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Dokumentenidentifikation DE4336181A1 27.04.1995
Titel Schleppeinrichtung
Anmelder Rosenke, Ulrich, 18055 Rostock, DE
Erfinder Rosenke, Ulrich, 18055 Rostock, DE
DE-Anmeldedatum 22.10.1993
DE-Aktenzeichen 4336181
Offenlegungstag 27.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse B64F 1/08
Zusammenfassung Wie die Figur 1 zeigt, betrifft die Erfindung eine Schleppeinrichtung zum beeinflußbaren Aufsteigenlassen und Niederholen einer an einem in der Luft sich selbsttragenden Schlepptragkörper befestigen, sich passiv verhaltenen Nutzlast.
Der in den Ansprüchen angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Schleppvorrichtung zu schaffen, die es ermöglicht, einen schon bei Schleppgeschwindigkeiten ab 12 km/h genügend Auftrieb besitzenden geschleppten Schlepptragkörper mit einer stabilen Flugcharakteristik durch die Luft zu schleppen und die es weiterhin ermöglicht, vom schleppenden Fahrzeug aus den Schlepptragkörper zu steuern.
Dieses Problem wird durch eine Schleppeinrichtung gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, daß auf einer drehbaren Plattform (1) mittig eine Antriebseinheit (11) vorgesehen ist, rechts und links jeweils paarweise Winden (2) angeordnet sind, daß über der Antriebseinheit und den Winden (2) ein Seilführungsportal (3) mit Seilführungsrollen (3b) montiert ist, daß zum Zwecke der Steuerung der Plattform (1) und der Winden (2) vor der Antriebseinheit (11) ein gemeinsamer Steuerstand (4) und für jedes Schleppseil (6) eine Seilklemme (5) vorgesehen ist.
Die Schleppeinrichtung eignet sich insbes. für den Schleppbetrieb von Schleppgleitschirmen von einem Wasser-, Land- oder einem in geringen Flughöhen bzw. über der Erd-/Wasseroberfläche schwebenden Luftfahrzeug, um eine Nutzlast (Menschen) auf Flughöhe zu bringen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schleppeinrichtung zum beeinflußbaren Aufsteigenlassen und Niederholen einer an einem in der Luft sich selbsttragenden Schlepptragkörper befestigten , sich passiv verhaltenen Nutzlast, wobei diese auf einem sich in Fahrt befindlichen Fahrzeug auf der Wasseroberfläche, auf dem Land oder in der Luft angeordnet sein kann.

Schleppvorrichtungen bzw. Seilwinden verschiedenster Bauart sind bekannt. In DE-OS 34 42 309 A1 ist eine mobile Schleppvorrichtung für Hängegleiter und Gleitflugzeuge beschrieben, die eine Vorrichtung umfaßt, mit der das Zugseil an Kraftfahrzeugen und Motorbooten befestigt wird, wobei die Zugkraft des Schleppseiles mittels einer Zugkraftregulierungseinrichtung voreinstellbar ist, die einerseits mit dem Zugseil, anderseits mit dem Antriebsmotor der Kraftfahrzeuges oder des Motorbootes im Wirkverbindung steht. Die Zugkraft wird mit einer Federwaage gemessen. Bei Überschreiten einer höchstzulässigen Zugkraft wird das Seil von der Schleppwinde automatisch getrennt. Weitere Merkmale dieser Erfindung sind die Anzeige der Zugkraft und ein elastisches Zugseil.

Der Nachteil dieser Erfindung besteht darin, daß das Zugseil direkt an der Pilotenhalterung angreift und somit kein passives Verhalten des Piloten erlaubt.

In dem US-Pat. Nr.: 47 38 414 wird eine Vorrichtung beschrieben, um durch schnellfahrende Motorboote geschleppte Nutzlasten an Rundkappenschirmen auf eine Flughöhe und sie wieder an Bord des schleppenden Fahrzeuges zu bringen. Der dazu erforderliche teleskopartig ausfahrbare Mast ist sehr aufwendig.

Das bekannte Schleppen von modernen Gleitschirmen, bei denen das Schleppseil am Piloten oder in unmittelbarer Nähe des Piloten befestigt ist, hat den Nachteil, daß der Pilot (Nutzlast) vor dem Schwerpunkt seines Fluggerätes gezogen wird. Diese Tatsache führt zu einem komplizierten Flugzustand. Dieser erfordert eine erhöhte Aufmerksamkeit des Piloten. Um dennoch das sichere Fliegen zu beherrschen, wird eine spezielle Ausbildung zur Steuerfähigkeit an diesen Flugzustand des Piloten und des Windenbedieners verlangt. Die Erfindung will hier Abhilfe schaffen.

Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Schleppvorrichtung zu schaffen, die es ermöglicht, einen schon bei Schleppgeschwindigkeiten ab 12 km/h genügend Auftrieb besitzenden geschleppten Flugkörper mit einer stabilen Flugcharakteristik durch die Luft zu schleppen und die es weiterhin ermöglicht, vom schleppenden Fahrzeug aus den Schlepptragkörper zu steuern.

Dieses Problem wird durch die im Anspruch 1 aufgeführten Merkmale einer Schleppeinrichtung gelöst, die durch die Unteransprüche präzisiert und ergänzt sind. Die sich verändernden Bedingungen des Mediums, indem der Schlepptragkörper bewegt wird, haben Auswirkungen auf die Schlepprichtung, auf die Tragfähigkeit sowie auf die Flughöhe des Schlepptragkörpers. Diese Auswirkungen werden durch den Einsatz von je zwei Schleppseilen und zwei Steuerseilen beherrscht.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die Schleppseile mit einem Ende an der Seiltrommel lösbar verbunden. Die ablaufenden Seilenden laufen in Richtung Seilführungsportaloberkante über auf dem Seilführungsrollerträger angebrachte bewegliche Seilführungsrollen hin zum Schlepptragkörper, wo sie mittels an ihren Enden befindlichen Ringen mit Wirbelschäkel verbunden werden. Die Wirbelschäkel haben die Aufgabe, die Torsionskräfte, die sich aus der Streckung der Seile ergeben, in eine Drehbewegung umzuwandeln und somit diese Drehbewegungen vom Schlepptragkörper fernzuhalten.

Die anderen Ende der Wirbelschäkel sind an den Ringen der Schleppseilvorläufe befestigt. Die Länge der Schleppseilvorläufe wird durch den Abstand zwischen dem Seilführungsportal und der Plattform zum sicheren Befestigen der Nutzlast am Schlepptragkörper bestimmt. An dem anderen Ende der Schleppseilvorläufe sind Schäkel zum Befestigen von Schleppringen der Schleppleinen eines Schleppgleitschirmes vorgesehen.

Nach einem noch weiteren Merkmal der Erfindung besitzt der hintere Teil des Schlepptragkörpers Steuerleinen, die derart befestigt sind, daß das Ziehen an den Steuerleinen die aerodynamische Form des Schlepptragkörpers so verändert, daß es zu einem Strömungsabriß kommt. Über die Intensität des Strömungsabrisses, verbunden mit der Veränderung der Schleppgeschwindigkeit ist eine Beeinflussung der Flughöhe und im begrenzten Rahmen auch der Flugrichtung möglich. Die Führung des Steuerseiles erfolgt von der Winde aus über das Portal hinaus in Richtung Schlepptragkörper.

Nach einem noch weiteren Merkmal der Erfindung besitzt das beschriebene, zur Schleppeinrichtung gehörende Schleppgeschirr eine Seilspinne, die aus vier gleich langen Seilen besteht, die an einem Ende mittels eines Ringes miteinander verbunden sind und deren andere Enden jeweils an einem Befestigungspunktes der Schleppseile bzw. der Schleppseilvorläufe befestigt sind.

Diese Seilspinne dient der Erhöhung der Sicherheit der Schleppverbindung zwischen der Schleppeinrichtung und Schleppgleitschirm. Bei einem Reißen eines Schleppseiles oder eines Schleppseilvorlaufes an beliebiger Stelle infolge von Materialermüdung gewährleisten bei ausreichender Festigkeit der anderen Seile und Verbindungselemente diese die Flugfähigkeit der Nutzlast und ermöglichen bei gleichzeitigem Fieren des Schleppseiles und/oder durch die Verminderung der Schleppgeschwindigkeit des Schleppfahrzeuges eine sichere Bergung der Nutzlast.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile liegen insbesondere darin, daß

  • - ein angehängter Schleppgleitschirm während des Steigens, des Schleppens und des Sinkens nahezu die aerodynamisch günstige Fluglage einnimmt bzw. beibehält,
  • - ein Schleppgleitschirm gegenüber der bekannten Lösungen somit eine stabile Flugcharakteristik besitzt und keine umfangreiche Ausbildung bei seiner Benutzung verlangt.


Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die beigefügte Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 den schematischen Aufbau der Schleppeinrichtung,

Fig. 2 die Seitenansicht gemäß Fig. 1,

Fig. 3 die verkleinerte Schleppeinrichtung mit dazugehörigem Schleppgeschirr,

Fig. 4: die Ansicht "R" gemäß der Fig. 3 auf die Seilspinne.

Das Kernstück der Schleppeinrichtung bildet die drehbare Plattform 1. Auf ihr ist die Windenkombination mit jeweils zwei Winden 2, das Seilführungsportal 3 und der Steuerstand 4 für die Steuerung der Winden 2 und der Plattform 1 montiert. Die Schleppseilklemmen 5 sind lösbar an den Seilführungsportalstützen 3c befestigt. Die Seilführungsportalstützen 3c sind mit einem Seilführungsrollenträger 3a verbunden, dieser trägt vier Seilführungsrollen 3b.

Das zur Schleppeinrichtung gehörende Schleppgeschirr besteht aus je zwei Schleppeilen 6, je zwei Wirbelschäkel 7, je zwei Schleppseilvorläufen 8. einem Ring 9 und der aus vier gleich langen Seilen der Seilspinne 10.

Nicht dargestellt ist die Befestigung des Steuerseiles 12 an der hinteren Kante des Schlepptragkörpers. Das Steuerseil 12 ist derart befestigt, daß das Ziehen an dem Steuerseil 12 die aerodynamische Form des Schlepptragkörpers so verändert, daß es zu einem Strömungsabriß kommt.

Die Führung des Steuerseiles 12 erfolgt von der Winde 2 aus über das Seilführungsportal 3 und Seilführungsrollen 3b hinaus in Richtung Schlepptragkörper. Das Steuerseil 12 ist mittels eines Wirbelschäkels mit dem Auge des Steuerseilvorlaufes verbunden. Das andere Auge des Steuerseilvorlaufes ist mit einem Steuerring verbunden, der an Schlaufen an dem hinteren Teil bzw. der Hinterkante des Schlepptragkörpers befestigt ist.

Bezugszeichenliste

1 Plattform

2 Winde

3 Seilführungsportal

3a Seilführungsrollenträger

3b Seilführungsrollen

3c Seilführungsportalstützen

4 Steuerstand

5 Schleppseilklemmen

6 Schleppseil

7 Wirbelschäkel

8 Schleppseilvorlauf

9 Ring

10 Seilspinne

11 Antriebseinheit

12 Steuerventil


Anspruch[de]
  1. 1. Schleppeinrichtung zum beeinflußbaren Aufsteigenlassen und Niederholen einer an einem in der Luft sich selbsttragenden Schlepptragkörper befestigen , sich passiv verhaltenen Nutzlast, dadurch gekennzeichnet, daß auf einer drehbaren Plattform (1) mittig eine Antriebseinheit (11) vorgesehen ist, rechts und links jeweils paarweise Winden (2) angeordnet sind, daß über der Antriebseinheit (11) und den Winden (2) ein Seilführungsportal (3) mit Seilführungsrollen (3b) montiert ist, daß zum Zwecke der Steuerung der Plattform (1) und der Winden (2) vor der Antriebseinheit (11) ein gemeinsamer Steuerstand (4) und für jedes Schleppseil (6) eine Seilklemme (5) vorgesehen ist.
  2. 2. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattform (1) eine kreisförmige Form besitzt und in ihren Mittelpunkt drehbar gelagert ist.
  3. 3. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Seiltrommeln der Winden (2) in einem Gestell angeordnet sind und einen gesteuerten Antrieb und eine Feststellbremse besitzen.
  4. 4. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Winde (2) aus jeweils einer angetriebenen Schleppseiltrommel und einer angetriebene Steuerseiltrommel besteht und diese von dem gemeinsamen Steuerstand (4) aus einzeln, in Gruppen oder alle gemeinsam bedient werden.
  5. 5. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Windenantrieb elektrisch, hydraulisch, dieselelektrisch, pneumatisch oder mittels Dampf erfolgt.
  6. 6. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb der Seiltrommeln der Winden (2) stufenlos oder in Schaltstufen jeweils in der Richtung Fieren und Holen steuerbar ist.
  7. 7. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Seilführungsportal (3) derart gestaltet ist, daß die ablaufenden Schleppseile (6) von den Seiltrommeln der Winden (2) zu einem nicht näher dargestellten Schleppgleitschirm im Abstand zueinander und in Richtung zu ihm ausgerichtet sind.
  8. 8. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilklemmen (5) lösbar an den Seilführungsportalstützen (3c) in der Art angebracht sind, daß bei ihrem Einsatz eine Zugentlastung der Winden (2) erfolgt.
  9. 9. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch kennzeichnet, daß das dazugehörige Schleppgeschirr aus einem Schleppseil (6), einem Wirbelschäkel (7), einem Schleppseilvorlauf (8) in jeweils doppelter Ausführung besteht.
  10. 10. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1 und 9, dadurch kennzeichnet, daß zwischen den Schleppseilvorläufen (8) eine Seilspinne (10) derart befestigt ist, daß ein nicht näher dargestellter Schleppgleitschirm beim Reißen eines Schleppseiles (6) oder eines Schleppseilvorlaufes (8) seine aerodynamische Fluglage beibehält und eine kontrollierte Bergung des Schlepptragkörpers und der Nutzlast gewährleistet.
  11. 11. Schleppeinrichtung nach Anspruch 1 und 9, dadurch kennzeichnet, daß die Seilspinne (10) aus vier gleichlangen Seilenden besteht, die jeweils mit einem Ende in einem Ring (9) gebündelt sind und daß zwei Enden davon im Wirbelschäkel (7) und daß die anderen zwei Enden gemeinsam mit den Schleppseilvorläufen (8) im nicht dargestellten Schleppgleitschirm befestigt sind.






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