Stand der Technik: und Beschreibung der Neuentwicklung
Seit weit über 100 Jahren bekannte Zitherringe Abb. 2 mit
Daumenloch A, sind Daumenringe für die rechte Hand mit welchem
nur Vorwärtsanschlag mit dem Anschlagdorn F möglich ist, also
nur in eine Bewegungsrichtung einstimmig oder mehrstimmig gespielt
werden kann, danach muß der Anschlagdorn F wieder mit einer
Leerbewegung des Daumens in seine Ausgangsposition zurück
bewegt werden.
Weiter sind neuerdings Wechselschlag-Zither-Ringe Abb. 3 seit
einigen Jahren bekannt und auf dem Markt mit welchen auch
Rückwärtsanschlag möglich ist, jedoch nur einstimmig. Mit
Vorwärtsanschlag ist also Mehrstimmigkeit (Akkordspiel) möglich.
Diese Ausführung ist für das Rückwärtsspielen sehr
unvollkommen. Der Rückschlagdornwinkel G und F mit 70° ist zu spitz
und der Rückschlagdorn G zu gerade, wodurch beim Vorwärts- u.
Rückwärtsspielen eine andere Bewegungsrichtung notwendig ist.
Vorwärts ist die Bewegungsrichtung des Daumens horizontal u.
rückwärts nachteiligerweise vertikal oder meist eine Richtung
zwischen horizontal und vertikal, was die Geschwindigkeit des
Anschlags wesentlich benachteiligt gegenüber vergleichsweise
nur horizontal hin- und her- Bewegung. Außerdem ist die
Spielspitze von G/F nicht optimal plaziert, was bei dieser Bauweise
auch gar nicht möglich ist. Der Daumen A müßte hoch genug über
der Spielspitze G/F stehen um das Berühren und damit das Stören
der Töne nach dem Rückwärtsanschlag zu vermeiden. Diese Nachteile
haben insgesamt zur Folge, daß man beim Rückwärtsanschlag
nachteiligerweise leicht "hängen bleiben" kann, der Ton also
ganz weg bleibt oder zu spät erfolgt, zu laut oder zu "hart"
(zu viel Kraft verbraucht) und nicht gut genug kontrollierbar
ist. Außerdem ist der Rückschlagdorn G zu kurz, wodurch beim
Rückwärtsschlag dieser Dorn G insbesondere in die letzte tiefe
C-Seite wie ein Haken einhängen kann, was natürlich ein
fehlerhaftes Spielen zu Folge hat. Daran ist auch zu erkennen, daß
dieser Ring Abb. 3 für das mehrstimmige Rückwärtsspielen auch
gar nicht gedacht war.
Weitere Ausführungen Abb. 4-4a - und 5, welche meine eigenen
Ableitungen und Weiterentwicklungen für das
Mehrstimmig-Rückwärtsspielen des Rings der Abb. 3 darstellt und welche auch noch
nicht den richtigen Entwicklungsstand aufweisen und sind in meiner
Hauptanmeldung P 4228255.1 genau beschrieben.
Noch schwerwiegendere Nachteile gelten für einen
abgebildeten Rückschlagring (sonst wäre dieser schon längst auf
dem Markt) in der Zeitschrift "Seitenspiel" 1993/1 S. 43,
dessen Abbildung angeblich schon ca. 100 Jahre alt sein soll.
Daran erkennt man schon die Schwierigkeiten einen
leistungsstarken Akkord-Rückschlagring herzustellen!
Bei der Neuentwicklung: Akkord-Wechselschlag-Ring Abb. 6
meiner Hauptanmeldung P 42 28 255.1 ist die Spielspitze D
mit ca. 95° (ca. 90 bis 100°) zwar ideal geformt, auch die
Schlagdorne B/C sind bereits vorteilhaft leicht
bogenförmig (wenn auch etwas zu wenig bogenförmig) und die
Spielspitze D/B/C ist durch Biegen des Bügels E unter dem Daumen
plazierbar und auch jeder Neigungswinkel ist einstellbar.
Verbesserungsfähig ist jedoch die Ausführung der
Daumenhalterung A Abb. 5, welche zu steif (also zu unelastisch)
ist und dadurch am Daumen schmerzhaft drücken kann und vom
Daumen während des Spielens leicht runterrutscht.
Letzteres, das Abrutschen, ist auch im allgemeinen bei den
Zitherringen der Abb. 2/3/4/4a/ und 5 mehr oder weniger
bekannt. Was darauf zurückzuführen ist, daß die
Anschlagdorne F und i direkt ein Bestandteil der Daumenhalterung A,
darstellen, welche sich beim Spielen mehr oder weniger
elastisch biegen und fibrieren, was einen ähnlichen Effekt wie
"Rutschtransport durch Rüttelmotor" erzeugt.
Beschreibung der Neuentwicklung
Meine Neuentwicklung Abb. 1 und Abb. 1a beseitigt nun die
aufgeführten oben beschriebenen Nachteile!
Die Abb. 1 = Seitenansicht, ist wegen besserer
Verständlichkeit vereinfacht dargestellt.
Die Daumenhalterung P besteht aus dem konischen, der
Daumenform angepaßtem Oberteilstück K und aus dem fast
gradflächigen schmalerem Teilstück D. Beide bilden die wirksame
elastische und fibrationsfreie, erfindungsgemäße, nicht
rutschende Daumenhalterung P.
Das Halteteil L Abb. 1a ist an dieser Kante L rund
geschliffen, um das Aufstecken des Rings auf den Daumen zu
erleichtern. Die andere Seite von L bleibt kantig und verbessert so
die Rutschfestigkeit.
Die Spielspitze M/N/O ist genau geformt und hat, mal richtig
eingeschliffen und eingestellt, im Spielbereich
unveränderbare Maße und kann gehärtet sein! Alle anderen Teile K/L und
Q sind durch Biegen, eines zähen z. B. Chrom-Nickel-Stahls,
optimal veränderbar. Das ist auch notwendig, da jeder
Spieler einen anders geformten Daumen oder und eine andere
Spielweise aufweisen kann! Diese genaue individuelle Einstellung
ist notwendig, da der einwandfrei funktionierende
Spielbereich der Spielspitze M/N/O relativ klein ist.
Durch den Winkel der Spielspitze von ca. 95° ist ein
Hängenbleiben an den Seiten nicht mehr möglich.
Die Spielspitze O kann der Art optimal mehr oder weniger
spitz geschliffen werden, daß diese weder zu leicht, noch
zu schwer über die Seiten gleitet, also weder zu leise/weiche
noch zu laute/harte Töne erzeugt, also beim Vorwärts- und
Rückwärts-Anschlag eine erstklassige Tonqualität ergibt!
Die Spieldorne M und N Abb. 1 sind neuerungsgemäß stark
bogenförmig ausgebildet, so daß ein Berühren und Stoppen od.
Klirren der gerade angeschlagenen Seiten (bzw. Töne) durch
den Nachbardorn M oder N vermieden wird.
Die Spielspitze O befindet sich ca. unter dem tiefsten Punkt
des Daumens.
Der Abstand h Abb. 1 der Spielspitze O zum Daumen ist
veränderbar und soll so klein als möglich sein, so daß aber die
angeschlagenen Seiten nach dem Rückwärtsanschlag mit dem Daumen
nicht berührt und damit die gerade erzeugten Töne gestört werden.
Die Schlagdorne M und N müssen so dünn als nur möglich aus
hochfestem Stahl gefertigt sein, um das "Klirren und Klicken"
(Auftreffen der Schlagdorne M und N auf eine schwingende Seite)
zu vermeiden.
Ein "Klirren" kann auch dadurch vermieden werden, indem die Höhe
h so niedrig eingestellt wird, so daß das Daumenfleisch die
schwingende Seite kurz vor dem Anschlag mit dem Schlagdorn
N berührt und so die vorhergehenden Schwingungen (Töne)
nebengeräuschlos stoppt.
Der Anschlagdorn M/N/O soll ca. senkrecht über den Seiten
stehen Abb. 1, keinesfalls darf eine Neigung nach M eingestellt
sein, eine leichte Neigung nach N ist normal,
und sogar vorteilhaft wenn jemand nur wenig oder gar
selten mit Rückschlag spielt. Einstellbar mit dem Dornteil Q.
Die Länge des Anschlagdorns N/Q ist ebenfalls veränderbar,
indem die Teile K und L der Daumenhalterung P entsprechend
anders gebogen werden.
Das Daumenloch P ist gleichfalls durch Biegen der Teile K und
L optimal und getrennt vom Schlagdorn M/N, einstellbar.
Der Rückschlagdorn M Abb. 1a ist mehr oder weniger seitlich
geneigt eingestellt, womit auch die Leichtgängigkeit, die
Härte oder die Weichheit des Anschlags veränderbar ist.
Die "Neigung" der Schlagdorne M/N/O kann auch während des
Spielens durch Heben und Senken des Handgelenks oder und Bewegen
des Daumengelenks verändert werden, wodurch die Tonklangfarbe
und die Anschlagkraft veränderbar ist.
Die Abb. 1b und 1c zeigen zwei weitere Möglichkeiten
Akkordwechselschlag-Ringe zu bauen. Einstellmöglichkeit und
Rutschfestigkeit sind hier jedoch bei weitem nicht so günstig
wie Abb. 1.