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Dokumentenidentifikation DE4336298A1 27.04.1995
Titel Abwickelvorrichtung mit einer Spliceeinrichtung
Anmelder Bachofen & Meier, Maschinenfabrik, Bülach, CH
Erfinder Schmid, Walter, Stadel, CH
Vertreter Pfeiffer, H., Dipl.-Ing., Pat.-Ass., 40476 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 25.10.1993
DE-Aktenzeichen 4336298
Offenlegungstag 27.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse B65H 19/20
IPC-Nebenklasse B65H 19/18   
Zusammenfassung Es sind Abwickelvorrichtungen für Wickelrollen (3, 4) mit zumindest zwei Haltevorrichtungen (1, 2) für eine Wickelrolle (3, 4), die zwischen einer Abwickelposition und einer Wechselposition hin- und herbewegbar sind, bekannt, die eine Spliceeinrichtung aufweisen, die eine Messerwalze (17) mit einem umfänglich überstehenden Messer (18), eine Nutwalze (14) mit zumindest einer axialen Nut (15) und Mittel (12, 20) enthält, um die von einer in Abwickelposition befindlichen Wickelrolle (3) ablaufende Bahn (10) gemeinsam mit der in Wechselposition befindlichen neuen Wickelrolle (4) abgezogenen neuen Bahn (28) durch den Spalt zwischen der Messerwalze (17) und der Nutwalze (14) zu führen. Die Messerwalze (17) und die Nutwalze (14) sind gegeneinander bewegbar gelagert und ihre Drehbewegungen so synchronisierbar, daß sich das Messer (18) beim Drehen in anliegender Position in eine Nut (15) bewegt und dabei die beiden Bahnen (10, 28) durchtrennt.
Nach der Erfindung ist die Nutwalze (14) gegen eine von der Halteeinrichtung (2) in Wechselposition gehaltene volle Wickelrolle (4) anlegbar gelagert und übernimmt beim Anliegen den Bahnanfang (22) der neuen Wickelrolle (4).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Abwickelvorrichtung für Wickelrollen mit einer Spliceeinrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und ein Verfahren zum Verbinden zweier von Wickelrollen abgewickelten Materialbahnen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 9.

Beim Abwickeln von Materialbahnen von Wickelrollen ist es bei einem Wechsel der Wickelrolle erforderlich, die ablaufende Bahn mit dem Bahnanfang der neuen Wickelrolle zu verbinden. Dabei ist man bestrebt, die Verbindung bei voller Abwickelgeschwindigkeit, also ohne Abbremsen oder Abstoppen der ablaufenden Bahn, durchzuführen und die ablaufende Bahn an den neuen Bahnanfang in einer Stoßverbindung - ohne teilweise Überlappung des Bahnendes der ablaufenden Bahn mit den Bahnanfang der neuen Bahn - zu verbinden. Eine Verdickung der Bahn aufgrund einer Überlappung führt in vielen Anwendungsfällen bei der nachfolgenden Verarbeitung, z. B. einer Beschichtung, zu Problemen.

Um eine Stoßverbindung ohne Verlangsamung der Abwickelgeschwindigkeit durchzuführen, ist aus der DE-OS 23 03 856 eine gattungsgemäße Abwickelvorrichtung mit einer Splicevorrichtung bekannt, bei der die ablaufende Bahn gemeinsam mit dem Bahnanfang der neuen Bahn um eine Nutwalze geführt, und die Bahnen auf der Nutwalze von dem Messer einer anliegenden Messerwalze gemeinsam durchgetrennt werden. Nachdem der abgeschnittene Rest der ablaufenden Bahn von dem neugeschaffenen Anfang der neuen Bahn getrennt wurde, wird ein Klebestreifen aufgetragen, der den neugeschaffenen Anfang der neuen Bahn mit dem neugeschaffenen Ende der ablaufenden Bahn verbindet. Der Klebestreifen wird vor Beginn des Splicens in eine Nut der Messerwalze eingelegt und von dieser an die Bahnen übergeben.

Um den Bahnanfang der neuen Bahn durch die Spliceeinrichtung zu führen, nimmt eine getrennte Wickelwalze den Bahnanfang von einer neuen Wickelrolle auf und führt ihn durch den Spalt zwischen der Nut und der Wickelwalze, wobei die neue Bahn auf der Wickelwalze zwischengewickelt wird. Zum Durchtrennen der beiden Bahnen wird die Nutwalze gegen die Messerwalze bewegt. Der auf die Wickelwalze vor dem Splice aufgewickelte Bahnanfang wird dabei als Verlust abgeschnitten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung und ein gattungsgemäßes Verfahren so zu verbessern, daß bei verringertem konstruktiven Aufwand der Bahnverlust beim Splicen minimal gehalten wird.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 bzw. des Patentanspruchs 9 gelöst.

Nach der Erfindung ist keine getrennte Wickelwalze erforderlich, sondern die Nutwalze übernimmt den Bahnanfang der neuen Wickelrolle und führt ihn durch den Spalt zwischen der Nutwalze und der Messerwalze. Es entsteht somit während der Schnittvorbereitung kein Materialverlust.

Die Unteransprüche enthalten bevorzugte, da besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung:

Dadurch, daß nach Patentanspruch 2 die Messerwalze gegen die Nutwalze bewegbar gelagert ist, bewegt sich das Messer zum Schneiden gegen die Bahn, nicht umgekehrt. Es entsteht so während des Schnitts keine Bahnlängen- oder Zugspannungsänderung.

Die gegen die Nutwalze andrückbare Preßwalze nach Patentanspruch 3 gewährleistet ein sicheres Ankleben eines Klebestreifens auf den beiden Bahnen.

Der gegen die Nutwalze gerichtete Sensor nach Patentanspruch 4 ermöglicht es, den Bahnsplice während einer teilweisen Umdrehung der Nutwalze durchzuführen und so den vom neuen Bahnanfang abgeschnittenen Bahnteil minimal zu halten. Die Anordnung von zwei entgegengesetzt angeordneten Nuten nach Anspruch 5 hat den Vorteil, den Splice während einer halben Umdrehung der Nutwalze durchführen zu können.

Mit den als Saugwalzen mit Saugöffnungen ausgestalteten Nut- und Messerwalze nach Anspruch 6 kann sowohl der abgeschnittene Rest der ablaufenden Bahn (auf der Messerwalze) als auch der abgeschnittene Anfang der neuen Bahn (auf der Nutwalze) gehalten werden, während die verbundenen Bahnen durch die Spliceeinrichtung laufen. Die abgeschnittenen Bahnreste können nach dem Splicevorgang problemlos aus der Spliceeinrichtung entfernt werden.

Während Patentanspruch 8 eine vorteilhafte Ausgestaltung zum Aufbringen des Klebestreifens auf die beiden Bahnen enthält, ermöglicht die Verdoppelung der Spliceelemente nach Patentanspruch 8 bei einem Wickelrollenwechsel zugleich einen Wechsel der Drehrichtung der Wickelrolle durchzuführen.

Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand eines vereinfacht dargestellten Ausführungsbeispiels.

Fig. 1 zeigt grob schematisch die Seitenansicht einer Abwickelvorrichtung mit einer Splicevorrichtung nach Einhängen einer vorbereiteten neuen Wickelrolle,

Fig. 2 zeigt den Beginn des Splicevorgangs,

Fig. 3 zeigt den Splicevorgang vor dem Durchtrennen der beiden Bahnen,

Fig. 4 zeigt in vergrößerter Darstellung das Durchtrennen und Verbinden der beiden Bahnen und

Fig. 5 zeigt die Abwickelvorrichtung mit der Spliceeinrichtung nachdem die beiden Bahnen miteinander verbunden wurden.

Die Abwickelvorrichtung weist zumindest zwei Halteeinrichtungen 1, 2 für jeweils eine Wickelrolle 3, 4 auf, die zwischen einer Abwickelposition und einer Wechselposition hin- und herbewegbar sind. Jede Halteeinrichtung 1, 2 enthält zwei seitlich in die Hülse 5 einer Wickelrolle 3, 4 einfahrbare Spannköpfe 6, 7, die an um eine zentrale Achse 8 schwenkbaren Seitenwänden 9 oder Haltearmen befestigt sind. So kann eine neue Wickelrolle 4 - wie in Fig. 1 dargestellt - bereits in die in Wickelposition befindliche Halteeinrichtung 2 eingehängt werden, während eine Wickelrolle 3 in der Abwickelposition abgewickelt wird. Die von der Wickelrolle 3 in Abwickelposition abgewickelte ablaufende Bahn 10 wird von Leitrollen 11, 12, 13 an der Halteeinrichtung 2 in Wechselposition vorbei zu einer nachfolgenden Verarbeitungsstation, z. B. einer Beschichtungsvorrichtung, geführt.

Oberhalb der ablaufenden Bahn 10 an der zur Abwickelposition abgewandten Seite der Halteeinrichtung 2 ist eine Nutwalze 14 radial zu einer sich in Wechselposition befindlichen Wickelrolle 4 bewegbar - im Ausführungsbeispiel in horizontaler Richtung - so gelagert, daß sie umfänglich gegen eine sich in Wechselposition befindliche volle Wickelrolle 4 gedrückt werden kann. Die Nutwalze 14 weist auf ihrem Umfang zwei gegenüberliegend angeordnete Axialnuten 15 auf und ist bevorzugt zumindest im Bereich neben den Axialnuten 15 mit umfänglichen Saugöffnungen 16 versehen, um mittels eines im Innern erzeugten Unterdrucks eine Bahn halten zu können. Unterhalb der Nutwalze 14 ist eine Messerwalze 17 mit einer axialen Messernut angeordnet, in der ein über ihre axiale Länge reichendes, umfänglich überstehenden Messer 18 befestigt ist. Die Messerwalze 17 kann gegen die Nutwalze 14 - in Fig. 1 nach oben - bewegt werden kann und ist in den dem Messer 18 benachbarten Umfangsbereichen mit Saugöffnungen 19 versehen und im Innern mit Unterdruck beaufschlagbar. Damit bei gleicher Umfangsgeschwindigkeit das Messer 18 synchron mit den Nuten 15 der Nutwalze 14 dreht, beträgt ihr Umfang die Hälfte des Umfangs der Nutwalze 14. An ihrer Mantelfläche ist sie mit Moosgummi gummiert. Etwas in Bahnlaufrichtung versetzt ist im Bereich zwischen der Nutwalze 14 und der Messerwalze 17 eine gummierte Preßwalze 20 gegen die Nutwalze 14 anpreßbar gelagert, von der die Bahn 10 umgelenkt wird.

Die Bahnführung der ablaufenden Bahn 10 erfolgt so, daß diese zunächst nach unten zu der ersten, an den schwenkbaren Seitenwänden 9 gelagerten Leitrolle 11 verläuft. Diese lenkt sie außerhalb des Bereichs einer vollen Wickelrolle 4 in Wechselposition zu der vertikal verstellbaren Leitrolle 12 um, die sie durch den Zwischenraum zwischen der Nutwalze 14 und der Messerwalze 17 zu der Presswalze 20 führt. Die Preßwalze 20 lenkt die Bahn 10 von der Nutwalze 14 weg zu der Leitwalze 13.

Die Steuerung des Splicevorgangs erfolgt mittels eines ortsfesten optischen Sensors 21 und einer auf den Anfang 22 einer neuen vollen Wickelrolle 4 einstellbaren Steuerscheibe 23, die koaxial zu den Spannköpfen 7 der Halteeinrichtung 2 und mit diesen drehbar angeordnet ist. Der optische Sensor 21 ist entgegengesetzt zur Nutwalze 14 im Bewegungsbereich der Steuerscheibe 23 so angeordnet, daß er von der Steuerscheibe 23 abgedeckt wird, wenn der Bahnanfang 22 noch etwa eine halbe Drehung von der Nutwalze 14 entfernt ist. Ein weiterer optischer Sensor 24 ist unmittelbar hinter der Preßwalze 20 gegen die Nutwalze 14 gerichtet, mit dem eine an diese Stelle einlaufender, an der Nutwalze 14 befestigter Bahnanfang 22 detektiert werden kann.

Ein Wickelrollenwechsel wird bei voller Abwickelgeschwindigkeit auf die nachfolgend beschriebene Weise durchgeführt:

Noch während des Abwickelns einer in der Halteeinrichtung 1 eingehängten Wickelrolle 3 wird eine neue Wickelrolle 4 in die sich in Wechselposition befindliche Halteeinrichtung 2 eingehängt. Die neue Wickelrolle 4 wird für den Splicevorgang vorbereitet, indem an der Außenseite ihres Bahnanfangs 22 ein doppelseitig klebendes Klebeband 25 festgeklebt wird, das sich über die gesamte Breite der Wickelrolle 4 erstreckt. Damit der Bahnanfang 22 später von dem optischen Sensor 24 an der Nutwalze 14 dedektiert werden kann, wird an seiner Innenseite eine Reflexfolie 26 festgeklebt, die mit ihrer anderen Seite leicht lösbar an der Wickelrolle 4 befestigt wird. In die Nut der Messerwalze 17 wird in Drehrichtung hinter dem Messer 18 ein Klebestreifen 27 in Drehrichtung abgewinkelt und mit seiner Klebeschicht nach außen so eingelegt, daß etwa die Hälfte seiner Breite außen auf dem Umfang anliegt und die andere Hälfte sich in der Messernut befindet. Damit der Klebestreifen 27 gehalten wird, wird in der Messerwalze 17 ein Unterdruck erzeugt. Nachdem auch in der Nutwalze 14 ein Unterdruck erzeugt wurde, ist die in Fig. 1 gezeigte Ausgangsposition vor dem Start des Splicevorgangs erreicht.

Zunächst wird die aus der Nutwalze 14, der Messerwalze 17, der Preßwalze 20 und der Leitrolle 12 bestehende Spliceeinrichtung in Richtung zur vollen Wickelrolle 4 verschoben, bis nur noch ein minimaler Spalt zwischen der Nutwalze 14 und der vollen Wickelrolle 4 besteht. Die Preßwalze 20 wird gegen die Nutwalze 14 gedrückt, so daß die ablaufende Bahn 10 die Nutwalze 14 teilweise umschlingt. Die Wickelrolle 4, die Nutwalze 14 und die Messerwalze 17 werden anschließend auf eine der Bahngeschwindigkeit der ablaufenden Bahn 10 entsprechende Umfangsgeschwindigkeit beschleunigt, wobei die Wickelrolle 4 und die Messerwalze 17 gleichsinnig und die Nutwalze 14 gegensinnig zur Wickelrolle 3 drehen. Die Drehbewegung der Messerwalze 17 ist mit der Drehbewegung der Nutwalze 14 so synchronisiert, daß das Messer 18 sich beim Drehen in eine der beiden Nuten 15 der Nutwalze 14 bewegt.

Zum Start der Wechselsequenz wird die Nutwalze 14 gegen die volle Wickelrolle 4 gedrückt. Dies erfolgt, wenn der Sensor 21 den Bahnanfang 22 an der zur Nutwalze 14 entgegengesetzten Seite registriert, um sicherzustellen, daß der Klebestreifen 25 korrekt von der Nutwalze 14 übernommen wird (Fig. 2). Beim Durchlauf des Bahnanfangs 22 durch den Preßspalt zwischen der Wickelrolle 4 und der Nutwalze 14 wird dieser an der synchron drehenden Nutwalze 14 festgeklebt. Die neue Bahn 28 wird anschließend von der Nutwalze 14 zwischen der ablaufenden Bahn 10 und der Nutwalze 14 durch den Spalt zur Messerwalze 17 hindurchgeführt. Sobald der Bahnanfang 22 unmittelbar hinter der Preßwalze 20 von dem optischen Sensor 24 erfaßt wird (Fig. 3), wird die Messerwalze 17 nach oben gegen die von der neuen Bahn 28 und der ablaufenden Bahn 10 umschlungene Nutwalze 14 gedrückt. In diesem Augenblick befindet sich das Messer 18 in gleichem Abstand von dem Preßspalt zwischen der Nutwalze 14 und der Messerwalze 18 wie die nächstfolgende Nut 15. In Fig. 4 ist vergrößert dargestellt, wie anschließend die beiden Bahnen 10, 28 gemeinsam durchgetrennt und das dabei neugeschaffene Bahnende 30 der ablaufenden Bahn 10 mit dem neugeschaffenen Anfang 29 der neuen Bahn 28 in einer Stoßverbindung ohne Überlappung verbunden wird:

Die neue Bahn 28 (innen) und die ablaufende Bahn 10 (außen) liegen übereinander auf der Nutwalze 14 und werden von dieser gemeinsam durch den Preßspalt zwischen der Nutwalze 14 und der Messerwalze 17 geführt. Der durch Vakuum teils in der Messernut 29 teils auf dem Umfang der Messerwalze 17 in Drehrichtung vor dem Messer 18 haltende Klebestreifen 27 (Position a) wird beim Einlauf mit seinem außen liegenden Teil auf die ablaufende Bahn 10 gepreßt und an dieser festgeklebt (Position b). Anschließend taucht das Messer 18 in die Nut 15 ein und trennt dabei die beiden Bahnen 10, 28 quer über die Breite durch (Position c). Dabei entsteht ein neuer Anfang 29 der neuen Bahn 28 und ein neues Bahnende 30 der ablaufenden Bahn 10, wobei der Klebestreifen 27 etwa zur Hälfte auf dem neuen Bahnende 30 festklebt. Beim Weiterdrehen der Nutwalze 14 und der Messerwalze 17 in die Position d wird das neue Bahnende mit dem Klebestreifen 27 aus der Nut der Messerwalze 17 gezogen. Der Rest 31 der ablaufenden Bahn 10 haftet aufgrund des Unterdrucks auf der Messerwalze 17, er wird nach unten abgelenkt und folgt der Messerwalze 17, so daß der neugeschaffene Bahnanfang 29 der neuen Bahn 28 im Bereich des Klebestreifens 27 frei liegt (Position d). Beim Durchlauf durch den Preßspalt zwischen der Nutwalze 14 und der Preßwalze 20 wird der Rest des Klebestreifens 27 gegen den Anfang 29 der neuen Bahn 28 gepreßt und so mit dieser verklebt. Die so mit der neuen Bahn 28 verbundene ablaufende Bahn 10 wird von der Preßwalze 20 von der Nutwalze 14 weg zu einer Einrichtung zum Aufkleben eines Deckbandes gelenkt, während der abgeschnittene Bahnanfang 32 der neuen Bahn 28 auf der Nutwalze 14 verbleibt.

Nachdem die Bahnen 10 und 28 miteinander verbunden sind, wird, wie in Fig. 5 gezeigt, die Messerwalze 17 wieder auf einen Abstand zur Nutwalze 14 nach unten bewegt, während der Rest der ablaufenden Bahn 10 auf sie aufgewickelt wird. Die restliche Bahn 10 wird auf die Messerwalze 17 gewickelt, anschließend werden die Messerwalze 17 und die Halteeinrichtung 1 angehalten. Die Spliceeinrichtung wird anschließend wieder auf Abstand von der neuen Wickelrolle 4 gefahren wird, so daß die Nutwalze 14 nicht mehr an dieser anliegt. Anschließend wird die Hülse 5 aus der Halteeinrichtung 1 entfernt und eine neue Wickelrolle 33 eingehängt. Der auf die Messerwalze 17 aufgewickelte Bahnrest wird von dieser entfernt. Nachdem die neue Wickelrolle 33 für einen Rollenwechsel durch Aufbringen eines Klebestreifens und der Reflexfolie vorbereitet wurde, werden die Seitenwände 9 um 180° im Uhrzeigersinn verschwenkt, so daß sich die Halteeinrichtung 1 mit der neuen Wickelrolle 33 an der Wechselposition und die sich beim Abwickeln befindliche Wickelrolle 4 in der Abwickelposition befindet. Dabei taucht die entgegengesetzt zur Leitrolle 11 zwischen den Seitenwänden 9 angeordnete Leitrolle 34 ihre Position mit der Leitrolle 11. Nachdem die Nutwalze 14 angehalten und der auf ihr befindliche Papierrest 32 entfernt wurde, ist die Abwickelvorrichtung nach Einlegen eines neuen Klebestreifens in die Nut der Messerwalze 17 für einen neuen Splice bereit.

In Fig. 1 ist gestrichelt die Anordnung einer zweiten Messerwalze 35 mit einer Preßwalze 36 und zugehörigen Leitwalzen 37, 38 spiegelbildlich zu der durch den Drehpunkt 8 der Seitenwände 9 und den Mittelpunkt der Nutwalze 14 verlaufenden Geraden 39 gezeigt. Bei dieser Ausführungsform wird durch die Verdoppelung der Spliceelemente bei einem Wickelrollenwechsel zugleich ein Wechsel der Drehrichtung der nachfolgenden Wickelrolle 4 ermöglicht; z. B. eine Änderung eines nach unten gerichteten Bahnabzugs (Bahn 10) in einen nach oben gerichteten Bahnabzug (Bahn 40) und umgekehrt.


Anspruch[de]
  1. 1. Abwickelvorrichtung für Wickelrollen (3, 4) mit zumindest zwei Haltevorrichtungen (1, 2) für eine Wickelrolle (3, 4), die zwischen einer Abwickelposition und einer Wechselposition hin- und herbewegbar sind,

    mit einer Spliceeinrichtung, die
    1. - eine Messerwalze (17) mit einem umfänglich überstehenden Messer (18),
    2. - eine Nutwalze (14) mit zumindest einer axialen Nut (15) und
    3. - Mittel (12, 20) enthält, um die von einer in Abwickelposition befindlichen Wickelrolle (3) ablaufende Bahn (10) gemeinsam mit der von der in Wechselposition befindlichen neuen Wickelrolle (4) abgezogenen neuen Bahn (28) durch den Spalt zwischen der Messerwalze (17) und der Nutwalze (14) zu führen,
    4. - wobei die Messerwalze (17) und die Nutwalze (14) gegeneinander bewegbar gelagert und ihre Drehbewegungen so synchronisierbar sind, daß sich das Messer (18) beim Drehen in anliegender Position in eine Nut (15) bewegt und dabei die beiden Bahnen (10, 28) durchtrennt,
  2. dadurch gekennzeichnet, daß die Nutwalze (14) gegen eine von der Halteeinrichtung (2) in Wechselposition gehaltene volle Wickelrolle (4) anlegbar gelagert ist und beim Anliegen den Bahnanfang (22) der neuen Wickelrolle (4) übernimmt.
  3. 2. Abwickelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Messerwalze (1 7) gegen die Nutwalze (14) bewegbar gelagert ist.
  4. 3. Abwickelvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in Laufrichtung der ablaufenden Bahn (10) hinter dem Spalt zwischen der Messerwalze (17) und der Nutwalze (14) eine die Bahn (10) umlenkende und gegen die Nutwalze (14) andrückbare Preßwalze (20) angeordnet ist.
  5. 4. Abwickelvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß hinter der Preßwalze (20) ein gegen die Nutwalze (14) gerichteter Sensor (24) angeordnet ist, der einen an dieser Stelle einlaufenden Anfang (22) der neuen Bahn (28) detektiert.
  6. 5. Abwickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Nutwalze (14) zwei entgegengesetzt angeordnete Nuten (15) auf ihrem Umfang aufweist.
  7. 6. Abwickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Nutwalze (14) als auch die Messerwalze (17) mit Unterdruck beaufschlagbar sind und Saugöffnungen (16, 19) zumindest in einem der Nut (15) bzw. dem Messer (18) benachbarten Umfangsbereich aufweisen.
  8. 7. Abwickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Messerwalze (17) Mittel (19) zum Halten eines teilweise in der Messernut teilweise auf ihrem Umfang anliegenden Klebestreifens (27) aufweist.
  9. 8. Abwickelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß identische Spliceelemente (35, 36, 37) mit Ausnahme der Nutwalze (14) zusätzlich spiegelbildlich zur Nutwalze (14) angeordnet sind.
  10. 9. Verfahren zum Verbinden zweier von Wickelrollen (3, 4) abgewickelten Materialbahnen (10, 28), bei dem

    die ablaufende Bahn (10) über der neuen Bahn (28) liegend um eine Nutwalze (14) geführt wird,

    die beiden Bahnen (10, 28) gemeinsam von einem Messer (18) einer an der Nutwalze (14) anliegenden Messerwalze (17) durchgetrennt werden,

    anschließend der abgeschnittene Rest (31) der ablaufenden Bahn (10) von dem neugeschaffenen Anfang (29) der neuen Bahn (28) getrennt und ein Klebestreifen (27) aufgetragen wird, der den neugeschaffenen Anfang (29) der neuen Bahn (28) mit dem neugeschaffenen Ende (30) der ablaufenden Bahn (10) verbindet,

    dadurch gekennzeichnet, daß die Nutwalze (14) zu Beginn des Splicens der Anfang (22) der neuen Bahn (28) übernimmt und anschließend durch den Spalt zwischen der Nutwalze (14) und der Messerwalze (17) führt.
  11. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Splicen am Bahnanfang (22) der neuen Wickelrolle (4) ein Klebestreifen (25) angebracht wird und die Nutwalze (14) zur Übernahme des Bahnanfangs (22) gegen die neue Wickelrolle (4) bewegt wird.
  12. 11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Klebestreifen (27) vor Beginn des Splicens in die Messernut der Messerwalze (17) in Drehrichtung hinter dem Messer (18) so eingelegt und gehalten wird, daß er mit der Klebeschicht nach außen teilweise auf dem Umfang der Messerwalze (17) aufliegt.






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