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Dokumentenidentifikation DE4400421A1 13.07.1995
Titel Neuartiger Akkord-wechselschlagring besonders für Konzertzither Melodieseiten oder, auch für Gitarre und oder auch andere Zupfinstrumente
Anmelder Fietzek, Claudius, 71067 Sindelfingen, DE
Erfinder Fietzek, Claudius, 71067 Sindelfingen, DE
DE-Anmeldedatum 08.01.1994
DE-Aktenzeichen 4400421
Offenlegungstag 13.07.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.07.1995
IPC-Hauptklasse G10D 3/16

Beschreibung[de]
Stand der Technik: und Beschreibung der Neuentwicklung

Seit weit über 100 Jahren bekannte Zitherringe Abb. 2 mit Daumenloch A, sind Daumenringe für die rechte Hand mit welchem nur Vorwärtsanschlag mit dem Anschlagdorn F möglich ist, also nur in eine Bewegungsrichtung einstimmig oder mehrstimmig gespielt werden kann, danach muß der Anschlagdorn F wieder mit einer Leerbewegung des Daumens in seine Ausgangsposition zurück bewegt werden.

Weiter sind neuerdings Wechselschlag-Zither-Ringe Abb. 3 seit einigen Jahren bekannt und auf dem Markt mit welchen auch Rückwärtsanschlag möglich ist, jedoch nur einstimmig. Mit Vorwärtsanschlag ist also Mehrstimmigkeit (Akkordspiel) möglich. Diese Ausführung ist für das Rückwärtsspielen sehr unvollkommen. Der Rückschlagdornwinkel G und F mit 70° ist zu spitz und der Rückschlagdorn G zu gerade, wodurch beim Vorwärts- u. Rückwärtsspielen eine andere Bewegungsrichtung notwendig ist. Vorwärts ist die Bewegungsrichtung des Daumens horizontal u. rückwärts nachteiligerweise vertikal oder meist eine Richtung zwischen horizontal und vertikal, was die Geschwindigkeit des Anschlags wesentlich benachteiligt gegenüber vergleichsweise nur horizontal hin- und her- Bewegung. Außerdem ist die Spielspitze von G/F nicht optimal plaziert, was bei dieser Bauweise auch gar nicht möglich ist. Der Daumen A müßte hoch genug über der Spielspitze G/F stehen um das Berühren und damit das Stören der Töne nach dem Rückwärtsanschlag zu vermeiden. Diese Nachteile haben insgesamt zur Folge, daß man beim Rückwärtsanschlag nachteiligerweise leicht "hängen bleiben" kann, der Ton also ganz weg bleibt oder zu spät erfolgt, zu laut oder zu "hart" (zu viel Kraft verbraucht) und nicht gut genug kontrollierbar ist. Außerdem ist der Rückschlagdorn G zu kurz, wodurch beim Rückwärtsschlag dieser Dorn G insbesondere in die letzte tiefe C-Seite wie ein Haken einhängen kann, was natürlich ein fehlerhaftes Spielen zu Folge hat. Daran ist auch zu erkennen, daß dieser Ring Abb. 3 für das mehrstimmige Rückwärtsspielen auch gar nicht gedacht war.

Weitere Ausführungen Abb. 4-4a - und 5, welche meine eigenen Ableitungen und Weiterentwicklungen für das Mehrstimmig-Rückwärtsspielen des Rings der Abb. 3 darstellt und welche auch noch nicht den richtigen Entwicklungsstand aufweisen und sind in meiner Hauptanmeldung P 4228255.1 genau beschrieben.

Noch schwerwiegendere Nachteile gelten für einen abgebildeten Rückschlagring (sonst wäre dieser schon längst auf dem Markt) in der Zeitschrift "Seitenspiel" 1993/1 S. 43, dessen Abbildung angeblich schon ca. 100 Jahre alt sein soll. Daran erkennt man schon die Schwierigkeiten einen leistungsstarken Akkord-Rückschlagring herzustellen!

Bei der Neuentwicklung: Akkord-Wechselschlag-Ring Abb. 6 meiner Hauptanmeldung P 42 28 255.1 ist die Spielspitze D mit ca. 95° (ca. 90 bis 100°) zwar ideal geformt, auch die Schlagdorne B/C sind bereits vorteilhaft leicht bogenförmig (wenn auch etwas zu wenig bogenförmig) und die Spielspitze D/B/C ist durch Biegen des Bügels E unter dem Daumen plazierbar und auch jeder Neigungswinkel ist einstellbar. Verbesserungsfähig ist jedoch die Ausführung der Daumenhalterung A Abb. 5, welche zu steif (also zu unelastisch) ist und dadurch am Daumen schmerzhaft drücken kann und vom Daumen während des Spielens leicht runterrutscht. Letzteres, das Abrutschen, ist auch im allgemeinen bei den Zitherringen der Abb. 2/3/4/4a/ und 5 mehr oder weniger bekannt. Was darauf zurückzuführen ist, daß die Anschlagdorne F und i direkt ein Bestandteil der Daumenhalterung A, darstellen, welche sich beim Spielen mehr oder weniger elastisch biegen und fibrieren, was einen ähnlichen Effekt wie "Rutschtransport durch Rüttelmotor" erzeugt.

Beschreibung der Neuentwicklung

Meine Neuentwicklung Abb. 1 und Abb. 1a beseitigt nun die aufgeführten oben beschriebenen Nachteile!

Die Abb. 1 = Seitenansicht, ist wegen besserer Verständlichkeit vereinfacht dargestellt.

Die Daumenhalterung P besteht aus dem konischen, der Daumenform angepaßtem Oberteilstück K und aus dem fast gradflächigen schmalerem Teilstück D. Beide bilden die wirksame elastische und fibrationsfreie, erfindungsgemäße, nicht rutschende Daumenhalterung P.

Das Halteteil L Abb. 1a ist an dieser Kante L rund geschliffen, um das Aufstecken des Rings auf den Daumen zu erleichtern. Die andere Seite von L bleibt kantig und verbessert so die Rutschfestigkeit. Die Spielspitze M/N/O ist genau geformt und hat, mal richtig eingeschliffen und eingestellt, im Spielbereich unveränderbare Maße und kann gehärtet sein! Alle anderen Teile K/L und Q sind durch Biegen, eines zähen z. B. Chrom-Nickel-Stahls, optimal veränderbar. Das ist auch notwendig, da jeder Spieler einen anders geformten Daumen oder und eine andere Spielweise aufweisen kann! Diese genaue individuelle Einstellung ist notwendig, da der einwandfrei funktionierende Spielbereich der Spielspitze M/N/O relativ klein ist.

Durch den Winkel der Spielspitze von ca. 95° ist ein Hängenbleiben an den Seiten nicht mehr möglich.

Die Spielspitze O kann der Art optimal mehr oder weniger spitz geschliffen werden, daß diese weder zu leicht, noch zu schwer über die Seiten gleitet, also weder zu leise/weiche noch zu laute/harte Töne erzeugt, also beim Vorwärts- und Rückwärts-Anschlag eine erstklassige Tonqualität ergibt! Die Spieldorne M und N Abb. 1 sind neuerungsgemäß stark bogenförmig ausgebildet, so daß ein Berühren und Stoppen od. Klirren der gerade angeschlagenen Seiten (bzw. Töne) durch den Nachbardorn M oder N vermieden wird.

Die Spielspitze O befindet sich ca. unter dem tiefsten Punkt des Daumens.

Der Abstand h Abb. 1 der Spielspitze O zum Daumen ist veränderbar und soll so klein als möglich sein, so daß aber die angeschlagenen Seiten nach dem Rückwärtsanschlag mit dem Daumen nicht berührt und damit die gerade erzeugten Töne gestört werden.

Die Schlagdorne M und N müssen so dünn als nur möglich aus hochfestem Stahl gefertigt sein, um das "Klirren und Klicken" (Auftreffen der Schlagdorne M und N auf eine schwingende Seite) zu vermeiden.

Ein "Klirren" kann auch dadurch vermieden werden, indem die Höhe h so niedrig eingestellt wird, so daß das Daumenfleisch die schwingende Seite kurz vor dem Anschlag mit dem Schlagdorn N berührt und so die vorhergehenden Schwingungen (Töne) nebengeräuschlos stoppt.

Der Anschlagdorn M/N/O soll ca. senkrecht über den Seiten stehen Abb. 1, keinesfalls darf eine Neigung nach M eingestellt sein, eine leichte Neigung nach N ist normal, und sogar vorteilhaft wenn jemand nur wenig oder gar selten mit Rückschlag spielt. Einstellbar mit dem Dornteil Q. Die Länge des Anschlagdorns N/Q ist ebenfalls veränderbar, indem die Teile K und L der Daumenhalterung P entsprechend anders gebogen werden.

Das Daumenloch P ist gleichfalls durch Biegen der Teile K und L optimal und getrennt vom Schlagdorn M/N, einstellbar. Der Rückschlagdorn M Abb. 1a ist mehr oder weniger seitlich geneigt eingestellt, womit auch die Leichtgängigkeit, die Härte oder die Weichheit des Anschlags veränderbar ist. Die "Neigung" der Schlagdorne M/N/O kann auch während des Spielens durch Heben und Senken des Handgelenks oder und Bewegen des Daumengelenks verändert werden, wodurch die Tonklangfarbe und die Anschlagkraft veränderbar ist.

Die Abb. 1b und 1c zeigen zwei weitere Möglichkeiten Akkordwechselschlag-Ringe zu bauen. Einstellmöglichkeit und Rutschfestigkeit sind hier jedoch bei weitem nicht so günstig wie Abb. 1.


Anspruch[de]
  1. 1. Daumenring Abb. 1 und 1a zum Anschlagen von Musikinstrumentseiten, insbesondere Zither Griffbrett-Seiten, womit einstimmig sowohl auch mehrstimmig mit Vorwärts- sowohl auch mit Rückwärts-Anschlag, gespielt werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Daumenhalterung KLP aus gegeneinander federnd beweglichen Haltezungen L/K besteht, an welche der Anschlagdorn NMOQ eigenständig und homogen befestigt ist und Anschlagdorn NMQ mit Spielspitze O, sowie auch die Daumenhalterung LKP, funktionell unabhängig, durch einstellendes Zurechtbiegen des Ring-Materials, den verschiedenen Daumenformen und Spielerfordernissen optimal angepaßt werden kann.
  2. 2. Daumenring nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spielspitze O einen Winkel um die 90° aufweist und der Anschlagdorn MNO Abb. 1 zumeist stark bogenförmig geformt ist und die Haltezungen MN der conischen Form des Daumens angepaßt sind und die Spielspitze Q gehärtet sein kann.
  3. 3. Daumenring nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenkante der Haltezungen MN der Daumenhalterung P rund geschliffen und die Außenkanten rutschfest scharfkantig sind (siehe Linie 14 und 15).






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