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Dokumentenidentifikation DE4416200A1 20.07.1995
Titel Gurtbandsensor für einen Aufrollautomaten eines Sicherheitsgurtes
Anmelder HS Technik und Design Technische Entwicklungen GmbH, 82234 Weßling, DE
Erfinder Specht, Martin, 82340 Feldafing, DE;
Arold, Jürgen, 82276 Adelshofen, DE
Vertreter Pfenning, J., Dipl.-Ing., 10707 Berlin; Meinig, K., Dipl.-Phys., 80336 München; Butenschön, A., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anwälte; Bergmann, J., Dipl.-Ing., Pat.- u. Rechtsanw., 10707 Berlin; Nöth, H., Dipl.-Phys., 80336 München; Hengelhaupt, J., Dipl.-Ing., 01097 Dresden; Kraus, H., Dipl.-Phys.; Reitzle, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 80336 München
DE-Anmeldedatum 06.05.1994
DE-Aktenzeichen 4416200
Offenlegungstag 20.07.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.07.1995
IPC-Hauptklasse B60R 22/40
Zusammenfassung Ein Gurtbandsensor für einen Aufrollautomaten eines Sicherheitsgurtes mit einem Lagerteil 1, das drehfest mit einer um eine Wellenachse 4 drehbaren Wickelwelle des Automaten verbunden ist, einer am Lagerteil 1 beweglich gelagerten Sensormasse 2, deren Hauptträgheitsachse in der Wellenachse 4 liegt, und die um einen außerhalb ihres Schwerpunktes liegende Schwenkachse 5 am Lagerteil 1 gegen die Kraft einer Sensorfeder 3, welche eine Beschleunigungsschwelle für die Bewegung der Sensormasse 2 relativ zum Lagerteil bildet, schwenkbar gelagert ist (Fig. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Gurtbandsensor für einen Aufrollautomaten eines Sicherheitsgurtes mit einem Lagerteil, das drehfest mit einer um eine Wellenachse drehbaren Wickelwelle des Automaten verbunden ist, einer am Lagerteil beweglich gelagerten Sensormasse und einer am Lagerteil und an der Sensormasse abgestützten Sensorfeder, deren Kraft eine Beschleunigungsschwelle für die Bewegung der Sensormasse relativ zum Lagerteil bildet.

Ein derartiger Gurtbandsensor spricht dann an, wenn die Winkelbeschleunigung der Wickelwelle und des damit drehfest verbundenen Lagerteils den durch die Kraft der Sensorfeder bestimmten Schwellenwert übersteigt. Die Sensormasse wird dann aufgrund ihrer Trägheit relativ gegenüber dem Lagerteil bewegt, insbesondere verschwenkt, wobei eine Kupplungsklinke mit einem am Automaten beweglich gelagerten Steuerteil in Eingriff gebracht wird, so daß die Wickelwelle und das Steuerteil drehfest miteinander verbunden sind. Die Bewegung des Steuerteils kann zur Herbeiführung einer Hauptblockierung der Wickelwelle am Rahmen, in welcher die vom Gurtband ausgeübten Kräfte in den Rahmen geleitet werden, ausgenützt werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Gurtbandsensor der eingangs genannten Art zu schaffen, der bei Winkelbeschleunigungen unterhalb des Schwellenwertes und bei konstanter Drehgeschwindigkeit der Wickelwelle aufgrund seiner mitbewegten Massen keine nach außen wirkenden Kräfte erzeugt.

Diese Aufgabe wird beim eingangs genannten Gurtbandsensor erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine Hauptträgheitsachse, insbesondere die Hauptträgheitsachse, für welche das Trägheitsmoment der Sensormasse am größten ist, in der Wellenachse liegt und daß die Sensormasse um eine außerhalb ihres Schwerpunktes liegende Achse am Lagerteil gegen die Kraft der Sensorfeder bewegbar gelagert ist.

Dadurch, daß die Hauptträgheitsachse der Sensormasse die Drehachse bildet, um welche die Sensormasse bei der Drehung der Wickelwelle mitgedreht wird, heben sich alle Zentrifugalkräfte, die an der Sensormasse wirken, auf. Es wirken keine Kräfte nach außen, die aus der Drehung der Sensormasse herrühren. Dies ist der Fall, so lange die Beschleunigungswerte der Drehwinkelbeschleunigung der Wickelwelle unterhalb dem Schwellenwert liegen, der durch die Sensorfeder bestimmt wird. Die Sensormasse wird durch die Sensorfeder gegen einen Anschlag am Lagerteil gedrückt und unterhalb der Beschleunigungsschwelle stabil in dieser Position gehalten. Wenn die Winkelbeschleunigung der Wickelwellendrehung den von der Sensorfeder bestimmten Schwellenwert in Gurtbandauszugsrichtung überschreitet, wird das Trägheitsmoment der Sensormasse um die Wellenachse so groß, daß hierdurch gegen die Federkraft eine Schwenkbewegung der Sensormasse um die außerhalb des Schwerpunktes und damit außerhalb der Hauptträgheitsachse liegende Achse, welche bezüglich der Wellenachse eine exzentrische Achse ist, erfolgt. Durch diese Bewegung kann die eingangs schon erläuterte Kupplungsklinke in der Weise betätigt werdend daß sie den beweglich, insbesondere schwenkbar am Automatenrahmen gelagerten Steuerteil drehfest mit der Wickelwelle bzw. dem Lagerteil verbindet.

Die exzentrische Achse kann gegenüber der Sensormasse bevorzugt beweglich ausgebildet sein. Die Bewegung erfolgt bevorzugt zwischen zwei Endstellungen, welche durch an der Sensormasse vorgesehenen Anschlägen, beispielsweise die Enden eines Langloches, definiert sind, erfolgt. Die eine Endstellung der exzentrischen Achse ist die, in welcher der normale Betrieb des Aufrollautomaten beim Aufwickeln und Abziehen des Gurtbandes durchgeführt wird. Die andere Endstellung ist die, welche die exzentrische Achse dann einnimmt, wenn der von der Sensorfeder dargestellte Schwellenwert der Winkelbeschleunigung der Wickelwelle überschritten wird.

Diese Bewegung kann in der Weise erfolgen, daß die Sensormasse zunächst um einen bestimmten Winkel (Vorsteuerwinkel) um die Wellenachse entgegengesetzt zur Bandabzugsrichtung gegenüber der Wickelwelle gedreht wird und dann um ihre exzentrische Schwenkachse in der endgültigen Aussteuerbewegung, durch welche die Kupplungsklinke mit dem Steuerteil in Eingriff gebracht wird, ausführt.

In bevorzugter Weise ist die Sensormasse scheibenförmig ausgebildet. Die Scheibe kann kreisförmig, kleeblattförmig sein oder eine andere geeignete Form aufweisen.

Anhand der Figuren wird an Ausführungsbeispielen die Erfindung noch näher erläutert. Es zeigt:

Fig. 1 schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel;

Fig. 2 schematisch ein zweites Ausführungsbeispiel;

Fig. 3 schematisch ein drittes Ausführungsbeispiel; und

Fig. 4 schematisch ein viertes Ausführungsbeispiel.

Die in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele für einen Gurtbandsensor besitzen eine Sensormasse 2, die an einem Lagerteil 1 gelagert ist. In den Fig. 1 und 2 ist die Position der Sensormasse 2 beim Normalbetrieb des Sicherheitsgurtaufrollautomaten gezeigt. In diesem Normalbetrieb kann die nicht näher dargestellte Wickelwelle um ihre Wellenachse 4 zum Auf- und Abrollen des Gurtbandes gedreht werden.

Das Lagerteil 1, welches ein mit einem Fahrzeugsensor zusammenwirkendes Klinkenrad oder eine Endscheibe der Wickelwelle oder dergl. sein kann, ist drehfest mit der Wickelwelle verbunden und dreht sich mit dieser um die Wellenachse 4. Die Sensormasse 2 ist am Lagerteil 1 in einer Schwenkachse 5 schwenkbar bzw. nach Art eines Pendels gelagert. In der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Normalstellung ist die Sensormasse 2 mittels einer Sensorfeder 3 gegen einen Anschlag 8, der am Lagerteil 1 befestigt ist, gedrückt. Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 liegt die Sensormasse 2 mit ihrem Umfang gegen den Anschlag 8 an. Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist der Anschlag 8 als koaxial zur Wellenachse 4 sich erstreckender Anschlagbolzen ausgebildet. Dieser Anschlagbolzen kann einstückig mit einem die Wellenachse 4 bildenden Achsstummel der Wickelwelle sein. Er kann auch an einer axial durch die Wickelwelle sich erstreckenden Lagernadel vorgesehen sein. Der Anschlagbolzen ragt in ein Langloch 11 der Sensormasse 2. Sowohl beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 als auch beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 sind die Anschläge fest mit dem Lagerteil 1 verbunden bzw. einstückig mit dem Lagerteil 1 hergestellt.

Die Sensorfeder 3 stützt sich an ihrem einen Ende an einer Federabstützstelle 9 am Lagerteil 1 ab. An ihrem anderen Ende stützt sich die Sensorfeder 3 an einer Federabstützstelle 12 an der Sensormasse 2 ab. Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen besteht die Sensorfeder 3 aus einer Schraubendruckfeder. Es ist auch möglich, anstelle der Schraubendruckfeder eine Blattfeder zu verwenden. Diese Blattfeder kann an einer geeigneten Stelle zwischen Lagerteil 1 und Sensormasse 2 geschaltet sein und beispielsweise sich am Umfang der Sensormasse 2 abstützen.

Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen besteht die Sensormasse 2 aus einem scheibenförmigen Körper. Die Sensormasse ist in ihrer Normalstellung, die in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist, bezüglich der Wellenachse 4, welche gleichzeitig die Drehachse der Sensormasse in der Normalposition ist, ausgewuchtet. Bevorzugt fällt die Wellenachse 4 mit der Hauptträgheitsachse, für welche das Trägheitsmoment der Sensormasse 2 am größten ist, zusammen. In der Normalstellung ist die Sensormasse 2 bezüglich ihrer Drehachse, welche mit der Wellenachse 4 zusammenfällt, ausgewuchtet. Der ausgewuchtete Zustand läßt sich durch Materialzugabe oder bevorzugt durch Materialentnahme, beispielsweise an den entsprechenden Stellen vorgesehene Bohrungen, nach Durchführung eines Unwuchtmeßlaufs in einfacher Weise ermitteln. Es genügt eine statische Auswuchtung des scheibenförmigen Sensormassekörpers. In der Massenherstellung können die jeweiligen Sensormassekörper einem ausgewuchteten Musterkörper nachgebildet werden.

Die Sensorfeder 3 bildet mit ihrer Federkraft ein Kriterium für eine bestimmte Winkelbeschleunigung der Wickelwelle in Gurtbandabzugsrichtung (Pfeil 13 in den Fig. 1 und 2). Wenn die Wickelwelle und damit das Lagerteil 1 unterhalb der durch die Sensorfeder 3 vorgegebenen Winkelbeschleunigungsschwelle gedreht werden, verbleibt die Sensormasse 2 in der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Normalposition. Da die Sensormasse 2 bezüglich ihrer Drehachse ausgewuchtet ist, werden von der Sensormasse 2 auf die Wickelwellenlagerung und die drehfest mit der Wickelwelle verbundenen Teile keinerlei Fliehkräfte ausgeübt. Die Sensormasse bewegt sich "rund" um die Wellenachse 4.

Übersteigt die Winkelbeschleunigung der Wickelwelle und des damit drehfest verbundenen Lagerteils 1 den durch die Sensorfeder 3 vorgegebenen Schwellenwert, bleibt die Sensormasse aufgrund ihres Trägheitsmoments gegenüber der Wickelwelle und dem Lagerteil 1 "stehen". Die Sensormasse 2 führt dabei um die Schwenkachse (Pendelachse) 5 eine Schwenkbewegung gegenüber dem Lagerteil 1 aus. Durch die Relativverschiebung der Sensormasse 2 gegenüber dem Lagerteil 1 wird eine Kupplungsklinke 6 mit einer Innenverzahnung 10 eines Steuerteils 7 in Eingriff gebracht. Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen ist die Kupplungsklinke 6 einstückig mit der Sensormasse 2 ausgebildet. Es ist jedoch auch möglich, eine am Lagerteil 1 schwenkbar gelagerte Kupplungsklinke in die Eingriffsposition mit dem Steuerteil 7 zu verschwenken. In den Fig. 1 und 2 ist die Bewegung der Kupplungsklinke 6 durch einen Pfeil 22 dargestellt.

Wenn die Kupplungsklinke 6 mit dem Steuerteil 7 in Kupplungseingriff steht, sind der Steuerteil 7 und der Lagerteil 1 sowie die Wickelwelle drehfest für eine Dreh- bzw. Schwenkbewegung in Gurtbandabzugsrichtung (Pfeil 13) drehfest miteinander verbunden.

Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 entfernt sich die Sensormasse 2 vom Anschlag 8 bei ihrer Bewegung in den Kupplungseingriff mit dem Steuerteil 7. Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 kann sich die Sensormasse 2 aufgrund des Langloches 11, in welches der koaxial zur Wellenachse 4 angeordnete Anschlag 8 ragt, in Richtung des Pfeiles 22 in den Kupplungseingriff bewegen. Bei beiden Ausführungsbeispielen erfolgt die Bewegung in Richtung des Pfeiles 22 in den Kupplungseingriff mit dem Steuerteil 7 um die Schwenkachse 5. Diese kann gebildet werden durch einen Lagerzapfen, der fest am Lagerteil 1 oder einstückig mit dem Lagerteil 1 vorgesehen ist und in eine entsprechende Bohrung an der Sensormasse 2 ragt.

Durch die Erfindung läßt sich eine rasche Einsteuerung der Kupplungsklinke 6 unter dem Einfluß der Sensormasse 2 erreichen, da die Schwenkachse 5 eine exzentrische Lagerung der Sensormasse am Lagerteil 1 vorsieht. Je größer der Abstand der Schwenkachse 5 von der Wellenachse 4 bemessen ist, um so höher ist die Einsteuergeschwindigkeit beim Einkuppeln der Kupplungsklinke 6 in das Steuerteil 7. Es kann eine äußerst flache Bauweise für die Sensormasse erreicht werden. Auf Kosten der Flachbauweise kann natürlich die exzentrische Lagerung der Sensormasse 2 am Lagerteil 1 auch näher zur Wellenachse 4 erfolgen.

Wie im einzelnen schon erläutert, erreicht man unterhalb der durch die Sensorfeder 3 vorgegebenen Winkelbeschleunigungsschwelle einen runden und fliehkraftfreien Umlauf der Sensormasse 2 um die Wellenachse 4.

Die Fig. 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die exzentrische Achse 5, welche von einem starr mit der Wickelwelle verbundenen Lagerzapfen gebildet sein kann, beweglich gegenüber der Sensormasse 2 geführt. Die exzentrische Achse 5 kann sich zwischen zwei Endstellungen bewegen. Die beiden Endstellungen dieser Bewegung sind bestimmt durch Anschläge 17, 18, welche Begrenzungen eines Langloches 15 in der Sensormasse bilden.

Ein weiteres Führungsmittel für die Bewegung der Sensormasse 2 gegenüber der Wickelwelle bzw. gegenüber der exzentrischen Achse 5 ist ein starr mit der Wickelwelle verbundener Führungszapfen 14 vorgesehen, der in eine abgewinkelte Ausnehmung 16 der Sensormasse 2 eingreift. Der starr mit der Wickelwelle verbundene Anschlag 8 ist ebenfalls in einem Langloch 11, wie beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2, geführt.

Die in der Abbildung (A) der Fig. 3 gezeigte Betriebsstellung entspricht dem Normalbetrieb des Aufrollautomaten, bei welchem das Gurtband ohne Einwirkung überhöhter Beschleunigungen abgezogen und aufgerollt werden kann. Durch die Kraft der Sensorfeder 3 wird die Sensormasse 2 in der Normalposition, in welcher sie bezüglich ihrer Drehachse, die mit der Wellenachse 4 zusammenfällt, ausgewuchtet ist, gehalten.

In der Abbildung (B) der Fig. 3 ist die Stellung dargestellt, bei welcher unmittelbar nach einer überhöhten, d. h. die Beschleunigungsschwelle der Sensorfeder 3 übersteigenden Beschleunigung der Wickelwelle die Sensormasse 2 entgegengesetzt dem Drehsinn 13 der Wickelwelle eine Drehbewegung um einen bestimmten Vorsteuerwinkel um die Wellenachse 4 ausgeführt hat. Der Führungszapfen 14 befindet sich dabei etwa in der Spitze des Winkels, den die beiden Schenkel der winkelförmigen Ausnehmung 16 bilden. In dieser Position befindet sich die exzentrische Achse 5 am anderen Ende des Langloches 15, d. h. am Anschlag 18.

Bei der weiteren Bewegung der Sensormasse 2 gegenüber der Wickelwelle wird der Führungszapfen 14 entlang dem zweiten Schenkel der abgewinkelten Ausnehmung 16bzw. Kulisse geführt. Diese Bewegung bildet die Aussteuerbewegung, in welcher die Kupplungsklinke 6 endgültig in die Eingriffsposition mit der nicht näher dargestellten Innenverzahnung 10 des Steuerteils 7 (s. Fig. 1 und 2) gebracht wird. In der Abbildung (C) der Fig. 3 ist diese endgültige Position dargestellt. Die Sensorfeder 3 ist in dieser Stellung vollständig komprimiert. Ferner befindet sich der Anschlag 8 bzw. die Wellenachse 4 im Langloch 11 in der zweiten Endstellung.

Bei dem in der Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel wird die exzentrische Achse 5 gebildet durch Führungsmittel, welche starr mit der Wickelwelle verbunden sind, und Führungsmittel, welche an der bei diesem Ausführungsbeispiel kleeblattförmig ausgebildeten Sensormasse 2 vorgesehen sind. Hierdurch kann ein zusätzlicher Lagerzapfen oder Lagerstift zur Bildung der exzentrischen Achse 5 entfallen. Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 4 wird durch die Führungsmittel an der Wickelwelle bzw. dem starr mit der Wickelwelle verbundenen Lagerteil und der Sensormasse 2 virtuell die exzentrische Achse 5 gebildet.

Hierzu ist der starr mit der Wickelwelle verbundene Führungszapfen 14 vorgesehen. Ferner ist der starr mit der Wickelwelle verbundene Anschlag 8 in Form des Anschlagbolzens wie bei den Ausführungsbeispielen der Fig. 2 und 3 vorgesehen. Der Anschlag 8, welcher auch einstückig mit einem Wellenstummel zur Lagerung der Wickelwelle ausgebildet sein kann, ist in dem Langloch 11 der Sensormasse 2 geführt.

In der normalen Betriebsstellung befinden sich der Anschlag 8 und der Führungszapfen 14 in den in ausgezogenen Linien dargestellten Positionen, d. h. der Anschlag 8 befindet sich am rechten Ende des Langloches 11, und der Führungsbolzen 14 befindet sich in einer oberen Position einer gebogenen Ausnehmung (Führungskulisse) 21, die in die Sensormasse 2 eingeformt ist an der Anschlagkante 19.

Wenn auf die Wickelwelle eine Drehbeschleunigung einwirkt, welche die von der Sensorfeder 3 gebildete Schwelle übersteigt, bewegt sich die Sensormasse 2 zunächst relativ entgegen der Bandabzugsrichtung 13 gegenüber der Wickelwelle, wobei sie zunächst eine Drehung um die Wellenachse 4 in einem relativ kleinen Vorsteuerwinkel, z. B. von etwa 20, ausführt. Der Führungszapfen 14 bewegt sich dabei aus seiner Normalposition (ausgezogene Linien) in eine mit strichlierten Linien dargestellte Position. Während dieser Bewegung verbleibt der Anschlag 8 ebenfalls in seiner Normalposition (rechtes Ende des Langloches 11). Anschließend bewegt sich der Führungszapfen 14 weiter entlang der Führungskulisse 21 in der Sensormasse 2. Gleichzeitig bewegt sich der Anschlag 8 im Langloch 11. Die Bewegung des Führungszapfens 14 in der Führungskulisse 21 ist eine Bewegung um die virtuell gebildete exzentrische Achse 5. Diese verschiebt sich von der Position 5 in die Position 5, bei der gleichzeitigen Bewegung des Anschlages 8 im Langloch 11 bis zur strichpunktiert gezeigten Position am anderen Ende des Langlochs 11. Hieraus resultiert eine Aussteuerbewegung der Sensormasse 2, durch welche die Kupplungsklinke 6 in Eingriff mit der nicht näher dargestellten Zahnung 10 des Steuerteils 7 gebracht wird.

Die Wirkrichtung der Sensorfeder 3 und die Ausrichtung der kreisbogenförmigen Führungslinie der Führungskulisse 21 sowie das Langloch 11 lassen sich in der Weise anordnen, daß bei der Aussteuerbewegung geringe Reibungskräfte an den Berührungsstellen zwischen Anschlag 8 und Führungszapfen 14 sowie den Flanken des Langloches 11 und der Führungskulisse 21 entstehen.

Auch bei den Ausführungsbeispielen der Fig. 3 und 4 wird während des normalen Betriebs des Aufrollautomaten eine "runde" Bewegung der Sensormasse um die Wellenachse erreicht. Da die Sensormasse ausgewuchtet ist, wirken auf die Wellenlagerung keinerlei von der Sensormasse ausgehenden Fliehkräfte.

Im Falle einer überhöhten Winkelbeschleunigung der Wickelwelle wird jedoch gewährleistet, daß die Sensormasse um den exzentrischen Drehpunkt 5 bewegt bzw. geschwenkt wird. Für den Fall, daß, wie im Ausführungsbeispiel der Fig. 4 gezeigt ist, die Bewegung der Sensormasse um einen virtuellen, sich bewegenden Drehpunkt bzw. exzentrische Achse 5 erfolgt, kann die Bewegungsführung so abgestimmt sein, daß die Kupplungsklinke 6 auf kürzestem Weg in den Eingriff mit der Zahnung 10 am Steuerteil 7 gebracht wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Gurtbandsensor für einen Aufrollautomaten eines Sicherheitsgurtes mit einem Lagerteil, das drehfest mit einer um eine Wellenachse drehbaren Wickelwelle des Automaten verbunden ist, einer am Lagerteil beweglich gelagerten Sensormasse und einer am Lagerteil und an der Sensormasse abgestützten Sensorfeder, deren Kraft eine Beschleunigungsschwelle für die Bewegung der Sensormasse relativ zum Lagerteil bildet, dadurch gekennzeichnet, daß eine Hauptträgheitsachse der Sensormasse (2) in der Wellenachse (4) liegt und daß die Sensormasse (2) um eine außerhalb ihres Schwerpunktes liegende gegenüber der Wellenachse (4) exzentrische Achse (5) am Lagerteil (1) gegen die Kraft der Sensorfeder (3) bewegbar gelagert ist.
  2. 2. Gurtbandsensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hauptträgheitsachse, für welche das Trägheitsmoment der Sensormasse (2) am größten ist, in der Wellenachse (4) liegt.
  3. 3. Gurtbandsensor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensormasse (2) scheibenförmig ausgebildet ist.
  4. 4. Gurtbandsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Sensormasse (2) eine Kupplungsklinke (6) in eine Kupplungsposition einrückbar ist, in welcher die Wickelwelle mit einem am Automatenrahmen bewegbar gelagerten Steuerteil (7) drehfest kuppelbar ist.
  5. 5. Gurtbandsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensormasse (2) bezüglich der Wellenachse (4) statisch ausgewuchtet ist.
  6. 6. Gurtbandsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die exzentrische Achse (5) gegenüber der Sensormasse (2) beweglich ausgebildet ist.
  7. 7. Gurtbandsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die exzentrische Achse (5) von einem starr mit der Wickelwelle verbundenen Lagerzapfen gebildet ist.
  8. 8. Gurtbandsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die exzentrische Achse (5) durch starr mit der Wickelwelle verbundene Führungsmittel (14, 15) und mit diesen zusammenwirkenden an der Sensormasse (2) vorgesehenen Führungsmitteln (11, 16) virtuell gebildet ist.
  9. 9. Gurtbandsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung der exzentrischen Achse (5) gegenüber der Sensormasse (2) durch zwei Anschläge (17, 18; 19, 20) an der Sensormasse (2) begrenzt ist.
  10. 10. Gurtbandsensor nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensormasse (2) bei überschreiten der Beschleunigungsschwelle um einen bestimmten Winkel (Vorsteuerwinkel) um die Wellenachse (4) entgegengesetzt zur Bandabzugsrichtung (13) gegenüber der Wickelwelle drehbar und dann um ihre exzentrische Achse (5) bewegbar (Aussteuerbewegung) ist.






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