei gegebenenfalls ein Abstreifen stattgefunden hat.

Bei der Erfindung ist wesentlich, daß nach dem Einfüllen des flüssigen Betons 1 in die Schalung oder Form die Bewehrung zunächst auf die Oberseite des eingefüllten flüssigen Betons 1 aufgesetzt und im wesentlichen ausschließlich durch das Rütteln mittels der Rütteleinrichtungen 5a bis 5c in die erwünschte Lage entsprechend der erforderlichen Betondeckung 10 gebracht wird, also eingerüttelt wird. Dabei kann zusätzlich ein Druck auf die Bewehrung 4 ausgeübt werden. Dieser Druck soll möglichst gleichmäßig über den gesamten Flächenbereich, der vor der Bewehrung 4 eingenommen wird, erfolgen. Es wird daher die gleiche Einrichtung verwendet, mittels der die Bewehrung 4 aufgesetzt wird. Dies erfolgt dadurch, daß (Fig.2) die Zuführeinrichtung durch eine Hebeeinrichtung 6 gebildet ist, die bewegbare Scherzangenköpfe 7 aufweist, die die Obergurte 9 ergreifen können. Dann kann entsprechend dem Pfeil 8 in Fig. 2 nicht nur der gezielte Absetzvorgang durchgeführt werden, sondern auch ein Eindrücken erfolgen, wenn dies erforderlich ist.

Darüber hinaus kann die gleiche Einrichtung auch verwendet werden, um nach notwendigem Aushärten die endgefertigte oder doch zumindest gegenüäber Zerfließen stabile Platte (ausgehärteter Beton 1 mit Bewehrung 4) aus der Schalung bzw. Form herauszuheben.

Für die Erfindung ist also wesentlich, daß zunächst der flüssige Beton 1 eingefüllt wird und dann erst die Bewehrung 4 aufgesetzt und im wesentlichen durch Rütteln in die erforderliche Lage gebracht wird. Dieser Vorgang ist voll automatisch durchführbar, wobei außerdem beim Fertigen der Bewehrung 4 und deren Anordnen in der Schalung kein Abstandshalter oder dgl. mehr erforderlich sind. Ferner werden Fehler vermieden, die bei Handbetrieb unvermeidbar sind, worüber hinaus durch die Möglichkeit, den Vorgang voll automatisch durchzuführen, erhebliche Einsparungen an Material und Lohnkosten möglich sind. Die Steuerung wird abhängig von der Konsistenz des verwendeten flüssigen Betons 1, der Art (insbesondere dem Gewicht) der Bewehrung 4 sowie der erforderlichen Betondeckung 10 erfolgen. Ist der flüssige Beton besonders flüssig, kann es erforderlich sein, bereits mit dem Einrütteln zu beginnen, bevor die Bewehrung 4 aufgesetzt wird, ist der flüssige Beton bereits ziemlich breiig, wird es erforderlich sein, die Bewehrung 4 vor dem Beginn des Rüttelns aufzusetzen und gegebenenfalls sogar bereits etwas in die Masse des flüssigen Betons 1 einzudrücken. Diese Konsistenz des flüssigen Betons 1 ist jedoch bereits aus dem Fertigungsprozeß des flüssigen Betons bekannt und kann durch Handtabellen oder programmierte Tabellen berücksichtigt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum lagerichtigen Anordnen vorgefertigter Bewehrungen in Stahlbetonelementdeckenplatten,

    mit einer Form, in die die vorgefertigte, Obergurte aufweisende Bewehrung sowie flüssiger Beton einbringbar sind, wobei die Bewehrung durch Aufsetzen auf den bereits in der Form eingebrachten flüssigen Beton zuführbar ist, und

    mit einer Rütteleinrichtung, die die aufgesetzte Bewehrung mit der erforderlichen Betondeckung in den flüssigen, langsam aushärtenden Beton einrüttelt, wobei die Anordnung aus Beton und Bewehrung zumindest bis zu einer wesentlichen Aushärtung in der Form verbleibt,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß eine Zuführeinrichtung (6, 7) Scherzangenköpfe (7) aufweist, die die Obergurte (9) der Bewehrung (4) erfassen und so dimensional sind,

    daß mit ihnen die ausgehärtete Stahlbetonelementdeckenplatten (6, 7) aus der Form (2, 3) ausgehoben werden können.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Druckeinrichtung, die auf die aufgesetzte Bewehrung (4) während des Einrüttelns Druck zu deren Eindrücken in den flüssigen Beton (1) ausübt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführeinrichtung (6, 7) auch den Druck beim Einrütteln auf die Bewehrung (4) ausübt.






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