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Dokumentenidentifikation DE69104375T2 27.04.1995
EP-Veröffentlichungsnummer 0553172
Titel PHOTOGRAPHISCHES BEHANDLUNGSGERÄT.
Anmelder Eastman Kodak Co., Rochester, N.Y., US
Erfinder GLOVER, Edward, Charles, Timothy, Samuel, London NW2 2HG, GB;
MARSDEN, Peter, Douglas 49 Southfield Park, Middlesex HA2 6HP, GB
Vertreter Blickle, W., Dipl.-Ing., Pat.-Ass., 70327 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 69104375
Vertragsstaaten CH, DE, FR, GB, IT, LI
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 11.10.1991
EP-Aktenzeichen 919181339
WO-Anmeldetag 11.10.1991
PCT-Aktenzeichen EP9101936
WO-Veröffentlichungsnummer 9207302
WO-Veröffentlichungsdatum 30.04.1992
EP-Offenlegungsdatum 04.08.1993
EP date of grant 28.09.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.1995
IPC-Hauptklasse G03D 3/06
IPC-Nebenklasse G03D 13/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gerät zur fotografischen Entwicklung und insbesondere zur Aufrechterhaltung der Temperatur in der Entwicklerlösung eines solchen Gerätes.

Herkömmliche Silberhalogenidmaterialien für die Farbfotografie werden mittels eines Prozesses entwickelt, in dem eine Farbentwicklungsstufe enthalten ist. Bei dieser Stufe wird das Silberhalogenid in den belichteten Teilen zu metallischem Silber reduziert. Der oxidierte Farbentwickler, der bei dieser Reaktion entsteht, verbindet sich mit dem Farbkuppler und bildet so den Bildfarbstoff. Die Menge des Bildfarbstoffs ist proportional zur Menge der zu metallischem Silber reduzierten Silberhalogenide.

Redox-Verstärkungsprozesse wurden zum Beispiel in GB-A- 1,268,126, GB-A-1,399,481, GB-A-1,403,418 und GB-A-1,560,572 beschrieben. Bei diesen Prozessen werden die Farbmaterialien entwickelt, so daß sie ein Silberbild erzeugen (das nur eine geringe Menge Silber enthalten kann), dann werden sie mit einer Redox-Verstarkerlösung zur Bildung eines Bildfarbstoffes behandelt. Die Redox-Verstärkerlösung enthält ein Reduktionsmittel, zum Beispiel ein Farbentwicklungsmittel, und ein Oxidationsmittel mit stärkerer Wirkung als Silberhalogenid, das das Farbentwicklungsmittel bei Vorhandensein eines als Katalysator wirkenden Silberbildes oxidiert. Der oxidierte Farbentwickler reagiert mit dem Farbkuppler (normalerweise im fotografischen Material enthalten) und erzeugt so den Bildfarbstoff. Die Menge des erzeugten Bildfarbstoffes hängt mehr von der Behandlungszeit oder dem Vorhandensein von Farbkupplern ab als von der Menge des Silbers im Bild, wie dies bei herkömmlichen Farbentwicklungsprozessen der Fall ist. Beispiel für geeignete Oxidationsmittel sind Peroxoverbindungen wie Wasserstoffperoxid, Kobalt (III)-Verbindungen wie Kobalthexammin-Verbindungen und Periodate.

Mischungen aus solchen Verbindungen können ebenfalls verwendet werden.

Da die Verstärkerlösung sowohl ein Oxidationsmittel als auch ein Reduktionsmittel enthält, ist es in sich unstabil. Das bedeutet, daß anders als bei herkömmlichen Farbentwicklerlösungen die Verstärkerlösungen auch bei Aufbewahrung in einem verschlossenen Behälter sich in weniger als einer Stunde verschlechtern. Die beste Reproduzierbarkeit eines solchen Prozesses wurde bei "Einmal"-Systemen erreicht, bei denen das Oxidationsmittel dem Entwickler hinzugefügt wird und die Lösung sofort (oder nach kurzer Einrichtzeit) gemischt und verbraucht wird und anschließend weggeworfen wird. Dies führt zu einem überaus hohen Verbrauch an Lösung, zu sehr hohen Abfallmengen und hohen Chemie-Kosten. Dadurch wird das gesamte System besonders für Kleinlabore, die minimales Abfallaufkommen fordern, unattraktiv. Es wird angenommen, daß dieser Prozeß aufgrund dieser Mängel bisher noch nicht vermarktet werden konnte.

JP-A-1/44938 beschreibt ein solches System, bei dem Silberchlorid-Farbmaterial mit einem geringen Volumen einer Einbad-Verstärkerlösung entwickelt wird. Die darin beschriebenen Prozesse erfüllen jedoch die für die umfassende kommerzielle Nutzung notwendigen Anforderungen aus den oben angegebenen Gründen nicht.

WO-A-91/12567, das EP-A-0,515,454, einem Dokument gemäß Art. 54(3) EPC, entspricht, beschreibt eine Methode und ein Gerät zur fotografischen Entwicklung, in dem eine äußerst geringe Menge an Entwicklerlösung in einem dünnen Entwicklertank mit geringem Volumen verwendet werden kann. Um die Probleme der Verschlechterung durch die Instabilität der verwendeten Entwicklerlösungen zu lösen, ergibt sich bei der beschriebenen Methode und dem entsprechenden Gerät ein hoher Bedarf an Umwälzungs- und/oder Regenerationsmengen.

Eine Schwierigkeit bei der fortlaufenden Entwick lung fotografischen Materials in einem unter WO-A-91/12567 beschriebenen Gerät ist die Tatsache, daß die Wärmekapazität des Entwicklertanks sowie seines Inhalts im Vergleich zu normalen Entwicklertanks, die einige Dutzend Liter enthalten, niedrig ist. Wird eine fortlaufende Bahn fotografischen Materials durch einen Entwicklertank geführt, entsteht ein deutlicher Temperaturabfall in der Entwicklerlösung. Dieser Temperaturabfall hängt von der Bahntemperatur ab. Ein weiterer Temperaturabfall kann beobachtet werden, wenn dem Entwicklertank Regenerationsmittel hinzugefügt wird. Bei einem Entwicklertank mit geringem Volumen ist der Anteil an Regenerationsmittel im Vergleich zum Gesamtvolumen des Tanks höher als bei einem normalen Tank. Bei der Farbentwicklungsstufe ist diese Temperaturveränderung der Entwicklerlösung zum Beispiel unerwünscht, da sie zu einer veränderten fotografischen Sensitometrie führt.

Es wäre möglich, das oben beschriebene Problem zu lösen, wenn das fotografische Material und das Regenerationsmittel dieselbe Temperatur aufweisen würden wie die gewünschte Temperatur der Entwicklerlösung im Entwicklertank. Dies läßt sich jedoch bei fotografischem Material nur schwer bewerkstelligen.

Eine andere Lösung dieses Problems ist es, den Entwicklertank und seinen Inhalt in ein über einen Thermostat gesteuertes Bad zu stellen, das die gewünschte Temperatur aufrechterhält. Dies ist praktikabel, wenn der Wärmeübergang vom Tank auf die Entwicklerlösung so hoch ist, daß die Temperatur konstant bleibt, gleichgültig, ob fotografisches Material durch den Tank geführt wird oder nicht. Bei dieser Lösung ergibt sich jedoch der Nachteil, daß wiederum die Temperatur eines großen Bades gesteuert werden muß, anstatt den Entwicklertank und seinen Inhalt auf einer konstanten Temperatur zu halten.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher, ein Gerät und ein Verfahren zu schaffen, mit denen die oben erwähnten Probleme gelöst werden können.

Die vorliegende Erfindung umfaßt ein Gerät zur Entwicklung von fotografischem Material, wobei dieses Gerät einen Entwicklertank mit geringem Volumen, Umwälzungsmittel zur Umwälzung der Entwicklerlösung im Entwicklertank sowie Regenerationsmittel zur Regeneration der umgewälzten Entwicklerlösung enthält, wobei das Gerät weiterhin eine Temperatursteuereinrichtung enthält, durch die die umgewälzte Entwicklerlösung vor ihrem erneuten Einlaufen in den Entwicklertank hindurchfließt, und wobei die Umwälzungsmittel so angeordnet sind, daß der Inhalt des Entwicklertanks während der Entwicklung des fotografischen Materials zwei- bis viermal umgewälzt wird.

Vorzugsweise enthält die Temperatursteuereinrichtung einen Wärmetauscher für geringes Volumen. Unter geringem Volumen wird ein im Verhältnis zum Volumen des Entwicklertanks geringes Volumen verstanden. Die beschriebene Bauart der Erfindung enthält einen Wärmetauscher von etwa 15 ml Inhalt.

Das Verhältnis des Inhalts des Entwicklertanks zu dem des Wärmetauschers kann etwa 20 : 3 betragen.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigen

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Tanks mit geringem Inhalt; und

Fig. 2 ein schematisches Blockschaubild eines Entwicklergerätes gemäß der vorliegenden Erfindung mit dem in Abbildung 1 dargestellten Entwicklertank.

Zunächst sei auf Fig. 1 verwiesen, die einen dünnen Tank 10 mit geringem Inhalt zeigt. Fotografisches Material tritt zur Entwicklung am Einlauf 12 in den Tank 10 ein (in Richtung des Pfeiles 'X') und tritt am Auslauf 14 (in Richtung des Pfeiles 'Y') aus dem Tank aus. Die Schlitze 16, 18, 20 und 22 werden in den entsprechenden Wänden 24, 26 des Tanks 10, durch den die Entwicklerlösung läuft, geformt. Entwicklerlösung zur Regeneration wird durch die Schlitze 16 und 20 in den Tank 10 gepumpt, verbrauchte Entwicklerlösung wird durch die Schlitze 18 und 22 aus dem Tank 10 geleitet.

Tank 10 hat eine Breite von 125 mm, eine Dicke von 1,5 mm und eine Länge von 550 mm zwischen Einlauf 12 und Auslauf 14. Dadurch entsteht ein Tankinhalt von etwa 100 bis 150 ml. Typischerweise läuft das zu entwickelnde fotografische Material mit einer Geschwindigkeit von ca. 25 mm/s durch den Tank 10, die Entwicklerlösung im Tank wird mit einer Geschwindigkeit von 800 ml/min umgewälzt. Dies bedeutet, daß der gesamte Tankinhalt während der Entwicklungsdauer des fotografischen Materials zwei- bis viermal umgewälzt wird.

In Fig. 2 ist eine schematische Anordnung des Gerätes gemäß der vorliegenden Erfindung dargestellt. Die zuvor beschriebenen Teile sind entsprechend bezeichnet. Tank 10 ist über eine Flüssigkeitsflußverbindung mit dem Wärmetauscher 28 und einer peristaltischen Pumpe 30 verbunden. Mit Hilfe des Wärmetauschers 28 wird die über den Durchflußweg 'A' in den Tank 10 gepumpte Entwicklerlösung auf einer konstanten Temperatur gehalten. Die Entwicklerlösung aus Tank 10 wird über den Durchflußweg 'B' in den Wärmetauscher 28 umgewälzt. Die Entwicklerlösung kann nach Bedarf durch Zugabe einer Starterlösung, Wasserstoffperoxid oder Entwickler/ Verstärker- Lösungen zur umgewälzten Lösung im Durchflußweg 'B' regeneriert werden. Die regenerierte Lösung wird über eine Umwälzschleife, die den Wärmetauscher durchläuft, eingeführt und kann somit wirkungsvoll gleichzeitig vermischt und erhitzt werden. Auch Wasser kann wie dargestellt hinzugefügt werden.

Mit Hilfe des Durchflußweges 'C' kann die Entwicklerlösung aus dem Tank 10 abgeleitet und über einen Abfluß aus dem Gerät entfernt werden. Zu diesem Zweck wird die Pumpe 30 umgekehrt und zum Abpumpen der Entwicklerlösung genutzt.

Über den Durchflußweg 'D' wird Wärme zum Wärmetauscher 28 zur Übergabe an die durch diesen fließende Entwicklerlösung geführt. Die durch den Außenmantel des Wärmetauschers fließende Flüssigkeit, normalerweise Wasser, kann separat erhitzt oder einem anderen Teil des Entwicklergerätes entnommen werden.

Alternativ kann der Wärmetauscher 28 auch direkt durch einen über einen Thermostat gesteuerten elektrischen Heizer mit direktem Kontakt zur inneren Spule erhitzt werden. Das Heizelement kann über Temperatursensoren in der Umwälzleitung oder im Entwicklertank selbst gesteuert werden.

Eine weitere Alternative wäre die Anordnung des elektrischen Heizers direkt an der Leitung, die die Entwicklerlösung enthält, vorausgesetzt, das Heizelement ist nicht aus einem Material gefertigt, das mit den in der Entwicklerlösung verwendeten Materialien reagiert.

Im Gerät sind verschiedene Ventile vorhanden, mit denen die Lösung von einer Stelle an eine andere in entsprechender Zeit während des Entwicklungszyklus transportiert werden kann. Diese Ventile, der Wärmetauscher 28, die Pumpe 30 und die Regenerationsmittel, die unter 32 generell abgebildet sind, werden alle durch einen (nicht abgebildeten) Mikroprozessor gesteuert.

Die Pumpe 30 und das Leitungssystem werden mit geringen Volumen betrieben, so daß das Gesamtvolumen des Systems auf einem möglichst niedrigen Niveau gehalten wird. Der Inhaltt des Wärmetauschers 28 kann zum Beispiel 15 ml bei einem Tankinhalt von 100 ml betragen.

Da die Steuerung der Lösungstemperatur unabhängig vom Transport des fotografischen Material durch den Tank 10 stabil bleibt, kann eine gleichmäßigere Sensitometrie beobachtet werden. Unter Verwendung eines oben beschriebenen Gerätes wurde eine annehmbare Sensitometrie bei ständigem und unterbrochenen Betrieb über Materiallängen von 3,96 m - ca. 0,51 m² - aufrechterhalten. Dies zeigt, daß eine zufriedenstellende Regeneration und Temperatursteuerung erzielt wurde.

Der Wärmetauscher kann sich im selben Thermostat-Bad befinden wie der Entwicklertank (nicht abgebildet). In diesem Fall kann die Wärme direkt über die äußere Oberfläche der Wärmetauscherspule zugeführt werden. Eine ausreichende Umwälzung über die Spulenoberfläche ist dann notwendig. Alternativ kann der Entwicklertank auch aus Material gefertigt sein, das Wärme gut leitet, und schmale Rippen enthalten, die die Wärme übertragen. Auch dann ist jedoch eine gute Umwälzung erforderlich.

Es kann eine hydrodynamisch konstruierte Mischspirale verwendet werden, zum Beispiel eine KENIC-Spirale (von der Fa. Kenic Corporation, USA), die gleichzeitig für den Wärmetauscher und für die wirksame Mischung der Lösung verwendet wird. Dabei könnte ein konzentriertes Regenerationsmittel wirksam mit dem Tankinhalt gemischt und erwärmt werden, wenn es in die Umwälzschleife einläuft.


Anspruch[de]

1. Fotografisches Entwicklungsgerät zum Entwickeln fotografischen Materials, mit einem Entwicklertank (10) geringen Volumens, Umwälzmitteln (16, 18, 20, 22, 30), die die Entwicklerlösung im Entwicklertank (10) umwälzen, und mit Regenerationsmitteln (32) zum Regenerieren der umgewälzten Entwicklerlösung, dadurch gekennzeichnet, daß das Entwicklungsgerät eine Temperatursteuereinrichtung (28) aufweist, durch die die umgewälzte Entwicklerlösung vor ihrem erneuten Einlaufen in den Entwicklertank hindurchfließt, und daß die Umwälzmittel (16, 18, 20, 22, 30) so angeordnet sind, daß der Inhalt des Entwicklertanks (10) während der Entwicklung des fotografischen Materials zwei- bis viermal umgewälzt wird.

2. Fotografisches Entwicklungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatursteuereinrichtung (28) einen Wärmetauscher aufweist, dessen Volumen gering ist im Vergleich zum Volumen des Entwicklertanks (10).

3. Fotografisches Entwicklungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetauscher (28) ein Volumen von etwa 15 ml hat.

4. Fotografisches Entwicklungsgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis vom Volumen des Entwicklertanks (10) zum Volumen des Wärmetauschers etwa 20 : 3 beträgt.







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