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Dokumentenidentifikation EP0597227 22.06.1995
EP-Veröffentlichungsnummer 0597227
Titel Verfahren zur Herstellung von faserverstärktem, thermoplastischem Material und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Anmelder PCD Polymere Ges.m.b.H., Schwechat-Mannswörth, AT
Erfinder Blauhut, Wilfried, Dipl.-Ing., A-4040 Linz, AT;
Prokschi, Hermann, A-4231 Untergaisbach, AT;
Begemann, Michael, Dr.-Ing., A-4203 Altenberg, AT;
Erlacher, Günther, Ing., A-4210 Gallneukirchen, AT;
Hasler, Wolfgang, Dipl.-Ing., A-4470 Enns, AT
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 59300208
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 25.09.1993
EP-Aktenzeichen 931155261
EP-Offenlegungsdatum 18.05.1994
EP date of grant 17.05.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.06.1995
IPC-Hauptklasse B29C 70/00
IPC-Nebenklasse B30B 5/06   B29C 43/22   

Beschreibung[de]

Verbundwerkstoffe aus thermoplastischer Matrix und Verstärkungsfasern, bevorzugt Glasfasern, sind von zunehmendem Interesse in vielen Industriezweigen, speziell in der Automobilindustrie. Besonders interessant sind dabei Materialien, die durch Verformen von plattenförmigem Halbzeug, insbesondere durch Fließpressen, verarbeitet werden. Die bekanntesten Werkstoffe dieser Art sind glasmattenverstärkte Thermoplaste (GMT).

Zur Herstellung derartiger Verbundwerkstoffe werden aus Gründen der Wirtschaftlichkeit bevorzugt Doppelbandpressen verwendet. Eine in wärmetechnischer Hinsicht besonders wirtschaftliche Ausgestaltung des Prozesses ist in der GB 2 040 801 beschrieben, bei der der Thermoplast in geschmolzener Form eingebracht wird. Unbefriedigend bei diesem Verfahren ist aber die Ausbildung des Plattenrandes. Durch das undefinierte Verfließen des Materials am Rand entsteht eine relativ breite Randzone der Platte, an der Glasgehalt und Plattendicke stark schwanken, sodaß ein beträchtlicher Verschnitt entsteht.

In DE-A-33 47 877 ist eine Doppelbandpresse zur Herstellung von Spanplatten, Faserplatten, Sperrholz, Elektrolaminaten oder dergleichen beschrieben, bei der an den Außenkanten der Bänder in einer Nut ein Draht mit derselben Geschwindigkeit wie das Preßgut mitgeführt wird. Bei Verwendung hoher Drücke, etwa bei der Herstellung von GMT aus Thermoplasten, ist diese Seitenabdichtung jedoch nicht zielführend, da der Draht vom Preßgut seitlich hinausgedrückt wird. Außerdem ist im Einlaufbereich der Bänder noch keine Abdichtung durch den Draht gegeben.

In DE-A-29 23 036 ist eine Doppelbandpresse zur Herstellung von mit Stahlseileinlagen verstärkten Gummibändern, die sich als Förderbänder eignen, beschrieben. Zur seitlichen Abdichtung dienen mitlaufende Gummibänder, die durch an den Preßbändern befestigte Bolzen abgestützt werden. Zur Herstellung von Faserverbundwerkstoffen aus einer Thermoplastmatrix und Glasfasermatten wäre eine solche Doppelbandpresse nicht geeignet, da einfache Gummibänder den dort auftretenden thermischen und mechanischen Belastungen nicht gewachsen wären.

Gemäß EP-A-0 484 735 soll das Problem der Seitenabdichtung dadurch gelöst werden, daß seitlich Bänder aus Verstärkungseinlagen enthaltendem Kautschuk mitlaufen. Insbesondere werden Metallgliederbänder vorgeschlagen, die mit Silikonkautschuk beschichtet sind. Bei Druckanstieg weichen die Bänder nach außen aus, wobei allerdings der auf das Preßgut ausübbare Druck durch die mittels Reibung auf die Bänder übertragbare Kraft begrenzt ist. Für die Verpressung unter hohen Drücken, die im Interesse der Produktqualität wünschenswert sind, ist dieses Verfahren daher nicht geeignet.

Da das Band bei Druckschwankungen auch innerhalb der Toleranzgrenze nach außen ausweicht, entsteht ein ungleichmäßiger Rand, der als Verschnitt anfällt.

Unerwarteterweise konnte nun ein einfaches Verfahren zur Herstellung von faserverstärktem, thermoplastischem Material gefunden werden, bei dem die Randverluste sehr gering sind.

Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Herstellung von faserverstärktem, thermoplastischem Material durch Einbringen und Verpressen von Thermoplast und Faserverstärkung in einer heiz- und kühlbaren Doppelbandpresse mit umlaufenden endlosen Stahlbändern mit seitlicher Abdichtung des Preßraumes, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die seiltiche Abdichtung aus einem mit dem Preßgut mitlaufenden porösen Profil gebildet wird, das gegen seitliches Hinausgedrücktwerden mechanisch abgestützt wird.

Als Thermoplast werden beispielsweise thermoplastische Polyester, Polyethylen, Polyamide oder Polypropylen und dessen Copolymere verwendet. Vorzugsweise werden Polypropylen oder Polyamide verwendet.

Zur Durchführung des Verfahrens wird das thermoplastische Material vorzugsweise mittels einer oder mehrerer Breitschlitzdüsen in geschmolzener Form zwischen zwei oder mehrere Fassermatten oder Gelege extrudiert und mit diesen in die Doppelbandpresse eingebracht und darin verpreßt.

Damit das Preßgut nicht seitlich aus der Presse hinausgedrückt wird, wird der Preßraum seitlich mit Hilfe eines porösen Profils abgedichtet, das mechanisch abgestützt ist, damit es nicht seinerseits seitlich hinausgedrückt wird. Die seitliche Abstützung kann sowohl durch eine mit den Bändern mitlaufende Abstützung als auch durch eine in der Maschine feststehende Abstützung geschehen.

Als seitliche Abdichtung dient ein poröses Profil, das gegebenenfalls vor dem Einführen in die Doppelbandpresse befeuchtet wird. Es kann eine Rundschnur, ein Seil, eine Flechtschnur oder ein Kabel sein, es kann aber auch ein Filz-, Vlies- oder Schaumstreifen sein.

Es kann aus artfremden Material sein, oder artgleich mit dem Thermoplast sein.

Bevorzugt ist das Material der seitlichen Abdichtung artgleich mit den Thermoplasten und bevorzugt ist es mit Wasser befeuchtet. Dem Wasser können zur Verminderung der Grenzflächenspannung geringe Mengen an üblichen grenzflächenaktiven Substanzen, z.B. Tenside, wie sie in handelsüblichen Spülmitteln verwendet werden, beigemischt werden.

Zur Durchführung des Verfahrens wird beispielsweise auf jeder Seite der Presse eine in Wasser getauchte Polypropylenschnur zugeführt, deren ursprünglicher Durchmesser so groß ist, daß sie bereits am Presseneinlauf beide Stahlbänder der Presse berührt und im Zuge des Preßvorganges auf die Höhe des gebildeten faserverstärkten Thermoplasten zusammengedrückt wird. Auf diese Weise wird die seitliche Abdichtung bereits von Beginn des Preßvorganges an wirksam.

Während des Preßvorganges dringt etwas von der am Rande befindlichen Thermoplastschmelze in die verbleibenden Hohlräume des porösen Materials ein und bildet mit diesem zusammen die eigentliche Dichtung. Bevorzugt ist die Verwendung von artgleichem Material, das zusammen mit dem Randbereich des gebildeten faserverstärkten Thermoplasten beim Besäumen abgeschnitten und direkt recycliert werden kann.

Besonders bevorzugt ist es, das poröse Profil mit Wasser zu befeuchten. Berührt die Thermoplastschmelze das poröse befeuchtete Profil, so verdampft Wasser und kühlt dadurch die ankommende Schmelze, die dabei viskoser wird und schließlich erstarrt, wodurch die Dichtwirkung erheblich verbessert wird.

Beispiel

In eine isobare, hydraulisch gestützte Presse werden 2 Lagen Glasfasermatte mit je 900 g/m² Flächengewicht eingeführt. Zwischen die beiden Glasmatten wird PP-Schmelze in einer Auflage von 2700 g/m² extrudiert. An beiden Seiten wird je ein in einem Wasserbad getränkter Streifen Nadelfilz aus PP-Faser, 6 mm dick, 10 mm breit zugeführt. Zur Stützung des Dichtstreifens dienen seitlich in der Presse feststehend angebrachte Bleche von 3 mm Dicke, die 28 mm weit zwischen die Preßbänder hineinragen. Die Presse wird mit 2 m/min Geschwindigkeit gefahren und in der Reaktionszone mit einem hydraulischen Druck an der Bandrückseite von 25 bar beaufschlagt. Es wird ein quasihomogener Verbundwerkstoff, d. h. ohne Schichtaufbau mit vollständig geschlossener Oberfläche von 3,7 mm Dicke und einer Dichte von 1,20 g/cm³ erhalten.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung von faserverstärktem, thermoplastischem Material durch Einbringen und Verpressen von Thermoplast und Faserverstärkung in einer heiz- und kühlbaren Doppelbandpresse mit umlaufenden endlosen Stahlbändern mit seitlicher Abdichtung des Preßraumes, dadurch gekennzeichnet, daß die seiltiche Abdichtung aus einem mit dem Preßgut mitlaufenden porösen Profil gebildet wird, das gegen seitliches Hinausgedrücktwerden mechanisch abgestützt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein poröses Profil mitgeführt wird, das artgleich mit dem thermoplastischen Material ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als poröses Profil eine Rundschnur, ein Seil oder eine Flechtschnur mitgeführt wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als poröses Profil ein Filz-, Vlies- oder Schaumstreifen mitgeführt wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das mitgeführte poröse Profil vor dem Einführen in die Doppelbandpresse mit Wasser befeuchtet wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserverstärkung vor dem Eintritt in die Presse seitlich befeuchtet wird und dadurch ein poröses, mit Wasser befeuchtetes Profil darstellt.
  7. Heiz- und kühlbare Doppelbandpresse mit zwei umlaufenden endlosen Stahlbändern zur Herstellung von faserverstärkten Thermoplasten mit seitlicher Abdichtung des Preßraumes, dadurch gekennzeichnet, daß die seitliche Abdichtung aus einem mitgeführten porösen Profil gebildet ist, das gegen seitliches Hinausgedrücktwerden mechanisch abgestützt ist.
  8. Heiz- und kühlbare Doppelbandpresse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das mitgeführte poröse Profil von einer mit den Stahlbändern mitlaufenden Abstützung mechanisch gestützt wird.
  9. Heiz- und kühlbare Doppelbandpresse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das mitgeführte poröse Profil von einer in der Maschine festehenden Abstützung mechanisch abgestützt wird.






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