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Dokumentenidentifikation DE3931908C2 27.04.1995
Titel Kampffahrzeug mit ausfahrbaren Kampfplattformen
Anmelder Füreder, Georg, 6200 Wiesbaden, DE
Erfinder Füreder, Georg, 6200 Wiesbaden, DE
Vertreter Möll, F., Dipl.-Ing.; Bitterich, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 76829 Landau
DE-Anmeldedatum 25.09.1989
DE-Aktenzeichen 3931908
Offenlegungstag 04.04.1991
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse F41A 23/34
IPC-Nebenklasse F41A 23/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein militärisches Kampffahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruches 1. Derartige Kampffahrzeuge wurden entwickelt, um den vorteilhaften Waffeneinsatz aus Positionen hinter deckenden Schutzflächen durch Um- bzw. Überschießen derselben zu ermöglichen.

Bei bisherigen Ausführungen war es üblich, stets nur eine Hubanlage mit unbemannter Kampfplattform auf derartigen Fahrzeugen anzubringen (DE 31 20 338).

lm Zuge der Weiterentwicklung früherer Anmeldungen hatte der gleiche Erfinder dann erstmals zwei unbemannte Kampfplattformen auf einem zweiteiligen Knickmast aufgebaut (DE 34 37 625). Diese Anordnung zweier Plattformen erfolgte allerdings auf ein- und derselben Hubanlage. Sie steigerte die Wirksamkeit gegenüber Kampffahrzeugen mit nur einer Plattform, führte aber im Zuge der Weiterentwicklung zur Erkenntnis, daß die gegenseitige bewegungsmäßige Abhängigkeit beider Plattformen vom gemeinsamen Hubsatz sich nachteilig auf die gleichzeitige Bekämpfung mehrerer Ziele auswirkt.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Kampffahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 so zu gestalten, daß gegenseitige Behinderungen beim Aufbau zweier Hubanlagen mit Kampfplattformen auf einem gemeinsamen Einsatzfahrzeug weitgehend ausgeschlossen werden und eine Wirksamkeitssteigerung erzielt wird.

Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche erreicht. Die mit dieser Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen darin, daß durch den Aufbau zweier eigenbeweglicher Kampfplattformen an den oberen Enden separater, in alle Richtungen ausfahrbarer Hubanlagen, die beide an ihrem unteren Ende mit gemeinsamer Drehachse dreh- und schwenkbar am Fahrzeug angelenkt sind, die Zahl der von derartigen Kampffahrzeugen gleichzeitig einsetzbaren Waffen verdoppelt wird. Zudem ermöglicht die Bewegungsfähigkeit zweier eigenbeweglicher Kampfplattformen und Hubanlagen nunmehr einen wirkungsvollen gemeinsamen wie auch getrennten Einsatz der auf den Kampfplattformen angeordneten Waffen und Ausrüstungen gegen Boden- und Luftziele in gleichen oder unterschiedlichen Richtungen und Entfernungen.

Gegenseitige Behinderungen werden durch die hohe Beweglichkeit der Einsatzteile ausgeglichen. Alle Bewegungsabläufe und Positionsveränderungen sowohl der Hubanlagen als auch Kampfplattformen werden der Besatzung im Fahrzeug ständig bildlich angezeigt. Zusätzlich sichern automatisch einsetzende Bewegungs- und Feuersperren gegen Unachtsamkeiten im Gefecht.

Als Hubanlagen sind bei leichten hochmobilen Kampffahrzeugen vorzugsweise ein- oder mehrschübige Teleskopausleger vorgesehen. Zweiarmige Knickhebelausleger mit teleskopierbaren oberen Tragarmen bieten dagegen bei schweren Ausführungen derartiger Kampffahrzeuge gewisse Vorteile. Kombinationen verschiedener Hubsysteme sind ebenfalls möglich.

Der Erfindungsgegenstand verfügt durch den Aufbau zweier voneinander unabhängig einsetzbarer Kampfplattformen über eine gegenüber bisherigen einarmigen Systemen überlegene Wirksamkeit.

Die Fähigkeit, bestehende Bodenerhebungen, Häuser etc. um- bzw. überschießen zu können und somit diese als Deckung zu nutzen, läßt eine bestmögliche Geländenutzung im Gefecht zu. Sie ist allen derart ausgeführten Kampffahrzeugen zuzusprechen, denn sie setzen nur ihre ein kleines Ziel bietenden, unbemannten Kampfplattformen ausgerüstet mit Waffen, Visionik und Warnsensoren gegnerischem Feuer aus, während die Besatzung mit dem Fahrzeug geschützt in Teil- oder Volldeckung bleibt. Der Erfindungsgegenstand kann dabei durch seine zwei Kampfplattformen mit doppelter Kampfstärke und durch die hohe Beweglichkeit seiner Einsatzteile flexibler und reaktionsfähiger auf den Gegner einwirken.

Die Erfindung eignet sich insbesondere für verteidigungsorientierte Verwendungen. Beispielsweise ermöglicht der verbandsmäßige Einsatz mehrerer Kampffahrzeuge, daß nur eines von mehreren operierenden Kampffahrzeugen seine Visionik zur Beobachtung ausfährt und andere mittels ständig übertragenen Echtzeitbildern informiert, bis der günstigste Zeitpunkt für deren Eingreifen gekommen ist. Dieses Beispiel soll aufzeigen, daß neue Einsatztaktiken und den Gegner überraschende besondere Kampfformen assoziiert werden können.

Die erhöhte Kampfplattformzahl beim Erfindungsgegenstand verbessert umfangmäßig auch dessen Beobachtungs- und Überwachungsfähigkeit. Damit einher geht eine gesteigerte Überlebens- und Reaktionsfähigkeit. Der Anmeldungsgegenstand verfügt über doppelte Kampfstärke und ist flexibler und wirksamer nutzbar als bekannte Entwicklungen. Erfindungsgemäße Ausführungen können sich mit ihren Hubanlagen auch selbst oder andere Fahrzeuge beladen und dadurch die eigene Versorgung und Instandhaltung erleichtern. Außerdem ermöglichen die Absetzung und Wiederaufnahme einer der Hubanlagen samt Kampfplattform ohne Fremdhilfe deren über Funk, Kabel bzw. Lichtwellenleiter ferngesteuerten stationären Einsatz. Dem absetzenden Kampffahrzeug verbleibt mit der zweiten Anlage dabei immer noch eine Einsatzfahrzeugen mit einer Hubplattform gleichkommende Verwendungsfähigkeit.

In den zeichnerischen Darstellungen wird die Bezeichnung der gezeigten Geräte bzw. Anlagen durchgehend beibehalten. Fig. 1 zeigt als Ausführungsbeispiel die Nutzung eines Fahrgestells eines militärischen Kampffahrzeugs 1 für den Aufbau zweier Hubanlagen 2, 2a mit je einer Kampfplattform 3, 3a am oberen Ende. Diese können mit ihren Kampfplattformen 3, 3a in alle Richtungen ausgefahren und in allen Zwischenstellungen für den Einsatz angehalten werden. Beide Hubanlagen 2, 2a mit Kampfplattformen 3, 3a werden von je einem Besatzungsmitglied bedient. Alle Bewegungsabläufe werden bildlich angezeigt und durch automatische Bewegungssperren für die betroffene Hubanlage 2, 2a bzw. Feuersperren für die Kampfplattformen 3, 3a gegen Behinderungen abgesichert.

Die eigenbeweglichen, unbemannten Kampfplattformen 3, 3a drehen endlos links und rechts und schwenken von -20° bis +70°. Eine manuell übersteuerbare Automatik hält sie stets horizontal. Ihre Ausrüstung kann aus Lenkraketen verschiedener Art, leichten Maschinenwaffen, Visionik, Sensorik für den Tag- und Nachteinsatz und Übertragungs-, Datenverarbeitungs- und Warngeräten bestehen: Die Zusammensetzung der Ausrüstung ist größen- und auftragsmäßig dem Gesamtsystem anpaßbar. Beide Kampfplattformen 3, 3a sind auch in Marschposition voll einsetzbar.

4 und 4a zeigen Aufhänger für Lasten an den Hubanlagen 2, 2a.

Fig. 2 zeigt übereinander angeordnete Teleskopausleger als Hubanlagen 2, 2a für Kampfplattformen 3, 3a. Die Schwenkachse 5 des unteren Auslegers liegt außerhalb der für beide Hubanlagen 2, 2a gemeinsamen Drehachse 21. Dadurch werden gegenseitige Bewegungsbehinderungen reduziert. Für diese Art der Anlenkung können zentrale Drehkränze bei vorhandenen Kampffahrzeugen 1 günstig genutzt werden.

Eine Hubanlage 2a kann durch eine nicht am Kampffahrzeug 1 angelenkte, aber darauf verriegelt mitgeführte, vom Fahrzeug 1 absetzbare leichte Hubanlage 2a mit Kampfplattform 3a ersetzt werden. Sie ist in Fig. 3a dargestellt und kann bis zur Absetzung vom Kampffahrzeug 1 und danach vom Absetzpunkt aus ferngesteuert eingesetzt werden. Die faltbaren Stützelemente ermöglichen, sie auch an der Rückwand eines Kampffahrzeuges 1 hängend oder verladen auf anderen Fahrzeugen mitzuführen. Zur Absetzung und Wiederaufnahme wird die zweite Hubanlage 2 eingesetzt.

Fig. 3a zeigt ein radgetriebenes schnelles Kampffahrzeug 1 mit zwei übereinander angeordneten, seitlich horizontal ausgefahrenen Hubanlagen 2, 2a mit leichten Kampfplattformen 3, 3a, ausgerüstet mit je 4 Lenkraketen, leichten Maschinenwaffen und Sprühgerät.

Die Fig. 3b, 3c und 3d zeigen für diese Erfindung typische Einsatzbeispiele.

Fig. 4 zeigt die Kombination einer Kampfplattform 3 auf einem dreh- und schwenkbaren Teleskopausleger 2 mit einer nur senkrecht elevierbaren, eigenbeweglichen zweiten Kampfplattform 3a. Beide sind gemeinsam über einen kurzen, drehbaren Mast 6 am Fahrzeug 1 angelenkt, in dem auch das vertikale, mehrschübige Teleskop 2a für die zweite Plattform 3a gelagert ist. Diese Anbringungsart der zweiten Plattform 3a kommt deren Ausrüstung mit leichten Maschinenwaffen entgegen und eignet sich insbesondere für Verwendungen auf leichten hochmobilen Einsatzfahrzeugen, beispielsweise einem Jeep mit entsprechender Tragfähigkeit.

Fig. 5 zeigt dazu eine Ausführungsvariante mit zwei teleskopierbaren Schwenkarmen 2, 2a.


Anspruch[de]
  1. 1. Militärisches Kampffahrzeug (1) mit zwei unbemannten, eigenbeweglichen Kampfplattformen (3, 3a), elevierbar mittels am Kampffahrzeug (1) beweglich angelenkter, in alle Richtungen ausfahrbarer und schwenkbarer Hubanlage (2), als Träger einer für den Tag- und/oder Nachteinsatz gegen Boden- und/oder Luftziele geeigneten militärischen Ausrüstung, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Hubanlagen (2, 2a) mit je einer am oberen Ende montierten Kampfplattform (3, 3a) mit gemeinsamer Drehachse (21) übereinander montiert sind und daß sowohl die Hubanlagen (2, 2a) als auch die Kampfplattformen (3, 3a) einzeln steuerbar und unabhängig voneinander bewegbar sind.
  2. 2. Kampffahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Schwenkachse (5) der unteren Hubanlage (2) außerhalb der Drehachse (21) positioniert ist.
  3. 3. Kampffahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Hubanlage (2, 2a) vorzugsweise mehrschübig teleskopierbar ist.
  4. 4. Kampffahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Hubanlage (2, 2a) als Knickhebelausleger ausgebildet ist.
  5. 5. Kampffahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Hubanlage (2a) und Kampfplattform (3a) als Rüstsatz ausgebildet sind, der absetzbar und drahtlos oder leitungsgebunden fernsteuerbar ist.
  6. 6. Kampffahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß automatische Bewegungs- bzw. Feuersperren für die Hubanlagen (2, 2a), die Kampfplattformen (3, 3a) bzw. die Waffen vorgesehen sind.
  7. 7. Kampffahrzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß Bewegungen und Positionen der Hubanlagen (2, 2a), Kampfplattformen (3, 3a) und Waffen der Besatzung fortlaufend bildlich angezeigt sind.
  8. 8. Kampffahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß an den Hubanlagen (2, 2a) Aufhänger für Lasten (4, 4a) vorgesehen sind.






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