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Dokumentenidentifikation DE4335994A1 27.04.1995
Titel Verfahren zur Herstellung von Halbfertigteilen aus Altpulver
Anmelder Fischlowitz, Karlheinz, 95176 Konradsreuth, DE
Erfinder Fischlowitz, Karlheinz, 95176 Konradsreuth, DE
Vertreter Reinhard, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Skuhra, U., Dipl.-Ing.; Weise, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 80801 München
DE-Anmeldedatum 21.10.1993
DE-Aktenzeichen 4335994
Offenlegungstag 27.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse B29C 67/04
IPC-Nebenklasse B09B 3/00   B29B 17/00   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Herstellung von Halbfertigteilen aus Altpulver wird eine hitzebeständige Form zur Aufnahme des Altpulvers mit einer Trennschicht versehen. Nach Einlegen der Trennschicht in die hitzebeständige Form wird Altpulver unterschiedlicher, ähnlicher oder gleicher Farbeigenschaften eingebracht und auf Temperaturen von oberhalb 50°C erhitzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Halbfertigteilen aus Altpulver gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Das zur elektrostatischen Applikation von Aluminium-, Stahl- und Eisenteilen verwendete Beschichtungspulver wird während des Beschichtungsprozesses im sogenannten Rückgewinnungsverfahren verarbeitet. Hierbei wird das Beschichtungspulver dem Produktionskreislauf während des Beschichtungsvorganges der zu beschichtenden Teile mehrmals zugeführt. Durch verschiedene Reibungspunkte innerhalb der pulverführenden Einheiten und der zum Beschichten benutzten Sprüheinheiten verringert sich die zur optimalen Beschichtung notwendige Korngröße des zyklisch wieder zugeführten Beschichtungspulvers und durch den Einfluß von Raumstäuben tritt eine zusätzliche Verschlechterung der Pulverqualität ein. Das im Rückgewinnungsverfahren ausgeschiedene und nicht mehr verwendbare Pulver, auch Altpulver genannt, wird durch einzelne Filtersysteme aus dem Beschichtungskreislauf ausgesondert und in bereitgestellte integrierte Pulverbehälter geblasen. Bisher erfolgte die Entsorgung dieses Altpulvers in Form von Hausmüll oder Sondermüll, je nach den kommunalen Abfallentsorgungsverordnungen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Halbfertigteilen aus Altpulver zu schaffen, bei dem das Altpulver auf einfache Weise verarbeitet wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine einfache und umweltfreundliche Möglichkeit geschaffen, das bei der Beschichtung von Aluminium-, Stahl- und Eisenteilen anfallende, an sich nicht weiter verwendbare Beschichtungsaltpulver weiterzuverarbeiten bzw. zu verwenden. Gemäß der Erfindung werden aus Altpulver Halbfertigteile gewonnen, die durch eine nachfolgende Bearbeitung zu den verschiedartigsten Produkten weiterverarbeitet werden können wie beispielsweise Trittplatten, Treppenstufen, Fundamenten, Beeteinfassungen, Palisaden usw. Die Bearbeitung der Halbfertigteile erfolgt vorteilhafterweise auf mechanische Weise, z. B. durch Bohren, Fräsen, Sägen, Feilen usw.

Wesentlich ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Verwendung einer Trennschicht in der Aufnahmeform, in welcher das Altpulver durch Erhitzung vernetzt wird, wodurch ein Anhaften des erhitzten Altpulvers in der Aufnahmeform verhindert wird.

Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens näher erläutert.

Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das bei der elektrostatischen Applikation von Aluminium-, Stahl- und Eisenteilen eingesetzte und aufgrund einer Verringerung der Korngröße sowie durch Verunreinigung mittels Raumstäuben verschlechterte Pulver zur Herstellung von Halbfertigteilen verwendet, die einer nachfolgenden Weiterverarbeitung zugeführt werden können. Das durch Filtersysteme aus dem Kreislauf einer Vorrichtung zur elektrostatischen Applikation von Beschichtungspulver ausgesonderte Altpulver, das in hierfür vorgesehene Pulverbehälter geblasen wurde, wird in eine beliebige, mit einer Trennschicht ausgekleideten Form eingegeben, bevor die Herstellung der Halbfertigteile erfolgt. Als Trennschicht wird vorteilhafterweise ein Backvlies oder ein Backpapier eingesetzt, das in die Form vor dem Einfüllen des Altpulvers eingelegt wird. Die Verwendung eines Vlieses gegenüber Papier hat den Vorteil, daß es als ganzes erhalten bleibt und somit mehrmals eingesetzt werden kann.

Nach dem Einbringen des Altpulvers in die mit einem Backpapier oder Vlies versehene Form erfolgt die Vernetzung des Altpulvers durch Erhitzung mittels eines Heißluftofens. Die das Altpulver aufnehmende Form muß hitzebeständige Eigenschaften aufweisen. Durch die Erhitzung des Altpulvers wird dieses zu einem festen Block verschmolzen, wobei das Erweichen und Schmelzen oberhalb von ca. 50°C erreicht wird.

Gemäß einem weiteren Verfahren wird zweckmäßigerweise das Altpulver je nach Farbe getrennt und nur gleichfarbige oder annähernd farblich identische Altpulverrückstände in eine Form eingegeben, um sie zu Halbfertigteilen weiterzuverarbeiten.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird nach dem Erweichen und Schmelzen des Altpulvers eine Temperaturerhöhung auf bis zu 180-200°C vorgenommen. Abhängig von dem gewünschten Volumen der Halbfertigteile wird die Höhe der Temperatur und die Dauer der Temperaturerhöhung festgelegt.

Nach dem Erkalten des geschmolzenen Altpulvers und nach der Entnahme aus der Aufnahmeform werden die auf diese Weise gewonnenen Halbfertigteile vorzugsweise einer mechanischen Bearbeitung zugeführt, um die Halbfertigteile in die jeweils gewünschte Form durch Bohren, Fräsen, Sägen, Feilen usw. zu bringen.

Gemäß der Erfindung ist insbesondere die Entnahme der Halbfertigteile aus den Formen dadurch gewährleistet, daß durch die Trennschicht in Form eines Vlieses oder Papiers ein Anhaften des verschmolzenen Altpulvers an der Aufnahmeform verhindert wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung von Halbfertigteilen aus Altpulver dadurch gekennzeichnet,

    daß eine hitzebeständige Form zur Aufnahme des Altpulvers mit einer Trennschicht versehen wird,

    daß nach Einlegen der Trennschicht in die hitzebeständige Form Altpulver unterschiedlicher, ähnlicher oder gleicher Farbeigenschaften eingebracht und auf Temperaturen von oberhalb 50°C erhitzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Altpulver nach Erweichen und Schmelzen auf Temperaturen von bis zu ca. 180-200°C erhitzt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Trennschicht ein Backvlies verwendet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Trennschicht ein Backpapier eingesetzt wird.
  5. 5. Verfahren nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Altpulver, abhängig von dem gewünschten Volumen der hitzebeständigen Form, auf einer Temperatur von bis zu 180-200°C gehalten wird.
  6. 6. Verfahren nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das zu einem Block verschmolzene Altpulver abgekühlt und einer mechanischen Bearbeitung zugeführt wird.






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