PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4104517C2 27.04.1995
Titel Verfahren zum Reparieren von fotografischen Filmen
Anmelder Agfa-Gevaert AG, 51373 Leverkusen, DE
Erfinder Zangenfeind, Helmut, Dipl.-Ing., 8031 Puchheim, DE;
Baader, Josef, Dipl.-Ing. (FH), 8028 Taufkirchen, DE;
Doemges, Günther, Dipl.-Ing. (FH), 8024 Oberhaching, DE
DE-Anmeldedatum 14.02.1991
DE-Aktenzeichen 4104517
Offenlegungstag 20.08.1992
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse G03C 11/00
IPC-Nebenklasse G03D 15/04   G03D 13/00   

Beschreibung[de]

In Foto-Großlabors ist es heute üblich, die zu bearbeitenden Filme zu langen Bändern zusammenzukleben, um sie danach einfacher und schneller bearbeiten zu können. Dies geschieht in den sogenannten Pre-Splicern. Nach dem Zusammenkleben werden die Filme auf großen Spulen aufgewickelt und dann der nächsten Verarbeitungsvorrichtung zugeführt. Eine andere Möglichkeit ist die Verarbeitung der Filme von der Eingabe des Films in die Maschine bis zur Ausgabe der fertigen Bilder in einer einzigen, nicht unterbrochenen Linie. In diesen sogenannten Maxi-Labs wird das Filmband direkt von dem Pre-Splicer an die nachfolgende Verarbeitungseinheit - beispielsweise eine Filmentwicklungsmaschine - übergeben.

Insbesondere bei der Verarbeitung von Filmen in Maxi-Labs muß ein Reißen des Filmbandes unter allen Umständen vermieden werden, da sich der Stillstand von nur einer Verarbeitungseinheit auch auf alle anderen Einheiten und damit auf die ganze Verarbeitungslinie auswirkt.

Es sind zwischenzeitlich sogenannte Pre-Checker auf dem Markt, mit denen das Filmband auf Beschädigungen oder auf fehlerhafte Klebestellen automatisch überprüft werden kann. Wird eine entsprechende Stelle detektiert, so stoppt das Gerät, und der entsprechende Film muß herausgeschnitten werden. Da dies auf recht umständliche Weise im Dunkeln zu geschehen hat, ist dieses Vorgehen für eine Verwendung in einer Maxi-Lab-Linie nicht geeignet. Zwischenzeitlich ist auch eine Reparaturmethode bekanntgeworden, bei der ein transparenter Streifen über die beschädigte Stelle auf den Film geklebt wird. Dies führt jedoch auch bei Bekleben der der Schicht abgewandten Seite zu einem Qualitätsverlust bei den von diesem Film erstellten Kopien. Selbst wenn der Film nur im Randbereich oder an der Perforation beschädigt ist, verursacht die Endkante des transparenten Streifens einen Strich auf der Kopie. Meistens werden auf diese Weise mindestens zwei Bilder unbrauchbar.

Aus der DE-OS 19 63 249 ist ein Verfahren bekannt, mit dem Filmstreifen zur Archivierung vorbereitet werden können. Hierzu werden einzelne Filme an beiden Rändern in gleichmäßigen Abständen in Höhe der Bildstege eingestanzt und daraufhin die Längsränder über ihre gesamte Länge mit Klebstreifen eingefaßt. Danach wird der Film jeweils zwischen den Einkerbungen zerschnitten. Es ergibt sich dadurch ein Band in der Länge des Einzelfilmes, welches aus mehreren, gleich langen Abschnitten zusammengesetzt ist, die lediglich an ihren Längsrändern durch das Klebeband miteinander verbunden sind. Es wird hierdurch eine leporelloartige Ablage des Filmes ermöglicht.

Die DE-AS 12 90 427 beschreibt ein Verfahren zum Reparieren von schadhaften Kanten an entwickelten Kinofilmen. Hierzu wird ein ungelochter Klebstreifen über die Perforation geklebt und dann entsprechend der Perforation ausgestanzt.

Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Reparaturverfahren für belichtete, aber noch nicht entwickelte Filme zu finden, die zu langen Bändern verbunden sind, um sie in dieser Form einer Entwicklungsmaschine zuzuführen. Dies soll so ausgeführt werden, daß die Reparatur an sich keine Auswirkung auf die Qualität der Kopien hat, aber trotzdem den mechanischen und chemischen Belastungen in einer Filmentwicklungsmaschine mit großer Sicherheit widersteht. Weiterhin soll das Reparaturverfahren so ausgebildet werden, daß es schnell und sicher durchgeführt und dadurch auch in einer Maxi-Lab-Linie verwendet werden kann.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Reparaturverfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen von Anspruch 1. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Reparaturstreifen nur auf dem Teil des Filmes aufgebracht, der keine Bildinformation trägt. Filme, bei denen der eigentliche Bildbereich nicht beschädigt ist, werden folglich auch ohne Qualitätsverlust kopiert. Lediglich wenn der Bildbereich selbst beschädigt ist, gibt es Einbußen, aber auch hier nur bei dem beschädigten Einzelbild, nicht aber bei den Nachbarbildern. Ist nur der Randbereich oder die Perforation eines Filmes beschädigt, so kann ein Reparaturstreifen nur auf dem tatsächlich beschädigten Rand oder aber auch auf beiden Rändern aufgebracht werden. Um eine möglichst große Festigkeit und damit Reißsicherheit zu erreichen, wird der Reparaturstreifen heiß aufgesiegelt.

Um das erfindungsgemäße Verfahren in einer Maxi-Lab-Linie verwenden zu können, wird der Film erst automatisch überprüft und danach ebenso automatisch repariert. In vorteilhafter Weise geschieht dies direkt im Anschluß an das Splicen des Filmes.

Das Reparaturband kann als schmaler Streifen auf je einer Vorratsrolle beidseitig des Filmes aufgewickelt sein. Wird eine Beschädigung detektiert, so wird eine entsprechende Länge Reparaturband entnommen, relativ zum Film positioniert und auf die beschädigte Stelle aufgesiegelt. Eine andere Möglichkeit ist, ein Reparaturband vorzusehen, dessen Breite in etwa der Länge einer durchschnittlichen Reparaturstelle entspricht. Das Band wird dem Film quer zur Transportrichtung des Filmes zugeführt. Sollte die beschädigte Stelle länger als die Breite des Reparaturstreifens sein, so werden zwei Streifen nacheinander, u. U. mit geringer Überlappung, aufgesiegelt. Für den letzten Fall bietet sich die Möglichkeit an, den Reparaturstreifen mit Hilfe eines Ober- und eines Unterstempels, von denen mindestens einer beheizt ist, aufzusiegeln. Im Fall des in Transportrichtung des Filmes zugeführten Reparaturstreifens bietet sich auch ein beheiztes Andruckrollenpaar an.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen im Zusammenhang mit der Beschreibung von Ausführungsbeispielen, die anhand der Zeichnungen eingehend erläutert werden. Es zeigen:

Fig. 1 eine Vorrichtung zum Aneinanderkleben, Prüfen und Reparieren von Filmen in schematischer Darstellung,

Fig. 2 eine Heißsiegelstation für parallel zum Film geführte Reparaturbänder,

Fig. 3 eine Heißsiegelstation für quer zum Film geführte Reparaturbänder und

Fig. 4 reparierbare Filmschäden.

In die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung wird die Filmpatrone 1 von einer nicht dargestellten Bedienperson in den Einführschacht 3 eingegeben. Als Ablage und Arbeitstisch fungiert die Konsole 2. In der Trennstation 4 wird die Patrone geöffnet und der Film 5 entnommen. Die leere Patrone fällt in einen nicht dargestellten Auffangbehälter. Mit dem Messer 6 werden Filmanfang und Filmende gerade abgeschnitten, so daß die Filme aneinandergeklebt werden können. Über die Weiche 7 können beispielsweise Leaderbänder oder Filme, die von Hand der Patrone entnommen wurden, zugeführt werden. Eine Weiche dieser Art ist beispielsweise in der DE-OS 37 37 801 beschrieben. Das Antriebsrollenpaar 8 fördert den Film in die Klebestation 9. Hier werden das Endstück eines Filmes und der Anfang des nachfolgenden Filmes so positioniert, daß sie mit einem Klebestreifen verbunden werden können. Hierzu wird der beheizte Stempel 10 nach unten bewegt und siegelt den Klebestreifen auf die beiden Filmenden. Über das Antriebsrollenpaar 11 wird das Filmband in den Schlaufenspeicher 12 gefördert. Hier kann das Band zwischengespeichert und entsprechend dem Arbeitstakt der Folgestation wieder entnommen werden. Die Schlaufenzieher 13 und 14 können hierzu nach oben und unten bewegt werden.

Anschließend läuft das Filmband in eine Prüfstation. Mit Hilfe einer ersten Einrichtung 15 wird überprüft, ob der Film seitliche Einrisse aufweist. Beschädigungen dieser Art sind in den Fig. 4a und 4c dargestellt. Gerade bei solchen Beschädigungen besteht die große Gefahr, daß bei den nächsten Verarbeitungsschritten der Film weiter einreißt und es sogar zum Abriß kommt. Mit der Prüfeinrichtung 16 werden Beschädigungen des Films in der Mitte - wie sie beispielsweise in Fig. 4b als Perforationsschäden oder in Fig. 4c als Löcher im Film- Material dargestellt sind - festgestellt. Beim Vorhandensein solcher Schäden wird der Film in der Reparaturstation 17 in seinem Randbereich mit Reparaturstreifen 18 verbunden. Über das Rollenpaar 19 und den Schlaufenzieher 20 läuft der Film dann zur Aufwickelspule 21 oder direkt zur nachfolgenden Verarbeitungsstufe. Die Geräterückwand 22 des Splicers ist gestrichelt dargestellt, da die Prüf- und Reparaturvorrichtung auch als Anbaueinheit an einen Splicer ausgestaltet werden kann. Fig. 2 zeigt die Reparaturvorrichtung im Detail. Der Film 5 wird auf einem festen Unterstempel 30 geführt. Parallel zur Filmtransportrichtung wird das Reparaturband 31 von der Spule 32 durch die Transportrollen 33 abgezogen. Entsprechend der detektierten Beschädigung des Films wird das Reparaturband 31 durch die Schneidvorrichtung 34 abgelängt und mit dem Film 5 zusammengeführt. Sind Film 5 und Reparaturbänder 31 entsprechend positioniert, senkt sich der durch die Heizpatronen 35 und 36 erhitzte Oberstempel 37 und versiegelt die Reparaturstreifen 31 mit den Filmrändern des Filmes 5. Ein weiteres Reißen des Filmes ist dadurch verhindert.

Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist in der Fig. 3 beschrieben. Hier werden breite Reparaturbänder 39 quer zur Transportrichtung des Filmbandes über die Führungen 38 in die Reparaturstation gefördert. Die Führung 40 für den Oberstempel 37 gilt hier gleichzeitig als Anschlag und Positionierungshilfe für die Reparaturbänder 39. Bei dieser Ausführungsform sind an dem Oberstempel 37, der hier nur durch eine Heizpatrone 43 beheizt wird, Messer 41 angebracht, die beim Absenken des Stempels in Zusammenwirkung mit den Kanten 42 der Filmführung 30 das Reparaturband 39 in entsprechender Breite abschneiden.

Bei beiden Ausführungsformen ist es vorteilhaft, sowohl den Ober- als auch den Unterstempel mit einer hitzebeständigen Gleitschicht, wie z. B. Teflon, zu beschichten. Bei beiden Vorrichtungen wird ein Abriß des Filmbandes nach der Reparatur sicher verhindert, ohne daß der Informationsgehalt eines Bildes, das nicht bereits zerstört war, in irgendeiner Weise beeinträchtigt wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Reparieren von belichteten, aber noch nicht entwickelten Filmen, die zu langen Bändern verbunden sind, um sie in dieser Form einer Filmentwicklungsmaschine zuzuführen, wobei das Band automatisch in einer Prüfstation auf Beschädigungen und/oder fehlerhafte Klebestellen zwischen zwei Filmen überprüft wird und im zu reparierenden Bereich zumindest an einer Längskante ein schmaler Reparaturstreifen in der Weise heiß aufgesiegelt wird, daß er nur den Randbereich des Filmes, nicht aber den Bildbereich überdeckt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band nach der Reparatur entweder auf einer Spule aufgewickelt oder direkt einer Filmentwicklungsmaschine zugeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der schmale Reparaturstreifen auf einer Vorratsrolle aufgewickelt ist und in der benötigten Länge parallel zur Filmlaufrichtung von dieser abgewickelt und abgeschnitten wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Reparaturstreifen in einer Breite, die der durchschnittlichen Länge einer Reparaturstelle entspricht, auf einer Vorratsrolle aufgewickelt ist und von dieser quer zur Filmlaufrichtung abgewickelt und abgeschnitten wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Reparaturstreifen mit Hilfe eines Ober- und Unterstempels oder mit Hilfe von zumindest einer Andruckrolle aufgesiegelt wird.
  6. 6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch die Kombination folgender Einrichtungen:
    1. a) Eingabestation zur Eingabe von Filmpatronen oder Kassetten in die Vorrichtung durch eine Bedienperson
    2. b) Trennstation zum Separieren des Filmes von der Patrone oder Kassette
    3. c) Klebestation zum Verbinden der einzelnen Filme miteinander
    4. d) Schlaufenspeicher, in dem das Filmband zwischengespeichert und entsprechend dem Arbeitstakt der Folgestation wieder abgezogen wird
    5. e) Prüfstation zur Prüfung des Filmbandes auf Beschädigungen und/oder auf fehlerhafte Klebestellen
    6. f) Reparaturstation mit Mitteln zum Aufbringen eines Reparaturstreifens auf das Filmband an der zu reparierenden Stelle
    7. g) Einrichtung zum Aufwickeln des Filmbandes oder zur Übergabe an weiterverarbeitende Vorrichtungen.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Reparaturstation Mittel zum Aufsiegeln von mindestens einem schmalen Reparaturstreifen auf den Randbereich des Filmbandes an der zu reparierenden Stelle aufweist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Prüfstation erste Mittel zum Erkennen von seitlichen Filmeinrissen und zweite Mittel zum Erkennen von Perforationsschäden und Schäden in der Mitte des Filmbandes aufweist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com