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Dokumentenidentifikation DE4021021C2 14.06.1995
Titel Transportfahrzeug zur Personenbeförderung mit Verkaufswagen
Anmelder Deutsche Service-Gesellschaft der Bahn mbH, 60325 Frankfurt, DE
Erfinder Kober, Robert Erich, 60599 Frankfurt, DE
Vertreter Jochem, B., Dipl.-Wirtsch.-Ing., Pat.-Anw., 60323 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 02.07.1990
DE-Aktenzeichen 4021021
Offenlegungstag 16.01.1992
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.06.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.1995
IPC-Hauptklasse B61D 37/00
IPC-Nebenklasse B64D 11/00   B63B 29/00   B60P 3/025   B62D 31/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Transportfahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere Eisenbahnwagen, mit wenigstens einer unter der Decke angebrachten, sich längs eines Durchgangs erstreckenden Laufschiene, an welcher über Laufrollen ein Verkaufswagen hängend verfahrbar ist, wobei die Laufschiene und/oder wenigstens eine sich parallel erstreckende Schiene an eine elektrische Stromquelle angeschlossen ist.

Bisher werden in Zügen mittels Rädern auf dem Boden rollende Verkaufswagen eingesetzt. Gerade wenn die Züge voll besetzt sind und eigentlich die besten Verkaufschancen vorhanden wären, kommen die Verkaufswagen nicht durch, weil die Gänge durch Koffer und anderes Reisegepäck verstopft sind. Die bisher verwendeten Verkaufswagen haben darüber hinaus den Nachteil, daß sie mangels Stromanschluß nicht oder nur mittels umständlicher oder gefährlicher Behelfsmaßnahmen in der Lage sind, Getränke und Speisen zu kochen oder zu kühlen. Außerdem sind sie, gemessen an ihrer Transportkapazität, verhältnismäßig lang und versperren dadurch häufig den Zugang zu einem Abteil oder zu einer Sitzreihe.

Zur Verwendung in Flugzeugen ist bereits durch die gattungsgemäße DE-OS 19 55 299 eine Bedienungseinrichtung bekannt, welche aus einer längs einer an der Decke angebrachten Schiene verfahrbaren Laufkatze besteht, die einen über Stromabnehmer mit Stromschienen verbundenen elektrischen Antriebsmotor hat und an Tragseilen zusammenklappbare Tabletts trägt. Für den Einsatz in Eisenbahnzügen, Fährschiffen wäre wegen der dort auftretenden Beschleunigungskräfte eine derartige Konstruktion ungeeignet. Sie bietet außerdem hinsichtlich der Lagerung, Wärmebehandlung und Ausgabe von Speisen und Getränke nur dieselben begrenzten Möglichkeiten wie ein herkömmlicher durch den Gang geschobener Wagen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Transportfahrzeug mit einem zugehörigen Verkaufswagen zu schaffen, bei dem die Verfügbarkeit dieser Verkaufshilfe verbessert ist und das Serviceangebot erweitert werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Verkaufswagen ein Traggestell aufweist, welches in einer Seitenansicht in Richtung der Achsen der Laufrollen die Form eines umgekehrten U hat, an dessen Schenkeln wenigstens ein mit der Stromquelle verbundenes elektrisches Heiz- oder Kühlgerät und/oder Behälter befestigt sind, zwischen denen ein zum Hindurchtreten ausreichender Abstand vorhanden ist, und daß der untere Teil des Traggestells über ein Gelenk mit den Laufrollen verbunden ist, dessen Achse sich quer zu den Drehachsen der Laufrollen erstreckt.

Bei dem vorgeschlagenen Transportfahrzeug mit Verkaufswagen sorgt dessen Traggestell für die erforderliche Stabilität gegenüber Beschleunigungskräften. Die Form des Traggestells mit zwei Schenkeln, zwischen denen Personen hindurchtreten können, bietet trotz ausreichend großer Transportkapazität den Vorteil, daß ein den Verkaufswagen begleitender Verkäufer zwischen den Behältern des Verkaufswagens hindurchtreten kann, wenn er die Personen in einem Abteil bedient. Er hat dabei zu beiden Seiten der Tür des Abteils verschiedene Behälter und Geräte am Verkaufswagen, denen er Speisen und Getränke entnehmen kann. Zweckmäßigerweise sind die Behälter und Geräte vom Zwischenraum der beiden Schenkel aus zugänglich.

Besonders vorteilhaft macht sich bei der Erfindung die Möglichkeit der Nutzung des Stromanschlusses für Heiz- und/oder Kühlgeräte am Verkaufswagen bemerkbar. Sie gestattet es, unmittelbar am Verkaufswagen z. B. Kaffee zu kochen, Speisen in einem Mikrowellenherd zu erhitzen und Getränke beliebig lange kühl zu halten.

In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich die Laufschiene wenigstens an ihrem einen Ende bis an ein offenes Ende des Fahrzeugs. Bei mehreren aneinander gekuppelten derartigen Fahrzeugen kann dann der Verkaufswagen durch den Zug verfahren werden.

Es versteht sich, daß der vorgeschlagene, hängend verfahrbare Verkaufswagen auch zur Verwendung z. B. auf Fähren und in Versammlungsräumen von Gebäuden geeignet ist. Der Stromanschluß bietet dabei die Möglichkeit, einen elektrischen Antrieb vorzusehen, so daß der Verkaufswagen nicht geschoben zu werden braucht. Die Steuerung kann z. B. von Hand mittels am Verkaufswagen angebrachter Steuerelemente wie Schaltknöpfe u. dgl. erfolgen. Als Alternative kommt aber auch eine Fernsteuerung oder eine Programmsteuerung in Frage, wobei der Verkaufswagen als Verkaufsautomat ausgebildet ist bzw. am Traggestell des Verkaufswagens eine Vielzahl von durch Münzeinwurf betätigbaren Verkaufsautomaten angebracht ist. Für die Zukunft ist die Betätigung der Verkaufsautomaten mittels Kredit- oder Wertkarten vorgesehen.

Von dem neuen Verkaufswagen gehen wesentlich weniger Störungen aus als von einer herkömmlichen, durch einen teilweise verstopften Durchgang geschobenen Minibar. Störungen werden als besonders unangenehm empfunden von Reisenden, die im Zug ruhen oder arbeiten wollen. Da der Verkaufswagen nicht die einzige Störungsquelle ist, sondern vielfältige Beeinträchtigungen auch von anderen Reisenden ausgehen, welche sich die Fahrzeit durch Aktivität vertreiben wollen, wird als weitere Verbesserung des gegenwärtigen Zustands ein in drei Zonen eingeteilter Zug vorgeschlagen. Vorgesehen sind eine Ruhezone, eine Aktivitätszone und eine Arbeitszone, wobei die letztere und die Ruhezone in bekannter Weise in eine 1. und eine 2. Klasse eingeteilt sein können. Die Ruhezone ist durch steuerbare Leuchtschrift-Anzeigetafeln gekennzeichnet, auf welchen Mitteilungen an die Reisenden, z. B. die jeweils nächste Haltestelle, schriftlich erscheinen, so daß eine Durchsage über Lautsprecher nicht erforderlich ist. Die Arbeitszone zeichnet sich durch den einzelnen Sitzplätzen zugeordnete Abspielgeräte für Kassetten, CD-Platten u. dgl. sowie eventuell Bildschirme aus. Hier können Reisende von Tonbändern z. B. Sprachen lernen, sich die Börsenkurse vom Tage anhören oder ggf. Daten in einen Computer eingeben. Um gegenseitige Störungen auszuschließen, sind alle Abspielgeräte nur über Kopfhörer abzuhören. Auch Musik kann auf diese Weise genossen werden.

Die Aktivitätszone dient der Kommunikation der Reisenden miteinander, Podiumsdiskussionen, künstlerischen Darbietungen und anderen derartigen Veranstaltungen während der Fahrt. An dieser Stelle des Zuges sind die hierfür notwendigen Freiflächen vorhanden, die ggf. auch als Stehplätze genutzt werden können.

In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist ein in mehrere Zonen unterteilter Zug oder Wagen nicht mit einer festen Unterteilung versehen, sondern es wird durch steuerbare Leuchtschrift auf mehreren über die Länge der Wagen verteilten Anzeigetafeln variabel angezeigt, wo sich die Grenze zwischen zwei Zonen befindet. Wenn jeder Reisende an geeigneter Stelle im Bahnhof oder unmittelbar beim Betreten des Zuges z. B. über eine Eingabetastatur angibt, in welcher Zone und Klasse er zu reisen wünscht, können die Grenzen zwischen den einzelnen Zonen sowie zwischen Rauchern und Nichtrauchern je nach Bedarf verschoben werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Teil-Längsschnitt durch einen Eisenbahnwagen mit hängend verfahrbarem Verkaufswagen;

Fig. 2 einen Querschnitt durch einen Eisenbahnwagen mit einem Verkaufswagen nach Fig. 1.

Wie aus Fig. 1 und 2 hervorgeht, ist ein insgesamt mit 10 bezeichneter Verkaufswagen an einer an der Decke 12 eines Eisenbahnwagens befestigten, sich in Längsrichtung des Zugs erstreckenden Laufschiene 14 hängend gelagert und geführt. Die Laufschiene 14 verläuft etwa in der Mitte eines Durchgangs, an dessen eine Seite gemäß Fig. 1 in bekannter Weise über jeweils eine Tür 13 zu betretende Abteile angrenzen können oder der sich gemäß Fig. 2 in Großraumwagen zwischen Sitzreihen hinzieht. Am Traggestell 16 des Verkaufswagens 10 gelagerte Laufrollen 18 gewährleisten leichte Verschieblichkeit längs der Laufschiene 14. Ein auf die Laufrollen 18 wirkender elektromotorischer Antrieb ist mit 20 bezeichnet.

Beim Verfahren des Verkaufswagens 10 längs der Laufschiene 14 hat er so viel Bodenfreiheit, daß er nicht mit auf dem Boden stehenden Koffern, Rucksäcken u. dgl. kollidiert. Um höheren Gegenständen ausweichen zu können und Personen passieren zu lassen, sind am oberen Ende des Traggestells 16 ein oder mehrere Gelenke 22 angeordnet, deren Gelenkachse sich parallel zur Laufschiene 14 erstreckt.

Ebenfalls parallel zur Laufschiene 14 sind ein oder mehrere Stromschienen 24 an oder in der Decke 12 des Eisenbahnwagens installiert. Stromabnehmer 26 gleiten an der bzw. den Stromschienen 24 und gestatten es, den Antriebsmotor 20 sowie am Verkaufswagen 10 angebrachte Heiz- und Kühlgeräte mit Strom zu versorgen. Die Schienen 14 und 24 sowie ggf. eine weitere Schiene können auch zur Übermittlung von Steuerimpulsen und anderen Signalen an Geräte und elektrische Einrichtungen am Verkaufswagen 10 dienen.

Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel hat der Verkaufswagen 10 einen Tragrahmen 16 in Form eines umgekehrten U, an dessen beiden Schenkeln Behälter 28 für zu verkaufende Waren befestigt sind, zwischen denen ein genügend breiter Zwischenraum frei bleibt, um eine Bedienungsperson hindurchtreten zu lassen. Wie aus Fig. 1 zu erkennen, hat die Bedienungsperson somit leichten Zutritt zu den Abteilen, während sich Behälter 28 des Verkaufswagens 10 zu beiden Seiten der Tür zum Abteil befinden. Besonders einfach ist die Bedienung, wenn die Behälter 28 vom Zwischenraum zwischen den beiden Schenkeln des Verkaufswagens aus zugänglich sind. Statt der Behälter 28 können auch elektrisch betriebene Heiz- und/oder Kühlgeräte am Traggestell 16 des Verkaufswagens 10 angebracht sein. Sie werden ebenfalls über die Stromabnehmer 26 mit elektrischer Energie versorgt.

Im Beispielsfall sind als weitere elektrische Einrichtung am Verkaufswagen 10 Leuchtschrift-Anzeigetafeln 30 befestigt, auf denen z. B. die angebotenen Waren und ihre Preise darzustellen sind.

Aus Fig. 2 geht hervor, daß der an der Fahrzeugdecke 12 aufgehängte Verkaufswagen 10 nicht daran hindert, dort Lampen 32 und Leuchtschrift-Anzeigetafeln 34 neben der Laufschiene 14 zu befestigen. Auf letzteren kann z. B. variabel angezeigt werden, ob die unter der Anzeigetafel 34 stehenden Sitze für Raucher oder Nichtraucher reserviert sind. Allein durch Änderung der Leuchtschrift-Anzeige können somit die Raucher- und Nichtraucherbereiche fallweise vergrößert oder verkleinert werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Transportfahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere Eisenbahnwagen, mit wenigstens einer unter der Decke angebrachten, sich längs eines Durchgangs erstreckenden Laufschiene, an welcher über Laufrollen ein Verkaufswagen hängend verfahrbar ist, wobei die Laufschiene und/oder wenigstens eine sich parallel erstreckende Schiene an eine elektrische Stromquelle angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Verkaufswagen (10) ein Traggestell (16) aufweist, welches in einer Seitenansicht in Richtung der Achsen der Laufrollen (18) die Form eines umgekehrten U hat, an dessen Schenkeln wenigstens ein mit der Stromquelle verbundenes elektrisches Heiz- oder Kühlgerät und/oder Behälter (28) befestigt sind, zwischen denen ein zum Hindurchtreten ausreichender Abstand vorhanden ist, und daß der untere Teil des Traggestells (16) über ein Gelenk (22) mit den Laufrollen (18) verbunden ist, dessen Achse sich quer zu den Drehachsen der Laufrollen (18) erstreckt.
  2. 2. Transportfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Laufschiene (14) wenigstens an ihrem einen Ende bis an ein offenes Ende des Fahrzeugs erstreckt.
  3. 3. Transportfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß am Traggestell ein eine Laufrolle (18) antreibender, steuerbarer Motor (20) gelagert ist.
  4. 4. Transportfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß am Verkaufswagen (10) eine, an der Laufschiene oder an einer Laufrolle (18) angreifende, steuerbare Bremse angebracht ist.
  5. 5. Transportfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Verkaufswagen (10) als Verkaufsautomat ausgebildet ist.
  6. 6. Transportfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Verkaufswagen mit einer Ruf- oder Sprechanlage versehen ist.






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