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Dokumentenidentifikation DE4336085A1 27.04.1995
Titel Verfahren zum Entfernen von Flüssigkeit von der Oberfläche eines benetzten Behandlungsgutes und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder Atotech Deutschland GmbH, 10553 Berlin, DE
Erfinder Kauper, Rudolf, 90596 Schwanstetten, DE;
Reger, Rudolf, 90537 Feucht, DE;
Tratz, Günther, 92318 Neumarkt, DE
Vertreter Effert, U., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 12489 Berlin
DE-Anmeldedatum 22.10.1993
DE-Aktenzeichen 4336085
Offenlegungstag 27.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse F26B 5/02
IPC-Nebenklasse F26B 21/02   C25D 19/00   
IPC additional class // F26B 9/08  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Flüssigkeit von der Oberfläche eines benetzten Behandlungsgutes vorzugsweise aus dem Bereich der Oberflächentechnik sowie eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens. Nach jedem naßchemischen Behandlungsschritt ist es notwendig, von der Oberfläche des Behandlungsgutes möglichst viel von der anhaftenden Flüssigkeit zu entfernen bis hin zur vollkommenen und fleckenfreien Trocknung.
Die Figur 3 zeigt einen Trockner mit zwei erfindungsgemäßen Luftstrahleinrichtungen, wie er in Galvanoanlagen Verwendung findet. Erfindungsgemäß wird eine langgestreckte Luftblaseinrichtung (3), die sowohl lineare (10, 11) als auch schnelle oszillierende Bewegungen (8, 13) ausführt, eingesetzt. Das Behandlungsgut wird damit angeblasen. Durch die überlagerten Bewegungen der Luftstrahleinrichtung (3) wird die benetzte Oberfläche der Teile (2) aus ständig wechselnden Richtungen mit wechselnden Aufprallgeschwindigkeiten von den Luftstrahlen getroffen. Zunächst werden die anhaftenden Tropfen zerstäubt und anschließend verdunstet die restliche Oberflächenfeuchte. Zur Unterstützung der Verdunstung wird erwärmte Druckluft verwendet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen einer an der Oberfläche von Behandlungsgut anhaftenden Flüssigkeit und eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens.

Bei der naßchemischen Behandlung von Behandlungsgut, im nachfolgenden auch kurz Gut genannt, wie zum Beispiel in Galvanoanlagen, besteht die Aufgabe, beim Transport des Gutes von einem Behandlungsbad zum nächsten möglichst wenig Behandlungsflüssigkeit zu verschleppen. Die Flüssigkeit, die an der Oberfläche des Gutes anhaftet, muß nach dem Ausheben aus dem Bad entfernt werden. Nach der letzten Behandlung muß diese Entfernung bis zur vollkommenen Trocknung durchgeführt werden. Bei bestimmten, meist dekorativem Gut muß diese Trocknung fleckenfrei erfolgen.

In den bekannten Anlagen zur Oberflächenbehandlung wird diese Aufgabe wirtschaftlich und umwelttechnisch unbefriedigend gelöst. So wird beim Transport des Gutes von Bad zu Bad nach dem jeweiligen Ausheben eine möglichst lange Abtropfzeit vorgesehen.

Zusätzlich wird das Gut manchmal auch gerüttelt oder in Vibration versetzt, um anhaftende Tropfen zu entfernen. Bekannt sind auch Blasvorrichtungen, wie z. B. Düsenstöcke, die an den Bädern angeordnet sind. Beim Ausheben wird das Gut an den Düsen vorbeigeführt und angeblasen. In Trocknern werden motorisch angetriebene Blasvorrichtungen an dem dort befindlichen Gut mehrfach vorbeigeführt. Zusätzlich kann die Trocknerluft erwärmt werden, um eine völlige Flüssigkeitsentfernung durch Verdunsten auch an unzugänglichen Stellen des Gutes zu bewirken. Zur fleckenfreien Trocknung werden auch Lösungsmittel eingesetzt, die die Behandlungsflüssigkeit verdrängen und danach am Gut schneller verdunsten.

Nachteilig bei diesen bekannten Verfahren ist, daß lange Abtropf- bzw. Trocknungszeiten nötig sind. Die Verdunstung der anhaftenden Flüssigkeit erfordert zusätzliche Energie und im Falle des Einsatzes von Lösungsmitteln wird die Umwelt belastet. Trotzdem sind die Ergebnisse unbefriedigend. Anhaftende Tropfen der Behandlungsflüssigkeit werden in das jeweilige nachfolgende Bad verschleppt. Sie lassen sich auch durch Anblasen aus Luftdüsen nur teilweise von den Oberflächen entfernen. Das Blasen bewirkt ein momentanes Verdrängen der Tropfen zu einem windgeschützten Ort des Gutes, eine vollständige Entfernung findet jedoch nicht statt. Besonders nachteilig wirken sich die Tropfen dann aus, wenn aus technischen oder dekorativen Gründen ein völlig fleckenfreies Gut hergestellt werden soll, denn ein verdunstender Wassertropfen hinterläßt in der Praxis immer einen sichtbaren Fleck auf der Oberfläche.

In der Druckschrift EP 0486711 A1 werden ein Verfahren und eine Vorrichtung für Oberflächenbehandlungsanlagen beschrieben, die auch zur fleckenfreien Trocknung ohne Lösungsmitteleinsatz geeignet sein sollen. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der oben beschriebenen Düsenstöcke zur Luftanblasung. Sie werden an dem Gut vorbeigeführt und die Luft strömt aus den Düsen mit hoher Geschwindigkeit auf das zu trocknenden Gut. Ein Mikroprozessor steuert Magnetventile, die den Luftstrom in schneller Folge unterbrechen. Dadurch entstehen pulsierende Luftstöße, die an dem zu trocknenden Gut die anhaftenden Tropfen verkleinern oder zerstören, die sich im Bereich dieser Luft befinden, d. h. die von den senkrecht auf das Gut auftreffenden Luftstrahlen erfaßt werden.

Nachteilig bei diesem Verfahren ist, daß die Luftstöße auf jeder Seite des Warenträgers stets aus nur einer Richtung auf das zu trocknende Gut treffen. Das Gut müßte also plattenförmig sein, um alle Oberflächenbereiche erreichen zu können. In der Regel ist das Behandlungsgut vielfältig geformt. Hier erreichen parallele Strahlen nur einen Teil der zu behandelnden Oberfläche. Insbesondere bei stark geformten Armaturen wird aus dekorativen Gründen eine fleckenfreie Trocknung gefordert. Und gerade hier werden nicht alle Oberflächenbereiche von den nur senkrecht auftreffenden pulsierenden Luftstrahlen erreicht. Dies führt wieder zu unwirtschafflich langen Trocknungszeiten und zu hohem Luftverbrauch.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben, das es ermöglicht, die an dem aus einem naßchemischen Bad ausgehobenen oder horizontal ausgefahrenem Gut anhaftende Flüssigkeit zu entfernen bis hin zur völligen Trocknung und dabei die Nachteile der bekannten Verfahren zu vermeiden. Ferner sollen die nach diesem Verfahren arbeitenden Anordnungen eine technisch einfache Realisierung ermöglichen.

Gelöst wird die Aufgabe mit mindestens einer das Behandlungsgut anblasenden, langgestreckten Luftstrahleinrichtung mit Öffnungen entlang der Mantellinie. Diese Luftstrahleinrichtung bewegt sich relativ und linear an dem zu trocknenden Gut vorbei, wobei als Luft vorzugsweise gereinigte und getrocknete Druckluft verwendet wird. Sie und/oder die unmittelbar die Luftstrahleinrichtung umgebende Luft kann beheizt sein. Die Luftstrahleinrichtung führt gleichzeitig mindestens eine oszillierende Bewegung aus, die sich der relativen linearen Bewegung überlagert. Als oszillierende Bewegungen kommen in Betracht eine Drehschwingung um die Längsachse der Luftstrahleinrichtung, ohne oder mit einer linearen Schwingung in Achsrichtung derselben. Ferner diese Drehschwingung und Drehschwingungen der Luftaustrittsöffnungen um je eine zur Längsachse der Luftstrahleinrichtung um einen Winkel von ca. 90° versetzte parallele Achse. In diesem Falle sind die Luftaustrittsöffnungen als bewegliche Düsen ausgebildet.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden eine Vielzahl von stationären, parallel angeordneten Luftstrahleinrichtungen eingesetzt. Sie führen die oszillierenden Bewegungen in einer oder zwei Richtungen aus. Die lineare relative Bewegung des Gutes übernimmt ein Hubwerk, das es auf und ab bewegt.

In den Ausgestaltungen der Erfindung werden die Frequenzen und Amplituden, d. h. die Schwingungsweiten der oszillierenden Bewegungen sowie die langsame Linearbewegung so aufeinander abgestimmt, daß alle Oberflächenbereiche eines Gutes erfaßt werden.

Die Luftstrahleinrichtungen sind an den Seiten eines Bades oder Trockners angeordnet, um zugleich alle Oberflächen des zu trocknenden Gutes anblasen zu können. Bei naßchemischen Prozessen wird das zu behandelnde Gut an Warenträgern mit bekannten Befestigungsmitteln wie Klammern oder Gestellen aufgehängt und von Transportwagen durch die Anlage befördert. Die Länge der Warenträger liegt im Bereich von bis zu einigen Metern. Das Behandlungsgut am Warenträger bildet somit zwei große Flächen, und zwar eine Vorderseite und eine Rückseite. Von beiden Seiten ist die anhaftende Flüssigkeit zu entfernen. Im nachfolgenden wird zur einfacheren Beschreibung der Erfindung immer von einem Behandlungsgut ausgegangen, das an einem Warenträger befestigt durch eine naßchemische Anlage transportiert wird. Die Erfindung erstreckt sich aber ausdrücklich auch auf den Bereich der horizontalen Durchlaufanlagen, die im allgemeinen ohne Warenträger arbeiten.

An beiden Seiten des Behandlungsgutes wird erfindungsgemäß jeweils mindestens eine oszillierende Luftstrahleinrichtung relativ vorbeibewegt. Die Luftstrahleinrichtung kann in bezug zum Warenträger horizontal, vertikal oder in beliebiger Richtung angeordnet sein. Sie kann sich am ruhenden Warenträger vorbeibewegen oder der Warenträger bewegt sich mit der anzublasenden Ware an der Luftstrahleinrichtung vorbei. In der Galvanotechnik sind Transportwagen bekannt, die mit einer Kabine zum Abspritzen und Abtropfen des Gutes während der Fahrt ausgerüstet sind. Auch in derartigen Transportwagen können die erfindungsgemäßen Luftstrahleinrichtungen eingebaut werden. Vorteilhaft ist hier, daß bei vorgegebenen Fahrzeiten von einer Behandlungsstation zur nächsten durch die wesentlich wirksamere Entfernung der Flüssigkeit von der Oberfläche des Gutes eine Qualitätsverbesserung und eine Zeiteinsparung erzielt wird.

Durch die oszillierenden Bewegungen der langgestreckten Luftstrahleinrichtung wird erreicht, daß die Luft nicht nur aus einer Richtung auf die zu trocknende Oberfläche auftrifft, sondern aus verschiedenen ständig wechselnden Richtungen. Damit wird sichergestellt, daß auch bei stark geformtem Behandlungsgut alle Oberflächenbereiche von der Luft erfaßt und alle daran anhaftenden Flüssigkeitstropfen entfernt werden. Die vollständige Entfernung der Tropfen und nicht nur ihre momentane Verdrängung wird dadurch erreicht, daß mit hohen Oszillationsgeschwindigkeiten gearbeitet wird. Die vergleichsweise dazu trägen Tropfen können nicht schnell genug ausweichen und zerstäuben im darüberstreichenden Luftstrahl. Verstärkt wird dies durch die ständig wechselnde Aufprallgeschwindigkeit der Luft auf das Gut infolge der durch das Schwenken der Düsen erzielten Abstandsänderungen von dessen Oberfläche. Die Änderungen der Aufprallgeschwindigkeit verursachen aus Sicht des Gutes örtliche Luftdruckschwankungen. Diese und die Richtungskomponente des Strahles haben eine permanente Verwirbelung der Oberflächenflüssigkeit zur Folge, was das Zerstäuben der Tropfen in den Raum unterstützt und danach das Verdunsten der verbleibenden Feuchte, die keine Tropfen mehr bilden kann, bis zur vollständigen und somit auch fleckenfreien Trocknung beschleunigt. Dieser Effekt läßt sich beeinflussen durch die Wahl des Abstandes der Luftstrahleinrichtung von der Oberfläche des Gutes. Als zweckmäßig hat es sich erwiesen, bei plattenförmigem Gut einen kleinen Abstand im Zentimeterbereich und bei stark geformtem Gut einen größeren Abstand im Dezimeterbereich zu wählen.

Die vollständige Trocknung wird nach dem Stand der Technik durch Erwärmung des Behandlungsgutes erreicht. Zusätzlich kann das letzte Spülbad mit einer Heizung ausgestattet sein. In diesem Fall nimmt das Gut soviel Wärme auf, daß bei der anschließenden Trocknung im Umlufttrockner die Verdunstung an der Oberfläche von innen heraus gefördert wird. Es soll die dem Trocknungsvorgang entgegenwirkende Verdunstungskälte kompensiert werden. Wird das zu trocknende Gut, ob zuvor erwärmt oder nicht, von kalter Luft angeblasen, so verlängert dies den Verdunstungsvorgang. Gravierend kommt hinzu, daß sich Druckluft beim Ausströmen aus Düsen entspannt und somit abkühlt. Diese kalte Luft in der Größenordnung von einigen Kubikmetern pro Minute in einem Umlufttrockner mit etwa gleichgroßem Volumen an das dort befindliche zu trocknende Gut mit hoher Geschwindigkeit geblasen, verdrängt die heiße Trocknerumluft aus dem Trockner. Die Oberfläche des Gutes wird kalt. Durch das Anströmen mit kalter Luft dauert die Verdunstung der Restfeuchte erheblich länger. Deshalb wird erfindungsgemäß bei einem vollständig zu trocknenden Gut vorteilhaft erwärmte Druckluft für die Luftstrahleinrichtungen verwendet. Ist das Gut in einem beheizten Spülbad vorgewärmt worden, dann kann während des gesamten Anblasens Warmluft verwendet werden. Vorteilhaft wird in der Schlußphase Warmluft zur vollständigen und fleckenfreien Trocknung benutzt. Hierzu kann z. B. eine Heizung in der Druckluftleitung zugeschaltet werden. Die Warmluft trägt zur schnelleren Verdunstung der Restfeuchte bei, ohne die bei Trocknern übliche große Wärmeenergie aufwenden zu müssen, weil die Feuchte an dem Gut gezielt örtlich und mit vergleichsweise geringen Luftmengen erwärmt wird. Enthält ein fleckenfrei zu trocknendes Behandlungsgut Gewindelöcher oder Sacklöcher, so kommt es vor, daß auch bei Anwendung der erfindungsgemäßen Luftstrahleinrichtung in diesen Löchern kleine Flüssigkeitstropfen zurückbleiben. Sie werden durch nachgeschaltete Umluftrocknung verdunstet. Die Trocknungsflecken sind an diesen Stellen des Gutes weder technisch doch dekorativ relevant.

Bei der Erfindung ist vorteilhaft, daß bereits mit Luftdrücken ab 2 bar und einem dreimaligen linearen Überfahren der zu trocknenden Fläche in jeder Richtung mit einer Geschwindigkeit von 4 Meter pro Minute sehr gute Trockenergebnisse erzielt werden. Der niedrige Druck hat einen niedrigen Luftverbrauch zur Folge. Durch Anpassung der Verfahrensparameter Druck, Temperatur der Druckluft, Geschwindigkeit der Relativbewegung, Frequenzen und Amplituden der oszillierenden Bewegungen, Anzahl und Richtung der Luftstrahleinrichtungen sowie Anzahl und Richtung der Löcher oder Düsen dieser Luftstrahleinrichtungen läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren an das naßchemisch zu behandelnde Gut optimal anpassen.

Die Erfindung beschränkt sich nicht nur auf vertikal arbeitende Tauchbäder, sondern auch auf naßchemische Prozesse mit horizontalem Transport des zu behandelnden Gutes. Ein verbreitetes Beispiel hierfür ist die Behandlung von Leiterplatten im horizontalen Durchlauf durch naßchemisch und/oder elektrolytisch arbeitende Anlagen. In ihnen befinden sich an der Ober- und Unterseite des Gutes die beschriebenen Luftstrahleinrichtungen. Sie sind stationär oder sie führen eine zusätzliche Bewegung mit und gegen die Transporteinrichtung der zu trocknenden Leiterplatten aus. Die Oszillationen der Luftstrahleinrichtungen erfolgen in gleicher Weise und mit gleichen Geschwindigkeiten wie bei verkaler Behandlung des Gutes.

Die nachfolgenden Zeichnungen dienen zur weiteren Erläuterung des Verfahrens und der Anordnungen.

Im einzelnen zeigt

Fig. 1 Prinzip einer erfindungsgemäßen Anordnung zur Entfernung von Flüssigkeit, die sich an der Oberfläche von Teilen befindet in der Draufsicht.

Fig. 2 Prinzip einer Trocknungsstation mit mehreren Luftstrahleinrichtungen.

Fig. 3 Anordnung eines Trockners, der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitet.

Fig. 1 zeigt in der Draufsicht eine prinzipielle Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens. An einem Warenträger 1 befindet sich das Behandlungsgut, hier Teile 2, die durch Eintauchen in ein wäßriges Bad oder Besprühen mit Behandlungsmittel benetzt worden sind. Nach dem Ausheben haftet diese Flüssigkeit an der Oberfläche der Teile 2. Es bilden sich nicht abfallende Tropfen. Diese werden mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens abgeblasen. Hierzu dienen die in die Tiefe der Zeichnung langgestreckten Luftstrahleinrichtungen 3 in Form von Rohren 12. Sie befinden sich an der Vorderseite 4 und Rückseite 5 des Warenträgers 1. Diese Luftstrahleinrichtungen 3 haben an einer Mantellinie oder abwechselnd versetzt an mehreren Mantellinien Öffnungen 6 in Form von Bohrungen oder Düsen. Der im unteren Zentimeterbereich liegende Abstand der Bohrungen oder Düsen kann den Erfordernissen der Ware entsprechend regelmäßig oder unregelmäßig sein. Mit den Pfeilen 7 wird die zuströmende Druckluft angedeutet. Sie strömt aus den Öffnungen 6 auf die zu trocknenden Teile 2. Die Luftstrahleinrichtungen 3 werden je von einem nicht dargestellten Antrieb so um ihre Achsen geschwenkt, wie es die Doppelpfeile 8 darstellen. Mehrere Luftstrahleinrichtungen können von einem Antrieb geschwenkt werden. Dies hat den Vorteil der vollkommenen Synchronisation der Schwenkbewegungen. Durch das Schwenken werden im Beispiel der Fig. 1 nacheinander ca. neun Teile vom Luftstrom erfaßt. Der Doppelpfeil 9 kennzeichnet den Schwenkbereich, d. h. die Amplitude der Drehschwingung jedes Teil 2 wird dabei aus einer anderen Richtung angeblasen, d. h. unter einem anderen Winkel. Das Schwenken erfolgt mit einer relativ hohen Frequenz, zum Beispiel mit fünf Drehvollschwingungen in der Sekunde. Es können auch davon weit abweichende Frequenzen gewählt werden. Die derart oszillierenden Luftstrahleinrichtungen werden durch einen Linearantrieb langsam und ungefähr parallel an den zu trocknenden Teilen 2 vorbeibewegt. Diese Linearbewegung wird durch die Pfeile 10 in der einen Richtung und 11 in der Gegenrichtung dargestellt. Die schnelle Schwenkbewegung und die langsame Linearbewegung der Luftstrahleinrichtung überlagern sich derart, daß jedes zu trocknende Teil 2 während einer Gesamtlinearbewegung von einem Ende des Warenträgers 1 zum anderen zu jeder Zeit unter einem anderen Winkel sehr intensiv angeblasen wird. Somit werden auch Hinterschneidungen erreicht, die bei konstanter Blasrichtung nicht zu erfassen sind. Die zusätzliche lineare Schwingung der Luftstrahleinrichtung 3 senkrecht zur Zeichnungsebene ist in Fig. 1 nicht darstellbar. Die Bezugszahl 13 weist auf sie hin.

Die Amplituden 9 und 13 und die Frequenzen der oszillierenden Bewegungen sowie der Weg und die Geschwindigkeit der linearen Bewegung können individuell auf das zu trocknende Gut abgestimmt, fest eingestellt werden. In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden diese Größen abhängig von dem zu trocknenden Gut von der Steuerung der naßchemischen Anlage automatisch eingestellt. Ferner sind auch manuelle Einstellungen dieser Amplituden und Frequenzen möglich.

In Fig. 2 sind zum Beispiel in einer Trocknungsstation drei stationäre Luftstrahleinrichtungen 3 auf jeder Seite des strichpunktiert markierten Behandlungsgutes 14 dargestellt. Die Drehschwingungen kennzeichnen die Doppelpfeile 15 und die linearen Schwingungen die Doppelpfeile 16. Die langsame lineare relative Bewegung des Behandlungsgutes 14 zu den Luftstrahleinrichtungen 3 wird mit dem Doppelpfeil 17 angedeutet. Ein nicht dargestelltes Hubwerk bewegt das Gut langsam auf und ab.

Am Beispiel eines Trockners wird nachfolgend eine praktische Anwendung beschrieben. Fig. 3 zeigt in perspektivischer Darstellung einen Trockner, wie er beispielsweise in Galvanoanlagen Verwendung findet. Die Luftstrahleinrichtungen 3 für die Vorder- und Rückseite der Teile 2 werden von Schlittenführungen 19 getragen und linear in Pfeilrichtung 10 und 11 bewegt. Die in der Zeichnung verdeckten Antriebe werden über Energieketten 20 mit Energie versorgt. Zusätzlich führen sie die Druckluft den Luftstrahleinrichtungen über flexible Schläuche zu. Auch die Holme 21 dienen zur Aufnahme dieser Schläuche. Die Schwenkantriebe 22 sind hier im Beispiel als Zylinder dargestellt. Ihre Linearbewegung wird umgelenkt in die Schwenkbewegung 8 der Luftstrahleinrichtung 3. Diese Schwenkbewegung läßt sich auch mittels eines rotierenden Antriebes erreichen. Die rotierende Bewegung wird mit Hilfe einer Kurvenscheibe oder eines Exzenters in die Drehschwingung umgewandelt. Der Pfeil 13 deutet die lineare Schwingung an. Der Antrieb hierfür kann im Bereich der Führung 23 oder im Kopf 18 der Luftstrahleinrichtung angeordnet sein. Das Rohr 12 greift an seinem unteren Ende in eine Führung 23 ein, um einen gleichmäßigen Abstand zu den zu trocknenden Teilen 2, die hier ohne Warenträger dargestellt sind, einzuhalten.

Die Antriebe für die langsamen Linearbewegungen 10, 11 der Luftstrahleinrichtungen 3 von Vorder- und Rückseite können miteinander synchronisiert werden. Dies erlaubt es, definierte Positionen zueinander einzuhalten, was dann von Vorteil ist, wenn sich die Druckluftstrahlen beider Seiten abhängig vom Behandlungsgut gegenseitig störend ablenken oder in ihrer Wirkung, d. h. durch die örtlich und momentan unterschiedlichen Luftdrücke unterstützen. Zur Optimierung der beschriebenen Flüssigkeitsverwirbelung können sowohl die langsamen Linearbewegungen als auch die schnellen Schwenkbewegungen und/oder die Linearschwingungen beider Seiten synchronisiert werden.

In Fig. 3 findet eine horizontale Linearbewegung von der rechten zur linken Seite des Trockners und umgekehrt statt. Aus konstruktiven oder trocknungstechnischen Gründen kann es auch zweckmäßig sein, diese Bewegung mit horizontal liegender Luftstrahleinrichtung von oben nach unten und zurück auszuführen. Dies ist mit den bekannten Methoden und Mitteln des Maschinenbaues realisierbar und soll deshalb hier nicht näher beschrieben werden.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden zur Beschleunigung des Trocknungsprozesses jeweils an der Vorder- und Rückseite zwei um 90° versetzte Luftstrahleinrichtungen eingesetzt. Sie bewegen sich linear und unabhängig voneinander horizontal und vertikal im Trockner. Dies hat den Vorteil, daß die zu trocknenden Teile aus weiteren Richtungen angeblasen werden. Die Verdoppelung der Luftstrahleinrichtungen reduziert deshalb die Trocknungszeit bei geformtem Gut auf weniger als die Hälfte.

Zur Wertstoff-Rückgewinnung und zur Vermeidung von Verschleppungsverlusten besteht die Möglichkeit, bei Tauchbädern die Luftstrahleinrichtungen stationär horizontal und parallel zum Warenträger anzuordnen, und zwar seitlich am Badbehälter oberhalb des Badspiegels. Die Linearbewegung wird hier beim Ausheben des Warenträgers aus dem Bad erzielt. Die Hubgeschwindigkeit muß so langsam gewählt werden, daß die hier nur einmal mögliche relative lineare Bewegung ausreicht, um die erforderliche Rückgewinnung zu erreichen.

Es versteht sich, daß weitere Kombinationen von Luftstrahleinrichtungen und deren Anordnungen unter verschiedenen Winkeln realisierbar sind. Ferner, daß diese Luftstrahleinrichtungen untereinander in allen ihren Bewegungen synchronisiert sein können oder auch völlig unsynchronisiert angetrieben werden können.

Die Anwendung in einem Trockner schließt ein, daß dieser mit den bekannten Umluft-Heizeinrichtungen und/oder Vibrationseinrichtungen zusätzlich ausgerüstet ist, daß also eine Kombination von Trocknungstechniken angewendet wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Entfernen einer an der Oberfläche von Behandlungsgut anhaftenden Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine langgestreckte Luftstrahleinrichtung (3) mit an ihrer Längsseite angeordneten Öffnungen (6) sich reiativ an dem zu trocknenden Behandlungsgut vorbeibewegt und daß sich dieser Bewegung mindestens eine oszillierende Bewegung der Luftstrahleinrichtung (3) derart überlagert, daß die Teile (2) aus wechselnden Richtungen mit unterschiedlicher Aufprallgeschwindigkeit der Luft angeblasen werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftstrahleinrichtung (3) Drehschwingungen um ihre Längsachse ausführt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftstrahleinrichtung (3) lineare Schwingungen in Achsrichtung ausführt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bewegliche Düsen der Luftstrahleinrichtung (3) Drehschwingungen um Achsen ausführen, die in einem Winkel von ungefähr 90° versetzt sind von der Längsachse der Luftstrahleinrichtung.
  5. 5. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftstrahleinrichtung (3) Drehschwingungen um ihre Längsachse und lineare Schwingungen in Achsrichtung ausführt.
  6. 6. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftstrahleinrichtung (3) Drehschwingungen um ihre Längsachse und ihre beweglichen Düsen Drehschwingungen um Achsen ausführen, die um einen Winkel von 90° zur Längsachse versetzt sind.
  7. 7. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftstrahleinrichtung an den zu trocknenden Teilen vorbeibewegt wird.
  8. 8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die zu trocknenden Teile an der Luftstrahleinrichtung vorbeibewegt werden.
  9. 9. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Trocknungsstation mehrere Luftstrahleinrichtungen stationär angeordnet sind und daß das Gut an ihnen vorbeibewegt wird.
  10. 10. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die linearen und/oder oszillierenden Bewegungen der Luftstrahleinrichtungen der Vorderseite und der Rückseite des zu trocknenden Behandlungsgutes miteinander synchronisiert werden.
  11. 11. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die linearen und/oder oszillierenden Bewegungen der Luftstrahleinrichtungen der Vorderseite und der Rückseite des zu trocknenden Gutes unsynchronisiert ablaufen.
  12. 12. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die linearen und oszillierenden Bewegungen der Luftstrahleinrichtungen in ihrer Frequenz und Amplitude fest eingestellt sind.
  13. 13. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die linearen und oszillierenden Bewegungen der Luftstrahleinrichtungen in ihrer Frequenz und Amplitude abhängig von der Art der zu trocknenden Teile automatisch oder von Hand verändert werden.
  14. 14. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß zum Anblasen der zu trocknenden Teile erwärmte Druckluft verwendet wird.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die erwärmte Druckluft nur am Ende des Trocknungsprozesses verwendet wird.
  16. 16. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß zur Unterstützung des Trocknungsprozesses erwärmte Umluft verwendet wird.
  17. 17. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftstrahleinrichtung horizontal, vertikal oder in einem Winkel hierzu linear bewegt wird.
  18. 18. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere und in verschiedenen Richtungen zueinander angeordnete Luftstrahleinrichtungen je Seite verwendet werden.
  19. 19. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die zu trocknenden Teile horizontal durch mindestens zwei Luftstrahleinrichtungen hindurchtransportiert werden.
  20. 20. Anordnung zum Entfernen einer an der Oberfläche von Behandlungsgut anhaftenden Flüssigkeit, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach Ansprüchen 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß Rohre (12) mit Öffnungen (6) und Antriebe zum linearen Bewegen und oszillierendem Schwenken der Rohre (12) mit Öffnungen (6) in einem Trockner sowie Schläuche zur Druckluftzuführung in die Rohre vorgesehen sind.
  21. 21. Anordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (6) Bohrlöcher sind.
  22. 22. Anordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (6) Düsen sind.
  23. 23. Anordnung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen einen gemeinsamen Schwenkantrieb haben.
  24. 24. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 20 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (6) in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen auf mindestens einer Mantellinie des Rohres (12) angebracht sind.
  25. 25. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 20 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (12) in einer Längsachse schwenkbar gelagert ist.
  26. 26. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 20 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß zum Schwenken des Rohres (12) ein linearer Antrieb oder ein rotierender Antrieb mit Exzenter oder Kurvenscheibe verwendet wird.
  27. 27. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 20 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (12) mit einem axial wirkenden Schwingantrieb versehen ist.
  28. 28. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 20 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß die oszillierenden Rohre (12) horizontal und stationär an den Seiten eines Tauchbades plaziert sind.
  29. 29. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 20 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftstrahleinrichtungen (3) am Transportwagen angebracht sind.






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