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Dokumentenidentifikation DE4336297A1 27.04.1995
Titel Jalousie
Anmelder WAREMA Renkhoff GmbH, 97828 Marktheidenfeld, DE
Erfinder Ruckstätter, Günter, 97851 Rothenfels, DE;
Finger, Gerhard, 97828 Marktheidenfeld, DE;
Väth, Hartmut, 97837 Erlenbach, DE
Vertreter Jochem, B., Dipl.-Wirtsch.-Ing., Pat.-Anw., 60323 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 25.10.1993
DE-Aktenzeichen 4336297
Offenlegungstag 27.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse E06B 9/322

Beschreibung[de]

Die Erfindung befaßt sich mit einer Jalousie, insbesondere einer Schnurzugjalousie, mit einem in einer Oberschiene angeordneten Wendegetriebe für die Lamellenverstellung, welches innerhalb eines Getriebegehäuses eine durch ein Betätigungsglied antreibbare Schnecke und ein mit dieser in Eingriff stehendes, drehfest mit einer Wendewelle verbundenes Schneckenrad aufweist.

Unter Jalousien werden hier auch Raffstoren verstanden, da sie sich lediglich in ihrer Größe von Jalousien unterscheiden.

Als Betätigungsglieder des Wendegetriebes kommen entweder eine Schnur oder eine Drehstange zum Einsatz, wobei die Bewegung im Fall der Schnur mittels eines Schnurrades, im Falle der Drehstange über eine Antriebswelle auf die Schnecke übertragen wird. Hierzu ist jeweils ein spezielles Wendegetriebe erforderlich. Auch die Oberschiene muß wegen der unterschiedlichen Konzeption der Wendegetriebe in diesem Bereich zum Durchführen der Betätigungsglieder in jeweils passender Weise ausgeschnitten sein. Dies bedeutet, daß trotz nahezu identischer Grundkonzeption der Jalousien je nach Art der Wendesteuerung zwei verschiedene Herstellungsprozesse durchlaufen werden müssen, wodurch sich die Kosten für die Herstellung der Jalousie beträchtlich erhöhen.

Aufgabe der Erfindung ist es also, eine Jalousie mit einen Wendegetriebe zu schaffen, das wahlweise durch eine Schnur oder eine Stange antreibbar ist und hierbei möglichst viele gleichartige Bauteile aufweist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schnecke in demselben Getriebegehäuse wahlweise in zwei unterschiedlichen Stellungen in ersten bzw. zweiten Lagerungen lagerbar und in der einen Stellung mit einem Schnurrad und in der anderen Stellung mit einer Antriebswelle kuppelbar ist.

Hierdurch ergibt sich der Vorteil, daß nunmehr für sämtliche Jalousien unabhängig von der Art der Wendesteuerung ein einheitliches Getriebegehäuse mit der gleichen Schnecke und dem gleichen Schneckenrad eingesetzt werden kann.

Weiterhin ist es wünschenswert, in beiden Fällen die Jalousien mit der gleichen Oberschiene auszustatten. Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht daher vor, daß die ersten und zweiten Lagerungen räumlich so angeordnet sind, daß eine über das Schnurrad laufende Schnur oder die Antriebswelle als Betätigungsglieder aus einer einzigen Öffnung in der Oberschiene herausführbar sind.

Dies bedeutet, daß nur noch das Schnurrad und die Antriebswelle als unterschiedliche Bauteile in Abhängigkeit von der Art der Wendesteuerung übrigbleiben. Als Folge daraus ergibt sich, daß die Herstellungs- und Montagekosten auf ein Minimum reduziert werden können.

Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Schnitt durch ein Getriebegehäuse mit schnurbetätigtem Schneckenrad;

Fig. 2 einen Schnitt durch das Getriebegehäuse nach Fig. 1, jedoch mit einer Antriebswelle zur Betätigung des Schneckenrades;

Fig. 3 eine Ansicht des Gehäuses nach Fig. 1;

Fig. 4 eine Ansicht einer Oberschiene mit montiertem, stangenbetätigtem Wendegetriebe nach Fig. 2;

Fig. 5 eine Ansicht einer Oberschiene mit montiertem, schnurbetätigtem Wendegetriebe nach Fig. 1;

Fig. 6 eine Ansicht einer Oberschiene mit einer montierten Schnurbremse für Aufzugsschnüre.

Fig. 1 zeigt zunächst ein Wendegetriebegehäuse 10, in welchem mit horizontaler Drehachse ein Schneckenrad 12 gelagert ist, das mit einer sich in Längsrichtung einer in Fig. 4-6 angedeuteten Oberschiene 36 erstreckenden Wendewelle (nicht gezeigt) drehfest verbunden ist. Dieses Schneckenrad 12 steht mit einer Schnecke 14 in Eingriff, die ihrerseits wiederum von einem angekuppelten Schnurrad 16 angetrieben wird. Eine Wendeschnur 18 umschlingt das Schnurrad 16 und ist durch eine Öffnung 20 aus dem Getriebegehäuse 10 herausgeführt.

Die Schnecke 14 ist gemeinsam mit dem angeflanschten Schnurrad 16 in einer ersten Lagerung gelagert, die aus einem ersten Lager 22 und einem zweiten Lager 24 besteht. Zusätzlich weist das Gehäuse 10 eine zweite Lagerung mit einem ersten Lager 26 und einem zweiten Lager 28 auf.

Die Lager 22, 24, 26, 28 sind ebenso wie das Getriebegehäuse 10 mittig geteilt, wodurch sich Vorteile bei der Montage ergeben.

Das zweite Lager 24 der ersten Lagerung bildet dabei zusammen mit dem zweiten Lager 28 der zweiten Lagerung eine Einheit. Hierdurch verbessert sich die Stabilität beider Lager und versteift sie beim Einwirken der während der Betätigung auftretenden Kräfte. Eine weitere Besonderheit der Lageranordnung ist, daß das erste Lager 22 der ersten Lagerung in einer Gehäusezwischenwand 30 angeordnet ist, die das Getriebegehäuse 10 zusätzlich versteift.

An seiner Oberseite besitzt das Getriebegehäuse 10 zwei spiegelsymmetrisch zur Gehäusemitte angeordnete Nuten 34, die zur Führung des Gehäuses bei Montage in einer Oberschiene 36 dienen. Aufgrund der Symmetrie kann das Wendegetriebe auch um 180° um die Vertikalachse gedreht in die Oberschiene 36 geschoben werden, wodurch dann eine in Fig. 1 und 2 in der rechten unteren Ecke des Gehäuses vorgesehene Rundöffnung 32 im gleichen Bereich der Oberschiene 36 liegt, wie zuvor die Öffnung 20.

In Fig. 2 ist die Schnecke 14 mit einer Antriebswelle 38 verbunden und im ersten und zweiten Lager 26, 28 der zweiten Lagerung gelagert. An die Antriebswelle 38 ist eine Öse 40 angeformt, in die ein Haken einer Betätigungsstange bzw. Handkurbel einhängbar ist. Die Antriebswelle 38 ist durch die Rundöffnung 32 aus dem Getriebegehäuse 10 geführt.

Die Lager 22, 24 der ersten Lagerung werden in diesem Fall nicht genutzt.

Fig. 3 zeigt das Getriebegehäuse 10 in einer Ansicht mit montiertem Schnurrad 16. Man erkennt zwei zur Teilungsebene spiegelsymmetrische Gehäusehälften 42, 44. Sie sind durch nicht dargestellte, geeignete Befestigungselemente gepaßt und verbunden. Das Schnurrad 16 ist breiter als das Gehäuse 10 selbst. Einerseits ist das Schnurrad 16 so groß ausgelegt, um die Betätigungskräfte von der Schnur 18 einwandfrei zu übertragen und ein sinnvolles Übersetzungsverhältnis sicherzustellen, andererseits ist das Gehäuse 10 kompakt gestaltet, um die Lagerelemente ohne erhöhten Materialaufwand ausreichend zu versteifen.

Fig. 4 und Fig. 5 zeigen die Oberschiene 36 mit montiertem Wendegetriebe und den jeweiligen Betätigungsgliedern 18, 38. Eine Blende 46 hat die Funktion, mit Hilfe (nicht gezeigter) Halteclips an Befestigungszapfen 48 des Wendegetriebegehäuses 10 anzugreifen und dieses zu arretieren. Hierbei sind die Ränder einer Öffnung 49 in der Oberschiene 36 zwischen dem Getriebegehäuse 10 und der Blende 46 eingespannt. Die Blende 46 besteht aus einem L-förmigen Winkelstück, in dessen Mitte eine Öffnung 50 zum Durchführen der Betätigungsglieder 18, 38 vorgesehen ist. Die Blende ist bei Schnurbetätigung um 180° verdreht im Vergleich zur Stangenbetätigung eingebaut. In diesem Fall ist auch, wie bereits erwähnt, das Getriebegehäuse 10 um 180° um die Vertikalachse verdreht in die Oberschiene eingeschoben. Die Blende 46 und das mit ihr verrastete Getriebegehäuse 10 werden mit (nicht gezeigten) Anschlägen an der Blende 46 gegen axiales Verschieben in der Oberschiene 36 gesichert.

Fig. 6 zeigt abschließend eine Schnurbremse 52 mit einer integrierten Blende 56 zum Durchführen von Aufzugsschnüren 54. Die zum Befestigen der Blende 56 vorgesehene Öffnung 58 in der Oberschiene entspricht dabei in ihrer Abmessung den Öffnungen 49 aus Fig. 4 und Fig. 5.

Für die Herstellung der Oberschiene 36 ergibt sich dadurch der Vorteil, daß nur noch ein Stanzwerkzeug erforderlich ist, wodurch die Herstellungskosten weiter gesenkt werden können. Aus diesem Grunde sind auch sämtliche Einzelteile des Wendegetriebes 11 aus Kunststoff gefertigt, wobei für höher beanspruchte Jalousien oder Raffstoren selbstverständlich auch metallische Werkstoffe zum Einsatz kommen können.

Da sämtliche Bauteile mit rastbaren Clips versehen sein können, gestaltet sich auch die Montage des Wendegetriebes und dessen Einlegen in die Oberschiene denkbar einfach.


Anspruch[de]
  1. 1. Jalousie, insbesondere Schnurzugjalousie, mit einem in einer Oberschiene (36) angeordneten Wendegetriebe für die Lamellenverstellung, welches innerhalb eines Getriebegehäuses (10) eine durch ein Betätigungsglied (18, 38) antreibbare Schnecke (14) und ein mit dieser in Eingriff stehendes, drehfest mit einer Wendewelle verbundenes Schneckenrad (12) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnecke (14) in demselben Getriebegehäuse (10) wahlweise in zwei unterschiedlichen Stellungen in ersten bzw. zweiten Lagerungen lagerbar und in der einen Stellung mit einem Schnurrad (16) und in der anderen Stellung mit einer Antriebswelle (38) kuppelbar ist.
  2. 2. Jalousie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten und zweiten Lagerungen räumlich so angeordnet sind, daß eine über das Schnurrad (16) laufende Schnur (18) oder die Antriebswelle (38) als Betätigungsglieder aus einer einzigen Öffnung (49) in der Oberschiene (36) herausführbar sind.
  3. 3. Jalousie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten und zweiten Lagerungen aus jeweils einem ersten und zweiten Lager (22, 24; 26, 28) bestehen.
  4. 4. Jalousie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebegehäuse (10) und die Lager (22, 24; 26, 28) mittig geteilt sind.
  5. 5. Jalousie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweils zweiten Lager (24, 28) der beiden Lagerungen in einer gemeinsamen Stütze angeordnet sind.
  6. 6. Jalousie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebegehäuse (10) um 180° um die Vertikalachse gedreht in die Oberschiene (36) einbaubar ist und sich seine Austrittsöffnungen (20, 32) für die Schnur (18) und die Antriebswelle auf gegenüberliegenden Seiten befinden.
  7. 7. Jalousie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittellängsachse der Lagerung der Schnecke bei Antrieb durch die Antriebswelle zur Senkrechten schräg angeordnet ist.
  8. 8. Jalousie nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Lager (22) der mit dem Schnurrad (16) gekuppelten Schnecke (12) eine Gehäusezwischenwand (30) bildet.
  9. 9. Jalousie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebegehäuse (10) an seiner Oberseite Nuten (34) aufweist, die entsprechende Kanten der Oberschiene (36) beim Einbau aufnehmen, und daß die Querschnittsmaße des Getriebegehäuses (10) im wesentlichen dem hohlen Innenquerschnitt der Oberschiene (36) entsprechen.
  10. 10. Jalousie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebegehäuse (10) mit Hilfe einer Blende (46) an der Öffnung (49) in der Oberschiene (36) arretierbar ist.
  11. 11. Jalousie nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Blende (46) im wesentlichen aus einem L-förmigen Winkelstück besteht, in dessen axialer Mitte im Scheitelbereich eine zu einer Flanke verschobene Öffnung (50) angeordnet ist, durch die das Betätigungsglied (18, 38) herausführbar ist.
  12. 12. Jalousie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswelle (38) an dem der Schnecke (14) gegenüberliegenden Ende eine Öse (40) aufweist.
  13. 13. Jalousie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberschiene (36) eine der Öffnung (49) gleiche weitere Öffnung (58) zum Durchführen der Aufzugsschnüre (54) aufweist.






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