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Dokumentenidentifikation DE4335909A1 27.04.1995
Titel Bausatz zur reversiblen Umrüstung von Personenkraftwagen zu Kleinwohnmobilen
Anmelder Dolan, Asmus, 75015 Bretten, DE
Erfinder Dolan, Asmus, 75015 Bretten, DE
DE-Anmeldedatum 21.10.1993
DE-Aktenzeichen 4335909
Offenlegungstag 27.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse B60P 3/32
IPC-Nebenklasse B60P 3/33   B60P 3/345   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Bausatz, bestehend aus dem "Aufbau" (Fig. 8.1) und der "wohnmobilspezifischen Inneneinrichtung", insbesondere den "Mehrzwecksitzen" (Fig. 8.2), mit dem sich ein PKW zu einem Kleinwohnmobil umrüsten läßt. Der "Aufbau" wird auf dem Dach des PKW befestigt. Durch eine zuvor angebrachte Öffnung im Dach des PKW steht er mit dessen Innenraum in Verbindung, so daß man in dem Kleinwohnmobil aufrecht stehen kann. Die Behälter (Fig. 8.1.1 u. 8.1.2), die Platz für Gepäck und Vorräte bieten, lassen sich in den "Aufbau" einfahren, so daß dieser beim Fahren weniger ausladend ist (Fig. 8.3).
Die Sitzflächen und Rückenlehnen der "Mehrzwecksitze" lassen sich aus ihren Halterungen nehmen und an anderen Stellen und in anderen Kombinationen wieder einsetzen. Dadurch lassen sich Sitzecken und Sitzgruppen mit Tischen und/oder Ablagen und eine Liegefläche einrichten.
Das Kleinwohnmobil läßt sich nach Gebrauch durch Abnehmen des "Aufbaus" und Einsetzen des "Dachabschlusses" (Fig. 8.4) wieder zu einem gewöhnlichen PKW machen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Bausatz nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die Umrüstung soll es möglich machen, mit dem Kleinwohnmobil in Urlaub zu fahren und nach Erreichen des Urlaubsortes oder unterwegs (bei längeren Ruhepausen) darin zu wohnen, d. h. zu kochen, zu essen, sich zu waschen, sich umzuziehen, zu schlafen und so weiter.

Nach Beendigung des Urlaubs soll sich das Kleinwohnmobil ohne großen Aufwand (lediglich mit Hilfe von Schraubenzieher und Schraubenschlüssel) in einen gewöhnlichen Pkw zurückverwandeln lassen.

Nach dem heutigen Stand der Technik sind Wohnmobile so konzipiert, daß sie nur als solche zu benutzen sind. In der Anschaffung sind sie so teuer wie ein Pkw der oberen Klasse. Da sie normalerweise nur einmal im Jahr (im Urlaub) benutzt werden, sind sie zu ca. 90% totes Kapital, es sei denn, der Eigentümer vermietet sie.

Der Erfindung liegt der Gedanke zu Grunde, die Anschaffung dadurch erheblich billiger zu machen, daß als fahrbare Basis ein vorhandener Personenkraftwagen (im weiteren wahlweise Pkw oder "Fahrgestell" genannt) Verwendung findet. Kosten entstehen dann nur durch den "Aufbau" (die räumliche Erweiterung des "Fahrgestells" nach oben), die wohnmobilspezifische Inneneinrichtung und das Herstellen der Öffnung im Dach des Pkw mit den Montageleisten und/oder Verschluß- und Dichtungselementen für das wasserdichte Anbringen des "Aufbaus". Zu der wohnmobilspezifischen Inneneinrichtung gehören auch die "Mehrzwecksitze" genannten Fahrer- und Beifahrersitze und die Rücksitzbank mit den notwendigen Verbindungen ihrer Bestandteile untereinander und die Halterungen am "Fahrgestell". Diese "Mehrzwecksitze" werden gegen die serienmäßigen Vorder- und Rücksitze ausgetauscht.

Als Nachteil muß erwähnt werden, daß ein solches Kleinwohnmobil naturgemäß nur wenig Platz im Inneren bietet, was durch optimale Nutzung etwas ausgeglichen werden kann. Und man kann sicherlich erwarten, daß bei Liebhabern eines Wohnmobils, die sich ein "großes" nicht leisten können, der Vorteil der geringen Kosten den Ausschlag gibt.

Die gestellte Aufgabe wird erfindungsmäßig dadurch gelöst, daß aus dem Dach des Pkw ein ausreichend großes, zweckmäßig geformtes Stück herausgeschnitten wird. An diesem Stück 2.1, das dadurch zum "Dachabschluß" wird, und an dem Ausschnitt 2.2 im Dach des "Fahrgestells" werden Montageleisten und/oder Verschluß- und Dichtungselemente derart angebracht, daß sich der Dachabschluß wieder einbauen läßt, wobei notwendige Verschraubungen oder sonstige (z. B. Schnapp-)Verschlüsse nur von innen zugänglich sind und von außen lediglich der schmale Säge- oder Frässpalt sichtbar bleibt.

Der "Aufbau" (1.1 in Fig. 1, 2.3 in Fig. 2, 3.1 in Fig. 3) ist ein insbesondere quader- oder trapezförmiger Kasten, der aus strömungstechnischen und ästhetischen Gründen vorn und hinten abgerundet und verjüngt sein kann. An der Unterseite hat er eine Öffnung 2.4, die dem Ausschnitt 2.2 im Dach des Pkw entspricht und mit den gleichen Montageleisten und/oder Verschluß- und Dichtelementen wie der "Dachabschluß" 2.1 derart ausgerüstet ist, daß man den "Aufbau" nach Entfernen des "Dachabschlusses" (1.3 in Fig. 1) auf dem Dach des Pkw befestigen kann.

Vor und hinter dem Bereich der Öffnung 2.4 ist in dem "Aufbau" Platz für Gepäck, Vorräte und dergleichen. Je nach Platzbedarf kann dieser Raum bei der Herstellung des "Aufbaus" durch dessen Verlängerung nach vorn und/oder hinten erweitert werden. Bei sehr großem Platzbedarf können Einschübe (1.4 und 1.5 in Fig. 1 und 3.2 bis 3.5 in Fig. 3) Verwendung finden, die während der Fahrt, wenn keine Stehhöhe gebraucht wird, auf beispielsweise Teleskopschienen (Schubladen vergleichbar) in den Kasten des "Aufbaus" eingefahren werden. Der Aufbau wird dadurch in Längsrichtung weniger ausladend, und die Sicht des Fahrers nach vorn und oben wird nicht behindert (siehe Fig. 3: 3.2 und 3.3 in Wohnstellung, 3.4 und 3.5 in Fahrstellung). Auch diese Einschübe können aus strömungstechnischen und ästhetischen Gründen vorn und hinten abgerundet und verjüngt sein, soweit sie in Fahrstellung aus dem Kasten des "Aufbaus" herausschrauben.

Die "Mehrzwecksitze" haben separate Sitzflächen und Rückenlehnen, die jeweils aus einer Holz- oder sonstigen Platte aus hartem Material, einer Auflage aus Polstermaterial (z. B. Schaumstoff) und Verbindungselementen bestehen. Sie lassen sich aus ihren Halterungen nehmen und an anderen Stellen und in anderen Kombinationen wieder einsetzen. Auch ihr Neigungswinkel läßt sich verändern, was für Sitzflächen wichtig ist. In Fig. 4 bis 7 sind diese "Mehrzwecksitze" in Fahrtstellung (Fig. 4), als Sitzecke mit Tisch und zwei Arbeits- bzw. Ablageflächen (Fig. 5), als Sitzgruppe mit Tisch (Fig. 6) und als Liegefläche (Fig. 7) dargestellt.

Umbau zu einer Sitzecke mit Tisch und zwei Ablagen (Fig. 5)

Eine der beiden Rückenlehnen 5.3 wird (mit der feten Unterseite nach oben) waagerecht angebracht, wodurch sie zu einem Tisch wird. Die andere Rückenlehne 5.4 und eine der beiden Sitzflächen 5.1 werden (die Polsterung nach oben) entsprechend tiefer angebracht. Sie bilden zwei Sitze an der Längs- und Querseite des Tisches. Die zweite Sitzfläche 5.2 wird umgedreht und bildet eine Ablage, auf der u. a. auch ein Gaskocher Platz finden kann. Auch die Sitzfläche der Rücksitzbank 5.5 kann umgedreht werden, wodurch eine weitere, größere Ablage entsteht.

Umbau zu einer Sitzgruppe mit Tisch (Fig. 6)

Die Rücklenlehnen 6.3 und 6.4 der "Mehrzwecksitze" werden vom rückwärtigen Ende der Sitzflächen 6.1 und 6.2 abgenommen und an das vordere Ende versetzt. Die Neigung der Sitzflächen wird so geändert, daß sich Sitzrichtung nach hinten ergibt. Die Sitzfläche der Rücksitzbank 6.5 wird mit der harten Unterseite nach oben gedreht und höher angebracht und bildet so den Tisch.

Umbau zu einer Liegefläche (Fig. 7)

Die Sitzflächen 7.1 und 7.2 und die Rückenlehnen 7.3 und 7.4 der "Mehrzwecksitze" werden so angeordnet, daß sie mit der Sitzfläche 7.5 der Rücksitzbank eine durchgehende ebene Fläche bilden. Da Fahrer- und Beifahrersitz aus technischen Gründen keine durchgehende Fläche über die ganze Breite des Innenraumes bilden können, entsteht im Kopf- und Mittelbereich der Liegefläche ein Spalt. Dieser Spalt kann durch optimale Gestaltung der Sitze minimiert werden. Der verbleibende Spalt wird durch ein separates Polsterteil 7.7 verschlossen, das aus mehreren kleinen Stücken bestehen kann, wenn sich diese bei Nichtbedarf leichter verstauen lassen.

Freie Stehhöhe

Der Bereich zwischen den Vordersitzen und der Rücksitzbank der "Mehrzwecksitze" bleibt frei von Gepäck. Hier kann man aufrecht stehen und sich waschen oder umziehen. Eine aufrechte Körperhaltung in dem Kleinwohnmobil ist in eingeschränktem Maße auch dadurch möglich, daß man auf den Sitzflächen kniet.


Anspruch[de]
  1. 1. Bausatz zur reversiblen Umrüstung von Personenkraftwagen mit geschlossenem Verdeck oder Schiebedach (Limousinen), im folgenden wahlweise Pkw oder "Fahrgestell" genannt, zu Kleinwohnmobilen, dadurch gekennzeichnet, daß er aus zwei Baugruppen besteht (Fig. 1):

    Die erste Baugruppe ist der "Aufbau" (1.1), der an seiner Unterseite mit einer rechteckigen, trapezförmigen, runden, ovalen oder anders geformten Öffnung (2.4 in Fig. 2) und im bereich dieser Öffnung mit geeigneten Montage-, Verschluß- und Dichtungselementen versehen ist. Das Dach des "Fahrgestells" erhält eine Öffnung (2.2 in Fig. 2), die der Öffnung im "Aufbau" entspricht, und im Bereich dieser Öffnung die entsprechenden Montage-, Verschluß- und Dichtungselemente. Der "Aufbau" wird mit Hilfe der Montage- und Verschlußelemente auf dem Dach des umzurüstenden Pkw befestigt. Nach der Umrüstung ist der Innenraum des Fahrzeugs bedeutend größer als der Innenraum des Pkw vor der Umrüstung und zwischen dem Innenraum des "Aufbaus" und dem Innenraum des "Fahrgestells" besteht durch die Öffnung im Pkw-Dach eine Verbindung, so daß man in dem Kleinwohnmobil aufrecht stehen kann.

    Die zweite Baugruppe ist die "wohnmobilspezifische Inneneinrichtung" 1.2 (einschl. der "Mehrzwecksitze" und ihrer Halterungen am Fahrgestell) für den umzurüstenden Pkw, von der in Fig. 1 und allen weiteren Ausführungen bzw. Abbildungen nur die "Mehrzwecksitze" beschrieben bzw. dargestellt werden.
  2. 2. Bausatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der insbesondere quader- oder trapezförmige "Aufbau" je nach Platzbedarf in verschiedener Länge hergestellt werden und daß er auch nach vorn und/oder hinten (in geringerem Maße auch an den Seiten) über das Dach des "Fahrgestlls" hinausragen kann (3.1 in Fig. 3). Er kann aber auch (besonders wenn der Platzbedarf so groß ist, daß ein entsprechend langer "Aufbau" die Sicht des Fahrers nach oben einschränken würde) ein- und ausfahrbar gestaltet werden, indem er vorn und/oder hinten offen ist und der oder die eigentlichen Behälter (z. B. auf Teleskopschienen) heraus- (3.2 und 3.3) und ganz oder teilweise wieder hineingeschoben (3.4 und 3.5) werden können.
  3. 3. Bausatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umrüstung rückgängig gemacht werden kann, indem der "Aufbau" wieder entfernt und die Öffnung im Dach des Pkw entweder mit dem herausgeschnittenen Stück oder mit einer Platte aus anderem Material wasserdicht und einbruchsicher verschlossen wird, wobei dieses "Dachabschluß" genannte Stück (1.3 in Fig. 1 und 2.1 in Fig. 2)mit den gleichen Montage-, Verschluß- und Dichtungselementen ausgestattet ist wie der "Aufbau".
  4. 4. An Stelle der serienmäßigen Vorder- und Rücksitze eingebaute "Mehrzwecksitze" (Fig. 4 bis 7) für Personenkraftwagen oder dergleichen, insbesondere für Personenkraftwagen mit geschlossenem Verdeck oder Schiebedach (Limousinen), dadurch gekennzeichnet, daß ihre Bestandteile (Sitzflächen 4.1 und 4.2 und Rückenlehnen 4.3 und 4.4 der Vordersitze, Sitzbank 4.5 und Rückenlehne 4.6 der Rücksitze) leicht und schnell lösbare Befestigungen bzw. Verbindungen mit den anderen Bestandteilen und mit den Halterungen am "Fahrgestell" aufweisen, aus denen sie gelöst und an anderer Stelle bzw. in anderer Kombination (auch mit anderen Neigungswinkeln der Sitzflächen) wieder eingnsetzt werden können, so daß sich die "Mehrzwecksitze" mit wenigen Handgriffen so verwandeln lassen, daß aus Fahrer- und Beifahrersitz sowie dem Rücksitz insbesondere folgende Kombinationen werden:
    1. a) eine Sitzecke (Fig. 5) mit zwei Sitzflächen 5.1 und 5.4, Tisch 5.3 und zwei Ablagen bzw. Arbeitsflächen 5.2 und 5.5,
    2. b) eine Sitzgruppe (Fig. 6) mit zwei Sesseln 6.1 bis 6.4 und Tisch 6.5 oder
    3. c) eine Liegefläche (Fig. 7), wobei der Spalt zwischen den Teilen 7.1 bis 7.4 durch ein zusätzliches Polsterteil 7.7 verschlossen wird. Dieser Spalt ist technisch bedingt (Fahrer- und Beifahrersitz können wegen der Zugänglichkeit von Schalthebel und Feststellbremse während der Fahrt nicht so breit ausgebildet werden, daß sie die ganze Breite des "Fahrgestell"-Innenraumes ausfüllen), er kann durch optimale Gestaltung minimiert, aber nicht ganz vermieden werden.






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