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Dokumentenidentifikation DE3912093C2 22.06.1995
Titel Verfahren zum Herstellen einer elastomerbeschichteten Walze und nach dem Verfahren hergestellte Walze
Anmelder Clouth Gummiwerke AG, 50733 Köln, DE
Erfinder Zeppernick, Fritz, Dr., 5000 Köln, DE
Vertreter Freischem, I., Dipl.-Ing.; Freischem, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 50667 Köln
DE-Anmeldedatum 13.04.1989
DE-Aktenzeichen 3912093
Offenlegungstag 18.10.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.06.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.06.1995
IPC-Hauptklasse B29C 65/64
IPC-Nebenklasse F16C 13/00   B29C 39/18   B29D 23/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer elastomerbeschichteten Walze, die sich aus einem im wesentlichen zylindrischen, starren, aus Metall bestehenden Hauptkern und einem damit verbundenen mit einer fertig vulkanisierten Elastomerschicht versehenen Hilfskern zusammensetzt. Der Hilfskern mit der fertig vulkanisierten oder ausgehärteten Elastomerschicht ist mit einer Armierung aus Gewebe, Metalldraht, Lochblech, Faserschichten aus Glas- oder Kohlenstoffasern u. dgl. versehen.

Verfahren dieser Art sind aus der DE-PS 20 12 649 und der Veröffentlichung von F. Zeppernick in GAK 6/1980 bekannt.

Bei dem Verfahren nach der PS 20 12 649 wird als ein Überzug für Farbauftragswalzen dienender Hilfskern, dessen Innendurchmesser im nicht aufgezogenen Zustand kleiner ist als der Durchmesser des Hauptkerns, unter Vakuum gedehnt und in gedehntem Zustand über den Hauptkern gebracht, auf den sie sich nach Aufheben des Vakuums mit Vorspannung anlegt.

Bei Verfahren nach den Patentschriften 25 14 294 und 26 58 359 ist die Innenmantelfläche des Hilfskerns leicht konisch ausgebildet mit einem Konuswinkel in einer Größenordnung von wenigen Minuten bis höchstens 1 Grad. Auch der Außenmantel des Hauptkerns kann entsprechend konisch ausgebildet sein, so daß die mit Verstärkungseinlagen versehenen Hilfskerne auf den metallischen Hauptkern aufgezogen werden können. Breithalterwalzenbezüge mit Gewebe- oder Drahteinlagen zur Dimensionsstabilisierung werden ohne besondere Fixierung mit Vorspannung auf den Hauptkern aufgezogen. Da bei diesen Verfahren eine zuverlässige Haftung nur entsteht, wenn die Mantelfläche des Hauptkerns und die Innenmantelfläche sehr präzise bearbeitet und einander genau angepaßt sind, sind die bekannten Verfahren zum Befestigen eines Hilfskerns auf einen Hauptkern sehr aufwendig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, bei dem mit geringem Aufwand eine zuverlässige und leicht zu bewerkstelligende Verbindung zwischen einem aus Metall bestehenden Hauptkern und einem mit einer fertig vulkanisierten Elastomerschicht versehenen Hilfskern erzielt wird, sowie vorteilhafte, nach diesem Verfahren hergestellte Walzen zu schaffen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bezüglich des Verfahrens durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafterweise werden in den Spalt zwischen Hauptkern und Hilfskern Abstand haltende Distanzelemente angebracht, so daß auch bei sehr langen Walzen der Hilfskern zum Hauptkern zentriert ist.

Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß sowohl die Hilfskerne als auch die Hauptkerne nicht jeweils einander genau angepaßt werden müssen, so daß eine vereinfachte Lagerhaltung von Hilfskernen und Hauptkernen möglich ist. Der Spalt zwischen Hilfskern und Hauptkern beträgt zwar mindestens 2 mm, kann aber auch, je nach Größe der Walze, auf über das 10fache anwachsen. Vorzugsweise sollte der Spalt 5-10 mm betragen, so daß unterschiedlich große Hilfskerne gleich großen Hauptkernen und unterschiedlich große Hauptkerne gleich großen Hilfskernen zugeordnet werden können. Auf diese Weise läßt sich die Lagerhaltung von Hilfskernen und Hauptkernen leicht bewerkstelligen, und die Hauptkerne können schnell mit einem vom Lager genommenen vorgefertigten Hilfskern versehen werden.

Als Vergußmasse sind Metallegierungen mit entsprechendem Eutektikum, z. B. Woodsches Metall oder Hartlot, geeignet. Auch kommen Schmelzkleber, Thermoplaste sowie gießfähige Zusammensetzungen aus vernetzbaren Polymeren, Silikon, Epoxid, Phenolplaste, Melaminharze, Flüssigkautschuke und Gemische aus diesen infrage.

Das Verfahren nach der Erfindung ist vorteilhaft sowohl für die Neuherstellung elastomerbeschichteter Walzen als auch für die Erneuerung der Elastomerbeschichtung.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäß hergestellten Walzen ergeben sich aus den Ansprüchen 3 bis 8.

In der folgenden Beschreibung wird das erfindungsgemäße Verfahren unter Bezugnahme auf die Zeichnungen eines Ausführungsbeispieles näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in

Fig. 1 eine Längsschnittansicht,

Fig. 2 einen Teilquerschnitt einer Walze, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist,

Fig. 3 eine Stirnansicht,

Fig. 4 eine Seitenansicht eines Distanzelementes,

Fig. 5 Stirnansicht und

Fig. 6 Seitenansicht eines weiteren Distanzelementes.

Die dargestellte Walze setzt sich zusammen aus einem zylindrischen, starren aus Metall bestehenden Hauptkern 1 und einem damit verbundenen, mit einer fertig vulkanisierten Elastomerschicht 3 versehenen Hilfskern 2. Der Durchmesser des Hauptkerns 1 ist mindestens 4 mm, vorzugsweise 10 bis 20 mm kleiner als der Innendurchmesser des Hilfskerns 2. Der Hauptkern 1 ist koaxial in den Hilfskern 2 eingebracht, und der Spalt zwischen Hauptkern 1 und Hilfskern 2 ist mit einer verbindenden Vergußmasse 4 ausgefüllt. In den Spalt zwischen dem Hauptkern 1 und Hilfskern 2 sind Abstand haltende Distanzelemente 5 und 7 eingebracht. Das Distanzelement 7 besteht aus einer mit Löchern 8 versehenen Folie, die rechtwinklig derart abgekröpft ist, daß sich gleich hohe rechteckige Kanäle bilden, deren Seitenwände den Abstand zwischen Hauptkern 1 und Hilfskern 2 bestimmen.

Wie die untere Hälfte der Fig. 1 und 2 zeigen, können die Distanzelemente aber auch aus sich axial erstreckenden, aus Kunststoff bestehenden Rippen 5 gebildet sein, die über eine dünne, mit Durchbrüchen versehene Wand 6 zu einem gitterartigen Gebilde verbunden sind. In diesem Falle bestimmt die Höhe der Rippen 5 den Abstand zwischen Hauptkern 1 und Hilfskern 2. Damit die sich axial erstreckenden Rippen keine abgeschlossenen Kammern bilden, sind die an der Außenfläche des Hauptkerns 1 und der Innenfläche des Hilfskerns 2 anliegenden Rippen in regelmäßigen Abständen unterbrochen. Zumindest an einer Stirnseite der Walze ist eine Seitenscheibe 9 angeordnet, die den Spalt zwischen Hauptkern 1 aufsteckbar oder aber mit den Distanzelementen 5 oder 7 verbindbar, beispielsweise einrastbar.

Bezugszeichenliste

1 Hauptkern

2 Hilfskern

3 Elastomerschicht

4 Vergußmasse

5 Distanzelemente; Rippen

6 Wand

7 Distanzelement, abgekröpfte Folie

8 Loch

9 Seitenscheibe

10 Armierung, Bewehrung


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen einer elastomerbeschichteten Walze, bei dem ein mit einer fertig vulkanisierten Elastomerschicht versehener Hilfskern koaxial zu einem im wesentlichen zylindrischen, starren, aus Metall bestehenden Hauptkern angeordnet wird, wobei der Außendurchmesser des Hauptkerns mindestens 4 mm kleiner als der Innendurchmesser des Hilfskerns ist und bei dem der Spalt zwischen Haupt- und Hilfskern mit einer die beiden Kerne verbindenden Vergußmasse ausgefüllt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Spalt vor dem Einfüllen der Vergußmasse Abstand haltende Distanzelemente eingebracht werden.
  3. 3. Gemäß dem Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 hergestellte Walze, dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzelemente (5, 7) aus einem um den Hauptkern (1) legbaren Gitter aus Metall oder Kunststoff bestehen.
  4. 4. Walze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzelemente (5) axial sich erstreckende Rippen sind, die über eine dünne, mit Durchbrüchen versehene Wand (6) miteinander verbunden sind.
  5. 5. Walze nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rippen (5) in regelmäßigen Abständen unterbrochen sind.
  6. 6. Gemäß dem Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 hergestellte Walze, dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzelemente (7) aus einer Kunststoff-Folie gebildet sind, die rechtwinklig derart abgekröpft ist, daß sich gleich hohe längsverlaufende Kanäle bilden.
  7. 7. Gemäß dem Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 hergestellte Walze, gekennzeichnet durch mindestens eine an einer Stirnseite der Walze anlegbare, den Spalt zwischen Hauptkern (1) und Hilfskern (2) abdichtende Seitenscheibe (9).
  8. 8. Walze nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenscheibe (9) mit den axial verlaufenden Distanzelementen (5, 7) verbindbar ist.






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