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Dokumentenidentifikation DE4436453A1 11.05.1995
Titel Verfahren und Anlage zur Verarbeitung von gegossenen Metallprodukten
Anmelder Andritz-Patentverwaltungs-Ges.m.b.H., Graz, AT
Erfinder Witting, Erhard, Dipl.-Ing. (FH), Graz, AT
Vertreter Viering, H., Dipl.-Ing.; Jentschura, R., Dipl.-Ing.; Schlee, A., Dipl.-Ing., 80538 München; Nobbe, M., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., 46047 Oberhausen; Bogsch, A., Dipl.-Elektroing., Pat.-Anwälte; Festl-Wietek, W., Dr., Rechtsanw., 80538 München
DE-Anmeldedatum 12.10.1994
DE-Aktenzeichen 4436453
Offenlegungstag 11.05.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.05.1995
IPC-Hauptklasse B21B 1/02
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verarbeitung von gegossenen Metallprodukten. Um ohne den sonst üblichen, großen maschinellen Aufwand Produkte mit bester Oberflächenqualität herzustellen, ist vorgesehen, daß die aus zumindest einer Gießanlage stammenden gegossenen Produkte in im wesentlichen ebener Form zwischengelagert, anschließend hintereinander in einer einzelnen Anlage gefräst und unmittelbar in eine einzelne Kaltwalzanlage geführt werden. Die Anlage zur Anordnung hinter zumindest einer Gießanlage für die Metallprodukte umfaßt jeweils einen Rollentisch im Anschluß an die oder jede Gießanlage einen Zwischenlagerbereich für die Produkte, einen einzigen weiteren Rollentisch mit lediglich einer anschließenden Fräsmaschine und einer einzigen reversierbaren Kaltwalzanlage unmittelbar hinter der genannten Fräsmaschine, wobei die Kaltwalzanlage auf beiden Seiten mit Wickelrädern sowie mit einer der Fräsmaschine gegenüberliegenden Haspeltrommel versehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verarbeitung von gegossenen Metallprodukten wie Barren, Brammen, Platinen oder Bändern, vorzugsweise aus Buntmetallen oder Legierungen wie Messingen, Bronzen, Aluminium und Aluminiumlegierungen od. dgl., sowie eine Anlage zur Verarbeitung dieser Metallprodukte zur Anordnung hinter Gießanlagen für diese Metallprodukte.

Es ist bekannt, durch diskontinuierliches Stranggießen erhaltene, anschließend warmgewalzte und gefräste Platinen oder Bänder, die beispielsweise aus Barren oder Brammen ausgewalzt wurden, noch weiter auszuwalzen. Mittels an einem reversierbaren Walzwerk beidseitig angeordneten überlangen Transportrollentischen wird hier der Transport beim Walzprozeß durchgeführt. Anschließend an dieses Kaltvorwalzen und vor dem nachfolgenden, eigentlichen Kaltwalzen des noch recht dicken Bandes wird dieses zu einem losen Bund eingerollt.

Vorzugsweise kontinuierlich gegossene Bänder werden in der Regel in der Erzeugungslinie einer Bandgießanlage abgelängt, an Ober- und Unterseite gefräst, danach ebenfalls vorgekrümmt und zu losen Bunden aufgerollt.

Im eingerollten Zustand werden die losen Bunde zu einem Kettenförderer einer Kaltwalzanlage transportiert, beispielsweise mittels eines Gabelstaplers oder dgl., wo die Bunde im Takt vorgefördert und einer Abrollmaschine übergeben werden. Es schließen sich notwendigerweise zumindest noch Bundöffnerhilfseinrichtungen und Grobrichtmaschinen an, um dem Band den horizontalen Einlauf in den Walzspalt zu gewährleisten. Damit ist natürlich apparativ, motorisch, steuerungstechnisch und damit auch finanziell ein großer Aufwand verbunden. Dies gilt umso mehr als für jede Gießlinie eine Fräsmaschine und die Vorkrümm- und Aufrollmaschinen vorgesehen werden müssen.

Darüberhinaus haben die herkömmlichen Anlagen den Nachteil, daß zwar die Gußhaut, die die Materialqualität beim Kaltwalzen am stärksten beeinträchtigen würde, entfernt wird, daß aber durch das Fräsen hervorgerufene Frässpäne beim Einrollen leicht am Band haften bleiben können und beim nachfolgenden Walzen die Oberflächenqualität des Endproduktes nachteilig beeinflussen. Auch die durch Zwischenlagerungs- oder Transportzeit gebildete Oxidschicht der Bänder führt zu negativen Beeinträchtigungen der Oberfläche und müßte vor einem Kaltwalzvorgang erneut durch Beizen oder Schälen entfernt werden, um Produkte mit guter Oborflächenqualität zu erzeugen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, die vorstehend angegebenen Nachteile der herkömmlichen Verfahren zu vermeiden und ohne den sonst üblichen, großen maschinellen Aufwand Produkte mit bester Oberflächenqualität herzustellen.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die aus zumindest einer Gießanlage stammenden gegossenen Produkte nach allenfalls einem Ablängen und/oder einem Warm- und allenfalls einem Kaltvorwalzvorgang in im wesentlichen ebener Form zwischengelagert, anschließend hintereinander in einer einzelnen Anlage gefräst und unmittelbar in eine einzelne Kaltwalzanlage geführt werden.

Durch das Weglassen des Einrollens der Bänder zu losen Bunden entfalten einerseits die dafür nötigen Maschinen und natürlich auch alle vor der Kaltwalzanlage herkömmlicherweise notwendigen Abroll-, Bundöffnerhilfs- und Richtmaschinen. Bei aus zumindest zwei Gießlinien stammenden Bändern können diese gemeinsam mit nur einer Fräsmaschine behandelt und weiter zu nur einer Kaltwalzanlage geführt werden, so daß in diesem Fall der maschinelle, motorische, steuerungstechnische und auch finanzielle Aufwand nochmals erheblich verringert werden kann. Schließlich ist durch das unmittelbar vor dem Kaltwalzen erfolgende Fräsen eines ebenen Bandes sichergestellt, daß keinerlei Frässpäne am Band verbleiben und daß ein metallisch blankes Band ohne jegliche Oxidschicht gewalzt wird, was beides die optimale Oberflächenqualität des gewalzten Produktes garantiert.

Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung werden die gegossenen Produkte in der gemeinsamen Kaltwalzanlage im Reversierverfahren auf die gewünschte Dicke gewalzt, wobei die Produkte während des Walzens zumindest anfänglich auf beidseitig der Walzanlage angeordneten Wickelrädern auf- und abgewickelt werden. Das dickere Bandmaterial ist dabei aufgrund des größeren Biegeradius vor Biegebrüchen, sogenannten "Coilbreaks" geschützt und es ist auch kein erneutes Grobrichten nötig.

Um in herkömmlichen Bandgießanlagen mindestens eine oder sogar mehrere langsam laufende Fräsmaschinen einsparen zu können, ist vorzugsweise vorgesehen, daß die unmittelbar vor der Kaltwalzanlage angeordnete Fräsmaschine mit schnellerer Geschwindigkeit betrieben wird als in herkömmlichen Bandgieß- bzw. Walzanlagen. Während bisher die Durchlaufgeschwindigkeit der Bänder aufgrund der geringen Geschwindigkeit der Gießanlagen für Buntmetalle bei 0,2 bis 6 m/min, für Aluminium oder dessen Legierungen bei bestenfalls 35 m/min liegen, sind erfindungsgemäß Bandgeschwindigkeiten während des Fräsens - oberhalb dieser Werte vorgesehen, welche bis zu 75 m/min betragen können, vorzugsweise bis zu 250 m/min.

Wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung die auf die gewünschte Dicke gewalzten Bänder nach dem letzten Durchgang durch die Kaltwalzanlage auf der der Fräsmaschine gegenüberliegenden Seite auf eine Haspeltrommel aufgewickelt werden, ist damit durch den kollabierbaren Aufbau dieser Trommel das leichte Abziehen des fertigen Bundes und sein Abtransport möglich.

Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist das Verfahren noch dadurch gekennzeichnet, daß die Produkte nach dem Ende des Gießens und allenfalls dem Ablängen und vor dem Fräsvorgang in im wesentlichen ebener Form parallel zueinander lediglich senkrecht auf ihre Längsrichtung bewegt werden. Dies gestattet die Anordnung aller Anlagenteile auf kleinstmöglichem Raum und die Verwendung einfach aufgebauter und auch einfach zu steuernder Transporteinrichtungen.

Die Anlage zur Verarbeitung von gegossenen Metallprodukten wie Barren Brammen, Platinen oder Bändern, vorzugsweise aus Buntmetallen oder Legierungen wie Messingen, Bronzen, Aluminium und Aluminiumlegierungen od. dgl., ist zur Anordnung hinter zumindest einer Gießanlage für diese Metallprodukte vorgesehen, so daß sie neben dem Einbau in neuen Gießanlagen auch nachträglich als Ersatz veralteter oder reparaturbedürftiger Walz- bzw. Vorwalzlinien vorgesehen werden kann.

Die Anlage ist erfindungsgemäß gekennzeichnet durch jeweils einen Rollentisch im Anschluß an die oder jede Gießanlage, welche Gießanlagen allenfalls mit je einer nachfolgenden Schneidmaschine, beispielsweise einer Schlittenschere, versehen sein können, einen Zwischenlagerbereich für die Produkte, einen einzigen weiteren Rollentisch mit lediglich einer anschließenden Fräsmaschine und einer einzigen reversierbaren Kaltwalzanlage unmittelbar hinter der genannten Fräsmaschine, wobei die Kaltwalzanlage auf beiden Seiten mit Wickelrädern zum Auf- und Abwickeln des Produktes während des Kaltwalzens sowie mit einer der Fräsmaschine gegenüberliegenden Haspeltrommel zur Aufnahme des Produktes nach dem letzten Durchgang durch die Kaltwalzanlage versehen ist.

Durch die Zwischenlagerung in ebenem Zustand und die langen Rollentische ist zwar ein etwas größerer Platzbedarf notwendig als bei herkömmlichen Anlagen, doch können alle mit dem Zusammenrollen und dem Wiederaufrollen in Verbindung stehenden Anlagenteile entfallen. Außerdem ist für alle vorhandenen Gießlinien auch bei mehreren davon nur lediglich eine einzige Fräsmaschine und eine einzige Kaltwalzanlage nötig. Die geringeren Fundament- und Anlagenkosten machen die etwas größeren Kosten aufgrund des erhöhten Platzbedarfes bei weitem wett.

Vorteilhafterweise ist vorgesehen, daß die Fräsmaschine mit höherer Geschwindigkeit läuft als bei herkömmlichen Anlagen, vorzugsweise mit Bandgeschwindigkeiten von über 35 m/min bis zu 75 m/min, vorzugsweise bis zu 250 m/min, und mittels elektronischer Schaltungen exakt mit der Geschwindigkeit der Walzlinie abgestimmt und synchronisiert ist.

Gemäß einem weiteren erfindungsgemäßen Merkmal ist die Anlage dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen der Haspeltrommel und des auf der gleichen Seite des Walzgerüstes befindlichen Wickelrades parallel zueinander sind, und die Haspeltrommel und das Wickelrad vorzugsweise axial verschiebbar gelagert sind. Auch dieses Merkmal vereinfacht den Aufbau der Anlage und macht sie damit wirtschaftlicher.

Vorzugsweise sind dabei die Achsen der Haspeltrommel und des auf der gleichen Seite des Walzgerüstes befindlichen Wickelrades koaxial zueinander, wobei die Haspeltrommel und das Wickelrad wahlweise in die Bandlauf-Mittenlinie der Walzanlage verschoben werden können. Vorzugsweise bilden die beiden Achsen eine gemeinsame Welle, die von einer einzigen Antriebseinrichtung angetrieben wird.

Der geringstmögliche Platz- und Fundamentbedarf sowie der Aufbau der Anlage mit einfachen Transporteinrichtungen ist gegeben, wenn gemäß einem weiteren Merkmal die Rollentische parallel zueinander und vorzugsweise senkrecht auf ihre Längsachsen nebeneinanderliegend angeordnet und ein gleichfalls parallel zu den Längsachsen der Rollentische beweglicher Saugbandstapler zum Transportieren der Produkte vorgesehen ist.

In der nachfolgenden Beschreibung soll die Erfindung anhand eines bevorzugten, jedoch in keiner Weise einschränkenden Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert werden.

Dabei zeigt die Fig. 1 eine Vorderansicht einer herkömmlichen Kaltwalzanlage für zu losen Bunden eingerollte Bänder, Fig. 2A und 2B zeigen eine Seitenansicht und eine Draufsicht einer Anlage gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, Fig. 3A und 3B eine Seitenansicht und eine Draufsicht einer Anlage gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung, Fig. 4A und 4B eine Seitenansicht und eine Draufsicht einer Anlage gemäß einer dritten Ausführungsform der Erfindung, Fig. 5 stellt eine Seitenansicht der eigentlichen Walzanlage gemäß einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anlage dar, Fig. 6 ist eine Draufsicht auf die Walzanlage der Fig. 5, Fig. 7 zeigt eine weitere Ausführungsform für eine erfindungsgemäße Walzanlage, Fig. 8 ist eine Draufsicht auf die Anlage der Fig. 7 und Fig. 9 ist ein Schnitt durch eine erfindungsgemäße Aufwickeleinrichtung.

Die in Fig. 1 dargestellte herkömmliche Anlage besteht aus einem Kettenförderer 1, auf dem die zur Anlage transportierten losen Bunde B abgelegt werden. Der Kettenförderer 1 bringt die Bunde B nacheinander zur Abroll- und Bundöffnerstation 2, an welche anschließend der Bandanfang in einer Grobrichtanlage 3 geradegerichtet und über einen um eine horizontale Achse verschwenkbaren Überführtisch 3&min; geführt und eingezogen wird, so daß er horizontal in den Walzspalt 6 der Kaltwalzanlage einläuft.

Das Walzgerüst 19 besteht aus einer Anzahl von Walzen, insbesondere den Walzspalt 6 bildenden Walzen 61, und Antriebs- bzw. Abstützeinrichtungen, wobei über dem Gerüst 19 noch eine Absaugeinrichtung 9 angeordnet ist. Das Band wird nach dem ersten Durchlaufen des Walzspaltes 6 und auch einige weitere Male auf einem Wickelrad 8 mit großem Durchmesser aufgewickelt. Nach dem vollständigen Durchlaufen des Bandes durch den Walzspalt 6 wird die Richtung des Bandlaufes umgekehrt und das Band durchläuft den Walzspalt 6 in umgekehrter Richtung, wobei es diesmal auf dem Wickelrad 4 aufgewickelt wird. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis das Band ausreichend dünn ist, so daß es auf eine von zwei, beiderseits des Walzgerüstes 19 angeordneten Haspeltrommeln 5 bzw. 7 aufgewickelt werden kann. Diese umfangsmäßig kollabierbaren Trommeln 5 bzw. 7 nehmen dann auch den fertig gewalzten Bund auf, und diese fertigen Bunde werden von den Trommeln 5 bzw. 7 nach deren Umfangsverminderung abgenommen.

Eine erste Variante der Erfindung ist in Fig. 2A und 2B dargestellt. Aus einem Bandgießofen 10 wird das gegossene Metallband 11 einem Rollentisch 13 zugeführt, dessen Länge der längsten Bandlänge der Anlage entspricht. Nach einer gewissen Länge wird das Band 11 durch eine Querteilvorrichtung, beispielsweise eine Schlittenschere 12, abgelängt und mittels eines Saugbandstaplers 15 auf einem, allenfalls einem von mehreren, vorteilhafterweise parallel zum Rollentisch 13 gelegenen Stapel 14 abgelegt. Soll nun ein Band gewalzt werden, wird es von einem oder dem Stapel 14 durch den Saugbandstapler 15 auf einen weiteren, vorzugsweise parallel zum ersten Rollentisch 13 orientierten und vorteilhafterweise ebenso langen Rollentisch 16 abgelegt, von wo es durch lediglich eine Fräsmaschine 17 mit einer Bandgeschwindigkeit von über 35 m/min bis zu 75 m/min, vorzugsweise bis zu 250 m/min, unmittelbar dem Walzgerüst 19 zugeführt wird. Das Walzgerüst 19 mit den den Walzspalt 6 bildenden Walzen 61 weist dabei zwei Wickelräder 18, 20 mit festem Durchmesser und Umfang auf. Von einer Kühlmittelanlage 21 wird Kühlmittel für den Walzvorgang im Kreislauf zu- und anschließend wieder zur Reinigung und Abkühlung in dieser Anlage 21 abgeführt. Die fertig gewalzten Bunde 28 werden seitlich von vorzugsweise einer benachbart des Wickelrades 20 angeordneten Haspeltrommel abgenommen, wie weiter unten noch ausführlicher erläutert werden wird.

Fig. 3A und 3B zeigen eine ähnliche Anlage wie die Fig. 2A und 2B, wobei gleiche Bezugszeichen gleiche Anlagenteile kennzeichnen. Allerdings sind nun zwei Gießlinien vorgesehen. Zwei, vorteilhafterweise nebeneinanderliegende und parallel ausgerichtete Gießöfen 10 gießen, wie das auch bei der Anlage der Fig. 2A und 2B vorgesehen sein könnte, jeweils zwei parallele Bänder 11 bzw. 11&min;. Diese Bänder werden parallel auf wiederum vorteilhafterweise zueinander parallele Rollentische 13 geführt, von jeweils vorzugsweise einer Schlittenschere 12 pro Gießlinie abgelängt und dann von einem Saugbandstapler 15 auf einem oder mehreren Stapeln 14 abgelegt. Diese Stapel 14 sind vorzugsweise parallel zueinander und parallel zu den Rollentischen 13 orientiert. Wie bereits für Fig. 2A und 2B beschrieben, werden die zu walzenden Bänder vom jeweiligen Stapel 14 mittels des Saugbandförderers 15 entnommen und wiederum einzeln auf lediglich einen weiteren, vorzugsweise wieder parallel orientierten Rollentisch 16 gelegt, welcher natürlich nicht so breit sein muß wie die Rollentische 13, von wo sie der einzigen Fräsmaschine 17 und dann dem Walzgerüst 19 zugeführt werden. Durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Gießens und des schnelleren anschließenden Walzens können die produzierten Bänder quasi kontinuierlich verarbeitet werden. Durch das Gießen von jeweils zwei Bändern, aber das gemeinsame Weiterverarbeiten der parallel gegossenen Bänder "seriell" hintereinander ist statt der bisher notwendigen Fräsmaschine für die breite von zwei Bändern - bzw. statt zwei nebeneinander arbeitenden Maschinen - nur mehr eine einzelne Fräsmaschine 17 für die Breite eines einzelnen Bandes erforderlich, was wiederum Kostenvorteile bringt.

Fig. 4A und 4B zeigen eine Anlage, bei der die erfindungsgemäßen Vorteile am stärksten hervortreten, da hier drei nebeneinanderliegende Gießlinien vorgesehen sind, bei welchen der jeweils eine Gießofen 10 pro Linie wieder jeweils zwei parallele Bänder 11 und 11&min; produziert, die auf die breiteren Rollentische 13 geführt werden. Die anschließenden Schritte entsprechen den bereits zuvor beschriebenen Abfolgen, wobei wieder lediglich eine Fräsmaschine 17 und eine unmittelbar anschließende Walzeinrichtung 19 vorgesehen sind.

Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemäß abgewandelten Walzwerkes für eine erfindungsgemäße Anlage, wobei nach der einen Fräsmaschine 17 pro Walzlinie eine um eine horizontale Achse schwenkbare Überführeinrichtung 24 das Band beim ersten Durchführen durch den Walzspalt 6 aus den Walzen 61 über eine Wickeltrommel 18 mit festem Durchmesser bzw. Umfang hinweg, durch eine Bürsteinrichtung 25, vorbei an Sensoren 26 zur Steuerung des Walzvorganges in den Walzspalt 6 führt. Auf der der Fräsmaschine 17 gegenüberliegenden Seite des Walzgerüstes 19 ist eine Haspeltrommel 22 und getrennt davon wieder ein Wickelrad 23 mit festem Durchmesser bzw. Umfang zum Aufwickeln des Bandes vorgesehen, wobei das Band während des Walzvorganges jeweils auf den mit bekannten Klemmeinrichtungen für das jeweilige Bandende versehenen Wickelrädern 18 und 23 auf- bzw. abgewickelt und erst nach dem letzten Durchgang, allenfalls bereits vorher nach Erreichen einer Banddicke, bei der keine Biegebrüche mehr auftreten können, durch den Walzspalt 6 anstatt auf das Wickelrad 20 auf die umfangs- bzw. durchmessermäßig kollabierbare Haspeltrommel 22 aufgewickelt wird. Selbstverständlich sind auch Sensoren 26 und eine Bürsteinrichtung 25 auf der der Fräsmaschine 17 gegenüberliegenden Seite des Walzgerüstes 19 vorgesehen.

Die Steuerung des Walzvorganges und des Walzgerüstes 19 erfolgt über die Sensoren 26, wobei diese ansprechen, sobald das Bandende deren Position passiert hat, worauf die Transportrichtung des Bandes umgekehrt wird. Weiters wird je nach Fortschritt des Walzvorganges ein höherer Druck und, durch die stetig reduzierte Banddicke bedingt, eine höhere Geschwindigkeit eingestellt.

In der Draufsicht der Fig. 6 kann man neben dem Walzgerüst 19, dem Antrieb 27 der Walzen 64 den Wickelrädern 18, 23 mit festem Durchmesser, der Haspeltrommel 22 und deren Antrieben 18&min;, 23&min; und 22&min; auch die von der umfangsmäßig kollabierbaren Haspeltrommel 22 axial heruntergeschobenen, fertig gewalzten Bunde 28 erkennen.

Fig. 7 stellt ein Walzwerk ähnlich jenem in Fig. 5 dar. Hier wird jedoch eine unter Bezugnahme auf Fig. 9 näher beschriebene, kombinierte Wickelrad-Haspeltrommel 20 eingesetzt. In der Draufsicht in Fig. 8 lassen sich auch hier die fertig gewalzten Bunde 28 erkennen.

Fig. 9 stellt einen Schnitt durch eine kombinierte Wickelrad-Haspeltrommel 20 dar. Dabei befinden sich das eigentliche Wickelrad 29 und die Haspeltrommel 30, die kollabierbar ausgeführt ist, um die Bunde 28 abnehmen zu können, auf einer gemeinsamen, von der Antriebseinrichtung 20&min; angetriebenen Welle 32. Je nach Bedarf, d. h. nach der Banddicke des aufzuwickelnden Bundes, dessen Aufwickelbarkeit bzw. dem Fortschritt des Walzvorganges wird entweder das Wickelrad 29 oder die Haspeltrommel 30 (wie in der Zeichnungsfigur dargestellt) in die Bandmittenlinie 31 verschoben. Nach der Fertigstellung werden die Bunde 28 von der Haspeltrommel 30 seitlich abgenommen und abgelegt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Verarbeitung von gegossenen Metallprodukten wie Barren Brammen, Platinen oder Bändern, vorzugsweise aus Buntmetallen oder Legierungen wie Messingen, Bronzen, Aluminium und Aluminiumlegierungen od. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die aus zumindest einer Gießanlage, vorzugsweise aus mehreren Gießanlagen stammenden gegossenen Produkte nach allenfalls einem Ablängen in an sich bekannter Weise in im wesentlichen ebener Form zwischengelagert und anschließend hintereinander in einer einzelnen Anlage gefräst und unmittelbar in eine einzelne Kaltwalzanlage geführt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gegossenen Produkte in der gemeinsamen Kaltwalzanlage im Reversierverfahren auf die gewünschte Dicke gewalzt werden, wobei die Produkte während des Walzens zumindest anfänglich auf beidseitig der Walzanlage angeordneten festen Wickelrädern auf- und abgewickelt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die unmittelbar vor der Kaltwalzanlage angeordnete Fräsmaschine mit schnellerer Geschwindigkeit betrieben wird als in herkömmlichen Walzanlagen.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die auf die gewünschte Dicke gewalzten Bänder zumindest nach dem letzten Durchgang durch die Kaltwalzanlage auf der der Fräsmaschine gegenüberliegenden Seite auf eine Haspeltrommel aufgewickelt werden.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Produkte nach dem Ende des Gießens und allenfalls dem Ablängen und vor dem Fräsvorgang in im wesentlichen ebener Form parallel zueinander lediglich senkrecht auf ihre Längsrichtung bewegt werden.
  6. 6. Anlage zur Verarbeitung von gegossenen Metallprodukten wie Barren Brammen, Platinen oder Bändern, vorzugsweise aus Buntmetallen oder Legierungen wie Bronze, Aluminium und Aluminiumlegierungen od. dgl., zur Anordnung hinter zumindest einer Gießanlage, vorzugsweise hinter mehreren Gießanlagen für die Metallprodukte, gekennzeichnet durch jeweils einen Rollentisch (13) im Anschluß an die oder jede Gießanlage (10), welche Gießanlagen allenfalls mit je einer nachfolgenden Schneidmaschine, beispielsweise einer Schlittenschere (12), versehen sein können, einen Zwischenlagerbereich (14) für die Produkte, einen einzigen weiteren Rollentisch (16) mit lediglich einer anschließenden Fräsmaschine einer einzigen reversierbaren Kaltwalzanlage (19) unmittelbar hinter der genannten Fräsmaschine, wobei die Kalzwalzanlage (19) auf beiden Seiten mit Wickelrädern (18, 20, 23) zum Auf- und Abwickeln des Produktes während des Kaltwalzens sowie mit einer der Fräsmaschine (17) gegenüberliegenden Haspeltrommel (22) zur Aufnahme des Produktes zumindest nach dem letzten Durchgang durch die Kaltwalzanlage versehen ist.
  7. 7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fräsmaschine (17) mit höherer Geschwindigkeit läuft als bei herkömmlichen Bandgieß- bzw. Kaltwalzanlagen, vorzugsweise mit über 35 m/min bis zu 75 m/min, vorzugsweise bis zu 250 m/min.
  8. 8. Anlage nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen der Haspeltrommel (22) und des auf der gleichen Seite des Walzgerüstes befindlichen Wickelrades (23) parallel zueinander sind, und die Haspeltrommel und das Wickelrad vorzugsweise axial verschiebbar gelagert sind.
  9. 9. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen der Haspeltrommel (22) und des auf der gleichen Seite des Walzgerüstes befindlichen Wickelrades (23) koaxial zueinander, vorzugsweise eine einzige Welle (32) bildend, sind, wobei die Haspeltrommel und das Wickelrad wahlweise in die Bandlauf-Mittenlinie (31) der Walzanlage verschoben werden können.
  10. 10. Anlage nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollentische (13, 16) parallel zueinander und vorzugsweise senkrecht auf ihre Längsachsen nebeneinanderliegend angeordnet und ein gleichfalls parallel zu den Längsachsen der Rollentische beweglicher Saugbandstapler (15) zum Transportieren der Produkte vorgesehen ist.






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